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14. November 1919
ich bin nicht besser dran als du. Ich sitze unter dem Ginsterbusch und mag nicht prophezeien. Um zu tun, was ich kann, will ich einen Abschnitt aus Matth. bereithalten, etwas aus Kap. 1. Tu du doch das Deine, indem du irgendetwas anderes mitbringst, warum nicht einfach eine Predigt? — Im Übrigen kann ich nur sagen: mir graut vor St. Gallen. Sie haben dort, wie ich ihrem Gemeindeblatt entnehme, alles was man um Geld haben kann: elektrisches Geläute, Bauplatz für ein Gemeindehaus, Pläne für eine neue Kirche! Und hier schaut mich all das an, was ich unausgemacht zurücklasse, obwohl ich mir immer weniger einbilde, als sei was man in sechs Jahren ungut gemacht hat, in eventuellen weiteren sechs Jahren doch wieder gut zu machen. Unkraut und Weizen wächst jetzt halt fort bis zur Ernte. So bin ich zwischen zwei Stühlen, und mein Tun und Lassen steht in großer Fraglichkeit vor mir. Daher hat mir der deutsche Lobgesang wirklich nichts geschadet. — Wenns möglich wäre, käme ich am 29. auch nach Suhr. Tu doch ruhig dort deine Sache, solch ein Spruch ist immerhin besser als eine Installationspredigt unter elektrischem Läuten, wie sie mir bevorsteht. […]
Herzlich