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        <title type="volume" n="vol-57">Gespräche 1948–1952</title>
        <title type="content">Gespräch mit belgischen und deutschen Studenten in der Burg Rotberg</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Gespräch mit belgischen und deutschen Studenten in der Burg Rotberg, in: Gespräche 1948–1952, 17. Juli 1948 – 1. Juli 1948</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/57006 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Gespräche 1948–1952, hrsg. v. Pfenninger, Michael (Gesamtausgabe, Abt. IV), Zürich 2025, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Gespräche 1948–1952</title>
          <title type="text">Gespräch mit belgischen und deutschen Studenten in der Burg Rotberg</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Pfenninger, Michael</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2025</date>
          <!--position within a volume-->
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Brief Friedrich Herzogs an seine Freunde, 22. Juli 1948. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/90713">KBA 44810</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" from="1948-07-17" to="1948-07-01">17. Juli 1948 – 1. Juli 1948</date>
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              <head type="sub">4</head>    
                <head>GESPRÄCH MIT BELGISCHEN UND DEUTSCHEN <lb/> STUDENTEN IN DER BURG ROTBERG</head>
               
                    <head>1948</head>
                     <div type="abstract">
                    <p>Am <date when="1948-07-17">17. Juli 1948</date> traf <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> in der Jugendherberge <placeName ref="kbga-places-1498">Burg Rotberg</placeName> bei <placeName ref="kbga-places-1497">Mariastein</placeName>, südwestlich von <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName>, mit belgischen und deutschen Studenten zusammen. <persName ref="kbga-actors-9973">Friedrich Herzog</persName> (1925–1995), der damals als Stipendiat des <orgName ref="kbga-actors-10542">Hilfswerks für die Bekennende Kirche</orgName> in Basel studierte und auch im Haus der Familie Barth wohnte, berichtete in einem Rundbrief über das Gespräch: «Es ist ein <hi rend="text-recte">erstes</hi> Treffen belgischer und deutscher Studenten nach dem Krieg. Ein Belgier, der hier in der Schweiz studiert hatte, veranlasste aus eigener Initiative diese Zusammenkunft, die schlicht den Sinn einer Aussprache haben soll, eines sich Kennen- und Verstehenlernens.» Aus Deutschland nahmen Studenten unter anderem «aus Heidelberg, Freiburg, Hamburg, München» teil, «alles ‹Nichttheologen›».<note xml:id="n01">Rundbrief <persName ref="kbga-actors-9973">Fr. Herzogs</persName> an seine Freunde vom <date when="1948-07-22">22.7.1948</date> (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 44810</idno>).</note>
                    </p>
                    <p>Nach dem Gespräch schrieb Barth an seine Frau <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName>: «Am Samstag waren <persName ref="kbga-actors-223">Lollo</persName>, der Duce [= Friedrich Herzog] und ich auf dem Schloss Rotberg […] zu einem Nachmittag in einem Lager<note xml:id="n02">Mit Lager ist hier ein längeres Treffen im Rahmen einer Freizeit gemeint.</note> belgischer und deutscher Studenten, die mich gebeten hatten, ein wenig mit ihnen zu diskutieren, was denn auch (Thema: <term ref="kbga-terms-880">Kommunismus</term>) ausgiebig und schön geschehen ist, wonach wir den Abend mit einem kleinen Nachtessen im <placeName ref="kbga-places-1500">Bottmiger<note xml:id="n03"> Baseldeutsch für: «Bottminger»; <placeName ref="kbga-places-1499">Bottmingen BL</placeName> ist nahe bei <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> auf dem direkten Rückweg von <placeName ref="kbga-places-1497">Mariastein</placeName> in die Stadt gelegen.</note> Schloss</placeName> beendigt haben.»<note xml:id="n04">Brief Barths an seine <persName ref="kbga-actors-26">Frau</persName> vom <date when="1948-07-19">19.7.1948</date> (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9248.210</idno>).</note> </p>
