Gespräch im Salle du Consistoire in Genf
GESPRÄCH IM SALLE DU CONSISTOIRE IN GENF
Am 2. und 3. Oktober 1951 war
Ausgangspunkt der Abreden zu diesem Treffen waren Barths Absagen einer erneuten Teilnahme an den «
Das Treffen mit «einer kleinen Studiengruppe, die zu ihrem eigenen Nutzen die ‹Dogmatik› übersetzt»7, begann nach einem Mittagessen, an dem neben
An den verschiedenen Gesprächsteilen nahmen nach Barths Erinnerung je etwa 20 Theologen teil;11 insgesamt waren 40 Genfer Theologen anwesend, die alle zu dem nicht öffentlich angekündigten Tref|302fen persönlich eingeladen worden waren.12
Der allergrößte Teil des Gesprächs rief auch nach der Veröffentlichung des Protokolls keinerlei öffentliche Reaktionen hervor. Einzig diese Sätze Barths aus dem Abendgespräch führten zu einer ganzen Welle von Antworten und Protesten:
Die Welt ist voll von Lügen, und ich frage mich oft, was die schlimmsten Lügen sind. Man lügt auf beiden Seiten… Haben Sie nicht auch oft den Eindruck, dass wir genug haben von den Zeitungen? Sie lügen alle, alle… auch unsere lieben Schweizer Zeitungen… voll von Lügen. Man riecht etwas dahinter, vielleicht sind es die Dollars?!… Und natürlich gibt es die Propaganda des Ostens. Man kann sie nicht mehr lesen, auch nicht mit dem besten Willen, diese Leute zu verstehen. Sie lügen, und sie machen es auf eine viel rohere Art und Weise als die anderen; deshalb erkennt man es besser als bei allen anderen.16
Nachdem auch diese Aussagen in der Dezemberausgabe des «Bulletin» veröffentlicht worden waren, griff die Zeitschrift «
Eine Agenturmeldung der «
Barths Aussagen wurden anschließend in verschiedenen Zeitungen kritisiert. «
Der Chefredaktor der «
Auch der Geschäftsführer und der Präsident des Vereins der Schweizer Presse,
Verteidigt wurde Barth von
Die folgende Edition basiert auf dem von Senarclens in zwei Teilen veröffentlichten Gesprächsprotokoll,38 das hier in deutscher Übersetzung geboten wird.
Antworten von Karl Barth auf einige der ihm gestellten Fragen
Ich gestehe, dass ich mich in einer gewissen Schwierigkeit befinde, zu wissen, wo ich anfangen soll. Ich habe für den Anfang die Fragen 10, 11 und 13 ausgewählt – jedenfalls den ersten Teil von 13 –, weil in diesen drei ersten Fragen ein Wort erscheint, über das ich gestolpert bin und das ich zum Anfang ins Zentrum unserer Überle|307gungen stellen möchte, das Wort von der «Erneuerung der Kirche» («renouveau de l’Eglise»). Nachher werden wir über bestimmte Fragen des inneren Lebens der Kirche sprechen. Drittens über die Außenbeziehungen der Kirche; viertens über Fragen, die spezielle Punkte der Lehre betreffen; fünftens über Fragen zur Ethik; sechstens über einige persönliche Fragen.
Ich werde also mit den Fragen beginnen, die sich um die Erneuerung der Kirche drehen. Ich werde mir die Freiheit nehmen, mich beim Sprechen nicht exakt auf die Fragen zu beschränken, und mein Bestes geben, um sie zu beantworten…
Was verstehen wir unter «Erneuerung» der Kirche?41 Erinnern wir uns daran, dass die Kirche an sich selbst die Gegenwart und die Aktualität der großen Neuigkeit ist, der konkurrenzlosen und absolut einzigartigen Neuigkeit, dieser Neuigkeit, dass Gott in Jesus Christus mit uns und für uns ist, für uns Menschen, in Jesus Christus… Die große Neuigkeit… Wo es die Kirche gibt, gibt es diese Neuigkeit. Und zu jeder Zeit, unter allen Umständen, auch in allen Formen der Kirche ist diese Neuigkeit gegenwärtig und wirksam durch uns Christen. Wir haben danach nichts Neues mehr zu tun. Das ist der Anfang aller Erneuerungen… «Erneuerung», was kann das sein? – Die Erneuerung der Kirche ist die Tatsache einer neuen Erinnerung und einer neuen Erwartung des Herrn, denn die Kirche existiert in dieser Erinnerung und in dieser Erwartung… Die Gegenwart der Kirche inmitten dessen, was in Jesus Christus geschehen ist und geschehen wird. Eine neue Erinnerung, eine neue Erwartung, das wird immer eine neue Erwartung, eine neue Erkenntnis, eine neue Liebe, einen neuen Gehorsam der Christen bedeuten. «Neu» im Sinne von «Erneuerung» kann nur bedeuten: dass es eine klarere, fröhlichere, ernsthaftere Erinnerung und Erwartung |308 gibt als zuvor. «Erneuerung» ist also diese Bewegung, die in uns, unter uns, – in gewissem Sinne auch: durch uns – geschieht. Aber vergessen wir nicht: nicht durch uns bewirkt, nicht durch uns geschaffen, sondern bewirkt, geschaffen durch den Herrn, durch den Heiligen Geist selbst. Eine Erneuerung der Kirche zu wünschen, wird immer heißen, sich Jesus Christus selbst zu wünschen, sich seinen Geist zu wünschen. Und weil das in uns, unter uns, durch uns geschieht, wird das immer bedeuteten: eine Wiederaufnahme der Erforschung der Zeugnisse Christi, eine Wiederaufnahme der Arbeit in seinem Dienst, und besonders das Gebet, mit dem wir um seinen Geist bitten. Wenn wir von Erneuerung der Kirche sprechen, wenn wir sie uns wünschen, wenn wir versuchen, auf so etwas hinzuarbeiten, dann dürfen wir uns sozusagen kein Bild davon machen, was diese Erneuerung konkret bedeuten kann. Eine Erneuerung der Kirche wird zum Beispiel nicht notwendigerweise eine Steigerung der Achtung bedeuten, die die Kirche in ihrer Umgebung findet. Sie bedeutet nicht notwendigerweise, dass der Einfluss der Kirche in der Welt gesteigert wird. Vielleicht gibt es eine Erneuerung, in der Einfluss und Achtung der Kirche zwangsläufig abnehmen werden. Noch besser: Glauben wir nicht, dass eine Erneuerung der Kirche eine Steigerung der Zahl der Mitglieder bedeuten muss… Es gibt keine Stelle im Neuen Testament, wo gesagt ist, dass es immer eine Steigerung der Anzahl der Christen geben wird… Vielleicht muss und wird die Zahl der Christen immer kleiner werden… Stellen wir uns die Kirche nicht wie ein Unternehmen vor, wie einen Staat, der seine Kräfte steigert und sich in der Welt ausbreitet… Das ist nicht der Weg der Kirche… Gott kann Steigerungen und Ausbreitungen in allen Bedeutungen des Wortes geben, aber es kann auch sein, dass wir stark sind – und lernen müssen, es zu sein –, während wir sehr wenig Achtung und Einfluss in der Welt haben. Die Erneuerung der Kirche ist eine geistliche Sache, keine weltliche…
