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        <title type="volume" n="vol-56">Predigten 1912</title>
        <title type="formal">Vorwort</title>
        <title type="content">Vorwort</title>
        <title type="citation_line_1">Busch-Blum, Beate, Busch, Eberhard: Vorwort, in: Predigten 1912, Februar 2022</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/56001 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1912, hrsg. v. Busch, Eberhard / Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2022, S. .</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1912</title>
          <title type="text">Vorwort: Vorwort</title>
          <author ref="kbga-actors-5904">Busch-Blum, Beate</author>
          <author ref="kbga-actors-1513">Busch, Eberhard</author>
          <editor>Busch, Eberhard</editor>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2022</date>
          <!--position within a volume-->
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        <date type="creation" when="2022-02">Februar 2022</date>
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          <term>preface</term>
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                <head>Vorwort</head>
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                        <hi rend="italic">1.) Biographisches</hi>
                    </head>
                    <p>Mitte des Jahres 1911 hatte der 25-jährige Karl Barth im aargauischen Dorf Safenwil seine erste Pfarrstelle angetreten, nachdem er bis dahin pasteur suffragant, Vikar, in der deutschsprachigen Gemeinde in Genf gewesen war. 1912 war somit der erste Jahrgang, in dem er Sonntag für Sonntag zu predigen hatte. Er hat damals jedes Mal eine neue Predigt erarbeitet. Einmal sprach er zwar von der Versuchung, eine zuvor in Genf gehaltene Predigt jetzt noch einmal zu wiederholen (<ref type="pub" target="56046">Nr. 138</ref>). Dann hat er aber doch eine neue verfasst. Auch die Gewohnheit, seine Predigten von der allerersten an durchzunummerieren, setzte er 1912 fort: Der Band enthält die Predigten Nr. 95–148. Im Ganzen hielt er also in diesem Jahr 54 Predigten. Dass eine jede gegen 45 Minuten gedauert haben wird, kann man daraus ersehen, dass er jede Predigt wörtlich ausgeschrieben hat. Zuvor allerdings hatte er sich das, was er sagen wollte, derart intensiv angeeignet, dass er frei vortragen und so die Hörer im Blick haben konnte.</p>
                    <p>Gelegentlich erinnerte er sich daran, dass er während seines Studiums in einem Seminar für Praktische Theologie gelernt habe, eine rechte Predigt solle drei Kriterien entsprechen: sie müsse <hi rend="italic">textuell</hi>, <hi rend="italic">aktuell</hi> und <hi rend="italic">originell</hi> sein. Der damalige Student hat diese Marburger Anweisung in Safenwil nicht vergessen, sondern zu befolgen versucht. In welcher Weise und in welchem Maße ihm das gelungen ist, mögen die Leser der folgenden Predigten beurteilen.</p>
                    <p>
                        <hi rend="italic">Textuell</hi>, das heißt: er stellte jedes Mal den Ausschnitt des biblischen Textes für die Predigt an den Anfang. Damit bekundete er, dass die Aussagen des Textes seine eigenen Gedanken bestimmen sollten. Die Texte in ihrer je eigenen Aussage sollten erklärt werden. Zuweilen machte der Prediger darauf aufmerksam, dass etwa bei den anderen Synoptikern derselbe Text in einer anderen Fassung zu lesen ist. Er wollte den Text nicht auf seine zuvor schon gelegte Schiene bringen. Es ist deutlich, dass der zunächst verlesene Text die Gedanken des Predigers leiten sollte, der so selbst vorwärts kam zu noch Unentdecktem. Er hielt sich bei den Bibeltexten nicht an Perikopen, sondern bevorzugte – nach alter reformierter Tradition – Predigtreihen über <pb