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      <titleStmt>
        <title type="volume" n="vol-53">Predigten 1907–1910</title>
        <title type="formal">Predigt Nr. 6</title>
        <title type="content">Predigt: Markus 10,42-45</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Markus 10,42-45, April 1908</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/53008 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1907–1910, hrsg. v. Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2018, S. .</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/53008</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1907–1910</title>
          <title type="text">Predigt Nr. 6: Predigt: Markus 10,42-45</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2018</date>
          <!--position within a volume-->
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Mk 10,42-45, April 1908. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1448">KBA 984</ref>. </bibl>
        <!-- we should provide more types: <bibl type="not-found-in-kba"></bibl> <bibl type="not-in-kba"></bibl>  -->
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        <date type="creation" when="1908-04">April 1908</date>
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            <div type="sermon"> 
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                <div type="opener">
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                        <idno>6</idno>
                    </head>
                    <dateline>
                        <date when="1908">Frühling 1908</date> (<hi rend="italic">nirgends</hi>
                            gehalten<note xml:id="n01">Im KBA finden sich keine
                            Hinweise, wann genau bzw. für welchen Anlass diese Predigt
                            geschrieben wurde und warum sie nicht gehalten wurde. Schon aus den
                            ersten Sätzen ergibt sich, dass sie kurz vor der Karwoche
                            geschrieben sein muss. <term type="Sachen" key="Karfreitag">Karfreitag</term> fiel 1908 auf den 17. April. Der dem von
                            Barth hervorgehobenen Vers entsprechende Vers <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.20.28">Mt. 20,28</ref> aus dem
                            Paralleltext zum Predigttext war 1908 Wochenspruch für die am
                            Sonntag Judika (5.4.) beginnende Woche.</note>) </dateline>
                    <epigraph>
                        <cit>
                        <ref type="can" subtype="bible" target="Mk.10.42 Mk.10.45">Markus 10,42–45</ref>
                        
                            <quote>
                                <hi rend="text-recte">Und Jesus rief sie zu sich und
                                    sprach zu ihnen: Ihr wisset, dass die, welche als</hi>
                                        Herrscher der Völker<hi rend="text-recte"> gelten, sie
                                    unterjochen und ihre Großen Gewalt ausüben über sie.</hi>
                                       So soll es bei euch nicht sein: <hi rend="text-recte">sondern wer
                                    unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer
                                    unter euch der Erste sein will, der sei der Knecht von
                                    Allen.</hi> Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht
                                        gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen
                                        und sein Leben dahinzugehen zum Lösegeld für
                                        Viele.<note xml:id="n02">Eigene
                                        Übersetzung in Anlehnung an: <bibl corresp="kbga-bibls-2412">
                                        <hi rend="italic">Das Neue
                                            Testament</hi>, übers. von <persName ref="kbga-actors-6226">C. Weizsäcker</persName>,
                                        Tübingen / Leipzig 1903<hi rend="sup">9</hi>,
                                        S. 51</bibl>.</note>
                            </quote>
                        </cit>
                    </epigraph>
               
                <salute>Liebe Freunde!</salute>
                </div>
                <div type="main">
                <p>Wir stehen wieder vor der Zeit, in der wir uns des Leidens und <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod">Sterbens</term> Jesu erinnern.
