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        <title type="volume" n="vol-57">Gespräche 1948–1952</title>
        <title type="content">Diskussion mit Studenten über das Theologiestudium</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Diskussion mit Studenten über das Theologiestudium, in: Gespräche 1948–1952, 11. Februar 1948</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/57004 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Gespräche 1948–1952, hrsg. v. Pfenninger, Michael (Gesamtausgabe, Abt. IV), Zürich 2025, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Gespräche 1948–1952</title>
          <title type="text">Diskussion mit Studenten über das Theologiestudium</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Pfenninger, Michael</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2025</date>
          <!--position within a volume-->
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): , Kirche - Theologie - Student [Thesenpapier mit Notizen], 11. Februar 1948. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/90714">KBA 44820</ref>. </bibl>
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                <head type="sub">2</head>       
                <head>DISKUSSION MIT STUDENTEN ÜBER DAS<lb/> THEOLOGIESTUDIUM</head>
             
                    <head>1948</head>
                    <div type="abstract">
                    <p>Im Wintersemester 1947/48 hielt <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> ein Seminar zum Thema «Die Lehre von der Kirche und Calvin (Inst. IV)» ab. Eine Sitzung dieses Seminars, jene vom <date when="1948-02-11">11. Februar 1948</date>, widmete Barth der «Diskussion über <term ref="kbga-terms-46">Theologie u[nd] Kirche</term>».<note xml:id="n01"><ref type="kba-objects-id" target="91490">Taschenkalender</ref> Karl Barth, Eintrag vom <date when="1948-02-11">11.2.1948</date>.</note> Anlass dazu waren offenbar kritische Äußerungen der Studierenden zum Studium an der <orgName ref="kbga-actors-8250">Basler Fakultät</orgName>, die unter anderem an einer Aussprache mit Basler Pfarrern zum Thema gefallen waren.<note xml:id="n02">Ein Ergebnisprotokoll dieses Abends zum Thema «<term ref="kbga-terms-2038">Studium und Amt</term>» lag <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vor: «Kirche – Theologie – Student», Typoskript, 3 S. (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 44820</idno>). Siehe dazu auch unten im Text.</note> </p>
                    <p><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> berichtete nach dieser Diskussion seinem Sohn <persName ref="kbga-actors-19">Christoph</persName><note xml:id="n03"><persName ref="kbga-actors-19">Christoph Barth</persName> (1917–1986), 1947–1965 Dozent für Theologie in Indonesien, 1967–1979 Prof. für Altes Testament in Mainz.</note>: «Von den hiesigen Studenten ist zu melden, dass sie wieder einmal von der Unruhe der Frage ‹Lehre und Leben›, ‹Intellekt und Glaube› und wie die törichten Gegensätze alle heißen erfasst sind, so dass ich mich genötigt sah, eine Seminarsitzung daran zu wenden, hier einmal klaren Tisch zu schaffen, eine Sache, die nun am Mittwoch in einer Art ernsten Fasnachtssitzung im <placeName ref="kbga-places-1487">Alumneum</placeName><note xml:id="n04">Vgl. <ref type="kba-objects-id" target="91491">Taschenkalender</ref> Charlotte von Kirschbaum, Eintrag vom <date when="1948-02-18">18.2.1948</date>: «Nachm[ittags] <hi rend="italic">Seminar</hi> im Alumneum». – Das <placeName ref="kbga-places-1487">Alumneum</placeName> ist ein seit dem 16. Jahrhundert existierendes und seit 1853 an der Hebelstrasse 17 befindliches Wohnheim für Theologiestudierende in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> (vgl. <ref type="url" target="https://alumneum.unibas.ch/de/stiftung-geschichte">
