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      <titleStmt>
        <title type="volume" n="vol-53">Predigten 1907–1910</title>
        <title type="formal">Predigt Nr. 10</title>
        <title type="content">Predigt: Genesis 1,1</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Genesis 1,1, 6. September 1908</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/53012 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1907–1910, hrsg. v. Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2018, S. .</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
        </availability>
        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/53012</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1907–1910</title>
          <title type="text">Predigt Nr. 10: Predigt: Genesis 1,1</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2018</date>
          <!--position within a volume-->
          <biblScope unit="part">12</biblScope>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Gen 1,1, 6. September 1908. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1453">KBA 988</ref>. </bibl>
        <!-- we should provide more types: <bibl type="not-found-in-kba"></bibl> <bibl type="not-in-kba"></bibl>  -->
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        <date type="creation" when="1908-09-06">6. September 1908</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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          <term>sermon</term>
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                <div type="opener">
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                    <idno>10</idno>
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                        <placeName ref="kbga-places-1296">
                            <hi rend="italic">Miécourt</hi></placeName> und
                                <placeName ref="kbga-places-1117">
                            <hi rend="italic">Bonfol</hi></placeName>, <date when="1908-09-06">Sonntag, den
                            6. September 1908</date><note xml:id="n01">Das Dorf Bonfol liegt
                                ca. 12 km nordöstlich von <placeName ref="kbga-places-292">Pruntrut /
                                Porrentruy</placeName> und beherbergt wie Miécourt / Mieschdorf eine
                                Filialgemeinde der reformierten Kirche von Pruntrut.</note> <date rend="right">(12.
                            nach Trinitatis)</date>
                    </dateline>
                    <epigraph>
                        <cit>
                            <ref type="can" subtype="bible" target="Gen.1.1">Genesis 1,1</ref>
                      
                            <quote>
                                <hi rend="italic" resp="kb">Im Anfang schuf Gott Himmel und
                                    Erde.</hi>
                            </quote>
                        </cit>
                    </epigraph>
               
                    <salute>Liebe Freunde!</salute>
                </div>
                <div type="main">
                    <div>
                    <p> Das erste Wort der <term type="Sachen" key="Bibel">Bibel</term>, das ich
                    soeben vorgelesen habe, ist ein <hi rend="italic">Wort des Glaubens</hi>. Diejenigen
                    Menschen, denen Gott aus einem leeren Wort zum Inhalt ihres Lebens geworden,
                    erfahren und bezeugen es, dass die unendlich mannigfaltige äußere
                    Wirklichkeit, in die sie als Menschen hineingestellt sind, vom Milliarden
                    Kilometer entfernten Gestirn des Himmels bis zum kleinsten Pflänzchen unsres
                    Feldes, von den Ge<pb ed="A" rend="hidden" n="2"/>schicken der Menschheit und
                    ihrer Völker bis zu den feinsten, unbewussten Regungen ihres eigenen
                    Herzens, geworden ist durch <term type="Sachen" key="Gott, allmächtiger Schöpfer">Gottes</term> allmächtigen
                    Schöpferwillen, der sie hervorgerufen aus dem Nichts. Für die Menschen, die
                    Gott <hi rend="italic">nicht</hi> erlebt haben, sind diese Gedanken notwendig sinnlos.
                    Sie können in Himmel und Erde oder, wie wir sagen würden: in der <term type="Sachen" key="Welt">Welt</term> nichts Anderes finden als einen
                    endlosen Zusammenhang der Ursachen und ihrer Wirkungen, eine große <term type="Sachen" key="Welt, Uhrwerk">Uhr</term>, um mit dem oft gebrauchten
                    Gleichnis zu reden, die nach ihrem bestimmten Mechanismus abläuft.<note xml:id="n02">Vgl. unter anderem <persName ref="kbga-actors-1374">Johannes Kepler</persName>
                        (1571–1630): «Scopus meus hic est, ut coelestem machinam dicam
                        non esse instar divini animalis, sed instar horologii» (<bibl corresp="kbga-bibls-2511"><persName ref="kbga-actors-1374">J. Kepler</persName>,
                            <hi rend="italic">Brief an Herwart von Hohenburg vom 10.2.1605</hi>, in:
