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        <title type="volume" n="vol-53">Predigten 1907–1910</title>
        <title type="formal">Predigt Nr. 26</title>
        <title type="content">Predigt: Lukas 2,14</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Lukas 2,14, 25. Dezember 1909</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/53028 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1907–1910, hrsg. v. Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2018, S. .</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/53028</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1907–1910</title>
          <title type="text">Predigt Nr. 26: Predigt: Lukas 2,14</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2018</date>
          <!--position within a volume-->
          <biblScope unit="part">28</biblScope>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Lk 2,14 (Weihnacht), 25. Dezember 1909. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1469">KBA 1004</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1909-12-25">25. Dezember 1909</date>
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                        <term type="Sachen" key="Weihnachten">Weihnachtstag</term>, Samstag, den <date when="1909-12-25">25. Dezember 1909</date><lb/>
                    Madeleine,<note xml:id="n01">An Tagen, an denen zahlreiche
                        Gottesdienstbesucher zu erwarten waren, konnte die deutschsprachige
                        Genfer <term type="Sachen" key="Genf, deutsche reformierte Gemeinde">Gemeinde</term> ihren Gottesdienst im Temple de la <term type="Sachen" key="Genf, Temple de la Madeleine">Madeleine</term> in
                        der Genfer Altstadt, Rue de Toutes-Ames 20, halten.</note>
                        <placeName ref="kbga-places-67">
                                    <hi rend="italic">Genf</hi></placeName>
                            
                </dateline>
                    <epigraph>
                        <cit>
            <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.14">Lukas 2,14</ref>
                <quote>Ehre sei Gott in der Höhe!</quote>
                    </cit>
                </epigraph>
                <salute>Meine lieben Freunde!</salute>
                        </div>
                    <div type="main">
                <p>In mächtigen Akkorden tönt es in diesen festlichen Stunden und Tagen durch
                    die christliche <term type="Sachen" key="Menschheit, christliche">Menschheit</term> auf dem ganzen Erdenrund:</p>
                    <q rend="block">
                        <lg>
                            <l>Lobt Gott, ihr Christen all zugleich,</l>
                            <l>Auf seinem höchsten Thron,</l>
                            <l>Der heut aufschließt sein Himmelreich</l>
                            <l>Und schenkt uns seinen Sohn!<note xml:id="n02">
                                    <bibl type="song" corresp="kbga-songs-8">Erste
                                    Strophe des Liedes von <persName ref="kbga-actors-2876">N. Herman</persName> (RG 395; EG
                                    27).</bibl>
                                </note>
                            </l>
                        </lg>
                    </q>
                <p rend="noindent">Ein vielstimmiger Weihnachtschoral, vielleicht ebenso
                    vielstimmig als die Zahl seiner Sänger. Hier feiern die christlichen Kirchen
                    des Südens und des Nordens nach altgeheiligter Sitte, und vom Altar ertönen
                    die ehrwürdigen <term type="Sachen" key="Bekenntnisse">Bekenntnisse</term>
                    der Vergangenheit vom Gott aus Gott, Licht aus Licht, wahrhaftigem Gott aus
                    wahrhaftigem Gott, der eines Wesens ist mit dem Vater und durch den Alles
                    geworden ist im Himmel und auf der Erde.<note xml:id="n03">Aus
                        dem zweiten Artikel des Symbolum <term type="Sachen" key="Bekenntnisse, Nicaeno-Constantinopolitanum">Nicaeno-Constantinopolitanum</term> (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-14">BSLK, S. 26,9–13</bibl>;
                        <bibl corresp="kbga-bibls-15">BSLK.NE, S. 49,10–14</bibl>).</note>
                    <pb ed="A" rend="hidden" n="2"/> Diese Sprache und Sitte wird heute von vielen
                    nicht mehr verstanden, aber wo sie <hi rend="italic">noch</hi> verstanden wird und wo
                    sie <hi rend="italic">wieder</hi> verstanden wird, da spürt und ahnt der Mensch etwas
                    vom Herzschlag der <term type="Sachen" key="Wahrheit">Wahrheit</term> und
                    der <term type="Sachen" key="Ewigkeit">Ewigkeit</term>, und in diesen Tagen
                    mehr als sonst; denn es ist Weihnachtszeit. – |</p>
                <p>Hier ist die Familie um den Weihnachtsbaum versammelt, die alten, lieben
                    Lieder ertönen von der stillen, heiligen Nacht und vom Christuskind, das
                    alle Jahre wieder kommt.<note xml:id="n04">Anspielungen auf die
                        Weihnachtslieder <bibl type="song" corresp="kbga-songs-37">«Stille Nacht, heilige Nacht» von <persName ref="kbga-actors-2664">J. Fr. Mohr</persName> (RG 412; EG 46)</bibl>
                        und <bibl corresp="kbga-bibls-2583">«Alle Jahre wieder», Strophe 1: «Alle Jahre wieder / kommt das
                        Christuskind / auf die Erde nieder, / wo wir Menschen sind» von <persName ref="kbga-actors-9195">W. Hey</persName> (Abdruck u. a. in:
                            <hi rend="italic">Weihnachtslieder aus alter und neuer Zeit</hi>, neu hrsg.