                    Folgen wir dabei nur einem alten Brauch der <term type="Sachen" key="Kirche">Kirche</term>, oder ist uns das, was wir in diesen Wochen hören und
                    singen, innerer Besitz, eine Kraft <term type="Sachen" key="Gott, Kraft">Gottes</term>, selig zu machen? [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.1.18">1.Kor. 1,18</ref>] Es ist eine alte Botschaft, die du da
                    hörst, dir vielleicht nur zu bekannt von <pb ed="A" rend="hidden" n="2"/> Jugend
                    auf. Du ärgerst dich nicht über das Wort vom <term type="Sachen" key="Wort vom Kreuz">Kreuz</term>, aber es bringt dir auch nichts, das
                    dich einen Moment nur in Erstaunen setzte. Nicht wahr, liebe Freunde, solche
                    Stimmungen der <term type="Sachen" key="Gleichgültigkeit">
                            <hi rend="italic">Gleichgiltigkeit</hi></term> gerade in diesen Tagen kennen
                    wir alle? Sie hängt zusammen mit einer tiefgehenden <hi rend="italic">Unklarheit</hi>
                    über die Bedeutung des <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod, Bedeutung">Todes</term>, dessen wir da
                    gedenken. Es sind Viele unter uns, und es sind nicht die Schlechtesten,
                    denen das, was sie einst im <term type="Sachen" key="Katechismus">Katechismus</term> gelernt, fremd geworden, sie wissen selbst nicht
                    wie. Und wieder Andre bringen es nicht weiter als zu frommer Rührung über
                    das Leiden des <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Heiland">Heilands</term>. <pb xml:id="p049" ed="pga"/> Wie dem nun sei bei dir und mir,
                    ich glaube, es tut uns Allen not, uns anhand des einfachen Wortes des
                    Evangeliums zu vergegenwärtigen, was Jesu <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod">Sterben</term> uns zu sagen hat. Die <term type="Sachen" key="Geschichte">Geschichte</term> und das <term type="Sachen" key="Leben">Leben</term> zeigen uns, dass Tausende der
                    Besten aller Zeiten in diesem Tod ihren einzigen Trost für Leben und
                        Sterben<note xml:id="n03">Vgl. <hi rend="italic">Heidelberger <term type="Sachen" key="Katechismus, Heidelberger">Katechismus</term></hi>, Frage 1 (<bibl corresp="kbga-bibls-17">BSRK, S. 682,20</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-440">RefBS II/2,
                        S. 175,32</bibl>).</note> gefunden haben und noch finden. Das Alte ist
                    vergangen, siehe es ist Alles neu geworden [<ref type="can" subtype="bible" target="2.Kor.5.17">2.Kor. 5,17</ref>], bezeugen sie uns im Aufblick zu dem Mann
                    am <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Gekreuzigter">Kreuz</term>.
                    Wohlan, wir wollen uns das Wesen dieses Sterbens zu vergegenwärtigen suchen,
                    damit auch uns die Augen aufgehen für die <term type="Sachen" key="Schöpfung, Neuschöpfung">
                            <hi rend="italic">Neuschöpfung</hi></term>, die Gott
                    hier in das Leben der <term type="Sachen" key="Menschheit, Neuschöpfung durch Jesu Sterben">Menschheit</term> und
                    jedes Einzelnen unter uns hineingestellt hat.</p>
            </div>
            <div>
                <head>
                    <pb ed="A" rend="hidden" n="3"/> A.</head>
                <p rend="noindent">Es fällt uns heute schwer, zu ermessen, von welch
                    umstürzender Bedeutung die verlesenen Worte des Herrn für seine <term type="Sachen" key="Juden / Judentum, zur Zeit Jesu">
                            <hi rend="italic">Zeitgenossen</hi></term> in Israel <anchor type="note" xml:id="fn-a"/>sein
                        mussten<note type="textcritical" n="a" xml:id="na" target="fn-a"> Mskr.: «haben musste»; von den Hrsg. geändert.</note>. Auch in ihnen lebte ja der Gedanke einer solchen Neuschöpfung, er
                    war es, der das <term type="Sachen" key="Israel (Volk)">Volk</term>
                    zusammenhielt in den Zeiten des äußern Drucks und der äußern Zerklüftung.
                    Der <term type="Sachen" key="Propheten">Propheten</term> Mund hatte es
                    verkündigt: Jahwe wird auf <term type="Sachen" key="Zion">Zion</term> sitzen
                    und <term type="Sachen" key="Gericht, über die Völker">Gericht</term> halten
                    über die Völker in Gerechtigkeit [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Jes.2.3 Jes.2.4">Jes. 2,3f.</ref>]. Und je länger, je mehr hatte sich diese
