Vorwort · kein Datum

Vorwort

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VORWORT

Die hier vorliegende Gesamtausgabe des Briefwechsels zwischen Karl Barth und mir ist bedeutsam wegen ihres Karl Barth betreffenden biographischen Gehalts und wegen ihrer theologiegeschichtlichen Relevanz. Barth und ich sind uns nahe begegnet in der Zeit, da wir beide als Landpfarrer im Kanton Aargau tätig waren. In diesen Jahren, 1913-1921, wurde Karl Barth und ich mit ihm wegen des Versagens von Theologie, Kirche und Gesellschaft gegenüber der Not der Zeit in jenen Aufbruch getrieben, der zu einer Wende und Neubegründung der Theologie führte. Wir haben uns damals zu enger Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Und weil in unsern Pfarrhäusern noch kein Telephon installiert war, ging der Gedankenaustausch vorwiegend auf brieflichem Wege vor sich. So kam es zu diesem Briefwechsel, der, als Barth als Professor in Göttingen, Münster und Bonn seine theologische Arbeit fortsetzte, weiterging. Darin wird das Entstehen der neuen Theologie sichtbar samt dem politischen Hintergrund, aus dem sie erwuchs. Ein gewisser freilich nur sehr beschränkter Teil dieser Briefe ist bereits veröffentlicht worden in zwei Karl Barth 📖 und mir 📖 zu unsern 70. Geburtstagen gewidmeten Festschriften. Er ist in dem Siebensterntaschenbuch Nr. 71 1966 📖 auch gesondert herausgegeben worden. Die betreffenden Briefe sind erweitert in die vorliegende Gesamtausgabe aufgenommen.

Die Ausgabe gibt den Briefwechsel nahezu vollständig wieder, wenn auch gewisse durch Punkte (in eckigen Klammern) in den einzelnen Briefen kenntlich gemachte Streichungen und die Weglassung einiger weniger ganzer Briefe notwendig wurden. Diese Streichungen und Weglassungen sind in der Hauptsache bedingt durch die unsere Intimsphäre berührenden Mitteilungen. Da die |VII Originale aller Briefe im Bartharchiv vorhanden sind, werden ein späterer Barthbiograph oder sonstige Barthforscher darauf zurückgreifen können.

Orthographie und Interpunktion wurden behutsam und unter Schonung besonders charakteristischer Eigentümlichkeiten den heute gebräuchlichen Regeln angepaßt. Die Anmerkungen erklären in möglichster Vollständigkeit die in den Briefen erwähnten Namen und sonstige der Erläuterungen bedürftige Vorkommnisse. Ich hoffe, als Herausgeber und Bearbeiter an wissenschaftlicher Genauigkeit nichts schuldig geblieben zu sein.

Für die Leser ist es hilfreich zu wissen, daß einzelne vielfach erwähnte Verwandte und Freunde der Briefschreiber statt mit dem vollen Namen mit dem Vornamen angeführt sind: so Frau Barth = Nelly, Frau Thurneysen = Marguerite, Karl Barths Brüder Pfr. Peter Barth = Peter, Prof. Heinrich Barth = Heiner, das Ehepaar Pestalozzi-Eidenbenz = Ruedi und Gerty, Pfr. Georg Merz = Georg, Prof. Wilhelm Vischer = Helmi, Prof. Emil Brunner = Emil. — Noch ist zu bemerken, daß neben den eckigen Klammern auch von den Briefschreibern selber angewendete runde Klammern vorkommen. — Eine gewisse Gewichtsverschiebung zu Gunsten der Briefe Barths hat insofern stattgefunden, als ich meine eigenen Briefe oft in geraffter Fassung darbiete, freilich ohne sie inhaltlich zu verkürzen.

Zum Schluß bleibt mir übrig, all denen warmen Dank auszusprechen, die mir während beinahe drei Jahren der Arbeit hilfreich beigestanden sind. Als erste nenne ich meine Frau, Marguerite Thurneysen, die mir unermüdlich zur Seite stand. Ohne sie hätte ich die große Aufgabe der Erstellung des Textes und der zahlreichen Anmerkungen nicht lösen können. Weiter seien genannt: Herr Max und Frau Franziska Zellweger-Barth, die mir bei der Bereitstellung der Briefe unschätzbare Hilfe geleistet haben. Großen Dank schulde ich vor allem dem Sachwalter des Bartharchives, meinem Freunde Dr. Hinrich Stoevesandt, der mir unermüdlich und sachkundig mit Rat und Tat Hilfe bot. Weiter gilt mein Dank dem Vorsteher der Universitätsbibliothek Basel, |VIII Herrn Dr. Christoph Vischer, der für die nötigen Photokopien der Briefe besorgt war. Endlich sei gedankt dem TVZ-Verlag in Zürich und seinem Leiter, Herrn Marcel Pfändler, für alle seine Bemühungen um die Herausgabe und den Druck. Und zuletzt, aber im Grunde als einem ersten Mitarbeiter bin ich zu herzlichem Dank verpflichtet Herrn Pfarrer Helmut Goes in Metzingen-Neuhausen (Württemberg). Er hat sich in großer Selbstlosigkeit anerboten, die Korrekturen mitzulesen und die Register der Namen und der Bibelstellen anzufertigen. Einen sachkundigeren und treueren Mitarbeiter als ihn hätte ich mir nicht denken können. Ein Register der Begriffe soll erst in dem die Ausgabe abschließenden dritten Briefband vorgelegt werden. Endlich danke ich Herrn Prof. Eberhard Jüngel in Tübingen, der mich ermutigt hat, die ganze Arbeit zu übernehmen, weil nach seiner Erfahrung die heranwachsende Theologenschaft durch die Lektüre dieser Briefe einen Zugang fände zu Karl Barths theologischem Lebenswerk.

Eduard Thurneysen