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        <title type="volume" n="vol-55">Vorträge und kleinere Arbeiten 1935–1937</title>
        <title type="content">Was haben uns die kirchlichen Vorgänge in Deutschland zu sagen?</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Was haben uns die kirchlichen Vorgänge in Deutschland zu sagen?, 1936</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/55022 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Vorträge und kleinere Arbeiten 1935–1937, hrsg. v. Kratzert, Lucius / Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. III), Zürich 2020, S. 511–532.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Vorträge und kleinere Arbeiten 1935–1937</title>
          <title type="text">Was haben uns die kirchlichen Vorgänge in Deutschland zu sagen?</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Kratzert, Lucius</editor>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2020</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): ck: Kirchliche Bezirksfeier in Rifferswil, in: Volksblatt aus dem Bezirk Affoltern Jg. 39, Nr. 106 und 107 (9.9.1936 und 11.9.1936) Text 1: Gedruckter Artikel über den Vortrag</bibl>
        <bibl xml:id="B" type="source">B (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Was haben uns die kirchlichen Vorgänge in Deutschland zu sagen?, September 1936. Text 2: Stichwort-Typoskript<ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/90639">KBA 11322</ref>. </bibl>
        <bibl xml:id="C" type="source">C (Weitere Vorlage): Barth, Karl, Was haben uns die kirchlichen Vorgänge in Deutschland zu sagen?, September 1936. Stichwort-Manuskript, Vorlage von B<ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/90638">KBA 11321</ref>. </bibl>
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                    WAS HABEN UNS DIE KIRCHLICHEN VORGÄNGE<lb/>IN DEUTSCHLAND ZU SAGEN?</head>
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                    <date>1936</date>
                </head>
<div type="abstract">
<p>Mit Hilfe eines ausführlichen Stichwort-Typoskripts hielt <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> im September und November 1936 an drei weiteren Schweizer Orten einen Vortrag über den deutschen <term ref="kbga-terms-222">Kirchenkampf</term> und seine Bedeutung auch für die <term ref="kbga-terms-456">Schweizer Kirche</term>.</p>
<p rend="asHead">1. <placeName ref="kbga-places-891">Rifferswil</placeName>, <date>6. September 1936</date>
</p>
<p>Zum Vortrag in <placeName ref="kbga-places-891">Rifferswil</placeName> (Kanton Zürich) wurde <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> im <date>Juli 1936</date> von <persName ref="kbga-actors-8514">Walther Hüttinger</persName><note xml:id="n01">
                            <persName ref="kbga-actors-8514">Walter Hüttinger</persName> (1893–1948), seit 1929 Pfarrer in Stallikon ZH.</note> eingeladen, dem Dekan des Kirchenbezirks Affoltern. Für die jährlich stattfindende kirchliche Bezirksfeier hatte man zum vorgesehenen Vortragsthema «Was haben die kirchlichen Vorgänge in Deutschland uns zu sagen?» ursprünglich <persName ref="kbga-actors-1585">Arthur Frey</persName> einladen wollen, der aber verhindert war. <persName ref="kbga-actors-1585">Frey</persName> war es, der an seiner Stelle <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vorschlug, und er wies auch darauf hin, dass dieser zum Termin Anfang September in <placeName ref="kbga-places-99">Oberrieden</placeName> sein würde,<note xml:id="n02"> Vgl. den Brief <persName ref="kbga-actors-8514">Hüttingers</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 14.7.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.608</idno>).</note> das unweit von <placeName ref="kbga-places-891">Rifferswil</placeName>, dem Ort der Bezirksfeier, liegt. Zur gewünschten Art und Zielsetzung des für den <date>6. September 1936</date>, nachmittags 14 Uhr angesetzten Vortrags schrieb <persName ref="kbga-actors-8514">Hüttinger</persName>: «Wir glauben, dass es wertvoll ist, dass auch unser Landvolk auf die grundsätzliche Seite des deutschen <term ref="kbga-terms-222">Kirchenkampfes</term> aufmerksam gemacht wird &amp; daraus für unsere kirchliche Lage lernt. […] Es handelt sich für uns natürlich nicht um eine Chronik dieses Geschehens, sondern um eine praktische Besinnung zu Handen unseres Landvolkes, bei dem weder genauere Kenntnis noch tieferes Verständnis des in den Zeitungen Berichteten vorausgesetzt werden kann.»<note xml:id="n03"> Ebd.</note> Mit seiner Zusage erfragte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> die gewünschte Länge des Vortrags;<note xml:id="n04"> Brief <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> an <persName ref="kbga-actors-8514">Hüttinger</persName> vom 20.7.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9236.183</idno>).</note> <persName ref="kbga-actors-8514">Hüttinger</persName> räumte ihm im Blick auf die «nur […] kurze einleitende Ansprache» des Ortspfarrers eine Stunde ein und lud ihn zugleich «zu weiterer Aussprache» im Anschluss an den Vortrag in einem Gasthofsaal ein.<note xml:id="n05"> Brief <persName ref="kbga-actors-8514">Hüttingers</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 20.8.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.668</idno>).</note>
</p>
<p>
                        <pb xml:id="p512" ed="pga" rend="noPipe"/> Zum Vortrag kam <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> gemeinsam mit <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName> und der gerade auf dem <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> anwesenden <persName ref="kbga-actors-1716">Erica Küppers</persName><note xml:id="n06">
                            <persName ref="kbga-actors-1716">Erica Küppers</persName> (1891–1968), seit 1926 Studienrätin in Droyssig/Zeitz, mit <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName> und <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> gut befreundet.</note>. Zum Verlauf des Nachmittags notierte <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName>: «Kl[eine] Dorfkirche, ein ländl[icher] Chor singt treu aber unschön, alles bis auf letzten Platz besetzt, Vortrag sehr gut in der schlichten Anrede. Nachher Zusammensein mit den Pfarrern».<note xml:id="n07"> <ref type="kba-objects-id" target="91491">Taschenkalender</ref> <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName>, Eintrag vom <date>6.9.1936</date>.</note> – Zehn Tage nach dem Vortrag bedankte sich <persName ref="kbga-actors-8514">Hüttinger</persName> noch einmal schriftlich bei <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>: «Es war uns eine grosse Freude, Sie unter uns zu haben und Sie in der gefüllten Dorfkirche in so packender und einfacher Weise reden zu hören. Ich bin der guten Zuversicht, dass auch die Rifferswiler den Anlass nicht so leicht vergessen werden.» Der Vortrag, so fügte <persName ref="kbga-actors-8514">Hüttinger</persName> noch hinzu, sei «durch einen Kollegen in unserm Bezirksblatt in ausführlicher Wiedergabe durch zwei Nummern referiert» worden.<note xml:id="n08">Briefkarte <persName ref="kbga-actors-8514">Hüttingers</persName> vom 16.9.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.731</idno>). – Gemeint ist: <bibl corresp="kbga-bibls-725">ck, <hi rend="italic">Kirchliche Bezirksfeier in Rifferswil</hi>, in: Volksblatt aus dem Bezirk Affoltern, Jg. 39, Nr. 106, 9.9.1936, und Nr. 107, 11.9.1936</bibl>. Zum Artikel s. auch unten; welcher Kollege Verfasser des Artikels war, konnte nicht ermittelt werden. Wäre «ck» ein Kürzel, das den Namensinitialen entspricht, käme aus der Zürcher Kirche zu dieser Zeit einzig der bereits emeritierte, 1865 geborene Zürcher Pfarrer <persName ref="kbga-actors-8516">Christian Knoll</persName> in Frage; Ersteres aber ist nicht sicher, Letzteres eher unwahrscheinlich.</note> Einen weiteren Dank erhielt <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> nochmals zehn Tage später für den Teil der Kollekte, der «für die Schweizer Mission in Südafrika» bestimmt gewesen war: <persName ref="kbga-actors-5596">Ernst Rippmann</persName><note xml:id="n09">
                            <persName ref="kbga-actors-5596">Ernst Rippmann</persName> (1885–1963), Pfarrer, dann Missionar auf dem Balkan und in Südafrika, schließlich Sekretär der genannten Mission.</note>, Sekretär dieser Mission für die deutsche Schweiz, dankte überschwänglich für «die grosse Summe von Fr. 105,65».<note xml:id="n10"> Brief <persName ref="kbga-actors-5596">Rippmanns</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 26.9.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.766</idno>).</note>
</p>
<p rend="asHead">2. <placeName ref="kbga-places-123">Chur</placeName>, <date>9. September 1936</date>
</p>
<p>Nach Chur reiste <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> auf Einladung von <persName ref="kbga-actors-8515">Johannes B. Gartmann</persName>, der Professor an der Kantonsschule und Präsident des evangelischen Kirchenvorstandes von <placeName ref="kbga-places-123">Chur</placeName> war. Dieser bat ihn schon im <date>Mai 1936</date> <pb xml:id="p513" ed="pga"/> um einen abendlichen Vortrag «über <hi rend="text-recte">die</hi> <term ref="kbga-terms-529">
                            <hi rend="text-recte">Bekenntniskirche</hi></term> in Deutschland […], als deren mutigen Schildträger wir Sie, leider noch nur durch Nachrichten und Schriften und nicht von Angesicht, kennen lernten».<note xml:id="n11"> Brief J<persName ref="kbga-actors-8515">. B. Gartmanns</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 21.5.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.484</idno>).</note> Der Vortrag sollte in der <placeName ref="kbga-places-892">St. Martinskirche</placeName> stattfinden, der größten reformierten Kirche im <orgName ref="kbga-actors-8416">Kanton Graubünden</orgName>, und wurde nach <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Zusage für den <date>9. September 1936</date>, 20.15 Uhr, verabredet.<note xml:id="n12"> Vgl. die Briefe <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> an <persName ref="kbga-actors-8515">Gartmann</persName> vom 6.8.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9236.190</idno>) und <persName ref="kbga-actors-8515">Gartmanns</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 10. und 15.8.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.646</idno> und <idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.661</idno>). </note> <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> reiste erneut vom <placeName ref="kbga-places-100">Bergli</placeName> aus an, diesmal begleitet von <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName>, <persName ref="kbga-actors-316">Rudolf</persName> und <persName ref="kbga-actors-315">Gerty Pestalozzi</persName> sowie deren Tochter <persName ref="kbga-actors-9598">Esther</persName>.<note xml:id="n13">