                        ders., <hi rend="italic">Gesammelte Werke</hi>, Bd. 15: <hi rend="italic">Briefe
                            1604–1607</hi>, hrsg. von M. Caspar, München 2005<hi rend="sup">2</hi>, S. 146</bibl>) und <persName ref="kbga-actors-432">Christian Wolff</persName> (1679–1754): «Mundus
                        propemodum se habet ut horologium automaton» (<bibl corresp="kbga-bibls-2512"><persName ref="kbga-actors-1374">ders</persName>, <hi rend="italic">Gesammelte
                            Werke</hi>, Abt. 2: <hi rend="italic">Lateinische Schriften</hi>, Bd. 4:
                            <hi rend="italic">Cosmologia generalis</hi>, hrsg. und bearb. von J. Ecole,
                        Nachdr. Hildesheim 1964 = Frankfurt / Leipzig 1737<hi rend="sup">2</hi>,
                        § 117</bibl>). – Sinnfälligen Ausdruck fand der sogenannte
                        «Uhrenvergleich» in den Großuhren etwa des Doms zu Münster oder des
                        Straßburger Münsters, die neben den Stunden auch Tag, Monat, Jahr und
                        die Planetenstellung anzeigen und mit zeitgenössischen Figuren bestückt
                        sind. Vgl. zum Ganzen <bibl corresp="kbga-bibls-2513">A. Demandt, <hi rend="italic">Die Welt als Uhr</hi>, in: ders.,
                            <hi rend="italic">Zeit und Unzeit. Geschichtsphilosophische Essays</hi>
                        (Historica Minora, Bd. 2), Köln / Weimar / Wien 2002,
                        S. 147–153</bibl>.</note> Warum soll gerade ein Gott <pb xml:id="p081" ed="pga"/> am Anfang stehen? Und von ihren Voraussetzungen aus haben diese Menschen
                    ganz recht. Unser Bewusstsein hat seine bestimmten Schranken, es vermag den
                    Gedanken eines schöpferischen <term type="Sachen" key="Gott, Schöpfer">Gottes</term> niemals zu fassen. Und darum ist die Behauptung: «Im
                    Anfang schuf Gott Himmel <pb ed="A" rend="hidden" n="3"/> und Erde» ein Wort des
                    Glaubens. Nicht eines unbestimmten Ahnens und Fühlens, sondern des Glaubens
                    an einen <term type="Sachen" key="Gott, gerecht">gerechten</term> und
                    barmherzigen <term type="Sachen" key="Gott, Barmherzigkeit">Gott</term>, uns
                    Christen in Jesus offenbar geworden als unser <term type="Sachen" key="Gott, Vater">Vater</term>. Ja, ich möchte sagen, dies Wort ist ein
                        <hi rend="italic">Prüfstein</hi> für jeden von uns, ob unser <term type="Sachen" key="Glaube">Glaube</term> echt ist oder nur etwas äußerlich
                    Angelerntes. Denn auch für den, der das Dasein eines höchsten Wesens für
                    wahr hält, kann diese Behauptung ziemlich belanglos sein. Der Gedanke einer
                    göttlichen <term type="Sachen" key="Schöpfung">Schöpfung</term> kann ihm
                    eine Erklärung des Ursprungs der <term type="Sachen" key="Welt">Welt</term>
                    sein wie andre Erklärungen auch, die er nur darum vorzieht, weil sie ihm
                    wahrscheinlicher ist als manche andre, ohne dass sie<note type="textcritical" n="a" xml:id="na"> Mskr.: «er»; von den Hrsg. korrigiert.</note>
                     ihn tiefer berührt. Wer so denkt, glaubt nicht im Sinne Jesu, sein
                    Weltschöpfer, von dem er redet, ist nicht der Vater Jesu. In Wirklichkeit
                    enthält der <term type="Sachen" key="Glaube, Schöpfungsglaube">Glaube</term>
                    an Gottes Schöpfung <pb ed="A" rend="hidden" n="4"/>
                    <hi rend="italic">die ganze christliche <term type="Sachen" key="Leben, christliche Lebensauffassung">Lebensauffassung</term></hi>. In wenig Wochen feiern wir <term type="Sachen" key="Schweiz, Eidgenössischer Bettag">
                                <hi rend="italic">Bettag</hi></term>.<note xml:id="n03">Der
                        Eidgenössische Dank-, Buß- und Bettag (vgl. oben, <ref type="pub" target="../volume/53/p046#fn-n12">S. 46, Anm. 12</ref>)
                        fiel 1908 auf den 20. September.</note>
                    Ich glaube, dass die Vertiefung in das, was das erste Wort der <term type="Sachen" key="Bibel">Bibel</term> uns zu sagen hat, uns vorbereiten
                    kann, diesen Tag nicht gedankenlos, sondern wirklich als einen Tag der <term type="Sachen" key="Buße">
                                <hi rend="italic">Buße</hi></term>, des <term type="Sachen" key="Gebet">
                                <hi rend="italic">Gebets</hi></term> und des <term type="Sachen" key="Dank">
                                <hi rend="italic">Dankes</hi></term> zu feiern.</p>
                    </div>
                    <div>
                    <head>I</head>
                    <p rend="noindent">Wo ein Mensch das große Glück gehabt hat, Gott als seinen
                        Herrn zu erkennen, dem er gehorchen will und dem er vertraut, da wird es
