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        <title type="volume" n="vol-55">Vorträge und kleinere Arbeiten 1935–1937</title>
        <title type="formal">Vorwort</title>
        <title type="content">Vorwort</title>
        <title type="citation_line_1">Vorwort, in: Vorträge und kleinere Arbeiten 1935–1937, kein Datum</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/55001 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Vorträge und kleinere Arbeiten 1935–1937, hrsg. v. Kratzert, Lucius / Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. III), Zürich 2020, S. VII–XVII.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/55001</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Vorträge und kleinere Arbeiten 1935–1937</title>
          <title type="text">Vorwort: Vorwort</title>
          <editor>Kratzert, Lucius</editor>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2020</date>
          <biblScope unit="page">VII-XVII</biblScope>
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<head>Vorwort</head>
<p>Im November 1935, knapp fünf Monate nachdem er in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> zum Professor ernannt worden war, gab <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in einem Brief an <persName ref="kbga-actors-1045">Hermann Klugkist Hesse</persName> eine eher nüchterne, teils beinahe wehmütige Beschreibung dieser ersten Monate in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName>, die in wenigen Sätzen viele Facetten beleuchtet: «Sie fragen mich, wie es mir gehe. Nun, ich weiß nicht, soll ich mich mit <persName ref="kbga-actors-5839">Nehemia</persName> vergleichen oder lieber bescheidener mit einer Ameisengemeinde – jedenfalls bin ich lebhaft dabei, die in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> so traurig zerstörte Schule hier wieder aufzurichten, d. h. den hier aus allerhand Ländern und Sprachen versammelten Studenten eine möglichst intensive Bekanntschaft mit ‹kirchlicher Dogmatik› zu vermitteln, den Schweizern insbesondere ein ganz klein bisschen preußisches Tempo beizubringen, die Kirche so ganz langsam an den Gedanken zu gewöhnen, dass es auch so etwas wie Bekenntnis geben könnte usw. […] Ich bin gerne in <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName>, gerne in <placeName ref="kbga-places-44">Münster</placeName>, gerne in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> gewesen und sehe nicht ein, warum ich nun nicht auch gerne in meiner Heimatstadt sein sollte. […] Also kurzum, mein Leben geht weiter, in etwas bescheideneren und gemächlicheren Bahnen als in den letzten Jahren draußen, aber warum soll man das nicht auch hinnehmen, da es nun so sein sollte?»<note xml:id="n01">
 Brief <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> an <persName ref="kbga-actors-1045">H. Kl. Hesse</persName> vom <date>16.11.1935</date> (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9235.348</idno>).
</note>
</p>
<p>Spätestens im Juni 1935 war deutlich geworden, dass <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> und <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> trotz des letztlich gewonnenen Prozesses um seine Suspendierung keine berufliche Zukunft mehr würde haben können, folgte dem für ihn günstigen Ausgang doch unmittelbar seine Versetzung in den Ruhestand.<note xml:id="n02">
 In der offiziellen schriftlichen Mitteilung vom <ref type="kba-objects-id" target="91038">21.6.1935</ref> hieß es: «Auf Grund von § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 werden Sie hiermit in den Ruhestand versetzt» (<orgName ref="kbga-actors-8253">KBA</orgName>, Slg. Dokumente und Materialien 1933–1935, Mappe «Suspension»).
</note> Parallel zum Prozess, der sich in zwei Instanzen über Monate hinzog, hatte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> selbst und hatten auch Schweizer Freunde intensiv daran gearbeitet, ihm eine Arbeitsmöglichkeit in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> zu eröffnen. Die <orgName ref="kbga-actors-5398">Universität Basel</orgName> trug ihm nun eine ordentliche Professur mit Lehrauftrag für Systematische Theologie und Homiletik an, und so wurde <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> am <date>25. Juni 1935</date>, nur wenige Tage nach dem offiziellen Ende seiner Tätigkeit in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName>, <pb xml:id="pr008" ed="pga"/> vom Basler Regierungsrat zum Professor ernannt.<note xml:id="n03">
 Über den entsprechenden Beschluss informierte das Erziehungsdepartment des Kantons Basel-Stadt die Kuratel und das Rektorat der Universität sowie die Theologische Fakultät in einem Schreiben vom <ref type="kba-objects-id" target="26642">27.6.1935</ref>; mit Beschluss des Regierungsrates vom <ref type="kba-objects-id" target="91039">6. September 1935</ref> wurde <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Gehalt auf CHF 18 000.- jährlich festgesetzt (beide Schreiben in: KBA, Slg. Dokumente und Materialien 1921–1949, Mappe «Professur in Basel 1934–1966» [Kopie aus der Akte «Karl Barth» im Rektorat der Universität Basel]).
