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      <titleStmt>
        <title type="volume" n="vol-53">Predigten 1907–1910</title>
        <title type="formal">Predigt Nr. 24</title>
        <title type="content">Predigt: Jesaja 40,3-5</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Jesaja 40,3-5, 12. Dezember 1909</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/53026 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1907–1910, hrsg. v. Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2018, S. .</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1907–1910</title>
          <title type="text">Predigt Nr. 24: Predigt: Jesaja 40,3-5</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2018</date>
          <!--position within a volume-->
          <biblScope unit="part">26</biblScope>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Jes 40,3-5, 12. Dezember 1909. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1467">KBA 1002</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1909-12-12">12. Dezember 1909</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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                <div type="opener">
                <head>
                        <pb ed="A" rend="hidden" n="1"/>
                    <idno>24</idno>
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                        <placeName ref="kbga-places-67">
                            <hi rend="italic">Genf</hi></placeName>, <date when="1909-12-12">Sonntag, den
                            12. Dezember 1909</date> <date rend="right">(3. Advent)</date>
                    </dateline>
                    <epigraph>
                        <cit>
                            <ref type="can" subtype="bible" target="Jes.40.3 Jes.40.5">Jesaja 40,3–5</ref>
                       
                            <quote>
                                <hi rend="italic" resp="kb">Horch, man ruft! Bahnet in der
                                    Wüste den Weg des Herrn, ebnet in der Steppe eine Straße für
                                    unsern Gott! Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel
                                    soll niedrig werden, und das Höckerige soll zur Ebene werden
                                    und das Hügelgelände zur Talsohle, damit sich die
                                    Herrlichkeit des Herrn offenbare und alles Fleisch zumal sie
                                    schaue: denn der Mund des Herrn hat es geredet.</hi>
                            </quote>
                        </cit>
                    </epigraph>
                    <salute>Liebe Gemeinde!</salute>
                </div>
               <div type="main">
                <p>Das sind Gedanken, die in unsern Adventsbetrachtungen nicht fehlen dürfen.
                    Keine selbstverständlichen Gedanken. Es gibt in der <term type="Sachen" key="Religion">Religion</term> überhaupt keine <term type="Sachen" key="Religion, keine Selbstverständlichkeiten">Selbstverständlichkeiten</term>, und wir wollen uns abgewöhnen, das zu
                    meinen, denn die Selbstverständlichkeit ist die größte Feindin des eigenen
                    Lebens. Und eine Religion, die nicht eigenes Leben ist, ist keine
                    Religion.</p>
                <p>So meine ich, die prophetische Mahnung, dem Herrn den Weg zu bereiten, sei
                    bei näherm Zusehen ein recht erstaunlicher Gedanke. Sie ist uns Allen
                    vielleicht <pb ed="A" rend="hidden" n="2"/> ziemlich geläufig geworden, weil sie
                    uns alle Jahre um diese Zeit in Predigten und Liedern häufig genug begegnet.
                    Aber mir ist’s, wer etwas weiß von christlicher <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term> aus eigener Erfahrung, den müsse
                    diese Mahnung immer wieder – und nicht nur in der Adventszeit
                    – frappieren als etwas Neues und durchaus nicht Selbstverständliches,
                    als ein großes Fragezeichen, weniger für den grübelnden Verstand als für das
                    heimliche, innere <term type="Sachen" key="Leben, inneres">Leben</term>.
                    Lebendige <term type="Sachen" key="Frömmigkeit, lebendige">Frömmigkeit</term> ist doch nichts Anderes als die immer neue Auflösung
                    und Beantwortung solcher Fragezeichen des innern Lebens. Wenn dies
                    verborgene Werk in uns stillsteht, dann ist auch die Frömmigkeit tot, mag
                    sie nach außen noch so sicher und gesalbt sein. – Wenn das
                    Frömmigkeit ist – und ich denke, eure Erfahrung wird mir darin recht
                    geben –, dann gehört es aber auch zur Frömmigkeit, dass man die
                    Fragezeichen des innern Lebens sieht und sehen will.</p>
                
                <p> <pb rend="noPipe" xml:id="p231" ed="pga"/> In <term type="Sachen" key="Advent">der</term> Advents- und <term type="Sachen" key="Weihnachten">Weihnachtszeit</term> freuen wir uns der
                    Tatsache, dass Gott kommt. Als die Zeit erfüllet war, hat er den Menschen
                    Jesus geschickt [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Gal.4.4">Gal. 4,4</ref>], damit die andern in ihm sähen ein für allemal den <term type="Sachen" key="Gott, Ernst">Ernst</term> und die Freundlichkeit
                        <term type="Sachen" key="Gott, Freundlichkeit">Gottes</term>. Und wenn
                    die Zeit erfüllet ist, kommt Gott zu jedem von uns, Einlaß fordernd bei
                    jedem in seiner Weise. Und immer ist’s Gott in seiner ganzen <term type="Sachen" key="Gott, Fülle">Fülle</term>, der Herr der <term type="Sachen" key="Gott, Herr der Welt">Welt</term> und der <term type="Sachen" key="Gott, Herr der Herzen">Herzen</term>, der die Seinen
                    kennt [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="2.Tim.2.19">2.Tim. 2,19</ref>]
                    und in dem sie leben, weben und sind [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Act.17.28">Act. 17,28</ref>], ehe sie von seinem Namen wissen. Ja,
                    ist’s denn nicht <pb ed="A" rend="hidden" n="3"/> erstaunlich, wenn wir
                    von diesem Gott singen:</p>
                    <q rend="block">
                        <lg>
                            <l>Wie soll ich dich empfangen</l>
                            <l>Und wie begegn’ ich dir?<note xml:id="n01">Im
                                    Gottesdienst gesungenes Lied (s. unten, Lieder).</note>
                            </l>
                        </lg>
                    </q>
                <p rend="noindent">Kann denn davon überhaupt die Rede sein, dass wir im Stande
                    sind, irgend etwas zu tun Gott gegenüber, und wäre es nur ein
                    Augenaufschlagen, um ihn zu empfangen? Unser kleiner <term type="Sachen" key="Mensch, Wille">Wille</term>, unser kleines Ja- und Neinsagen
                    bedeutet doch gar nichts dem großen Gott gegenüber. Wenn Gott einen Menschen
                    haben will, so hat er ihn. Der Prophet <persName ref="kbga-actors-2147">Amos</persName> hat diese Erkenntnis einmal kurz und bündig so
                    ausgesprochen:</p>
                <p>Hat der Löwe gebrüllt – wer sollte sich da nicht fürchten?</p>
                <p>Hat der Herr Jahwe geredet – wer müsste da nicht weissagen? [<ref type="can" subtype="bible" target="Am.3.8">Am. 3,8</ref>]</p>
                <p rend="margin-top">Und es ist wahrlich mehr als historische Pietät, wenn wir
                    bewundernd aufsehen zu Johannes <persName ref="kbga-actors-77">Calvin</persName>, der einst an dieser Stätte und in seinem ganzen
                    Lebenswerk den tiefen Gedanken der ewigen und absoluten <term type="Sachen" key="Prädestination">Vorherbestimmung</term> vertreten hat.<note xml:id="n02">Die Predigtstätte der deutschsprachigen Genfer
                        Gemeinde befand sich seit 1903 neben der großen Kirche St. Pierre im
                        Temple de <term type="Sachen" key="Genf, Temple de l’Auditoire">l’Auditoire</term>, der einst der Hörsaal für Calvins
                        Vortrag seiner Bibelauslegungen war; vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-179">O.Br. 1909–1935, <ref type="pub-" target="../volume/35/p003#p003">S. 3</ref></bibl>.
