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      <titleStmt>
        <title type="volume" n="vol-56">Predigten 1912</title>
        <title type="content">Predigt: Markus 1,9-11 (I)</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Markus 1,9-11 (I), 14. Januar 1912</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/56004 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1912, hrsg. v. Busch, Eberhard / Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2022, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/56004</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1912</title>
          <title type="text">Predigt: Markus 1,9-11 (I)</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Busch, Eberhard</editor>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2022</date>
          <!--position within a volume-->
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Mk 1,9-11(I), 14. Januar 1912. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1539">KBA 1074</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1912-01-14">14. Januar 1912</date>
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          <term>sermon</term>
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                        <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>, Sonntag, den <date when="1912-01-14">14. Januar 1912</date>
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            <epigraph>
            <cit>
                            <ref type="can" subtype="bible" target="Mk.1.9 Mk.1.11">Markus 1,9–11</ref>
                            <span>
                                <idno>I</idno>
                            </span>
                <quote rend="text-recte">Und es geschah in jenen Tagen, dass Jesus von <placeName ref="kbga-places-948">Nazareth</placeName> in <placeName ref="kbga-places-780">Galiläa</placeName> kam und <hi rend="italic">ließ sich taufen von <persName ref="kbga-actors-2206">Johannes</persName> im <placeName ref="kbga-places-926">Jordan</placeName></hi>. Und wie er aus dem Wasser aufstieg, sah er den Himmel sich auftun und den Geist gleich wie eine Taube herabkommen auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!</quote>
                        </cit>
            </epigraph>
            <salute>Liebe Freunde!</salute>
        </div>
        <div type="main">
            <p>Wir wissen wenig, sozusagen gar nichts von dem, was <term ref="kbga-terms-1434">Jesus als Kind, als Jüngling, als junger Mann</term> erlebt und getan hat. Alles, was wir von ihm wissen, stammt aus einem einzigen, seinem letzten Lebensjahr. Vorher hat er offenbar durch gar nichts Besonderes die Aufmerksamkeit der Leute auf sich gezogen. Man erzählte sich später von den prophetischen Worten des Simeon und der Hanna bei der Darstellung im Tempel [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.25 Lk.2.38">Lk. 2,25–38</ref>], man erzählte sich davon, wie der Zwölfjährige einmal unter die <term ref="kbga-terms-1433">Schriftgelehrten</term> geraten sei und mit ihnen über die höchsten Dinge geredet habe [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.42 Lk.2.47">Lk. 2,42–47</ref>]. Man erzählte sich, wie er seinen Eltern in <placeName ref="kbga-places-948">Nazareth</placeName> gehorsam gewesen sei [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.51">Lk. 2,51</ref>]. Aber von alldem redete man erst später. Als diese Dinge geschahen, scheinen sie kein besonderes Aufsehen erregt zu haben. Ohne das, was Jesus später geworden ist, würden sie vergessen worden sein, wie mancher hübsche Zug aus dem Leben andrer Kinder und junger Leute vergessen worden ist. Er war kein Wunderkind. Er ragte nicht um Haupteslänge über seine Altersgenossen empor. Er hat offenbar auch später nicht das Gefühl gehabt, eine besonders bemerkenswerte Jugend- und Jünglingszeit verlebt zu haben, sonst würde er es gemacht haben wie <persName ref="kbga-actors-136">Goethe</persName>, der uns in vier Bänden, die er «Dichtung und Wahrheit» nannte, seine innere und äußere Entwicklung bis ins Einzelnste genau schildert,<note xml:id="n01">
