5. März 1917

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Lieber Freund!

Es langt diese Woche zu keinem Besuch, ich muß mich ganz dem Paulus widmen und den nötigen Hausbesuchen vor unserer großen Abschweifung,1 und du wirst mit deinem Turmbau2 auch vollauf beschäftigt sein. Am Freitag ist also Basler Kränzli in Binningen. […] Am Samstag brauchen wir beiderseits erst um 6 Uhr abends aufzubrechen.3 […] Ich habe dein Kommen gestern feierlich angezeigt in der Kirche. […] Gelt, du hältst dann meinen Kindern einmal eine rechte Kinderlehre, während du mich umgekehrt davon dispensieren mußt in Leutwil; ich bin unglücklich, wenn ich nur an mein blödes Katechisieren denke, geschweige denn vor deiner verwöhnten Schar. […] Ich lese eben Hausraths Leben von D. F. Strauß.4

Herzlich
Eure
N. und K.

Sachfußnoten

1
Die im folgenden erwähnte Reise nach Basel (9./10. 3.), Zürich (10. 3.), Leutwil (10.-12. 3.) und zur Aarauer Studentenkonferenz (12.-14. 3.).↩
2
Vorbereitung der Predigt vom 12.3.1917 auf der Aarauer Studentenkonferenz über Lk 14,28–33: E. Thurneysen, Gotteshilfe, in: Die XXI. Christliche Studenten-Konferenz Aarau 1917. Den 12. bis 14. März, Bern 1917, S. 5–15. 📖 ↩
3
Kanzeltausch mit Rücksicht auf Barths Referat in Binningen und Thurneysens Predigt in Aarau: Am 11.3.1917 predigt Barth in Leutwil und Thurneysen in Safenwil.↩
4
A. Hausrath, David Friedrich Strauß und die Theologie seiner Zeit, 2 Bände, Heidelberg 1876/78. 📖 ↩