                        – Calvins zentrale Darlegung der Prädestinationslehre findet sich
                        in <bibl corresp="kbga-bibls-16">Inst. III,21</bibl>. In seiner Calvin-Vorlesung von 1922 hob Barth auch
                        Ausführungen aus der Institutio von 1536 und dem Genfer <term type="Sachen" key="Katechismus, Genfer">Katechismus</term> von 1537
                        hervor; vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-33">Th.Calvins, <ref type="pub-" target="../volume/23/p238#p238">S. 238–243</ref>. <ref type="pub-" target="vol-23/p371#p371">371–373</ref></bibl>.</note> Wir
                    mögen wohl schaudern vor der Härte des Gedankens, aber wir kommen nicht
                    darum herum: Gott allein die Ehre.<note xml:id="n03">In der
                        lateinischen Form «Soli Deo <term type="Sachen" key="Soli Deo gloria">gloria»</term> ein besonders mit <persName ref="kbga-actors-77">Calvin</persName> und seiner Theologie in
                        Verbindung gebrachtes Motto der Reformation.</note> Und wir wollen uns
                    hüten, Wasser in diesen Wein zu <pb xml:id="p232" ed="pga"/> schütten, unsre <term type="Sachen" key="Gefühle">Gefühle</term> und <term type="Sachen" key="Stimmungen">Stimmungen</term> in die Herbigkeit dieses
                    Grundgedankens aller ernsthaften <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term>.</p>
                <p>Gott allein die Ehre! Und nun trotzdem: <hi rend="italic">Horch, man ruft! Bahnet in der
                        Wüste den Weg des Herrn, ebnet in der Steppe eine Straße für unsern
                        Gott!</hi> Wir <term type="Sachen" key="Menschen, Gottes Wegbereiter">Menschen</term> Gottes Wegbereiter! Und wir spüren Alle, dass auch
                    dieser Gedanke unentbehrlich ist für eine ernsthafte <pb ed="A" rend="hidden" n="4"/> Frömmigkeit. Wir selbst müssen aufs Lebhafteste beteiligt sein,
                    wenn das große verborgene <term type="Sachen" key="Leben, verborgenes">Leben</term> in uns erwachen soll. Alles von außen Aufgezwungene ist
                    auf diesem Gebiet gefälschte und untaugliche Ware. Aber wie kann das wieder
                    mit der Erkenntnis zusammen bestehen, dass Gott allein Alles tut? Das war
                    jahrhundertelang eine theologische Doktorfrage, meine Freunde. Aber in den
                    Doktorfragen stecken eben oft verborgen die großen Lebensfragen, die nicht
                    im Streit der Schulen und Richtungen gelöst werden, sondern im heimlichen
                    Suchen und Ringen der tiefen und ernsten Menschen vor sich selbst und vor
                    Gott. Und hier steckt in der Doktorfrage die Lebensfrage. Ich spreche sie
                    noch einmal mit den Worten des <persName ref="kbga-actors-131">Paul Gerhardt</persName><note xml:id="n04">
                            <persName ref="kbga-actors-131">Paul Gerhardt</persName>
                        (1607–1676), lutherischer Theologe und Liederdichter.</note> aus:</p>
                    <q rend="block">
                        <lg>
                            <l>Wie soll <hi rend="italic">ich dich</hi> empfangen?</l>
                        </lg>
                    </q>
                <p rend="noindent">
                        <hi rend="italic">Ich</hi>, der Mensch, <hi rend="italic">dich</hi>, Gott! Und
                    wir wollen sehen, ob wir eine Antwort finden.</p>
                <div>
                    <head>I</head>
                    <p rend="noindent">Die <term type="Sachen" key="Wahrheit">Wahrheit</term>
                        wird uns vielfach schon dadurch deutlich, dass wir lernen, den <term type="Sachen" key="Irrtum">Irrtum</term> scharf und genau ins Auge
                        fassen. Vielleicht dringen wir tiefer ein in das Geheimnis der Frage:
                        wie soll ich dich empfangen?, wenn wir uns zuerst darüber verständigen,
                        wie wir das «empfangen» <hi rend="italic">nicht</hi> fertigbringen. Kurz gesagt,
                        wenn wir auf Gott warten und auf seinen Einzug in unser Innerstes, so
                        handelt es sich dabei <pb ed="A" rend="hidden" n="5"/> um etwas, wobei von
                        «Fertigbringen» unsrerseits in keiner Weise die Rede sein kann. <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> und <persName ref="kbga-actors-14">Augustin</persName> und <persName ref="kbga-actors-77">Calvin</persName> haben ganz recht gesehen: Wer
                        etwas zu sagen weiß vom Walten des lebendigen <term type="Sachen" key="Gott, lebendiger">Gottes</term> in seinem Innern, der kann dies
                        Walten als nichts Anderes empfinden denn als das unverdiente Geschenk
                        einer unbegreiflichen <term type="Sachen" key="Gnade, Gottes G.">Gnade</term>. Al<pb xml:id="p233" ed="pga" break="no"/>ler Irrtum und aller Unfug
                        in <term type="Sachen" key="Religion, Irrtum und Unfug">Religionssachen</term> sind davon gekommen, dass man immer wieder
                        gemeint hat und noch meint, diese Unbegreiflichkeit <term type="Sachen" key="Gott, Unbegreiflichkeit">Gottes</term> eskamotieren oder doch
                        abschwächen zu müssen. Die katholische <term type="Sachen" key="Kirche, römisch-katholische">Kirche</term> mit jeder einzelnen
                        ihrer Lehren und Einrichtungen ist ein riesiges Beispiel für diese Art.