                            <persName ref="kbga-actors-9598">Esther Pestalozzi</persName> (<date>1919–2019</date>). – Vgl. <ref type="kba-objects-id" target="91490">Taschenkalender</ref> <persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, Eintrag vom <date>9.9.1936</date>. </note> Nach dem Bericht der «<orgName ref="kbga-actors-7975">Neuen Bündner Zeitung</orgName>» folgte «die Zuhörerschaft des bis auf das letzte Plätzlein besetzten Gotteshauses» <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Ausführungen in «atemloser Stille», und die «fühlbare Ergriffenheit der großen Gemeinde wirkte wie eine stille, doch mächtige Kundgebung für die hartbedrängten evangelischen Bekenner im Dritten Reich».<note xml:id="n14"> <bibl corresp="kbga-bibls-726">N. N., <hi rend="italic">Was haben die kirchlichen Vorgänge in Deutschland uns zu sagen?</hi>, in: Neue Bündner Zeitung, Jg. 60, Nr. 213, 10.9.1936</bibl>. – Im Unterschied zum o. g. Referat, das im <orgName ref="kbga-actors-8517">Affolterner Volksblatt</orgName> abgedruckt wurde (s. <ref type="pub" target="#fn_n08">Anm. 8</ref>), handelt es sich bei diesem Artikel um eine zusammenfassende, den Vortragstext deutlich kürzende Wiedergabe.</note> Ähnlich beschrieb auch <persName ref="kbga-actors-8515">Gartmann</persName> am nächsten Tag, wie die Gemeinde und er den Vortrag empfunden hatten: «Es drängt mich, Ihnen auf diesem Wege nochmals im Namen unserer Kirchgemeinde den herzlichsten Dank auszusprechen für den außerordentlich schönen, erhebenden Abend, den Sie uns gestern bereitet haben. Von allen Seiten höre ich heute nur <hi rend="text-recte">eine</hi> Stimme der Begeisterung und ehrlichen Ergriffenheit. Ihr Vortrag ist sicher für alle Teilnehmer zum tiefen Erlebnis geworden.»<note xml:id="n15"> Brief <persName ref="kbga-actors-8515">Gartmanns</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 10.9.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.720</idno>).</note> Auch <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> scheint diesen Abend genossen zu haben, schrieb er doch in seiner Antwort, er denke «mit besonderer Freude an den Mittwochabend in <placeName ref="kbga-places-123">Chur</placeName>» zurück und habe es ernst gemeint, als er sagte, er «hoffe, nicht zum letzten Mal dort gewesen zu sein».<note xml:id="n16"> Brief <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> an <persName ref="kbga-actors-8515">Gartmann</persName> vom 12.9.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9236.233</idno>).</note>
</p>
   <p rend="asHead">
                        <pb xml:id="p514" ed="pga" rend="noPipe"/> 3. <placeName ref="kbga-places-1">Aarau</placeName>, <date>14. November 1936</date>
</p>
<p>Am <date>26. August 1936</date> hatte sich <persName ref="kbga-actors-8519">Hans Erismann</persName> von der Aarauer «<orgName ref="kbga-actors-8520">Protestanten-Vereinigung</orgName>» mit einem Brief an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> gewandt und ihn darin mit folgender Begründung um «einen Vortrag über die Bekenntniskirche» in der <placeName ref="kbga-places-893">Aarauer Stadtkirche</placeName> gebeten: «Wir haben hier von Anfang an den Kampf um das freie Wort Gottes in Deutschland verfolgt […]. In der Erkenntnis aber, dass auch uns vielleicht in nicht allzu langer Zeit eine solche Notzeit bevorsteht und dass über die <term ref="kbga-terms-529">Bekenntniskirche</term> – auch bei Theologen – die verschiedensten Ansichten zu hören sind, finden wir, dass ein solcher Abend eine Notwendigkeit ist. Und es würde sicher ein grosser Segen darauf ruhen, wenn unserer Gemeinde klar würde, worum es eigentlich geht, dass das Evangelium keine Selbstverständlichkeit ist, sondern darum gekämpft werden muss.»<note xml:id="n17"> Brief <persName ref="kbga-actors-8519">H. Erismanns</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 26.8.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.682</idno>).</note> Just an dem Tag, an dem er den Vortrag in <placeName ref="kbga-places-123">Chur</placeName> hielt, sagte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in <placeName ref="kbga-places-1">Aarau</placeName> zu und schlug dasselbe Thema auch für sein dortiges Auftreten vor.<note xml:id="n18"> Vgl. Brief <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> an <persName ref="kbga-actors-8519">H. Erismann</persName> vom 9.9.1936 (<ref type="kba-objects-id" target="29203">KBA 9236.221.1</ref>).</note> </p>
<p>Die vorgesehene Kollekte wurde nach einer Intervention <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> nicht, wie von <persName ref="kbga-actors-8519">Erismann</persName> vorgeschlagen,<note xml:id="n19"> Vgl. Brief <persName ref="kbga-actors-8519">H. Erismanns</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 11.9.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.722</idno>).</note> für verfolgte Pfarrer gesammelt; hier bat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>, Rücksicht darauf zu nehmen, dass es von ihren Feinden sehr zum Nachteil der <orgName ref="kbga-actors-7774">Bekennenden Kirche</orgName> ausgenutzt werden könne, wenn sie auf solche Weise mit Geldgebern aus dem Ausland in Verbindung zu bringen sei. Anstelle dessen schlug <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vor, das Geld direkt für deutsche Studenten zu sammeln, die in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> studieren möchten, denen dies aber oft nicht möglich sei, weil ihnen die dazu nötigen Devisen fehlten oder aufgrund ihrer kirchenpolitischen Haltung verweigert würden. Zum weiteren Procedere erklärte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>: «Für die richtige Verteilung könnte ich wohl die Verantwortung übernehmen, da ich die einzelnen Fälle kenne und da sich die Leute auch besonders an mich zu wenden pflegen. Gerne würde ich mich dann begnügen, von ihnen die Reisekosten ersetzt zu erhalten, damit möglichst viel diesem guten und wirklich nötigen Zweck erhalten bliebe.»<note xml:id="n20"> Brief <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> an <persName ref="kbga-actors-8519">H. Erismann</persName> vom 12.9.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9236.232</idno>).</note>
</p>
<p>
                        <pb xml:id="p515" ed="pga" rend="noPipe"/> Nach <placeName ref="kbga-places-1">Aarau</placeName> reiste <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> mit dem Zug erst kurz vor dem Beginn des Vortrags an und blieb auch danach nicht lange, so dass er noch am selben Tag zurück in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> war.<note xml:id="n21"> Die Zugverbindungen sind in <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaums</persName> Handschrift auf einem Brief <persName ref="kbga-actors-8518">E. Haffters</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 9.11.1936 (<ref type="kba-objects-id" target="29504">KBA 9336.870</ref>) notiert, in dem Haffter <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> eingeladen hatte, nach dem Vortrag über Nacht zu bleiben oder wenigstens zum Nachtessen bei ihm einzukehren. </note> Sein Vortrag fand auch hier gute Resonanz. <persName ref="kbga-actors-8519">Erismann</persName> schrieb: «Es war für uns ganz schlicht gesagt ein Erlebnis, was auch im Ertrag der Kollekte zum Ausdruck kommt. Sie ergab Fr. 263.-­»<note xml:id="n22"> Brief <persName ref="kbga-actors-8519">H. Erismanns</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 16.11.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.887</idno>).</note>, und <persName ref="kbga-actors-8518">Eugen Haffter</persName>, der Gemeindepfarrer in Aarau, verband seinen Wunsch nach der Erlaubnis, eine Zusammenfassung des Vortrags drucken lassen zu dürfen, mit den Worten, der Vortrag habe «so klar und eindringlich das herausgehoben, was aus den kirchlichen Auseinandersetzungen in Deutschland von uns gehört werden muss, dass ich gern etwas davon einem weitern Kreis von Kirchgenossen in unserem Kanton übermittelt hätte».<note xml:id="n23"> Brief <persName ref="kbga-actors-8518">Haffters</persName> an <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom 19.11.1936 (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9336.902</idno>); <persName ref="kbga-actors-8518">Eugen Haffter</persName> (1895–1994) war von 1932 bis 1961 Pfarrer in Aarau.– Eine Antwort <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> ist im KBA nicht erhalten.</note> </p>
<p rend="margin-top">Von den Vorarbeiten zum Vortrag sind erhalten ein ausführlicheres, zweiseitiges Stichwort-Manuskript (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 11321</idno>), auf dem zahlreiche Ergänzungen und Korrekturen angebracht sind, sowie ein diesem Manuskript in seiner Endgestalt weitgehend entsprechendes, ebenfalls zweiseitiges Typoskript (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 11322</idno>) mit wiederum vielen Ergänzungen und Korrekturen. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> hat den Vortrag jeweils frei nach dem Typoskript gehalten. Eine ausführliche Wiedergabe des Rifferswiler Vortrags liegt vor in dem mit «ck» gezeichneten Artikel <hi rend="text-recte">Kirchliche Bezirksfeier in <placeName ref="kbga-places-891">Rifferswil</placeName></hi>, der in zwei Teilen drei bzw. fünf Tage später im «<orgName ref="kbga-actors-8517">Volksblatt aus dem Bezirk Affoltern</orgName>» erschien.<note xml:id="n24"> Siehe oben, <ref type="pub" target="../volume/55/p512#fn_n08">S. 512, Anm. 8</ref>.</note>
</p>
<p>Jener Bericht ist nicht «autorisiert» erschienen, und sein Stil lässt eindeutig erkennen, dass hier ein anderer Verfasser als <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> am Werke war. Dennoch liegt mit diesem Bericht, der inhaltlich Punkt für Punkt den Stichworten entspricht, ein eindrückliches Zeugnis vom wirklich gehaltenen Vortrag vor, das <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Stichworte allein so nicht bieten können.</p>
<p>
                        <pb xml:id="p516" ed="pga" rend="noPipe"/> Im Folgenden werden daher sowohl der von unbekannter Hand verfasste Zeitungsbericht als auch das Stichwort-Typoskript <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> wiedergegeben. Die erläuternden Fußnoten sind auf den Bericht konzentriert und hier sparsam gehalten; für weitergehende Informationen zu schon häufiger genannten und hier wieder angesprochenen Ereignissen des Kirchenkampfes sei auf die einschlägigen früheren Texte in diesem Band verwiesen.<note xml:id="n25"> Vgl. oben, bes. <ref type="pub" target="../volume/55/p221#p221">S. 221–235</ref>, <ref type="pub" target="../volume/55/p326#p326">S. 326–376</ref> und <ref type="pub" target="../volume/55/p479#p479">S. 479–492</ref>.</note> An der Wiedergabe des Typoskripts beschränkt sich der Apparat auf Verweise und den Aufweis der Abweichungen gegenüber der Endgestalt des Manuskripts; solche Abweichungen, die auch im Typoskript erst nachträglich – hier durchgehend handschriftlich mit Bleistift – ergänzt wurden, sind mit ⌜ ⌝ gekennzeichnet.</p>
