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        <title type="volume" n="vol-51">Predigten 1911</title>
        <title type="content">Predigt: Matthäus 6,9b</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Matthäus 6,9b, 13. August 1911</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/51021 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1911, hrsg. v. Busch, Eberhard / Busch-Blum, Beate (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2015, S. 241–250.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1911</title>
          <title type="text">Predigt: Matthäus 6,9b</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Busch, Eberhard</editor>
          <editor>Busch-Blum, Beate</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2015</date>
          <biblScope unit="page">241–250</biblScope>
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        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Mt 6,9b, 13. August 1911. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1517">KBA 1052</ref>. </bibl>
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                        <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>, <date when="1911-08-13">Sonntag, den 13. August 1911</date> 
                        <lb/>(9. nach Trinitatis)
                    </dateline>
                    <epigraph>
                        <cit>
                            <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.9">Matthäus 6,9b</ref>
                            <quote>
                                Dein Name werde geheiligt!
                            </quote>
                        </cit>
                    </epigraph>
                <salute>Liebe Freunde!</salute>
                </div>
                <div type="main">
                <p>Den Namen Gottes haben wir in unsern letzten Betrachtungen kennenzulernen versucht. Gott <hi rend="italic">heißt</hi> das, was er <hi rend="italic">ist: Vater, unser</hi> Vater im <term type="Sachen" key="Gott, Vater im Himmel"><hi rend="italic">Himmel</hi></term>. Unter uns Menschen dient der <term type="Sachen" key="Namen">Name</term> dazu, den Einzelnen kenntlich zu machen, von Andern seinesgleichen zu unterscheiden. An den Namen eines Menschen erinnern wir uns, indem wir an ihn denken; seinen Namen brauchen wir, wenn wir etwas von ihm sagen; mit seinem Namen reden wir ihn an, wenn wir etwas von ihm wollen. Leider haben die Namen unter uns nicht mehr den Sinn, den sie ursprünglich hatten. In alten Zeiten bezeichneten sie genau und unmissverständlich den oder jenen bestimmten Menschen. So haben alle unsre <term type="Sachen" key="Namen, Vornamen">Vornamen</term> so gut wie die <term type="Sachen" key="Namen, Familiennamen">Familiennamen</term> einmal einen Grund und Sinn gehabt in irgendeiner Eigenschaft bestimmter Menschen. Dann wurden sie allgemein und gedankenlos gegeben wie unsre Vor- und Taufnamen oder sie vererbten sich auf ganze Familien und beide Mal verloren sie den ursprünglichen genauen Sinn. Man weiß nicht mehr, wer gemeint ist, wenn man sie ausspricht. Will man einen bestimmten Menschen damit bezeichnen, dann muss man schon eine Art <term type="Sachen" key="Namen, Übernamen">Übernamen</term><note xml:id="n01">Übernamen sind Beinamen, die eine Person nach körperlichen, geistigen, charakterlichen Merkmalen oder Ereignissen aus ihrer Lebensgeschichte für ein bestimmtes Umfeld eindeutig kenntlich machen, besonders dann, wenn es in diesem Umfeld mehrere Personen mit gleichen Vor- und Familiennamen gibt. Üblich waren und sind sie in engen Gemeinschaften, etwa eben in Dörfern wie dem damaligen <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName> oder auch in studentischen Verbindungen.</note> hinzufügen, wie es ja gerade in unserm <term type="Sachen" key="Safenwil">Dorf</term> üblich ist, und es entsteht dann im Grunde ein neuer Name. – |</p>