                        Sie ist ja nichts Anderes als eine ungeheure Anstalt zur normalen
                        Regelung des Verkehrs zwischen <term type="Sachen" key="Gott, und Mensch">Gott</term> und Mensch. Du, Mensch, hast das
                        und das zu glauben, für wahr anzunehmen und das und das zu tun, fertig
                        zu bringen, dann bringe ich, Gott, es meinerseits fertig, dich selig und
                        glücklich zu machen. Der Gott, mit dem man solche <term type="Sachen" key="Gott, Vertragspartner des Menschen">Verträge</term> abschließen
                        kann, ist freilich kein unbegreiflicher Gott. Da ist Alles verständlich
                        und anschaulich, und es kann uns gar nicht wundernehmen, dass man dort
                        immer wieder das Bedürfnis hat, diesen Gott auch leibhaftig anschaulich
                        zu machen: im Sakrament des <term type="Sachen" key="Katholizismus, Altarssakrament">Altars</term>, im <term type="Sachen" key="Priester, katholischer">Priester</term>, in den
                        Christus- und <term type="Sachen" key="Bilder">Heiligenbildern</term>,
                        in all den unzähligen heiligen Dingen und Bräuchen. Die Frage: wie soll
                        ich dich empfangen? löst sich dort ziemlich einfach: Nimm Alles das an,
                        glaube das Alles, tu das Alles, und die <pb ed="A" rend="hidden" n="6"/>
                        Seligkeit ist dir gewiss. Aber es ist ganz unangebracht, deswegen ein
                        aufgeklärtes Lächeln über die katholische <term type="Sachen" key="Theologie, katholische">Lehre</term> und <term type="Sachen" key="Frömmigkeit, katholische">Frömmigkeit</term> aufzusetzen.
                        Erstens, weil das innere Leben vieler katholischer <term type="Sachen" key="Christen, katholische">Christen</term>, ohne dass sie es sich
                        selbst eingestehen, weit hinausgeschritten ist über solche
                        vertragsmäßige Gottesverehrung. Zweitens, weil unser eigenes <term type="Sachen" key="Christentum, evangelisches">Christentum</term>
                        immer noch recht sehr erfüllt ist, wenn nicht von den Gedanken, so doch
                        von der Stimmung und von der heimlichen Praxis der katholischen Lehre.
                        Und zwar da am meisten, wo das [brutale]<note type="textcritical" n="a" xml:id="na"> Nachträglich mit Bleistift in das Mskr. eingefügte eckige
                                Klammern.</note>
                         Gemunkel von <term type="Sachen" key="Freisinn">Freisinn</term>
                        und <term type="Sachen" key="Aufklärung">Aufklärung</term> am lautesten
                        ist.</p>
                    <p> Sehen wir einmal ab von allem Inhalt der <term type="Sachen" key="Theologie, katholische">katholischen</term> und
                        protestantischen <term type="Sachen" key="Theologie, protestantische">Lehre</term>. Jedenfalls herrscht hüben so gut wie drüben in
                        weitesten Kreisen die Vorstellung, der Mensch fange an, fromm oder
                        gläubig zu werden, wenn er es dazu bringe, diese Lehren anzunehmen, für
                        wahr zu halten. Er ist vielleicht durch Krankheit und Not oder durch
                        sein nahes Lebensende in innere Verwirrung gekommen, oder es hat irgend
                        ein Ereignis oder eigenes Nachdenken in ihm den Hunger und Durst nach
                        Höherem geweckt. Kurzum, er ist vor die Lebens<pb xml:id="p234" ed="pga" break="no"/><term type="Sachen" key="Lebensfrage">frage</term> gestellt: Wie soll
                        ich dich empfangen?, und es ist ihm ernst damit. Und nun wird ihm
                        gesagt, er möge sich einen innern Ruck geben und sich zu der Annahme
                        entschließen, dass Gott wirklich da sei, dass Christus auf Erden
                        gekommen, <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod">gestorben</term>
                        und <term type="Sachen" key="Auferstehung, Jesu Christi">auferstanden</term> sei und dass das Alles seine <term type="Sachen" key="Erlösung">Erlösung</term> bedeute, wenn
                        er’s nur gläubig annehmen wolle. Du möchtest mir vielleicht ins
                        Wort fallen und mir <pb ed="A" rend="hidden" n="7"/> vorhalten, das seien die
                        fatalen <term type="Sachen" key="Orthodoxie, protestantische">Orthodoxen</term>, die’s so machten. Da hast du ganz recht.
                        Es ist der einzige, aber schwere Vorwurf, den man dieser Richtung machen
                        muss, dass für sie der rechte Christenglaube auf allerlei Umwegen immer
                        wieder in der Zustimmung zu einer Lehre besteht, und damit ist sie ohne
                        Zweifel unterwegs nach <term type="Sachen" key="Katholizismus">Rom</term>. Aber unterdessen wollen wir Andern einmal hübsch vor
                        unsrer eigenen Türe kehren. Der Gottesglaube, zu dessen Annahme man sich
                        in solcher Weise entschließt, kommt auch im liberalen Mäntelchen vor.
                        Der angebliche religiöse <term type="Sachen" key="Fortschritt, religiöser">Fortschritt</term> besteht dann darin,
                        dass man von der Lehre der <term type="Sachen" key="Theologie, protestantisch-orthodoxe">Orthodoxie</term>
                        subtrahiert, was einem unbequem ist, z. B. so unbequeme Dinge wie <term type="Sachen" key="Sünde">Sünde</term>, <term type="Sachen" key="Gericht, Jüngstes">Gericht</term> und <term type="Sachen" key="Tod">Tod</term>. Und dann besteht eben der Christenglaube in
                        der Zustimmung zum Resultat dieses Rechenexempels. Ich kann’s den
                        Orthodoxen oder denen, die man so nennt, nicht verargen, wenn ihnen ein
                        solches <term type="Sachen" key="Christentum, verwässertes">Christentum</term> wässerig vorkommt. |</p>
                    <p>Und der Gottesglaube, den man sich so durch einen angeblich gläubigen
                        Entschluss aneignet, hat noch ganz andre Mäntelchen. Er kommt in
                        allerlei <term type="Sachen" key="Religion">Religionen</term> und <term type="Sachen" key="Religiönchen">Religiönchen</term> vor, die mit
                            <anchor type="note" xml:id="fn-b"/>dem Worte<note type="textcritical" n="b" xml:id="nb" target="fn-b"> Nachträglich mit Bleistift eingefügt.</note>
                         Frei- anfangen und damit sagen wollen, dass sie ohne den lieben
                        Gott auskommen wollen. Seht einmal genau hin. Gott heißt dort vielleicht
                        Freiheit, Tugend, Unsterblichkeit, oder er heißt das Schöne, Wahre,
                            Gute.<note xml:id="n05">Anspielung auf die weit
                            verbreitete, verkürzte Aufnahme zentraler Begriffe der <persName ref="kbga-actors-322">Platonischen</persName> Ideenlehre zur
                            näheren Beschreibung der göttlichen Sphäre; vgl. oben,
                            <ref type="pub" target="../volume/53/p140#fn_n03">S. 140, Anm. 3</ref>.</note> Aber
                        die Antwort auf die Frage: wie kommt man zu diesen trefflichen Dingen?