</div>
<div>
<head>Was haben uns die kirchlichen Vorgänge in <lb/>Deutschland zu sagen?</head>
<head>I.<lb/>
Wiedergabe des Vortrags in: ck, <hi rend="italic">Kirchliche Bezirksfeier in
<placeName ref="kbga-places-891">Rifferswil</placeName></hi>
</head>
<p>[…]<note xml:id="n26"> Vor der Wiedergabe des Vortrags stehen im Bericht einige einleitende Bemerkungen zum Anlass und zum Beginn der Veranstaltung.</note>
</p>
<p rend="text-indent">Was haben uns die kirchlichen Vorgänge in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> zu sagen?</p>
<p rend="text-indent">Welches sind diese Vorgänge in Deutschland?</p>
<p rend="no-indent">Es sind 3½ Jahre, seitdem die <term ref="kbga-terms-673">deutsche evangelische Kirche</term> in eine große, von außen und innen kommende Versuchung gekommen ist, das <term ref="kbga-terms-59">Evangelium</term> in einen <term ref="kbga-terms-640">christlichen Nationalismus</term> zu verfälschen und darüber hinaus, es preiszugeben zugunsten einer neuen, aus dem Geiste des deutschen Volkes geborenen Heils- und Gotteslehre, zugunsten der geforderten und verkündigten Staatsgesinnung. Sie ist am Anfang zunächst dieser Versuchung fast völlig erlegen. Allmählich kam es aber dann zu einem inneren und äußeren Erwachen und zu einem <term ref="kbga-terms-1173">Widerstand</term> dagegen. Auf Grund einer ganz neuen Besinnung auf das, was eigentlich Evangelium und was Kirche heißt. Es kam <pb xml:id="p517" ed="pga"/> durch Bildung einer Gemeinschaft von Gliedern der Kirche, Laien und Pfarrern, Männer[n] und Frauen, Alten und Jungen zur Bildung einer Front zur Abwehr des Angriffes: Die sogenannte <orgName ref="kbga-actors-7774">bekennende Kirche</orgName> hat durch ihr Leben gezeugt und aufs Neue ausgesprochen, was der wahre christliche <term ref="kbga-terms-73">Glaube</term> nach dem <term ref="kbga-terms-50">Worte Gottes</term> ist. Und dieser Versuch, die Kirche neu zu gründen, und dieser Widerstand ist trotz aller Schwierigkeiten ernster Natur bis jetzt nicht zusammengebrochen. Sie stehen draußen vor der Frage: Soll die Kirche fernerhin evangelische, christliche <term ref="kbga-terms-1234">Landeskirche</term> sein oder muss die Kirche, um es bleiben zu können, eine <term ref="kbga-terms-1157">Freikirche</term> werden oder geht auch das nicht mehr und kann sie nur noch als <term ref="kbga-terms-875">unterdrückte, verfolgte Kirche</term> existieren. Und dahinter erhebt sich Frage: Wird die Kirche immer wieder den Glauben finden und behalten, den es für den Einzelnen braucht, Christ zu sein?</p>
<p rend="margin-top text-recte">
                        <lg>
                            <l>Und nun – was haben diese Geschehnisse <hi rend="italic">uns</hi> zu sagen? Wer sind diese Wir? Stehen wir den Vorgängen in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> wie Zuschauer gegenüber?</l>
                        </lg>
                    </p>
<p rend="no-indent">Wir Schweizer lieben es – verhehlen wir’s uns nicht –, wenn andre zu leiden und zu kämpfen haben,<note xml:id="n27">Im Manuskript (s. unten, <ref target="../volume/55/p527#fn_ng">S. 527, Anm. g</ref>) notierte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> als Beispiele die Kriege, in die wichtige Nachbarländer der <orgName ref="kbga-actors-8387">Schweiz</orgName> in den Jahren zuvor verwickelt waren: den <term ref="kbga-terms-170">Ersten Weltkrieg</term>, den italienischen <term ref="kbga-terms-1236">Überfall auf Abessinien</term> 1935/36 und den <term ref="kbga-terms-1237">Spanischen Bürgerkrieg</term>, der 1936 gerade begonnen hatte und 1939 mit dem Sieg der vom <orgName ref="kbga-actors-8359">Deutschen Reich</orgName> und von <orgName ref="kbga-actors-8521">Italien</orgName> massiv militärisch unterstützten faschistisch-nationalistischen Truppen endete.</note> daneben zu stehen und unser Urteil zu bilden und uns zu freuen, dass wir besser dran sind – vielleicht mit dem leisen Hintergedanken (unausgesprochenen): weil wir besser sind. Es kann aber in dieser Sache unmöglich sein für uns, es so zu halten. Es geht um die <term ref="kbga-terms-248">Kirche Christi</term>, die dort und hier dieselbe ist. Es handelt sich um den einen <term ref="kbga-terms-73">Glauben</term>, um unsre eigene Sache. «Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit.» [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.12.26">1.Kor. 12,26</ref>] Es handelt sich um das Land, wo die <term ref="kbga-terms-61">Reformation</term> ihren Ursprung genommen hat, um das Land, mit dem wir, gleicher Sprache teilhaftig, seit Jahrhunderten in regstem Austausche stehen. Wir sind beteiligt. Wenn wir gestehen: es geht uns nichts an, so gestehen wir damit, dass wir nicht Kirche <pb xml:id="p518" ed="pga"/> sind. Wir müssen bedenken und es im Herzen bewegen, dass die Geschehnisse draußen uns ein <term ref="kbga-terms-754">Zeugnis</term> sagen, das wir hören müssen. Und was dies Zeugnis ist, versuchen wir in sechs Worten unsres Herrn zu fassen.</p>
<p rend="margin-top text-recte">
                        <lg>
                            <l>1. «Wachet, denn ihr wisset nicht, in welcher Stunde euer Herr kommen wird.» [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.24.42">Mt. 24,42</ref>]</l>
                        </lg>
                    </p>
<p rend="no-indent">Das heißt, angewandt auf die kirchlichen Vorgänge in Deutschland und was sie uns zu sagen haben:</p>
<p>Die Kirche kann nicht immer Ruhe haben. Sie hat kein Recht, dies zu erwarten und zu beanspruchen. Es kann nicht immer so bleiben, dass die Kirche da ist und niemand[en] stört und von niemand[em] gestört wird, unangefochten und anerkannt ihre Arbeit tun darf, dass sie unbewegt von eigentlichen, erschütternden, angreifenden Fragen bleibt, wo man nicht mehr bloß diskutieren kann, sondern Stellung nehmen und sich entscheiden muss. Es kann nicht immer so bleiben, dass die Kirche mitten im Dorfe steht und wir dabei denken, dass solche Zeiten der Ruhe, die uns von Gott verordnet und heilsam sind, die einzige, normale Existenzmöglichkeit der Kirche sei[en]. Wir sind hier nicht weit von <placeName ref="kbga-places-894">Kappel</placeName>.<note xml:id="n28"> Die Gemeinde <placeName ref="kbga-places-894">Kappel am Albis</placeName> ist die südliche Nachbargemeinde von <placeName ref="kbga-places-891">Rifferswil</placeName>; sie war Schauplatz der beiden «Kappelerkriege» genannten Religionskriege von <date>1529</date> und <date>1531</date>. Während der erste ohne größere Kampfhandlungen friedlich endete, führten die Niederlage Zürichs in der Schlacht bei Kappel am <date>11. Oktober 1531</date>, bei der auch <persName ref="kbga-actors-443">Zwingli</persName> fiel, und eine weitere in der Schlacht am Gubel am <date>24. Oktober 1531</date> zum Zweiten Kappeler Landfrieden, der die weitere Ausbreitung der <term ref="kbga-terms-61">Reformation</term> in der deutschsprachigen Schweiz beendete.</note> Die Geschichte redet uns von einer handelnden, leidenden, kämpfenden Kirche, die in <term ref="kbga-terms-611">Not</term> ist. Aber es ist uns eigentlich nur Vergangenheit, von der wir lesen. Die Vorgänge in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> sagen uns, dass es Gegenwart werden kann. Und nun denken einige: wie schrecklich, und vielleicht andre: wie interessant! Es ist weder das eine noch das andre; sondern es ist ernst. Nämlich dies heißt: der Herr kommt! Es wird dann auf einmal sichtbar, was in der Ruhe nicht hervortritt, dass die Botschaft des <term ref="kbga-terms-59">Evangeliums</term> eine <hi rend="italic">merkwürdige</hi> ist. Das, was wir Sonntag für Sonntag hören, bedeutet Unruhe. Die Botschaft möchte die <term ref="kbga-terms-378">Welt</term> lieber nicht hören. Es fragt <pb xml:id="p519" ed="pga"/> sich, ob die Kirche dann selber wagt, dazu zu stehen und ernst zu machen, was sie selber so oft und schön gesagt hat. Wird sie dann zu ihrer Sache stehen? Zu ihrem Herrn? Dann, wenn alles ringsum ruft: Haltet es doch anders. Macht es euch doch nicht so schwer. Dann wird sich zeigen, ob wir bereit sind, eines Tages den Übergang zu vollziehen von der Kirche in Ruhe zur Kirche in Not.</p>
<p rend="margin-top text-recte">
                        <lg>
                            <l>2. «Siehe, ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe.» [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.10.16">Mt. 10,16</ref>]</l>
                        </lg>
                    </p>
<p rend="no-indent">Angewandt auf die Vorgänge und was sie uns zu sagen haben, heißt das: Die <term ref="kbga-terms-307">Welt</term>, in der die Kirche lebt, ist ihr gefährlich. Es ist wohl die von Gott <term ref="kbga-terms-237">geschaffene Welt</term>, aber die des <term ref="kbga-terms-750">sündigen Menschen</term>, über der das <term ref="kbga-terms-129">Kreuz</term> aufgerichtet werden musste. Die Welt, die sich immer wieder der Kraft der <term ref="kbga-terms-393">Auferstehung Christi</term> entziehen möchte. Was Gleichgültigkeit ist, meinen wir auch zu kennen. Aber es gibt eine Ablehnung gegen die Kirche, Angriffe auf das <term ref="kbga-terms-59">Evangelium</term>, eine öffentliche Verhöhnung, Bestreitung und Verhinderung der Botschaft. Wenn dies geschieht wie in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName>, zusammen mit einem großen, nationalen Aufschwung, da man sagt von einem neuen Weg zu neuem Glück, zu Freiheit <pb ed="A" n="2"/> und Größe, und nun gerade das Beste, was sie zu haben meinen, gegen das Evangelium gewendet wird? Was muss sich die Kirche dort sagen lassen an Vorwürfen: Was soll der Streit, das Pastorengezänk? Ihr habt diese große Zeit nicht verstanden. Ihr seid wohl Feinde der neuen Ordnung, des Vaterlandes, Störer der Einheit des Volkes. Die Kirche wird mit feinen und groben Mitteln bekämpft von gerade den Verantwortlichen, mächtigen Leuten. All das heißt, dass die <term ref="kbga-terms-307">Welt, in der die Kirche lebt</term>, eine gefährliche ist. Die Welt möchte die Kirche anders haben, und wenn diese das nicht will, sagt sie, wir wollen überhaupt keine mehr haben.</p>
<p>Ist das nur dort so? Besser ist’s, wenn wir uns damit nicht trösten wollen. Es ist eine allgemeine Möglichkeit, die da offenbar ward, dass der Widerwille des <term ref="kbga-terms-1080">natürlichen Menschen</term> <term ref="kbga-terms-785">gegen den Gehorsam</term> gegen das <term ref="kbga-terms-50">Wort Gottes</term> sich sträubt. Dieser Widerstand ist in unser aller Herzen nicht kleiner. Auch bei uns lauert schon der Krieg, der dort ausgebrochen ist. Wenn der <term ref="kbga-terms-161">Staat</term> anfängt, das zu sein, was er in andern Ländern sein will, dass nämlich der Mensch in ihm total aufgehen soll, wie kann es anders sein, [als] dass er in Streit gerät gegen den <term ref="kbga-terms-1239">Totalanspruch des Evangeliums</term>, de[n] einzig gerechtfertigten, nämlich de[n] Anspruch Gottes? 