                        und bearb. von L. Erk, Berlin 1860, S. 15)</bibl>.</note> Vielleicht greift
                    dann auch der <pb xml:id="p256" ed="pga"/> Vater oder die Mutter nach der alten
                    Bibel, und alle hören zu, wie es damals gewesen ist, die einfache und doch
                    so bedeutungsvolle Geschichte, damals als <persName ref="kbga-actors-6183">Cyrenius</persName> Landpfleger in <placeName ref="kbga-places-952">Syrien</placeName> war [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.2">Lk. 2,2</ref>]. Auch die Kleinen können dann einen solchen
                    Weihnachtsabend nicht so bald wieder vergessen, und die Großen und die
                    Kleinen ahnen beim Singen und Anhören der Weihnachtslieder und der
                    Weihnachtsgeschichte, dass hinter dem Leben des grauen Alltags ein Geheimnis
                    verborgen ist; denn es ist <term type="Sachen" key="Weihnachten">Weihnachtszeit</term>. – |</p>
                <p> Hier sind’s die <term type="Sachen" key="Weihnachtsfeiern">Weihnachtsfeiern</term> der Vereine und Gesellschaften aller Art. Ihr
                    werdet es mir wohl glauben, dass ich mir keine Illusionen mache über den
                    Charakter dieser Feiern. Die Weihnachtlichkeit besteht da oft fast
                    ausschließlich im Tannenbaum und in der Überschrift des Programms. Aber ich
                    sage mir dann doch wieder, dass nur Gott die Herzen kennt [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.16.15">Lk. 16,15</ref>], und dass das, was die
                    Leute da zusammenführt, vielleicht etwas Besseres und Höheres ist als die
                        <anchor type="note" xml:id="fn-a"/>etwas platte<note type="textcritical" n="a" xml:id="na" target="fn-a"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                     Art, wie es dann zum Ausdruck kommt. Es braucht da manchmal nur ein
                    Wort oder <pb ed="A" rend="hidden" n="3"/> ein Lied, das gesprochen oder gesungen
                    wird, so können auch die Lichter des Tannenbaums eine andre Sprache reden,
                    so besinnt sich auch da der Eine oder Andre auf das Leben, das
                        <hi rend="italic">hinter</hi> dem «Leben» verborgen ist. Es ist ja
                    Weihnachtszeit.</p>
                <p>Es ist Weihnachtszeit, und da merkt auch der langweiligste und alltäglichste
                    Mensch etwas davon, dass der grüne Tannenbaum mit den Lichtern eigentlich
                    nur das Sinnbild ist von etwas viel Wichtigerem. Er muss auch mit einstimmen
                    in den brausenden, vielstimmigen Choral: Lobt Gott, ihr Christen
                    allzugleich!, vielleicht recht unbewusst und recht ungeschickt; aber er kann
                    doch nicht anders. Und mancher findet dann auch an solchem Tag wieder einmal
                    den Weg zur Kirche, die er sich sonst lieber von außen ansieht. Vielleicht
                    ist’s nur ein dumpfer Drang und eine alte Gewohnheit, vielleicht
                    ist’s aber doch auch etwas Besseres. Vielleicht ist’s doch
                    mindestens ein gewisses unklares und doch in der Hauptsache sehr bestimmtes
                    Gefühl, das ihm sagt: Eigentlich, eigentlich gibt’s doch noch andre
                    Dinge, die ich <pb xml:id="p257" ed="pga"/> ehren und achten sollte als bloß das
                    Prosperieren meines Geschäftes und allenfalls das bisschen Politik oder
                    Vereinsleben, das ich nebenher betreibe.</p>
                <p>Ein <hi rend="italic">viel</hi>stimmiger<note type="textcritical" n="b" xml:id="nb"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                     Choral ist die <term type="Sachen" key="Weihnachtsfreude">Weihnachtsfreude</term> der <term type="Sachen" key="Christentum">Christenheit</term>. Wie steht’s aber mit der Harmonie in der
                    Vielstimmigkeit? Gott mag sie hören, wie er die Harmonie der Sphären hört,
                    von der die Dichter reden.<note xml:id="n05">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2584">Art. «Harmonie
                        der Sphären», in: Meyers Großes Konversationslexikon, 6. Aufl., Bd. 8,
                        Leipzig 1907, S. 812</bibl>: «Harmonie der Sphären, eine Annahme des <persName ref="kbga-actors-2480">Pythagoras</persName> […],
                        wonach die Weltkörper in ihrem Umschwung um das Zentralfeuer tönen, eine
                        Harmonie hervorbringen sollten, wenn auch das Ohr des Menschen diese
                        Töne (Sphärenmusik) so wenig vernehme, wie dessen Auge das Zentralfeuer
                        sehe. Diese besonders von Cicero im ‚Traum des Scipio’ ausgeführte Idee
                        gründete sich auf die Abstände der sieben Kreise der Weltkörper vom
                        Zentralfeuer, die nach Rechnung des Pythagoras dem Zahlenverhältnis der
                        sieben Töne seines Heptachords entsprachen […].» Zur Rezeption in
                        Philosophie und Dichtung vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2585">
                                <persName ref="kbga-actors-9196">Fr. Zipp</persName>, <hi rend="italic">Vom Urklang zur
                            Weltharmonie. Werden und Wirken der Idee der Sphärenmusik</hi>,
                        Kassel (1985) 1999<hi rend="sup">2</hi></bibl>; vgl. auch <bibl corresp="kbga-bibls-828">
                                Büchmann, S. 377</bibl>.</note> Für unsre
                    menschlichen Ohren ist viel Missklang in diesem Choral, und wir wollen offen
                    und ehrlich sein und uns das eingestehen. Der Tannenbaumoptimismus<note type="textcritical" n="c" xml:id="nc"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>, der sich im Allgemeinen <pb ed="A" rend="hidden" n="4"/> damit beruhigt,
                    dass die <term type="Sachen" key="Weihnachten">Weihnachtszeit</term> eine
                    Freudenzeit sei, ist ebenso unwahr wie all das andre, was sich <term type="Sachen" key="Optimismus, unwahr">Optimismus</term> heißt. Denn in
                    die Vielstimmigkeit des Weihnachtschorals dringen lärmend und störend herein
                    die Disharmonien der Not und der Sünde des <term type="Sachen" key="Leben, öffentliches">öffentlichen</term> und privaten <term type="Sachen" key="Leben, privates">Lebens</term> derselben Menschen,
                    die den Choral singen, laut oder leise, bewusst oder unbewusst. Und wie sich
                    vielleicht keiner dem Singen und Klingen: Lobt Gott, ihr Christen
                    allzugleich! entziehen kann, so erinnern uns jene Disharmonien, die wir
                    ebensowenig überhören wollen, daran, dass wir die Harmonie der
                    Weihnachtsfreude nicht haben, sondern dass sie vor uns liegt als ein
                    gewaltiges, hohes Ziel. Es ist Gottes freundliches Weihnachtsgeschenk, dass
                    er uns in diesen Tagen wieder an den Weg erinnert, der aus der Disharmonie
                    zur Harmonie führt. Aber es ist unsre Sache, diesen Weg zu gehen. Kurz und
                    machtvoll spricht das <term type="Sachen" key="Weihnachtsevangelium">Weihnachtsevangelium</term> das <pb xml:id="p258" ed="pga"/> Eins-und-Alles
                    aus, auf das es ankommt, das Eins-und-Alles, das uns geschenkt ist, und das
                    Eins-und-Alles, das von uns gefordert wird:</p>
                    <q rend="block">
                        <lg>
                            <l>
                                <hi rend="italic">Ehre sei Gott in der Höhe!</hi>
                            </l>
                        </lg>
                    </q>
                <div>
                    <head>I</head>
                    <p rend="noindent">Die Ehre <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gottes</term> – das ist der ganze Inhalt der <term type="Sachen" key="Weihnachtsevangelium">Weihnachtsbotschaft</term>,
                        und <persName ref="kbga-actors-77">Johannes Calvin</persName>
                        hatte recht, das ist auch der ganze Inhalt des <term type="Sachen" key="Christentum">Christentums</term>.<note xml:id="n06">Zur zentralen Rolle der «gloria dei» im Leben des Christen vgl.
