4. Juni 1918

Karl Barth an Eduard Thurneysen (sowie Nelly Barth an Eduard Thurneysen)

279
Liebe Freunde!

Zwei gute Nachrichten habe ich euch heute zu machen. Erstens, daß gestern der Römerbrief 📖 in erster Lesung zu Ende gebracht worden ist samt einer Vorrede dazu, sodaß ich nun für den Becher, den du Eduard mir einst in Uerkheim für diesen Fall versprochen hast, reif wäre, — und daß ich mich bereits an die zweite Lesung, in der nun der Anfang durch das Ende zu größerer Fülle kommen soll, gemacht habe. Wenn ich ein Huhn wäre, würde ich |280 mir nun ein bedeutendes Gackern rund ums Haus herum gestatten. Freuet euch mit mir! Ich bekam gestern und heute schwarzen Kaffee zur Feier. […]

Die letzte Nummer der «Neuen Wege» hat mich trotz der aus Röm. 14-15 gewonnenen Einsicht über solche Dinge wieder recht verdrossen. […]

Herzlichen Gruß
euer
Karl