Rudolf Bultmann an Karl Barth
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Nachdem nun mein Aufsatz über Ihr Buch erschienen ist1, wird es Zeit, daß ich Ihnen für Ihren Brief2
danke. Daß ich es nicht ausführlich tue, liegt z. T. daran, daß ich sehr mit
Arbeit überlastet bin, z. T. daran, daß ich mir eine mündliche Aussprache
wünsche, um mit Ihnen über
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das «Entweder-Oder-Denken» ins Reine zu kommen. Ich verstehe Sie in der Tat
nicht. Denn sofern das Entweder-Oder-Denken sich um die Reinheit der Begriffe
bemüht, darf ich es nicht preisgeben; daß die Reinheit der Begriffe die Sache
vergewaltigen kann und es oft tut, gebe ich zu, kann aber um deswillen die
Pflicht zur begrifflichen Klarheit nicht aufgeben. Ich denke, Sie wollen das
auch nicht, — aber dann muß der Punkt unseres Gegensatzes noch deutlicher
gemacht werden. — Auf Ihre Entgegnung über Glaube und Logos bin ich besonders
gespannt; dies scheint mir das Wichtigste zu sein, und hier
scheint mir die größte Gefahr für Sie zu liegen, was mir auch der feine Aufsatz
Ihres Bruders im