                    Hoffnung zu der Erwartung verdichtet: wir, das auserwählte <term type="Sachen" key="Juden / Judentum, auserwähltes Volks Gottes">Gottesvolk</term>, werden die Heiden beherrschen und die Größten sein
                    auf der bewohnten Erde, wie jetzt die Römer und mehr als sie. Auch im <term type="Sachen" key="Jünger">
                            <hi rend="italic">Jüngerkreis</hi></term> Jesu
                    spiegelten sich solche Gedanken wider: Sie hatten die Botschaft gehört vom
                    Königreich <term type="Sachen" key="Reich Gottes">Gottes</term>, das nun
                    anbrechen sollte, und, wie konnte es anders sein: sie, die ersten Träger
                    solcher Botschaft mussten die Größten sein in diesem Reiche. Die <rs type="person" ref="kbga-actors-1073 kbga-actors-2294">Söhne</rs>
                    des <persName ref="kbga-actors-6559">Zebedäus</persName> sprachen es nur aus, was
                    ihrer Aller Hoffnung war: Gib uns, dass wir sitzen Einer zu deiner Rechten
                    und Einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit [<ref type="can" subtype="bible" target="Mk.10.37">Mk. 10,37</ref> par.]. Sie hatten ihn
                    missverstanden. Die Herrscher der Völker sind es, die auf <pb ed="A" rend="hidden" n="4"/> Thro<pb xml:id="p050" ed="pga" break="no"/>nen sitzen, die
                    unterjochen, Gehorsam fordern und Gehorsam erzwingen. Gerade so soll es bei
                    euch nicht sein. Ja, ihr sollt groß sein, aber groß im Dienen, ihr sollt die
                    Ersten sein, aber als die Knechte Aller. Eine Umwälzung aller Begriffe lag
                    in solchen Worten. Das ganze <term type="Sachen" key="Altertum">Altertum</term> wusste es nicht anders, als dass Knecht, Sklave sein
                    das denkbar größte Unglück für den freien Mann bedeutete – und hier
                    verheißt Jesus den Seinen eben das als Erfüllung des wahren Willens <term type="Sachen" key="Wille Gottes">Gottes</term>. Die Weltreiche eines
                        <persName ref="kbga-actors-2743">Nebukadnezar</persName><note xml:id="n04"><persName ref="kbga-actors-2743">Nebukadnezar II</persName>. (um 640–562 v. Chr.),
                        seit 605 v. Chr. babylonischer König.</note>, eines <persName ref="kbga-actors-3748">Alexander</persName><note xml:id="n05"><persName ref="kbga-actors-3748">Alexander der Große</persName> (356–323 v. Chr.),
                        seit 326 v. Chr. König von Makedonien.</note>, eines <persName ref="kbga-actors-4312">Augustus</persName><note xml:id="n06">Augustus / <persName ref="kbga-actors-4312">Gaius Octavius</persName> (63 v. Chr. – 14
                        n. Chr.), seit 27 v. Chr. römischer Kaiser.</note> erfüllten die
                    Gedankenwelt jener Zeit. Herrschen, mächtig sein, die Welt zu seinen Füßen
                    liegen sehen, das waren ihre Ideale. So soll es bei euch nicht sein,
                    antwortet Jesus. Und dann das Unbegreiflichste: er selbst, der sich ihnen in
                    weihevoller Stunde mitgeteilt als der Gesalbte <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Messias">Gottes</term>, er, von dem sie die
                    Wiederherstellung des Reiches <persName ref="kbga-actors-2172">Davids</persName> erwarteten, er sagte von sich, er sei gekommen, nicht zu
                    herrschen, sondern zu dienen, ja, sein Leben hinzugeben. Sterben! der
                    Messias, der <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Davidssohn">Davidssohn</term> sterben! Es war nicht zum ersten Mal, dass er ihnen
                    das ankündigte, aber sie hatten ihn nie verstanden. «Das widerfahre dir nur
                    nicht!» [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.16.22">Mt. 16,22</ref>], war
                    ihre Antwort <pb ed="A" rend="hidden" n="5"/> gewesen, ja, gerade an ein solches
                    Wort hatten die
                    <rs type="person" ref="kbga-actors-1073 kbga-actors-2294">Zebedäussöhne</rs> ihre Bitte um das Sitzen
                    zur Rechten und Linken angeknüpft. Sein Leben dahingeben <hi rend="italic">zum Lösegeld
                        für Viele!</hi> Was sollten sie damit machen? Auch das ein Wort, das
                    sie zunächst einfach nicht verstanden. Der <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod">Tod</term> des <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Messias">Messias</term> war und blieb ihnen ein
                    dumpfes Rätsel, sie sind auseinandergescheucht, als er Wirklichkeit wurde,
                    wie eine versprengte Herde. Die Botschaft hatten sie gehört, aber
                    unverständlicher als je klang es in ihren Ohren: nicht herrschen, dienen!