Aber ich komme jetzt auf die Frage 13 zurück:
Benötigt der Protestantismus nicht eine Transformation, die fast so radikal ist wie jene, die von den Reformatoren im 16. Jahrhundert herbeigeführt wurde? Ist er nicht in den meisten grundlegenden Punkten zur Situation der Kirche vor der Reformation zurückgekehrt: Seinsanalogie42, Verdienste, Institutionalismus, |309 usw. Steht er nicht in vielerlei Hinsicht näher bei der Lehre des
In der 13. Frage wurde das Wort «Erneuerung» mit dem Wort «Wiederausrichtung» bezeichnet.45 Wiederausrichtung zur Reformation hin, zur Bibel, hin zu den Wahrheiten und den Aufgaben, die denjenigen auferlegt werden, die Schüler der Reformatoren und der Schrift werden… Aber erinnern wir uns daran: Wenn diese Wiederausrichtung gleichbedeutend ist mit der Erneuerung der Kirche, mit einem Handeln des Heiligen Geistes, dann muss sie auf das Wort |310 Gottes hin und durch das Wort Gottes erfolgen. Eine solche Wiederausrichtung kann sich nicht auf eine Art Reaktion beschränken, auf einen Rückzug in irgendeine Vergangenheit, und wäre es die ruhmreiche Vergangenheit der Reformation! Vielleicht haben wir in diesen letzten gut 20 Jahren oft den Eindruck erweckt, wir seien Reaktionäre, Romantiker, die sich auf die guten Zeiten
Aber diese Bewegung wird auch eine Aktion in Richtung der Zukunft beinhalten. Nachdem die Lektionen, die zu lernen sind, gelernt sind, wird diese Wiederausrichtung einen Akt der Anwendung beinhalten, der neuen Anwendung, in der die gelernten Wahrheiten neue Formen annehmen werden. Eine Anwendung auf die Schwächen, auf die Krankheiten der Gegenwart, so wie wir sie spüren… Also wird die Wiederausrichtung notwendigerweise ein Akt des Suchens sein, des ununterbrochenen Suchens, weil die Wahrheit ewig ist. Die Suche nach einer neuen Form des Denkens, der Rede, des Handelns, wo wir |311 gleichzeitig gehorsam und frei sind, gleichzeitig gebunden durch die Vergangenheit, durch die Kirche, wie sie gelebt hat, durch die Gemeinschaft der Heiligen, und vollkommen frei. Deshalb ist die Sache der Gemeinschaft der Heiligen unsere Sache, für die Gegenwart und für die Zukunft.
So wird also «Erneuerung» der Kirche, «Wiederausrichtung» auf das Wort Gottes hin notwendigerweise etwas wie eine Offenbarung bedeuten. – Ich kann dieses Wort nicht vermeiden. – Es ist eine prophetische, eigenmächtige Offenbarung. Prophetisch, erforderlich gemacht durch das Wort selbst… Und weil wir Menschen sind, wird diese Erneuerung immer ihre Gefahren, ihre Versuchungen haben. Das ist ein Risiko, das wir eingehen müssen. Jeder Schritt, den wir in der Zukunft praktisch zu gehen wagen, wird immer ein Risiko sein. Man kann Fehler machen und sich dann verirren… Es gab schon oft Häresien… Aber man kann die Gefahren nicht vermeiden. Es braucht Mut, verbunden mit der vollkommensten Demut. Es ist nicht gut, dass die Christen immer vor etwas Angst haben. (Man befürchtet Gefahren, Missverständnisse…)
In der Frage 13 wird auf eine Bewegung der Wiederausrichtung angespielt, «die sich seit etwa 20 Jahren in der Mitte der Kirche abzeichnet».46 Ich habe mich gefragt: Hat sich in der Kirche wirklich |312 eine solche Wiederausrichtung abgezeichnet? oder nicht? … Bevor man ja dazu sagt, bevor man es feststellt, möchte ich, dass man darüber nachdenkt, dass andere vor uns in der Kirche gelebt haben, die ihr Leben vor uns, etwa vor 20 Jahren, in der Kirche gelebt haben… Und sie glaubten alle ebenfalls – diese Herren, die uns anschauen –, dass es eine Erneuerung der Kirche gibt… Und man ist beeindruckt, wenn man in diese Zeit zwischen der Reformation und unserer Zeit zurückgeht, in der es so viele Hoffnungen, Überzeugungen, Wiederausrichtungen gab… Schließlich sind wir nicht die ersten, die von Wiederausrichtung sprechen… Und erinnern wir uns: Es gibt gewiss Bewegungen der Wiederausrichtung «zum» Wort Gottes, die in kompletter Dunkelheit stattfinden, in der Stille. In irgendeiner Stadt oder irgendeinem Dorf, wo es Christen gibt; ein guter Pfarrer, der während 40 Jahren gearbeitet hat oder während 20 Jahren. Es gibt Erneuerungen der Kirche, die nur eine ganz kleine Zahl jener betreffen, die in der Kirche sind, und ich zweifle nicht, dass es eine große Zahl an Bewegungen der Wiederausrichtung gibt, die wir vielleicht nicht miterlebt haben, aber die einmal stattgefunden haben. Übertreiben wir also nicht, wenn wir glauben, dass wir uns in einer solchen Wiederausrichtung befänden. Bleiben wir bescheiden. Denken wir daran, was andernorts im Geheimen geschehen ist. …
Eine Bewegung der Wiederausrichtung, die sich «abzeichnet». Man muss davon, wie der Verfasser dieser Frage, mit dieser Bescheidenheit sprechen. Es ist ein Phänomen. Eine Erneuerung wird in einem Heimweh bestehen, in bestimmten Bestrebungen, in bestimmten Anstrengungen, die man leistet, um ein neues Leben einzuführen. Man gibt sich mehr Mühe in den Predigten; man schreibt Dogmatiken! und dann unternimmt man alle möglichen Versuche, wie das «
Wenn ich gefragt werde: Haben Sie Vertrauen in diese Erneuerung?, antworte ich: Nein, mein Herr! Ich richte mein Vertrauen allein auf Gott! Ich weiß, dass wir aufgerufen sind, für die Erneuerung der Kirche zu arbeiten. Wir sind nicht aufgerufen, Vertrauen in diese Erneuerung zu haben. Das funktioniert nicht! Leben wir, arbeiten wir, beten wir. Das ist alles, was wir tun können. Und dann werden wir vielleicht eher eine Erneuerung haben, wenn wir nichts davon wissen. Und das ist nicht unsere Sache. Es geschieht, wenn Gott es will, und wenn wir aufrichtig und geeint sind.
Was muss man tun, um im Sinne der vier Punkte, die Sie auf S. 559ff. in III/4 geben,48 an der Erneuerung der Kirche zu arbeiten?
