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25. November 1919
Ja, ja Eigenschaften! Auch Ragaz sagts. «Ach was hat mein Tier getan!» würde Oetinger ausrufen, und H. Gelzer würde sich zerknirscht auf den Mund schlagen. Also die Sünde wider den Hl. Geist, die wenigstens vorläufig und wenigstens von Ragaz nicht vergeben werden kann. Ich bin ratlos und betroffen angesichts dieses katastrophalen Einschlags meines Steilfeuers. […] Ja, sei so gut und suche einmal das Nähere zu erkunden, unter Preisgabe meines Tiers (ich weiß … allerdings … in der Tat … auch ich oft den Eindruck …) die sachliche Beziehung aufzudecken, die doch irgendwie neben dem Persönlichen zwischen dem Römerbrief
📖 und der «neuen tiefen Verstimmung» bei Ragaz bestehen muß. Lege ihm doch nahe, sich direkt gegen mich auszusprechen, statt mir nun schon zum zweiten Mal indirekt seine moralischen Seufzer mitteilen zu lassen.
Ich habe z.Z. sehr zu schaffen. Nicht am Hebräerbrief. Sondern mit Briefen von und nach Deutschland, noch mehr aber einfach mit dem Laufenden: gestern Abend hat das Diktat einer
|354 Übersetzung und kurzen Erklärung des Epheserbriefs begonnen, die Apostelgeschichte läuft auch weiter, ferner nun wieder alle Dienstage sozialistischer Diskussionsabend, […] am Samstag die Volksrede in Suhr, vor der mir eigentlich graut und vor deren Besuch ich dich nur warnen kann. Es wird ein kurzes Gestammel werden, wobei der Wagen nach der einen oder nach der andern Seite sicher umleert. Hätte ich doch Baders Naivität!! Ich werde den Kragen nachher nicht ausziehen [wie er in Tambach], aber noch ganz anders der Getüpfte1 sein!
Es müssen bei dir […] noch ältere Predigten über Matthäus-Texte sein, sende sie mir zurück, wenn du sie nicht mehr brauchst.
Mit herzlichem Gruß!
Auch in Predigt und Unterricht lebe ich aus der Hand in den Mund wie noch selten.