                            etwa <bibl corresp="kbga-bibls-16">Inst. II,3,4; III,6,3; III,20,31; III,20,43; IV,15,13.</bibl> –
                            Später, in seiner Calvin-Vorlesung von 1922, wird Barth es ablehnen,
                                <persName ref="kbga-actors-77">Calvins</persName>
                            Lehre oder <term type="Sachen" key="Theologie, Calvins">Theologie</term> unter einen einzelnen Oberbegriff zu stellen;
                            vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-33">Th.Calvins, <ref type="pub-" target="../volume/23/p155#p155">S. 155f</ref></bibl>.</note> Alles Andre ist dazu nur eine
                        selbstverständliche Voraussetzung oder <pb ed="A" rend="hidden" n="5"/> eine
                        selbstverständliche Folge. Die Ehre Gottes! Ja, das spricht sich so
                        einfach aus, das scheint vielleicht Manchem eine so bekannte und
                        angenommene Sache, dass er sich schon als ein recht guter Mensch und
                        Christ vorkommt, weil er ja daran nie gezweifelt und gerüttelt hat. Die
                        Dank- und Loblieder sind die populärsten und beliebtesten Lieder im
                        ganzen <term type="Sachen" key="Gesangbuch">Gesangbuch</term>, viel
                        beliebter als z. B. die Passionslieder oder gar die Lieder über Gericht
                        und Ewigkeit, die so harte und scharfe Gedanken in uns auslösen. Das ist
                        schön, wenn du gerne einstimmst in das Lob der Ehre Gottes, aber ich
                        darf dir nicht verheimlichen, dass dir die Ehre Gottes noch lange nicht
                        in ihrer Wirklichkeit bekannt ist, solange sie keine harten und scharfen
                        Gedanken in dir ausgelöst hat. Sonst wäre es schwer verständlich, dass
                        gerade ein Mann wie <persName ref="kbga-actors-77">Calvin</persName> dies «Gott allein die <term type="Sachen" key="Soli Deo gloria">Ehre»</term> in den Mittelpunkt seines Lebens
                        und Denkens gestellt haben sollte.</p>
                    <p> Wir wollen die <term type="Sachen" key="Gegenwart">Gegenwart</term>
                        betrachten im Spiegel der <term type="Sachen" key="Vergangenheit">Vergangenheit</term>. Vielleicht wird es uns dann deutlicher, warum
                        gerade das in der Mitte unsres christlichen <term type="Sachen" key="Bekenntnisse, christliche">Bekenntnisses</term> und in der
                        Mitte unsrer Weihnachtsgedanken stehen muss: Ehre sei Gott in der
                        Höhe!</p>
                    <p>Wenn die ersten Christen mit dieser Botschaft zu den Völkern der alten
                        Welt gegangen sind, dann mögen wohl auch dort die Leute die Köpfe
                        geschüttelt haben und sich gefragt: Ist das Alles?; denn auch dort
                        gehörte die Ehre Gottes zu den angenommenen, zu den selbstverständlichen
                        Dingen. <pb ed="A" rend="hidden" n="6"/> Ihr wisst, welches die Völker waren,
                        die diese alte Welt repräsentierten: das Volk der <term type="Sachen" key="Griechen">Griechen</term>, das Volk der <term type="Sachen" key="Römer">Römer</term>, <pb xml:id="p259" ed="pga"/> das Volk der <term type="Sachen" key="Juden / Judentum">Juden</term>. Auf dem
                        Marktplatz von <placeName ref="kbga-places-3">Athen</placeName>, auf dem
                        Forum zu <placeName ref="kbga-places-53">Rom</placeName> und auf dem
                        <placeName ref="kbga-places-953">Tempelberge zu Jerusalem</placeName> ist das geschichtliche <term type="Sachen" key="Altertum, geschichtliches Erbe">Erbe</term>
                        geworden und gewachsen, an dem das <term type="Sachen" key="Mittelalter">Mittelalter</term> gezehrt hat und an dem die <term type="Sachen" key="Neuzeit">Neuzeit</term> noch immer zehrt. Und nun sage ich,
                        dass diesen drei großen Vertretern des vorchristlichen <term type="Sachen" key="Altertum">Altertums</term> der Klang des Wortes
                        «Ehre Gottes» sehr wohl vertraut war. Was sie so nannten, sah dem, was
                        die ersten <term type="Sachen" key="Christen, frühe">Christen</term>
                        verkündigten, zum Verwechseln ähnlich, und wir müssen hinzufügen: die
                        Christen selbst haben bald genug den neuen Wein in alte Schläuche
                        geschüttet [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.5.37 Lk.5.38">Lk. 5,37f.</ref>], und sie tun es noch heute, bewusst und unbewusst,
                        auf die mannigfaltigste Weise.</p>
                    <p> Die Ehre <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gottes</term> bei den
                        Griechen. Es hat kaum ein so <anchor type="note" xml:id="fn-d"/>frommes Volk<note type="textcritical" n="d" xml:id="nd" target="fn-d"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterschlängelt.</note>
                         gegeben wie die <term type="Sachen" key="Griechen, frommes Volk">Griechen</term>. Ihr ganzes Leben war <term type="Sachen" key="Religion, griechische">Religion</term>. In jedem Baum und
                        Strauch, in jeder Quelle, in jeder Bergschlucht wohnten Götter und
                        Göttinnen. Jede Stadt und jeder Flecken verehrte seine besondere
                        Gottheit, ebenso wie jedes Gewerbe und jegliche Lebensbeziehung ihren
                        besondern Schutzgott hatte. Die Ehre Gottes<note type="textcritical" n="e" xml:id="ne"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                         war groß, Gott<note type="textcritical" n="f" xml:id="nf"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                         war überall. Aber eben weil er überall war, war er nirgends.
