19. August 1918

Karl Barth an Eduard Thurneysen

288
Lieber Eduard!

Der Römerbrief 📖 ist nun also fertig, aber es will keine rechte Freude darüber aufkommen. Das Ganze steht da wie ein Schaf, aber ohne Siegesfahne u. dgl. Und nun wird mir die Notwendigkeit eines [neuen!] Vorworts zur großen Wichtigkeit. Nelly verwirft alle meine neuen Entwürfe als schwerfällig, überdemütig und ragazisch. Augenblicklich fällt mir einfach gar nichts mehr ein, was man da sagen könnte. […] So bin ich nun zur Strafe für all das Geschreibe in einer kleinen Spezialhölle. — Höre, gestern war H. Gelzer wieder da, und wir haben abgeredet, […] dich wandernd aufzusuchen. […] Würdest du uns nicht eine gute Exegese |289 vorbereiten, z. B. den Philipperbrief? Ich würde ihn auch etwas durchsehen vorher.

Mit herzlichem Gruß
dein
K. B.