</note> Im Kreis seiner neuen Kollegen an der <orgName ref="kbga-actors-8250">Basler theologischen Fakultät</orgName> traf er auf bekannte Gesichter: Sein Freund <persName ref="kbga-actors-403">Eduard Thurneysen</persName> versah einen Lehrauftrag für Praktische Theologie, <persName ref="kbga-actors-367">Karl Ludwig Schmidt</persName>, sein Kollege schon aus Bonner Tagen, hatte Deutschland bereits 1933 verlassen müssen und wurde gut zwei Wochen nach <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zum Professor für Neues Testament berufen, und ein knappes Jahr später bekam der ebenfalls aus <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> vertriebene <persName ref="kbga-actors-246">Fritz Lieb</persName> eine außerordentliche Professur für Dogmatik und Theologiegeschichte (Schwerpunkt östliche Kirche). Auch mit dem 1936 als Privatdozent für Altes Testament nach Basel kommenden <persName ref="kbga-actors-823">Wilhelm Vischer</persName> sollte sich ein reger Austausch entwickeln, der über das Kollegiale bald hinausging.</p>
<p>Der Umzug der bereits kleiner gewordenen häuslichen Gemeinschaft – Tochter <persName ref="kbga-actors-5802">Franziska</persName> hatte im März 1935 geheiratet, der älteste Sohn <persName ref="kbga-actors-24">Markus</persName> verlässt das Haus bald, um außerhalb Basels weiter zu studieren – gestaltete sich überraschend unproblematisch: Schon am <date>26. Juni 1935</date> war die neue Wohnung am <placeName ref="kbga-places-1625">St. Albanring 186</placeName> gefunden, und bereits am 10. Juli war alles so weit abgeschlossen, dass <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vom Vortag als dem «Orkan am St. Albanring» berichten konnte: «Kisten und Kasten brachen in mächtigem Sturm herein und wollten ausgepackt sein. Nun, das Schlimmste ist, wenigstens in der V[atikan]-Stadt, wohl bereits überwunden.»<note xml:id="n04">
 Brief <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> an <persName ref="kbga-actors-223">Ch. von Kirschbaum</persName> vom <date>10.7.1935</date> (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 9272.159</idno>; <bibl corresp="kbga-bibls-1">
                            Bw.Kirschbaum I, 
                                <ref type="pub" target="45228">S. 553</ref></bibl>). – Mit «Vatikan-Stadt» sind die beiden miteinander verbundenen Arbeitszimmer <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> und Ch. von Kirschbaums gemeint, von denen <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> eine Skizze anfügte.
</note> – Wenig später, nach einem noch in <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> notwendig gewordenen Krankenhausaufenthalt, zog auch <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName> in das neue Zuhause der Familie ein: Was von Verwandten und einigen Stimmen aus dem Basler Umfeld äußerst kritisch betrachtet wurde, war für <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> völlig selbstverständlich.</p>

<p rend="margin-top">
                    <pb xml:id="pr009" ed="pga" rend="noPipe"/> In den akademischen Lehrbetrieb stieg er im darauffolgenden Wintersemester ein. Wie schon an den vorangegangenen Stationen seiner Lehrtätigkeit zog <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> auch in Basel eine große Hörerschaft an, darunter – auch das bereits in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> – vergleichsweise viele Studentinnen. Die Zahl der Theologiestudierenden in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> verdoppelte sich gleich in seinem ersten Semester und stieg danach noch weiter an.<note xml:id="n05">
 Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-375">
                            <hi rend="italic">Karl Barth und Eduard Thurneysen als Basler Professoren. Auszug aus:</hi>

<persName ref="kbga-actors-3489">
                                <hi rend="italic">Ernst G. Rüsch</hi>
                            </persName>

<hi rend="italic">, Professorum ordinariorum, extraordinariorum docentum privatorum lectorumque facultatis theologiae universitatis Basileensis catalogus sive descriptio necnon imagines, Basileae anno Domini MCMXXXIX</hi>, eingeleitet und bearb. von P. Zocher (Jahresgabe der Karl Barth-Gesellschaft 2018), Hannover 2019, S. 8</bibl>.