                        auch nicht an der Überzeugung fehlen, dass Alles durch Gott geworden ist
                        und besteht. Eben die Sicherheit dieser Überzeugung nannte ich einen
                        Prüfstein für unsern <term type="Sachen" key="Glaube, Schöpfungsglaube als Prüfstein">Glauben</term>.</p>
                    
                    <p> <pb rend="noPipe" xml:id="p082" ed="pga"/> <hi rend="italic">Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde</hi>. Gott schuf die Welt
                        der sehbaren, hörbaren, fühlbaren Dinge, die <term type="Sachen" key="Welt">Welt</term> unsrer fünf Sinne, in der wir Alle leben,
                        Gott schuf <pb ed="A" rend="hidden" n="5"/> aber vor Allem uns selber mit
                        unsern guten und bösen Anlagen, mit großen Fähigkeiten und Schwächen,
                        mit der Bestimmung zur Herrschaft über die <term type="Sachen" key="Mensch, dominium terrae">Erde</term> [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Gen.1.26">Gen. 1,26</ref>] und mit dem Los,
                        den Gewalten der <term type="Sachen" key="Natur">Natur</term> zunächst
                        machtlos gegenüberzustehen. Gott <hi rend="italic">schuf</hi> die Welt, daraus
                        folgt für uns vor Allem, dass <hi rend="italic">Gott und Welt nicht dasselbe</hi>
                        sind. Die <term type="Sachen" key="Welt, ist nicht Gott">Welt</term> ist
                        nicht Gott. Wir wollen uns nicht damit aufhalten, von jenen Lehren zu
                        reden, die heutzutage von manchen Gebildeten und von noch mehr
                        Halbgebildeten auch bis ins hinterste Dorf getragen werden, <anchor type="note" xml:id="fn-b"/>jenen Lehren,<note type="textcritical" n="b" xml:id="nb" target="fn-b"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift hinzugefügt.</note>
                         wonach es überhaupt nur Natur und Naturwesen <anchor type="note" xml:id="fn-c"/>geben soll<note type="textcritical" n="c" xml:id="nc" target="fn-c"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt anstelle von:
                                «gibt».</note>, wonach eben diese Natur – und zu ihr gehört auch der
                        Mensch – nichts Anderes <anchor type="note" xml:id="fn-d"/>sein soll<note type="textcritical" n="d" xml:id="nd" target="fn-d"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt anstelle von: «ist».</note>
                         als Gott <term type="Sachen" key="Pantheismus">selbst</term>. Wir
                        wollen hier nicht die Irrtümer Anderer bekämpfen, sondern jene Richtung<note type="textcritical" n="e" xml:id="ne"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt anstelle von:
                                «Sitte».</note>
                         unsres eigenen Denkens und Wollens, <anchor type="note" xml:id="fn-f"/>die uns<note type="textcritical" n="f" xml:id="nf" target="fn-f"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt anstelle von:
                                «das».</note>
                         in unserm täglichen Leben solche Lehren nur zu gerne <anchor type="note" xml:id="fn-g"/>betätigen lässt<note type="textcritical" n="g" xml:id="ng" target="fn-g"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt anstelle von:
                                «betätigt».</note>, vielleicht ohne <anchor type="note" xml:id="fn-h"/>dass wir sie selbst<note type="textcritical" n="h" xml:id="nh" target="fn-h"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt anstelle von:
                                «sie selbst zu».</note>
                         kennen.</p>
                    <p> <pb ed="A" rend="hidden" n="6"/> Gott ist von der <term type="Sachen" key="Gott, unterschieden von der Welt">Welt</term> unterschieden.
                        Wer also Gott seinen Herrn nennt, kann nicht zur selben Zeit in der Welt
                        sein höchstes Gut finden. «Ihr könnt nicht Gott dienen <hi rend="italic">und</hi>
                        dem Mammon» [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.24">Mt. 6,24</ref>
                        par.]. Gott schuf die <term type="Sachen" key="Welt, geschaffen von Gott">Welt</term>: wir können nicht das
                        Geschaffene anbeten neben dem <term type="Sachen" key="Gott, Schöpfer">Schöpfer</term>. Diejenigen, die so handeln, nennt die <term type="Sachen" key="Bibel">Bibel</term>
                        <term type="Sachen" key="Götzendienst">
                                <hi rend="italic">Götzendiener</hi></term>,
                        und sie sieht darin vom ersten Buch Moses bis zur Offenbarung des
                        Johannes das Schlimmste, was ein Mensch tun kann, die <term type="Sachen" key="Sünde">Sünde</term> aller Sünden. Dass wir als
                        Christen nicht der Welt dienen sollen, sondern Gott, das scheint nun
                        Vielen eine bekannte und geläufige Sache zu sein, aber wir tun gut, es
