Predigt: 2 Petrus 3,13
Wir sollten uns alle viel mehr mit der Frage beschäftigen: was erwarten wir eigentlich? worauf hoffen wir? was ist das Ziel, dem wir entgegenstreben oder entgegengehen oder uns entgegenführen lassen? Zu|314nächst einmal ein jedes Einzelne von seinem Leben: was erwartest du noch von deiner Zukunft? Dann aber sofort auch vom Ganzen, von dem sich ja der Einzelne gar nicht trennen kann. Was erwarten Mann und Frau, wenn sie in die Ehe treten? Was erwarten wir davon, wenn wir unsere Kinder erziehen? Was wollen wir damit? was ist das Ziel all der Mühe, die man sich da gibt? Was erwarten wir weiter von der Zukunft für unsere Gemeinde? Was soll das z.B., daß wir alle Sonntage hier zusammenkommen? Was ist der Zweck und das Ziel unserer christlichen Versammlungen und Vereine? Aber auch unserer sonstigen Veranstaltungen, der Genossenschaften1, des Arbeitervereins2, der Abstinentenvereine3? Wir treiben so viel in
Und wir müssen den Kreis unserer Betrachtung gleich noch weiter spannen. Es ist nun landauf, landab wieder viel vom Vaterland die Rede gewesen. Mit Recht. Aber was erwarten [wir] eigentlich vom Vaterland und für das Vaterland? Haben wir einen Zweck und ein Ziel vor Augen, wenn wir uns des Vaterlandes freuen? Wir müssen weiter auch an das denken, was mit uns die ganze Menschheit treibt und will — wobei wirden Krieg, den sie jetzt treibt, als ein böses Rätsel vorderhand einmal auf der Seite lassen wollen. Wohlfahrt!, sagte man etwa in Friedenszeiten. Aber wohin führt eigentlich diese Wohlfahrt? Bildung!, aber was erwarten und erhoffen wir von der Bildung, der zunehmenden Bildung des Volkes und der Völker? Kultur!, aber was ist das Ziel der Kultur?, wir sind ja schon so weit darin, daß wir es endlich etwas genauer wissen müßten. Fortschritt! Aber wohin schreiten wir vor?
315 Zuletzt kommen wir doch aus der Weite wieder in die Enge zurück, aus dem Großen ins Kleine, jedes zu seinem eigenen persönlichen Leben. Wie sollten wir dort Antwort geben können, wenn wir vielleicht hier keine haben oder keine rechte? Was willst du hier in dieser Welt? Wie denkst du dir das Ergebnis deines Lebens? Du möchtest etwas leisten und wirken; ja, aber nicht ins Blaue hinein, nicht wahr, sondern mit einem Sinn und Zweck! Du möchtest es noch einmal gut haben im Leben, warum nicht?, aber wie denkst du dir eigentlich das? Du hast große Freude an dieser oder jener Nebenbeschäftigung, wie also etwa Singen oder Turnen oder Politisieren und Zeitungenlesen; es ist recht, aber in welchem Zusammenhang steht das alles, was dich da so erfüllt, mit dem letzten Ziel, auf das deine Lebensreise losgeht — ist das ein Stück Weg zum Ziel, ein Umweg, ein Nebenweg, ein Abweg, ein Holzweg, oder wie ist das? Und du bist einfach ein Arbeitsmensch, dessen Tage und Wochen voll ausgefüllt sind mit nützlichem Tun, du weißt es nicht anders, und es kann nicht anders sein; jawohl, aber warum und wozu eigentlich arbeiten? Die Frage ist auch für dich da, und wenn du sie jetzt unbeantwortet lässest, so kommt sie umso mächtiger über dich, wenn du einmal nicht mehr arbeiten kannst: wofür war nun das alles gut? Ja, überhaupt, wenn man nicht mehr kann, wenn man alt wird oder krank, man fast gezwungen ist zum Studieren4, auch wenn man’s sonst selten getan, da kommt’s übermächtig über uns: wozu? wohin? was bringt mir das Leben? was habe ich schließlich zu erwarten? wo soll ich nun hinblicken mit den unruhigen Augen meiner Seele, die ein Ziel wissen und einen Halt haben möchten? Wenn’s dann nur nicht zu spät ist und die armen, unruhigen Augen bereits zu schwach.