https://alumneum.unibas.ch/de/stiftung-geschichte</ref>).</note> noch fortgesetzt werden soll. Bis jetzt kam nichts Gescheites heraus. Sie schreien nach einem Studentenpfarrer für ihre ‹Glaubenskrisen› und andern psychopathischen Angelegenheiten, nach C[hristlichem] S[tudenten-]V[erein], Bruderschaft, Hochschulgemeinde und ähnlichen collegia pietatis. Sie fragen, wozu in aller Welt man sie mit den Tel-Amarna-Briefen<note xml:id="n05">Gemeint sind die ca. 400 in den Jahrzehnten um 1900 im heutigen <placeName ref="kbga-places-1510">El-Amarna</placeName>, der früheren Hauptstadt Pharao <persName ref="kbga-actors-10484">Echnatons</persName>, entdeckten Tontafeln mit Keilschrift-Texten, bei denen es sich nur zu einem Teil wirklich um Briefe handelt. Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-5579"><hi rend="italic">The Amarna Letters</hi>, edited and translated by W. L. Moran, Baltimore / London 1992</bibl>.</note> beschäftige. <pb xml:id="p015" ed="pga"/>  Ich höre aber, dass ich meinerseits nicht in der rechten Liebe zu ihnen geredet, sondern sie ‹gerammt› habe. Für <persName ref="kbga-actors-33">Baumi</persName><note xml:id="n06">Gemeint ist <persName ref="kbga-actors-33">Walter Baumgartner</persName> (1887–1970), seit 1929 Prof. für Altes Testament und semitische Sprachen in Basel.</note> habe ich vorläufig eine richtige Ehrenerklärung von mir gegeben, während ich in Bez[ug] auf den hauptsächlich Mitangeklagten <persName ref="kbga-actors-367">K. L. S.</persName><note xml:id="n07"><persName ref="kbga-actors-367">Karl Ludwig Schmidt</persName> (1891–1956), 1925–1929 Prof. für Neues Testament in Jena, 1929–1933 in Bonn, 1935–1953 in Basel.</note> vorläufig schweigsam war. Es fehlt der Eros und das Ethos der <hi rend="text-recte">Forschung</hi>: was soll man da machen und wie soll man ihnen die liebevoll und doch kräftig einflößen?»<note xml:id="n08">Brief an <persName ref="kbga-actors-19">Chr. Barth</persName> vom <date when="1948-02-14">14.2.1948</date> (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9248.72</idno>).</note>
                    </p>
                    <p>Als Vorbereitung wohl für das zweite, am <date when="1948-02-18">18. Februar 1948</date> im Alumneum stattfindende Gespräch notierte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> handschriftlich einige Punkte auf dem Protokoll jener Aussprache mit den Basler Pfarrern<note xml:id="n09">Siehe oben, <ref type="pub" target="#fn_n02">Anm. 2</ref>.</note>, das er – vermutlich von den Studierenden zur Information – erhalten hatte. Dieses Dokument wird im Folgenden in Petit gesetzt auf der linken Seite abgedruckt; Barths dort angebrachte Unterstreichungen und seine weiteren Markierungen, die teils dazu dienten, den Bezugspunkt seiner Notizen kenntlich zu machen, sind als solche übernommen. Auf der rechten Seite sind im Normaldruck Barths Notizen wiedergegeben.</p>
                </div>
                <div>
                    <head>[Diskussion mit Studenten über das Theologiestudium]</head>
                    <table rend="100">
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                                    <hi rend="italic">Kirche – Theologie – Student</hi>
                                </p>
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                                <p rend="center">Notizen <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> zur Diskussion</p>
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                                <p rend="text-small">Zunächst ist festzustellen, dass der Ausspracheabend mit einigen Basler Pfarrern unter dem Thema «<term ref="kbga-terms-2038">Studium und Amt</term>» stand. Es war dies das zur Diskussion stehende Problem. Dabei <pb xml:id="p016" ed="pga" rend="right2"/> lag es wohl <seg type="highlight" xml:id="l.01"><hi rend="underline">beinahe allen</hi></seg> Studenten fern, zu behaupten, dass theologische Wissenschaft (Theorie) für das spätere Amt überflüssig sei.</p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.01">Nur <hi rend="italic">beinahe</hi> alle?</seg></p>