</p>
   <p rend="margin-top text-recte">
                        <lg>
                            <l>
                                <pb xml:id="p520" ed="pga" rend="noPipe"/><pb ed="A" n="Teil 2"/> 3. «Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz dumm wird, womit soll man’s salzen? Es ist hinfort zu nichts nütze, denn dass man es hinauswerfe und lasse es die Leute zertreten.» [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.5.13">Mt. 5,13</ref>]</l>
                        </lg>
                    </p>
<p rend="no-indent">Angewandt auf das, was uns bewegt, heißt das: Noch gefährlicher als die Welt, die die Kirche bedroht, sind der Kirche ihre eignen <term ref="kbga-terms-563">Irrtümer</term>. Als in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> jene Parolen ausgegeben wurden: Von jetzt an muss es heißen: Jesus Christus und <persName ref="kbga-actors-185">Adolf Hitler</persName>, Erkenntnis und Dienst Gottes im <term ref="kbga-terms-135">Nationalsozialismus</term>, Selbsterlösung des deutschen Menschen durch die Kraft seines eignen <term ref="kbga-terms-967">Blutes</term> und Herzens, als es wie ein Rausch über das deutsche Volk kam: das soll von jetzt an unsre <term ref="kbga-terms-211">Religion</term> sein – wie sind da weiteste Kreise auch der <term ref="kbga-terms-673">deutschen Kirche</term> natürlich und hemmungslos auf diese Idee hereingefallen. Welche Nachgiebigkeit ohne Unterschied der Kirchen und Volksgruppen brachten sie dem Neuen entgegen und sind dessen Ansturm erlegen. Man fragt sich heute erstaunt, wie das eigentlich möglich war.</p>
<p>Warum? Weil sich die ganze Kirche und das Christentum lange vorher schon durch Jahrhunderte hindurch innerlich von der Reinheit <term ref="kbga-terms-342">kirchlicher Verkündigung</term> entfernt hatte[n], von der Reinheit und Strenge des göttlichen Auftrages: Ich bin der Herr, dein Gott; du sollst keine andern Götter neben mir haben [<ref type="can" subtype="bible" target="Ex.20.2 Ex.20.3">Ex. 20,2f.</ref>; <ref type="can" subtype="bible" target="Dtn.5.6 Dtn.5.7">Dtn. 5,6f.</ref>]. Weg von der strahlenden Reinheit der neutestamentlichen Botschaft: Allein aus Gnaden bin ich, was ich bin [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.15.10">1.Kor. 15,10</ref>]. Wer hat dies wirklich noch gewusst? Es war selbstverständlich Bündnis geschlossen worden mit andern Mächten und Gewalten als mit Gott und dem Vater unsres Herrn Jesu Christi. Da wurde nebeneinandergestellt Gott und der gesunde <term ref="kbga-terms-962">Menschenverstand</term>, Jesus Christus und das <term ref="kbga-terms-596">Gewissen</term>, <term ref="kbga-terms-59">Evangelium</term> und moderne <term ref="kbga-terms-1139">Weltanschauung</term>, und Lebensgefühl des <term ref="kbga-terms-1240">Modernen</term>, <term ref="kbga-terms-437">Sozialismus</term> und, und, und … Vor diesen Und hatten die <term ref="kbga-terms-426">Propheten</term> gewarnt. Es bestand mitten in der Christenheit ein Allerweltstempel, ein Pantheon.<note xml:id="n29"> Mit «Pantheon» wird seit der Antike eine «Kultstätte» bezeichnet, «die  ‹allen Göttern› (<foreign xml:lang="lat">hoi theoí pántes</foreign>) geweiht war» und nicht bloß einem einzelnen oder mehreren zusammengehörigen (<bibl corresp="kbga-bibls-727">J. Rüpke, Art. «Pantheon, I. Religionsgeschichtlich», in: RGG<hi rend="sup">4</hi> VI, Sp. 857f., dort Sp. 857</bibl>). Das bekannteste Pantheon ist, auch wenn es wohl nie als Tempel genutzt wurde, das in seiner heutigen Gestalt unter Kaiser Hadrian in Rom vollendete, die heutige Kirche S. Maria ad Martyras (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-728">
                                K. Hitzl, Art. «Pantheon, II. Das Pantheon in Rom», in: a.a.O., Sp. 858–860</bibl>).</note> Und als <persName ref="kbga-actors-185">Hitler</persName> kam, was lag da <pb xml:id="p521" ed="pga"/> näher [als] zu sagen, zu fragen, ob nicht diese Gottheit, die <term ref="kbga-terms-1241">Nation</term>, nicht auch in den Tempel hineingehöre. So war der Abfall vorbereitet.</p>
<p>Wir mögen denken, solches liege uns fern. Das mag richtig sein. Wir können uns solch rasenden schweizerischen <term ref="kbga-terms-1201">Nationalismus</term> nicht vorstellen. – Doch damit sind wir nicht gesichert. Auch in unserer Kirche sind seit Jahrhunderten Bündnisse geschlossen worden. Und dieses Bündnisschließen bedeutet vor Gott <term ref="kbga-terms-792">Götzendienst</term>. Es ist alter und neuer <term ref="kbga-terms-563">Irrtum</term>, der sich bei uns einschleichen durfte. Um der Liebe und Offenheit und <term ref="kbga-terms-285">Toleranz</term> willen darf dies und das auch in der Kirche gesagt werden. – Was für die Deutschen der <term ref="kbga-terms-135">Nationalsozialismus</term> bedeutet, ist vielleicht für die Schweizer die <term ref="kbga-terms-1242">Pädagogik</term>, die Lust mit zu erziehen. Ein Götzenbild. Wer weiß, welcher Abfall da einmal sichtbar werden könnte? Die Vorgänge draußen fragen uns, wie haben wir es mit unsern Irrtümern? Wollen wir uns fragen und prüfen lassen, was bei uns <term ref="kbga-terms-50">Wort Gottes</term> heißt?</p>
<p rend="margin-top text-recte">
                        <lg>
                            <l>4. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.10.26 Mt.10.27">Matth. 10,26–27</ref>: «Was ich euch im Dunkeln sage, das saget im Licht …»<note xml:id="n30"> In seinen Stichworten (s. unten, <ref type="pub" target="../volume/55/p529#p529">S. 529</ref>) nennt <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> hier richtig nur <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.10.27">Mt. 10,27</ref> und zitiert diesen Vers vollständig: «Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht und was ihr höret ins Ohr, das predigt von den Dächern.»</note>
</l>
                        </lg>
                    </p>
<p rend="no-indent">Das heißt, angewandt auf die Sache, die uns bewegt: Die Kirche muss es in der Not neu lernen, Gottes Wort zu hören und zu bekennen. </p>
<p>Wir stehen vor der Tatsache, dass draußen unzählige Menschen es wieder gelernt haben, ganz anders, als sie es zuvor konnten, in ihrer <term ref="kbga-terms-110">Bibel</term> zu lesen und zu fragen, was ist eigentlich wahr und was soll eigentlich gelten. Sie haben gelernt, wenn sie im Stillen vor dieser Frage stehen, dann ihre Bibel aufzuschlagen und nach der Wahrheit zu fragen, was Gott im Wort gesagt hat. Daraus erfolgte allmählich das Erwachen des <term ref="kbga-terms-1173">Widerstandes</term>, das Aufbrechen auf den Weg der neuen, nein alten christlichen Kirche. Sie lernten, die vielen Geister ringsum, die uns rufen und beherrschen wollen, zu unterscheiden [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.12.10">1.Kor. 12,10</ref>], lernten, dafür einen Sinn zu bekommen, was <term ref="kbga-terms-179">heiliger Geist</term> ist und was <term ref="kbga-terms-750">sündiger Menschengeist</term> ist. Es wurde ihnen immer klarer, dass es in der Kirche zu Unterscheidungen kommen muss. <term ref="kbga-terms-563">Irrtum</term> muss wieder Irrtum genannt werden dürfen. Man kann in der Kirche <pb xml:id="p522" ed="pga"/> nicht zwei, geschweige denn 100 Herren dienen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.24">Mt. 6,24</ref>]. Nur Einem. So ist es zu etwas gekommen, was wir vielleicht nur noch aus alten Büchern kennen: zum Bekennen nämlich, zum offenen entschiedenen Aussprechen der <term ref="kbga-terms-836">christlichen Wahrheit</term>.<note xml:id="n31"> In seinem Stichwort-Typoskript (s. unten, <ref type="pub" target="../volume/55/p530#p530">S. 530</ref>) formuliert <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> hier konkreter und zitiert die erste These der <term ref="kbga-terms-126">Barmer Theologischen Erklärung</term>.</note> Zuerst fand man sich schüchtern und unbeholfen genug in <term ref="kbga-terms-289">freien Synoden</term> zusammen, um vor aller Öffentlichkeit zu bezeugen, was man ins Ohr gehört hat. In letzter Zeit ist ja ein offenes Wort an die Adresse der allmächtigen Größen gerichtet worden, da wirklich kein Blatt vor den Mund genommen wurde.<note xml:id="n32"> Gemeint ist die <hi rend="italic">Denkschrift der Vorläufigen Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche an den Führer und Reichskanzler</hi> vom <date>28. Mai 1936</date> (Text: <bibl corresp="kbga-bibls-124">
                                Dokumente des Kirchenkampfes II/1, S. 695–703</bibl>; s. auch unten, <ref type="pub" target="../volume/55/p747#p747">S. 747–
749</ref>)).</note> Ein ehrlicher Versuch, wie es die alten <term ref="kbga-terms-426">Propheten</term> getan haben, war’s, was die vielen <term ref="kbga-terms-596">Gewissen</term> bewegte. Es kann nicht anders sein: Es muss laut werden und ohne Rücksicht im Licht gesagt werden. Auch unter uns wird wieder die <term ref="kbga-terms-110">Bibel</term> fleißig gelesen, und es ist kein Zweifel daran, dass dadurch das Bild der <term ref="kbga-terms-456">Schweizer Kirche</term> ein anderes wird. Aber sind wir uns darüber klar, wie wir es sein müssten: Dass <term ref="kbga-terms-50">Gottes Wort</term> die <term ref="kbga-terms-706">Wahrheit</term> ist? Dass, wenn wir nach der Wahrheit fragen, [wir] nicht anders als danach <term ref="kbga-terms-252">verkündigen</term> dürfen? Sind wir uns darüber klar: Wenn Gottes Wort das Leben der christlichen Kirche ist, dass es dann eine gemeinsame Verantwortlichkeit <term ref="kbga-terms-307">gegenüber unserem Herrn und der Welt</term> gibt? Dass es unerschrocken ausgesprochen werden muss? Die <term ref="kbga-terms-340">Wahrheit</term> ist nur <hi rend="italic">eine:</hi> Sind wir uns darüber klar, dass das <term ref="kbga-terms-26">Entscheidung</term> bedeutet? Es gibt keine Entscheidungen ohne Scheidungen. Das wird uns schwerfallen. Nicht umsonst sind wir so lange <term ref="kbga-terms-889">neutral</term> gewesen.<note xml:id="n33"> An die beim <orgName ref="kbga-actors-8098">Wiener Kongress</orgName> <date>1815</date> für die Schweiz ausgehandelte und verpflichtend gemachte
