25. Juni 1916

Predigt: 1 Johannes 2,7-11(II)

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1.Johannes 2,7–11 (II)
Liebe Freunde!

Das ist eine merkwürdige, bedeutsame Botschaft, die wir da bekommen: an der Liebe unterscheidet sich’s, ob wir im Licht oder in der Finsternis stehen. «Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, wer aber seinen Bruder haßt, der ist in der Finsternis.» Die Wege der Menschen mögen tausendfach verworren und verschlungen sein. Das Treiben der Welt mag unendlich rätselhaft werden. Ja sogar unsere eigenen Gedanken und Gefühle mögen uns verborgen und unerklärlich sein. Es kann uns vorkommen, daß wir völlig ratlos sind vor der Frage: wo steht nun Gott? was will er von uns? was heißt er gut? Es kann vorkommen, daß wir auch bei genauer Gewissensprüfung nicht ganz klar werden über die Frage: ist’s gut oder böse, was ich nun tue oder andere tun sehe? Eine Klarheit bleibt uns und taucht immer wieder empor aus aller Verwirrung: Liebe ist Licht, Haß ist Finsternis, Liebe ist von Gott, Haß ist vom Teufel, Liebe ist von oben, Haß ist von unten. Diese Klarheit kommt von Gott selber, aus |233 seinem eigensten Inneren strömt sie uns zu. Diese Klarheit ist das ursprüngliche Göttliche im Menschen, der unmittelbare Berührungspunkt des Menschen mit der Ewigkeit. Diese Klarheit ist gleichsam das Innerste unseres Gewissens, in dem wir eine direkte Offenbarung Gottes haben. Hier denkt nicht mehr der Mensch etwas, hier denkt, wenn man so sagen darf, Gott im Menschen.

Denn Gott selber ist Liebe [1.Joh. 4,8.16] und ist nicht Haß. Gott will nicht allein sein mit seiner Göttlichkeit. Gott auf einem einsamen Thron – wäre gar nicht Gott, so schön wir uns das vorstellen, so gern wir alle auf einsamen Thrönlein sitzen würden. Er hat die Welt geschaffen und in der Welt die Pflanzen, die Tiere, die Menschen, die Wassertropfen, die Sonnenstrahlen. Jedes ist das, was es ist, und doch ist keines für sich, keines ohne ihn, keines wird fahren gelassen und vergessen, alles, was ist, ist in dem großen Kreise Gottes. Er sagt eigentlich zu allen Wesen groß und klein, was er zu Israel gesagt hat: ich will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein [Jer. 7,23 u.ö.]. Das ist Gottes Liebe. Und Gott will auch seine Herrlichkeit nicht für sich haben. [Ein] Gott, der sagen würde: das ist nicht dein, sondern mein – ein solcher Gott wäre gar nicht Gott, so wichtig uns das Dein und Mein ist, so eifrig wir uns wehren für das heilige Eigentum des Einzelnen. Gott schenkt seine Größe der Sternenwelt, Gott schenkt sein unerschöpfliches Leben dem kleinsten Gräslein, Gott schenkt seine Wunderkraft der Biene und der Ameise, Gott schenkt seine Ewigkeit der armseligsten Menschenseele. Gott will seine Wahrheit nicht für sich haben, es soll alles, was da ist, in der Wahrheit leben. Gott will seine Gerechtigkeit nicht für sich haben, sie soll auf der Erde sprudeln wie Wasserquellen. Gott will für seine ganze Pracht und Majestät Kinder und Erben haben. Das ist seine Liebe. Und Gott will nicht zanken, auch nicht mit den Bösen, auch nicht mit den Ungerechten, auch nicht mit den Gottlosen. Ein Gott, der im Streite läge gegen irgend eines seiner Geschöpfe – wäre nicht Gott, so gerne wir untereinander streiten, so grimmig und überzeugt wir behaupten mögen: ich streite mit Recht. Gott geht auch da seinen eigenen Weg. Er sieht die Gleichgiltigkeit und Feindschaft gegen ihn schon, die in der Welt sind. Er sieht wohl, wie unzählige Wesen in einer furchtbaren Gottesferne und Gottesleerheit dahinleben. Und er nimmt das alles ernst, aber vielleicht nicht in dem Sinne ernst, wie wir es meinen und wie wir es machen wurden, wenn wir Gott wären. Gott läßt sich nicht reizen und verbittern gegen die Welt, sie bleibt trotz |234 Allem seine Welt. Gott stellt sich nicht in Gegensatz zu den Menschen, er wird nie eine Partei gegen sie, auch nicht gegen die schlimmsten Narren, sie gehören doch ihm. Es jammert ihn nur, daß sie sich der Gemeinschaft mit ihm entziehen und seines Segens sich berauben und sich in eine große Not begeben. Aber das vermindert seine Liebe gegen sie nicht, sondern vermehrt sie. Er erträgt die Welt und hält sie mit all ihrer Torheit und Bosheit in seinen Armen, um ihr helfen zu können. Auch unsere Finsternis ist nicht außerhalb Gottes, sondern gleichsam von allen Seiten umgeben vom Lichte Gottes, bestimmt, selber Licht zu werden. Das ist die Liebe Gottes. – Haß wäre Einsamkeit. Haß wäre Habsucht. Haß wäre Streit und Gegensatz. Das alles ist in Gott nicht, sondern nur in uns. Haß ist unsere Finsternis, die dem Lichte weichen muß. Haß ist das Einzige, was Gott haßt, weil Haß nicht Liebe ist.