                        etwas genauer zu nehmen. Mancher von denen, die am schnellsten bereit
                        sind, von der Absage an die <term type="Sachen" key="Welt">«Welt»</term>
                        <pb xml:id="p083" ed="pga"/> und die «weltlichen» <term type="Sachen" key="Christen, Absage an die «Welt»">Dinge</term> zu reden, wäre
                        ziemlich verlegen, wenn er uns sagen sollte, was er unter «Welt» und
                        «weltlich» versteht. Man kann Antworten zu hören bekommen wie die:
                        «Welt» <pb ed="A" rend="hidden" n="7"/> ist das Verlangen nach <term type="Sachen" key="Geld">Geld</term>, oder: das unrechte Verlangen
                        nach Geld, oder: die Freude am <term type="Sachen" key="Vergnügen">Vergnügen</term>, oder: die Freude am schlechten <term type="Sachen" key="Vergnügen, schlechtes">Vergnügen</term>. Aber wir
                        haben bei alledem das Gefühl, dass dabei etwas, und zwar die Hauptsache,
                        unklar bleibt. Ist alles Verlangen nach Erwerb unrecht? Wo fängt das
                            <term type="Sachen" key="Unrecht">Unrecht</term> an? Ist irdisches
                            <term type="Sachen" key="Vergnügen, irdisches">Vergnügen</term> an
                        sich schlecht? Was sind schlechte Vergnügen? Das Alles sind schwierige
                        Fragen, die im selteneren Fall eine allgemeine Antwort ermöglichen,
                        gerade vom christlichen Standpunkt aus. Wenn uns aber Jesus vor die
                        Frage stellt: Gott oder <term type="Sachen" key="Entscheidung, Gott oder Welt">Welt?</term>, dann müssen wir
                        klar sehen, worum es sich handelt, ohne Wenn und Aber, denn Alles ist
                        von unserm <term type="Sachen" key="Entscheidung">Entscheid</term>
                        abhängig gemacht. Und da glaube ich, dass wir am besten tun, von allen
                        Spitzfindigkeiten über das, was «weltlich» und «Welt» ist oder nicht
                        ist, zurückzukehren zu dem, was uns unser Textwort so einfach in die
                        Hand gibt: Gott schuf Himmel <pb ed="A" rend="hidden" n="8"/> und Erde. Die
                            <term type="Sachen" key="Welt">Welt</term> umfasst Alles, was von
                        Gott geschaffen ist. Die <term type="Sachen" key="Sünde">Sünde</term>,
                        die uns Alle beherrscht, die einzige, die es gibt, ist, dass irgend
                        etwas aus dem weiten Kreis der geschaffenen Dinge und Wesen unserm
                        innern <term type="Sachen" key="Leben, inneres">Leben</term> wichtiger
                        ist als Gott. Was das im Einzelnen sein mag, musst du mit dir selbst
                        ausmachen. Besinne dich auf dich selbst, und du wirst in der Tiefe
                        deines Herzens etwas finden, das mit Gott konkurriert. Diese Konkurrenz
                        in unserm Innern ist die <term type="Sachen" key="Sünde">Sünde</term>.
                        Gott schuf Himmel und Erde. Liebe Mitchristen, wenn wir uns bewusst
                        sind, was das bedeutet, dann muss uns ein Gefühl aufgehen von unsrer
                            <term type="Sachen" key="Schuld">Schuld</term>, dann gibt es keinen<note type="textcritical" n="i" xml:id="ni"> Mskr.: «einen»; von den Hrsg. korrigiert.</note>
                         Tag in unserm Leben, da wir nicht bekennen müssten:</p>
                        <q rend="block">
                            <lg>
                                <l>Ich hatte mich von dir gewendet</l>
                                <l>Und liebte das geschaffne Licht.<note xml:id="n4">Aus der <bibl type="song" corresp="kbga-songs-68">vierten Strophe des Liedes «Ich will dich
                                        lieben, meine Stärke» von <persName ref="kbga-actors-864">J. Scheffler</persName> (RG 682; EG
                                        400)</bibl>.</note>
                                </l>
                            </lg>
                        </q>
              
                    <p rend="noindent">Ich habe irgend ein Stück Welt außer mir oder in mir Gott
                        und seinem <term type="Sachen" key="Wille Gottes">Willen</term>
                        vorgezogen?! – |</p>
                    
                    <p> <pb rend="noPipe" xml:id="p084" ed="pga"/> Gott <hi rend="italic">schuf</hi> Himmel und Erde. <pb ed="A" rend="hidden" n="9"/>
                        Nicht Himmel und Erde und ihre Güter können unserm <term type="Sachen" key="Welt, Dinge der W. nicht Inhalt des Lebens">Leben</term> Inhalt
                        geben, sondern nur, der sie <term type="Sachen" key="Leben, Inhalt nur von Gott">geschaffen</term>, Gott, der <term type="Sachen" key="Gott, ist Geist">Geist</term> und <term type="Sachen" key="Gott, Wahrheit">Wahrheit</term> ist [vgl. 