                <p>Der Name des Gottes, zu dem Jesus Christus uns führt, ist von vornherein gegen alle Verwechslungen und Missverständnisse geschützt. Er heißt: <hi rend="italic">Unser Vater im Himmel!</hi> Entweder man kennt die<pb xml:id="p242" ed="pga" break="no"/>sen Namen nicht oder man kennt ihn, und dann kennt man auch sofort den, der damit gemeint ist. Einen Zweiten dieses Namens gibt es nicht. Denn man kann nur <hi rend="italic">Einen</hi> kennen als unsern Vater im Himmel. So hat der Name <term type="Sachen" key="Gott, Name">Gottes</term>, den uns Jesus auf die Lippen gelegt, von vornherein etwas an sich, was ihn von allen Menschennamen unterscheidet. Und wir haben auch Alle das Gefühl, dass es immer etwas Einzigartiges ist, wenn wir <hi rend="italic">diesen</hi> Namen denken und aussprechen oder wenn wir mit diesem Namen den anreden, der damit gemeint ist. – |</p>
                <p>Aber nun heißt uns Jesus auch ausdrücklich und als erste Bitte von allen Gott anrufen: <hi rend="italic">Dein Name werde geheiligt!</hi> Das kann uns stutzig machen. Denn wir denken: dieser Name <hi rend="italic">ist</hi> heilig, wir brauchen nicht erst darum zu bitten, dass er’s werde. Oder ist es nicht ein heiliger Name: <hi rend="italic">unser Vater im Himmel?</hi> Wozu das Gebet um das, was schon da ist: dein Name werde geheiligt? Darauf hat schon <persName ref="kbga-actors-261">Martin Luther</persName> in seinem kleinen Katechismus die kurze und gute Antwort gegeben. Zur Erklärung dieser Bitte sagt er dort sehr schön und tiefsinnig und einfach: <hi rend="italic">Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, dass er bei uns auch heilig werde.</hi><note xml:id="n02">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-14">BSLK, S. 512,28–30</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-15">BSLK.NE, S. 874,11f.</bibl>.</note> Gerade so erklärt er bei den folgenden Bitten: Gottes <term type="Sachen" key="Reich Gottes">Reich</term> kommt ohne unser <term type="Sachen" key="Gebet">Gebet</term>, Gottes <term type="Sachen" key="Gott, Wille Gottes">Wille</term> geschieht ohne unser Gebet, Gott gibt Brot auch ohne unsre Bitte, <hi rend="italic">und doch</hi> sollen wir um alle diese Dinge bitten, denn nur indem wir beten, werden die großen Taten der Liebe <term type="Sachen" key="Gott, Liebe">Gottes</term> auch gerade <hi rend="italic">in unserm</hi> Leben wirksam.<note xml:id="n03">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-14">BSLK, S. 513,7–9.20–22.39–42</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-15">BSLK.NE, S. 876,4f.13f.; S. 878,4–6</bibl>.</note> Es ist also wirklich so, wie es uns eben zu unserm Erstaunen zu sein schien: Gottes <term type="Sachen" key="Gott, Heiligkeit seines Namens">Name</term>
                    <hi rend="italic">ist</hi> heilig, Gottes <term type="Sachen" key="Reich Gottes">Reich</term>
                    <hi rend="italic">kommt</hi>, sein <term type="Sachen" key="Gott, Wille Gottes">Wille</term>
                    <hi rend="italic">geschieht</hi> – <hi rend="italic">ohne</hi><note xml:id="n04">Im <ref corresp="A">Mskr.</ref> doppelt unterstrichen.</note> unser <term type="Sachen" key="Gebet">Gebet</term><hi rend="italic">,</hi> wir brauchen nicht erst darum zu bitten: es ist schon da. Und wir können uns nicht genug darüber freuen, dass dem so ist. Wenn Einer z. B. vor den Richter geht mit der Bitte: lass mir Gerechtigkeit widerfahren in dieser oder jener Sache, dann tut er’s, weil er weiß: der Richter ist der Mann, der auch ganz abgesehen von meiner persönlichen Bitte dazu da ist, <term type="Sachen" key="Recht">Recht</term> Recht sein zu lassen. Wüsste er’s anders, dann würde er nicht vor diesen Richter gehen. Oder du wendest dich mit der Bitte <pb xml:id="p243" ed="pga"/> um Hilfe in irgend einer Sache an deinen Nachbar. Das tust du, weil du weißt: der Nachbar ist auch ohne meine Bitte von vornherein hilfsbereit gesinnt. Indem ich ihn um Hilfe bitte, klopfe ich nicht Nusskerne aus einem harten Stein, sondern ich weiß, dass das, was ich suche, da ist, bevor ich es suche. Und wenn du zum Arzt gehst mit der Bitte, er möchte deinen zerbrochenen Arm einrichten, oder zum Schuster, er