Ich sage also, wir sollten viel mehr nachdenken über das, was wir zu erwarten haben, ein jeder für sich, ein jeder für die Anderen, die Menschen insgesamt für ihre wichtigen und unwichtigen Unternehmungen und Angelegenheiten, für das Ganze ihres Lebens und Zusammenlebens. Wohinaus des Weges?
Wir wollen nun gleich die Antwort hören, die die Bibel uns gibt auf diese Fragen. Die ganze Bibel ist ja die Antwort darauf, kann man wohl sagen. Die Bibel ist ein einziges großes Hoffnungs- und Zukunftsbuch, |316 Hoffnung und Zukunft für dich und mich und für
Nun soll uns heute wieder ein Bibelwort Alles sagen, was uns die Bibel von unserer Hoffnung und Zukunft zu sagen hat: Wir warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach Gottes Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet.
Darin ist nun zuerst wichtig, daß es heißt: nach Gottes Verheißung haben wir eine Zukunft. Also nicht nach menschlicher Hoffnungsfreudigkeit. Die irrt sich gar leicht und wird gar schnell zuschanden. Aber dafür kann uns dann auch die menschliche Hoffnungsarmut die Aussicht auf die Zukunft nicht zuschanden machen. Wenn wir die Menschen so reden hören: Es kommt Alles gut, und so werde ich’s machen, und so und so geht’s dann weiter, und seht dann nur zu, ob ich nicht recht habe!, dann wollen wir das ganz freundlich anhören und antworten: du magst wohl recht haben! Aber die Gewißheit über das, was kommen wird und sein wird, die nehmen wir aus keinen noch so gescheiten und noch so schönen Vermutungen. Umgekehrt, wenn man uns Angst machen und uns sagen will, wie etwa jetzt: seht da, es wird doch immer schlimmer in der Welt, und was soll da noch Gutes zu erwarten sein, wenn es so zugeht!, wollen wir’s wieder anhören und antworten: ja, das sehen wir Alles auch und nehmen es sehr ernst und machen uns auch unsere Gedanken darüber, aber das alles, und wenn es noch zehnmal ärger wäre, kann gar nichts ändern an dem, was wir über unsere Zukunft wissen. Wir wissen es eben direkt von Gott. Er hat es uns verheißen. Es ist so gewiß wie er selber.
Wir haben immer wieder zwei Quellen, die uns Gottes gewiß machen: die eine ist das Zeugnis des Gewissens von dem Göttlichen, das in uns schlummert, von der ewigen Heimat, in die wir hingehören. Die andere ist die Erfahrung des Lebens, die Erfahrung der großen, tatsäch|317lichen Werke Gottes, die Erfahrung von der Macht des Gottesreiches, die in Jesus Christus ihren Mittelpunkt und ihre Krone hat. Beide Quellen sind gar nicht von einander zu trennen, sie fließen in der Wirklichkeit immer zusammen, wie es Paulus einmal beschrieben hat: Gottes Geist gibt Zeugnis unserem Geist, daß wir seine Kinder sind [vgl.