</note> Allerdings – das Eingangszitat deutet es an – litt <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in den ersten Semestern häufiger darunter, dass nach seinem Empfinden die Basler Studierenden gegenüber den Bonnern zumal der letzten Kirchenkampf-Jahre ein geringeres Problembewusstsein und eine weniger rasche Auffassungsgabe aufwiesen.</p>
<p>Im Zentrum seines Basler Wirkens sollte – von nun an durchgängig – die Arbeit an der «<bibl corresp="kbga-bibls-2 ">Kirchlichen Dogmatik</bibl>» stehen, die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> «mit einer erfrischenden Selbstverständlichkeit» im Wintersemester 1935/36 wieder aufnahm: «Ohne viel Einleitung fing er gleich mit dem Stoff an: er bemerkte, er setze voraus, dass man den ersten Band der Dogmatik gelesen habe, und diktierte sofort den Leitsatz für den nächsten Paragraphen.»<note xml:id="n06">
 <bibl corresp="kbga-bibls-375">A.a.O., S. 7</bibl>.
</note> </p>
<p>Die Schwerpunkte von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> über diese und die weiteren regulären Vorlesungen und Seminare hinausgehende Tätigkeit der zwei ersten Basler Jahre spiegeln sich in den in diesem Band vereinigten Vorträgen und Aufsätzen:</p>
<p>Da ist zum einen eine Reihe von Vorträgen, mit denen sich <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> seinem (wieder neuen) Publikum in der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> vorstellte, mal mit eher theologiegeschichtlicher Thematik, mal mit sehr pointierten und kontrovers diskutierten theologisch-kirchenpolitischen Aussagen. Hierzu zählt an erster Stelle die Basler Antrittsvorlesung über <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55016">Samuel Werenfels und die Theologie seiner Zeit</ref></hi>, aber auch seine Eröffnung der Akademischen Vorträge im Wintersemester 1936/37 mit <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55026">Die Grundformen des theologischen Denkens</ref></hi>, das besonders aufgrund der nach<pb xml:id="pr010" ed="pga" break="no"/>folgenden Diskussion aufsehenerregende Referat über <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55006">Das Bekenntnis der Reformation und unser Bekennen</ref></hi> beim <orgName ref="kbga-actors-5619">Schweizerischen reformierten Pfarrverein</orgName> im September 1935 und in einem weiteren Sinn die Reden, zu denen <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> anlässlich des Calvin-Jubiläums 1936 eingeladen wurde, sind hier zu nennen. Besonders sein Auftreten beim Schweizerischen reformierten Pfarrverein steht exemplarisch dafür, dass <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> bemüht war, auch ein ihm potentiell kritisch gegenüberstehendes Publikum zu überzeugen, dabei aber seinen Standpunkt nicht zu verleugnen oder um größerer Gefälligkeit willen abzumildern: Sicher konnte sein zum großen Teil liberal eingestelltes Publikum dort das, was er aufgrund seiner Erfahrungen aus dem deutschen Kirchenkampf über die schweizerische kirchenpolitische Situation und ihre Gefährdungen zu sagen hatte, von dem eigenen, anderen Erfahrungshorizont her kaum verstehen, und es hat sich zum allergrößten Teil auch nicht von ihm überzeugen lassen – doch wohl niemand konnte nach diesem Auftritt sagen, er wisse nicht, wo in der schweizerischen kirchenpolitischen Landschaft <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zu verorten sei.</p>
<p>Der deutsche <term ref="kbga-terms-222">Kirchenkampf</term> steht im Mittelpunkt der meisten Texte, die in diesem Band versammelt sind. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> ließ sich nach seinem erzwungenen Weggang aus <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> nicht einfach aus der Verantwortung für die Kirche in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> drängen; er blieb über zahlreiche Briefkontakte und Besuche aus Deutschland in Kontakt mit den für ihn maßgeblichen Personen und behielt auf diese Weise einen guten Einblick in das Geschehen. So stehen neben den jährlichen Berichten im <bibl corresp="kbga-bibls-1997 ">«Zwingli-Kalender» (hier: <hi rend="italic">Die deutsche Bekenntniskirche 1935/36</hi></bibl> bzw. <hi rend="italic"><bibl corresp="kbga-bibls-235 ">1936/37</bibl></hi>) nicht weniger als acht weitere Artikel und teils mehrfach gehaltene Vorträge, die sich explizit mit dem Kirchenkampf befassen und in denen <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> vor allem die schweizerische, aber auch etwa die ungarische und die britische Öffentlichkeit über die Ereignisse und einen angemessenen Umgang damit informieren wollte. Dazu kommen gutachterliche Äußerungen, um die man <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> aus der <orgName ref="kbga-actors-7774">Bekennenden Kirche</orgName> heraus bat, sowie zahlreiche Anspielungen und Erwähnungen in anderen Texten, in denen das Thema «Kirchenkampf» nicht eigentlich im Fokus stand. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> war auf eine möglichst breite Streuung der zum Kirchenkampf veröffentlichten Artikel bedacht, und so erschienen sie in unterschiedlichsten Zeitungen der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName>, mehrere von ihnen aber auch übersetzt in <placeName ref="kbga-places-18">England</placeName>, <placeName ref="kbga-places-35">Italien</placeName>, <pb xml:id="pr011" ed="pga"/> <placeName ref="kbga-places-21">Frankreich</placeName>, <placeName ref="kbga-places-799">Ungarn</placeName> und den <placeName ref="kbga-places-514">Niederlanden</placeName>. Natürlich finden sich in diesen Texten häufiger als üblich Dopplungen und Wiederaufnahmen von schon anderswo Berichtetem, doch ist es interessant zu beobachten, wie <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> beim immer gleichen Thema seinem jeweiligen Publikum entsprechend manches hier gar nicht oder nur kurz und dort ausführlich darstellte, seine eigene Deutung mit unterschiedlichen Schwerpunkten erläuterte und tendenziell die politische Bedeutung des Kirchenkampfes und die aus ihm zu ziehenden auch politischen Konsequenzen stärker herauszuarbeiten begann.</p>
<p>Singuläre Bedeutung hat in diesem Umfeld der Vortrag <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55008">Evangelium und Gesetz</ref></hi>, zu dem <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> für lange Jahre ein letztes Mal nach <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> reiste, um ihn dort dann doch nicht selbst halten zu dürfen. Gedacht als großer Vortrag auf einer Theologischen Woche der Bekennenden Kirche, mit dem die Veranstalter nicht zuletzt die bleibende Verbindung mit <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> demonstrieren wollten, sollte er zum öffentlichen Abschied <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> werden. Die Umstände, unter denen der Vortrag geschrieben wurde – die vereinbarten Vorarbeiten, auf die er bloß eingehen und antworten sollte, hat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> nicht erhalten, musste daher umdisponieren und geriet in einen solchen Zeitdruck, dass man fast von einem improvisierten Schreiben sprechen kann –, stehen in einem deutlichen Kontrast zu seiner theologiegeschichtlichen Bedeutung: Kaum eine andere «kleinere Arbeit» <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> hat in ähnlicher Weise eine Debatte zu ihrem Thema ganz neu lanciert und für viele Jahre auf die theologische Tagesordnung gesetzt. Zugleich markieren die hier ausgeführten Gedanken auch für die in den Jahren nach 1937 weiter fortschreitende Entwicklung von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> eigener Anschauung des Verhältnisses von Kirche und Staat einen wichtigen Einschnitt.</p>
<p>Der <term ref="kbga-terms-222">Kirchenkampf</term> und die Frage, wie sich die ausländischen Kirchen zu ihm positionieren sollten, war ein Thema auch der drei großen Reisen, die Niederschlag in hier edierten Texten fanden: Mehr und für die dortige Rezeption <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> bedeutsamer in <placeName ref="kbga-places-18">England</placeName>, wo <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> so intensiv auf seine Rolle im Kirchenkampf und die von außen möglichen Hilfen angesprochen wurde, dass er seine Antwort im Nachhinein zu dem Zeitungsartikel <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55030">Eine Frage und eine Antwort</ref></hi> ausarbeitete, aber durchaus auch in <placeName ref="kbga-places-799">Ungarn</placeName> und <placeName ref="kbga-places-896">Siebenbürgen</placeName> sowie in <placeName ref="kbga-places-824">Mähren</placeName>, wo die genuin theologischen Vorträge <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55023">Gottes Gnadenwahl</ref></hi> und <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55024">Volkskirche, Freikirche, Bekenntniskirche</ref></hi> bzw. <ref type="pub" target="55005"><hi rend="italic">Die theologischen</hi>
                            <pb xml:id="pr012" ed="pga"/> <hi rend="italic">Voraussetzungen kirchlicher Gestaltung</hi></ref> jedoch eine weitaus größere Wirkung entfalteten.</p>