                        ist immer dieselbe: man entschließt sich eben, sie als wahr anzunehmen,
                        man erklärt sich einverstanden damit, womöglich durch eine <pb ed="A" rend="hidden" n="8"/> Beitrittserklärung auf vorgedruckter
                        Postkarte. Immer ist das Empfangen Gottes ein Entschluss des gläu<pb xml:id="p235" ed="pga" break="no"/>bigen und rechtschaffenen Menschen. Beim einen
                        besteht dann die <term type="Sachen" key="Religion">Religion</term>, die
                        so zustande gebracht wird, in der Zustimmung zu einer umfangreichen
                            <term type="Sachen" key="Dogmatik">Dogmatik</term>, und beim andern
                        wenigstens in der Erklärung, dass er nichts gegen den Herrgott habe. Was
                        sie <term type="Sachen" key="Glaube">Glauben</term> nennen, ist bei
                        allen im Grunde dasselbe, der Glaube ist eben eine respektable Leistung
                        des <term type="Sachen" key="Glaube, Leistung des Menschen">Menschen</term>. Mein verehrter theologischer Lehrer, Professor
                        <persName ref="kbga-actors-181">Herrmann</persName><note xml:id="n06">
                                <persName ref="kbga-actors-181">Wilhelm Herrmann</persName> (1846–1922), seit
                            1879 Professor für Systematische Theologie in Marburg. –
                            Barth war zum Sommersemester 1908 vor allem wegen Herrmann nach
                            Marburg gegangen.</note> in <placeName ref="kbga-places-41">Marburg</placeName>,
                        pflegte allen derartigen Glauben als «<term type="Sachen" key="Götzendienst">Götzendienst</term>» zu bezeichnen.<note xml:id="n07">Vgl. schon <bibl corresp="kbga-bibls-1792">
                                    <persName ref="kbga-actors-181">W. Herrmann</persName>, <hi rend="italic">Die Religion
                                im Verhältniß zum Welterkennen und zur Sittlichkeit. Eine
                                Grundlegung der systematischen Theologie</hi>, Halle 1879,
                            S. 7f.</bibl>: «Ein religiöser Glaube […] wird als solcher [=
                            Aberglaube] erkannt und bezeichnet, wenn auf niederen Bildungsstufen
                            die sittlich indifferente Furcht oder Hoffnung des Menschen seiner
                            Phantasie den Antrieb verleiht, die sinnliche Welt zu verdoppeln.
                            Man sollte nun auch gegen das Uebernatürliche der Metaphysik, wenn
                            es als Gegenstand des religiösen Glaubens sich darbietet, dieselbe
                            Gerechtigkeit üben. Falls eine sittlich indifferente Logik uns
                            zwingt, den Gedanken des absoluten Geistes zu vollziehen, so ist die
                            religiöse Verehrung dieses Geistes um nichts besser als irgend ein
                            anderer Naturdienst. […] Wenn aber dem Objecte des Glaubens
                            die Würde fehlt, die das Gewissen des Menschen trifft und ihn als
                            sittliches Wesen ebenso niederbeugt wie erhebt, so ist es ein Götze.
                            Ich kann nicht sehen, was es unter diesem Gesichtspunkte für einen
                            Unterschied machen soll, ob eine kindliche Phantasie den Götzen
                            gebildet hat oder ein hochentwickeltes Denken.»</note> Das mag etwas
                        grob sein, aber es ist richtig, denn es ist in der Tat ein
                        selbstgemachter <term type="Sachen" key="Glaube, selbstgemachter">Glaube</term> an einen selbstgemachten Gott.</p>
                    <p>Und um solch selbstgemachten Glauben kennen zu lernen, brauchen wir sogar
                        gar nicht erst zu den kirchlichen und unkirchlichen <term type="Sachen" key="Kirche, Parteien">Parteien</term> und Bestrebungen zu gehen.
                        Ich glaube, es ist gar keines unter uns, das nicht an der religiösen
                        Krankheit laborierte, dass wir oft in der besten Absicht uns einen Gott
                        nach unserm Bilde, nach unsern Wünschen und Bedürfnissen zurechtmachen.
                        Den Verkehr mit diesem selbstgemachten Gott nennen wir dann <term type="Sachen" key="Religion">Religion</term>, und wenn wir, wie das
                        nicht anders sein kann, früher oder später davon enttäuscht werden, dann
                        kehren wir ihm wieder den Rücken, eigenmächtig, wie wir uns eigenmächtig
                        ihm zugewandt hatten, und meinen wohl gar noch, wir könnten damit dem
                        großen, <term type="Sachen" key="Gott, lebendiger">lebendigen</term>
                        Gott selbst aus der <pb xml:id="p236" ed="pga"/> Schule laufen. Der
                        Kirchenvater <persName ref="kbga-actors-798">Tertullian</persName>
                        hat einmal gesagt, die <term type="Sachen" key="Seele">Menschenseele</term> sei von Natur eine Christin.<note xml:id="n08">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-2479">
                                    <persName ref="kbga-actors-798">Tertullian</persName>,
                                <hi rend="italic">Apologeticum</hi> 17,6</bibl>: «O testimonium animae
                            naturaliter Christianae! Denique pronuntians haec non ad Capitolium,
                            sed ad caelum respicit. Novit enim sedem dei vivi; ab illo, et inde
                            descendit.» («O Zeugnis der Seele, die von Natur Christin ist!