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                                <p rend="text-small">1. Es ist der <term ref="kbga-terms-231">Auftrag der Kirche</term>, <seg type="highlight" xml:id="l.02">√</seg> die uns in der heiligen Schrift bezeugte Offenbarung Gottes in Jesus Christus in der ganzen heutigen Welt zu verkündigen. Keiner kann diesen Auftrag erfüllen ohne die Kraft des heiligen Geistes. Deshalb kann die Theologie nicht mehr sein als eine technische Ausrüstung für die Erfüllung dieses Auftrages. Als solche <hi rend="underline">ist sie aber unbedingt notwendig.</hi><seg type="highlight" xml:id="l.03"><hi rend="sup">x</hi></seg></p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.02">√ Hier <hi rend="italic">fehlt:</hi> der Aufbau und das Leben der <term ref="kbga-terms-249">Gemeinde</term> als solcher und in ihren einzelnen Gliedern. Gemeinde ist nie «da»!</seg></p>
                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.03">[<hi rend="sup">x</hi>] Weil Auftrag immer <hi rend="italic">neu</hi><note xml:id="n10">An <hi rend="italic">«neu»</hi> ist ein Pfeil angefügt, der auf «Gemeinde» im vorstehenden letzten Satz zielt.</note> zu <hi rend="italic">übernehmen</hi> und (im Verhältnis zur <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-110">Schrift</term></hi>, zur <term ref="kbga-terms-2039">comm[unio] sanct[orum]</term> in der <hi rend="italic">V[er]g[angen]h[eit]</hi>, zur <hi rend="italic">Gegenwart!</hi>) auch neu zu <hi rend="italic">verstehen</hi> ist. Achtung vor Schielen auf die «<term ref="kbga-terms-957">Praxis</term>», die ja eben problematisch ist!</seg></p>
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                                <p>2. Die Theologie bekommt ihr Leben von diesem Auftrag her. Ihr Weg kommt von dort her und geht dorthin. Deshalb hat sie selbst, aber keine ihrer Einzeldisziplinen oder Einzelthemen, eine selbständige Bedeutung. Das <seg type="highlight" xml:id="l.04"><hi rend="underline">Verhältnis zum Auftrag der Kirche</hi></seg> ist das jeweilige Hauptkriterium für jede Gesamt- und Einzelvorlesung.</p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.04">Eben dieses Verhältnis (neu übernehmen und verstehen) bedingt aber: sie ist <term ref="kbga-terms-2040"><hi rend="italic">Forschung</hi> und <hi rend="italic">Lehre</hi></term> u[nd] zw[ar]<lb/> 
                                <hi rend="italic">1. </hi>für Professoren <hi rend="italic">und</hi> Studenten<lb/> 
                                <hi rend="italic">2. </hi>in je verschiedenem <hi rend="italic">Vorwiegen</hi> der beiden Momente</seg></p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="l.05"> <pb xml:id="p017" ed="pga" rend="right3"/>  Von diesem Auftrag her gestaltet sich die Theologie folgendermaßen:</seg></p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.05">Welches ist bei der folgenden Einteilung der Ort und die Aufgabe der <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-464">Kirchengeschichte</term>?</hi></seg>
                                </p>
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                                <p>a. <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-2041">Exegetischer Teil</term>:</hi> Es handelt sich hier um die Frage nach dem <seg type="highlight" xml:id="l.06"><hi rend="underline">Inhalt</hi></seg> des Offenbarungszeugnisses im Alten und Neuen Testament. Hieraus ergibt es sich, dass Einleitungs-, textkritische und literarkritische Fragen nur <seg type="highlight" xml:id="m.06"><hi rend="underline">Vorfragen</hi></seg> zu dieser Frage sein können und dementsprechend behandelt werden müssen. Alle Fragestellungen, die an der Frage nach dem <seg type="highlight" xml:id="n.06"><hi rend="underline">Inhalt</hi></seg> des vorliegenden Textes vorbei gehen, haben keine theologische Relevanz.</p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.06">Dieser <hi rend="italic">Inhalt</hi> (= Auftrag der K[irche]) ist jeweils neu zu finden u[nd] zw[ar] (1.[?]) in der <term ref="kbga-terms-110">Schrift</term> als «Text» und «Literatur». «Einleitung» ist nicht <hi rend="italic">Vor</hi>frage <hi rend="italic">neben</hi> Hauptfrage, sondern Voraussetzung der <hi rend="italic">einen </hi>Frage der bibl[ischen] Exegese und Theologie.</seg></p>