Und nun hat uns Gott das in die Seele gegeben, daß an der Liebe sich Alles entscheidet für uns. Da gehen die Wege auseinander. Daran können wir uns selbst prüfen. Daran scheiden sich die Geister. Daran haben wir den goldenen Faden, um uns in der Verwirrung der Welt – ich möchte sagen: jeden Augenblick zurechtfinden zu können.1 Daran können wir es erkennen und untrüglich feststellen, wenn wir es vergessen haben oder unsicher geworden sein sollten, wie wir mit Gott dran sind. Das war zu allen Zeiten so, das ist bei allen, auch bei den ganz niedrigstehenden und verdorbenen Menschen so gewesen und wird immer so sein: das wissen die Menschen ganz gut, daß Alles schließlich darauf und nur darauf ankommt, ob wir in der Liebe oder im Haß stehen. Johannes hat darum ganz recht, wenn er sagt: Brüder, ich schreibe euch nicht ein neu Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr habt von Anfang an gehabt! Er will damit sagen: ich erinnere euch nur an den Maßstab und Wegweiser, der in euch allen ist, den ihr gehabt habt, lange bevor ihr Christus kanntet. Wollt ihr’s wissen, ob Christus euch schon geholfen hat, ob für euch der helle, freundliche Tag Gottes schon angebrochen ist, ob es auch für euch gilt und wahr ist: die Finsternis vergehet, und das wahre Licht scheinet jetzt? Wollt ihr’s wissen?, fragt er sie, dann denkt an das alte Gebot, das in euren Seelen geschrieben steht, und gebt euch selbst die Antwort; dann gebt euch selbst die Antwort auf die andere Frage: wie ist’s mit der Liebe in euch und unter euch?

