Brief Nr. 6 · 8. August 1922

Karl Barth an Rudolf Bultmann

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Lieber Herr Bultmann!

Leider, leider werden Sie mich am 14. nicht treffen in Göttingen. Ich stecke seit 8 Tagen hier in den Graubündner Bergen, um für das Handgemenge in Kimmerien2, in das ich nachher zurückkehren muß, neuen Mut zu gewinnen. Aber wir bitten Sie, unser Haus trotzdem als Absteigequartier zu benützen. Unsre «Stütze» Frl. Lisbeth Baumann wird Sie |12 und Ihr Kind mit Freuden aufnehmen; sie ist bereits avisiert, und ich bitte Sie nur, sich auch Ihrerseits noch anzumelden.

Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Karl Barth

z. Z. Selfranga bei Klosters, vom 15. ab: Bergli bei Oberrieden Ct. Zürich

Sachfußnoten

1
Datum des Poststempels von Klosters-Platz.↩
2
D.h. am äußersten Rand der Welt, so wie Homer Odyssee XI, 14ff. 📖 die Kimmerier als Anwohner des Okeanos nahe am Eingang des Hades schildert, wo immer Dunkel herrscht («kimmerische Finsternis») und Helios nicht mehr leuchtet.↩