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                                <p rend="text-small">So bilden <term ref="kbga-terms-1219">Exegese</term> und biblische Theologie das <hi rend="underline">Hauptstück</hi> dieses Teiles der Theologie. Aus dem Zusammenhang ergibt sich, dass die Fragestellung bei der biblischen Theologie keine textkritische <seg type="highlight" xml:id="l.07">√</seg> sein kann, sondern eine strukturelle. <seg type="highlight" xml:id="l.08"><hi rend="underline">Nur vom Ganzen her kann man sich dem Einzelnen annähern</hi></seg>. Von hier aus erhebt sich bei den Vorlesungen von <hi rend="underline">Prof. <persName ref="kbga-actors-367">Schmidt</persName></hi><seg type="highlight" xml:id="l.09"><hi rend="sup">x</hi></seg> zum mindesten die Frage, ob nicht wegen der allzu interessanten Einzelheiten dieser <seg type="highlight" xml:id="m.08"><hi rend="underline">große Zusammenhang</hi></seg> Schaden leidet. Verschiedene Studenten erheben auch die Frage, ob nicht bei <hi rend="underline">Prof. <persName ref="kbga-actors-33">Baumgartner</persName></hi><seg type="highlight" xml:id="m.09"><hi rend="sup">x</hi></seg> das hinter dem Text stehende <seg type="highlight" xml:id="n.08"><hi rend="underline">große Ganze</hi></seg> zuweilen etwas zu kurz kommen könnte.</p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.07">√ oder historische</seg></p>
                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.08">Satz ist richtig, wenn «das <hi rend="italic">Ganze</hi>» (= Inhalt = Auftrag der K[irche]!) hier = das jeweils <hi rend="italic">mitgebrachte</hi> <hi rend="italic">Verständnis</hi> des Ganzen, das nun neu geprüft werden soll. Dann gilt aber auch der umgekehrte Satz: «Nur vom <hi rend="italic">Einzelnen </hi>her…»</seg></p>
                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.09"><hi rend="sup">x</hi>Aber wenn nun bei <persName ref="kbga-actors-367">Sch[midt]</persName> u[nd] <persName ref="kbga-actors-33">B[aumgartner]</persName> als <hi rend="italic">vorwiegend der Forschung</hi> zugewendeten Theologen gerade der Weg vom Einzelnen zum Ganzen zu lernen wäre?</seg></p>
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                                <p rend="text-small"><pb xml:id="p018" ed="pga" rend="right3"/>  b. <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-1322">Systematischer Teil</term>:</hi> Es handelt sich hier um die Frage nach Inhalt <seg type="highlight" xml:id="l.10"><hi rend="underline">und Form</hi></seg> <hi rend="italic">unseres </hi>Zeugnisses vom Offenbarungszeugnis in der <hi rend="italic">heutigen </hi>Welt. Hier muss die Rede sein von Dogmatik, Ethik und «Religionsphilosophie».</p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.10">Frage nach der <hi rend="italic">Form</hi> ist doch wohl die der <term ref="kbga-terms-2042"><hi rend="italic">prakt[ischen]</hi> Theologie</term>! (s. unten c!)</seg></p>