In Frage 10 wird diese Vorstellung der Erneuerung auf vier Punkte in meiner Dogmatik bezogen. Ich würde nie sagen, dass die Erneuerung der Kirche nach diesen vier Punkten meiner Dogmatik erfolgen kann. Aber gehen wir, wenn Sie so wollen, davon aus, diese vier Punkte seien annäherungsweise richtig. Ich habe von vier Voraussetzungen gesprochen. Ich habe gesagt:49
1) Die Kirche muss als Volk Gottes verstanden werden und nicht als die Summe bestimmter Bevölkerungen. Man wird also weder von einer «Genfer Kirche» noch von einer «Deutschschweizer Kirche» sprechen können. Es gibt eine Kirche in
2) Die Kirche ist nicht identisch mit der Zahl derer, die einer be|314stimmten Institution beitreten, sondern die Kirche ist das lebendige Volk Gottes, das Volk, das aufgerufen ist, Gott zu folgen.
3) Die Kirche ist eine Gemeinschaft des Dienstes im Hinblick auf das Reich, das in Jesus Christus gekommen ist und kommt, und keine menschliche Unternehmung zur Pflege der moralischen Frömmigkeit oder zum Erreichen bestimmter menschlicher Ziele. Es geht um einen Dienst im Hinblick auf das Reich.
4) Die Kirche ist die Gemeinschaft (la communion) im gemeinsamen und allgemeinen Dienst aller ihrer Mitglieder, ohne dass dieser Dienst auf diejenigen Mitglieder beschränkt würde, die seiner würdig wären, und ohne dass jene beiseitegelassen würden, die für unwürdig gehalten würden. Denn wir sind alle unwürdig… Wir sind aufgerufen zu dienen. Es geht um einen Dienst ohne Beschränkung auf einen bestimmten Teil der Kirche, auf den Klerus, auf die Pfarrer, sondern um einen Dienst der ganzen Gemeinschaft.
Wie können wir uns für die Erneuerung der Kirche im Sinne dieser vier Punkte einsetzen? Man kann nichts tun. Man kann nur Kirche sein, jeder kann nur ein Glied der Kirche sein. Vielleicht wurden diese vier Punkte noch nicht verstanden. Vielleicht sind wir uns in diesen vier Punkten nicht einig… Vertiefen wir diesen Begriff der Kirche. – Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind… [
Die Geschichte der Kirche lehrt uns, dass bestimmte Gegenstände ihres Glaubens sich in der Liturgie äußerten, bevor sie zu einer theologischen Aussage (affirmation) wurden. Ist es daher gerechtfertigt, sich heute um eine Liturgiereform zu kümmern? Kann sie tatsächlich ihren Teil zu ihrer Erneuerung beitragen, oder kann sie nur eine Folge davon sein? Anders ausgedrückt: Ist die liturgische Bildung für die Erbauung der Kirche vorrangig?
Was die in dieser Frage aufgeworfene Alternative betrifft: Ergibt sich die Reform der Liturgie aus einer Erneuerung der Kirche, oder ist es umgekehrt?50 Gibt es eine Reform der Kirche und |315 dann eine Reform der Liturgie? Es kommt darauf an, was mit «Liturgie» gemeint ist. Die Liturgie ist das Gebet der Kirche, verstanden im weitesten Sinne. Es ist wahr, wie es der Verfasser der Frage sagt, dass die Theologie wahrscheinlich immer auf das Gebet der Kirche gefolgt ist… Aber man kann auch sagen: Da, wo die Kirche wirklich gebetet hat, hat sie auch gelehrt. Man kann das Handeln der Kirche nicht vom Gebet trennen. Aber vielleicht wäre es besser, nicht zu sagen: zuerst die Kirche und die Theologie, dann die Liturgie.
Die Erneuerung der Kirche wird, wo sie tatsächlich geschieht, immer identisch sein mit einer Reform oder einer Erneuerung der Liturgie oder des Gebets. Und umgekehrt wird es dort, wo es ein neues Ernstnehmen der Liturgie gibt, also des Gebets der Kirche, auch eine Erneuerung der Kirche geben…
Ich frage mich, ob wir zu beten verstehen. Ich beziehe mich nicht auf das, was in unseren Herzen vor sich geht, sondern auf das sonntägliche Gebet in unseren Kirchen. Es scheint, dass es zwei Möglichkeiten gibt, nämlich entweder das zu tun, was seit langer Zeit geschieht, besonders in den vom Réveil51 berührten Kirchen: Langes und sehr freies Gebet; auf der anderen Seite die Wiederentdeckung der christlichen Ursprünge… Eine Kirche, die sich in einer Erneuerung, in einer Wiederausrichtung auf das Wort Gottes hin befände – wäre sie etwa eine Kirche, die durch das Herz und durch den Mund eines frommen Pfarrers betet, oder wäre sie eine Kirche, die sich der Vergangenheit zuwendet, hin zu
Es gibt noch einen kleinen Punkt in Frage 13, den ich gerne beantworten möchte: «Unterstützt der
1.) Man akzeptiert den Fakt, dass es Kirchen gibt. – Man spricht vom «Panorama der Kirchen». – Es gibt die Orthodoxen, die Lutheraner usw. usw. Es ist eine große Menagerie… Sie sind alle da… Es ist von einer großen Schönheit, es ist interessant, diese verschiedenen Formen zu sehen. Überall geht es um Jesus Christus. Es ist notwendig, dass diese unterschiedlichen Arten sich treffen und sich die Hand geben. Man diskutiert, man lernt sich besser kennen. Aber es sind immer noch die Kirchen, wie sie sind, mit ihren Traditionen, mit ihren Liturgien. Man wird vergleichen… Ich gebe zu, dass mich das auch interessiert. Ich bin glücklich, dass diese Bewegung existiert, und ich würde nicht wollen, dass sie nicht existiert. Aber was hat die Erneuerung der Kirche mit diesen Gesprächen zu tun… Man ist durch diese existierenden Formen so sehr beschäftigt; sie sind so interessant, dass die Frage nach der Erneuerung, die Frage nach dem Heiligen Geist im Hintergrund bleibt…
Ich will mit diesem ersten Gesichtspunkt, der notwendig ist, nichts ins Lächerliche ziehen. Aber hier ist der zweite:
2.) Es könnte sich in diesen Gesprächen um die Entdeckung von Erneuerungen vielleicht lutherischer, methodistischer, calvinistischer Art handeln. Und dann könnte es sein, dass in der Begegnung dieser verschiedenen Erneuerungen der Kern einer Ökumene «von unten» (œcuménisme «de fond») entsteht, einer ernsthaften Ökumene… Der Austausch von Erfahrungen, nicht zwischen den Kirchen und ihren Bischöfen, ihren Präsidenten, sondern zwischen denen, die beunruhigt (troublés) sind, zwischen denen, die auf der Suche sind, zwischen denen, die nach der Zukunft streben… Wenn diese gemeinsame Begegnung und diese gemeinsame Entdeckung die Sache des
Ich kann also auf diese Frage keine endgültige Antwort geben. Ich werde mich hüten, Nein zu sagen… Ich würde vielleicht sagen: Er verhindert sie nicht! … Vor allem müsste man diese Ökumene «zweiten Grades» vermeiden, und ich denke, dass alle, auch Freund
Sie haben gesagt, dass es sich um eine Erneuerung handelt, um eine Bewegung, die uns mit der Vergangenheit verbindet und die uns für die Gegenwart frei macht… Ich möchte Sie fragen, wie sehr man die Philosophie, die gegenwärtige Zeit, die wissenschaftlichen Entdeckungen, die menschliche Stimmung einer Epoche berücksichtigen kann.