xml:id="pr008" ed="pga"/> Textzusammenhänge wie die über die Taufe Jesu (<ref type="pub" target="56004">Nr. 96–98</ref>), über die Versuchung Jesu (<ref type="pub" target="56007">Nr. 99–101</ref>) oder die über Jesus und die Kinder (<ref type="pub" target="56020">Nr. 112–114</ref>). Im Sommer legte er an elf Sonntagen Teile der Bergpredigt aus nach Mt. 5 und 6 (<ref type="pub" target="56026">Nr. 118–128</ref>). Dass er seine Darbietungen an einem Stück verfasst hat, deuten die Uhrzeiten an, die er mitunter in den Texten notierte (<ref type="pub" target="56049">Nr. 141</ref>, <ref type="pub" target="56053">Nr. 145</ref>). Wieviel Arbeit hinter seinen Kanzelreden steckte, dafür sehe man sich als Beispiel seine Predigt zum Reformationsfest an (<ref type="pub" target="56047">Nr. 139</ref>)!</p>
                    <p>
                        <hi rend="italic">Aktuell:</hi> Der Safenwiler Prediger hat neben der Bibel auch die Zeitung gelesen. Was er darin als beachtlich ansah, fand auch den Weg auf die Kanzel: der Untergang der «Titanic», der Nachruf auf den verstorbenen General der Heilsarmee, William Booth, der Besuch von Kaiser Wilhelm II. bei der Schweizer Armee, der Basler Friedenskongress der Sozialisten, das Eidgenössische Turnerfest in Basel und der kantonale Aufstand gegen die Kritik daran. Über das hinaus, was in der Zeitung stand, wurden allerhand Vorfälle im Kanton und am Ort angesprochen. In einer Predigt redet Karl Barth auch vom kürzlichen Sterben seines Vaters (<ref type="pub" target="56010">Nr. 102</ref>). Kurz, es war seine Überzeugung: Das gepredigte Wort geht die Anwesenden an und bringt zur Sprache, was sie und was den Prediger mit ihnen bewegt. Allerdings, dass das Wort auf die Hörer trifft, das heißt bei Barth auch 1912 nicht, dass er ihnen recht gibt. Er muss bereit sein, ihnen, wenn nötig, zu widersprechen. «Wenn ich beliebt sein wollte, dann würde ich schweigen. Aber das darf ich doch nicht», heißt es in Predigt <ref type="pub" target="56041">Nr. 133</ref>.</p>
                    <p>Das Stichwort <hi rend="italic">originell</hi> bezieht sich darauf, dass die Predigten je durch einen speziellen Predigteinfall geprägt sind. Dieser Einfall ist durch ein überraschendes Moment gekennzeichnet, um nicht zu sagen: durch eine Lust am Experimentieren. Wer von seinen Hörern hätte vermutet, dass gerade dieser Pfarrer, der mit dem sozialistischen Arbeiterverein nah verbunden war, eine Predigt (<ref type="pub" target="56026">Nr. 118</ref>) mit dem Satz beginnt: «Ein Christ muss ein Aristokrat sein»? Oder: Nachdem er sich in den Tagen unmittelbar zuvor in den Zeitungen mit einem Vertreter der Arbeitgeberfamilie Hüssy gestritten hatte und sich daraufhin am Sonntag die Kirche füllte «wie an an einem Festtag», legte der Prediger, jenseits aller Polemik, den Text vom Fasten Jesu (Mt. 4,2–4) aus (<ref type="pub" target="56007">Nr. 99</ref>). In einer anderen Predigt konnten die Safenwiler zwar nicht hören, hätten in seiner Niederschrift aber lesen können, dass er <pb xml:id="pr009" ed="pga"/> bestimmte Gemeindeglieder direkt ansprach – er hat deren Namen in griechischen Lettern über seinem Text notiert (<ref type="pub" target="56054">Nr. 146</ref>). In einer weiteren Predigt befasste er sich mit den erstaunlich vielen verschiedenen frommen Gemeinschaften, die in Safenwil ansässig waren (<ref type="pub" target="56050">Nr. 142</ref>).</p>
                    <p>Die Eigenart des Originellen zeigt sich auch in Karl Barths Himmelfahrtspredigt (<ref type="pub" target="56023">Nr. 115</ref>): Er schildert den Besuch seines hochgeachteten Basler Großonkels Jacob Burckhardt, des Renaissance-Forschers, im Dom von Pisa und zitiert dessen Eindruck von der überwältigenden Schönheit des Baus. Möglicherweise spitzt er selbst dabei die Aussage Burckhardts noch zu durch die Betonung der Einmaligkeit dieses Erlebnisses. Das wurde für seinen Begriff von Zeit ein Grundsatz: die Unwiederholbarkeit des Augenblicks.</p>