möchte deine Schuhe flicken, dann tust du’s, weil du zum vornherein, und bevor du fragst, weißt: das sind die Leute, die zerbrochene Arme einrichten und Schuhe flicken, weil sie’s gelernt haben, weil sie dazu da sind. Wüsstest du’s anders, du würdest mit deiner Bitte nicht zu ihnen gehen. Und so ist’s bei allen Bitten, die Menschen aneinander richten. Wir wissen: der Andre tut’s, was wir bitten geschieht auch ohne unsre Bitte. Der Richter lässt das Recht gelten, der Nachbar hilft, der Arzt heilt, der Schuster flickt, lange bevor wir bitten, und gerade deshalb wenden wir uns an sie. <hi rend="italic">Und doch</hi> bitten wir. Warum? Wir bitten, dass das, was ohnehin geschieht, auch <hi rend="italic">bei uns</hi> geschehe, dass der Richter gerade in unserm Fall erkläre, was <term type="Sachen" key="Recht">Recht</term> und Unrecht sei, dass der Nachbar gerade uns seine freundliche Hilfe zuteilwerden lasse und dass der Arzt und der Schuster gerade an uns tun, was seines Berufes ist. Ein Bitten besteht immer darin, dass ich zum Andern sage: Tu <hi rend="italic">mir</hi>, was du ohnehin tust. Zur Erfüllung braucht’s also immer zweierlei: dieses «ohnehin» <hi rend="italic">und</hi> die Bitte. Wenn du deine Wiese wässern willst, braucht es auch zweierlei: erstens, dass ohnehin ein Bach oder Teich da ist, zweitens, dass du einen Zufluss zu deiner Wiese machst. Eins nicht ohne das Andre. Und so steht’s nun auch bei unserm <term type="Sachen" key="Gebet">Gebet</term> zu Gott. Was wir bitten, erfüllt sich ohne unser Gebet. Aber wir bitten, dass es sich bei uns erfülle. Gottes herrliche <term type="Sachen" key="Gott, herrliche Taten">Taten</term> geschehen fortwährend – das ist der Bach oder Teich. Aber nur indem wir beten geschehen sie auch in unserm Leben – das Gebet ist der Zufluss, der das Wasser auf unsre Wiese leitet. Wir werden bei allen Bitten des Gebetes <term type="Sachen" key="Unser Vater">Jesu</term> finden, dass es so ist.</p>
                <p>So auch bei der Bitte: Dein Name werde geheiligt. Ja, es ist so: Gottes <term type="Sachen" key="Gott, Heiligkeit seines Namens">Name</term> ist an ihm selbst heilig. Auch ein oberflächlicher Mensch kann es schwerlich ohne einen ehrfürchtigen Schauder denken und aussprechen: Unser Vater im <term type="Sachen" key="Gott, Vater im Himmel">Himmel</term>! Aber wie ist es denn? Ist Gott unser Vater, so sind wir seine Kinder, so wird ebenso viel darauf ankommen, dass sein Name auch bei uns heilig sei. Es ist auch <pb xml:id="p244" ed="pga"/> unter Menschen Mancher ein Ehrenmann, aber ob sein Name in Ehren bleibt, das hängt von seinen Kindern ab. Ein <term type="Sachen" key="Namen">Name</term> kann seinen guten Klang behalten durch viele Generationen hindurch, er kann ihn aber auch verlieren durch <hi rend="italic">einen</hi> ungeratenen Sohn. So ist der gute <term type="Sachen" key="Namen, guter Name">Name</term> des Vaters Ehrensache nicht nur des Vaters, sondern gerade der Kinder. Auch wir sind Träger eines guten Namens, des Namens unsres Vaters im Himmel. Wir sind durch unsre <term type="Sachen" key="Taufe">Taufe</term>, durch unsre <term type="Sachen" key="Erziehung">Erziehung</term>, durch unsre <term type="Sachen" key="Lebenserfahrung">Lebenserfahrungen</term> dazu geführt worden, dass wir seine Kinder heißen dürfen. Jetzt wird es darauf ankommen, ob wir unserm Namen, der der Name <term type="Sachen" key="Gott, Name">Gottes</term> ist, Ehre machen. Das ist wahrhaftig unsre eigene dringende Angelegenheit, obwohl Gott schon selber für seine Heiligkeit sorgt. Und darum hat es seinen guten und klaren Grund, wenn wir beten: Dein Name werde geheiligt! Ich würde diese Bitte etwa so ausdrücken mit andern Worten: Unser Vater im Himmel! <hi rend="italic">Lass uns dessen wert sein, dass wir Deine Kinder heißen dürfen!</hi></p>
                <ab rend="center">*   *   *</ab>