<p>Der kleine, bisher unveröffentlichte Vorstellungstext <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55010">Basler Hilfswerk für deutsche Gelehrte</ref></hi> markiert den Beginn eines weiteren, mit dem Kirchenkampf bzw. der deutschen Situation eng zusammenhängenden Engagements <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>, das in den Jahren ab 1937 noch weitaus mehr Raum einnehmen sollte: Zunächst mit der Leitung des Basler Zweigs eben dieses <orgName ref="kbga-actors-8378">Hilfswerks</orgName> betraut, griff sein Einsatz bald über auf die Unterstützung deutscher Studenten, denen er das ersehnte Studium an einer nicht nationalsozialistisch geprägten Universität mit ermöglichen half, und führte ihn zur Mitarbeit in dem von <persName ref="kbga-actors-1945">Paul Vogt</persName> initiierten Schweizerischen Hilfswerk für die <orgName ref="kbga-actors-7774">Bekennende Kirche</orgName> in Deutschland, das seine Arbeit über den enggefassten Adressatenkreis hinaus schnell auf die deutschen Flüchtlinge überhaupt und speziell die verfolgten Jüdinnen und Juden ausdehnte.</p>
<p>In diesen ersten Basler Jahren begann schließlich eine Entwicklung, die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> an die <term ref="kbga-terms-205">Ökumenische Bewegung</term> heranführen und schließlich in seiner bedeutenden Rolle im Umfeld des <orgName ref="kbga-actors-11005">Amsterdamer Weltkirchenkongresses 1948</orgName> und der damit verbundenen Gründung des <orgName ref="kbga-actors-6077">Ökumenischen Rates</orgName> der Kirchen münden sollte. Sein Auftreten im <orgName ref="kbga-actors-8259">Ökumenischen Seminar in Genf im Sommer 1935</orgName> mit dem Vortrag <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55003">Die Kirche und die Kirchen</ref></hi> sowie einem Calvin-Seminar brachten ihn bei aller nach wie vor bestehenden inhaltlichen Distanz in die Nähe der führenden ökumenischen Kreise; sein Beitrag <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55011">Das christliche Verständnis der Offenbarung</ref></hi> im Rahmen der Vorbereitung der <orgName ref="kbga-actors-8380">Weltkonferenz der Bewegung für Glaube und Kirchenverfassung im August 1937 in Edinburgh</orgName> und seine Beteiligung auch an Vorarbeiten zur <orgName ref="kbga-actors-8609">Weltkonferenz für Praktisches Christentum in Oxford</orgName> im Juli desselben Jahres vertieften und erweiterten die Kontakte.</p>
<p>Mit dieser weitgefächerten Vortragsarbeit konnte sich die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> besonders wichtige Arbeit an der «<bibl corresp="kbga-bibls-2 ">Kirchlichen Dogmatik</bibl>» – hier in Ruhe weiterarbeiten zu können, war ein Hauptgrund dafür gewesen, sich nicht auf die Möglichkeit einer unsicheren weiteren Beschäftigung in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> einzulassen – durchaus gegenseitig ergänzen. So beruht der Vortrag <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55026">Die Grundformen des theologischen Denkens</ref></hi> auf Ausführungen, die sich in <bibl corresp="kbga-bibls-2 ">KD I/1</bibl> finden, und ein Abschnitt eines Exkurses zu § 17 in <bibl corresp="kbga-bibls-2">
                        KD I/2, S. 313–316</bibl>, bietet einige Grundgedanken <pb xml:id="pr013" ed="pga"/> von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Antrittsvorlesung zu <persName ref="kbga-actors-1319">Samuel Werenfels</persName>. Andersherum bildet der Vortrag <hi rend="italic">Gottes Gnadenwahl</hi> einen wichtigen Ausgangspunkt für die breite Behandlung des Themas in den 1942 erschienen <bibl corresp="kbga-bibls-2 ">§§ 32–35 in KD II/2</bibl>, die zusammen das ebenfalls mit «Gottes Gnadenwahl» überschriebene siebte Kapitel bilden.</p>
<p>Der Zeitraum, den dieser Band umfasst, kann nach hinten nicht, wie in den Bänden dieser Abteilung bisher üblich, durch einen Ortswechsel oder ein einschneidendes Ereignis abgegrenzt werden. Zu den Vorträgen und kleineren Arbeiten <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>, die zwischen Juli 1935 und Juni 1937 erschienen sind, zählen zwei weitere Texte, die nicht in diesem Band erscheinen: Zur Vorbereitung seiner in den Frühjahren 1937 und 1938 in <placeName ref="kbga-places-810">Aberdeen</placeName> gehaltenen <orgName ref="kbga-actors-8672">Gifford-Lectures</orgName><note xml:id="n07">
 <bibl corresp="kbga-bibls-303">
                            <persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic">Gotteserkenntnis und Gottesdienst nach reformatorischer Lehre. 20 Vorlesungen (Gifford-Lectures) über das Schottische Bekenntnis von 1560, gehalten an der Universität Aberdeen im Frühjahr 1937 und 1938, Zollikon 1938</hi></bibl>; engl.: <bibl corresp="kbga-bibls-276">
                            <hi rend="italic">The knowledge of God and the service of God according to the teaching of the reformation: Recalling the Scottish confession of 1560. The Gifford lectures delivered in the University of Aberdeen, in 1937 and 1938</hi>, translated by J. L. M. Haire / I. Henderson, London 1938</bibl>.