                            <ref type="can" subtype="bible" target="Joh.4.23 Joh.4.24">Joh. 4,23f.</ref>]. Die
                        reumütige Erkenntnis unsres vielfachen Abfalls von diesem Gott kann uns
                        auf den Weg führen, der zu ihm zurückleitet.</p>
                    </div>
                    <div>
                    <head>II</head>
                    <p rend="noindent">
                            <hi rend="italic">Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde</hi>, und
                        darum weiß der Mensch, in dem Gott selbst lebendig geworden, dass
                            <hi rend="italic">alle Dinge von diesem Gott abhängig</hi>, in jedem Moment
                        seinem Willen unterworfen sind. Wir haben gesehen: Die Güter der
                        geschaffenen <term type="Sachen" key="Welt, geschaffen von Gott">Welt</term> dürfen uns als Christen nicht an Stelle Gottes treten,
                        denn als der <term type="Sachen" key="Gott, Schöpfer">Schöpfer</term>
                        steht er hoch über diesen Gütern. Die geschaffene Welt enthält aber
                        nicht nur Gutes, sondern, wie wir Alle wissen, große <term type="Sachen" key="Welt, Übel">Übel</term>, die uns die Welt zum <term type="Sachen" key="Welt, Gegenstand unserer Sorge">Gegenstand</term>
                        unsrer Sorge machen. Und von diesen Übeln gilt: sie sind in der Hand des
                        Gottes, der unser Bestes will, und <hi rend="italic">können uns daher nicht von ihm
                            trennen</hi>. – Ihr erinnert euch, <pb ed="A" rend="hidden" n="10"/> wie <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> das
                        Römer 8 ausdrückt: «Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder
                        Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch
                        irgendwelche Mächte, weder Höhe noch Tiefe uns scheiden mag von der
                        Liebe Gottes, die da ist in Christo Jesu, unserm Herrn» [<ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.38 Röm.8.39">Röm. 8,38f.</ref>], oder im
                        selben Kapitel: «Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, müssen
                        alle Dinge zum Besten dienen» 
                        [<ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.28">Röm. 8,28</ref>]. – |</p>
                    <p>
                            <hi rend="italic">Alle Dinge</hi>, denn im Anfang schuf Gott <hi rend="italic">Himmel und
                            Erde</hi>, es gibt also schlechterdings nichts, das seinem <term type="Sachen" key="Wille Gottes, ist nichts entzogen">Willen</term>
                        entzogen wäre, und dieser <term type="Sachen" key="Wille Gottes">Wille</term> ist darauf gerichtet, sein Volk frei und selig zu
                        machen.</p>
              
                        <q rend="block">
                            <lg>
                                <l>Der Wolken, Luft und Winden</l>
                                <l>Gibt Wege, Lauf und Bahn,</l>
                                <l>Der wird auch Wege finden.</l>
                                <l>Da dein Fuß gehen kann.<note xml:id="n5">Aus der
                                        <bibl type="song" corresp="kbga-songs-50">ersten Strophe des Liedes «Befiehl du deine Wege» von 
                                            <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName> (RG 680; EG 361)</bibl>.</note>
                                </l>
                            </lg>
                        </q>
           
                    <p rend="noindent">Seht, auch hier wollen wir uns nicht um gelehrte Beweise
                        streiten, wie man sie versucht hat, um nachzuweisen, dass Gottes <term type="Sachen" key="Gott, Weltregiment">Weltregiment</term> auch im
                        Übel zum <term type="Sachen" key="Gott, führt auch im Übel zum Guten">Guten</term> führe. Wer von Gott nichts weiß, sieht eben <pb xml:id="p085" ed="pga"/> auch sein <pb ed="A" rend="hidden" n="11"/> Walten nicht,
                        sondern nur eine Reihe an sich sinnloser Ereignisse, die ihn angenehm
                        oder schmerzlich berühren, und kein Beweis wird ihn eines Bessern
                        belehren, sondern nur Gott selbst, der ihm die Augen auftut. Es handelt
                        sich da um eine Angelegenheit, die allen Beweisen unzugänglich ist, die
                        nur du selber für dich erledigen kannst. Es ist wohl Keines unter uns,
                        das auf seiner Wanderung durch diese <term type="Sachen" key="Welt">Welt</term> nicht eine Last schwererer oder leichterer <term type="Sachen" key="Sorgen">Sorgen</term> mitbekommen hat. Den
                        drücken Sorgen der Nahrung, bei jenem ist Krankheit oder Tod eingekehrt,
                        der dritte hat allerlei Leides erfahren von den Menschen, und der vierte
                        kann mit sich selber und seinen Trieben und Neigungen nicht fertig
                        werden. Das sind nur einige von den Übeln, die das <term type="Sachen" key="Leben, Übel des Lebens in der Welt">Leben</term> in der Welt
                        mit sich bringt. Und wenn sich dann solche Übel häufen, wer wäre dann