                    Sein Leben dahinzugeben zum Lösegeld für Viele… Dann wurde es
                    plötzlich anders, der Meister offenbarte sich ihnen als der <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Auferstandener">Auferstandene</term>,
                    sie erlebten selige Tage im klaren Bewusstsein seiner Nähe: Gott hatte
                    gesprochen, und die menschlichen Dunkelheiten zergingen wie die Nebel vor
                    der Morgensonne. Wie einfach und selbstverständlich erschien ihnen nun im
                    Lichte des <pb xml:id="p051" ed="pga"/> Neuen das Vorangegangene: Ja, des Menschen
                        <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Menschensohn">Sohn</term>
                    <hi rend="italic">musste</hi> sterben, sein Leben <hi rend="italic">ist</hi> das Lösegeld für
                    Viele, für Alle, die in ihm Gottes Angesicht schauen. Mit dieser einfachen
                    Kunde sehen wir sie hinausziehen unter die Völker, auf diese Botschaft
                    gründete sich die junge <term type="Sachen" key="Gemeinde, frühe christliche">Gemeinde</term>. <pb ed="A" rend="hidden" n="6"/> Wir hören die Predigt eines <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName>, eines <persName ref="kbga-actors-1814">Petrus</persName>,
                    eines <persName ref="kbga-actors-2297">Johannes</persName>,
                    später eines <persName ref="kbga-actors-14">Augustin</persName> und <persName ref="kbga-actors-261">Luther</persName> und zahlloser Anderer bekannter und unbekannter Jünger
                    Jesu; wo immer warmes <term type="Sachen" key="Leben, aus Gott">Leben</term>
                    aus Gott pulsierte, da stand auch das Wort vom <term type="Sachen" key="Wort vom Kreuz">Kreuz</term> im Mittelpunkt, in mancherlei Zungen
                    und mancherlei Deutung verkündigt, und doch immer dasselbe Wort. Die Kirche
                        <term type="Sachen" key="Kirche, unsichtbare">Christi</term>, die
                    unsichtbar in den Herzen Unzähliger lebt, steht noch heute auf dem Felsboden
                    seines <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod">Kreuzes</term>.</p>
            </div>
            <div>
                <head>B.</head>
                <p rend="noindent">Liebe Freunde! Ich glaube, es geht <hi rend="italic">uns</hi> mit dem
                    Verständnis des Todes Jesu vielfach gerade wie den <term type="Sachen" key="Jünger">Jüngern</term> vor seiner <term type="Sachen" key="Auferstehung (Christi)">Auferstehung</term>. Wir hören den Schall
                    der Worte: <term type="Sachen" key="Erlösung">Erlösung</term>, <term type="Sachen" key="Versöhnung">Versöhnung</term>, <term type="Sachen" key="Frieden, mit Gott">Friede</term> mit Gott, aber sie bleiben uns
                    innerlich fremd, wir dringen nicht durch zu der Wirklichkeit, die dahinter
                    steht. Sieh, was dort am <term type="Sachen" key="Ostern">Ostermorgen</term>
                    im Großen geschehen ist, das muss sich bei dir und mir wiederholen, bevor
                    wir das Wort vom <term type="Sachen" key="Wort vom Kreuz">Kreuz</term>
                    aufnehmen können: <hi rend="italic">Gott muss sprechen!</hi> Und <term type="Sachen" key="Gott, will zu uns sprechen">Gott</term>
                    <hi rend="italic">will</hi> zu dir sprechen, wenn du Ohr und Herz auftust, ihn zu
                    hören, wenn du dich ernstlich besinnst auf das, <pb ed="A" rend="hidden" n="7"/> was deinem <term type="Sachen" key="Leben, Wert">Leben</term> erst Wert
                    geben kann. Von da aus wollen wir zunächst zu der Forderung Jesu, die unser
                    Textwort enthält, zurückkehren. <hi rend="italic">Ihr wisset, dass die, welche als
                        Herrscher der Welt gelten, und ihre Großen unterjochen und Gewalt
                        ausüben</hi>. |</p>
                <p>Liebe Freunde! Nicht wahr, wir kennen diesen Ton auch in unsrer Zeit!? Es
                    brauchte nicht jener Lehre mancher <term type="Sachen" key="Naturwissenschaft">Naturwissenschaftler</term>, dass das Leben
                    aller Kreatur erfüllt und bedrängt sei durch den Kampf ums <term type="Sachen" key="Leben, Kampf ums Dasein">Dasein</term>.<note xml:id="n07">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2008">
                                <persName ref="kbga-actors-2013">Ch. Darwin</persName>, <hi rend="italic">On the Origin of Species
                            by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races
                            in the Struggle for Life</hi>, London 1859/61</bibl> (dt.: <bibl corresp="kbga-bibls-2396">
                                <hi rend="italic">Über die
                            Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl, oder die Erhaltung
                            begünstigter Gattungen im Kampf ums Dasein</hi>, Halle
                        1891</bibl>).</note> Streben, Vorwärtskommen, Etwas Gelten bei den Leuten,
                    diese Ziele erfüllen ja das Leben viel zu Vieler. Der eifert nach <pb xml:id="p052" ed="pga"/> Ämtern und Würden in Staat und Gemeinde, der nach Ruhm und
                    Anerkennung für die Werke seines Geistes, der vielleicht nur nach einem
                    braven Geldsack; das Gemeinsame bei Allen ist, dass sie etwas sein und
                    gelten wollen vor den Andern und – auch das gehört zu solchem Kampf
                    ums Dasein, dass sie Andere, Schwächere oder Bescheidenere bei Seite
                    schieben: Heb dich weg, damit ich mich hinsetze! Jesus sagt: So soll es bei
                    euch <hi rend="italic">nicht</hi> sein! Ein folgenschweres Wort: Im <term type="Sachen" key="Reich Gottes, Reich des Wirklichen">Reich</term> des
                    allein Wirklichen gibt es keine Herrscherstühle! Verstehen wir uns recht:
                    Jener Trieb nach äußerem Vorwärtskommen gehört mit zur gesunden
                    gottgegebenen <pb ed="A" rend="hidden" n="8"/>
                    <term type="Sachen" key="Mensch, Natur des M.">Natur</term> des Menschen, ja
                    er enthält eine Pflicht, denn auch im äußern <term type="Sachen" key="Leben">Leben</term> sind uns keine Pfunde zum Vergraben gegeben [vgl. 