Die Philosophie oder die Philosophien jeder Epoche werden immer das intellektuelle Symbol für die Stimmung dieser Zeit, dieses Jahrhunderts oder dieses halben Jahrhunderts sein. Zweifellos ist zum Beispiel der Existenzialismus das Symbol der Stimmung unserer Zeit zwischen und nach den beiden Kriegen. Nun leben wir in diesem Zeitalter, auch wir, die Kirche… Und die Kirche hört, mehr oder weniger deutlich, die Dichter, die Literatur, die Zeitungen mehr oder weniger deutlich die Sprache des Existenzialismus sprechen. Und beachten Sie: Die Christen sind aus dieser Zeit; und ohne es zu wissen sind wir alle Existenzialisten, auch wenn wir keine einzige Zeile von
Könnte die Liturgie bei der Erneuerung nicht zum Gemeindeaufbau beitragen, indem sie ihr eine reichere Vorstellung vom Wort Gottes gibt, indem sie es durch das Anschauen (vue), durch den Tastsinn aufwertet? … Denn ist das Wort in unserer Welt nicht abgewertet?
Offen gesagt mag ich diese Argumentation nicht besonders. Das Wort ist abgewertet… Aber woher wissen wir das eigentlich? … Ich hätte gerne eine bessere Verteidigung der Liturgie als die von Ihnen Vorgetragene… Das Anschauen! … Im Wort Gottes geht es nicht um ein Anschauen! Es geht auch nicht etwa um ein Sehen, sondern um ein Hören… Das heißt, das «sichtbare Wort» könnten die Sakramente sein –
Der Brauch des Friedenskusses61 wird hier erwähnt.
Man wünscht sich, dass etwas geschieht… Vielleicht Friedensküsse… Aber nicht wahr, so kann man nicht denken; man möchte etwas tun, also sagt man sich: Lasst uns diesen Brauch einer früheren Liturgie wieder aufgreifen…
Aber diese Dinge müssen mit der Erneuerung der Kirche geboren werden, wir können nicht durch die Einführung dieser früheren Riten die Erneuerung der Kirche bewirken. In der Liturgischen Bewegung62 gibt es eine antikisierende Tendenz und eine Bewegung des Modernismus. (Wie zum Beispiel: dass es in der Kirche nicht nur «Kerzen» geben soll, sondern auch einen kleinen Brunnen… Oder eine Art der Prozession, weiß gekleidete Leute, die im Dunkeln gehen; dann zündet man eine Kerze an, danach weitere Kerzen, eine nach der anderen, bis jeder eine Kerze hat.63) Das Unsichtbare bleibt unsichtbar. Jesus Christus wird nicht umsonst der Logos genannt…
…wenn das Glaubensbekenntnis gelesen würde und die Gemeinden daran gewöhnt würden, es zu sprechen, würde der Kirche dann nicht wieder bewusst werden, dass es notwendig ist, seinen Glauben zu bekennen?
…die große Reform, die ich gerne einführen können möchte, bestünde darin, dass unsere Gemeinden mit lauter Stimme zu singen lernen! In
Sie haben gesagt: «Die wahre Kirche existiert immer am Rande der Häresie». Inwieweit kann die Häresie der Erneuerung nützlich sein?
Das ist ein Text65, der den Kirchenvätern gefiel, weil sie über die Häresien nachgedacht haben. Ihre Antwort war, dass Gott sich der Häresien bedient, um die Kirche zu provozieren, damit sie reagiert. Ohne sie würde die Kirche nicht vorankommen.
… Ich glaube, dass es tatsächlich diese zwei Seiten der Ökumene gibt. Es gibt die eine Seite, die man als oberflächliche Ökumene bezeichnen kann. Es ist hilfreich für die Kirchen, sich gegenseitig zu entdecken, zusammenzuarbeiten, einen gemeinsamen Glauben zu haben, sich gegenseitig zu unterstützen. Das bleibt eine oberflächliche Ökumene, und die große Gefahr besteht darin, dass es Leute gibt, die wollen, dass die Ökumene nicht weiter geht.
321 Aber ich würde gerne hinzufügen, dass die Ökumene nicht in einer angemessenen Weise beschrieben wird, wenn man nur diese Seite berücksichtigt. Ich denke an all das, was durch das
Bezeichnend für die gegenwärtige Situation scheint mir die Spannung zu sein, die zwischen den beiden Ökumenen existiert; eine analoge Spannung zu jener, die zwischen der offiziellen und der erneuerten Kirche besteht. … In diesem Punkt bin ich nicht einverstanden mit
Mein Freund
Das christliche Leben verläuft zwischen Taufe und Abendmahl. Während die christlichen Gemeinschaften über das Abendmahl radikal gespalten sind, sind sie in erstaunlicher Weise einig, was die Taufe betrifft (die beim Übertritt von einer Gemeinschaft in die andere nicht wiederholt wird). Unter diesen Bedingungen findet die Trennung der Christenheit statt, während man bereits in der Kirche ist. Diese Trennung findet in der Mitte der Kirche statt, und nicht, bevor man dort ist.
Sollte man daher – unter anderem – heute mehr den Aspekt der Kontinuität als den Aspekt des Bruchs betonen, wenn man über die Reformation des 16. Jahrhunderts spricht?