                            Endlich, wenn sie dergleichen spricht, so blickt sie nicht nach dem
                            Kapitol, sondern zum Himmel; sie kennt nämlich den Sitz des
                            lebendigen Gottes, von ihm und von dort ist sie ja auch
                            herniedergestiegen» [Übersetzung: K. A. H. Kellner]).</note> Ich
                        setze hinter diese Behauptung <pb ed="A" rend="hidden" n="9"/> ein großes
                        Fragezeichen. Aber so viel ist sicher, dass die Menschenseele von Natur
                        eine Katholikin ist, dass wir alle von Natur den Hang haben, wenn die
                        große Frage: wie soll ich dich empfangen? an uns herantritt, den
                        einfachen und bequemen Weg einzuschlagen, dass wir uns an die frommen
                        Gedanken Anderer, an irgend eine gute oder schlechte <term type="Sachen" key="Theologie">Theologie</term> oder auch an irgend ein Schlagwort
                        anklammern. Ein Mann, mit dem ich diese Woche redete, brauchte für diese
                        Art Religion den sehr treffenden Ausdruck: «von der Gnade Anderer
                        leben». Und damit meinen wir dann, Gott selbst erfasst zu haben, und
                        glauben, das Recht zu haben, allerlei Gutes und Nützliches, was wir im
                        Leben gerade brauchen, von ihm fordern zu dürfen.</p>
                    <p>Täuschen wir uns nicht, meine Freunde, wir bewegen uns in einer
                        großartigen Illusion, wenn wir’s so machen. Wer etwas davon weiß,
                        was wirkliches Gebet ist, der weiß davon zu sagen, wie oft wir uns beim
                            <term type="Sachen" key="Gebet">Beten</term> hilflos im Kreis herum
                        bewegen. Wir meinen zu Gott zu reden, und wir bekommen keine Antwort.
                        Der verborgene Trugschluss, der uns dabei neckt, besteht dann immer
                        darin, dass wir wohl mit den Lippen oder mit den Gedanken Gott suchen,
                        in Wirklichkeit aber uns selbst. Ich möchte solche <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term> mit einem ausgestopften Fell
                        vergleichen. Es fehlt vielleicht gar nichts daran: Glieder und Ohren und
                        Klauen und sogar gläserne Augen von täuschender Ähnlichkeit. Es fehlt
                        nur gerade die Hauptsache, das lebendige Wesen, das einmal in dem Allen
                        gesteckt ist. <pb ed="A" rend="hidden" n="10"/> Und weil die Hauptsache
                        fehlt, ist das Ding kein lebendiges Wesen, obwohl es auf die Entfernung
                        gesehen so aussieht, sondern ein toter <term type="Sachen" key="Frömmigkeit, tote">Balg</term>, der nur in einem Museum oder
                        als Wanddekoration einen Sinn hat. So ist alle Frömmigkeit, die wir
                        durch Beitrittserklärung und Zustimmung fertig zu bringen meinen, keine
                        Frömmigkeit, mag sie sich so oder anders drapieren. Und <pb xml:id="p237" ed="pga"/> sie tut uns die Pforte des Lebens nicht auf, sie führt
                        uns nicht zu Gott, so wenig der berühmte Freiherr von <persName ref="kbga-actors-9191">Münchhausen</persName>
                        sich selbst an seinem Zopf aus dem Sumpf gezogen hat.<note xml:id="n09">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2575">
                                    <persName ref="kbga-actors-6404">G. A. Bürger</persName>, <hi rend="italic">Wunderbare
                                Reise zu Wasser und Lande, Feldzüge und lustige Abenteuer des
                                Freiherrn von Münchhausen, wie er dieselben bei der Flasche im
                                Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt</hi>,
                            (Erstdruck: 1786) Frankfurt/Main 1976, S. 53f.</bibl>: «Ein andres
                            Mal wollte ich über einen Morast setzen, der mir anfänglich nicht so
                            breit vorkam, als ich ihn fand, da ich mitten im Sprunge war.
                            Schwebend in der Luft wendete ich daher wieder um, wo ich
                            hergekommen war, um einen größern Anlauf zu nehmen. Gleichwohl
                            sprang ich auch zum zweiten Male noch zu kurz und fiel nicht weit
                            vom andern Ufer bis an den Hals in den Morast. Hier hätte ich
                            unfehlbar umkommen müssen, wenn nicht die Stärke meines eigenen
                            Armes mich an meinem eigenen Haarzopfe, samt dem Pferde, welches ich
                            fest zwischen meine Knie schloß, wieder herausgezogen hätte.»</note>
                        Machen wir uns nur klar, dass wir alle solche Münchhausens sind, die
                        alle Tage Ähnliches probieren. Vielleicht merken wir dann, dass dem
                        Herrn den Weg bereiten, etwas Anderes bedeutet.</p>
                </div>
                <div>
                    <head>II</head>
                    <p rend="noindent">Wir haben am Anfang unsres heutigen Gottesdienstes die
                        Erzählung des Lukasevangeliums vom Auftreten <persName ref="kbga-actors-2206">Johannes des Täufers</persName> gelesen
                        [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.3.1 Lk.3.18">Lk. 3,1–18</ref>], und ihr habt hören können, wie dort unser
                        Textwort aus dem Buch Jesaja zitiert ist als Weissagung auf die Predigt
                        jenes merkwürdigen Mannes, der Jesu vorausging, ihm den Weg zu bereiten.