                            <p> <bibl corresp="kbga-bibls-1516"><persName ref="kbga-actors-136">J. W.  von Goethe</persName>, <hi rend="italic">Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit</hi> (Erstdruck: 1811–1814/1833; Hamburger Ausgabe, Bd. 9/10)</bibl>.</p>
                        </note> oder wie unser Schweizer Dichter <pb xml:id="p014" ed="pga"/> <persName ref="kbga-actors-637">Gottfried Keller</persName> mit seinem «Grünen Heinrich», der niemand Andres ist als er selbst.<note xml:id="n02">
                            <p> <bibl corresp="kbga-bibls-1514"><persName ref="kbga-actors-637">G. Keller</persName>, <hi rend="italic">Der grüne Heinrich</hi>, 4 Bd.e, Erste Fassung (Erstdruck: 1853/55; Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 11–12)</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-1515">Zweite Fassung (Erstdruck: 1879/80; Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe, Bd. 1–3)</bibl>.</p>
                        </note> Jesus hat kein solches Buch hinterlassen. |</p>
            <p>Viele von uns haben mit 30 Jahren unendlich viel mehr getan und von sich reden gemacht als Jesus. Von dem römischen Staatsmann <persName ref="kbga-actors-2359">Julius Cäsar</persName> wird berichtet, er sei beim Anblick eines Standbildes des jungen <persName ref="kbga-actors-3748">Alexander des Großen</persName> in Tränen ausgebrochen über den Gedanken: in meinem Alter hatte dieser Mann schon die Welt erobert!<note xml:id="n03"> Nach <bibl corresp="kbga-bibls-773">Sueton, <hi rend="italic">Divus Iulius</hi>, 7,l</bibl>, sah <persName ref="kbga-actors-2359">Julius Cäesar</persName> bei einer Reise durch die Provinz <foreign xml:lang="lat">Hispania ulterior</foreign>, die ihm als Quästor zugefallen war, eine solche Statue <persName ref="kbga-actors-3748">Alexanders</persName>, und es schien, als sei er, «überdrüssig seiner Tatenlosigkeit, weil er, wie er sich ausdrückte, noch nichts Denkwürdiges vollbracht habe in einem Alter, worin Alexander bereits den Erdkreis erobert gehabt habe» («<foreign xml:lang="lat">pertaesus ignaviam suam, quod nihil dum a se memorabile actum esset in aetate, qua iam Alexander orbem terrarum subegisset</foreign>»); deutsche Übersetzung: <bibl corresp="kbga-bibls-2894"> <persName ref="kbga-actors-4495">Sueton</persName>, <hi rend="italic">Kaiserbiographien</hi>, Deutsch von Prof. Dr. Adolf Stahr (Langenscheidtsche Bibliothek sämtlicher griechischen und römischen Klassiker in neueren deutschen Musterübersetzungen, Bd. 106), Berlin-Schöneberg o. J. [6. Aufl.].</bibl></note> Ein junger Lehrer oder Pfarrer oder Beamter oder Schriftsteller von heutzutage, auch wenn er noch gar kein besonderes Licht ist, könnte Jesus gegenüber gerade auf den umgekehrten Gedanken kommen: Als ich 20 war, war ich Präsident von drei Vereinen, kannte vier Sprachen und reiste in fünf Ländern, als ich 21 war, drückte mir ein berühmter Mann die Hand und sagte mir, ich solle nur so fortfahren, als ich 23 war, schrieb ich meinen ersten Zeitungsartikel, der nicht der letzte blieb, als ich 25 war, kam ich in eine öffentliche Stellung, arbeitete am Wohl des Staates und der Gemeinde, oder ich unterrichtete ganze Scharen von Kindern, die Hoffnung der künftigen Zeiten, oder ich hielt Reden, Vorträge oder Predigten, und viele Hunderte von Menschen mussten ihre Augen auf mich richten, ob sie wollten oder nicht. Jesus tat in meinem Alter von dem Allem gar nichts, er lebte in einem Winkel des Landes <placeName ref="kbga-places-780">Galiläa</placeName>, und es war, wie wenn er gar nicht gelebt hätte, so wenig hörte man von ihm. Aber nicht wahr, es wäre recht närrisch, wenn ein junger Mann auf Grund eines solchen Ver<pb xml:id="p015" ed="pga" break="no"/>gleichs mit Jesus selbstbewusst werden wollte? Er täte besser, sich zu besinnen: was ist nun größer und wertvoller: das Geräusch, das ich mit meinen Jahren bereits verursache in der Welt, oder die<note place="footnote" n="a" type="textcritical" xml:id="na"><p>Ein zweites «die» ist schon im <ref corresp="A">Mskr.