235 Johannes kennt die Menschen, nicht nur die Christen, an die er das geschrieben hat, auch uns. Wir täuschen uns gar leicht über Gott und Welt, über Licht und Finsternis, über neues und altes Leben. Wir lassen uns gerne eine solche Sieges- und Freudenbotschaft verkündigen, wie sie im Neuen Testament enthalten ist. Wenn uns da so machtvoll gesagt wird: es hat jetzt ein Neues angefangen, die Sünden sind euch vergeben, ihr seid Gottes Kinder, denn sein Reich ist nahe herbeigekommen [vgl. Mk. 1,15 par.], so hören wir das gerne und freuen uns darüber und sind bereit, es als wahr anzunehmen. Nur ist dann die Gefahr da, daß dieses Annehmen bloß eine Phantasie, ein Traum ist, während wir in Wahrheit noch auf der anderen Seite stehen, noch im Gefängnis stecken, noch bis über die Ohren im alten Wesen drin sind. Da muß dann auf die Täuschung notwendig die Enttäuschung folgen: wir freuten uns: nun wird etwas Befreiendes, Erlösendes, Fröhliches geschehen, wir freuten uns, als ob es schon geschehen wäre, unsere Gedanken nahmen einen hohen Flug, unser Herz pochte vor Begeisterung, unsere innere Freudigkeit schien uns hinwegtragen zu wollen über alle Hindernisse. Wie war uns Gott so lieb! wie wurde uns die Welt so schön! wie lebten wir inwendig schon im Paradiese! wie waren wir so heiter und stolz im Hinblick auf das, was wir etwa schon erreicht, und noch mehr auf das, was wir uns vornahmen und erwarteten! Wie waren wir so erfüllt von einer großen Sicherheit und von einer noch größeren Hoffnung! Aber es war eben in Wahrheit noch nichts geschehen bei uns, wir hatten uns bloß etwas vorgestellt und gedacht, wir hatten eigentlich erst geträumt von der Wahrheit. Das war dann ein bitteres Erwachen. Denn es mußte sich ja bald zeigen, daß Alles nur geträumt war, daß Alles nur ein starker Eindruck von einem Buch oder von einer Predigt oder von einem Gespräch war. Unsere Gedanken stürzten wieder herab aus ihrer Höhe, unser Herz wurde wieder kalt und müde, wir standen wieder vor den alten Hindernissen und Schwierigkeiten, Gott trat uns wieder in weite Ferne, die Welt nahm wieder ihre alten, grauen Formen und Farben an, wir hatten keine Freude mehr an dem Gegenwärtigen und keinen Mut mehr für die Zukunft. Das war die Enttäuschung nach der Täuschung. Christus hatte uns eben noch nicht geholfen, der Tag Gottes war für uns noch nicht angebrochen, es war für uns noch nicht wahr: die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheinet jetzt. Das Leben vieler, vieler Christen ist eine endlose Reihe von solchen Täuschungen und Enttäuschungen, bis sie zuletzt ganz einrosten: die |236 Botschaft von Gott und vom Licht und vom neuen Leben macht ihnen keine Freude mehr, und nun haben sie auch wirklich keine, gar keine Freude mehr, und ihr Leben steht bleibend in einem tiefen Schatten. Es kommt einem manchmal vor, unser ganzes Christentum sei eine solche endlose Reihe von Täuschungen und Enttäuschungen immer im Kreis herum. Denkt nur daran, wie oft in dieser Kirche schon von den höchsten und freudigsten Dingen geredet worden, wie oft hier Taufe und Abendmahl und Konfirmation gefeiert worden ist, wieviel gute Gedanken und löbliche Entschlüsse und Vorsätze hier schon gefaßt worden sind. Und dann? War das Annehmen dann Wahrheit oder Phantasie? Geschah dann etwas? Wurde es uns dann leichter, gegen Sünde und Sorge, gegen Menschenfurcht und Menschenknechtschaft, gegen Krankheit und Tod zu kämpfen und zu siegen? Konnten wir dann aufrichtig sagen: nun ist Alles, was von Gott geschehen ist, auch für mich geschehen? Oder standen wir nachher vor der gleichen verschlossenen Türe wie vorher? Was bedeutet eigentlich unser Christentum? Sind wir im Begriff, tiefer einzudringen in die Welt des Lichtes, oder sind wir im Begriff, tiefer zu versinken in der Finsternis?

Seht, auf solche Fragen gibt uns Johannes Antwort, indem er uns vor das alte Gebot, vor den wohlbekannten Wegweiser und Maßstab stellt, an dem wir nun ablesen können, wie hoch wir sind in der Wahrheit oder wie tief in der Täuschung, wie weit schon im Lichte oder wie weit zurück noch in der Finsternis: An der Liebe entscheidet sich’s, denn an Gott und vor Gott muß sich das entscheiden. Gott aber ist Liebe [1.Joh. 4,8.16]. Wir sollen heraus aus der Unsicherheit, ob wir vom lieben Gott bloß geträumt haben oder ob wir uns tatsächlich in seine Hand gegeben haben. Es soll damit aufhören, daß wir heute himmelhoch jauchzen, um morgen wieder zu Tode betrübt zu sein2. Wir sollen zur vollen Klarheit kommen darüber, was unser christliches Wesen eigentlich wert ist oder nicht wert ist. –

Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, wer aber seinen Bruder haßt, der wandelt in der Finsternis. Das ist die Klarheit Gottes, die in |237 unser Leben, in unsere Welt hineinleuchtet. Wir dürfen sie ganz ruhig leuchten lassen. Sie wird ihren Dienst schon tun, vielleicht zu unserer Freude und Beruhigung, vielleicht zu unserer bitteren Beschämung, aber ganz sicher bringt sie nur das, was sie selber ist. Die Liebe zu den Brüdern, von der es da heißt, ist in ihrem Wesen nichts Anderes als die Liebe Gottes selber, nur daß wir, du und ich, jetzt an der Stelle Gottes stehen und lieb haben dürfen und daß dieses Liebhaben natürlicherweise vor Allem die Menschenkinder angeht, die um uns sind. Das ist der Prüfstein, ob wir im Licht sind, wenn der wunderbare Liebestrieb Gottes ein wenig in uns ist und an uns zum Vorschein kommt. Da mußt und kannst du nun selber entscheiden, wie du dran bist. Kennst du den Drang, aus dir selber herauszugehen und dich selbst und deine Freude in den Anderen zu suchen, wie Gott sich freudig spiegelt in allen seinen Geschöpfen? Sind dir die Anderen wichtig nicht nur um deinet-, sondern um ihretwillen? Das ist Liebe. Oder sitzest du lieber in der festen Burg deiner eigenen Persönlichkeit einsam mit deinen Gedanken und Gefühlen? Bist du selbst und dein Herzlein dir das Interessanteste in der Welt und alle Anderen nur Schatten um dich herum? Das ist Haß, auch wenn dir das Wort vielleicht zu scharf vorkommt. Weiter: hast du Freude, dich und das, was dir gehört, innerlich und äußerlich herzugeben, etwas daraus zu machen nicht für dich, sondern zur Freude, zur Förderung, zum Wachstum des Lebens, das nicht dein eigenes ist, sondern das der anderen? Weißt du, daß das das Geheimnis des Lebens ist: sich hergeben können, daß du nur ein trüber Gast bist auf der dunklen Erde, solange du das nicht hast3? Weißt du, daß dein heiteres Gemüt, der gescheite Kopf, deine Begeisterung für das Gute, deine Religion, deine gute Erziehung, dein Geld gerade nur so viel und nicht mehr wert sind, als du daraus machst, wie Gott beständig etwas macht mit seinen ewigen Kräften? Das ist Liebe. Oder willst du das alles für dich haben wie ein Kind seine Puppen? Ist dir das alles nur wichtig, weil es dir gehört, weil du denken kannst: ich bin, ich habe, ich will? Das ist Haß, auch wenn du deiner Lebtage noch keinen Feind gehabt hast. Und das Letzte, das |238 Größte: wie hast du’s mit den Dummen, mit den Unaufrichtigen, mit den selbstsüchtigen Starrköpfen, mit denen, die schlechte Gewohnheiten haben, mit den Leuten mit den verschrobenen Ansichten? Du weißt: Gott erträgt sie, Gott geht ihnen nach, Gott rechnet sie auch zu sich selber, Gott kann auch mit ihnen etwas anfangen, manchmal sogar gerade mit ihnen, uns Besseren und Gescheiteren zum Trotz. Das ist Liebe. Oder ergreifst du lieber Partei gegen diese Leute, scheidest dich sauber von ihnen, seufzest über sie: ja die Leute! ja das Volk! ja diese und jene!, erklärst ihnen offen oder heimlich: ich bin gegen euch? Das ist Haß, auch wenn du vielleicht eine sehr friedfertige, stille Seele bist. Gott ist gegen keines seiner Geschöpfe. Und diese Klarheit Gottes leuchtet nicht nur in dein und mein persönliches Leben hinein, sondern in unser ganzes gemeinsames Christentum und entscheidet, ob wir wirklich im Lichte sind oder ob Alles nur eine Täuschung ist. Führt unser Glauben, Beten, Singen, Predigtenhören, unser Kirchen- und Gemeinschaftswesen uns heraus aus unseren Höhlen und Löchern, und merken wir, daß wir nicht getrennt, jedes für sich, sondern nur in der Gemeinsamkeit leben können? Wissen wir als Christen, daß Gescheitsein, Reichsein, Angesehensein, Frommsein nur den einen Sinn haben kann, daß wir mit diesen Kräften den Anderen und dem Ganzen dienen? Führt z. B. unser Christentum die Arbeiter und Arbeiterinnen dazu, aufrecht und treu zusammenzuhalten? Führt es unsere vermöglichen Leute dazu, gewissenhaft zu steuern4? Führt es uns Pfarrer, Lehrer, Gemeindebeamte dazu, unsere Pflicht zu tun nur mit Rücksicht auf die Sache des Rechtes und der Wahrheit, die wir zu vertreten haben für Alle, und ohne Rücksicht auf persönliche und ökonomische Interessen? Geht vom Christentum in unserem Dorf – denn wir wollen nur von unserem Dorf reden – eine Macht aus, daß wir unsere Hände ineinander legen und zueinander sagen müssen: Einer für Alle, Alle für Einen!5? Das ist Liebe. Denn so ist und so |239 handelt Gott. Das Gegenteil ist Haß, Haß, auch wenn Alles schweigt, wenn tiefster Friede und kein Streit ist. An der Liebe entscheidet sich’s, ob das etwas wert ist, was wir hier oben in der Kirche6 glauben und tun miteinander. Ihr müßt euch selber antworten, wie die Entscheidung ausfallen wird, ob wir beruhigt oder beunruhigt an unser Christentum denken können. Die Klarheit Gottes in uns, das alte Gebot muß die Antwort geben.