Es ist nicht anders, kann nicht anders sein für uns, seine Kinder. Wir stehen wohl als Menschen in der Zeit und wissen nicht, was morgen sein wird, aber wir stehen auch, und das ist das Entscheidende, das Wichtige, als seine Kinder in der Ewigkeit und haben die Verheißung, daß morgen und übers Jahr und in hundert Jahren Gott sein wird als der gleiche, der er heute ist und gestern war. Das ist die Freude, die Kraft, der Trost, den wir haben als Gotteskinder. Das ist die Zuversicht, die fast auf allen Seiten der Bibel zu uns redet und die sie zu dem |318 Ewigkeitsbuch macht, das sie ist. Diese Aussicht hält uns, gibt unserem Tun und Leiden einen Sinn, gibt uns den Standpunkt, von dem aus wir auch in die Zukunft des Weltgetümmels blicken. Gott ist, der er sein wird. Das ist die Verheißung, die wir haben. Wir müßten schon an Gott selber irre werden, wenn wir das aufgeben und verlieren sollten. Es gibt gar keinen Glauben ohne Hoffnung, wie es keinen Glauben gibt ohne Liebe. Die Hoffnungslosen, die Hoffnungsarmen, das wären die Ungläubigen, die Halbgläubigen. Aber da strömen doch jene beiden Quellen der Offenbarung: das Gewissen in uns und Christus neben uns! zu gewaltig, als daß wir zu Ungläubigen und Halbgläubigen herabsinken könnten. Wir sind Gottes sicher, und darum müssen wir hoffen.
Nun aber weiter, die Verheißung lautet: ein neuer Himmel und eine neue Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnet! Ja, Gerechtigkeit, das ist das Zukünftige, das wir direkt von Gott und so sicher von Gott selbst wissen. Was die Männer des Alten und Neuen Testaments auf allerlei Weise schildern als das Kommende, das ist im Grunde immer eins und dasselbe: Gerechtigkeit! Wenn z.B. in den Prophetenschriften und Psalmen des Alten Testaments immer der Gedanke wiederkehrt, daß die Heiden alle und alle, die auf den Inseln wohnen, einst nach
Ohne Gott muß die Ungerechtigkeit herrschen im Leben, auf der Er|319de. Die Menschen sind dann eben, was sie sind5, und nur das. So verhüllt ihnen die Zukunft ist, so verhüllt ist ihnen auch die Wahrheit des Lebens, so unzugänglich die eigentlichen Ziele ihrer Bestimmung. Nun sieht ein jeder nur sich selbst und seinen kleinen Kreis von Interessen. Nun geht ein jeder seinen eigenen kleinen Weg. Nun ist der Mensch ein kleines, jämmerlich kleines Wesen. Und das kleine Wesen, das ist recht eigentlich die Ungerechtigkeit der Welt. Nun muß der Mensch im Schweiße seines Angesichts sein Brot essen [
320 Gott aber ist Gerechtigkeit. Gott ist Leben und Liebe. Gott ist Klarheit und Freude. Gott ist Wahrheit und Friede. Er hat mit der Ungerechtigkeit nichts zu tun. Er hat nichts zu schaffen mit dem Krieg und nichts mit dem kapitalistischen Raubsystem und nichts mit den gesellschaftlichen Lügen, mit denen wir uns alle Tage anlügen, nichts mit den Staatsgewalten, die das Recht zum Unrecht machen und das Unrecht zum Recht, die die Menschheit auseinanderreißen in konkurrierende, feindliche Völker, aber auch nichts mit einem Christentum, das die Wahrheit, die ihm anvertraut ist, nicht mehr sagt und sich feige verkriecht vor der Wirklichkeit der Höllenmächte. Gott ist Gerechtigkeit. Die Ungerechtigkeit der Welt kommt nicht von ihm, sondern davon, daß wir ohne ihn sind und es ohne ihn machen wollen. Solange wir das wollen, muß Ungerechtigkeit sein und herrschen. Nun aber ist Gott, der er sein wird. Ist er die Gerechtigkeit im Himmel, so wird er es auch sein auf Erden. Ist er die Gerechtigkeit im Anfang und Ursprung, so wird er es auch sein am Ende. Ist er die Gerechtigkeit im Wesen und Quell aller Dinge, so müssen auch alle Dinge zu ihm wiederkehren in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Du seufzest unter deiner Schwäche und Unvollkommenheit, die dich immer wieder irren und straucheln läßt. O glaube nur nicht, dabei müsse es bleiben. Du hast etwas zu erwarten, dir steht etwas bevor, und das heißt Gerechtigkeit. Glaubst du, Gott sei zu schwach, um dich anders zu machen? Höre doch, er hat es auch dir verheißen: Gerechtigkeit! Du darfst und kannst vor ihn hintreten, du kleiner Mensch, und darfst ihn anreden aus aller deiner Torheit und Unaufrichtigkeit heraus: Ich will dir mein Herze schenken, Senke dich, mein Heil, hinein!7, und das will Gott tun, und du sollst und darfst über dich hinauswachsen und werden, was du eigentlich bist, ein Wesen, geschaffen nach seinem Bilde [vgl.