                    <p><persName ref="kbga-actors-10507">Jean Perrier</persName>, der dem Organisationskreis des Treffens angehörte, dankte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> einige Wochen später im Namen des Gremiums für den gemeinsamen Nachmittag auf der <placeName ref="kbga-places-1498">Burg Rotberg</placeName> und stellte fest: «Die Diskussion, die Sie leiteten, war sicherlich von allen, die ähnliche Fragen behandeln, die packendste und die fruchtbarste.»<note xml:id="n05">Brief <persName ref="kbga-actors-10507">J. Perriers</persName> an Barth vom <date when="1948-09-01">1.9.1948</date> (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9348.808</idno>): «<foreign xml:lang="fre">La discussion que vous avez conduite fut certainement, de toutes celles qui traîtèrent de questions similaires, la plus captivante et la plus fructueuse.</foreign>»</note> </p>
                    <p><pb xml:id="p035" ed="pga" rend="noPipe"/> Dem Schreiben Perriers lag auch ein französisches Protokoll des Gesprächs bei, das nicht erhalten ist. Als Grundlage der Edition dient der Bericht, den <persName ref="kbga-actors-9973">Friedrich Herzog</persName> seinen Freunden schickte und in dem er auch die ursprünglich französisch gesprochenen Passagen ins Deutsche übertragen hat.</p>
                </div>

                <div>
                    <head>[Gespräch mit belgischen und deutschen Studenten in der Burg Rotberg]</head>
                    <sp>
                        <speaker>Frage:</speaker> <p>Jede Geistesbewegung (mouvement d’idées) kennt drei Perioden: Revolution, Kristallisation und régression (Rückbildung). Das <term ref="kbga-terms-807">Christentum</term> ist in das zweite, das statische, Stadium getreten, während demgegenüber der <term ref="kbga-terms-880">Kommunismus</term> sich im ersten, dem dynamischen, befindet. Hat die Kirche da nicht ein großes Handicap zu befürchten? Darf sie hoffen, in dieser Situation durchzukommen, und wenn ja, auf welche Weise?</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>[<persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>]:</speaker> <p>Sie reden in Ihrer Frage von «Geistesbewegung». Aber meinen Sie, dass der Kommunismus von einem Kommunisten als eine solche bezeichnet würde? Ich denke nicht. Er würde eher schlicht von einem Faktum, von einer objektiven Notwendigkeit sprechen als von einer Geistesbewegung, die mehr im Rahmen der Philosophie ihren Raum und ihre Würdigung finden könnte. Der Kommunist will nicht im philosophischen Sinne ein Denker sein, sondern er fühlt sich gleichsam als <term ref="kbga-terms-2074">Träger einer Mission</term>.</p>
                    <p>Und wie ist das mit dem Christentum? Würde der Christ es eine Geistesbewegung nennen? Auch hier befinden wir uns auf einer anderen Ebene. Das Christentum ist eine Botschaft, eine <term ref="kbga-terms-8">Offenbarung</term> Gottes. Es bedeutet, dass von Gott ein Wort an die Menschen ergangen ist. – Es gibt dann natürlich auch noch eine <term ref="kbga-terms-2075">christliche Philosophie</term>, aber die nur als «Nach-Wort».</p>
                    <p>Und wie verhält sich das mit den von Ihnen konstatierten drei Perioden? Wir wollen einmal annehmen, diese Aussage stimmte – ich bin dessen nicht ganz sicher. Dann aber sind hinsichtlich des Christentums diese drei in keinem Fall getrennt zu verstehen. Trennen Sie <pb xml:id="p036" ed="pga"/> diese Perioden in der Anwendung auf das Christentum, so kommen Sie überhaupt zu keinem Verständnis. Welches Christentum ist <hi rend="italic">nur</hi> revolutionär? Ja, das <term ref="kbga-terms-807">Christentum</term> ist das Revolutionärste, was es gibt, ständig gibt, gestern, heute und morgen. Aber neben seinem revolutionären Charakter ist es nie ohne "cristallisation", d. h. ohne Gestaltung. Und leider ist es auch nie ohne régressement: denken Sie an die menschliche <term ref="kbga-terms-77">Schuld</term>, an <term ref="kbga-terms-1774">Krankheit</term> und <term ref="kbga-terms-177">Tod</term>.</p>