                            <term type="Sachen" key="Frömmigkeit, griechische">Frömmigkeit</term> war dort etwas, was wirkliche Frömmigkeit wohl
                        begleiten kann, was aber im Grunde etwas Anderes ist: künstlerisches,
                        empfindendes Schauen nämlich. Die Natur <anchor type="note" xml:id="fn-g"/>wurde Gott<note type="textcritical" n="g" xml:id="ng" target="fn-g"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>. Wenn der Grieche Gott denken wollte, so dachte er an den letzten
                        Zusammenhang <pb ed="A" rend="hidden" n="7"/> der <term type="Sachen" key="Griechen, Natur als Gott">Natur</term>, und wenn er Gott
                        darstellen wollte, so bildete er die Krone der Natur, den vollkommenen
                        Menschen, sich selbst. Die Ehre, die er Gott gab, war sein eigenes
                        Gefühl für schöne <term type="Sachen" key="Griechen, Ehre Gottes im Spiegel der Vernunft">Vernünftigkeit</term>, nicht mehr. – |</p>
                    <p>Ob wir uns in diesem Spiegel wiedererkennen? Mir ist’s, ich höre
                        einen Schwall von Worten: Religion sei eigentlich <term type="Sachen" key="Relgion, Gefühl">Gefühl</term>, Alles Andre sei <term type="Sachen" key="Dogmatik">Dogmatik</term> und <term type="Sachen" key="Philosophie">Philosophie</term>, aber freilich habe die
                        Vernunft bei dieser Gefühlsreligion ein gewichtiges Wort mitzureden.
                        Religion sei das, was man am Sonntagnachmittag im grünen <term type="Sachen" key="Religion, im grünen Wald">Wald</term> draußen
                        empfinde, aber Religion dürfe vor Allem auch nicht mit den <term type="Sachen" key="Religion, und Naturgesetze">Naturgeset<pb xml:id="p260" ed="pga" break="no"/>zen</term> in
                        Konflikt kommen. Gott sei eigentlich überall und <term type="Sachen" key="Pantheismus">Alles</term>, aber vielleicht komme doch einmal
                        die Zeit, wo bewiesen werde, dass Gott nirgends und gar nichts sei. Das
                        ist der griechische Geist der schönen <term type="Sachen" key="Griechen, Geist der schönen Vernünftigkeit">Vernünftigkeit</term>, der so redet, meine Freunde. Er waltet
                        mächtig bis heute in der <term type="Sachen" key="Christentum">Christenheit</term> und trägt je nach Belieben zwei Mäntelchen von
                        grundverschiedener Farbe. Das eine heißt römischer <term type="Sachen" key="Katholizismus">Katholizismus</term>, das andre hat keinen
                        einheitlichen Namen, aber es ist überall da, wo der Mensch meint, aus
                        Vernunft und Gefühl sich selbst eine <term type="Sachen" key="Religion, aus Vernunft und Gefühl">Religion</term>
                        zusammenbrauen zu können. Ehre sei <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gott</term> in der Höhe? Nein, in Wirklichkeit heißt es da: Ehre
                        sei Gott in der Tiefe! Ehre sei dem Menschen! Denn es ist da immer und
                        immer nur der Mensch, der mit seinen kleinen <term type="Sachen" key="Mensch, Gefühle">Gefühlen</term> und seiner kleinen <term type="Sachen" key="Mensch, Vernunft">Vernunft</term> im Kreis herum
                        läuft. |</p>
                    <p>Wenn wir theoretisch oder praktisch oder beides in einer solchen Religion
                        der Tiefe drin stecken, wollen wir uns doch ja nicht auf <persName ref="kbga-actors-136">Goethe</persName>
                        berufen. Damit, dass du es ihm nachsagst, Gefühl sei Alles, Name sei
                        Schall und Rauch,<note xml:id="n07">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-647">
                                    <persName ref="kbga-actors-136">J. W. von Goethe</persName>,
                                <hi rend="italic">Faust. Der Tragödie erster Teil</hi>,
                            V. 3456–3458 (Marthens Garten)</bibl>:
                                <q rend="block">
                                    <lg>
                                        <l>Dafür! Gefühl ist alles; </l>
                                        <l>Name ist Schall und Rauch, </l>
                                        <l>Umnebelnd Himmelsglut.</l>
                                    </lg>
                                </q>
                            </note> bist du noch lange nicht Goethe, und wer diesen <pb ed="A" rend="hidden" n="8"/> Denker und Dichter kennt, der weiß, wie viel
                        größer er war als seine Nachtreter, und dass er das Leben ganz anderswo
                        gesucht hat als in dem zierlichen Gartenhäuschen unsrer Gefühle und in
                        den wohlgeordneten Gartenbauten unsrer Vernunft.</p>
                        <q rend="block">
                            <lg>
                                <l>Sofort nun wende dich nach innen,</l>
                                <l>Das Zentrum findest du da drinnen,</l>
                                <l>Woran kein Edler zweifeln mag.</l>
                                <l>Wirst keine Regel da vermissen;</l>
                                <l>Denn das selbständige Gewissen</l>
                                <l>Ist Sonne deinem Sittentag.<note xml:id="n08">
                                        <bibl corresp="kbga-bibls-2139">Dritte Strophe des Gedichts «Vermächtnis» von 
                                            <persName ref="kbga-actors-136">J. W. von Goethe</persName>
                                        (Erstdruck: 1829; Berliner Ausgabe. Poetische Werke,
                                        Bd. 1, Berlin 1965, S. 541f., dort S. 541)</bibl>.</note>
                                </l>
                            </lg>
                        </q>
                    <p rend="noindent">Das selbständige Gewissen, hört ihr’s? Wo dieser
                        Ton hineinklingt in die Sätze der Vernunft und in das Wogen der Gefühle,
                        da wird auch die <pb xml:id="p261" ed="pga"/> «Ehre Gottes» etwas Anderes
                        werden; die ganze <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term> wird etwas Anderes.</p>
                    <p>Und etwas davon sehen wir im Altertum in Rom. Der Geist der Römer war<note type="textcritical" n="h" xml:id="nh"> Im Mskr. mit Bleistift eingefügt anstelle von: «ist» und
                                nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                         der Geist des Rechts und des <term type="Sachen" key="Römer, Geist des Rechts und Gesetzes">Gesetzes</term>.