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                                <p rend="text-small">Bei der <seg type="highlight" xml:id="l.11"><hi rend="underline"><term ref="kbga-terms-7">Dogmatik</term></hi></seg> fände es ein Teil der Studenten wünschenswert, wenn nicht nur ein «caput selectum», sondern ein einige Semester dauernder Grundriss der Dogmatik zur Behandlung käme. Es ist fraglich, ob dazu ein zweiter Dozent für Dogmatik nötig ist.</p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.11"><term ref="kbga-terms-7">Dogmatik</term> lag seit 200 (<orgName ref="kbga-actors-8250">Basel</orgName>: 300!) Jahren im Argen (<term ref="kbga-terms-1323">Historismus</term>, Unsicherheit der Kirche schon sich selbst und der Welt gegenüber). «Grundrisse» genug! <hi rend="italic">Neuaufbau</hi> war nötig. – <hi rend="italic">caput </hi>selectum! Credo<note xml:id="n11"><bibl corresp="kbga-bibls-187"><persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic">Credo. Die Hauptprobleme der Dogmatik dargestellt in Anschluß an das Apostolische Glaubensbekenntnis. 16 Vorlesungen, gehalten an der Universität Utrecht im Februar und März 1935</hi>, München 1935; Zollikon-Zürich 1939</bibl>.</note>, D[o]g[mati]k im Grundriss<note xml:id="n12"><bibl corresp="kbga-bibls-163"><persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic">Dogmatik im Grundriß. Vorlesungen, gehalten im Sommersemester 1946 an der Universität Bonn</hi>, Zollikon-Zürich 1947</bibl>.</note>. <persName ref="kbga-actors-246">F[ritz] Lieb</persName>!</seg></p>
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                                <p rend="text-small">   Über <seg type="highlight" xml:id="l.12"><hi rend="underline"><term ref="kbga-terms-1215">Ethik</term></hi></seg> wird nicht explizit gelesen. Besonders die die ganze Gesellschaft und Wirtschaft berührenden Fragen – z.B. über Ehe, Arbeit, Kapital, usw. – scheinen vor dem Tor der <orgName ref="kbga-actors-8250">theologischen Fakultät</orgName> halt zu machen. Der katastrophale Erfolg dieser Tatsache zeigt sich schon jetzt im deplorablen Zustand unserer Seminarbibliothek, wo die Begriffe «mein» und «dein» außerordentlich stark in Verwirrung geraten sind.<note xml:id="n13">Durch einen im vorangegangenen Semester eingerichteten Aufsichtsdienst in der Bibliothek war «die unerlaubte Mitnahme von Büchern fast ganz verhindert worden»; die Hoffnung, dies werde durch erhöhte «Selbstdisziplin» im darauf folgenden Wintersemester auch ohne einen solchen zeitaufwändigen Dienst so bleiben, trog jedoch: Die «Unsitte der regellosen Mitnahme von Bibliotheksbüchern» war wieder eingerissen, wie <persName ref="kbga-actors-1560">Walther Eichrodt</persName> (1890–1978; seit 1922 außerordentlicher, seit 1934 ordentlicher Prof. für Altes Testament und Religionsgeschichte in Basel) gerade eine Woche zuvor berichtet hatte (Brief W. Eichrodts an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> [und die übrigen Fakultäts-Kollegen] vom <date when="1948-02-05">5.2.1948</date> [<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9348.163</idno>]).</note>
                                </p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.12"><term ref="kbga-terms-5">Anthropologie</term>! <persName ref="kbga-actors-1807">van Oyen</persName><note xml:id="n14"><persName ref="kbga-actors-1807">Hendrik van Oyen</persName> (1898–1980), 1948–1968 Prof. für Systematische Theologie in Basel, wo er sich besonders auf ethische, aber auch religionsphilosophische Fragestellungen konzentrierte.</note> <hi rend="italic">kommt!</hi></seg>
                                </p>
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                                <p rend="text-small"><pb xml:id="p019" ed="pga" rend="right3"/>  Auch die «<hi rend="underline"><term ref="kbga-terms-2043">Religionsphilosophie</term></hi>» könnte als kritische Behandlung der Fragen im Bereich des Kreises: «Christentum und Kultur» einen wichtigen Beitrag zu unserer Bildung geben. Diese Aufgabe stößt anscheinend bei unserem Dozenten für Religionsphilosophie<seg type="highlight" xml:id="l.13"><hi rend="sup">x</hi></seg> nicht auf großes Interesse.</p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.13"><hi rend="sup">x</hi> Giebt es den?<note xml:id="n15"><persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Frage deutet an, dass es an der <orgName ref="kbga-actors-8250">Basler Fakultät</orgName> einen spezifisch auf Religionsphilosophie ausgerichteten Dozenten bis zum Kommen <persName ref="kbga-actors-1807">Hendrik van Oyens</persName> nicht gab.</note> <persName ref="kbga-actors-1807">van Oyen</persName> <hi rend="italic">kommt!</hi></seg>