                <p rend="noindent">Wir können schon den <term type="Sachen" key="Namen, Werthalten des N.">Namen</term> unsres menschlichen Vaters auf zweierlei Weise <hi rend="italic">wert</hi> halten oder <hi rend="italic">nicht</hi> wert halten. Erstens mit unsern Worten. Zweitens mit unserm Leben. Von den <hi rend="italic">Worten</hi> wollen wir zuerst reden. Was heißt denn das, einen Namen mit Worten wert halten oder heiligen? Offenbar doch soviel als: ihn nie anders über unsre Lippen bringen, als wie es dem Träger dieses Namens zukommt. Es heißt also einfach: diesen Namen mit <term type="Sachen" key="Wahrhaftigkeit">Wahrhaftigkeit</term> und nicht in <term type="Sachen" key="Lüge">Lüge</term> gebrauchen. Ein Sohn, der den Namen seines Vaters zu Unrecht mit einer leichtsinnigen oder sträflichen Tat in Verbindung bringt, der entheiligt den <term type="Sachen" key="Namen, Entheiligung des N.">Namen</term> seines Vaters, denn er lügt. Ein Sohn, der betrügerisch Schulden macht auf den Namen seines Vaters, entweiht ihn, denn auch da ist eine Lüge im Spiel. Ein Sohn, der ein schlechtes und unnützes Leben decken will mit dem Gedanken: mein Vater heißt ja so und so, der entheiligt dessen Namen, denn auch er lügt. In all diesen Fällen wird der gute Name vorgeschoben für etwas, das nicht gut ist. Der Vater wird durch eine offenkundige Lüge seines Sohnes als Einer hingestellt, der er gar nicht ist. So verliert sein Name, er wird <term type="Sachen" key="Namen, Entheiligung des N.">entheiligt</term>. Und gerade so machen es nun Unzählige, die Gottes Kinder heißen <pb xml:id="p245" ed="pga"/> dürfen. Sie entheiligen seinen <term type="Sachen" key="Gott, Entheiligung seines Namens">Namen</term>, indem sie durch eine Lüge Gott hinstellen als einen, der er gar nicht ist. Da sind vor Allem die, die Gottes Namen oberflächlich und <hi rend="italic">gedankenlos</hi> in den Mund nehmen. Ich denke an Alles das, was Jesus als Plappern bezeichnet hat [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.7">Mt. 6,7</ref>]. Da redet man von Gott und redet doch nicht von ihm. Es gibt so viele <term type="Sachen" key="Gebet">Gebete</term> und fromme <term type="Sachen" key="fromme Redensarten">Redensarten</term>, mit denen es so steht; man spricht sie, aber man denkt und erfährt nichts dabei. Und doch spricht man sie immer wieder. Aus solch plapperndem, gedankenlosem Frommreden ist auch das <term type="Sachen" key="Fluchen">Fluchen</term> hervorgegangen. Das heißt Gottes Namen entheiligen. Denn unser Vater im Himmel ist Leben, und wo man seinen Namen braucht, ohne dass das innere Leben da ist, da entheiligt man seinen <term type="Sachen" key="Gott, Entheiligung seines Namens">Namen</term>, weil man damit lügt, und wenn man noch so <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">fromm</term> zu sein denkt dabei. Gottes Namen heiligen in seinen Worten, das heißt <hi rend="italic">ernsthaft</hi> von ihm reden. Der Name Gottes darf nicht zu viel über unsere Lippen gehen. Es ist nicht ein Zeichen von besonderer Frömmigkeit, sondern von fehlender Tiefe, wenn man’s nicht lassen kann, hinten und vorne beständig vom «lieben Gott» zu reden. Den Namen eines toten <term type="Sachen" key="Götzen, tote">Götzen</term> mag man 100 000 Mal nennen und meinen, etwas Gutes damit zu tun, unser Vater im <term type="Sachen" key="Gott, Vater im Himmel">Himmel</term> verträgt es nicht, wie alles wahrhaft Große es nicht erträgt, dass man zuviel davon redet. Reden wir aber davon, nennen wir Gottes <term type="Sachen" key="Gott, Name">Namen</term>, dann müssen wir selbst und die Andern das Gefühl haben, dass damit etwas Besonderes geschehe. Es muss etwas innerlich in uns zittern vor Ergriffenheit dabei, es muss unser Wort klingen nicht nur wie ein ehrfurchtsvoller Anruf, sondern wie ein Gelöbnis der <term type="Sachen" key="Treue">Treue</term> und der <term type="Sachen" key="Arbeit">Arbeit</term>. So kommt es dem zu, der den Namen Vater im Himmel trägt. So heiligen wir seinen <term type="Sachen" key="Gott, Heiligung seines Namens">Namen</term>. – |</p>