                        Wir lesen heutzutage das Alte <term type="Sachen" key="Altes Testament">Testament</term> mit etwas andern Augen, auch jene Stelle aus dem
                        Propheten. Nach dem Zusammenhang, in dem<note type="textcritical" n="c" xml:id="nc"> Mskr.: «der»; von den Hrsg. korrigiert.</note>
                         sie steht, haben wir Anlass anzunehmen, dass es sich ursprünglich
                        um die durch Gottes mächtige Hand bewirkte Rückkehr des israelitischen
                            <term type="Sachen" key="Israel (Volk)">Volkes</term> aus der
                        Verbannung <pb ed="A" rend="hidden" n="11"/> in <placeName ref="kbga-places-1129">Babylonien</placeName> nach <placeName ref="kbga-places-871">Palästina</placeName> gehandelt habe. Das Volk wartet auf
                        seinen Gott, der es trösten und heimführen soll, und in diese Erwartung
                        hinein ruft der Prophet<note type="textcritical" n="d" xml:id="nd"> Im Mskr. folgte ursprünglich ein mit Bleistift gestrichener
                                Einschub: «[– nicht <persName ref="kbga-actors-2204">Jesaja</persName> selbst übrigens, der bekanntlich 20­0 Jahre
                                früher lebte –]».</note>
                         seine Mahnung: Bahnet in der Wüste den Weg des Herrn…
                        Unsre <pb xml:id="p238" ed="pga"/> Vorstellung von Weissagung ist eine etwas
                        andere geworden als die der ersten Christen, zu denen z. B. der
                        Evangelist <persName ref="kbga-actors-1745">Lukas</persName>
                        gehörte. Aber wir werden uns sagen müssen, dass sie trotzdem ein feines
                        Gefühl gehabt haben für ähnliche Situationen, wenn sie die Bußpredigt
                        des <persName ref="kbga-actors-2206">Johannes</persName> in
                        Vergleich stellten mit jener Mahnung des Propheten. Es handelte sich
                        hier und dort um das Kommen Gottes zu seinem Volk und hier und dort um
                        die Forderung: Bereitet euch, ihr Menschen, den Herrn würdig zu
                        empfangen! Und ich meine weiter, wenn wir heute uns mit der Frage
                        beschäftigen: wie soll ich dich empfangen? und mit der Mahnung: bereitet
                        dem Herrn den Weg, so tun wir gut, dem Beispiel des Neuen <term type="Sachen" key="Neues Testament">Testamentes</term> zu folgen und
                        uns von der Person und Predigt des Johannes den Kommentar zu jener Frage
                        und zu dieser Mahnung geben zu lassen. Nicht weil das so alte Gewohnheit
                        ist in der christlichen <term type="Sachen" key="Kirche, christliche">Kirche</term>, sondern weil es der Sache <term type="Sachen" key="Neues Testament, kommentiert das Alte Testament">entspricht</term>.</p>
                    <p>Denn auch Johannes hat dort ein Volk vor sich gehabt, das sich mit dieser
                        Frage beschäftigte. Ihr wisst, wie ganz Israel damals auf den Messias
                        wartete. Und dies Volk war auch im Besitz von allerlei Antworten, an
                        deren <pb ed="A" rend="hidden" n="12"/> Richtigkeit die einen zuversichtlich,
                        die andern zweifelnd glaubten. Da waren die <hi rend="italic">orthodoxen</hi><note type="textcritical" n="e" xml:id="ne"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                        <term type="Sachen" key="Pharisäer">Pharisäer</term>, die darauf
                        pochten, dass <persName ref="kbga-actors-444">Abraham</persName> ihr
                        Vater sei [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Joh.8.33">Joh. 8,33</ref>], und die von der strikten Befolgung eines heiligen
                        alten <term type="Sachen" key="Gesetz, mosaisches">Gesetzes</term> das
                        Heil erwarteten. Und da waren die <hi rend="italic">liberalen</hi><note type="textcritical" n="f" xml:id="nf"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                        <term type="Sachen" key="Sadduzäer">Sadduzäer</term>, die sich
                        selbstzufrieden eine aufgeklärtere Religion gemacht hatten. Und zwischen
                        den beiden Extremen bewegte sich ein zahlreiches Volk, mehr dahin oder
                        mehr dorthin neigend, aber alle darin einig, dass man allerlei
                        vorgeschriebene oder selbsterdachte Dinge glauben oder tun müsse, um
                        Gott zu veranlassen, endlich zu erscheinen und in <placeName ref="kbga-places-37">Jerusalem</placeName> sein Reich
                        aufzurichten. Sie dachten alle an Gott und merkten nicht, dass sie an
                        einen selbstgemachten <term type="Sachen" key="Gott, selbstgemachter">Gott</term> dachten. In diese schwüle Atmosphäre ist 
                            <persName ref="kbga-actors-2206">Johannes der Täufer</persName>
                        hineingefahren wie ein Frühlingsgewitter. Der ganzen gläubigen und
                        rechtschaffenen <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term>
                        hat er ein großes «Nicht» entgegengestellt und hat den Menschen gesagt,
                        sie seien dicht vor der größten Katastrophe. Bereitet dem Herrn den Weg!
                        Ja, das wussten sie schon, das wollten sie ja gerade, werden sie unter
                        sich <pb xml:id="p239" ed="pga"/> gebrummelt<note type="textcritical" n="g" xml:id="ng"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                         haben. Und wir hören, wie sie ihn fragen: was sollen wir denn
                        tun? Er hat ihnen eine Antwort gegeben, die sie nicht erwartet hatten:
                        wer zwei Röcke hat, der gebe einen dem, der keinen hat! [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.3.11">Lk. 3,11</ref>], und zu den Zöllnern
                        hat er gesagt: übervorteilt niemanden, nehmt nicht mehr als euch
                        zugehört! [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.3.13">Lk. 3,13</ref>], und zu den Soldaten: Plündert nicht, erpresset nicht,
                        lasst euch begnügen mit eurem Solde! [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.3.14">Lk. 3,14</ref>] Ich vermute, die Leute werden recht
                        lange und enttäuschte Gesichter gemacht haben. Sie hatten gewiss irgend
                            <pb ed="A" rend="hidden" n="13"/> eine neue, verzwickte Lehre über Gott
                        und göttliche Dinge erwartet, der sie beitreten und dann im Besitz der
                        allerneusten Frömmigkeit sein könnten. Und nun war’s etwas so
                        Einfaches, dass es ihnen recht überflüssig vorkommen musste, die
                        Wanderung an den <placeName ref="kbga-places-926">Jordan</placeName>
                        unternommen zu haben, um das zu hören. Ach, immer die alte Geschichte!
                        werden sie geseufzt haben. <term type="Sachen" key="Recht">Recht</term>
                        und <term type="Sachen" key="Gerechtigkeit">Gerechtigkeit</term>, wir
                        kennen das, das haben wir in unsern Synagogen längst gehört.</p>
                    <p>Wollen wir’s auch so machen, meine Freunde? Seht, das scheint mir
                        eine recht merkwürdige und nachdenkliche Sache zu sein, dass Johannes
                        den Leuten dort überhaupt nichts von <term type="Sachen" key="Glaube">Glauben</term>
                        <anchor type="note" xml:id="fn-h"/>und von Gott<note type="textcritical" n="h" xml:id="nh" target="fn-h"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                         gesagt hat, sondern nur die alte bekannte Sache, dass sie recht
                        sein und dass sie Liebe üben sollten. Offenbar ist er der Meinung
                        gewesen, dass die beste Vorbereitung auf das Kommen Gottes die sei, wenn
                        die Gedanken der Menschen von Gott oder von dem, was sie Gott nannten,
                        abgelenkt und einmal gründlich auf sich selbst gelenkt würden.</p>
                    <p>Wenn ich das auf unsre Verhältnisse anwende, so gerate ich <anchor type="note" xml:id="fn-i"/>in Gefahr, bei euch für ketzerisch und unfromm<note type="textcritical" n="i" xml:id="ni" target="fn-i"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                         zu gelten, aber ich tue es trotzdem. Es gibt in der Tat auf die
                        Frage: wie soll ich dich empfangen? nur eine Antwort, und das ist die
                        Antwort <persName ref="kbga-actors-2206">Johannes des Täufers</persName>. Denn selbstverständlich hat er nicht gemeint, dass
                        seine Antwort erschöpft sei mit den Anweisungen, die er dort den
                        einzelnen Ständen gegeben hat. Er hat mit diesen Anweisungen die
                        Menschen aufrütteln wollen aus dem Schlaf der selbstgemachten <term type="Sachen" key="Frömmigkeit, selbstgemachte">Frömmigkeit</term>,
                        er hat ihnen sagen wollen: seid jetzt einmal <hi rend="italic">nicht</hi> fromm,
                        sondern seht stracks hin, ein jeder auf das, was er soll.