                                </p>
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                                <p rend="text-small">Für eine gute Behandlung der Hauptfragen in diesem Teil der Theologie <hi rend="underline">zieht man</hi> auch die Antworten und Versuche der Väter <hi rend="underline">zu</hi> <hi rend="underline">Rate</hi>. <hi rend="underline">Hier melden sich</hi><seg type="highlight" xml:id="l.14"><hi rend="sup">x</hi></seg> <term ref="kbga-terms-464">Kirchen- und Dogmengeschichte</term>. Es handelt sich also nicht um geschichtliche Ereignisse als solche, sondern um das Gespräch mit den Geistern der Kirche <seg type="highlight" xml:id="l.15"><hi rend="underline">vom Inhalt des heutigen Zeugnisses aus</hi></seg>. Gerade im Hinblick darauf ist das Unternehmen enzyklopädieartiger Vorlesungen fragwürdig. Man sollte bestimmte Einzelperioden<seg type="highlight" xml:id="l.16"><hi rend="sup">x</hi></seg> herausgreifen.</p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.14"><hi rend="sup">x</hi>Erst hier? Reden <hi rend="italic">mit</hi> bei <term ref="kbga-terms-1219">Exegese</term> und <term ref="kbga-terms-1322">system[atischer] Theol[ogie]</term>!</seg></p>
                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.15">Nein, um[?] die <hi rend="italic">Kontrollfrage </hi>nach der <hi rend="italic">Kirchlichkeit</hi> des heutigen Zeugnisses!</seg></p>
                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.16"><hi rend="sup">x</hi>Vielleicht richtiger Vorschlag, der aber Vorgehen in der <term ref="kbga-terms-7">Dogmatik</term> bestätigen würde!</seg></p>
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                                <p rend="text-small"> <pb xml:id="p020" ed="pga" rend="right3"/>c. <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-2042">Praktischer Teil</term>:</hi> Es handelt sich hier um die Frage nach der <hi rend="italic">Form</hi> der  Formen unseres Zeugnisses vom Offenbarungszeugnis. Hier kommen Disziplinen in Betracht wie <term ref="kbga-terms-2045">Homiletik</term>, <term ref="kbga-terms-2046">Katechetik</term>, <term ref="kbga-terms-354">Seelsorge</term>, sowie Hilfsdisziplinen wie <term ref="kbga-terms-355">Psychologie</term>, <term ref="kbga-terms-1242">Pädagogik</term> und <term ref="kbga-terms-2044">Soziologie</term>.</p>
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                                <p>In allen diesen Disziplinen geht es darum, wie man heute die Botschaft auf die richtige Art und Weise ausrichten soll, auch und gerade <hi rend="underline">in Kreisen von Intellektuellen und Arbeitern, die dieser Botschaft ganz entfremdet sind</hi><seg type="highlight" xml:id="l.17"><hi rend="sup">x</hi></seg>. Gerade im Hinblick auf die <term ref="kbga-terms-363">missionarische Aufgabe</term> der Kirche und besonders im Hinblick auf die Schwierigkeiten, die sich aus dem aufs neue Buchstabieren der Botschaft gerade für die oben genannten Kreise ergeben, wird im heutigen Gang der Vorlesungen zu wenig getan.</p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.17"><hi rend="sup">x</hi>Besser: im Verhältnis zu den heutigen Lebensproblemen, in die verwickelt die Menschen die Botschaft hören sollen.</seg></p>
