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Für Ihre Karte1 will ich gleich einen Dank und Gruß senden. Ich wünschte mir Sie auch in Marburg2; schade, daß Sie nicht wenigstens für 2 Tage kommen konnten! Können Sie nicht auf der Reise in die Schweiz hier Station machen? ich meine jetzt nicht zu einem Vortrag oder einer Disputation, sondern zu einem persönlichen Gespräch. Ich würde Ihnen bei dieser Gelegenheit gerne auch einiges über Herrn Strunck3 sagen, wenn es richtig ist (was ich höre), daß Sie ihn für eine |20 Leiter-Stelle in einem Kandidatenkonvikt in Aussicht genommen haben. Ich habe freilich kein Recht, mich da hineinzumischen, muß aber doch, um keine Unterlassungssünde zu begehen, sagen, daß ich das mit Schrecken gehört habe; hoffentlich ist es ein Irrtum.
Bestimmte Ferienpläne habe ich noch nicht; hoffentlich erteilt uns das Mieteinigungsamt Erlaubnis, bald umzuziehen. Des weiteren möchte ich gerne mit meiner Frau für einige Wochen irgendwo Ruhe und Erholung suchen, die wir beide sehr nötig haben. Aber ob das möglich sein wird, ist noch fraglich. — Endlich freue ich mich, in den Ferien zum Joh. zu kommen, den ich für den Meyerschen Kommentar bearbeiten soll.4 Als ich im letzten Winter über den Joh. las, hatte ich in den letzten Wochen Heiler5 unter meinen Hörern, der freilich entsetzt war, daß ich die geliebte Mystik weginterpretierte. — Gerne würde ich einmal in den Ferien eine Zeitlang in Göttingen arbeiten, um die Bibliothek zu benutzen und mir Rat von Lidzbarski und Reitzenstein zu holen.6 Ich würde es natürlich am liebsten tun, wenn Sie auch dort sind. Wann kehren Sie aus der Schweiz zurück?
Mit herzlichen Grüßen, auch von meiner Frau