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4. November 1920
Hier ein weiteres Stück Römerbrief
📖 zur kritischen Durchsicht. Ich mußte oft erschreckt innehalten beim Anblick der Veränderung, die sich da vollzieht. Was für ein anderes Gesicht bekommt alles, die δύναμις θεοῦ, die πίστις, die ὀργὴ θεοῦ, die ἀσέβεια καὶ ἀδικία und besonders auch das ἀόρατα νοούμενα καθορᾶται [Röm 1,16–20], bei deren Auslegung ich das letztemal sicher von Kutter irregeleitet war. Ob es jetzt das wahre Gesicht all dieser dunklen Runen ist? Schwerlich. Es wird auch diesmal noch allerhand übersehen und verschoben sein, aber ein bißchen näher an der Sache weiß ich mich doch als damals. Das pantheistische Schillern ist jetzt jedenfalls weg; freilich ists mir bei dem Abhauen all der üppigen Triebe zu Mute wie dem Abraham als er Isaak opfern sollte. Das Buch muß ja die Leser der ersten Auflage
📖 zunächst geradezu greulich ansehen. Doch nun heißts vorwärts, der Urwald ist betreten. Sage mir schonungslos, was dir mißfällt. Das Gericht muß jetzt vollständig sein.
Von Wolf Meyer kam heute eine Karte mit der Versicherung, es sei eine Lust in Deutschland zu leben, «wo Wahrheiten nur Wert haben, wenn sie mit Einsatz des ganzen Menschen in das Chaos geschleudert werden». Das kann gut werden, nachdem er behauptet, durch uns «die(!) entscheidende Klarheit» für seine Arbeit erhalten zu haben!! Der hat noch eine Ahnung! […]
Mit herzlichem Gruß in Eile