                        <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.25.25">Mt. 25,25</ref> par.]: wir
                        <hi rend="italic">sollen</hi>
                    <term type="Sachen" key="Arbeit">arbeiten</term>, wir <hi rend="italic">sollen</hi>
                    uns anstrengen auch hier, wir <hi rend="italic">sollen</hi> uns und den Unsrigen eine
                    angemessene Existenz sichern. Mit Mönchstum und Tagedieberei hat jenes <term type="Sachen" key="Reich Gottes, Reich des Wirklichen">Reich</term> der
                    Wirklichkeit nichts zu schaffen. Aber jener äußere Kampf ums <term type="Sachen" key="Kampf ums Dasein">Dasein</term> soll <hi rend="italic">nicht zum
                        Inhalt unsres Lebens</hi> werden, so gewiss der äußere Kampf um die
                    Beherrschung der Welt [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Gen.1.28">Gen. 1,28</ref>] das gottgewollte Gefäß dieses Inhalts ist. Wie Viele sehen
                    wir, und wir selber gehören immer auch ein wenig zu den Vielen, meine
                    Freunde, die sich in ihrem Denken und Tun nur bewegen zwischen <term type="Sachen" key="Arbeit">Arbeit</term> und <term type="Sachen" key="Vergnügen">Vergnügen</term> wie unsre alte <term type="Sachen" key="Erde (Planet)">Erde</term> zwischen den beiden Polen. Das ist der
                    Geist oder Nicht-Geist, von dem Jesus sagt: so soll es bei euch nicht sein!
                    Frage dich selbst, ist ein solches Leben wert gelebt zu werden, ist es nicht
                    wie ein Rahmen ohne Bild oder eben ein Gefäß ohne Inhalt? Sieh, um uns
                    diesen Inhalt zu schenken, hat Gott den Herrn Jesum in die Welt gesandt;
                    denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und vergäße
                    darob des Wertvollsten, das er besitzt, seines inwendigen <term type="Sachen" key="Leben, inwendiges">Lebens</term>? [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mk.8.36">Mk. 8,36</ref> par.]</p>
                <p> <pb ed="A" rend="hidden" n="9"/> So soll es bei euch nicht sein! Ja, ihr sollt
                    groß werden, ihr sollt die Ersten sein, aber ihr sollt diese Größe nicht in
                    der <term type="Sachen" key="Welt">Welt</term> suchen, sollt über ihrer
                    Beherrschung im Großen und Kleinen das nicht außer Acht lassen, das euer
                    Dasein erst <hi rend="italic">wirklich</hi> im höchsten Sinn macht. Das <hi rend="italic">Reich
                            <term type="Sachen" key="Reich Gottes">Gottes</term></hi> hat
                    Jesus diese Wirklichkeit genannt. Und nun seht, das ist das große Geheimnis,
                    das nicht erkannt, sondern nur erlebt werden kann: das Reich <term type="Sachen" key="Reich Gottes, Dienen">Gottes</term> ist
                        <hi rend="italic">Dienen</hi>. Solange du nur dich selbst siehst und suchst,
                    solange weißt du noch nicht, was wirkliche Größe ist. Soll ich euch an die
                        <term type="Sachen" key="Geschichte">Geschichte</term> erinnern? Welches
                    waren die Leute, die die <pb xml:id="p053" ed="pga"/>
                    <term type="Sachen" key="Menschheit">Menschheit</term> wirklich vorwärts
                    gebracht haben? Etwa die großen Egoisten, <persName ref="kbga-actors-3748">Alexander</persName>, <persName ref="kbga-actors-2359">Cäsar</persName><note xml:id="n08"><persName ref="kbga-actors-2359">Julius Caesar</persName> (100–44 v. Chr.), römischer Feldherr und
                        Staatsmann.</note> oder <persName ref="kbga-actors-292">Napoleon</persName><note xml:id="n09"><seg type="bio"><persName ref="kbga-actors-292">Napoleon Bonaparte</persName> (1769–1821), französischer General,
                        1799–1804 Erster Konsul, 1804–1814 und 1815 als Napoleon
                        I. französischer Kaiser.</seg></note>? Waren es nicht vielmehr die zahllosen
                    Männer und Frauen, die in mancherlei Weise, im stillen Arbeitszimmer des
                    Gelehrten, im Staub der Schulstube oder am Bett des Kranken das Ihre getan
                    haben im Dienst der Andern? Und nun erinnere dich deines eigenen Lebens.
