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18. Juni 1915
Mein Lieber,
Schönen Dank für deine Sendung und deinen ausführlichen Brief. Ich will Heitmüller gern noch ein paar Worte beifügen, obwohl du eigentlich alles schon sehr gut gesagt hast, was zu sagen |58 ist. Du hast recht: sein Brief verstärkt den Eindruck, daß sie drüben sehr empfindlich sind, und wir hüben «es» noch lange nicht so herausbringen, daß sie hören müssen, daß da eine wirklich neutrale Stimme im Lärm der Zeitungen und anderer gedruckter Meinungen sich zu Worte melden möchte. […] Deine Schilderung vom Zusammensein mit dem Feldprediger ist köstlich. Der durchschlagende Beitrag deiner Frau zur Bodigung1 dieses sichern Mannes hat meine volle Bewunderung: hier war mehr denn christliche Nächstenliebe, einfach ein Wort des Durchbruchs!
Herzlich grüßt dich, deine Frau und Fränzeli