6. Januar 1919

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

Wir sind beim Übergang ins neue Jahr von Herzen froh geworden, euch zu haben. […] Und nun ist der Römerbrief 📖 da. Nichtwahr, du teilst uns seine Einschläge mit! Auf unserm Weihnachtstisch lagen allerlei Bücher: Die Evangelienauslegung Calvins von Marguerite, dazu die Tholuckbiographie 📖 und eine kurze Weltgeschichte, die uns bitter fehlte. Gegenwärtig lese ich die Selbstbiographie von Martin Boos.1 Sie ist wert, gelesen zu werden. Boos ist anfänglich tief in der Schmach und Verfolgung und noch nicht Geheimrat, aber dafür in der Glut der ersten Liebe. […] Überdies bekam ich dieser Tage eine eingehende Paraphrase von Röm. 7 aus der Feder von Kohlbrügge2 in die Hand, du kennst sie vielleicht schon.

Seid indessen herzlich gegrüßt von
euren mitverbundenen
Eduard und Marguerite

Sachfußnoten

1
Martin Boos, der Prediger der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, inmitten der römisch-katholischen Kirche, Basel 1872 (19123). 📖↩
2
H. F. Kohlbrügge, Das siebente Kapitel des Briefes Pauli an die Römer in ausführlicher Umschreibung, Elberfeld 1839 📖; Neudruck: Das siebte Kapitel des Römerbriefs, mit einer Einführung von A. de Quervain (= Bibl. Studien 28), Neukirchen 1960. 📖↩