</ref> mit Bleistift gestrichen.</p></note> Stille, in die Jesus um diese Zeit <term ref="kbga-terms-1434">seines Lebens</term> gehüllt war? Vielleicht würde ihm dann der Vergleich auch schmerzlich, wie er jenem <persName ref="kbga-actors-2359">Julius Cäsar</persName> schmerzlich gewesen ist. Er müsste sich sagen: in einem Alter, in dem Jesus noch in tiefer Verborgenheit Kraft und Weisheit in sich aufnahm, muss ich bereits mitten im Leben stehen und mit beiden Händen austeilen. Er wird sich arm vorkommen mit seinem Wirken und Reden, mit dem kleinen oder großen Ruf, den er sich gemacht hat, neben dem innern Reichtum jenes Unbekannten, Ungenannten, der sich gerade darin zeigte, dass er <hi rend="italic">warten</hi> konnte, um dann mit voller gesammelter Manneskraft an sein Werk heranzutreten. |</p>
            <p>Es darf uns nicht erstaunen, und wir wollen es auch nicht bedauern, dass diese größte Zeit des Lebens Jesu für uns in undurchdringlichem Nebel liegt. Es spricht für die Zuverlässigkeit der biblischen Berichte, dass sie nicht den Versuch machen, diese Lücken, die man gewiss schon in früher Zeit empfunden hat, auszufüllen. Und die einzigartige Größe der Worte und Taten Jesu, der merkwürdige Eindruck, den seine Person in dem letzten Lebensjahr hervorgerufen, sie werden uns verständlicher, fast möchte man sagen: natürlicher durch die Tatsache, dass ihnen eine lange Zeit scheinbarer Bedeutungslosigkeit vorangegangen ist. Gerade solche Zeiten sind ja auch in unserm Leben oft die Grundlage, aus der später <term ref="kbga-terms-829">das Gute</term> und Schöne herauswächst, man weiß nicht wie. Da sammelt und vertieft sich der <term ref="kbga-terms-1436">Geist</term>, ohne dass er selber es ahnt. Wir wollen aufmerksam und ehrfürchtig sein, wenn wir mit solchen schlummernden Seelen zusammentreffen, wer weiß, wie sie einmal aufwachen werden, und <hi rend="italic">wenn</hi> sie aufwachen, dann blicken wir zurück und verstehen die Jahre der Stille und Bedeutungslosigkeit, mit denen uns manche solcher Menschen Rätsel aufgeben. So war es mit Jesus: Als er <hi rend="italic">aufwachte</hi> und Hand ans Werk legte, da war sein außerordentliches Leben nicht eine künstliche Treibhauspflanze und nicht ein vom Himmel gefallenes Wunder, sondern der selbstverständliche Trieb des von Gott in seine Seele gesenkten Samens. Wenn wir sein Leben ansehen, müssen wir sagen: Jesus <hi rend="italic">konnte</hi> kein Wunderkind, kein frühreifer junger Held sein. Was wir da kennenlernen, <pb xml:id="p016" ed="pga"/> das <hi rend="italic">musste</hi> reif werden, und zwar in der Stille reif werden. Wir wollen heute etwas hören von seinem <hi rend="italic">Aufwachen</hi>, von dem Anfang des Lebens Jesu, das wir <hi rend="italic">kennen</hi>. Daraus wird dann auch einiges Licht fallen auf das Leben Jesu, das wir nicht kennen. Wir werden beim Anblick des Stammes die Wurzeln ahnen, ohne die er nicht wäre.</p>
            <ab rend="center">*   *   *</ab>
            <p>Das <term ref="kbga-terms-1434">Leben Jesu</term>, das wir kennen, fängt damit an, dass er an den Jordan zu <hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-2206">Johannes dem Täufer</persName></hi> gegangen ist. Diese Tatsache gibt uns einen überaus wichtigen Schlüssel in die Hand zum Verständnis seiner innern Entwicklung und zur Erklärung seiner Größe. Jesus hat damit angefangen, dass er sich <hi rend="italic">einem andern Menschen untergeordnet</hi> hat. Denn das war es, wenn er sich unter die Menge des Volkes, der Neugierigen und der Aufrichtigen, stellte, die in die Wüste gekommen waren, um den Propheten der <term ref="kbga-terms-725">Buße</term> und des