                            <hi rend="italic">Etwas</hi> davon, von dem Ton des «selbständigen Gewissens»,
                        aber mehr eine Verheißung als eine Erfüllung, und auch die Verheißung
                        ist bald zur Karikatur geworden. Die Ehre <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gottes</term> war in Rom die Ehre der <term type="Sachen" key="Römer, Ehre Gottes als Ehre der Republik">Republik</term>, die Ehre des Staates. <term type="Sachen" key="Jupiter">Jupiter</term> vom Kapitol war die Verkörperung dieses
                        Staates, und diese Idee führte in direkter Linie zu der göttlichen
                        Verehrung, die in den Jahrhunderten nach Christus den Repräsentanten
                        dieses Staates, den Kaisern<note type="textcritical" n="i" xml:id="ni"> Im Mskr. mit Bleistift eingefügt anstelle von: «Cäsaren» und
                                nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>, gewidmet wurde. Auch da war das ganze Leben <term type="Sachen" key="Römer, Religion und Gemeinschaft">Religion</term>, und diese
                        Religion war erfüllt von dem hohen sittlichen Gedanken der Gemeinschaft.
                        Aber diesem hohen sittlichen Gedanken waren von vorn<pb ed="A" rend="hidden" n="9"/>herein die Schwingen gebrochen, denn die Ehre Gottes wurde
                        zur Ehre der Organisation, der menschlichen Organisation, und so sehen
                        wir auch auf dieser höhern Stufe ein Zerrbild von Religion zustande
                        kommen. Fromm sein heißt hier, sich fügen unter geheiligte <term type="Sachen" key="Römer, Frömmigkeit">Lebensordnungen</term>, heißt
                        ein gehorsamer Bürger sein, heißt zur Verherrlichung der staatlichen
                        Organisation sein Möglichstes beitragen. Ihr wißt, wie dieser Geist des
                        römischen <term type="Sachen" key="Recht, römisches">Rechts</term> seine
                        Ausgestaltung erlebt hat in der Zeit, als das römische <term type="Sachen" key="Rom / Römisches Reich">Reich</term>
                        zusammenkrachte: Er ist in der römischen <term type="Sachen" key="Kirche, römisch-katholische">Papstkirche</term> gewaltiger
                        wieder erstanden, gewaltiger als je einer der göttlichen<note type="textcritical" n="j" xml:id="nj"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                         Cäsaren es geträumt hatte. Ehre sei Gott in der Höhe? Nein, es
                        war auch hier der Mensch, der Mensch und sein <term type="Sachen" key="Römer, Ehre Gottes im Spiegel des Staatsgesetzes">Gesetz</term>, der sich selbst verherrlichte. |</p>
                    <p>Was sagt uns der Spiegel? Er sagt uns: <hi rend="italic">Du</hi> bist der Mann
                        [<ref type="can" subtype="bible" target="2.Sam.12.7">2.Sam. 12,7</ref>]. Denn
                        mit dem griechischen Geist der Gefühls- und <term type="Sachen" key="Griechen, Gefühls- und Vernunftreligion">Vernunftreligion</term> geht der römische Geist der <term type="Sachen" key="Römer, Staatsreligion">Staatsreligion</term> eng
                        verbunden durch die Zeiten. Wieder in allerlei Form. Aber die Grundform
                        ist immer dieselbe: Die höhern Gefühle des Menschen ergreifen irgend
                        eine menschliche Gemeinschaftsform, Staat, Kirche, Gemeinde, Schule,
                        Verein, in <term type="Sachen" key="Stimmungen, patriotisch">patriotischen</term> und <term type="Sachen" key="Stimmungen, kirchliche">kirchlichen</term> und gemeinnützigen
                        <term type="Sachen" key="Stimmungen, gemeinnützige">Stim<pb xml:id="p262" ed="pga" break="no"/>mungen</term> und
                        Betätigungen glaubt er das zu finden, was andre <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term> nennen, und merkt nicht, dass
                        er sich schon wieder im Kreise bewegt. Das selbständige Gewissen wird
                        eingelullt durch das große Bewusstsein der Arbeit an einer festen
                        Organisation. Die <term type="Sachen" key="Gerechtigkeit">Gerechtigkeit</term>, die dies <term type="Sachen" key="Gewissen">Gewissen</term> fordert, verwandelt sich in das <term type="Sachen" key="Recht">Recht</term>, das in den Paragraphen steht. Ehre sei
                            <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gott</term> in der Höhe? Nein,
                        Ehre sei <pb ed="A" rend="hidden" n="10"/> dem Kaiser und seiner Armee, Ehre
                        sei der Republik und ihrer glorreichen Vergangenheit, Ehre sei dem
                        Vaterland, dem Kanton und seinen Unternehmungen, Ehre sei der Kirche und
                        ihren Pfarrern, der Gemeinde und ihren Angelegenheiten, und in den
                        Geschäftigkeiten und Festlichkeiten, die das Alles mit sich bringt, geht
                        die Frage nach <term type="Sachen" key="Recht">Recht</term> und <term type="Sachen" key="Wahrheit">Wahrheit</term> unter, muss sie
                        untergehen, denn Recht und Wahrheit sind immer größer gewesen als die
                        Organisationen, die die Menschen zu ihrer Pflege gebildet haben.</p>
                    <p> Und nun blicken wir von Athen und von Rom hinüber nach <term type="Sachen" key="Juden / ^@+ Judentum">Jerusalem</term> und sehen
                        um den Tempel Jahwes versammelt ein Volk, das, wenn eines, erfüllt war
                        von dem Gedanken: Ehre sei Gott in der Höhe. Was die Besten der Griechen
                        und Römer ahnten, das hatten die großen <term type="Sachen" key="Propheten">Propheten</term> des israelitischen <term type="Sachen" key="Israel (Volk)">Volkes</term> längst aus
                        geheimnisvollen Schächten zu Tage gefördert, dass <hi rend="italic">ein</hi>
                        <term type="Sachen" key="Gott, Einer">Gott</term> sei, der aber nicht
                        Natur sei, nein, der Himmel und Erde <hi rend="italic">gemacht</hi> habe, und dass
                        es nur ein Gebot gebe, das das selbständige Gewissen befriedige: Du
                        sollst deinen <term type="Sachen" key="Nächstenliebe">Nächsten</term>
                        lieben wie dich selbst [<ref type="can" subtype="bible" target="Lev.19.18">Lev. 19,18</ref>]. Die reifsten und reichsten Gedanken der <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term> und der <term type="Sachen" key="Sittlichkeit">Sittlichkeit</term> waren da, auch
                        Christus hat <anchor type="note" xml:id="fn-k"/>reifere und reichere nicht gebracht<note type="textcritical" n="k" xml:id="nk" target="fn-k"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>. Und trotzdem war diese Religion tot in sich selbst und steht wie
                            <hi rend="italic">ein</hi> riesiges weltgeschichtliches Ausrufzeichen vor uns
                        Menschen der Nachwelt. Warnend ruft uns <anchor type="note" xml:id="fn-l"/>der Geist der