Um diese Frage zu beantworten, muss ich etwas zu dieser Unterscheidung zwischen der Taufe und dem Prinzip der Einheit auf der einen und der Spaltung bezüglich der Zulassung zum Abendmahl auf der anderen Seite bemerken.72 Ich kann nicht sagen, dass diese Voraussetzungen bezüglich der Taufe und des Abendmahls für mich sehr überzeugend sind. Ich kann nicht der Meinung sein, dass die christlichen Gemeinschaften in grundsätzlicher Weise durch das Abendmahl gespalten seien, weil es nicht überall Interkommunion |323 gibt, und dass sie andererseits in erstaunlicher Weise vereint seien in der Frage der Taufe. Die Taufe… Es gibt einen Haufen verschiedener Auffassungen der Taufe… Ich könnte also diese Frage nicht an der Vorstellung der Taufe und des Abendmahls «aufhängen» (anbinden). Das Wichtige ist hier die Vorstellung der Kontinuität und des Bruchs. Der Verfasser [der Frage] hat Recht, und ich stimme ihm zu, wenn er sagt, dass die Trennung innerhalb der Kirche geschieht. Aber die Sache ist nicht so einfach. Jede Trennung enthält mindestens die Gefahr, mindestens die Bedrohung einer Trennung nicht nur innerhalb der Kirche, sondern vom Innersten der Kirche.73 Man kann nicht prinzipiell oder allgemein sagen, wo die Grenze liegt. Doch hier stellt sich das Problem einer Trennung, das heißt eines Schismas. Das Schisma kann die Häresie enthalten. Wo es diese Häresie gibt, gibt es die Möglichkeit einer Trennung nicht nur innerhalb der Kirche, sondern auch von der Kirche. Und das ist die Frage, die sich immer zwischen der Kirche von Rom und der unseren stellt, und mehr oder weniger auch zwischen den geteilten Kirchen. Diese Spaltung ist eine ernste Sache, da sie diese Frage stellt: Seid ihr, die anderen, Kirche? Vielleicht hat – und zwar sogar in der Kirche von Rom, unsere Reformatoren haben es festgestellt – die Kirche nicht zu existieren aufgehört? Aber in der Kirche von Rom gibt es ein Element des Götzendienstes, des Heidentums, des Antichristentums. Diese Frage kann nicht weggelassen werden, wo immer es diese Trennung gibt. Also stellt sich diese Alternative: Kontinuität oder Bruch, immer wieder neu. Sie stellt sich sogar in unseren Kirchen, sogar in unserer reformierten Kirche. Es kann hier eine Trennung von der Kirche geben, sogar im Inneren der Kirche. Wir können nicht sicher sein, ob es nicht in unseren Kirchen reines Heidentum gibt…
Aber die Kirche ist ein lebendiges Wesen, so dass sie auch in diesen Trennungen weiter bestehen kann, und die Situation kann sich verändern, in glücklicher und auch in unglücklicher Weise. Da, wo es Kirche gab, kann sie plötzlich aufhören zu existieren… Man muss also immer mit beiden Möglichkeiten rechnen. Man muss, um in einer Kirche mit den anderen getrennten Kirchen zu leben, Verzweiflung |324 auf der einen Seite und Illusionen auf der anderen Seite vermeiden. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir in der Mitte der Kirche leben. Die Kirche lebt in der Gefahr, nicht mehr Kirche zu sein. Aber es gibt keinen Grund zur Verzweiflung, weil man dann am Herrn verzweifeln müsste…
… Die Reformatoren hatten den Anspruch, nicht eine neue Kirche zu sein, sondern die wahre Kirche. Aber dieser Anspruch ist ein fast noch schwerwiegenderer Bruch, vom Moment an, in dem wir nicht nur eine neue Form der Kirche sein möchten… Wenn wir sagen, dass man ein neuer Zweig des Baumes ist…, während die römische Kirche einer dieser Zweige bleibt, ist die Kontinuität sehr einfach… Aber wenn wir beanspruchen, dass wir der Baum sind, wo ist da die Kontinuität? Die Reformatoren hatten nicht den Anspruch, dass die römische Kirche ein Zweig ist, sondern ein abgeschnittener Zweig, daher ist ihre Vorstellung die eines Bruchs…
Dazu ist noch die Proklamation des Dogmas von Mariä Himmelfahrt gekommen,74 die für mich ein Schock gewesen ist. Ich habe mir gesagt: Wo sind wir eigentlich? Ist das hier nicht ein irreparabler Bruch…?
Was bedeutet Toleranz, Respekt vor der Freiheit in der Kirche? Welche Haltung soll man gegenüber den «Liberalen» einnehmen? Sie warnen stark vor dem Schisma ([KD] III/4, S. 567). Wie sollten wir uns in der Kirchenpolitik verhalten? Sollte Parteipolitik betrieben werden (um Stellen wieder zu besetzen, für eine Mehrheit in den Leitungsorganen der Kirche usw.)? Gibt es an diesem Punkt einen Unterschied zwischen Ihnen und
Wie ist das Wort des
Toleranz, Achtung der Freiheit in der Kirche76… Sie ist möglich, und nicht nur möglich, sie ist notwendig, sie ist geboten… Wo wir einander finden in dem, was ich heute in meiner Antwort Erkenntnis, Liebe und Gehorsam Jesus Christus gegenüber genannt habe; da, wo man sich als Glieder desselben Leibes erkennt, mit den Unterschieden der Glieder (Unterschied der geistigen Gaben, der Aufgaben – ich sage nicht der menschlichen Neigungen –, der Pflichten). Es gibt in der Kirche viele Möglichkeiten der legitimen, und ich würde sogar sagen: der notwendigen Unterschiede. In diesem Zentrum, wo man in jedem der verschiedenen Glieder das Oberhaupt wiederfindet, wo man im Nächsten den anderen Christen wiederfindet, Christus selbst, seine Botschaft, seinen Geist, da ist die Toleranz selbstverständlich! Aber sie ist zweifellos nicht einfach, denn es gibt oft sehr seltsame Tendenzen unter den Gliedern des Leibes! … Ich erinnere Sie an die Kapitel 12 bis 14 des 1. Korintherbriefs… In der Kirche ist diese Toleranz geboten.
Aber jetzt geht es um die «Liberalen»77… Hier sind andere Fragen zu stellen. Es gibt Liberale und Liberale. Es ist nicht so einfach. Was ist ein Liberaler? Es gibt davon verschiedene Sorten, und es wäre vielleicht klug, eine Kategorie nicht als solche zu beurteilen. Aber offensichtlich gibt es, wenn sich jemand als Liberaler bezeichnet, Gründe, «Verdacht» zu schöpfen, aber keinen Grund zu sagen, Toleranz habe nichts damit zu tun… Eine andere Frage: Wissen Sie, es gibt einen |326 Liberalen in jedem von uns! In mir auf jeden Fall! … Und wenn man diesen Liberalen im schlechten Sinne des Wortes kennt, das heißt in sich selbst, dann bekämpft man ihn… Aber bekämpfen wir ihn zunächst in uns selbst. Dann wird es nicht mehr interessant sein, den Pfarrer Soundso zu bekämpfen; es wird derjenige in uns selbst sein, gegen den zu kämpfen interessant ist…
Eine weitere Frage vorab: Es gab sicherlich einen Liberalismus und Liberale in der Kirche im 17. Jahrhundert, die Gott benutzte, um vielleicht einfach die Sünden der Orthodoxie zu bestrafen. Man entdeckt Situationen, wo man sich sagt: Es ist eindeutig notwendig, dass es Liberalismus gegeben hat. In den gleichen Situationen des 17. oder 18. Jahrhunderts wären wir Liberale gewesen… Gott hat sich des Liberalismus bedient, um die Kirche zu einer gewissen Bescheidenheit zu rufen, um gewisse notwendige Korrekturen vorzunehmen… Auf jeden Fall gab es immer Liberale und Liberalismus unter uns und unter jenen, die sich überall Reformierte Kirche nennen, und es wird sie immer geben, wenn man nicht mehr erkennt, dass es in ihr um Jesus Christus geht. – Es geht nicht um bestimmte Formulierungen und Verneinungen, sondern um den Moment, in dem man schlicht einem fremden Geist gegenübersteht, in dem man sich sagt: Wenn das, was da gepredigt wird, was gepredigt und gelesen wird, wenn das die Kirche sein sollte, dann bin ich nicht mehr von dieser Kirche. Insoweit ich Jesus Christus zu kennen glaube, bin ich von dieser liberalen Kirche getrennt. Ich kann nicht erkennen, dass das guter Same ist. Ich kann das nur als Unkraut erkennen [vgl.
Könnte es nicht, um den Liberalismus zu verhindern, die Annahme eines Glaubensbekenntnisses geben, mindestens durch die Pfarrer?
