Vorwort
VORWORT
Während seiner Tätigkeit als Honorarprofessor für Reformierte Theologie an der
Schon das Jahr 1922 wurde so «ein Schauplatz beträchtlicher Schlachten»2. Am 7. Juli seufzte Barth in einem Rundbrief an Freunde in der
Die Vorträge aus den Jahren 1922–1925, die hier nun erstmals zu einem
Band vereinigt sind, entstanden meist in größtem zeitlichem Gedränge; so mancher wurde
noch während der Fahrt im D-Zug einer kritischen Revision unterzogen oder dort sogar erst
«mit dem Mut der Verzweiflung»9 in letzter Minute
fertiggestellt. Sie sind nach deren mündlicher Abhaltung (bis auf zwei kleine
Referate10, ein Thesenblatt11 und zwei längere Vorträge12) alle
von Barth überarbeitet und dann publiziert worden, ab 1923 vor allem in der neugegründeten
Zeitschrift «
Darüber hinaus finden sich in diesem Band «kleinere Arbeiten» aus der theologischen Diskussion, die alle in Zeitschriften veröffentlicht wurden. Diese variieren im Umfang von einer kurzen «Mitteilung»13 bis hin zu einem ausführlichen dogmengeschichtlichen Aufsatz14. Ihre Charakterisierung als «kleinere Arbeiten» ergibt sich aus der Relation zu den Bänden in der Abteilung «Akademische Werke» der Gesamtausgabe, wo die größeren und selbständigen Bestandteile des Œuvres ihren Platz haben.
Die meisten der hier vereinten Vorträge sind zuerst in «
Die zwei kurzen Referate, das Thesenpapier und die zwei Vorträge, die oben erwähnt wurden16, werden hier erstmals im Druck veröffentlicht. Mit Recht stellt sich die grundsätzliche Frage der «editorischen Ethik»: darf ein Text, den sein Autor selbst nicht über den eng gesteckten Bereich des persönlichen mündlichen Vertrags hinausgehen lassen wollte, postum gleich behandelt (und damit publiziert) werden wie ein Text, der nach dem Willen des Verfassers bereits einmal gedruckt vorlag? Im Falle von «Die Kirche und die Offenbarung» hatte Barth sogar eine Überarbeitung für den Druck begonnen, aber dann abgebrochen mit der Begründung; «der Vortrag gefällt mir gar nicht»17, ja er sei ihm «so widrig»18 geworden. Daß diese fünf Stücke dennoch in diesen Band aufgenommen werden, entspricht der Anlage der Gesamtausgabe, die grundsätzlich auch von Barth nicht zur Publikation bestimmte Texte berücksichtigt, um seinen theologischen Entwicklungs- und Erkenntnisgang so lückenlos wie möglich zu dokumentieren. Der besondere Manuskript-Charakter (Abkürzungen, Stichworte u. a. ) wurde in diesen Fällen bewußt nur dann editorisch berührt, wenn es unbedingt nötig erschien.
Orthographische und stilistische Eigenheiten Barths (z. B. «besondre», «Störefried») wurden – auch in ihrer Uneinheitlichkeit (die vermutlich auf den jeweiligen Setzer zurückgeht) – belassen. Zusätze des Herausgebers im Text (Bibelstellen; Seitenzahlen; vereinzelte Wort|Xergänzungen, die der besseren Verständlichkeit eines Satzes dienen), sind mit eckigen Klammern [ ] markiert. Interpunktionen wurden, den heutigen Regeln entsprechend, stillschweigend ergänzt bzw. korrigiert. Fremdsprachliche Zitate, die sich in den Erstdrucken durch Antiqua-Satz von dem Fraktur-Satz des fortlaufenden Textes abhoben, sind vom Herausgeber in Anführungszeichen gesetzt; Sperrsatz der Erstdrucke bzw. Unterstreichungen in den Manuskripten werden durch Kursivsatz wiedergegeben. In die vorliegende Orthographie und Interpunktion von Briefen Dritter, die in den Anmerkungen des Herausgebers zitiert werden, wurde nicht eingegriffen.
Wo im Erstdruck eine neue Seite beginnt, ist die originale Seitenzahl in senkrechten Strichen in den Text eingefügt; wo mehrere Abdrucke vorhanden sind, wird am Ende der betreffenden Einleitung erklärt, auf welchen von diesen sich die Seitenangaben beziehen. Eine bibliographische Aufstellung der deutschsprachigen Abdrucke findet der Leser am Ende des Bandes.
Die arabisch bezifferten Anmerkungen Barths wurden in alphabetische transponiert, um sie vom Anmerkungsapparat des Herausgebers abzuheben.
Jedem einzelnen Stück ist (in Kursivsatz) eine Einleitung vorangestellt, die über Vorgeschichte, Anlaß, Umstände usw. der Entstehung des betreffenden Textes orientiert und damit auch zur Erhellung mancher Anspielungen im Text beiträgt. Wurde ein Vortrag mehrmals gehalten, so ist die Einleitung nach den Orten und Daten der Veranstaltungen gegliedert.
Bei der Zusammenstellung des Materials war ich auf die Mithilfe verschiedener kirchlicher Archive, Institute und Behörden, von theologischen Fakultäten, Pfarrämtern und Einzelpersonen in der Bundesrepublik, der DDR, der Schweiz, Schottland und Kanada angewiesen. Ich spreche ihnen allen hiermit meinen Dank aus für die zahlreichen Mitteilungen.
Mit gewisser Selbstironie konnte
Hier habe ich besonders Herrn Pfarrer Dr. Hinrich Stoevesandt, Leiter des Karl Barth-Archivs in Basel, zu danken, der mir immer wieder mit Hinweisen und Entdeckungen hilfreich zur Seite stand. Herr Vikar Dr. Ulrich Winkler, Assistent im Karl Barth-Archiv vom Herbst 1986 bis zum Frühjahr 1988, hat sich um die Verifizierung zahlreicher Zitate verdient gemacht.
Am Ende dieses Bandes befinden sich Bibelstellen-, Namen-, Orts-, deutsches und lateinisches Begriffsregister. Herr Pfarrer i. R. Hermann Schmidt, Oldenburg, hat sich der großen Mühe unterzogen, sie alle zu erstellen, und damit dem Leser, der ein spezielles Interesse verfolgt, die Auffindung erleichtert. Ich bin ihm für seine freundliche Unterstützung sehr dankbar.
Weiterhin habe ich zu danken der Kantonsbibliothek Graubünden, Chur, für die Beschaffung von zahllosen Büchern und Zeitschriften und Frau Rosemarie Manser-Menzel, Eich, für die Mithilfe beim Korrekturlesen. Meine Ehefrau, Wilma Finze-Michaelsen, hat nicht nur beim Vergleich der verschiedenen Druckfassungen mitgewirkt, sondern mir |XII während der vier Jahre Arbeit an der Edition dieses Bandes auf direkte und indirekte Weise mannigfache Unterstützung und Entlastung gewährt.
Auf die freundliche und anregende Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Stoevesandt blicke ich in guter Erinnerung zurück. In zahllosen Telephonaten, Briefen und Zusammenkünften mit ihm wurden die Mosaiksteine (und oft genug nur -Splitter!) für die Herausgabe dieses Bandes zusammengetragen.