Du klagst über das Unrecht, das dir und anderen widerfährt, über die Aussichtslosigkeit so vieler guter und edler Bemühungen, über das Dunkel, das der Hochmut und die Selbstsucht der Menschen, die man doch nirgends deutlich fassen und haftbar machen kann, gerade jetzt in der Welt anrichtet, über die blinden Anklagen und Urteile, mit denen |321 immer ein Volk, ein Staat, eine Partei den anderen die Schuld zuschieben will und sie dadurch nur größer macht. Ja, das ist Ungerechtigkeit, die hoffnungslose Ungerechtigkeit der Welt. Aber von Gott aus gesehen gibt’s kein «hoffnungslos». Von Gott aus ist etwas Anderes zu erwarten. Bei ihm ist die Strafe alles Unrechts, der Erfolg aller guten Bemühungen, die Lösung aller Knäuel und Verwirrungen, die Stillung all dieser unruhigen, sich widersprechenden Menschengedanken bereits sicher. Seine Gerechtigkeit steht bevor und wird offenkundig werden. Das ist die Zukunft.
Und du fragst und klagst, ob das nicht am Ende ein blindes Schicksalsspiel sei und dein Leben mit seinen Wechselfällen die Laune eines Zufalls. Ja, ohne Gott ist das so: es gibt blinde Schicksalsmächte, es gibt tolle Zufälle, und ohne Gott werden wir von ihnen hin- und hergeschleudert, und unser Leben hat keinen Sinn. Aber dabei muß es nicht bleiben, denn das ist ja Ungerechtigkeit. Gott will Alles zurechtbringen. Gott will die Welt und will dich eben herausreißen aus dem sinnlosen Spiel fremder Mächte. Gottes Zukunft heißt Gerechtigkeit im tiefsten, umfassendsten Sinn. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben [
Nun aber noch etwas, entscheidend Wichtiges: Unser Textwort sagt: wir warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Das will sagen: ein neues Ganzes unseres Lebens, eine ganze neue Welt haben wir in Aussicht. Siehe, ich mache Alles neu [
322 Ach, was sind wir doch so schwachmütig und halben Herzens, als ob es gar nicht recht ernst sei mit dem, was wir zu erwarten haben. Ja, ohne Gott ist es freilich eine traurige Sache um unsere Hoffnung. Sieh, da sitzen wir und blicken so trübselig in unser Leben hinein und noch trübseliger in die böse Welt und schütteln den Kopf und sagen: ich hoffe nur noch eins, in den Himmel zu kommen, wenn ich einmal gestorben bin; wenn ich das nicht hätte, so wollte ich von allem gar nichts wissen. Das ist Glaube ohne Gott, Christentum ohne Gott, die so reden. Denn das ist doch nicht der große, der lebendige Gott, der uns seine Verheißung gegeben, der Gott, von dem du nur ein Paradiesgärtlein für dich jenseits des Grabes erwartest, nicht aber, daß er in dies dein jetziges Leben und in diese jetzige Welt der Menschen eingreifen könne mit seiner ganzen Macht und Pracht. Du mußt an den Gott glauben, der viel größer ist, als du jetzt denkst, erst dann glaubst du wirklich!