Ich wünschte, wir hätten Kirchen, die ein Glaubensbekenntnis haben. Das Bekenntnis wird kommen, wenn wir gute Bekenner haben, und wir müssen zur bekennenden Kirche werden. Wir müssen damit beginnen, bekennende Kirche zu werden, denn die Kirche als solche ist zweideutig, wie die Ökumene. Sie nennt sich Kirche, Leib Christi. Ist das, was sich Kirche nennt, vielleicht nicht mehr als eine Gelegenheit zu predigen, an Jesus Christus zu glauben? Vielleicht ist das, was wir Kirche nennen, sogar nur ein Dach; und unter diesem Dach muss die wahre Kirche entstehen. Und es kann geschehen, dass das, was wir Kirche nennen, identisch mit der wahren Kirche wird, eine bekennende Kirche, die auch ein Glaubensbekenntnis haben wird… Man kann durch das Bekenntnis nichts suggerieren. Man kann nicht sagen: Hier ist das Bekenntnis, ihr müsst es annehmen. Man muss mit Anderen leben und darauf hoffen, dass unser Bekenntnis sie überzeugt. Alles, was wir können, ist bezeugen. Das muss getan werden; versuchen wir, es zu tun; und sie werden laut schreien. Aber es kann auch sein, dass dieses Zeugnis sie erreicht. Das ist der Weg in Richtung einer Kirche, die ein Bekenntnis hat.
Finden Sie es auch bedauerlich, dass das Bekenntnis aufgegeben wurde?
Ich finde nicht bedauerlich, dass das Helvetische Bekenntnis aufgegeben wurde.78 Faktisch war es ja schon aufgegeben, als es |329 aufgehoben wurde. Gewiss ist der Stand der Dinge, den wir jetzt haben, bedauerlich. Wir haben Kirchen, und niemand weiß genau, was sie wollen, was ihr Zeugnis ist. Aber statt für ein Bekenntnis zu kämpfen, würde ich lieber das gute Bekenntnis in dieser Kirche, so, wie sie ist, verkündigen.
Man kann nicht zurückkehren und das erzwingen, was gewesen ist. Aber es ist bedauerlich, Kirchen zu haben, in die jeder kommen kann, wenn er nur aufrichtig und ehrlich ist.
Man kann unsere offiziellen Kirchen nicht Kirchen Jesu Christi nennen. Es sind Gebäude, unter deren Dach das Evangelium von Jesus Christus verkündigt werden kann. Tun wir unser Bestes… Tun wir unser Bestes, um diese Leere zu füllen…
Gab es je eine Epoche der Kirche, in der wir eine gute Kirchenzucht hatten, sogar zur Zeit
[Unterbrechung des Gesprächs; Fortsetzung am Abend des 2. Oktober 1951, 20.30 Uhr]
Ich habe heute Nachmittag versucht, einige Fragen zu beantworten, zunächst zur Erneuerung der Kirche und dann zum inneren Leben der Kirche. Heute Abend wird es um die äußeren Beziehungen der Kirche gehen.
Aber zuerst gibt es, was die Frage 13 betrifft, noch ein letztes Element, mit dem ich mich noch nicht beschäftigt habe:
«Wie ist es zu erklären, dass der Katholizismus, trotz seiner natürlichen Theologie, christozentrischer geblieben ist als der Neuprotestantismus?»
Es scheint mir, dass der fundamentale Fehler dieser beiden Tendenzen derselbe ist.79
Was kann der Beitrag der reformierten Kirchen im ökumenischen Dialog sein?
Lassen Sie mich mit der Feststellung zu beginnen, dass ich diesen Begriff des «Beitrags» der Kirchen nicht besonders mag, besonders nicht, wenn es sich um die Kirche handelt, der ich angehöre!80 … Ich verstehe den Sinn dieses Wortes. Aber es scheint mir, als müssten es die Anderen sein, die zu uns über den «Beitrag» der reformierten Kirche reden, und niemals wir selbst… In den ökumenischen Diskussionen ist es nie ein guter Moment, wenn man beginnt, die Herrlichkeiten der eigenen Konfession hinzustellen und zu beschreiben und den Anderen sagt: Das sind die schönen Dinge, die wir mitzubringen haben. Im ökumenischen Dialog mag ich das Zuhören lieber als das Mitbringen…
Kurz und gut, nehmen wir an, dass diese Frage angebrachter ist, als es tatsächlich der Fall ist… Wenn wir die Anderen fragen, was sie interessiert oder was sie schockiert, wenn sie uns treffen, uns Reformierte, was sie bei uns kritikwürdig finden, gibt es eine Reihe von Punkten, die festgestellt werden. Ich werde sie benennen und dabei für jeden Punkt sagen, wie wir ihn verstehen sollten, ohne in unserer reformierten Tradition zu verharren, sondern indem wir sie sogleich durch die Teile an Wahrheit korrigieren, die die Anderen zu verteidigen haben… Es gab so viele Konferenzen zu diesem Thema… Zum Beispiel in der
Ein letztes Element als Beispiel: Eine Bemerkung, die man von Seiten der anderen Kirchen an uns richtet, auch ein Vorwurf, ist, dass wir gehorsam sind, wir Reformierten: «Sie wissen, was Gehorsam ist!», sagt man. Andere sagen: «Sie sind Legalisten!»
Gehorsam, und auf der anderen Seite das Gesetz… Diejenigen, die uns für Legalisten hielten, hatten nicht immer Unrecht, wenn sie das sagten. Auf der anderen Seite wurde dieser Gehorsam durch die Historiker bewundert… Ja, das Gesetz, das Gebot, der Gehorsam sind wichtig, vorausgesetzt, wir verstehen, dass es nur ein Gesetz, nur eine Autorität gibt, die uns beherrschen kann und muss, und dieses Gesetz ist nicht das, was man gewöhnlich Gesetz nennt. Im Gegenteil, es ist das Evangelium. Gehorchen, nicht etwa einem finstern Willen, sondern der Gnade Gottes gehorchen: Das ist christlicher Gehorsam!
Gehorchen, nicht indem man einen Akt der Unterwerfung erfüllt – ja, es ist eine Unterwerfung, wenn [Sie] so wollen –, sondern es ist ein Gehorsam, der mit der Freiheit identisch ist. Das ist das gute Gesetz, das uns den Gehorsam der Freiheit gebietet: Es ist das Evangelium, es sind die Zehn Gebote, nicht im jüdischen Sinn, sondern verstanden im Sinn des Gnadenbundes – ebenso die Bergpredigt. Das Gesetz der guten Nachricht, das Gesetz, das uns eine Erlaubnis gibt, das ist das Gesetz, das uns wirklich «verpflichtet».
Wir müssen unsere Situation als Reformierte akzeptieren und unseren Beitrag leisten. Im ökumenischen Dialog wird dieser Beitrag schon durch den Beitrag der Anderen korrigiert, und ich glaube, dass wir in diesem Sinne wirklich gute Calvinisten, authentische Reformierte sein sollten. Aber um das zu sein, müssen wir uns von vielen Grenzen unserer reformierten Tradition als solcher freimachen…
Man spricht viel über ein Handeln der Kirche zugunsten des Friedens. Was müsste Ihrer Meinung nach dieses Handeln sein? Ist nicht der erste Dienst der Kirche für den Frieden, dass sie ihre eigenen |334 Angelegenheiten in Ordnung bringt? Dann, dass sie auf die Errichtung von gerechteren Lebensbedingungen hinwirkt? Schließlich, dass sie durch ihre Predigt ein wenig Licht in die Dunkelheit aller Propaganda wirft?