nahen <term ref="kbga-terms-434">Reiches Gottes</term> zu sehen und zu hören. Unterordnung unter diesen Menschen war es, dass er auf diesen Johannes hörte als auf ein <hi rend="italic">Sprachrohr</hi> Gottes, dass er aus seinem Mund die <term ref="kbga-terms-62">Wahrheit Gottes</term>, sein <term ref="kbga-terms-264">Gebot</term> und seine Forderung entgegennahm, Unterordnung, dass er sich auch jener äußern Handlung unterzog, die uns fast äußerlich anmutet, jenem Bad im <placeName ref="kbga-places-926">Jordan</placeName>, das sinnbildlich die Erneuerung des innern Menschen, seine Vorbereitung auf das Werk Gottes darstellte. Wir würden uns den Anfang der Laufbahn Jesu wohl ganz anders vorgestellt haben als so. Unterordnung gegen Gott, vielleicht in einer Zeit heißer Gebete in der Einsamkeit, das würde uns eher einleuchten. Aber dass er zu einem Menschen geht, dass er eine Predigt der <term ref="kbga-terms-725">Buße</term> hört und entgegennimmt, dass er durch diesen Menschen eine Handlung an sich vollziehen lässt, die Buße bedeutet, das hat etwas, das sich mit dem Bild, das wir uns von Jesus oft machen, schwer vereinigen lässt. Man hat zur Erklärung dieser Geschichte oft gesagt, es sei Jesus mit dieser Unterordnung nicht Ernst gewesen. Diese Handlung habe für ihn nur die Wahrung eines äußern Scheins bedeutet, er habe sich über das Volk nicht erheben wollen und habe darum die Übung, in der es seinen Glauben ausdrückte, mitgemacht.<note xml:id="n04"><p> Vgl. etwa <bibl corresp="kbga-bibls-1519"><persName ref="kbga-actors-1091">E. Klostermann</persName>, <hi rend="italic">Die Synoptiker. Markus, Matthaeus, Lukas</hi> (HNT 2/1), Tübingen 1919 (einzeln ausgegeben 1907 / 1909 / 1919), S. 173</bibl>: «Die Taufe ist ihm nicht notwendig, um sündenfrei oder um Gottes Sohn zu werden, sondern er unterzieht sich ihr aus Akkommodation […]. <foreign xml:lang="grc" rend="Ell">πᾶσαν δικαιοσύνην πληρῶσαι</foreign>: weil die Sendung des Täufers allen Israeliten gilt»; <bibl corresp="kbga-bibls-1520"><persName ref="kbga-actors-418">J. Weiß</persName>, <hi rend="italic">Die drei älteren Evangelien</hi>, in: ders. (Hrsg.), <hi rend="italic">Die Schriften des Neuen Testaments</hi>, neu übersetzt und für die Gegenwart erklärt, Bd. 1, Göttingen 1906, S. 28–484, dort S. 64</bibl>: «Wir nehmen keinen Anstoß daran, daß Jesus sich hat taufen lassen; wir finden es im Gegenteil besonders schön, daß er gar nicht auf den Gedanken gekommen ist, sich von der weihevollen Handlung auszuschließen, der alle wahrhaft Frommen unter seinen Volksgenossen sich unterzogen. Daß er ein Bedürfnis nach Entsündigung empfunden hätte, können wir uns allerdings nicht denken». – Dass solche Umdeutungen schon in frühester Zeit einsetzten, zeigt <bibl corresp="kbga-bibls-1521"><persName ref="kbga-actors-5806">J. Bornemann</persName>, <hi rend="italic">Die Taufe Christi durch Johannes in der dogmatischen Beurteilung der christlichen Theologen der vier ersten Jahrhunderte</hi>, Leipzig 1896</bibl>; eine ganze Reihe überkommener und zeitgenössischer Erklärungsversuche bietet <bibl corresp="kbga-bibls-1522"><persName ref="kbga-actors-690">H. A. W. Meyer</persName>, <hi rend="italic">Kritisch exegetisches Handbuch über das Evangelium des Matthäus</hi> (KEK I/1), Göttingen 1858<hi rend="sup">4</hi>, S. 99f.</bibl></p></note> Ich meine, diese Erklärung ist <pb xml:id="p017" ed="pga"/> nichts wert. Kann man, wenn man Jesus kennt, annehmen, er habe etwas getan, mit dem es ihm nicht voller heiliger Ernst gewesen sei? Können wir uns denken, dass er eine fromme Übung erfüllt habe zur Wahrung des äußern Scheins, so wie leider viele<hi rend="italic"/>Christen zur <term ref="kbga-terms-68">Taufe</term>, zum <term ref="kbga-terms-69">Abendmahl</term>, auch zur <term ref="kbga-terms-67">Predigt</term> gehen zur Wahrung des äußern Scheins? Ich meine, das geht absolut nicht an, uns so etwas vorzustellen. Ich meine, das war nichts Zufälliges und nichts Gemachtes, dass Jesus da unter die Menge der Empfangenden, der Hörenden, der Täuflinge trat, dass er sich von einem <hi rend="italic">Menschen</hi> durch Wort und Handlung die Weihe geben ließ zu einem gottgefälligen Leben, das kam mit Notwendigkeit hervor aus seinem innersten Wesen. Nicht <hi rend="italic">trotzdem</hi>, sondern gerade <hi rend="italic">weil</hi> er sich so zu einem Menschen stellte, wurde er in jener Stunde gewiss, der <term ref="kbga-terms-235">Sohn Gottes</term> zu sein.</p>