Und auch das geht doch einfach nicht, daß wir von Gott nur so ein bißchen Freude erwarten für den Sonntag mitten in einem langweiligen, betrüblichen Leben oder nur so ein bißchen Trost mitten in lauter traurigen, dunklen Erlebnissen oder nur so ein bißchen Erbauung mitten in einem Dasein, wo er gar nichts zu bauen hat, weil er gar nichts damit zu tun hat. Etwa so, wie die Kinder am Weihnachtsabend eben durchs Schlüsselloch gucken und ein kleines Strählchen aufnehmen vom Weihnachtsbaum; oder wie die armen Stadtleute in ihren Wohnungen in den wüsten Steinhaufen ein paar magere Pflänzlein pflanzen vor ihre Fenster, weil sie doch den Wald und die Felder nicht haben können. Was soll denn das? Meinst du, Gott sei ein so armseliger Gott, daß er uns ewig mit solchen Tröpflein seiner Herrlichkeit abspeisen wolle? Du mußt viel mehr von ihm erwarten. Du darfst dich nicht mit solchem Tröpfleinwesen zufrieden geben, wo ein ganzer Wasserfall zu haben wäre. Du mußt an den Gott glauben, der einen ganzen Reichtum von Barmherzigkeit und Güte bereit hat für dich und alle Kreatur. Dann erst glaubst du wirklich. Dann erst kannst du im Ernst sagen: ich weiß, woran ich glaube8 und warum ich glaube.
Und auch dabei darfst du wahrhaftig nicht stehen bleiben, daß du nur antwortest: ich arbeite ja doch und tue, was recht ist, und erfülle meine Pflicht und ertrage mein Leiden und hoffe, daß niemand sich über mich |323 beklagen kann, und mehr kann man nicht von mir verlangen. Nein, man kann nicht mehr von dir verlangen, aber du kannst und darfst mehr von Gott verlangen für deine Zukunft. Du brauchst nicht ein solches kleines, betrübtes, seufzendes Menschenwesen zu bleiben, dessen Dasein und Tun und Leiden eigentlich gar keinen Sinn hat. Du darfst erwarten, daß du die neue Welt zu sehen bekommst, in der Gerechtigkeit wohnt, daß sie bei dir einkehre mit all ihren Lichtern und Kräften in deine Haushaltung, in die Fabrik, in dein Krankenzimmer, und jetzt bekommt dein Dasein einen Sinn, und was du tust und leidest, das tust und leidest du als ein Kind Gottes und als ein guter Streiter Jesu Christi [vgl.
O, und nun wäre erst noch unendlich viel zu sagen über das, was in unserem Text das Warten heißt: wir warten … Sieh, das ist nicht ein totes, untätiges Abwarten und Passen auf den großen Zauberschlag, der vielleicht einmal kommen könnte. Nein, das ist ein großes Ergreifen und Nehmen und Auftun der Himmelstüren und Beschenktwerden und Sich-Freuen und Handeln und Wirken schon jetzt. Denn es ist ja ein Auf-Gott-Warten. Nicht ein Auf-spätere-Zeiten-Warten, sondern ein Auf-die-Ewigkeit-Warten, die geradeso gut jetzt und hier ist, wie sie einst sein wird. Warten des neuen Himmels und der neuen Erde, das heißt in seinem Herzen zu Gott sagen: ich kann und will es nicht mehr ohne dich machen, sondern mit dir, der du bist und sein wirst. Ich will kein aussichtsloses, zukunftsloses, hoffnungsloses Wesen mehr sein, sondern ich erwarte Alles von dir. Ich will zu der Ungerechtigkeit der Welt nicht mehr schweigen, sondern hinsehen auf die Gerechtigkeit, die du schaffst. Ich will mich nicht mehr zufrieden geben mit Teilerfolgen, Teilfreuden, Teiltrösten, sondern ich erhoffe Alles, Alles von dir. Ja, wer so zu Gott redet, der empfängt dann auch etwas.
Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan! [
- Nr. 41: «Wach auf, mein Herz, und singe» von
P. Gerhardt , Strophen 1-3.7.8 (= GERS [1952] 79,1-3.7.8 und EG 446,1-3.7.8 mit abweichendem Text) - Nr. 142: «Jesus Christus herrscht als König» von
Ph. Fr. Hiller , Strophen 1.4.11 (= GERS [1952] 336,1.6.11; EG 123,1.7.11)