21. Mai 1915

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Freund,

Schade, nun kann ich euch auf Sonntag doch nicht erwarten. Ich hätte ein Zusammensein mit dir und Kutter sehr gewünscht. Auch er bietet ja keine Lösungen, aber Winke und Zeichen, die man nachträglich deuten und verarbeiten kann. Ich merke, daß Kutter sich ernstlich vornimmt, bei nächster Gelegenheit hier oder bei euch eine Konferenz zu dritt in Szene zu setzen. […] Was du am Schluß deines Briefes von meiner Seelsorge schreibst, verstehe ich nicht recht. Ich sage jeweilen das gleiche wie in der Predigt, nur nun dem Einzelnen. Soll das unmöglich sein? Im Grunde bin ich ein schlechter Tröster, aber ich suche zu neueren Orientierungen zu helfen.

Herzlich grüßt dich
dein
Eduard