                            Synagoge<note type="textcritical" n="l" xml:id="nl" target="fn-l"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                        <term type="Sachen" key="Juden / Judentum, Geist der Synagoge"/>
                        zu: Folget mir <hi rend="italic">nicht</hi> nach! Meinet nicht, dass das
                        Frömmigkeit sei, wenn man hohe und wahre Gedanken über Gott und
                        göttliche Dinge habe! Meinet nicht, dass das Frömmigkeit sei, wenn man
                        die schönsten und reinsten Gebote <pb ed="A" rend="hidden" n="11"/> habe und
                        sich beeifere, ihnen nachzukommen. Die Ehre <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gottes</term> ist etwas Anderes, ganz Anderes, denn
                        in der <term type="Sachen" key="Religion, der Synagoge">Religion</term>
                        der Synagoge steckte verborgen derselbe Todeskeim, den wir bei den
                        Griechen und Rö<pb xml:id="p263" ed="pga" break="no"/>mern sahen. Ihre Frömmigkeit war
                        verborgene <term type="Sachen" key="Juden / Judentum, Frömmigkeit als Selbstverherrlichung">Selbstverherrlichung</term>. Verborgene, sage ich, denn äußerlich
                        war wirklich die größere Ehre Gottes das Streben und Suchen jener
                        Menschen, und sie glaubten, tief heruntersehen zu dürfen auf die <term type="Sachen" key="Religion, griechische Naturreligion">Naturreligion</term> der Griechen und auf die Staatsreligion der
                            <term type="Sachen" key="Religion, römische Staatsreligion">Römer</term>. Aber die Ehre Gottes, nach der sie trachteten und
                        ausschauten, war in Wirklichkeit die Ehre <term type="Sachen" key="Juden / Judentum, Ehre Gottes als Ehre Israels">Israels</term>
                        und Jerusalems und jedes einzelnen Israeliten. Die Ehre Gottes sollte
                        seine Verherrlichung sein in dem auf übernatürliche Weise aufgerichteten
                            <term type="Sachen" key="Messiasreich">Messiasreich</term>. Die Ehre
                        Gottes sollte darin bestehen, dass Israel herrschte und Griechenland und
                        Rom dienten. Und dieser verborgene Todeskeim hat wieder die reifen
                        Gedanken der <term type="Sachen" key="Juden / Judentum, Frömmigkeit">Frömmigkeit</term> und die reinen Gebote der <term type="Sachen" key="Juden / Judentum, Sittlichkeit">Sittlichkeit</term> Israels
                        vergiftet, starr und tot gemacht. Aus dem Glauben an den einen
                        lebendigen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, wurde die starre
                        Verehrung der Zahl <term type="Sachen" key="Juden / Judentum, Verehrung der Zahl Eins">Eins</term>, die
                        noch heute das jüdische Denken auszeichnet. Und aus dem einfachen Gebot
                        der <term type="Sachen" key="Gebote, Liebesgebot">Liebe</term> wurde ein
                        umfangreiches Gesetz, das <term type="Sachen" key="Gottesliebe">die</term>Gottes- und <term type="Sachen" key="Nächstenliebe">Menschenliebe</term> in 1000 Paragraphen zwängte. Im Geist des
                        Judentums sind die Geister des Griechen und des Römers vereinigt, und in
                        und mit beiden geht auch er durch die Jahrhunderte als der Geist, der
                        nicht Gott in der Höhe die <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Ehre</term> gibt, sondern dem Menschen in der Tiefe.</p>
                </div>
                <div>
                    <head>
                            <pb ed="A" rend="hidden" n="12"/> II</head>
                    <p rend="noindent">In die Welt der Griechen und Römer und Juden ist Christus
                        gekommen, und es wird erzählt, bei seiner Geburt sei die Menge der
                        himmlischen Heerscharen dagewesen, die lobten Gott und sprachen:
                            <hi rend="italic">Ehre sei Gott in der Höhe!</hi> Wer hat die himmlischen
                        Heerscharen gesehen, und wer hat ihre Stimmen vernommen? Wo der Glaube
                        stammelnd beschreibt, was er gesehen, da ist es eine kümmerliche Sache,
                        von Sage und Dichtung zu reden. Mag dem immer sein, wie ihm wolle, in
                        der schlichten und doch so ungeheuren Erzählung des Lukasevangeliums
                        redet die Ewigkeit des lebendigen Glaubens, redet dieselbe durch nichts
                        zu erschütternde Gewissheit, die den Verfasser des vierten <rs type="person" ref="kbga-actors-2297">Evangeliums</rs> zu
                        dem begeisterten Ausruf treibt: Wir <hi rend="italic">sahen</hi> seine
                        Herrlichkeit! [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.1.14">Joh. 1,14</ref>]</p>
                   
                    <p> <pb rend="noPipe" xml:id="p264" ed="pga"/> Und was die <term type="Sachen" key="Apostel">Apostel</term> und die
                        ersten <term type="Sachen" key="Christen, frühe">Christen</term>
                        <hi rend="italic">sahen</hi>, das war die Ehre Gottes in ihrer vollen
                        Wirklichkeit. Was haben sie gesehen? Sie haben in den kurzen Monaten und
                        Tagen, in denen sie mit Jesus von <term type="Sachen" key="Jesus Christus">Nazareth</term> zusammen waren, einen Menschen
                        gesehen, in dem die <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term>
                        <hi rend="italic">nicht</hi> in schönen Gefühlen und <hi rend="italic">nicht</hi> in klugen
                        Vernunftschlüssen und <hi rend="italic">nicht</hi> in staatsbürgerlicher Gesinnung
                        und <hi rend="italic">nicht</hi> in der Befolgung von Paragraphen und
                            <hi rend="italic">nicht</hi> in der Hoffnung auf göttliche Belohnung bestand,
                        sondern in der <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit in der Tat">Tat</term> und in der
                            <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit in der Wahrheit">Wahrheit</term>
                        und im <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit im Leben">Leben</term>.</p>
                    <p>In der <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit in der Tat">
                                <hi rend="italic">Tat</hi></term>. Denn Christus hat gegenüber allem
                        gefühlvollen und vernünftelnden Religionswesen ein für allemal gesagt:
                        Nicht, die Herr, Herr sagen, nicht die schöne <pb ed="A" rend="hidden" n="13"/> Gefühle haben, nicht die so freundlich sind, hinter den Welträtseln
                        trotz Allem noch einen Gott zu vermuten, nicht die werden in das
                        Himmelreich kommen, sondern die den <hi rend="italic">Willen tun</hi> meines
                        Vaters [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.7.21">Mt. 7,21</ref>].