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                        <hi rend="italic">2.) Zu dieser Edition</hi>
                    </head>
                    <p>Im Karl Barth-Archiv in Basel sind Manuskripte der vorliegenden Predigten vollständig erhalten und gesammelt. Die Texte sind auf unlinierten Bögen (22,5 x 36cm) geschrieben, die einmal quergefaltet, mitunter auch halbiert sind. In der Regel beschrieb Barth drei solcher Bögen mit allen 12 Seiten, nur selten brauchte er bis zu zwei Seiten mehr. Die sorgfältige Niederschrift in deutscher Handschrift weist sehr wenige Streichungen oder Korrekturen auf. Orthographie und Interpunktion sind nach den für die Gesamtausgabe gültigen Regeln modernisiert. Einige Eigentümlichkeiten von Barths Schreibstil sind beibehalten, von ihm verwendete Abkürzungen werden, so sie eindeutig auflösbar sind, ausgeschrieben. Lange Passagen sind häufiger durch vom Herausgeber eingeführte Absätze untergliedert, die durch einen senkrechten Strich hinter dem abschließenden Satzzeichen markiert werden. Öfters bietet ein Gedankenstrich, mit dem Barth selbst einen Abschnitt unterteilte, den Anlass, einen solchen Absatz einzufügen.</p>
                    <p>Die Transkription der handschriftlichen Vorlagen hat der Herausgeber besorgt; sie wurde im Karl Barth-Archiv durchgesehen. Unsicher zu lesende Wörter sind mit [?] oder einer Anmerkung versehen.</p>
                    <p>Meist hat Karl Barth bei diesem Predigtjahrgang – im Unterschied noch zum Jahrgang 1911 – die von der Gemeinde zu singenden Lieder nicht auf dem Manuskript notiert. Wenn er dies bisweilen doch tat, <pb xml:id="pr010" ed="pga"/> sind sie, wie üblich, am Ende der jeweiligen Predigt angegeben. Die Nummern richten sich nach dem damals in Safenwil gebrauchten Gesangbuch, dem 1891 eingeführten Gesangbuch für die evangelisch-reformierte Kirche der deutschen Schweiz (<bibl corresp="kbga-bibls-1087">GERS</bibl>). Soweit dort ebenfalls enthalten, sind die Liednummern im aktuellen schweizerischen und deutschen Gesangbuch (<bibl corresp="kbga-bibls-1089">RG</bibl> bzw. <bibl corresp="kbga-bibls-1088">EG</bibl>) hinzugefügt.</p>
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                        <hi rend="italic">3.) Dank der Herausgeber</hi>
                    </head>
                    <p>Wir haben all den vielen zu danken, die Informationen, Belege usw. für diesen Band besorgt haben: Lilly-Anne Brugger (Zofinger Tagblatt), Michael Götti (Kantonsbibliothek Aarau), Ildikó Kovács (Stadtarchiv Bern) und Dr. Mikkel Mangold (Jacob Burckhardt Edition, Basel) sowie Mitarbeitenden der Kirchgemeinde Safenwil und der Freien evangelischen Gemeinde Aarau.</p>
                    <p>Besonderes Verdienst bei der Herausgabe dieses Bandes kommt Dr. Peter Zocher zu, dem derzeitigen Hauptherausgeber der Karl Barth-Gesamtausgabe, der mit seinen Kenntnissen Wichtiges für diesen Band geleistet hat. Im Karl Barth-Archiv haben außerdem Dominik von Allmen und Emmanuel Heman die Herstellung der Satzvorlage unterstützt; auch Ihnen sei herzlich gedankt.</p>
                    <p>Für die Bearbeitung der Textvorlage zur Aufnahme in die Digitale Edition sei dem Team dieser Edition ebenso gedankt wie den Mitarbeitenden der pagina GmbH, Tübingen, für die Satz-Erstellung und des Theologischen Verlages Zürich für die verlegerische Betreuung.</p>
                    <closer>
                        <dateline rend="left">Friedland, im Februar 2022</dateline>
                        <signed rend="right">Beate Busch-Blum</signed>
                        <signed rend="right">Eberhard Busch</signed>
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