</note> schrieb <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> je einen Syllabus, der vorab gedruckt und verteilt wurde.<note xml:id="n08">
 <bibl corresp="kbga-bibls-387">
                            <persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic">Syllabus of Gifford lectures 1937 / 1938. Subject: The knowledge of God and the service of God according to the teaching of the reformation – recalling the Scottish confession of 1560</hi>, [Part I / II], Aberdeen 1937 / 1938</bibl>.
</note> Jener des Jahres 1937 wird ebenso im Folgeband «Vorträge und kleinere Arbeiten 1937–1939» erscheinen wie ein kurzes, bisher nicht veröffentlichtes Dankeswort, das <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zum Eingang seiner ersten Vorlesungsreihe am <ref type="kba-objects-id" target="591">8. März 1937</ref> auf Englisch hielt.<note xml:id="n09">
<idno type="kba-objects-identifier">KBA 11118</idno> (einseitiges Typoskript, ohne Titel).
</note> Es schien allen beteiligten Herausgebern nicht geraten, den inhaltlichen Zusammenhang dieser beiden Texte mit dem Syllabus des Folgejahres zu zerreißen, nur weil die im Blick auf den zumutbaren Umfang der einzelnen Bände notwendige Bandteilung dies rein zeitlich vorgegeben hätte.</p>
<p rend="margin-top">Wie mancher seiner Vorgänger in der Abteilung «Vorträge und kleineren Arbeiten» hat auch dieser Band eine längere Entstehungsgeschichte. </p>
<p>Noch in den 1990er Jahren übernahm Prof. Dr. <persName ref="kbga-actors-11006">Christian Link</persName> (Bochum) die Bearbeitung. Zusammen mit seiner damaligen Assisten<pb xml:id="pr014" ed="pga" break="no"/>tin <persName ref="kbga-actors-11007">Magdalene L. Frettlöh</persName> (heute Professorin für Systematische Theologie [Dogmatik] in Bern) ging er die Arbeit mit einem Kreis besonders motivierter Studierender im Rahmen eines Oberseminars an. Von 2001 bis 2003 traf sich die Gruppe zu monatlichen ganztägigen Sitzungen, um die jeweils anstehenden Texte gemeinsam hinsichtlich ihrer theologischen, kirchenpraktischen und politischen Absicht zu analysieren und zu verstehen.<note xml:id="n10">
 Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Oberseminars (Namen und Titel nach heutigem Stand) waren die folgenden Texte zugeordnet: Dr. Achim Detmers (<hi rend="italic"><ref type="pub" target="55006">Das Bekenntnis der Reformation und unser Bekennen</ref>;<ref type="pub" target="55008"> Evangelium und Gesetz</ref></hi>), Holger Domas (<hi rend="italic"><ref type="pub" target="55026">Die Grundformen des theologischen Denkens</ref></hi>), Claudia Enders (<hi rend="italic"><ref type="pub" target="55017">Kirche oder Gruppe?</ref></hi>), Prof. Dr. Magdalene L. Frettlöh (<hi rend="italic"><ref type="pub" target="55023">Gottes Gnadenwahl</ref></hi>), Ruth Heß (<hi rend="italic"><ref type="pub" target="55015">Der deutsche Kirchenstreit als Frage an den schweizerischen Protestantismus</ref></hi>), Jeanette Kantuser (<hi rend="italic"><ref type="pub" target="55015">Kerrl und die Bekenntniskirche</ref>; <ref type="pub" target="55013">Die bekennende Kirche im heutigen Deutschland</ref>; <ref type="pub" target="55025">Die allgemeine kirchliche Bedeutung des deutschen Kirchenkampfes</ref></hi>), Prof. Dr. Christian Link (<hi rend="italic"><ref type="pub" target="55003">Die Kirche und die Kirchen</ref>; <ref type="pub" target="55004">Gott erkennen, Gott ehren, Gott vertrauen nach Calvins Genfer Katechismus</ref>; Gutachten für die <ref type="pub" target="55014">reformierte Gemeinde Neuenhaus</ref></hi>), Volker Sündermann (<hi rend="italic"><ref type="pub" target="55016">Samuel Werenfels und die Theologie seiner Zeit</ref>; <ref type="pub" target="55024">Volkskirche, Freikirche, Bekenntniskirche</ref></hi>), Dr. Ilka Werner (<hi rend="italic"><ref type="pub" target="55012">Calvin. Vortrag …</ref>; <ref type="pub" target="55018">Ansprache, gehalten … an der Vierhundertjahrfeier der Genfer Reformation</ref></hi>).