                        nie ratlos und unmutig geworden? Aus der niederschmetternden Stimmung
                        solcher Zeiten kann uns nur Eines helfen: die Besinnung auf <pb ed="A" rend="hidden" n="12"/> das, was Gott uns in unserm Innern hat
                        erleben lassen, die Besinnung auf die Tatsache, dass auch wir zu denen
                        gehören, die «nach dem Vorsatz berufen sind» [<ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.28">Röm. 8,28</ref>]. Wenn uns diese
                        Erinnerung undeutlich wird, dann ist es ein sicheres Zeichen dafür, dass
                        Gott uns im Nebel zu verschwinden droht, und das wird sich darin zeigen,
                        dass jene <term type="Sachen" key="Sorgen">Sorgen</term> der Welt den
                        Gedanken an Gott uns verunmöglichen, wie die Wolken etwa die Sonne
                        verdunkeln. Das Festhalten der <term type="Sachen" key="Berufung">Berufung</term>, die wir Christen in Jesus erlebt, ist eine
                        Aufgabe, bei der wir ohne <term type="Sachen" key="Gott, Gnade Gottes">Gottes</term> gnädige Weiterhilfe nicht auskommen würden. Von ihm
                        selber müssen wir uns die Fähigkeit schenken lassen, in unserm <term type="Sachen" key="Leben, Walten Gottes in unserem L.">Leben</term>
                        sein Walten zu erkennen. Der zweite Antrieb, den wir aus dem <term type="Sachen" key="Glaube, Schöpfungsglaube">Schöpfungsglauben</term> empfangen, wird also lauten:</p>
                
                        <q rend="block">
                            <lg>
                                <l>
                                    <hi rend="italic">Bete</hi> aber auch dabei</l>
                                <l>Mitten in dem Wachen;</l>
                                <l>Denn der Herr nur kann dich frei</l>
                                <l>Von dem Allem machen!<note xml:id="n6">Beginn der
                                        <bibl type="song" corresp="kbga-songs-46">sechsten Strophe des Liedes «Mache dich, mein Geist,
                                        bereit» von <persName ref="kbga-actors-2396">J. B. Freystein</persName>
                                        (GERS 298,6; EG 387,3</bibl>), in dem es weiter heißt: 
                                            <q rend="block">
                                              <lg>
                                              <l>[…], </l>
                                              <l>Was dich drückt </l>
                                              <l>und bestrickt, </l>
                                              <l>Dass du schläfrig bleibest </l>
                                              <l>Und sein Werk nicht treibest.</l>
                                            </lg>
                                        </q>
                                    </note>
                                </l>
                            </lg>
                        </q>
                
                    <p>
                            <pb rend="noPipe" xml:id="p086" ed="pga"/>
                        <pb ed="A" rend="hidden" n="13"/> Gott schuf Himmel und Erde! Was zwischen
                        Himmel und Erde ist, es wird uns von Gottes <term type="Sachen" key="Gott, Liebe">Liebe</term> nicht zu scheiden vermögen, solange
                        wir innerlich mit Gott in Verbindung sind.</p>
                    </div>
                    <div>
                    <head>III</head>
                    <p rend="noindent">Die Überzeugung, dass Gott die <term type="Sachen" key="Welt, geschaffen von Gott">Welt</term> schuf, weist uns nicht
                        nur hin auf unsre Bestimmung, <term type="Sachen" key="Gott, Ziel unseres Wollens und Denkens">Gott</term> und nicht
                        die Dinge der Welt als Endziel <term type="Sachen" key="Mensch, Wollen">unsres</term>Wollens und <term type="Sachen" key="Mensch, Denken">Denkens</term> anzustreben, sie gibt uns nicht nur die Gewissheit,
                        dass nichts in dieser Welt uns von Gott trennen kann, sie lehrt uns
                        – und das ist das unveräußerlich Wichtigste an dieser Überzeugung
                        – die <term type="Sachen" key="Welt">Welt</term>, in der wir
                        leben, verstehen als das <hi rend="italic">vergängliche Mittel für einen
                            unvergänglichen göttlichen <term type="Sachen" key="Welt, Mittel für göttlichen Zweck">Zweck</term></hi>. Im
                        Anfang schuf <hi rend="italic">Gott</hi> Himmel und Erde, nicht eine Macht, die
                        neben oder unter Gott stünde, nicht ein besonderer <term type="Sachen" key="Weltschöpfergott">Weltschöpfergott</term>, wie eine christliche
                        Sekte des zweiten Jahrhunderts lehrte,<note xml:id="n7">Barth denkt wohl an <persName ref="kbga-actors-678">Marcion</persName> (um 85–160) bzw. die Marcioniten:
                            «Marcion […] charakterisiert den höchsten Gott als den der
                            Liebe und des Erbarmens und den Weltschöpfergott (den er mit dem
                            Gotte des Alten Testaments identifiziert) als den, der Gesetze gibt,
                            Vergeltung übt und die Menschen lehrt, dasselbe zu tun» (<bibl corresp="kbga-bibls-2514"><persName ref="kbga-actors-1243">A. Schweitzer</persName>,