                    Selbst wenn du vielleicht, ehrlich gestanden, dein ganzes Sinnen und
                    Trachten auf die <term type="Sachen" key="Welt">Welt</term> und ihre Güter
                    gerichtet hast, bist du glücklich, wirklich glücklich, wenn du nicht
                    wenigstens ein Wesen besitzest, für das du denken und arbeiten, <pb ed="A" rend="hidden" n="10"/> mit dem du dein Glück teilen kannst?</p>
                <p> Wenn das nun schon im äußern <term type="Sachen" key="Leben, äußeres">Leben</term> so ist, um wieviel mehr, wenn du bis dahin vorzudringen
                    vermagst, im wirklichen <term type="Sachen" key="Leben, wirkliches">Leben</term> des inwendigen <term type="Sachen" key="Mensch, inwendiger">Menschen</term>! Wirf den Helden in deiner
                        <term type="Sachen" key="Seele">Seele</term> nicht weg, so wirst du in
                    dir das <hi rend="italic">Reich <term type="Sachen" key="Reich Gottes">Gottes</term></hi> entdecken, du wirst schauen, was wirklich Größe
                    ist, und dann ist mit einem Schlag deine Stellung zur Welt eine andre. Nach
                    wie vor stehst du äußerlich in jenem rauen Kampf ums <term type="Sachen" key="Kampf ums Dasein">Dasein</term>, dieser Kampf bleibt nach wie vor
                    deine gottgewollte <term type="Sachen" key="Kampf ums Dasein, gottgewollte Pflicht">Pflicht</term>, aber
                    dahinter siehst du nun unsichtbar sichtbar etwas Anderes, das wächst und
                    wird in dir und dem du dich entgegenstreckst: der lebendige <term type="Sachen" key="Gott, lebendiger">Gott</term>, der dich zu sich zieht
                    und sein <term type="Sachen" key="Mensch, Kind Gottes">Kind</term> nennt.
                    Und als ein Anderer wirst du unter deinen <term type="Sachen" key="Mensch, und Mitmensch">Mitmenschen</term> stehen, nicht mehr als
                        <term type="Sachen" key="Mensch, Einzelner">Einzelner</term>, der andre
                    Einzelne überholen und niederhalten muss um seines einzelnen Wohlergehens
                    halben, sondern als Glied einer unsichtbaren <term type="Sachen" key="Mensch, und Gemeinschaft">Gemeinschaft</term>, die vorwärts will,
                    Gott entgegen, und dann kannst du nicht mehr anders als <hi rend="italic">dienen</hi>,
                    d. h. aber <term type="Sachen" key="Nächstenliebe">
                            <hi rend="italic">lieben</hi></term>, denn Gottes Größe, die <term type="Sachen" key="Gott, Liebe">Liebe</term>, ist deine Größe geworden. Und je weiter
                    dir diese Gemeinschaft der Liebe wird, je mehr deiner Mitmenschen du in
                    diesen Kreis <pb ed="A" rend="hidden" n="11"/> deines Dienens zu ziehen vermagst,
                    umso größer wirst du sein, umso mehr wirst du groß sein, Gott nahe.