</note> Die Form des Oberseminars und seine zeitliche Begrenzung ließen es jedoch nicht zu, über die Anfertigung der Dateigrundlagen, meist eines ersten kritischen Apparats und mitunter auch von Einleitungstexten hinaus die Texte druckfertig zu bearbeiten.</p>
<p>Mit einem Abstand von etwa zehn Jahren zum Ende dieser ersten Arbeitsphase gelang es, dankenswerterweise finanziert durch eine namhafte Spende der Basler «L. und Th. La Roche-Stiftung» und unterstützt durch weitere Mittel der Karl Barth-Stiftung, eine neue Herausgeberschaft zu organisieren, die mit Zustimmung und Unterstützung Christian Links die Arbeit am Band nun zum Abschluss bringen konnte. Die inzwischen erfolgte und weitgehend abgeschlossene Digitalisierung der Bestände des <orgName ref="kbga-actors-8253">Karl Barth-Archivs</orgName> hat die Recherche in ihnen und eine sehr viel gründlichere Suche nach weiteren Texten erheblich erleichtert. So wurden zahlreiche weitere zum Band gehörige Texte integriert, manches Manuskript konnte richtig zugeordnet und damit manche Textvorgeschichte vervollständigt werden. Die textkritischen Apparate wurden hinzugefügt und die Herausgeber<pb xml:id="pr015" ed="pga" break="no"/>fußnoten ergänzt und dort angepasst oder verändert, wo sie – dem Ansatz des damaligen, systematisch-theologisch orientierten Oberseminars entsprechend – einen für die Gesamtausgabe zu sehr theologisch kommentierenden oder Sachverhalte diskutierenden Charakter aufwiesen. Die Herausgeber wissen, wie sehr sie bei aller selbst noch zu leistenden Arbeit dem Team um Christian Link für die Vorarbeiten, auf die sie zugreifen durften, zu Dank verpflichtet sind.</p>
<p rend="margin-top">Die bisherigen editorischen Prinzipien gelten in diesem nun achten Band der Abteilung «Vorträge und kleinere Arbeiten» unverändert: Abweichungen der Editionsvorlage von den Vorarbeiten <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName>, sofern sie vorhanden sind, werden in der Regel komplett ausgewiesen, außer wenn es sich eindeutig nur um Korrekturen von Verschreibungen und minimale stilistische Verbesserungen handelt. Auch in diesem Band werden die Editionstexte teilweise durch den kompletten Abdruck von Stichwortmanuskripten <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> ergänzt: Beim Vortrag <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55022">Was haben uns die kirchlichen Vorgänge in Deutschland zu sagen?</ref></hi> stammt die als Editionstext aufgenommene Wiedergabe des gehaltenen Vortrags eindeutig nicht von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Hand, so dass das Stichwort-Typoskript hier die letzte zweifelsfrei von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> autorisierte Version des Textes darstellt; beim mehrfach gehaltenen Vortrag <hi rend="italic"><ref type="pub" target="55025">Die allgemeine kirchliche Bedeutung des deutschen Kirchenkampfes</ref></hi> können durch den Abdruck sogar zweier Stichwort-Manuskripte die verschiedenen Versionen, in denen der Vortrag gehalten wurde, veranschaulicht werden. Häufiger als in früheren Bänden dieser Abteilung finden sich Texte, an denen <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> eigene, zum Teil sehr umfangreiche Fußnoten anbrachte; sind Vorarbeiten erhalten, führt das Neben- und Ineinander dann dreier Apparate – selbstverständlich sind auch zu diesen Texten Herausgeberfußnoten notwendig – hier vereinzelt zu einer bedauerlichen, aber unvermeidbaren gewissen Unübersichtlichkeit der Darstellung.</p>
<p>Das editorische Vorgehen und die zu beachtenden Besonderheiten bei einzelnen Texten sind am Ende der jeweiligen Einleitungen kurz skizziert. In jenen Einleitungen sind wie immer die Vorgeschichte, der konkrete Anlass und gegebenenfalls wichtige Reaktionen auf die einzelnen Texte und Vorträge beschrieben. Was schon früher vermerkt wurde, gilt im neuen biographischen Kontext <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> noch einmal ver<pb xml:id="pr016" ed="pga" break="no"/>stärkt: Einladungen und Absprachen zu Vorträgen oder Aufsätzen können in vielen Fällen telefonisch, im engeren Basler Kontext auch bei persönlichen Treffen erfolgt sein; statt brieflicher Quellen helfen dann oft nur die Einträge in den Taschenkalendern weiter, wo solche Absprachen und Termine in der Regel notiert sind. Es gleicht die skizzierte Problematik ein wenig aus, dass nicht mehr nur <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName>, sondern nach der Rückkehr in die <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> mit Beginn des Jahres 1936 auch <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> selbst wieder einen solchen <ref type="kba-objects-id" target="91490">Taschenkalender</ref> führte.</p>