            <p>Wir Andern sind, gerade wenn wir Gott suchen und finden möchten, oft so phantastisch und unnatürlich. Wir wollen es mit Gott zu tun haben und nur mit Gott, sagen wir. Wir wollen unsrer eigenen Überzeugung, unserm eigenen <term ref="kbga-terms-596">Gewissen</term> folgen, wir glauben das höchste Recht unsres <term ref="kbga-terms-1435">Gefühls</term> zu verteidigen, indem wir in den höchsten Dingen nur auf die Stimmen unsres eigenen Innern hören. Ja, das ist Alles ganz recht so, und das hat Jesus sicher auch so gemacht, aber nun fragt es sich nur, wie denn das zugehen soll, wenn wir es mit Gott zu tun haben, wie wir zu einer eigenen Überzeugung, zu einem eigenen Gewissen, zu eigenem Gefühl <hi rend="italic">kommen</hi>, denen wir dann folgen <pb xml:id="p018" ed="pga"/> können. Alle diese Dinge regnen doch nicht aus der Luft. Aber wir tun oft so, als ob sie aus der Luft regneten. Wir suchen Gott, aber wir suchen ihn in einem <term ref="kbga-terms-397">leeren Raum</term>, wir erklären, der Stimme unsres <term ref="kbga-terms-1431">innern Lebens</term> folgen zu wollen, aber in Wirklichkeit ist eine solche Stimme gar nicht hörbar, weil wir ein inneres Leben noch gar nicht haben. Es gibt eine sehr weit verbreitete Strömung in der <term ref="kbga-terms-457">Frömmigkeit</term> alter und neuer Zeiten, die verweist den Menschen in seinem <term ref="kbga-terms-38">Verhältnis zu Gott</term> oder, wie man auch sagen kann: in seinem Verhältnis zur <term ref="kbga-terms-340">Wahrheit</term>, zum <term ref="kbga-terms-829">Guten</term>, zum Schönen auf sich selbst. In seinem eigenen Innern finde er Gott und alles Hohe, wie man es auch nennen will. In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne!<note xml:id="n05"><p><bibl corresp="kbga-bibls-2780"><persName ref="kbga-actors-764">Fr. Schiller</persName>, <hi rend="italic">Wallenstein. Die Piccolimini</hi></bibl>, Zweiter Aufzug, Sechster Auftritt: 
                <q rend="block">
                                    <lg>
                    <l>O! du wirst auf die Sternenstunde warten,</l> 
                    <l>Bis dir die irdische entflieht! Glaub mir,</l> 
                    <l>In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne.</l>
                                    </lg>
                                </q>
                            </p>
                        </note> Das ist richtig, aber es ist genau <hi rend="italic">halb</hi> richtig. Jawohl, in unserm Innern muss Gott erwachen, müssen wir ihn erleben, in unsrer Brust muss alles Hohe erfasst und erfahren sein, wenn es Wahrheit und nicht Heuchelei und Selbstbetrug sein soll. Aber woher kommt es in unser Inneres? Sollen wir es aus unsern Fingern saugen? Wenn wir das versuchen, dann bekommt unsre <term ref="kbga-terms-457">Frömmigkeit</term> so leicht etwas <hi rend="italic">Unsicheres</hi>, denn sie wird dann stark oder schwach, leuchtend oder trübe sein, je nachdem die Wogen unsres Gemütes gerade hoch oder niedrig gehen. Und sie bekommt etwas <hi rend="italic">Eitles</hi>, denn wir freuen uns dann unwillkürlich darüber, wenn es uns gelingt, mehr von solchen scheinbar göttlichen Erfahrungen aus unsern Fingern zu saugen, als das vielleicht Andern möglich ist. Und sie bekommt etwas <hi rend="italic">Selbstsüchtiges</hi>, denn wenn wir so auf dem Weg einer Privatunternehmung unsrer <term ref="kbga-terms-356">Seele</term> zu Gott gelangt zu sein