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                                <p rend="text-small">Ohne <hi rend="underline">ordentliche Professuren für praktische Theologie</hi> wird man dieser Aufgabe kaum gewachsen sein. Bei der Überlastung unserer Dozenten für prakt[ische] Theologie durch ihre großen Gemeinden<note xml:id="n16">Gemeint sind <persName ref="kbga-actors-403">Eduard Thurneysen</persName> (1888–1974), der neben seiner außerordentlichen Professur für Praktische Theologie, die er ab 1941 innehatte, Pfarrer am Basler Münster war, sowie <persName ref="kbga-actors-3522">Julius Schweizer</persName> (1898–1986), der neben seinem Extraordinat (ebenfalls ab 1941) Pfarrer in Allschwil war (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-3298">E. Bonjour, <hi rend="italic">Die Universität Basel von den Anfängen bis zur Gegenwart. 1460–1960, </hi>Basel 1960, S. 527</bibl>).</note> ist es kaum erstaunlich, wenn dieses Anliegen zu kurz kommen muss. Methodisch die <pb xml:id="p021" ed="pga" rend="right2"/> beste Form ist die des Kolloquiums, wobei es zu einem richtigen Gespräch zwischen Dozent und Studenten kommen muss.</p>
                                <p rend="text-small">Eine andere Lösung wäre der Besuch eines <hi rend="underline">Predigerseminars</hi> während einiger Zeit, das sich speziell der oben genannten Aufgabe widmet. Doch besteht dann die Gefahr, dass die Universitas discens et docens der Meinung sein könnte, sie hätte mit der Beschäftigung mit dieser Seite des Auftrages der Kirche nichts mehr zu tun. Diese Gefahr ist umso größer, als die Studenten und die Professoren aus einer ganz bestimmten wirtschaftlichen Schicht herkommen und im großen Ganzen wenig wesentlichen Kontakt mit anderen Bevölkerungsschichten haben.</p>
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                                <p rend="text-small">3. <hi rend="italic">Der Student:</hi> Die Theologie trägt grundsätzlich den Charakter des <seg type="highlight" xml:id="l.18"><hi rend="underline">Gesprächs</hi></seg>. Deshalb kann man Theologie nur fruchtbar treiben in <seg type="highlight" xml:id="l.19"><hi rend="underline">Gemeinschaft</hi></seg> mit anderen. Gerade an der Gemeinschaft mangelt es in vielem. Das erfahren besonders die neu eintretenden Glieder der Fakultät. – Neben dem durch die Fakultät Dargebotenen ist die technisch-praktische Ausbildung weithin eine Sache der persönlichen Freiheit und vor allem der Initiative jedes einzelnen Studenten. Dazu müssen aber die <pb xml:id="p022" ed="pga" rend="right2"/> Professoren <hi rend="underline">die nötige Anleitung<seg type="highlight" xml:id="l.20"><hi rend="sup">x</hi></seg> bieten</hi>. Wichtig ist auch eine <hi rend="underline">praktische Betätigung</hi><seg type="highlight" xml:id="l.21"><hi rend="sup">xx</hi></seg> – mag sie auch noch so klein sein. Gerade in der Jugendarbeit öffnet sich da ein weites Feld.</p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.18">Achtung! Es lebe die einsame Studierstube – mit Tür und Fenster!</seg></p>
                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.19"><term ref="kbga-terms-2037">Studieren</term> heißt: selber wissen wollen.</seg></p>
                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.20"><hi rend="sup">x</hi>Ist das praktische Vorbild nicht die beste Anleitung</seg></p>
                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.21"><hi rend="sup">xx</hi>Achtung! Habt ihr Zeit dazu?</seg></p>
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                                <p>  Auf jeden Fall soll sich der Student stets vor Augen halten, dass das ihm Dargebotene niemals ein fertiges Kompendium oder Kochbuch sein kann und darf. Die Mühe und Problematik des Übergangs von der Universität ins Pfarramt kann keinem erspart werden.<seg type="highlight" xml:id="l.22"><hi rend="sup">x</hi></seg></p>
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                                <p><seg type="highlight" xml:id="r.22"><hi rend="sup">x</hi>Vor Allem darum nicht, weil man zeitlebens stud. theol. bleibt!</seg></p>
                                <p><seg type="highlight" xml:id="s.22"><term ref="kbga-terms-250">Ämter</term> im NT. Ausbildung in diesem Sinn zu ändern? Nicht nur Pfarrer!</seg></p>
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