                        Die Ehre <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gottes</term> ist da, wo
                        ein Mensch beginnt, nach der Vollkommenheit zu trachten, nicht nach der
                            <term type="Sachen" key="Vollkommenheit">Vollkommenheit</term>, wie
                        sie irgend eine öffentliche Meinung oder irgend ein Gebot ihm
                        vorschreibt, sondern nach der Vollkommenheit <term type="Sachen" key="Gott, Vollkommenheit">Gottes</term>, der in seinem Innern
                        redet. Es ist dir <hi rend="italic">gesagt</hi>, Mensch, was gut ist [<ref type="can" subtype="bible" target="Mi.6.8">Mi. 6,8</ref>] und</p>
                        <q rend="block">
                            <lg>
                                <l>das selbständige Gewissen</l>
                                <l>Sei Sonne deinem Sittentag.<note xml:id="n09">Siehe oben, <ref type="pub" target="#fn_n08">Anm. 8</ref>.</note>
                                </l>
                            </lg>
                        </q>
                    <p rend="noindent">Und die Ehre Gottes durch die Tat hat Christus gelebt,
                        wie er sie gelehrt hat. Sein Leben war <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Gehorsam">Gehorsam</term>, und sein Leben war
                            <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Dienen">Dienen</term>.
                        Gehorsam gegenüber dem Gott, der in seinem Innern sprach, und Dienen
                        gegenüber den Menschen, denen er helfen wollte. So hat er gelebt, und so
                        ist er gestorben. <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod">Gestorben</term>! Und seine <term type="Sachen" key="Jünger">Jünger</term> und <term type="Sachen" key="Apostel">Apostel</term>
                        hatten wahrlich recht, wenn sie in seinem Sterben Siegel und Bewährung
                        sahen seines Lebens und des neuen Lebens, das er in ihnen angezündet.
                        Höhere Liebe und höhern Gehorsam kann niemand haben, denn der sein Leben
                        lässt für seine Brüder [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Joh.15.13">Joh. 15,13</ref>], und Christus ist gestorben in dem
                        Bewusstsein, dass er auch dem Tode nicht ausweichen dürfe, um das <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit in der Tat">Werk</term> an seinen Brüdern zu vollenden. Nicht mein, sondern
                        dein <term type="Sachen" key="Wille Gottes">Wille</term> geschehe [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.22.42">Lk.22,42</ref> par.]. Vater,
                        in deine Hände befehle ich meinen Geist [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.23.46">Lk. 23,46</ref>]. Ehre sei <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gott</term> in der Höhe!</p>
                    
                    <p> <pb rend="noPipe" xml:id="p265" ed="pga"/> In Christus war die Frömmigkeit <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit in der Wahrheit">
                                <hi rend="italic">Wahrheit</hi></term>. Wo der Mensch meint, fromm sein,
                        Gott die Ehre geben, könne erfüllt werden in der Befolgung und <pb ed="A" rend="hidden" n="14"/> Verehrung menschlicher Organisationen und
                        Gesetze, da stellt sich unvermeidlich die verborgene Lüge ein. Diese
                        Lüge der Staats- und <term type="Sachen" key="Religion, römische Staatsreligion">Gesetzesreligion</term> war
                        das Schicksal des römischen Kaiserreichs und wurde das Schicksal des
                        römischen Papstreichs, denn <anchor type="note" xml:id="fn-m"/>Sitte und <term type="Sachen" key="Sittlichkeit, und Sitte">Sittlichkeit</term>
                        liegen in ewigem Krieg miteinander<note type="textcritical" n="m" xml:id="nm" target="fn-m"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>. Allen Paragraphen der Menschen hat Christus entgegengestellt:
                            <hi rend="italic">Ich</hi> aber sage euch, eure Gerechtigkeit soll
                            <hi rend="italic">besser</hi> sein als die der <term type="Sachen" key="Schriftgelehrte">Schriftgelehrten</term> [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.5.20">Mt. 5,20</ref>], <hi rend="italic">besser</hi>
                        als die <term type="Sachen" key="Gerechtigkeit">Gerechtigkeit</term> der
                        Paragraphen, <hi rend="italic">besser</hi> als die Gerechtigkeit des besten
                        Staatsbürgersinns. Und mit diesem «<hi rend="italic">besser</hi>» hat er sagen
                        wollen: Euer Trachten nach Gerechtigkeit darf überhaupt keine Schranke
                        und kein Ende kennen, wenn es <term type="Sachen" key="Wahrheit">Wahrheit</term> sein will. Das ist ein harter Gedanke, und noch
                        härter ist es, <anchor type="note" xml:id="fn-n"/>ihn zu leben<note type="textcritical" n="n" xml:id="nn" target="fn-n"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>. Christus hat diesen harten Gedanken gedacht und er hat ihn
                        gelebt, das sahen seine Freunde, und das war es, was sie meinten, wenn
                        sie von ihm sagten: wir sahen seine <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Herrlichkeit">Herrlichkeit</term>. Das war es,
                        was ihnen die Ruhe und Gewissheit und Überlegenheit gab, mit der sie der
                        Macht des Kaiserreichs widerstanden. Sie durchschauten die große Lüge,
                        die dessen Wesen war, weil sie die <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit in der Wahrheit">Wahrheit</term>
                        gesehen hatten und in der Wahrheit die eine große Tatsache: Ehre sei
                            <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gott</term> in der Höhe!</p>
                    <p>Und in Christus war das <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit im Lebem">
                                <hi rend="italic">Leben</hi></term>. Gerade das Leben, das den hohen und reinen
                        Gedanken und Geboten der Frömmigkeit und Sittlichkeit Israels fehlte.