                        <hi rend="italic">Der aber wird der Größte unter euch sein, der der Knecht von Allen
                        ist</hi>. Ein unendlich hohes Ziel hat uns Jesus auch in diesem Worte
                    gesteckt: der Knecht <hi rend="italic">von Allen</hi>. Es ist nicht leicht, auch nur
                    seinem Bruder, seinen Eltern, seinem Gatten, seinen Kindern wirklich zu
                    dienen, es <pb xml:id="p054" ed="pga"/> ist schwer, seinen Freunden und Bekannten
                    aufrichtig zu dienen, aber es ist unendlich schwer, allen, allen Menschen zu
                    dienen, d. h. aber, ihnen herzliches Wohlwollen entgegenzubringen. Und doch
                    nur um diesen Preis verheißt uns Jesus die Größe, von der er redet.</p>
                <p>Wahrlich, es geht uns hier wie bei so manchem andern Wort Jesu: hätten wir
                    nur die <hi rend="italic">Forderung</hi>, wir müssten <hi rend="italic">verzweifeln</hi>, wenn
                    anders wir sie ernst nehmen. Dienen? Knecht sein? Das sind harte Worte! Du
                    siehst den Preis, aber das Opfer, das verlangt wird, ist dir zu schwer. Du
                    müsstest nicht mehr du selbst sein, wenn du dieses Opfer bringen könntest.
                    Und wenn du dich aufraffst, danach zu streben, so fürchtest du mit Recht,
                    müde zu werden, einen aussichtslosen Kampf mit dir selbst zu kämpfen. Was
                    hilft <pb ed="A" rend="hidden" n="12"/> uns da selbst die Betrachtung des Lebens
                    Jesu, wenn es uns <hi rend="italic">Lehre</hi> oder <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Leben als Vorbild">
                            <hi rend="italic">Vorbild</hi></term>
                    bleibt, himmelhoch fern, ewig fremd den Nöten unsres Inwendigen?</p>
            </div>
            <div>
                <head>C.</head>
                <p rend="noindent">Jesus <hi rend="italic">will</hi> uns aber mehr sein als Lehrer oder
                    Vorbild: Er <hi rend="italic">gab sein Leben dahin zum Lösegeld</hi>.</p>
                <p>
                        <hi rend="italic">Worin beruht diese Kraft dieses <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod">Todes</term></hi>, an die sich seit den
                    ersten Tagen der <term type="Sachen" key="Glaube, christlicher">Glaube</term> der Christen geheftet hat?</p>
                <p>Sieh, Jesus hat ein <hi rend="italic">Leben des <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Leben des Dienens">Dienens</term></hi>
                    geführt nach dem <term type="Sachen" key="Wille Gottes">Willen</term> des
                    Vaters. Dienen war sein Beruf, und er hat ihn erfüllt in einer
                    Vollkommenheit und Reinheit, die über alles Menschenmaß hinausgeht. Derselbe
                        <hi rend="italic">Wille des Vaters</hi>, der ihm diesen Beruf des Dienens gegeben,
                    führt ihn nun ans Kreuz, und er hat es auf sich genommen ohne Murren und
                    stirbt, weil er gehorcht. In <hi rend="italic">kindlichem <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Vertrauen auf Gott">Vertrauen</term></hi> auf
                    Gottes Führung fügt er sich in dieses Schwerste, das bittere, hoffnungslose
                    Ende seines gottgeweihten Lebens. Und dies Vertrauen <hi rend="italic">wurde nicht
                        zuschanden</hi>, sondern verherrlicht: nicht blinde Schicksalsmacht,
                    sondern der lebendige <term type="Sachen" key="Gott, lebendiger">Gott</term>
                    führte ihn so und nicht anders, das wissen wir aus der <term type="Sachen" key="Osterbotschaft">Osterbotschaft</term>.</p>
                <p>Lieber Freund! Hat dir dieses Ende dieses Lebens <pb ed="A" rend="hidden" n="13"/> nichts zu sagen? Sieh, ich denke: der Mann, der so stirbt, kann das, was
                    ich nicht kann, den Willen <term type="Sachen" key="Wille Gottes">Gottes</term>
                    <hi rend="italic">ganz</hi> tun. Was ich nicht vermocht hätte, das hat er in seinem
                        <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod">Tod</term> getan, er hat
                    Gott <hi rend="italic">ganz</hi> vertraut. Sein großes <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Vertrauen auf Gott">Vertrauen</term> erhebt und
                    gründet mein kleines <term type="Sachen" key="Mensch, Vertrauen auf Gott">Vertrauen</term> auf denselben <term type="Sachen" key="Gott, Vater">Vater</term>, der <pb xml:id="p055" ed="pga"/> Weg zu ihm ist frei, denn ich