                            <hi rend="italic">Soll</hi>, versteht <pb ed="A" rend="hidden" n="14"/> ihr das
                        Wort, meine <pb xml:id="p240" ed="pga"/> Freunde? Sollen heißt nicht, sich
                        entschließen zur Befolgung irgend eines <term type="Sachen" key="Gebote">Gebots</term> oder Gebötleins<note type="textcritical" n="j" xml:id="nj"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>, das von<note type="textcritical" n="k" xml:id="nk"> Mskr.: doppeltes «von» am Zeilenende und -anfang.</note>
                         außen uns angepriesen oder aufoktroyiert<note type="textcritical" n="l" xml:id="nl"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                         wird. Sollen heißt nicht tun, was uns das Nützlichste scheint für
                        unsern äußern Menschen oder das Angenehmste für unsern Geist. Sollen
                        heißt der Wille zu dem einzigen wahrhaftigen <term type="Sachen" key="Gehorsam, wahrhaftiger">Gehorsam</term>, den es gibt, zum
                        Gehorsam gegen das große <term type="Sachen" key="Gesetz, unseres Innern">Gesetz</term> unsres Innern. Was
                        befiehlt mir dies Gesetz? Mein Freund! Wenn du dir diese Frage
                        aufrichtig stellst, dann brauche ich dir sie nicht zu beantworten. Ich
                        müsste so viele Antworten geben als Menschen in diesem Raume sind, und
                        es wären doch nur ungenügende Antworten. Denn jeder hat nur einen, der
                        ihn und das, was ihm besonders nottut, wirklich kennt, und der eine ist
                        er selber. Du selber musst sehen, wo die Täler sind, die erhöht werden,
                        die Berge und Hügel, die niedrig werden müssen, das Höckerige, das zur
                        Ebene, und das Hügelgelände, das zur Talsohle werden muss. Du selber
                        musst erkennen, wo zu addieren ist in deinem Wesen und wo zu
                        subtrahieren, du sollst es, denn du kannst es, und du kannst es, denn du
                        sollst es.<note xml:id="n10">Anspielung auf die Zuordnung
                            von Materie des Gesetzes, freiem Willen und moralischem Gesetz bei
                            <bibl corresp="kbga-bibls-645">
                                    <persName ref="kbga-actors-216">I. Kant</persName>,
                                <hi rend="italic">Kritik der praktischen Vernunft</hi> (1788),
                            Akademie-Ausgabe, Bd. 5, Berlin 1908/13, S. 1–163, bes.
                            S. 29f.; vgl. a.a.O., S. 30</bibl>: «Er urtheilt also, daß er etwas kann,
                            darum weil er sich bewußt ist, daß er es soll, und erkennt in sich
                            die Freiheit, die ihm sonst ohne das moralische Gesetz unbekannt
                            geblieben wäre.»</note> Aber ich rate dir gut, lass bei dieser
                        Arbeit an dir selbst einmal alle schönen und weniger schönen Gedanken
                        über Gott aus dem Spiel. Du erkennst <term type="Sachen" key="Erkenntnis, Gottes">Gott</term> nicht, bevor du dich selbst
                            <term type="Sachen" key="Erkenntnis, Selbsterkenntnis">erkannt</term> hast. Wenn du diese Arbeit als ein Werk der <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term> treibst, dann ist
                        ihr Segen dahin. Frage einmal gar nicht: warum? und wozu?, sondern nur
                        noch was? und wie? Denn es ist immer eine Unwahrhaftigkeit, die sich mit
                        großen Enttäuschungen straft, wenn wir von Gott reden, allerlei für Gott
                        zu tun und allerlei von Gott zu fordern haben meinen, bevor wir Gott
                        erfahren, erlebt, selber erlebt haben.</p>
                    
                        <q rend="block">
                            <lg>
                                <l> <pb rend="noPipe" xml:id="p241" ed="pga"/>
                                    <pb ed="A" rend="hidden" n="15"/> Nur dem Ernst, den reine Mühe
                                    bleichet,</l>
                                <l>Rauscht der Wahrheit tief versteckter Born,</l>
                                <l>Nur des Meißels schwerem Schlag erweichet</l>
                                <l>Sich des Marmors sprödes Korn.<note xml:id="n11">
                                        <bibl corresp="kbga-bibls-2576">Aus Strophe 8 des Gedichts «Das Ideal und das Leben»
                                        von <persName ref="kbga-actors-764">Fr. Schiller</persName> (Erstdruck: 1795; Sämtliche Werke,
                                        München 1962<hi rend="sup">3</hi>, Bd. 1,
                                        S. 201–205, dort S. 203)</bibl>.</note>
                                </l>
                            </lg>
                        </q>
                    <p rend="noindent">Wenn dem <term type="Sachen" key="Gottsuchen">Gottsuchen</term> und der <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term> unsrer Zeit etwas fehlt, so scheint es mir
                        dieser tiefe Ernst des sittlichen <term type="Sachen" key="Gesetz, sittliches">Gesetzes</term> zu sein, wie ihn am Anfang
                        des letzten Jahrhunderts <persName ref="kbga-actors-764">Schiller</persName> gepredigt hat und wie ihn noch früher <persName ref="kbga-actors-216">Kant</persName> ausgesprochen hat
                        in seiner wunderlichen, steifen Sprache: «Es ist überall nichts in der
                        Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne
                        Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter
                            Wille.»<note xml:id="n12">
                                <bibl corresp="kbga-bibls-1309">
                                    <persName ref="kbga-actors-216">I. Kant</persName>, <hi rend="italic">Grundlegung zur
                                Metaphysik der Sitten</hi> (1785), Akademie-Ausgabe, Bd. 4,
                            Berlin 1903/11, S. 385–463, dort S. 393 (i. Orig. mit
                            Hervorhebung von «Wille»)</bibl>.</note> Es ist wie ein weichlich und
                        schlaff machender <term type="Sachen" key="Föhnwind">Föhnwind</term> in
                        unsrer Luft, dass wir <term type="Sachen" key="Religion">Religion</term>
                        und <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">Frömmigkeit</term> haben
                        möchten, bevor wir etwas wissen von jener Beugung unter die Majestät des
                            <anchor type="note" xml:id="fn-m"/>kategorischen Imperativs<note type="textcritical" n="m" xml:id="nm" target="fn-m"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>,<note xml:id="n13">«Kategorischer <term type="Sachen" key="Kategorischer Imperativ">Imperativ»</term> ist die gängige