<term ref="kbga-terms-889">Neutralität</term> hielt sie sich, obwohl es größere Diskussionen darum gab, auch im <term ref="kbga-terms-170">Ersten Weltkrieg</term> (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-248">
                                    <choice>
                                        <sic ed="pga">C Moos</sic>
                                        <corr>C. Moos</corr></choice>, <hi rend="italic">Schweizer <choice>
                                        <sic ed="pga">Neutralität(en)</sic>
                                        <corr type="misprint">Neutralität[en]</corr>
                                    </choice> zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Von der schwierigen Umsetzung eines umstrittenen Konzepts</hi>, in: <hi rend="italic">14/18. Die Schweiz und der Grosse Krieg</hi>, hrsg. von R. Rossfeld u. a., Baden 2014, S. 214–239</bibl>) und später in den anderen von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in seinen Stichpunkten erwähnten Konflikten (vgl. oben, <ref type="pub" target="../volume/55/p517#fn_n27">S. 517, Anm. 27</ref>).</note> Wir sind wohl auch in <pb xml:id="p523" ed="pga"/> geistigen und geistlichen Dingen nur allzu neutral geworden. Lassen wir es uns sagen, dass es gegenüber dem <term ref="kbga-terms-50">Worte Gottes</term> keine Neutralität gibt? Das bedeutet auch für die <orgName ref="kbga-actors-8387">Schweiz</orgName> Entscheidung. Die Stunde der Entscheidung wird eines Tages anbrechen. Wo werden wir dann stehen? Werden wir dann in der Lage sein, zu hören und zu reden, zu erkennen und zu bekennen?</p>
<p rend="margin-top text-recte">
                        <lg>
                            <l>5. «Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.» [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.7.21">Mt. 7,21</ref>]</l>
                        </lg>
                    </p>
<p rend="no-indent">Das heißt, angewandt auf die Sache, die uns bewegt: Die Kirche muss in der Not treuen <term ref="kbga-terms-595">Gehorsam</term> lernen. Die <term ref="kbga-terms-673">deutsche evangelische Kirche</term> hat sich dazu durchgerungen, dass sie sich nur durch das <term ref="kbga-terms-50">Wort Gottes</term> belehren lässt und leiten lassen will. Das wollen doch auch wir, ist unser Gedanke. Wer würde da zu widersprechen wagen? Draußen haben zunächst auch viele dem Bekenntnis zugestimmt, Herr, Herr gesagt. Aber dann hat es sich gezeigt, dass das erst der Anfang war. Es galt ja nun, sich damit zu behaupten in einer Welt voll [von] 1000 Schwierigkeiten durch den <term ref="kbga-terms-1159">Staat</term>, die <orgName ref="kbga-actors-8272">Partei</orgName>, <orgName ref="kbga-actors-8298">Gestapo</orgName>, gegenüber Feinden und falschen Freunden. Von Schritt zu Schritt galt es in dieser Bewegung weiterzugehen. Da gab es viel Zögern und Straucheln. Durch eine harte Schule ging die <orgName ref="kbga-actors-7774">bekennende Kirche</orgName>. Wie nahe lag es doch mitzugehen, wo die Mehrheit des Volkes war, alles zu tun, um die <term ref="kbga-terms-857">Landeskirche</term>, ihre Freiheit und Sicherheit zu bewahren. Ach, die Geldfrage spielte auch eine große Rolle. Man sollte doch den Einfluss auf das Volk behalten und den Einfluss auf die Jugend ja nicht preisgeben! Würde man nicht «klugerweise» etwas nachgeben? Sollte man nicht die Möglichkeiten bedenken, die die <term ref="kbga-terms-871">Kirche noch im neuen Deutschland</term> haben kann[?] Man wollte sich gewiss an die <term ref="kbga-terms-110">Bibel</term> halten. Nur ein kleiner <term ref="kbga-terms-302">Kompromiss</term>. Muss und darf man nicht vor vielen unnötigen Bedrängnissen ausweichen[?] Vielleicht nur aus Liebe so handeln, aus Liebe zu den Vielen, die es noch nicht besser wissen[?] – Das alles kam aber auch mit dauernden Drohungen der <orgName ref="kbga-actors-8272">Partei</orgName> und Polizei. Und wenn dann Müdigkeit eintrat, kamen sie von dort mit Angeboten von Zuckerbrot und Honigseim<note xml:id="n34"> Ungeläuterter Honig, wie er aus den Waben abfließt.</note>, zuletzt mit dem Ange<pb xml:id="p524" ed="pga" break="no"/>bot, <term ref="kbga-terms-858">Kirchenausschüsse</term> einzurichten, die der Neuordnung und Vermittlung dienen sollten. Da gab es viel Straucheln und neutrales Verhalten. Da braucht es etwas, nach allen Seiten dabeizubleiben: «Dennoch bleibe ich stets bei dir; denn du hilfst» [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Ps.73.23">Ps. 73,23</ref>]. Nachdem man Herr, Herr gesagt, dass der <term ref="kbga-terms-76">Wille Gottes</term> getan sein will nach vielen Lockungen. Da wurde ein weiter Weg zurückgelegt. </p>
<p>Lassen wir es uns sagen: Erkenntnis und Bekenntnis sind eine große Sache, aber sie bilden nur den Anfang. Es wird darauf ankommen, ob wir Schritt für Schritt den Mut haben, das Erkannte anzuwenden, den Mut haben, vom Wort allein zu leben.<note n="a" type="textcritical" xml:id="na"> Im <ref corresp="A">Zeitungsbericht</ref> folgt – wohl irrtümlich an einem Spaltenwechsel – eine Wiederholung der Worte: «Den Mut haben, das Erkannte anzuwenden, den Mut haben, vom Wort allein zu leben.»</note> Den Mut haben, sich nicht zu fürchten, hart zu werden, ganz neu, evangelisch, vom Wort lebend zu werden.</p>
<p rend="margin-top text-recte">
                        <lg>
                            <l>6. «Wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem  himmlischen Vater.» [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.10.32">Mt. 10,32</ref>]</l>
                        </lg>
                    </p>
<p rend="no-indent">Das heißt, angewandt auf das, worauf wir schauen: In der <term ref="kbga-terms-611">Not</term> beweist Gott der Kirche seine <term ref="kbga-terms-115">Barmherzigkeit</term> und Hilfe. – Es sind in diesen Jahren merkwürdige Dinge geschehen, die nicht zu erklären sind aus der besonderen Einsicht und Tapferkeit der beteiligten Menschen. Es ist ein Wunder vor unsern Augen: Das Erwachen und Sich-Sammeln von lebendigen <term ref="kbga-terms-249">Gemeinden</term> kam.</p>
<p>Es ist z. B. erstaunlich, wie die <term ref="kbga-terms-882">theologische Jugend</term> erwachte und sich eingesetzt hat, wohl wissend, dass sie ihre Zukunft aufs Spiel setzte. Wenn sie an den Brotkorb heranwollten, dann hätten sie anders vorgehen müssen. Gewiss ist auch viel Schwachheit und Unklarheit, sind viele Fehler, Unvorsichtigkeiten und Feigheiten vorgekommen. Aber merkwürdig war es so, dass, wenn Dummheiten begangen wurden, die Gegner dauernd die größten Torheiten getan haben. Wenn die <orgName ref="kbga-actors-7774">bekennende Kirche</orgName> einschlafen wollte, hat sie das wieder geweckt. Es ist so gewesen, wie es in einem alten Schweizer Wort heißt: Durch die <term ref="kbga-terms-643">Vorsehung</term> Gottes und der Menschen Verwirrung wird die Schweiz regiert.<note xml:id="n35"> Zum ursprünglich lateinisch verwendeten Sprichwort «<foreign xml:lang="lat">Hominum confusione et Dei providentia (Helvetia) regitur</foreign>» vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-26">
                                V.u.kl.A. 1930–1933, 
                                    <ref type="pub" target="../volume/49/p301#fn_n81">S. 301, Anm. 81</ref></bibl>.</note> Dass Gott selber ihnen wieder begegnete, ist tröstend und <pb xml:id="p525" ed="pga"/> mahnend. Wenn wir auf das Ergebnis sehen, so müssen wir feststellen, dass nach 3½jährigem <term ref="kbga-terms-222">Kampfe</term> die Kirche nicht nur immer noch dasteht, sondern viel fester und klarer bekennend dasteht. Es kann nicht die Rede sein vom Ruhm eines Menschen. Anderes ist geschehen: Das <term ref="kbga-terms-50">Wort Gottes</term> hat seine Gemeinde wieder einmal gebaut, getragen und gerettet, wie wir es auf allen Seiten der <term ref="kbga-terms-110">Bibel</term> lesen können. Wer das Herz auf dem rechten Fleck, d. h. beim Worte Gottes hat, darf wissen: Wie es auch noch kommen wird,<note xml:id="n36">In seinen Stichworten erwähnt <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> als konkrete Unsicherheitsfaktoren im Blick auf die Zukunft noch einmal das «Probl[em] d[er] Kirchenausschüsse» und den «Parteitag» (s. unten, <ref target="../volume/55/p532#fn_nbh">S. 532, Anm. bh-bh</ref>), womit der vom <date>8.–14. September 1936</date> in Nürnberg stattfindende sogenannte «Reichsparteitag der Ehre» der <orgName ref="kbga-actors-8272">NSDAP</orgName> gemeint ist.</note> da draußen ist Kirche, die lebt vom Wort und durch den Geist dessen, der die Kirche geschaffen und gezeugt hat durch <term ref="kbga-terms-129">Kreuz</term> und <term ref="kbga-terms-393">Auferstehung</term>. – </p>