Die Antwort könnte eine freudige, tröstliche, aufrichtende sein. Wir könnten im Licht stehen. Denkt noch einmal daran, daß wir unter dem neuen Gebot stehen, das nicht mehr heißt: du sollst, sondern: du kannst!, daß das wahrhaftige Licht in der Welt jetzt scheint. Die Welt und wir in der Welt brauchten nicht mehr in Furcht zu sein, als ob am Ende doch die Finsternis unser Schicksal sei. Die Entscheidung ist gefallen, daß wir ins Licht gehören, daß Gott uns für die Liebe bestimmt und geschaffen hat. Das ist in Christus wahrhaftig geworden auch für uns. Wenn wir das ergreifen, inwendig mit aller Kraft ergreifen: für uns!, dann können wir in der Klarheit Gottes fröhliche Antwort geben.

Amen.
Lieder:
  • Nr. 20 «Singt, singt Jehovah neue Lieder» von M. Jorissen nach Ps. 98, Strophen 1-3 (GERS [1952] 25,1-3 «Singt, singt dem Herren neue Lieder»; EG 286,1-3) 🎵
  • Nr. 161 «Herz und Herz vereint zusammen» von N. L. von Zinzendorf, bearbeitet von Chr. Gregor und A. Knapp, die Strophen 5-7 (GERS [1952] 327,6.5.7; EG 251,5-7) 🎵

Sachfußnoten

1
Anspielung auf den Faden der Ariadne, mit dessen Hilfe Theseus sich aus dem Labyrinth des Kreterkönigs Minos befreien konnte. Vgl. Büchmann, S. 120 📖.↩
2
Vgl. J. W. von Goethe, Egmont, 3. Aufzug, Klärchens Lied (Schlußzeilen) 📖:
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt –
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.
↩
3
Vgl. die Schlußstrophe in J. W. von Goethes Gedicht «Selige Sehnsucht» in: Westöstlicher Diwan I, 18 📖 :
Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
↩
4
= Steuern zu zahlen.↩
5
Devise der Genossenschaftsbewegung. Vgl. Raiffeisenkredit in Europa. Ein Beitrag zum 150. Geburtstag von F. W. Raiffeisen. Überreicht von den europäischen Raiffeiseninstituten an den Deutschen Raiffeisenverband anläßlich des Welt-Raiffeisentages, Frankfurt/M. im Juni 1968, S. 58f. 📖: «Dadurch, daß die unbeschränkte Haftpflicht Ausgangspunkt und jahrzehntelang Kern des Genossenschaftswesens Raiffeisens war, wurde den Mitgliedern stets zum Bewußtsein gebracht, daß sie Einer für Alle und Alle für Einen einzustehen hätten. Nicht Appell an den Staat, nicht Drängen auf Mitleid heißt die Parole Raiffeisens, sondern Selbsthilfe bei gleichzeitigem Verzicht auf eine kapitalistische Gewinnmaxime.». ↩
6
Die Safenwiler Kirche liegt auf einer Anhöhe oberhalb des Dorfes.↩