                    <p>Bezüglich des <term ref="kbga-terms-880">Kommunismus</term> würde ich aber meinen, dass gewisse Zeichen darauf hinweisen, dass er sich, verglichen mit seinen Anfängen, etwa vor 100 Jahren, schon in einer gewissen Kristallisation befindet. Und nun meinen Sie, dass die Kirche von ihm ein großes Handicap zu befürchten hätte. Aber was sagen Sie überhaupt damit, wenn Sie «Kirche» sagen? <term ref="kbga-terms-2076">Kirche: das sind wir</term>! Die Frage mit dem Handicap richtet sich also an <hi rend="italic">uns</hi>. Sind wir Christen so revolutionär und so gegründet zugleich, wie es uns eigentlich zukäme, sind wir bereit zu gehorchen, wissen wir um die <term ref="kbga-terms-63">Vergebung der Sünden</term> und leben wir davon, was gibt es da überhaupt zu befürchten? Nur eine ungehorsame und tote Kirche hat sich zu fürchten; sie hat wirklich Grund, Alles zu fürchten.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Zwischenfragen:</speaker> <p>Haben aber nicht die Kommunisten einen Enthusiasmus, der den Christen fehlt? Ist ihnen nicht ein Gerichtetsein auf die Welt zu eigen? Hat das Christentum überhaupt etwas mit dem "<term ref="kbga-terms-2077">Leben</term>" zu tun, oder besteht es nicht vielmehr nur aus <term ref="kbga-terms-2078">Theologie</term>? Geht das Christentum wirklich die <term ref="kbga-terms-2079">Welt</term> an?</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>[<persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>]:</speaker> <p>Die Kirche hat einen Auftrag an <hi rend="italic">alle</hi> <term ref="kbga-terms-307">Welt</term>. Es ist aber leider so, dass nicht <hi rend="italic">alle</hi> das <hi rend="italic">wissen</hi>.</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>Weitere Zwischenfrage:</speaker><p> Nimmt nicht der Einfluss des christlichen Abendlandes beständig mehr und mehr ab?</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>[<persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>]:</speaker> <p>Geht man vom sogenannten "<term ref="kbga-terms-2033">christlichen Abendland</term>" aus, dann wird man das notwendigerweise eingestehen müssen. Aber was soll das schon bedeuten! Schauen wir doch auf die Kirche; da steht es anders! Sie hat <term ref="kbga-terms-2080">ewigen Bestand</term>! Kirche wird es noch geben, wenn der <term ref="kbga-terms-880">Kommunismus</term> längst zu den Akten gelegt ist. Dass sie aber Bestand hat, dass sie lebt, wird nie ohne <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-725">Buße</term></hi> abgehen. Darum handelt es sich auch für uns heute. Wir müssen wieder christliche Gemeinden bekommen, zu denen Menschen gehören, die nicht nur einfach «dabei» sind, sondern wissen, um was es geht. Diese Frage nach der <term ref="kbga-terms-2081">le<pb xml:id="p037" ed="pga" break="no"/>bendigen Gemeinde</term> geht <hi rend="italic">uns</hi> alle an. Dass das dann eine Reduktion bedeutet, ist offensichtlich.</p>
                    </sp>
                    <p><lb/></p>
                    <sp>
                        <speaker>Frage:</speaker><p> Wie kann man den Respekt vor der <term ref="kbga-terms-1299">Gedankenfreiheit</term> mit dem Kampf gegen umstürzlerische Ideen vereinigen?</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>[<persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>]:</speaker> <p>Wo man die Polizei aufbieten will gegen Ideen, muss da nicht Alles schief gehen? Wollen geistige Fragen nicht geistig ausgetragen sein? Ich gebe Ihnen den Rat: Lasst die Ideologen reden und seid eurer Sache sicher! Auch der <term ref="kbga-terms-1121">Marxismus</term> muss frei diskutiert werden. Man darf und kann <term ref="kbga-terms-1370">Ideen</term> nicht mit <term ref="kbga-terms-411">Gewalt</term> unterdrücken. Wäre eine solche Methode nicht eine Art <term ref="kbga-terms-164">Faschismus</term>? Und es erschreckt mich etwas, dass aus dem Kreis der Jungen eine solche Forderung laut wird.</p>
                    </sp>
                    <p><lb/></p>
                    <sp>
                        <speaker>Frage:</speaker> <p>Die beiden Geistesgegner <term ref="kbga-terms-807">Christentum</term> und <term ref="kbga-terms-878">Weltbolschewismus</term> werden sich eines Tages zu einem Endkampf gegenüberstehen. Wird das Christentum noch zeitig genug in der Lage sein, die guten Kräfte der Welt zu sammeln und die satanische Macht aufzuhalten? Wie könnte man dann auf der Basis des Christentums zu einer allgemeinen <term ref="kbga-terms-2082">Völkerverständigung</term> kommen?</p>
                    </sp>
                    <sp>