<p>Nun sind wir Zeugen, aus der Nähe Zeugen der sich offenbarenden <term ref="kbga-terms-115">Barmherzigkeit Gottes</term>. «In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet.»<note xml:id="n37"> <bibl type="song" corresp="kbga-songs-62">Aus Strophe 3 des Liedes «Lobe den Herren» von <persName ref="kbga-actors-2670">J. Neander</persName> (EG 317, RG 242)</bibl>: <q rend="block">
<lg>
                                <l>Lobe den Herren, der künstlich und frei dich bereitet,</l>
                                <l>der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.</l>
                                <l>In wieviel Not</l>
                                <l>hat nicht der gnädige Gott</l>
                                <l>über dir Flügel gebreitet!</l>
                            </lg></q>
</note> Da sollten wir einstimmen können in Anerkenntnis der Wohltat, die Gott an seiner Kirche tut. Freilich fehlt uns etwas zur rechten Freude einzustimmen. Was ist’s? Fehlt’s uns am <term ref="kbga-terms-73">Glauben</term>, Bekenntnis, rechten Vertrauen? Dass noch keine reale Not an unsre Kirche herangetreten ist? Kirche zu sein ist unsre Aufgabe, durch die Barmherzigkeit Gottes gerettet. Heute noch sind wir passive <term ref="kbga-terms-1011">Zeugen</term>. Möchte Gott uns die Gnade schenken, wenn wir aufgerufen werden, aktive Zeugen zu sein!</p>
<quote rend="text-recte">«Von da an zogen sich viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm.  Jesus sprach nun zu den Zwölfen: Wollt etwa auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, wohin sollten wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens, und  wir haben geglaubt <pb xml:id="p526" ed="pga"/> und erkannt, dass du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.»<note xml:id="n38"> Der Bibelvers wird im Artikel redaktionell so eingeleitet: «Zum Schlusse las der Redner einfach noch aus dem Evangelium Johannes folgende Stelle: […]». Anschließend schildert der Verfasser noch in wenigen Zeilen den weiteren Verlauf des Bezirksfestes und stellt bedauernd fest: «Leider mußte Herr Prof. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> uns sehr früh verlassen.»</note> [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.6.66 Joh.6.69">Joh. 6,66–69</ref>]</quote>
</div>
<div>
<head>II.<lb/>
Stichwort-Typoskript:<lb/>
                        <lb/>
Was haben uns die kirchlichen Vorgänge in Deutschland zu sagen?</head>
<p>Antwort auf Frage: Was haben uns …<lb/>
«<hi rend="italic">Kirchl[iche] Vorgänge in</hi>
<placeName ref="kbga-places-151">D[eu]t[sch]l[an]d</placeName>»: ⌜(bekannt, Zusammenfassung!)⌝
<list type="simple">
                            <item>1. 1933 innere und äussere Versuchung</item>
                        </list>
<table rend="margin-left">
                            <row>
                                <cell>
                                    <term ref="kbga-terms-59">Ev[angelium]</term> zu <hi rend="italic">verfälschen</hi><note n="a" type="textcritical" xml:id="na1"> Diese Hervorhebung erfolgte – wie beinahe alle anderen im <ref corresp="B">Tskr.</ref> – nachträglich mit Bleistift; im Weiteren werden sie als Abweichung vom <ref corresp="C">Mskr.</ref> nicht mehr ausgewiesen. Schon beim Schreiben des <ref corresp="B">Tskr.s</ref> unterstrichen wurden lediglich die Überschrift, die Bibelzitate und in diesem Abschnitt die im folgenden Absatz hervorgehobenen Worte «uns zu sagen?» und «sind» (beide im <ref corresp="C">Mskr.</ref> ebenfalls hervorgehoben).</note>:</cell>
                                <cell> deutschchr[istliche] K[irche] </cell>
                            </row> <row>
                                <cell>Ev[angelium] <hi rend="italic">preiszugeben</hi>
                                </cell>
                                <cell>zugunsten einer deutschen Heilslehre</cell>
                            </row> <row>
                                <cell/>
                                <cell>zugunsten einer<note n="b" type="textcritical" xml:id="nb"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «der».</note> neuen Staatsgesinnung</cell>
                            </row>
                        </table>
<list type="simple">
                            <item>2. Teilw[eises] Erliegen. ⌜Predigt u. Kirchenpolitik.⌝ Allmähl[icher] Widerstand auf Grund neuer Besinnung auf Ev[angelium] u[nd] K[irche] – Bek[enntnis] u[nd] Ordnung<note n="c" type="textcritical" xml:id="nc"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Ordnungsversuch. Kampf in der Kirche und gegen Staat».</note>.  <term ref="kbga-terms-1173">Widerstand</term> bis jetzt nicht gebrochen.</item>
                            <item>
                                <anchor type="note" xml:id="fn-d"/>3.Bleibt <term ref="kbga-terms-1234">Landeskirche</term><note n="d" target="fn-d" type="textcritical" xml:id="nd"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «3. Frage: Bleibt rechtmässige Landeskirche».</note> evangelisch? Muss ev[angelische] K[irche] Freikirche werden?  Kann sie nur noch als verfolgte existieren? Hat sie den Glauben, u[nter] a[llen]  U[mständen] ev[angelische] Kirche bleiben ⌜und neu werden⌝ zu wollen?</item>
                        </list>
</p>

<p>
                        <pb xml:id="p527" ed="pga" rend="noPipe"/> «… <hi rend="italic">uns zu sagen?</hi> Wer sind «wir<note n="e" type="textcritical" xml:id="ne"> Im <ref corresp="C">Mskr.</ref> hervorgehoben.</note>»? <hi rend="italic">Zuschauer</hi> vor einer Bühne?<note n="f" type="textcritical" xml:id="nf"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Bühne? nicht unsre Sache».</note> Schweizer lieben das. <term ref="kbga-terms-170">Weltkrieg</term>.<note n="g" type="textcritical" xml:id="ng"><ref corresp="C">Mskr.</ref>: «(<term ref="kbga-terms-170">Weltkrieg</term>, <term ref="kbga-terms-1236">Abessinien</term>, <term ref="kbga-terms-1237">Spanien</term>)». – Siehe auch oben, <ref type="pub" target="../volume/55/p517#fn_n27">S. 517, Anm. 27</ref>.</note> Wir besser dran und besser? ⌜Politisch interessant?⌝</p>
<p>
                        <hi rend="italic">Unmöglich:</hi> es geht um die K[irche], um Ev[anglium] u[nd] Glauben, also um unsere eigene Sache. «Wenn ein Glied leidet …» [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.12.26">1.Kor. 12,26</ref>] K[irche] d[er] Anf[änge]  d[er] Ref[ormation], gleicher<note n="h" type="textcritical" xml:id="nh"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Kirche gleicher».</note> Sprache, mannigf[acher] Austausch. Wir <hi rend="italic">sind</hi> beteiligt –  oder sind<note n="i" type="textcritical" xml:id="ni"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «wir sind».</note> nicht Kirche. </p>
<p>Also: <anchor type="note" xml:id="fn-j"/><hi rend="italic">Wenn</hi> wir K[irche], <hi rend="italic">sagen</hi> uns kirchl[iche] Vorgänge in Deutschl[and] als solche etwas, was wir trotz Ferne und Fremde unmittelbar <hi rend="italic">mitzubedenken</hi> haben.<note n="j" target="fn-j" type="textcritical" xml:id="nj"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Entweder-Oder! Kirchliche Vorgänge in Deutschland sagen uns als solche, was wir trotz aller Fremde, von ganzem Herzen mit zu bedenken haben.» Im <ref corresp="B">Tskr.</ref> ursprünglich vorhanden, dann handschriftlich gestrichen: «Entweder-Oder».</note> <term ref="kbga-terms-754">Zeugnis</term> d[er] K[irche], das<note n="k" type="textcritical" xml:id="nk"> <ref corresp="B">Tskr.</ref>: «dass»; von den Hrsg. in Übereinstimmung mit dem Mskr. geändert.</note> die K[irche] hören muss.</p>
<p rend="margin-top text-recte">
                        <anchor type="note" xml:id="fn-l"/>6 Worte Jesu, in denen Wahrheit bezeugt wird.<note n="l" target="fn-l" type="textcritical" xml:id="nl"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref> – Im <ref corresp="B">Tskr.</ref> ursprünglich: «6 Worte Jesu, in denen ich dieses Zeugnis zu hören meine».</note>
                    </p>
<p rend="margin-top text-recte">1. «<hi rend="italic">Wachet, denn ihr wisset nicht, welche Stunde euer Herr kommen wird!</hi>»<note n="m" type="textcritical" xml:id="nm"> Im <ref corresp="C">Mskr.</ref> sind durchgehend nicht die Bibelzitate hervorgehoben, sondern der erste, überschriftenartige Satz der daraus gezogenen Schlussfolgerung, der im <ref corresp="B">Tskr.</ref> jeweils nachträglich mit Rotstift hervorgehoben wurde.</note> (<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.24.42">Matth. 24,42</ref>) Angewendet:<note n="n" type="textcritical" xml:id="nn"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> <hi rend="italic">Die K[irche] kann nicht immer Ruhe haben</hi>, nicht störend und nicht gestört, unangefochten und anerkannt<note n="o" type="textcritical" xml:id="no"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «anerkannt von aussen».</note>, unbewegt von Fragen, die zur Entscheidung drängen, <pb xml:id="p528" ed="pga"/> gleichgültig für ihre Umgebung. – Kann <hi rend="italic">nötig</hi> und heilsam sein, ist aber nicht die <hi rend="italic">einzige</hi>, normale<note n="p" type="textcritical" xml:id="np"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «nicht die normale».</note> Möglichkeit.</p>
<p rend="text-indent no-margin-top">
