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10. Juni 1915
Lieber Freund!
[…] Der Feldpfaff1 ist nicht zu uns gekommen, führt sich aber scheints samt seinem katholischen Kollegen bei Hüssy’s ganz haarig prätentiös auf und macht die größten Ansprüche und Um|52stände, sodaß der ganze Regimentsstab und alle rechten Leute wütend über ihn seien. Braus2 erklärt, jetzt sei es ihm auch zuviel und er nehme Alles, was er zu seinem Lob gesagt, feierlich zurück. Die Lesestube hat er nicht eingerichtet, sondern ich mit einem Soldaten. Die Kranken in der Krankenstube fand ich ohne Lektüre, von geistlichem Trost für ihre kranken Füße nicht zu reden — kurz der Engel Michael hätte diesen Herrn wirklich gründlich zu Boden zu stellen. Am Sonntag will ich über «den Zuchtmeister auf Christus» Gal. 3 predigen.
Herzlichen Gruß