                        <speaker>[<persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>]:</speaker><p> Die Frage ist falsch, geradezu bewundernswert falsch gestellt. Das Christentum ist <term ref="kbga-terms-2083">nicht eine Partei</term>, nicht ein <hi rend="italic">Nein</hi>, sondern ein starkes <hi rend="italic">Ja</hi>. Es macht sowohl mit dem Bolschewismus wie mit dem <term ref="kbga-terms-163">Kapitalismus</term> keine gemeinsame Sache. Würde das Christentum sich heute in eine Front einordnen lassen, dann hätte der Bolschewismus in seiner Haltung <hi rend="italic">recht</hi>. Heute, jetzt auf einmal, entdeckt man die <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-658">Freiheit</term>!</hi> Wäre dazu nicht schon früher Gelegenheit gewesen? Verteidigen Sie nicht im Grunde, wenn Sie von der Kirche und vom Christentum reden und dort nach Hilfe Ausschau halten, einfach den Zustand der Lebensformen, die bis jetzt Bestand hatten? Werden Sie nicht zu Heuchlern, wenn Sie die Frage so formulieren? Meinen Sie eigentlich nicht etwas ganz anderes als Kirche und Christentum? Sie sind an der <term ref="kbga-terms-2084">bürgerlichen Gesellschaft</term> interessiert und so auch nun an der Verquickung von Kirche und <term ref="kbga-terms-2085">dieser Gesellschaft</term>. Unter den Augen der Kirche gab es in dieser Gesellschaft jahrhundertelang Millionen von Unterdrückten. Und jetzt meinen diese Millionen endlich, dass die Reihe an ihnen sei. Das ist natürlich in gewisser Weise gefährlich, und die Möglichkeit eines Irrtums liegt nahe. Aber welche «guten Kräfte der Welt» soll die Kirche aufrufen dagegen? Etwa Amerika mit seiner <pb xml:id="p038" ed="pga"/> trefflichen <term ref="kbga-terms-1403">Atombombe</term>?? Etwa die <term ref="kbga-terms-2088">Bankiers</term> der ganzen Welt? In dieser Gesellschaft wollte ich nicht sein. Vor allem sollte die Christenheit einmal <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-725">Buße</term></hi> tun, ehe sie den <term ref="kbga-terms-878">Bolschewismus</term> bekämpft. Viel wichtiger und aussichtsreicher wäre es, <hi rend="italic">wirkliche Kirche</hi> zu werden, die weder kommunistisch noch <hi rend="italic">anti</hi>…, sondern einfach menschlich ist und denkt, die so ein centre indépendent, ein unabhängiges Zentrum bilden würde. Sind <term ref="kbga-terms-2028">Ost und West</term> nicht zusammen eine verlorene Menschheit? Und die Kirche könnte dann nur eine Minorität zwischen zwei Kolossen bilden, aber eine solche Minorität, die ein Licht in dieser Wirklichkeit wäre, die an sich trostlos ist. Ich bitte Sie! <persName ref="kbga-actors-5630">Stalin</persName>? Der <placeName ref="kbga-places-1019">Kreml</placeName>? Non, merci. <placeName ref="kbga-places-47">New York</placeName>? <placeName ref="kbga-places-1501">Hollywood</placeName>? Oder etwa die Zeitschrift «<orgName ref="kbga-actors-10543">Life</orgName>»?<note xml:id="n06">«<orgName ref="kbga-actors-10543">Life</orgName>» war ein seit 1936 wöchentlich erscheinendes und rasch weitverbreitetes US-amerikanisches Magazin mit großformatigen Fotoreportagen.</note> Halten Sie das für christlicher? Arme Menschheit, die nur diese Wahl hat. Ich weigere mich, hier gezwungen zu werden, entweder das Eine oder das Andere zu wählen. Eine <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-2086">unabhängige Mitte</term></hi> müsste geschaffen werden. Aber um auszuführen, was das heißt, müssten wir zur <term ref="kbga-terms-10">Theologie</term> übergehen. – Wir leben heute in einer <hi rend="italic">Psychose:</hi> Dieser panische Schrecken vor dem <term ref="kbga-terms-880">Kommunismus</term> lässt uns vergessen, was auf der anderen Seite geschieht.</p>
                    <p>Was nun? fragen Sie. Verwirklichen Sie das alles an Ihrem Ort! Arbeiten Sie an der Neugestaltung des <term ref="kbga-terms-2087">politischen Geistes</term>! Und schauen Sie dabei nicht rückwärts. Die <term ref="kbga-terms-1449">Vergangenheit</term> ist <hi rend="italic">vergangen</hi>. Es kann sich nur um ein neues Denken handeln. Ihre Parole sei: Nicht kämpfen, sondern <hi rend="italic">bauen!</hi> Ich bin auch, wenn es sein muss, bereit zu kämpfen, aber nicht für oder gegen Prinzipien.</p>
                    <p>Sehen Sie, Sie haben sich hier als die Angehörigen zweier Völker zusammengefunden. In solchen Begegnungen wird ein neuer Anfang gemacht. Ich kann Sie nur ermuntern, diese Begegnungen zu wiederholen. Das zu tun, ist heute das Wichtige, was die Stunde erfordert.</p>
                  </sp>
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