<p>Auch bezüglich der Nachweise in den Herausgeberfußnoten verfährt dieser Band wie die bisherigen: In der Regel wird, wo dies möglich ist, die Literatur herangezogen, auf die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> sich wirklich stützte. Ist diese nicht ermittelbar, wird auf zeitgenössische Literatur verwiesen, bei der davon ausgegangen werden kann, dass <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> mit ihr vertraut war. Auf weitere neue Sekundärliteratur wird überwiegend nur bei reinen Sacherläuterungen Bezug genommen, bei denen die zeitliche Nähe keine Rolle spielt.</p>
<p rend="margin-top">Parallel zum Erscheinen dieses Bandes betritt die Karl Barth-Gesamtausgabe als Ganze Neuland. Der hier vorliegende Band wird der erste sein, der auch im Rahmen einer frei zugänglichen digitalen Edition erscheint. Die Arbeit an diesem sicher von vielen begrüßten Projekt, das gewiss geeignet ist, der <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>-Forschung neuen Schub zu verleihen, nahm in den letzten Monaten und Jahren breiten Raum ein; stellvertretend für die vielen Beteiligten seien genannt Dr. Andreas Kränzle (Zürich) sowie Sabine und Wolfgang Meier (Lenzkirch). Ihnen gilt ein großer Dank, der sich auch auf die entsprechende Aufbereitung der Texte dieses Bandes bezieht, deren Besonderheiten die eine oder andere Herausforderung in sich bargen. </p>
<p>Die Selbstverständlichkeit, mit der entschieden wurde, dass die Gesamtausgabe in der neuen Ära der digitalen Edition weiter auch in gedruckter Form erscheinen soll, möge vom Fortbestehen des Interesses an eben diesen gedruckten Bänden bestätigt werden!</p>
<p>Eine weitere, für Nutzer der Edition nicht augenfällige Neuerung besteht darin, dass die Jahrzehnte währende finanzielle Unterstützung der Arbeit an der Gesamtausgabe durch den «Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung» <pb xml:id="pr017" ed="pga"/> aufgrund einer Langzeit-Editionen betreffenden Umstrukturierung nun von einer ähnlich großzügigen Förderung in der Zuständigkeit der «Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften» abgelöst worden ist. Bei diesem Anlass sei dem Nationalfonds bzw. den für die Anträge der Karl Barth-Gesamtausgabe und die Mittelvergabe zuständigen Personen in seinen Gremien für ihre langjährige Mühe und die zuverlässige und freundliche Bearbeitung unserer Anliegen sehr gedankt.</p>
<p rend="margin-top">Die Herausgeber danken allen, die mit Auskünften, der Bereitstellung und Aufarbeitung von Dokumenten, Korrektur-Lektüre und sonstigen Hilfestellungen die Bearbeitung dieses Bandes mit ermöglicht oder erleichtert haben: An erster Stelle seien nochmals genannt Prof. Dr. Christian Link und die an seinem Bochumer Oberseminar Teilnehmenden sowie das Team der digitalen Edition der Karl Barth-Gesamtausgabe. Frau Mirjam Brockmann (Berlin) sei für die Übersetzung zahlreicher lateinischer Zitate gedankt, den Mitarbeitern des Bundesarchivs in Bern für ihre Hilfe bei dortigen Recherchen. Bei der Beschaffung von dringend benötigter Literatur half Alexander Döle­cke (Münster / Osnabrück); im Karl Barth-Archiv in Basel unterstützten Michael Pfenninger, Dominik von Allmen, Kevin Liniger und Nicolas Hofstetter mit Recherchen und Korrekturvorschlägen die Entstehung des Bandes. Besonders gedankt sei dem Präsidenten der Karl Barth-Stiftung, Dr. Dr. h.c. Bernhard Christ: Zwar mag ein Vorwort zu einem neuen Band der Gesamtausgabe kein wirklich angemessener Ort sein, um ihm für seinen dauerhaften großen Einsatz für die Stiftung und das Karl Barth-Archiv zu danken, der den Abschluss der Arbeit speziell an diesem Band mit ermöglicht hat und ohne den die fortwährende Arbeit an der Gesamtausgabe insgesamt kaum vorstellbar wäre. Umso mehr freut es die Herausgeber, einen solchen Dank an Bernhard Christ hier abschließend trotzdem einmal formulieren zu können, ist er doch mit einem speziellen Dank für eine in diesen Band eingeflossene biographische Hintergrundinformation verbunden.</p>
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    <dateline rend="left">Karlsruhe und Basel, im Januar 2021.</dateline>
<signed rend="right"><persName ref="kbga-actors-8836">Lucius Kratzert</persName></signed>
<signed rend="right"><persName ref="kbga-actors-8878">Peter Zocher</persName></signed>
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</TEI>