                                <hi rend="italic">Reich Gottes und Christentum</hi> (1947/1951), hrsg. von
                            U. Luz / U. Neuenschwander / J. Zürcher, München 1995,
                            S. 224f.</bibl>).</note>
                        <pb ed="A" rend="hidden" n="14"/> aber auch nicht ein blindes Gesetz der
                            <term type="Sachen" key="Naturgesetz">Natur</term>. Der Gott, der
                        für uns Christen am Anfang alles Geschehens steht, ist kein anderer als
                        der, den wir mit Jesus als unsern <term type="Sachen" key="Gott, Vater">Vater</term> anrufen. Und eben weil dem so ist, wissen wir auch,
                        dass, was er geschaffen, nur Mittel sein <term type="Sachen" key="Schöpfung, Mittel für Gottes Zweck">kann</term> für seinen
                        Zweck, und er hat nur einen Zweck, uns zu sich zu rufen. In dieser
                        Erkenntnis können wir nun das zusammenfassen, was wir vorher gesagt
                        haben. <hi rend="italic">Gott</hi> schuf die Welt, nicht nur den Himmel droben und
                        die Erde drunten, sondern <hi rend="italic">deine</hi> Welt, <hi rend="italic">deinen</hi>
                        Himmel und <hi rend="italic">deine</hi> Erde, will sagen: <hi rend="italic">deinen</hi>
                        ganzen dir so wohlbekannten Kreis von Menschen und <term type="Sachen" key="Gott, Schöpfer der persönlichen Verhältnisse">Verhältnissen</term>, von Sorgen oder Freuden, von Armut oder
                        Reichtum, von Krankheit oder Gesundheit, von Unglück oder <term type="Sachen" key="Gott, Urheber der persönlichen Widerfahrnisse">Glück</term>. In alledem ist nichts, das ohne Gottes <term type="Sachen" key="Wille Gottes, nichts ist ohne den W. G.">Willen</term> wäre! Gott hat dir Vieles geschenkt an innern und
                        äußern Gütern; ihr rechter Gebrauch, die rechte Freude daran kann <pb ed="A" rend="hidden" n="15"/> dich und andere weiterbringen auf dem Wege
                        zu ihm. Gott hat dein Glück gewollt, und wenn du dir das sagst, wirst du
                        Gott <term type="Sachen" key="Dank, gegenüber Gott">
                                <hi rend="italic">danken</hi></term>, und <pb xml:id="p087" ed="pga"/> nicht nur
                        das: dein <term type="Sachen" key="Dank, wird Tat">Dank</term> wird Tat
                        werden. Gott hat dir vielleicht noch mehr genommen oder vorenthalten, du
                        siehst nicht, warum und wozu, und doch kannst du felsenfest darauf
                        bauen, dass es zum Guten sein muss. Gott wollte auch dein Unglück, und
                        wenn er in deinem Herzen wirklich Gott ist, kannst du ihm auch dafür
                            <term type="Sachen" key="Dank, auch für das Unglück">
                                <hi rend="italic">danken</hi></term>, durch herzliches Vertrauen und
                        tapferes Aushalten. – |</p>
                    <p>Die Gewissheit, dass Gott deinen Himmel und deine Erde geschaffen,
                            <anchor type="note" xml:id="fn-j"/>stellt dein ganzes Leben in ein neues Licht<note type="textcritical" n="j" xml:id="nj" target="fn-j"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift korrigiert aus: «kann
                                dein ganzes Leben in ein neues Licht stellen».</note>. Die Gewissheit, dass <hi rend="italic">er</hi> der Urheber gerade deines
                            <term type="Sachen" key="Gott, Urheber deines Lebens">Lebens</term>,
                        deiner Verhältnisse ist, wie sie einmal sind, <anchor type="note" xml:id="fn-k"/>gibt dir
                        den Mut<note type="textcritical" n="k" xml:id="nk" target="fn-k"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift korrigiert aus: «kann dir
                                den Mut geben».</note>, sie freudig hinzunehmen, dich mit ganzer Kraft der <term type="Sachen" key="Arbeit">Arbeit</term> hinzugeben, die gerade dir
                        obliegt, und wäre sie noch so geringfügig und unbedeutend <pb ed="A" rend="hidden" n="16"/> in den Augen Anderer, sie <anchor type="note" xml:id="fn-l"/>veredelt deine Freude und deinen Schmerz<note type="textcritical" n="l" xml:id="nl" target="fn-l"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift korrigiert aus: «kann
                                deine Freude und deinen Schmerz veredeln».</note>. Die ernste Überzeugung, dass Gott und nicht die Dinge der <term type="Sachen" key="Welt, Dinge der W. nicht Inhalt des Lebens">Welt</term> der Inhalt deines <term type="Sachen" key="Leben, Inhalt ist Gott">Lebens</term> sein müssen, wird dir die
                        Freude der Arbeit in dieser Welt nicht nehmen, sie macht sie erst
                        möglich; die <term type="Sachen" key="Welt, kein Schlaraffenland">Welt</term> wird dir kein Schlaraffenland sein, aber auch kein
                            <term type="Sachen" key="Welt, kein Tränental">Tränental</term>,
                        sondern der gottgewollte Ort deines gottgewollten <term type="Sachen" key="Arbeit, gottgewolltes Tun">Tuns</term>.</p>
                    <p>Meine Freunde! Alle diese Gedanken sind der Ausdruck des christlichen
