Brief Nr. 40 · 10. Dezember 1925

Rudolf Bultmann an Karl Barth

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L. H. B.!

In großer Eile: ich bin der gleichen Meinung wie Sie und habe soeben in unser beider Namen abgeschrieben, d. h. mitgeteilt, daß wir an der 1. Januar- Woche festhalten.1

Ich denke, wir treffen uns in Berlin, doch werde ich näheres noch schreiben. Jetzt muß ich schleunigst ins Seminar, wo Dr. Krüger2 ein Referat über Ihre Exegese von Röm. 5,12–213 und Ihre Beziehung zur Transzendentalphilosophie halten wird.

Herzliche Grüße!
Ihr
R. Bultmann

Sachfußnoten

1
Nachdem Pastor Schneider den am Danziger Fortbildungskurs beteiligten Professoren (s. Nr. 39, Anm. 1) in einem Rundbrief vom 2.12.1925 (ein Exemplar im Karl Barth-Archiv) eine Verschiebung um eine Woche vorgeschlagen hatte, teilte Barth offenbar in einem bisher nicht aufgefundenen Schreiben an Bultmann mit, er wolle an der ersten Januarwoche als Datum des Kurses festhalten.↩
2
Gerhard Krüger (30.1.1902–14.2.1972), Schüler und Freund Heideggers und Bultmanns, 1929 Privatdozent für Philosophie in Marburg, 1940 Ordinarius in Münster, 1946 in Tübingen, 1952 in Frankfurt, zuletzt in Heidelberg.↩
3
In Barths Römerbriefkommentar, 2. Aufl., Neubearbeitung, München 1922, S. 144–168 (in den Abdrucken seit 1923: S. 142–166; Zürich 198915: S. 154–181). 📖 Auf dem Referat basierend, erschien Krügers ausführliche Kritik an Barths Exegese dann 1 Jahre später unter dem Titel: Dialektische Methode und theologische Exegese. Logische Bemerkungen zu Barths «Römerbrief», in: ZdZ, Jg. 5 (1927), S. 116–157. 📖 ↩