meinen, kommen wir ganz selbstverständlich auf die Vermutung, unser Anteil an ihm sei unser wohlerworbenes Privateigentum, und werden gleichgiltig und gedankenlos gegenüber der Masse der Übrigen, die nicht so weit sind. Es gehört mit zu den merkwürdigsten Verirrungen des <term ref="kbga-terms-1436">menschlichen Geistes</term>, dass man sich, um die einzigartige Würde Jesu zu betonen, die Vorstellung gemacht hat, als ob er auch ein Frommer von dieser Art gewesen sei, als ob er, um mit Gott zu verkehren, im Grund nur mit sich selbst verkehrt habe. Ja, <pb xml:id="p019" ed="pga"/> dahin ist er freilich gelangt, solche innere Selbständigkeit war der Höhepunkt seiner Entwicklung, wahrscheinlich in den letzten Monaten seines Lebens, auf dass er dann sagen konnte: Ich und der Vater sind eins! [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.10.30">Joh. 10,30</ref>], und wie die ähnlichen Aussprüche im Johannesevangelium alle lauten. Zu dieser innern Selbständigkeit, bei der Gott in uns Alles in Allem wird, sollen wir auch gelangen, aber wir sollen nicht das Ziel mit dem Weg verwechseln, wir sollen nicht meinen zu haben, was wir erst suchen, sonst fallen wir in jene Fehler der Unsicherheit, der Eitelkeit, der Selbstsucht, wie wir sie eben genannt haben. Wir wandeln im Glauben und noch nicht im Schauen [<ref type="can" subtype="bible" target="2.Kor.5.7">2.Kor. 5,7</ref>].</p>
            <p>Auch Jesus ist vom Glauben zum Schauen gegangen. Er ist auf den Höhepunkt: Ich und der Vater sind eins! <hi rend="italic">gelangt</hi> und hat nicht damit angefangen. Auch sein inneres Leben ist ein Weg gewesen und nicht ein zufriedener Stillstand. Die Taufgeschichte deutet uns diesen Weg an. Jesus hat sich einem Menschen untergeordnet, er hat von ihm gelernt, er hat sich von ihm führen, anleiten, weihen lassen. Was er nachher den Menschen brachte, das lag wohl in ihm selbst als die einzigartige göttliche Ausstattung, die ihn von allen Andern unterscheidet. Aber beim Anhören des Rufes des Täufers ist es in ihm erwacht und hervorgebrochen. Er konnte später die freie, frohe <term ref="kbga-terms-63">Vergebung der Sünden</term> verkündigen, weil ihm das Geheiß: Tut <term ref="kbga-terms-725">Buße</term> und <term ref="kbga-terms-1206">bekehret</term> euch! durch und durch gegangen war. Er konnte den Menschen sagen: Das <term ref="kbga-terms-434">Reich Gottes</term> ist mitten unter euch! [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.17.21">Lk. 17,21</ref>], weil er einst die Verkündigung des Täufers tief in sich aufgenommen, dass das Reich Gottes nahe herbeigekommen sei [<ref type="can" subtype="bible" target="Mk.1.15">Mk. 1,15</ref>]. Er konnte reden wie einer, der Vollmacht hat [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.7.29">Mt. 7,29</ref>], und einen Eindruck ausüben wie kein Anderer, weil er selbst etwas verspürt von der neuschöpfenden Kraft Gottes in jener Stunde, da er sich von Johannes in dem <placeName ref="kbga-places-926">Jordan</placeName> taufen ließ. Ich wiederhole: das Alles spricht nicht gegen seine <term ref="kbga-terms-235">Gottessohnschaft</term>, sondern es zeugt von ihr. Denn dieser Weg der Unterordnung ist der Weg Gottes. Durch einen Menschen sollte Jesus <hi rend="italic">geweckt</hi> und berufen werden. Gewiss hat er auf diesem Weg auch gebetet. Aber das <term ref="kbga-terms-90">Gebet</term> führte ihn an <persName ref="kbga-actors-2206">Johannes dem Täufer</persName> nicht vorbei, es machte ihn und seine Predigt und Taufe nicht überflüssig, sondern es führte ihn gerade zu ihm hin.</p>
            <p>Dieser Sachverhalt kennzeichnet das innerste Wesen Jesu. Er lässt uns einen Blick [werfen] in die Art des Geistes, der in jenen langen <pb xml:id="p020" ed="pga"/> Jahren seines Lebens, die wir nicht kennen, in ihm gereift sein muss. Und er lässt uns zugleich das übersehen, was nachher aus Jesus geworden ist. – | </p>