                            Bezeichnung für das von Kant formulierte «<hi rend="italic">Grundgesetz der
                                reinen praktischen Vernunft</hi>»: «Handle so, daß die Maxime
                            deines Willens jederzeit zugleich als Princip einer allgemeinen
                            Gesetzgebung gelten könne» (<bibl corresp="kbga-bibls-645"><persName ref="kbga-actors-216">Kant</persName>, <hi rend="italic">Kritik der praktischen
                                Vernunft</hi> [Anm. 10], S. 30</bibl>).<term type="Sachen" key="Kategorischer Imperativ"/>
                            </note> dass wir Gott haben
                        möchten, bevor wir uns nach dem <term type="Sachen" key="Gutes / das Gute">Guten</term> gefragt haben, dass wir allerlei
                        Schönes von Christus sagen und uns sagen lassen möchten, bevor wir zu
                        <persName ref="kbga-actors-2206">Johannes dem Täufer</persName> an den <placeName ref="kbga-places-926">Jordan</placeName> gegangen sind.</p>
                    <p>
                            <hi rend="italic">Bahnet in der Wüste den Weg des Herrn! Ebnet in der Steppe eine
                            Straße für unsern Gott!</hi> Und indem ihr’s tut, werdet
                        ihr sehen, dass der <anchor type="note" xml:id="fn-n"/>kategorische Imperativ<note type="textcritical" n="n" xml:id="nn" target="fn-n"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                         mit seinem richtenden, niederdrückenden Ernst nicht das letzte
                        Wort ist. Nicht vorher, wohlverstanden. Aber dann wirst du sehen, was
                        das sagen will, dass die Herrlichkeit des Herrn sich offenbart. Wenn du
                        begonnen hast zu ringen um die <pb xml:id="p242" ed="pga"/> innere <term type="Sachen" key="Wahrhaftigkeit, innere">Wahrhaftigkeit</term> des
                        innern <term type="Sachen" key="Gehorsam, innerer">Gehorsams</term>,
                        dann ist die Straße geebnet und erhöht, auf der Gott bei dir einziehen
                        will. Denn du bist dann eingetreten als Glied in die <pb ed="A" rend="hidden" n="16"/> geheimnisvolle Kette der Menschen, die ein großes Licht
                        gesehen haben [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Jes.9.1">Jes. 9,1</ref>] und darauf <hi rend="italic">zu</hi> wandern Tag und Nacht. Als
                        ein schaffendes Glied und als ein empfangendes Glied. Denn in den
                        Kämpfen und Siegen und Niederlagen dieses <term type="Sachen" key="Gehorsam">Gehorsams</term> wirst du dich, ehe du’s
                        ahnst, getragen fühlen von einer Kraft, die dein Sollen verwandelt in
                        dein Können. Du hörst dann die wundersame Stimme, die dich zu sich ruft:
                        Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch
                        erquicken [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.11.28">Mt. 11,28</ref>].
                        Wer weiß, was Mühsal ist, <hi rend="italic">der</hi><note type="textcritical" n="o" xml:id="no"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                             wird wissen, was das für eine Erquickung ist. Und es
                        leuchtet uns dann etwas auf von der Erkenntnis des <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName>: Sind wir mit Christo gestorben, so
                        glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden [<ref type="can" subtype="bible" target="Röm.6.8">Röm. 6,8</ref>]. Und was wir vorher
                        «Glauben» nannten, das fällt wie mürber Zunder in sich zusammen vor dem
                        unverdienten, unbegreiflichen Geschenk des großen Gottes, der unsre
                            <term type="Sachen" key="Gott, Kraft">Kraft</term> und unsre <term type="Sachen" key="Gott, Befreiung">Befreiung</term> geworden
                        ist.</p>
                        <q rend="block">
                            <lg>
                                <l>Wie soll ich dich empfangen</l>
                                <l>Und wie begegn’ ich dir?<note xml:id="n14">Siehe oben, <ref type="pub" target="#fn_n01">Anm. 1</ref>.</note>
                                </l>
                            </lg>
                        </q>
                    <p rend="noindent">Antwort: Bahnet den <hi rend="italic">Weg</hi> des Herrn! Den
                            <hi rend="italic">Weg</hi>, hast du’s gehört? Dieser Weg ist die <term type="Sachen" key="Wahrhaftigkeit">Wahrhaftigkeit</term> deines
                        innern <term type="Sachen" key="Mensch, innerer">Menschen</term>.
                        Überlass es Gott selbst, dem <term type="Sachen" key="Gott, lebendiger">lebendigen</term>, dem wirklichen Gott, wann und wie er auf diesem
                        Weg bei dir einziehen will. Er <anchor type="note" xml:id="fn-p"/>
                            <hi rend="italic">kann</hi> es
                        tun, denn er ist größer als unser Herz [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Joh.3.20">1.Joh. 3,20</ref>], und er <hi rend="italic">wird</hi> es tun, denn sein <term type="Sachen" key="Gebote">Gebot</term> ist ein Gebot, das <term type="Sachen" key="Verheißung">Verheißung</term> hat. Aber nicht
                            <hi rend="italic">wir</hi> haben <hi rend="italic">ihn</hi> erwählt, sondern <hi rend="italic">er</hi> hat <hi rend="italic">uns</hi><note type="textcritical" n="p" xml:id="np" target="fn-p">Die hervorgehobenen Worte sind im Manuskript jeweils nachträglich mit Bleistift unterstrichen.</note>
                             erwählt [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.15.16">Joh. 15,16</ref>].</p>
                        </div>  
                        <div type="closer">
                                <salute>Amen.</salute>
                </div>

                <div type="songs">
                    <head>Lieder:</head>
                        <listBibl type="songs" rend="simple">
                            <bibl type="song" corresp="kbga-songs-131">Nr. 85: «Macht hoch die Tür» von <persName ref="kbga-actors-1415">G. Weißel</persName>, Strophen
                                1–2 (RG 363; EG 1).</bibl>
                            <bibl type="song" corresp="kbga-songs-64">Nr. 90: «Wie soll ich dich empfangen» von <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName>,
                                Strophen 1–3 und 6–8 (RG 367; EG 11).</bibl>
                        </listBibl>
                    </div>
                </div>

            </div>
        </body>
    </text>
</TEI>