                    weiß, dass Gott den als <term type="Sachen" key="Mensch, Kind Gottes">Kind</term> annimmt, der im Aufblick zu diesem Mann ihm vertraut.</p>
                <p>Freilich, <hi rend="italic">wie dieses schöpferische Vertrauenfassen zu Gott in uns
                        zustande kommt, das ist nicht zu beschreiben</hi>, so wenig wie das,
                    was die <term type="Sachen" key="Jünger">Jünger</term> in den Tagen der
                        <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Auferstehung">Auferstehung</term> erlebt haben, beides ist Gottes freie Tat, die du
                    nur <hi rend="italic">erfahren</hi> kannst. Wer es aber erfahren hat, der wird immer
                    wieder im Bild des <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Gekreuzigter">Gekreuzigten</term> den höchsten Ausdruck der vertrauenschaffenden
                        <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod, Offenbarung der Liebe Gottes">Offenbarung</term> der Liebe Gottes erblicken.</p>
                <p>Christus gab sein Leben dahin zum Lösegeld <hi rend="italic">für Viele</hi>. Sieh, es
                    ist kein Zufall, dass Jesus <hi rend="italic">nicht</hi> gesagt hat <hi rend="italic">für
                        Alle</hi>. Es hat Zeiten gegeben, wo die Christenheit diese ernste
                    Mahnung vergessen hat, wo sie versucht hat, dem menschlichen Verstande, den
                    auch der Gottesleugner besitzt, klar zu machen, wieso dieser <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod, Heilsbedeutung">Tod</term> uns
                    zum Heil habe geschehen müssen. Das war nicht die Meinung Jesu. <pb ed="A" rend="hidden" n="14"/> Sein Tod ist Lösegeld für Viele; du weißt, wer
                    die Vielen sind; es sind die, welche gelernt haben, in ihm Gott zu
                    ergreifen.</p>
                <p>Und so ist uns das Wort vom Lösegeld endlich eine ernste Erinnerung an das,
                    was nottut. Im Angesicht des Kreuzes <term type="Sachen" key="Kreuz / Kreuzestod">Jesu</term> wollen wir uns fragen: Steht bei
                    uns der Geist des Herrschens in Kraft oder der Geist Christi, der Geist des
                        <term type="Sachen" key="Jesus Christus, Geist des Dienens">Dienens</term>? Wenn du es ernst nimmst mit diesem Dienen, dann wirst
                    du über kurz oder lang an den Punkt kommen, wo du wie der Reformator <persName ref="kbga-actors-443">Zwingli</persName> seufzen musst:</p>
              
                    <q rend="block">
                        <lg>
                            <l>«Herr, nun heb den Wagen selbst!»<note xml:id="n10">Erste Zeile des «Kappeler Liedes» von <bibl corresp="kbga-bibls-1936">U. Zwingli: «Her, nun
                                    heb den wagen selb!» (ders., <hi rend="italic">Sämtliche Werke</hi>
                                    VI/5 [CR 93/5], S. 395–398, dort S. 395)</bibl>. Die
                                    hochdeutsche Fassung des Liedes <bibl type="song" corresp="kbga-songs-256">«Herr, nun selbst den Wagen
                                    halt!» von <persName ref="kbga-actors-4485">Fr. Spitta</persName> findet sich in RG 792 und EG 242</bibl>.</note>
                            </l>
                        </lg>
                    </q>
             
                <p rend="noindent">Dann ist die Zeit da, wo du deine Augen erheben darfst zu dem
                    Mann, der vollbracht, was du nicht vollbringen konntest, dann wird dir das
                    Haupt voll Blut und Wunden<note xml:id="n11">Vgl. das <bibl type="song" corresp="kbga-songs-84">Lied «O Haupt voll Blut und Wunden» von <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName> (RG 445; EG 85)</bibl>.</note> nicht
                    mehr ein Rätsel sein oder ein frommer Gedanke, du wirst mit Allen, die Gott
                    lieb haben, erkennen:</p>
             
                    <q rend="block">
                        <lg>
                            <l>Hier ist heiliges Land! [vgl. 
                                <ref type="can" subtype="bible" target="Ex.3.5">Ex. 3,5</ref>]</l>
                        </lg>
                    </q>
                </div>  
                <div type="closer">
                        <salute>Amen!</salute>
                </div>
            </div>
        </body>
    </text>
</TEI>
