18. März 1915

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Lieber Freund!

Kutter1 gibt mir doch sehr zu denken, weil ich mich auch betroffen fühle. Es ist fatal für «uns», aber heilsam, daß er das geschrieben hat; wenigstens möchte ich mir mein Teil ohne Opposition hinter die Ohren schreiben. Darob wäre ja allerlei zu sagen, aber es ist nicht nötig. Wie mag das Ding in der Clausiusstraße2 gewirkt haben!? Schlaflose Nächte? Mir graut vor den unerquick|36lichen Debatten, die nun kommen können. — Mach doch ja, daß du kommst nach Marburg,3 Naumann soll auch kommen, da darfst du nicht fehlen: «wir zeugen vom … lebendigen Gott». Auf der Heimreise gedenken wir über den Sonntag nach Boll zu gehen. Komm doch auch mit! Ich bekam eine Anfrage nach Delsberg, lehne aber ab.

Herzlichst
dein
K. Barth

Sachfußnoten

1
Die hier erwähnte Publikation Kutters ist die Schrift: Ich kann mir nicht helfen. Auch ein Wort an die deutschen Freunde der Religiössozialen, Zürich 1915 📖. ↩
2
Ragaz’ Wohnung in Zürich.↩
3
In Marburg fand am 9. April 1915 die Hochzeit von Karl Barths Bruder Peter Barth mit der Tochter von Prof. Rade statt. Karl Barth und Eduard Thurneysen waren Hochzeitsgäste.↩