Die drei Punkte dieser Frage sind gut, und ich kann ihnen zustimmen… Lassen Sie mich vielleicht dasselbe etwas anders sagen.85 Ich würde sagen:
Es gibt sicherlich eine Möglichkeit der Kirche, sich für den Frieden einzusetzen. Sie würde darin bestehen:
1.) In erster Linie in der Bemühung der Kirche, sich immer zu erneuern, um ganz einfach Kirche zu sein, die Kirche Jesu Christi und nichts anderes. Denn ich frage mich, ob es in der heutigen Welt neben der Kirche noch eine andere dritte Kraft gibt… Wenn es eine gibt, dann kann es nur die Kirche sein. Es ist extrem schwer, etwas über ihr Handeln und über ihren genauen Ort zu sagen. Aber wenn es einen Punkt gibt, wo sich diese beiden gegensätzlichen Kräfte, diese beiden Welten, die wir heute haben, treffen könnten, wenn es einen Ort über dem Getümmel gibt, dann könnte das wahrscheinlich die Kirche sein. Und nur sie… Denn ich sehe keinen anderen Ort der Begegnung zwischen diesen beiden Welten. Aber damit das so ist, muss sie Kirche sein, und nichts anderes. Eine Kirche, die mit einer Nation, mit dieser oder jene Kultur, mit dieser oder jener Zivilisation, mit dieser oder jener Ideologie verbunden ist, kann dem Frieden nicht dienen… es ist unmöglich… Sie würde das tun, was viele Kirchen im Osten und im Westen tun – denn die im Westen tun es leider auch –: sie würde Partei ergreifen. Sie würde einen kalten Krieg führen, aber einen Krieg. Und was in erster Linie helfen kann, ist die Vorstellung einer freien, wirklich nach allen Seiten freien Kirche. Diese Freiheit kann nur mit Gehorsam koexistieren, und dieser Gehorsam bedeutet Gehorsam allein gegenüber Jesus Christus.
2.) Die Kirche soll also die Kirche Gottes sein, der der Herrscher ist über den Westen und den Osten, der Gott der Demokraten wie auch der Kommunisten. Abgesehen davon kann die Kirche die einzigartige |335 Bedeutung des Menschen als solchen nicht genug betonen. Der Mensch und nicht die Dinge oder die Ideen… Ganz einfach der Mensch. Die Welt ist nun zerrissen durch die Herrschaft der Dinge: Geld, Kapital, die Herrschaft bestimmter gigantischer Ideen, so wie jene des Ostens, des Kommunismus… Und wo ist da der Mensch in der Mitte? Was haben sie in
Die Aufgabe der Kirche ist es, mit lauter Stimme zu sagen, dass der Mensch wichtiger ist als die Dinge und die Ideen; alle Güter der Welt, alle Wahrheiten der Welt wiegen nicht das Leben eines Menschen auf, eines einzigen Menschen, eines kleinen Kindes. Das ist es, was man vergisst, und vielleicht hat man es niemals richtig gewusst! Die Kirche Jesu Christi ist die Kirche Gottes – des wahren Gottes, und des Menschen – des wahren Menschen, und muss die Würde des Menschen verkünden, von der man so oft gesprochen hat, ohne zu wissen, was man sagt.
3) Ja, die Propaganda, die von den Götzendiensten ausgeht… Es ist seltsam: in einer materialistischen Welt, westlich und östlich, sind es die Götzendienste, die sich gegenseitig bekriegen! … Und jetzt müsste die Kirche gegen die Ideen den Logos verkünden – nicht eine -logie –, das Wort der Wahrheit. Die Welt ist voll von Lügen, und ich frage mich oft, was die schlimmsten Lügen sind. Man lügt auf beiden Seiten… Haben Sie nicht auch oft den Eindruck, dass wir genug haben von den Zeitungen? Sie lügen alle, alle…, auch unsere lieben Schweizer Zeitungen…, voll von Lügen. Man riecht etwas dahinter, vielleicht sind es die Dollars?! … Und natürlich gibt es die Propaganda des Ostens.87 Man kann sie nicht mehr lesen, auch nicht mit dem besten Willen, diese Leute zu verstehen. Sie lügen, und sie machen es auf eine viel rohere Art und Weise als die anderen; deshalb erkennt man es besser als bei allen anderen.
336 Gegenüber diesem Ozean von Lügen sollten wir die Wahrheit vertreten, dass zwei und zwei nicht fünf macht, sondern vier… Von allen Kanzeln unserer Kirchen müsste das verkündet werden, auf dass wir wieder einfach werden, fern von allen westlichen und östlichen Phantasien… Möge die Kirche ehrlich sein. Vielleicht hat es im christlichen Denken derzeit immer etwas «Unehrliches», Unanständiges, wo es an Einfachheit fehlt, am einfachen Akzeptieren der Gegenwart Gottes, der extremen Bedeutung des Menschen, des Nächsten… Stattdessen machen wir immer wieder Nuancierungen. Ich habe eine inständige Bitte an die Ökumene: seid einfacher, weniger diplomatisch, christlicher, direkter! Ihr seid künstlich. Seid weniger diplomatisch. Die Kirche sollte nicht diplomatisch sein, sie müsste klar sein, denn Klarheit ist Frieden. Wir haben eine sehr klare und einfache Botschaft, und das könnte unser christlicher Beitrag zum Frieden sein. Natürlich werden wir uns in diesem Fall nicht den sogenannten Friedensbewegungen anschließen können. Die Kirche hat anderes zu tun.
[Unterbrechung des Gesprächs; Fortsetzung am 3. Oktober 1951, 8 Uhr]
Die biblische Anthropologie zeigt uns einen Menschen mit einer psychischen Struktur (σώμα, νοῦς, σάρξ, πνεῦμα usw.), die sich radikal von der unterscheidet, von der die klassische Psychologie berichtet, die auf einer geschichteten Vorstellung von Körper, Seele und Geist beruht, die platonischen Ursprungs ist. Was ist die Konsequenz dieses Unterschieds für die Beschäftigung mit der Psychologie aus christlicher Sicht? Ist eine experimentelle Methode denkbar, die diesen Unterschied berücksichtigt und nach einer neuen Orientierung sucht? Oder spricht die biblische Offenbarung nur zum neuen Menschen, der glaubt, was er ist, außerhalb von experimentellen Phänomenen?
Diese Frage verwirrt mich ein wenig.88 Sicherlich gibt es eine Anthropologie, die gleichzeitig einfach und komplex ist, und die |337 uns den Menschen in seiner Ganzheit verstehen lässt. (III/2).89 Was können die Konsequenzen dieser Anthropologie für die Beschäftigung mit der Psychologie sein? Ich glaube, es ist nicht unsere Aufgabe, das zu sagen; es wäre eher Sache eines Psychologen, diese Konsequenzen zu ziehen.
Gewiss sprechen diese biblischen Offenbarungen nicht nur vom neuen Menschen, sondern vom Menschen, wie er ist. Auf den ersten Blick kann es dort also einen möglichen Dialog mit der Psychologie geben.