            <p>Dass er zum <persName ref="kbga-actors-2206">Täufer</persName> gegangen ist und sich ihm unterstellt hat, das war eine Tat der <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-1437">Wahrhaftigkeit</term></hi>. Er suchte Gott nicht an einem falschen Ort, nicht in selbstgemachten Gedanken, auch nicht bloß in Büchern und auch nicht bloß in der schönen <term ref="kbga-terms-328">Natur</term> draußen. Er wusste, wie leicht wir fehlgehen, wenn wir da suchen. Er empfand das Bedürfnis, Gott durch eines Menschen Mund zu sich reden zu hören. Dies war eine Aufrichtigkeit. Wir haben sie nicht immer. Wir verstecken uns vor dem Bedürfnis, obwohl wir es auch empfinden. Wir wollen Gott lieber anders zu uns reden lassen als durch unsre <term ref="kbga-terms-800">Mitmenschen</term>. Zu der Stimme unsres eigenen kleinen <term ref="kbga-terms-596">Gewissens</term> und <term ref="kbga-terms-1435">Gefühls</term> können wir sagen: Still!, wenn sie uns einmal nicht gefällt! Auch die Stimme der Natur können wir schweigen heißen, und das beste Buch, sogar die <term ref="kbga-terms-110">Bibel</term> können wir zuschlagen, wenn es uns zu unangenehm die <term ref="kbga-terms-340">Wahrheit</term> sagt. Das Wort eines Menschen aber ist ein Hieb, der sitzt, auch wenn es längst verklungen ist. Wir lassen es nicht gern dazu kommen. Wir weichen ihm aus. Das ist unser Fehler. Denn gerade weil uns das Wort eines Mitmenschen viel eindringlicher, schärfer anfasst als das, was wir uns selbst sagen, gerade darum haben wir es nötig. Die volle Wahrheit sagt uns nur das durch Andre erleuchtete, erzogene und gebildete Gewissen. Volle Wahrheit ist nur die Überzeugung, die sich gestählt hat im Verkehr mit andern Überzeugungen. Volle Wahrheit ist auch in unserm Gefühl nur dann, wenn wir mitgefühlt haben, was Andre fühlen. Dieses Bedürfnis nach einem andern Menschen, diese <term ref="kbga-terms-1437">Wahrhaftigkeit</term> hatte Jesus, und darum ging er an den <placeName ref="kbga-places-926">Jordan</placeName>. Aber es ist noch mehr darin. –</p>
            <p>Es ist <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-182">Ehrfurcht</term></hi> in seiner Tat. Gewiss besaß er selbst schon vorher einen großen Reichtum von innern Erlebnissen, von hohen und höchsten Gedanken, ja von Gotteserfahrung. Er war schon damals mehr als <persName ref="kbga-actors-2206">Johannes</persName>, der ihn taufte. Aber dieser ganze innere Reichtum verwandelte sich in jener Stunde in Pietät und Respekt vor der Sendung des Mannes, der sich selbst als den Vorläufer eines Größern ankündigte [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.3.11">Mt. 3,11</ref>]. Wir können darauf nicht genug achten. Jesus hatte ein tiefes Bewusstsein davon, dass wir Menschen nicht auf uns selbst stehen dürfen, wenn wir auf Gott stehen wollen, sondern <pb xml:id="p021" ed="pga"/> dass wir Glieder in einer Kette, in einem Zusammenhang sein müssen, um etwas zu sein. Für ihn war Johannes der Vertreter der Väter <term ref="kbga-terms-427">Israels</term>, der <persName ref="kbga-actors-444">Abraham</persName>, <persName ref="kbga-actors-2198">Isaak</persName> und <persName ref="kbga-actors-2199">Jakob</persName> und all der <term ref="kbga-terms-426">Propheten</term>, und er empfing ihren Segen, wenn er seinen Segen, seine Taufe empfing. Diese Ehrfurcht ist es, die unser menschliches Leben ernährt und lebendig erhält. Wir dürfen uns um keinen Preis allein auf einem Berggipfel fühlen. Wir müssen Menschen haben, die wir als überlegen ansehen, an denen wir hinaufsehen. Nur dann sind wir etwas wert. Wer einen guten Vater, eine gute Mutter gehabt hat oder noch hat, weiß, was ich meine. Ich habe in meinem Zimmer eine Anzahl Bilder aufgehängt von Männern, die ich besonders verehre. Ihre Gegenwart erdrückt mich manchmal, wenn ich an ihre Überlegenheit denke. Und doch habe ich sie nötig. Sie halten gerade durch ihre Überlegenheit das Gefühl der Ehrfurcht in mir wach, das ich brauche, das Gefühl, dass ich durchaus nicht auf mir selbst stehe mit meiner Arbeit und meinen Gedanken, sondern auf den Schultern von Andern und dass ich ihnen dankbar sein muss, indem ich mich ihrer würdig erzeige. Solche <term ref="kbga-terms-182">Ehrfurcht</term> empfand Jesus vor seinem Vorgänger. Er empfand sie wahrhaftig nicht nur äußerlich und scheinbar, sondern in tiefster Wirklichkeit. Gerade darum ist er größer geworden als sein Vorgänger. Denn wenn uns etwas <term ref="kbga-terms-1438">adelt, so ist es die Ehrfurcht</term>. – | </p>