                        <term ref="kbga-terms-74">N[eues] T[estament]</term> und <term ref="kbga-terms-464">K[irchen-]Gesch[ichte]</term> reden<note n="q" type="textcritical" xml:id="nq"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «sagen dasselbe, reden».</note> von ⌜bedrohter,⌝ <hi rend="italic">leidender</hi>, handelnder, kämpfender K[irche], <term ref="kbga-terms-611">K[irche] in Not</term>. Für uns nur Vergangenheit? D[eu]tschl[an]d sagt uns, dass es <hi rend="italic">Gegenwart</hi> werden kann.<note n="r" type="textcritical" xml:id="nr"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «kann. Kirche wird gestört u[nd] störend».</note> Wie schrecklich? Wie interessant? Nein: nur ernst: <hi rend="italic">der Herr</hi> kommt. ⌜Die Vorläufigkeit dieser Welt wird sichtbar.⌝ Die <hi rend="italic">Merkwürdigkeit</hi> der<note n="s" type="textcritical" xml:id="ns"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «ihrer».</note> Botschaft von Gott, vom <term ref="kbga-terms-129">Kreuz</term>, vom <term ref="kbga-terms-726">ewigen Leben</term> wird sichtbar,<note n="t" type="textcritical" xml:id="nt"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «sichtbar. Sie».</note> bringt Unruhe. <anchor type="note" xml:id="fn-u"/><hi rend="italic">Welt will das nicht</hi>. Und die Kirche selbst?<note n="u" target="fn-u" type="textcritical" xml:id="nu"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Die Welt will das nicht. Will sie es selbst?».</note> Muss sich selbst beunruhigen lassen. Will <anchor type="note" xml:id="fn-v"/>und wird<note n="v" target="fn-v" type="textcritical" xml:id="nv"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> sie dazu stehen, wenn Alles danach ruft, es anders zu halten? – Sind wir bereit für den Uebergang <anchor type="note" xml:id="fn-w"/>in die Unruhe<note n="w" target="fn-w" type="textcritical" xml:id="nw"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note>?</p>
<p rend="margin-top text-recte">2. «<hi rend="italic">Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe</hi>» (<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.10.16">Matth. 10,16</ref>). Angewendet:<note n="x" type="textcritical" xml:id="nx"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> <hi rend="italic">Die Welt, in der die K[irche] lebt, ist ihr gefährlich</hi>. <anchor type="note" xml:id="fn-y"/>Wohl Welt, die Gott <term ref="kbga-terms-237">geschaffen</term>, aber Welt des <term ref="kbga-terms-750">sündigen</term> Menschen<note n="y" target="fn-y" type="textcritical" xml:id="ny"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Ist noch immer die Welt».</note>, in der Chr[istus] <term ref="kbga-terms-129">gekreuzigt</term> wurde und die sich der Kraft seiner <term ref="kbga-terms-393">Auferstehung</term> entziehen möchte. ⌜Heuchelei und⌝ <hi rend="italic">Gleichgültigkeit</hi> kennen wir auch. Aber Ablehnung und <hi rend="italic">Angriff</hi> im Grossen, in Verbindung mit einem grossen menschl[ichen] Aufschwung <anchor type="note" xml:id="fn-z"/>etwas Neues<note n="z" target="fn-z" type="textcritical" xml:id="nz"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note>. Welt möchte die K[irche] <hi rend="italic">anders</hi> haben – selber als ein Stück Welt – oder dann <hi rend="italic">gar nicht</hi> haben. ⌜<hi rend="italic">Vorwürfe:</hi> Parteiengezänk, Zeit nicht verstanden; Feinde der neuen Ordnung, Störer der Einheit, <hi rend="italic">Bekämpfung</hi> mit allen Mitteln.⌝ – Nur in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschl[and]</placeName>? Nein, dort zeigt <anchor type="note" xml:id="fn-aa"/>sich allgemeine Möglichkeit<note n="aa" target="fn-aa" type="textcritical" xml:id="naa"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «sich, was überall gilt».</note>. Hinter dem Frieden wartet irgendwo der Krieg: <term ref="kbga-terms-161">Totaler Staat</term> gegen <term ref="kbga-terms-1239">totales Ev[angelium]</term> – Sind wir gefasst darauf, versucht und bedroht zu werden?</p>
  <p rend="margin-top text-recte">
                        <pb xml:id="p529" ed="pga" rend="noPipe"/> 3. «<hi rend="italic">Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man es salzen?</hi>» (<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.5.13">Matth. 5,13</ref>). Angewendet:<note n="ab" type="textcritical" xml:id="nab"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> <hi rend="italic">Noch gefährlicher sind der K[irche] ihre eigenen</hi>
                        <term ref="kbga-terms-563">
                            <hi rend="italic">Irrtümer</hi></term>. Auf Parolen: Chr[istus] u[nd] <persName ref="kbga-actors-185">Hitler</persName>! Gott im <term ref="kbga-terms-428">Volkstum</term> und <term ref="kbga-terms-398">Geschichte</term>, Selbsterlösung des d[eu]t[schen] Menschen! Erstaunliches Hereinfallen<note n="ac" type="textcritical" xml:id="nac"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «gänzliches oder teilweises Hereinfallen» (die nicht übernommenen Worte sind im <ref corresp="C">Mskr.</ref> – nicht ganz übersichtlich – als Einfügung am Rand notiert).</note> aller Kreise. <anchor type="note" xml:id="fn-ad"/>Nachgiebigkeit unter dem Vorwand <pb ed="A" n="2"/> der Offenheit od[er] d[er] Liebe<note n="ad" target="fn-ad" type="textcritical" xml:id="nad"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «<term ref="kbga-terms-457">Frömmigkeit</term> und Lebensmut [?] versagten».</note>. Wie war das möglich? Weil K[irche] <hi rend="italic">längst entfernt</hi> von der Reinheit<note n="ae" type="textcritical" xml:id="nae"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Reinheit und Strenge».</note> d[er] bibl[ischen] <term ref="kbga-terms-252">Verkündigung</term>: «Ich bin der Herr dein Gott …» Aus Gottes Gnade …!<note n="af" type="textcritical" xml:id="naf"> Im <ref corresp="C">Mskr</ref> vollständiger: «Aus Gottes Gnade bin ich, was ich bin!»</note> Verbindung des <term ref="kbga-terms-59">Ev[angeliums]</term> mit <term ref="kbga-terms-819">Vernunft</term>, mod[erner] <term ref="kbga-terms-1139">Weltanschauung</term>, Lebensgefühl, <term ref="kbga-terms-382">Politik</term>. <anchor type="note" xml:id="fn-ag"/>K[irche] ohne Bekenntnis, Allerweltstempel.<note n="ag" target="fn-ag" type="textcritical" xml:id="nag"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Unter dem Vorwand des Reichtums Gottes, der Liebe oder auch der <term ref="kbga-terms-285">Toleranz</term> war Kirche ein Allerweltstempel geworden.» – Im <ref corresp="B">Tskr.</ref> ursprünglich: «K. Allerweltstempel» (dann in obenstehenden Text geändert).</note> Warum nicht auch diese Gottheit<note n="ah" type="textcritical" xml:id="nah"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note>: <term ref="kbga-terms-1241">Nation</term>! Abfall war vorbereitet. – Diese Verfälschung<note n="ai" type="textcritical" xml:id="nai"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Verbindung».</note> für uns fernerliegend. Die anderen kennen wir auch. <term ref="kbga-terms-792">Götzen</term>? «<term ref="kbga-terms-1201">Nationalismus</term> – <term ref="kbga-terms-1242">Pädagogik</term>!» ⌜Bekenntnis?⌝ <anchor type="note" xml:id="fn-aj"/>K[irche] nicht auch Pantheon?<note n="aj" target="fn-aj" type="textcritical" xml:id="naj"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Pantheon ohne Wahrheit.»</note> – Wollen wir uns fragen lassen nach der Reinheit uns[erer] K[irche]?</p>
<p rend="margin-top text-recte">4. «<hi rend="italic">Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht, und was ihr höret ins Ohr, das predigt von den Dächern</hi>.» (<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.10.27">Matth. 10,27</ref>). Angewendet:<note n="ak" type="textcritical" xml:id="nak"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> <hi rend="italic">d[ie] K[irche] muss es in d[er]</hi>
                        <term ref="kbga-terms-611">
                            <hi rend="italic">Not</hi></term>
                        <hi rend="italic"> neu lernen,</hi>
                        <term ref="kbga-terms-50">
                            <hi rend="italic">G[ottes] W[ort]</hi></term>
                        <hi rend="italic"> zu hören und zu bekennen</hi>. <anchor type="note" xml:id="fn-al"/>In Deutschl[an]d neuer Ernst des Bibellesens. <term ref="kbga-terms-110">Bibel</term> als <hi rend="italic">Wahrh[eit]</hi>. <term ref="kbga-terms-340">Wahrh[eit]</term> i[n] d[er] <hi rend="italic">Bibel</hi>. Daraus folgend: <hi rend="italic">Unterscheidung</hi> d[er] Geister,<note n="al" target="fn-al" type="textcritical" xml:id="nal"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Mit ganz neuem Ernst in der Bibel gelesen. Erkenntnis der Wahrheit unter Führung von Luther und Calvin. An diese Erkenntnis: Unterscheidung der Geister.»</note> <term ref="kbga-terms-26">Entscheidung</term> gegen <term ref="kbga-terms-563">Irrtum</term>, <pb xml:id="p530" ed="pga"/> Scheidung v[on] d[en] Irrlehrern, <anchor type="note" xml:id="fn-am"/>