Man fragt mich, in welchem Maße die Psychologie diese biblischen Gegebenheiten (données) berücksichtigen könnte. Meiner Ansicht nach bestünde das darin, dass man akzeptierte, eine Leerstelle für die Gegebenheiten des Heiligen Geistes zu lassen: in einem Wort, die Frage nach dem Sein des Menschen offen zu lassen.
Stellt der Band III/3 nicht in gewissem Maße eine Beschränkung, ein Korrektiv des klassischen Dogmas der Schöpfung ex nihilo90 dar?
Welche Beziehung besteht zwischen dem «Nichtigen» und dem «Bösen»?91
Ist es Absicht, dass B[arth] bei der Behandlung des Nichtigen den biblischen Ausdruck der ewigen Qualen nicht erwähnt? Ist damit eine zufriedenstellende Antwort gegeben, dass man sagt, die ewigen Qualen seien schlicht Teil dessen, was Gott verworfen hat, dessen, was Gott zurückgestoßen hat, nicht gewählt hat, nicht gewollt hat?
Man fragt mich, ob ich gemäß dem Band III/3 meiner Dogmatik eine Beschränkung des klassischen Dogmas der Schöpfung ex nihilo eingeführt habe. Ich antworte:92 In einem gewissen Sinne |338 schon, denn die Schöpfung ex nihilo könnte nur eine Spekulation sein, mit der andere Spekulationen bekämpft werden (Monismus und Dualismus93). Ebenfalls in Bezug auf meinen Band III/3 fragt man mich, welche Beziehung ich zwischen «dem Nichtigen» und «dem Bösen» festlege. Der Ausdruck «das Nichtige» impliziert ein Urteil; er bedeutet nicht nur «das Nichts» (le rien), sondern – wenn Sie mir dieses Wortspiel erlauben: «das Nichtsnutzige» (le vaurien). Ich verstehe unter dem «Nichtigen» das Böse in all seinen Formen, was die alten Theologen «das malum physicum», «das malum morale» und «den Tod» genannt haben.94
Im selben Kontext fragt man mich nach Präzisierungen zu den ewigen Qualen. Das ist ein Thema, das ich im Text über die Versöhnung behandeln sollte. Lassen Sie uns hier einfach sagen, dass die ewigen Qualen nur die physische Form der Sünde sind, aber als solche sind sie Teil von dem, was Gott verworfen, zurückgestoßen hat. Erinnern wir uns immer daran, dass Jesus die ewigen Qualen an unserer Stelle erlitten hat. Es steht fest, dass die Hölle in der alten Kirche und sogar zur Zeit der Reformation als eine von Jesus Christus unabhängige Wirklichkeit verstanden wurde. Was man über sie sagte, spiegelte gewissermaßen nur das Elend jener Zeit wider.
Bei all dem haben wir nur einen Ausweg: die Rückkehr zum Kreuz. Es ist Gott, der gerichtet hat und der richtet, aber so, dass sein Gericht auf
Enthält das Sakrament mehr oder etwas anderes als das gepredigte Wort? Wenn ja, was? Wenn nein, warum ist es noch notwendig?
Das ist die Frage nach der Beziehung zwischen dem Wort und den Sakramenten.95 Ich verweise hier auf meinen Band I/2, in dem ich zu zeigen versucht habe, dass das Sakrament das Wort unter der Form einer sichtbaren Handlung ist, das Wort im Vollzug. Es zeigt uns, dass der Mensch eine Ganzheit ist und dass Gott sich nicht nur an seinen Verstand richtet. Ich würde also sagen, dass das Sakrament nicht mehr oder etwas anderes als das Wort enthält, sondern dasselbe in einer anderen Form. Es bezeugt, dass der Glaube nicht nur eine Sache des Denkens ist.
Ich bin allerdings mit dieser Antwort nicht völlig zufrieden. Sie wissen vielleicht, dass mein Sohn
Es ist mir im Moment unmöglich zu sagen, ob mein Sohn Recht hat. Mit der Behauptung, dass Taufe und Abendmahl Ausdruck des gehorsamen Gebets und der christlichen Ethik seien, endet Markus Barth jedenfalls bei einem übersteigerten Zwinglianismus. Man kann bezüglich dieser Arbeit von einer wahrhaftigen Entmythologisierung98 der Taufe und des Abendmahls sprechen.
Sind Sie mit Cullmanns99 Unterscheidung zwischen der Herrschaft Christi und der Herrschaft Gottes einverstanden?]100
Man fragt mich, ob ich mit Herrn
Muss die Theologie eine Ontologie enthalten?102
Man stellt mir diese Frage, weil man mir vorwirft, bei mir fehle eine Ontologie. Hier protestiere ich, denn was ich zu tun versuche, ist gute Ontologie zu betreiben. Die biblische Exegese an sich ist eine Ontologie. Gott hat sich so offenbart, wie er ist, und wir versuchen, uns darüber klar zu werden. Nach dem Neuen Testament gibt es ein Gottesbild, das all unsere Theologie bestimmt. Gott ist Mensch geworden, und es kann keine bessere Ontologie geben als diese gute Nachricht.
Unabhängig vom fleischgewordenen Worte Gottes eine Ontologie betreiben zu wollen, heißt in einem statischen System zu enden, heißt vom Heiligen Geist so zu sprechen, dass wir ihn nicht mehr brauchen.
Welchen Platz haben die nicht-christlichen Religionen im Verhältnis zur Offenbarung? (siehe Band I/2)103
Stellen wir gleich klar, dass es keine abstrakte Anthropologie gibt, die den von Gott getrennten Menschen beschreiben würde. Jeder Mensch steht in Beziehung zu Gott. Alle Religionen, einschließlich des Christentums, sind ein notwendiger Ausdruck der menschlichen Natur, die untrennbar mit Gott verbunden ist. Aber diese Natur wird durch die Sünde korrumpiert, so dass der Mensch als solcher auf der religiösen Ebene immer dem Götzendienst und seiner eigenen Gerechtigkeit verfallen wird. Der grundlegende Charakter der Religion besteht darin, dass der Mensch sich einen Gott nach seinem Bilde macht und versucht, diesem Gott zu genügen. Er kommt aus diesem Teufelskreis nicht heraus. Aber das Geheimnis der Offenbarung bedeutet: Dieser Teufelskreis ist durchbrochen. In diesem Sinne ist auch die christliche Religion, als Phänomen betrachtet, Heidentum. Aber die Offenbarung stellt uns vor den wahren Gott und seine freie Gnade. Sie verursacht eine Krise in Bezug auf die Religionen, ebenso wie auf den Sinn des Christentums selbst als Religion.
Was soll man also über die Irreligiosität denken, die unsere Zeit zu charakterisieren scheint, fragt man mich. Ich antworte: Gibt es darunter wirklich etwas Anderes als maskierte Religion? (vgl. den Kommunismus, den Existenzialismus, wo wir den Götzendienst und die eigene Gerechtigkeit wiederfinden, die auch das Wesen der Religion ausmachen).
Immer und überall begegnen wir dem religiösen Phänomen, und das ist die Sünde selbst, weil die Religion die höchste Form der Sünde ist.