                        Was heißt Leben? Leben ist das, wenn einer nicht das Seine sucht,
                        sondern das, was Gottes und was des Nächsten ist [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.10.24">1.Kor. 10,24</ref>]. Die Theologen
                        und Frommen in Israel redeten viel von Gott und viel <pb ed="A" rend="hidden" n="15"/> vom Nächsten, aber die ganze <term type="Sachen" key="Israel (Volk), Frömmigkeit">Frömmigkeit</term> und Sittlichkeit
                            <term type="Sachen" key="Israel (Volk), Sittlichkeit">Israels</term>
                        war <hi rend="italic">ein</hi> großes Warten auf göttliche <term type="Sachen" key="Israel (Volk), Lohngedanke">Belohnung</term>. Sie suchten das
                        Ihrige, obwohl im Mantel der reinsten Gottesverehrung. Christus hat auf
                        keine Belohnung gewartet. Über seinem ganzen Leben stand geschrieben:
                            <hi rend="italic">Muss</hi> ich nicht sein in dem, was meines Vaters ist? [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.49">Lk. 2,49</ref>] Und dies
                            <hi rend="italic">ich muss</hi> war in ihm das höchste <hi rend="italic">ich will</hi>,
                        von der ersten Stunde seines Wirkens an bis zum Tode am <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod">Kreuz</term>, den er auf sich
                        nahm, weil er bis zuletzt treu sein, bis zuletzt <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Dienen">dienen</term> wollte. Und dies <pb xml:id="p266" ed="pga"/> Leben an ihm, diesen Sieg, diese Überwindung in
                        ihm, haben seine Freunde gesehen und sagten davon: wir sahen seine <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Herrlichkeit">Herrlichkeit</term>. Und ihr Sehen war nicht das Zusehen der leeren
                        Bewunderung, sondern, indem sie sahen, empfingen sie, und indem sie
                        dabei waren, als Christus für Gott lebte und starb, erlebten und
                        erfuhren sie’s: er hat <hi rend="italic">für uns</hi> gelebt, und er ist
                            <hi rend="italic">für uns</hi>
                        <term type="Sachen" key="Stellvertretung">gestorben</term>. Und
                        jauchzend riefen nun auch sie es hinaus in die Welt der <term type="Sachen" key="Griechen">Griechen</term>, der <term type="Sachen" key="Römer">Römer</term>, der <term type="Sachen" key="Juden / Judentum">Juden</term>: Unser Glaube ist der Sieg, der
                        die Welt überwindet [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Joh.5.4">1.Joh. 5,4</ref>]. Ehre sei <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gott</term> in der Höhe!</p>
                    <p> Seht, liebe Freunde, die <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit in der Tat">Tat</term> und die
                            <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit in der Wahrheit">Wahrheit</term>
                        und das <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Frömmigkeit im Leben">Leben</term>, das die Apostel in Christus gesehen und erlebt haben,
                        das ist die <term type="Sachen" key="Weihnachtsevangelium">Weihnachtsbotschaft</term>, die ich euch heute ausrichten darf.
                        Wollen wir uns in die Reihe der <term type="Sachen" key="Apostel">Apostel</term> stellen oder in die Reihe der Griechen, Römer und
                        Juden? Beide Reihen haben sich fortgesetzt bis in unsre Tage. Wir haben
                        es angedeutet, wie wir bis heute <pb ed="A" rend="hidden" n="16"/> unter
                            <term type="Sachen" key="Griechen">Griechen</term>, <term type="Sachen" key="Römer">Römern</term> und <term type="Sachen" key="Juden / Judentum">Juden</term> leben, die im Gewand der
                        Frömmigkeit und des Christentums nicht Gottes Ehre suchen, sondern ihre
                        eigene, und denen das Wort vom <term type="Sachen" key="Wort vom Kreuz">Kreuz</term> ein Ärgernis, eine Torheit ist ganz wie damals [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.1.23">1.Kor. 1,23</ref>]. Und
                        verhehlen wir es uns nur nicht: jeder von uns trägt ein Stückchen von
                        diesen Dreien in sich herum.</p>
                    <p>Wir haben <hi rend="italic">nicht</hi> von der Fortsetzung der <hi rend="italic">andern</hi>
                        Reihe geredet. Und wir wollen es nicht tun. Denn diese Fortsetzung ist
                        für dich und mich, lieber Freund, eine von den Lebensfragen, bei denen
                        Schweigen besser ist als Reden. <anchor type="note" xml:id="fn-o"/>Und man kann diese
                        Fortsetzung nicht machen, sondern nur darum beten. Gott allein die <term type="Sachen" key="Soli Deo gloria">Ehre</term>. Er ist größer und
                        besser als unser Wollen und Laufen<note type="textcritical" n="o" xml:id="no" target="fn-o"> Am Rand mit einem senkrechten Bleistift-Strich
                                markiert.</note>
                         [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.9.16">Röm. 9,16</ref>].</p>
                    <p>Alle Jahre wieder kommt das Christuskind!<note xml:id="n10">Siehe oben, <ref type="pub" target="#fn_n04">Anm. 4</ref>.</note> hören wir jetzt die Kleinen singen. Alle
                        Jahre wieder kommt das <term type="Sachen" key="Weihnachten">Weihnachtsfest</term> und noch öfter das heilige <term type="Sachen" key="Abendmahl">Abendmahl</term>, das wir jetzt wieder
                        zu feiern gedenken. Alle Jahre wieder? Sieh, lieber Freund,
                            <hi rend="italic">das</hi> ist <term type="Sachen" key="Weihnachtsfreude">Weihnachtsfreude</term>, wenn uns <hi rend="italic">einmal</hi> das Licht aus
                        der Höhe begegnet ist. Einmal, Gott helfe uns Allen, für immer.</p>
                   
                    <p> <pb rend="noPipe" xml:id="p267" ed="pga"/> Ehre sei <term type="Sachen" key="Gott, Ehre">Gott</term> in der
                        Höhe!</p>
                    </div>  
                    <div type="closer">
                            <salute>Amen!</salute>
                    </div>
                    <div type="songs">
                        <head>Lieder:</head>
                            <listBibl type="songs" rend="simple">
                            <bibl type="song" corresp="kbga-songs-38">Nr. 99: «Jauchzet, ihr Himmel» von <persName ref="kbga-actors-797">G. Tersteegen</persName>, Strophen
                                1.2.4.8 (RG 404; EG 41,1.2.4. [dort ohne Strophe 8]).</bibl>
                            <bibl type="song" corresp="kbga-songs-7">Nr. 97: «Fröhlich soll mein Herze springen» von <persName ref="kbga-actors-131">P.
                                Gerhardt</persName>, Strophen 1–3 und 7.8 (RG 401,1–3.8.9; EG
                                36,1–3.8.9).</bibl>
                        </listBibl>
</div>
                        <div>
                        <head>Lesungstext:</head>
                        <list type="simple">
                             <item>
                                <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.1 Lk.2.20">Lukas 2,1–20</ref>.</item>
                        </list>
                    </div>
                </div>

            </div>
        </body>
    </text>
</TEI>