                        <term ref="kbga-terms-179">H[ei]l[iger] Geist</term> gegen <term ref="kbga-terms-804">Zeitgeist</term>.<note n="am" target="fn-am" type="textcritical" xml:id="nam"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> Entspr[echendes] <hi rend="italic">Bekenntnis:</hi> Oeff[entliche] Erkl[ärung] d[es] chr[istlichen] Glaubens nach G[ottes] W[ort]. <anchor type="note" xml:id="fn-an"/>⌜J[esus] Chr[istus] <hi rend="italic">allein</hi> Weg, Wahrheit, Leben.⌝ Selbst[ändige] <term ref="kbga-terms-224">Ordnung</term> d[er] K[irche]. ⌜J[esus] Chr[istus] <hi rend="italic">allein</hi> ihr Herr. <orgName ref="kbga-actors-5393">
                            <hi rend="italic">Barmen</hi>
                        </orgName>
                        <hi rend="italic">, <date>31. Mai 1934</date>[:]</hi> Jesus Christus, wie er uns in der h[ei]l[igen] Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung ausser und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.⌝<note n="an" target="fn-an" type="textcritical" xml:id="nan"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref> – Der Einschub des Zitats aus der ersten These der <term ref="kbga-terms-126">Barmer Theologischen Erklärung</term> ist im <ref corresp="B">Tskr.</ref> unter dem Text vermerkt; als Hinweis, wo das Zitat einzufügen ist, findet sich nur ein Kreuz neben dem Text, keine konkrete Markierung im Text.</note>
                        <hi rend="italic">offenes Wort</hi> auch an den <term ref="kbga-terms-308">Staat</term>. – Hier bes[onders] <anchor type="note" xml:id="fn-ao"/>ernste Frage<note n="ao" target="fn-ao" type="textcritical" xml:id="nao"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «ernstes Wort».</note>. Bibellesen auch bei uns, aber wissen wir, <anchor type="note" xml:id="fn-ap"/>dass G[ottes] W[ort] die <hi rend="italic">Wahrheit</hi>, die Wahrheit <hi rend="italic">G[ottes] W[ort]</hi> ist? Dass K[irche] vor ihrem Herrn und <term ref="kbga-terms-307">vor d[er] Welt</term> gemeinsam <hi rend="italic">verantwortlich</hi> ist? Dass die Wahrheit wie Gott nur <hi rend="italic">eine</hi> ist? Dass Verantwortung ⌜Wahl,⌝ Entscheidung und Scheidung bedeutet?<note n="ap" target="fn-ap" type="textcritical" xml:id="nap"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «<hi rend="italic">Gottes Wort</hi> bestimmt, was <hi rend="italic">Wahrheit</hi> ist? Kirche ist gemeinsam verantwortlich vor dem Herrn und vor der Welt? Verantwortung bedeutet Entscheidung und eventuell Scheidung?»</note> Das Alles fällt uns schwer (<term ref="kbga-terms-889">Neutralität</term>!)<note n="aq" type="textcritical" xml:id="naq"> Die Klammer und ihr Inhalt fehlen im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> – Würden wir in der Lage sein, <anchor type="note" xml:id="fn-ar"/>zu erkennen und<note n="ar" target="fn-ar" type="textcritical" xml:id="nar"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> zu bekennen?</p>
<p rend="margin-top text-recte">5. «<hi rend="italic">Es werden nicht Alle, die zu mir sagen Herr Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel!</hi>» (<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.7.21">Matth. 7,21</ref>) Angewendet:<note n="as" type="textcritical" xml:id="nas"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref> </note> <hi rend="italic">D[ie] K[irche] muss in der Not treuen Gehorsam lernen</hi>. <term ref="kbga-terms-673">D[eu]t[sche] K[irche]</term> hat Ja dazu gesagt, sich nur durch das <term ref="kbga-terms-50">W[ort] G[ottes]</term> leiten zu lassen. Wer wollte das nicht? Viel Zustimmung, aber in den Entscheidungen viel <hi rend="italic">Zögern</hi> <pb xml:id="p531" ed="pga"/> und Straucheln<note n="at" type="textcritical" xml:id="nat"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Irren».</note> ⌜[bei] allen Generationen, offiz[iellen] Führern, theol[ogischen] <term ref="kbga-terms-1144">Fakultäten</term>⌝. Mitgehen mit der <anchor type="note" xml:id="fn-au"/>Mehrheit d[es] Volkes<note n="au" target="fn-au" type="textcritical" xml:id="nau"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Mehrzeit [sic!] und dem Zeitgeist».</note>? Erhaltung<note n="av" type="textcritical" xml:id="nav"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Erhaltung des Christentums,».</note> d[er] <term ref="kbga-terms-857">Landesk[irche]</term>, ⌜ihrer Einheit,⌝ ihrer Sicherheit, ihres Einflusses? <term ref="kbga-terms-363">Miss[onarische]</term> Möglichkeiten? Ausweichen vor unnötiger<note n="aw" type="textcritical" xml:id="naw"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «persönl[icher]».</note> Bedrängnis? Alles um der Sache Gottes willen, aus Liebe, f[ür] d[as] Volk, <anchor type="note" xml:id="fn-ax"/>f[ür] d[ie] Jugend<note n="ax" target="fn-ax" type="textcritical" xml:id="nax"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> usw. V[on] d[er] anderen Seite bald Drohungen, bald freundl[iche] Angebote. Und nun immer wieder: <hi rend="italic">dennoch</hi>…! ⌜Willen tun.⌝ Weiter Weg u[nd] noch lange nicht zu Ende. – Erkenntnis u[nd] Bekenntnis<note n="ay" type="textcritical" xml:id="nay"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Bekenntnis erst der <hi rend="italic">Anfang</hi>».</note> ⌜selbst eine <hi rend="italic">Haltung</hi> in sich⌝. <term ref="kbga-terms-110">Bibel</term> u[nd] <term ref="kbga-terms-61">Reformation</term> allein tun es nicht, sond[ern] ⌜der Mut der Anwendung,⌝ die Rücksichtslosigkeit, die <anchor type="note" xml:id="fn-az"/>vom Wort <hi rend="italic">leben</hi><note n="az" target="fn-az" type="textcritical" xml:id="naz"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «an dem Wort anhangen».</note> will. Hartwerden, um recht barmherzig zu sein. – Werden wir kirchlich, mehr:<note n="ba" type="textcritical" xml:id="nba"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> werden wir evangelisch werden?</p>
<p rend="margin-top text-recte">6. «<hi rend="italic">Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater</hi>» (<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.10.32">Matth. 10,32</ref>). Angewendet:<note n="bb" type="textcritical" xml:id="nbb"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> <hi rend="italic">I[n] d[er] Not beweist G[ott] d[er] K[irche] seine</hi>
                        <term ref="kbga-terms-115">
                            <hi rend="italic">Barmherzigkeit</hi></term>. Es sind Dinge geschehen, die <anchor type="note" xml:id="fn-bc"/>nicht aus menschlicher Einsicht und Tapferkeit zu erklären sind: Samml[ung] v[on] <term ref="kbga-terms-249">Gem[einden]</term> und Pfarrern, Einsatz u[nd] Hingabe der theol[ogischen] <term ref="kbga-terms-882">Jugend</term>, bewährte Männer i[n] d[er] Führung.<note n="bc" target="fn-bc" type="textcritical" xml:id="nbc"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «sich weder aus dem Bekenntnis noch aus dem <term ref="kbga-terms-595">Gehorsam der Kirche</term> erklären lassen: Gemeinden und Pfarrer leisten Widerstand, theol[ogische] Jugend tut hingebend mit, tüchtige Männer finden sich zur Führung.»</note> Gewiss auch viel Schwachheit u[nd] Unklarheit. Aber noch grösser (<term ref="kbga-terms-643">Vorsehung</term>-Verwirrung)<note n="bd" type="textcritical" xml:id="nbd"> Die Klammer und ihr Inhalt fehlen im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> die Torheit der Gegner, die immer wieder erweckend wirkt. <anchor type="note" xml:id="fn-be"/>Vor allem: Begegnung mit Trost u[nd] Mahnung d[es] Wortes,<note n="be" target="fn-be" type="textcritical" xml:id="nbe"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> Resultat: K[irche] nach 3½ Jahren<note n="bf" type="textcritical" xml:id="nbf"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «Jahren <term ref="kbga-terms-135">Nat[ional-]Soz[ialismus]</term>».</note> <pb xml:id="p532" ed="pga"/> immer noch da und viel gefestigter. Kein menschl[icher] Ruhm! Das <term ref="kbga-terms-50">W[ort] G[ottes]</term> baut, trägt, errettet<note n="bg" type="textcritical" xml:id="nbg"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «errettet sie».</note>. Noch nicht über d[en] Berg: Probl[em] d[er] <anchor type="note" xml:id="fn-bh"/><term ref="kbga-terms-858">Kirchenausschüsse</term>? Sicher Verheissung.<note n="bh" target="fn-bh" type="textcritical" xml:id="nbh"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «K[irchen-]A[usschüsse]. <orgName ref="kbga-actors-8522">Parteitag</orgName>?» – Vgl. dazu oben, <ref type="pub" target="../volume/55/p525#fn_n36">S. 525, Anm. 36</ref>.</note>
                         – Wir sind <hi rend="italic">Zeugen</hi> dieser Barmherzigkeit Gottes<note n="bi" type="textcritical" xml:id="nbi"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note>. «In wieviel Not …» Sollten als K[irche] einstimmen können. An was fehlt es uns? Bek[enntnis], Gehorsam, Vertrauen? Reale<note n="bj" type="textcritical" xml:id="nbj"> Fehlt im <ref corresp="C">Mskr.</ref>
                        </note> Not? ⌜<hi rend="italic">Kirche:</hi> die Gemeinde der von J[esus] Chr[istus] Berufenen, Gesammelten, Erleuchteten – in der Not durch seine Barmherzigkeit Geretteten.⌝ Vielleicht <anchor type="note" xml:id="fn-bk"/>dies <term ref="kbga-terms-115">Barmherzigkeit Gottes</term> für uns<note n="bk" target="fn-bk" type="textcritical" xml:id="nbk"> <ref corresp="C">Mskr.</ref>: «aber war das Barmherzigkeit Gottes».</note>, dass wir hier <term ref="kbga-terms-1011">Zeugen</term> sind dürfen. Passiv-aktiv?</p>
<p rend="margin-top text-recte">Lesen: <ref type="can" subtype="bible" target="Joh.6.66 Joh.6.69">Joh. 6,66–69</ref>.</p>
</div>
</div>
</body>
</text>
</TEI>
