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16. Mai 1917
Lieber Freund!
Was sagst du zu dieser neuerlichen Einladung?1 Das Grundsätzliche und das Taktische berühren sich eben stark bei der Frage, ob wir solchen Berufungen folgen wollen oder nicht. Ich sehe aus allen meinen Pietistenbiographien, was für ein tragischer Moment es war vor 100 Jahren, als sie anfingen, begehrt und gehört zu werden und die Wüste verlassen konnten, um Antistes etc. zu werden. Werden wir ihre Irrtümer zu vermeiden wissen, wenn wir nun auch anfangen, uns in solchen Reichsgottesheerlagern hören zu lassen? Gelzer täte z. B. auch besser, sich nicht mit den Leuten von Baden2 zu kompromittieren. In der Konsequenz jeden solchen Schrittes kann, gerade weil es da wieder ins christliche Wesen hineingeht, der Tod lauern, daß der liebe Gott die kaum im Schloß bewegte Türe wieder mit lautem Knall muß zuklappen lassen. Oder ist es genug, wenn man das weiß, und darf man dann wieder harmlos sein und sich freuen über alle, die hören wollen? Ich wünsche darüber deinen analysierenden Zuspruch und Rat zu vernehmen.
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Ich wälze an einer Himmelfahrtspredigt über Micha 2,13, und du wirst ähnlich beschäftigt sein. Bei den Hofacker’schen Predigten3 über solche Themata tritt mir mehr das Unzulängliche dieser Art entgegen als ihre Stärke. Ich werde eher vorsichtig über den Himmel und die Kirche etwas zu sagen versuchen und den «Durchbrecher» als das große X dazwischen stehen lassen. Die Voraussetzungen, darüber mit Vollmacht zu reden, fehlen sowohl mir als meinen Zuhörern zu sehr.
Wie wars in Basel?
Mit herzlichem Gruß an dich und Marguerite