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2. Juni 1917
Lieber Freund!
Es langt nur noch zu einer Karte. Vielen Dank für den Brief und die Goethe zitierenden Stadtpfarrer, deren Rüstung ich auch nicht gerade bewundern kann. Deine Predigt1 haben wir hier unter allgemeiner Freude als gemeinsame Abendlektion genossen. Wie schade, daß du in Aarau [beim Halten] irgendwie innerlich gehemmt warst. Nun, sie wird auch gedruckt ihre Wirkung schon tun, wogegen Schädelins Vortrag bei all seinen Vorzügen mir nun gerade mündlich noch mehr Eindruck machte als jetzt. Rade hat beide Produkte genossen und höchst gewandt verdaut. […] Morgen Jes. 59,16 «Die Einsamkeit Gottes»; leider wurde es etwas anders, als ich meinte. Vgl. übrigens als Motto für unsre keuchende Predigtproduktion (ich keuche wahrhaftig auch!) Jes. 59,11! […]
Am Montag Aufbruch. […] Herzlichen Gruß euch Beiden.