                        Glaubens an Gott den <term type="Sachen" key="Gott, Schöpfer">Schöpfer</term>. Aber wie weit sind wir Alle davon entfernt, dass
                        sie in uns kräftige Gestalt gewonnen! Wie oft haben wir <term type="Sachen" key="Mensch, Gottvergessenheit">Gott</term> vergessen,
                        wie oft ihm nicht vertraut, wie oft freudlos und mutlos unser Los, unsre
                        Arbeit hingenommen. Der kommende <term type="Sachen" key="Schweiz, Eidgenössischer Bettag">Bettag</term> kann uns ein
                        Anlass werden, hier neu anzufangen, damit das Wort des letzten Buches
                        der <term type="Sachen" key="Bibel">Bibel</term> an jedem von uns zur
                        Wahrheit werde: «Nun ist das Reich der Welt – meiner Welt
                        – Gottes und seines Christus geworden» [<ref type="can" subtype="bible" target="Apk.11.15">Apk. 11,15</ref>].</p>
                    </div>  
                </div>
                <div type="closer">
                    <salute>Amen!</salute>
                </div>
               
                <div type="songs">
                    <div>
                    <pb xml:id="p088" ed="pga"/>
                    <head>Lieder Miécourt:</head>
                        <listBibl type="songs" rend="simple">
                            <bibl corresp="kbga-songs-146" type="song">Nr. 42: «Die goldne Sonne» von <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName>, Strophen 1.2
                                    und 3.4 (RG 571; EG 449 [dort jeweils: «Die güldne
                                    Sonne»]).</bibl>
                            <bibl corresp="kbga-songs-50" type="song">Nr. 266: «Befiehl du deine Wege» von <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName>, Strophen
                                    1–3 (RG 680; EG 361).</bibl>
                        </listBibl>
                    </div>
                     <div>  
                        <head>Lieder Bonfol:</head>
                        <listBibl type="songs" rend="simple">
                                <bibl corresp="kbga-songs-36" type="song">Nr. 25: «Großer Gott, wir loben dich» von <persName ref="kbga-actors-1356">I. Franz</persName>,
                                    Strophen 1.2 und 9 (RG 247,1.2.11; EG 331,1.2.11 [mit teils
                                    abweichendem Text]).</bibl>
                                <bibl corresp="kbga-songs-162" type="song">Nr. 270: «Was Gott tut, das ist wohlgetan» von S.
                                    Rodigast, Strophen 1.2.6 (RG 684; EG 372).</bibl>
                        </listBibl>
                    </div>
                    <div>
                       
                            <head>Liturgieskizze<note xml:id="n8">Die Liturgieskizzen
                                    befinden sich auf der ersten Seite des Manuskripts, zwischen
                                    Orts- und Zeitangabe und dem Text, wo Barth sonst in der
                                    Regel nur die Lied-Nummern und Strophen notierte.</note> für
                                Miécourt:</head>
                                <list type="simple" rend="left">     
                                <item>
                                <bibl corresp="kbga-songs-146">Nr. 42, Strophen 1 und 2</bibl>
                            </item>
                                <item>Lekt[ion]: <ref type="can" subtype="bible" target="Ps.8">Ps. 8</ref>
                            </item>
                                <item>
                                <bibl corresp="kbga-songs-146">Nr. 42, Strophen 3 und 4</bibl>
                            </item>
                                <item>Gebet II</item>
                                <item>
                                <hi rend="italic">Pred[igt]</hi>
                            </item>
                                <item>
                                <bibl corresp="kbga-songs-50">Nr. 266, Strophen 1–3</bibl>
                            </item>
                                <item>Gebet I</item>
                            </list>
                        </div>
                        <div>
                            <head>Liturgieskizze für Bonfol:</head>
                            <list type="simple" rend="left"> 
                                <item>
                                <bibl corresp="kbga-songs-36">Nr. 25, Strophen 1 und 2</bibl>
                            </item>
                                <item>Lekt[ion]: <ref type="can" subtype="bible" target="Ps.126">Ps. 126</ref>
                            </item>
                                <item>
                                <bibl corresp="kbga-songs-36">Nr. 25, Strophe 9</bibl>
                            </item>
                                <item>Gebet III</item>
                                <item>
                                <hi rend="italic">Pred[igt]</hi>
                            </item>
                                <item>
                                <bibl corresp="kbga-songs-162">Nr. 270, Strophen 1.2.6</bibl>
                            </item>
                                <item>Gebet II</item>
                            </list>
                        
                        </div>     
                       
                </div>
            </div>
        </body>
    </text>
</TEI>