            <p>Aber es kommt schließlich noch etwas Tieferes hervor in diesem Gang Jesu zum <placeName ref="kbga-places-926">Jordan</placeName>, gerade weil es der Gang zu einem Menschen war. Ich möchte sagen, dass dieser Gang eine Offenbarung seiner <hi rend="italic"><term ref="kbga-terms-233">Menschlichkeit</term></hi> war. Es könnte uns verwundern, dass ein <persName ref="kbga-actors-2206">Johannes der Täufer</persName> als Pförtner an der Schwelle dieses göttlichen Lebens stehen muss. Fast scheinen ihm da manche alttestamentliche <term ref="kbga-terms-426">Propheten</term> überlegen zu sein, die durch erstaunliche Gesichte in ihr Amt eingeführt worden sind. Jesu Anfang hat etwas Nüchternes. Eben darum etwas Menschliches. Aber das ist gerade das Große an ihm. Es muss tief in Jesu Natur gelegen haben, das Göttliche nicht in phantastischen, übernatürlichen, geheimnisvollen Ideen und Dingen zu suchen. Der Gott, von dem er geredet hat, ist nicht ein Traumgott aus dem Märchenland, sondern ein Gott des Menschenlebens. Für ihn war das Göttliche das wahrhaft Menschliche. Das war ihm das <term ref="kbga-terms-434">Reich Gottes</term>, dass die Menschen rechte Menschen würden. Das Alles mag dort noch in ihm geschlummert haben und doch war es da. Es zeigt sich darin, <pb xml:id="p022" ed="pga"/> dass Jesus ohne Zaudern hinging, um in der Stimme des Täufers die Stimme Gottes zu hören. Zu ihm konnte Gott nicht deutlicher reden als durch einen<note place="footnote" n="b" type="textcritical" xml:id="nb"><p>Ein zweites «einen» ist schon im <ref corresp="A">Mskr.</ref> mit Bleistift gestrichen.</p></note> guten Menschen. Ja, meine Freunde, wenn wir uns auch etwas aneignen würden von dieser <term ref="kbga-terms-233">Menschlichkeit Jesu</term>! Wenn wir uns sagen wollten, dass es auf Erden nichts Göttlicheres geben kann als göttliche Menschen, wenn wir Ausschau halten würden nach solchen Menschen in unsrer Umgebung, in der <term ref="kbga-terms-398">Geschichte</term>, in der <term ref="kbga-terms-110">Bibel</term>, um uns von ihnen leiten zu lassen! Meint ihr nicht auch, wir würden dann zu <term ref="kbga-terms-14">Erkenntnissen Gottes</term> und <term ref="kbga-terms-105">unsrer selbst</term> geführt, die uns verschlossen bleiben, solange wir von Gott bloß <hi rend="italic">träumen</hi>, nicht aber ihn <hi rend="italic">sehen</hi> wollen! Jesus ist bei der Begegnung mit jenem Menschen zu einer solchen Erkenntnis geführt worden.</p>
            <p>Wir wollen hier innehalten. Am nächsten Sonntag wollen wir davon reden, wie das war, als der <term ref="kbga-terms-966">Himmel</term> sich öffnete und  der <term ref="kbga-terms-179">Geist</term> herabkam auf Jesus. Für heute soll es genug sein zu wissen, dass ein Johannes da sein muss auch für uns, wenn der Himmel sich über uns öffnen soll. Andere Wege sind Abwege. </p>         
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            <salute>Amen.</salute>
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            <head>Lied:</head>
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                 <bibl type="song" corresp="kbga-songs-126">Nr. 190: «Walte, walte, nah und fern» von <persName ref="kbga-actors-2150">J. Fr. Bahnmaier</persName>, Strophen 1–4; 5–7 (RG 257 [mit Textabweichungen in Strophe 3 und 7])</bibl>
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</TEI>