                <p> Eine andre Art, Gottes Namen zu <term type="Sachen" key="Gott, Entheiligung seines Namens">entheiligen</term>, ist die <hi rend="italic">unfreudige Art</hi> von ihm zu reden. Es gibt viele Menschen, die nehmen es wohl recht wichtig und ernst, wenn sie von Gott reden, aber fast hätte ich gesagt: sie nehmen es <hi rend="italic">zu</hi> ernst damit. Sie machen, sobald von Gott und <term type="Sachen" key="Religion / Religionen">Religion</term> und <term type="Sachen" key="Kirche">Kirche</term> auch nur von Weitem die Rede ist, ein feierliches, böses Gesicht und meinen, es müsse so sein. Sehr oft sind das gar nicht die, die auch in ihrem Leben so ernst und zurückhaltend sind, sie leben im Übrigen wie Andre auch oder sogar heiterer als Andre, aber für den lieben Gott ziehen sie gleichsam immer ein schwarzes Kleid an. Ja, was soll denn das? Heißt das nicht auch, aus Gott etwas ganz <pb xml:id="p246" ed="pga"/> Anderes machen, als er ist? Heißt das nicht, seinen Namen entheiligen, wenn wir ihn nie anders als mit einem traurigen Gesicht aussprechen? Gott ist doch der <term type="Sachen" key="Gott, Vater">Vater</term>, der uns lieb <term type="Sachen" key="Gott, Liebe">hat</term>, der uns <hi rend="italic">Freude</hi>
                    <term type="Sachen" key="Gott, macht uns Freude">macht</term>, und da sollen wir auch <term type="Sachen" key="Freude, an Gott">Freude</term> an ihm haben, und das muss sich zeigen, wenn wir von ihm reden. Wenn du nicht weißt, was das heißt, dann schlag einmal dein <term type="Sachen" key="Gesangbuch">Gesangbuch</term> auf und nimm die Lieder von <persName ref="kbga-actors-131">Paul Gerhardt</persName> vor, etwa so eins wie «Sollt ich meinem Gott nicht singen!»<note xml:id="n05"><bibl type="song" corresp="kbga-songs-20">GERS 3; RG 724; EG 325</bibl>.</note> oder: «Geh aus mein Herz und suche Freud, in dieser schönen Sommerszeit.»<note xml:id="n06"><bibl type="song" corresp="kbga-songs-228">GERS 57; RG 537; EG 503</bibl>.</note>
                    <hi rend="italic">Das</hi> heißt Gottes Namen <term type="Sachen" key="Gott, Heiligung seines Namens">heiligen</term>; <hi rend="italic">so</hi> müssen wir’s auch machen<hi rend="italic">.</hi> Wir können z. B. damit anfangen, indem wir hier in der <term type="Sachen" key="Kirche">Kirche</term> etwas kräftiger und freudiger unsre schönen Choräle singen, als es gewöhnlich geschieht. Und nicht so langsam, ein Choral ist kein Trauermarsch, und Gott hält es nicht mit den Griesgrämigen, sondern mit den <term type="Sachen" key="Gott, hält es mit den Freudigen">Freudigen</term>. – |</p>
                <p>Aber nun müssen wir eine Stufe höher steigen. Gottes Name wird <term type="Sachen" key="Gott, Entheiligung seines Namens">entheiligt</term> überall da, wo man ein <hi rend="italic">Menschenmaß</hi> aufrichtet über das, was von Gott gelehrt oder nicht gelehrt werden solle, überall da also, wo man über Andre richtet, weil sie nicht die gleichen Gedanken über Gott haben wie der, welcher richtet. So hat man vor einigen Wochen in <placeName ref="kbga-places-289">Preußen</placeName> einen <term type="Sachen" key="Pfarrer">Pfarrer</term>, der von seiner ganzen Gemeinde verehrt wurde wegen seiner geistlichen Wirksamkeit, abgesetzt, weil er von Gott nicht mehr so lehre, wie man es in <placeName ref="kbga-places-289">Preußen</placeName> für richtig hält.<note xml:id="n07">Der Kölner Pfarrer <persName ref="kbga-actors-5998">Carl Jatho</persName> (1851–1913) wurde am <date when="1911-07-23">23. Juli 1911</date> aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber dem überkommenen Bekenntnis nach dem am <date when="1910-03-16">16. März 1910</date> für die altpreußische Union erlassenen <bibl corresp="kbga-bibls-691">Kirchengesetz betr. das «Verfahren bei Beanstandung der Lehre von Geistlichen» (AKED 59 [1910], S. 265)</bibl> dienstentlassen. Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-692">M. Wolfes, Art. «Jatho, Karl Wilhelm», in: RGG<hi rend="sup">4</hi> IV, Sp. 392</bibl>.</note> Ich glaube nicht, dass solches Richten und Absetzen, ob es nun im Großen oder Kleinen geschehe, verträglich ist mit Gottes <term type="Sachen" key="Gott, Entheiligung seines Namens">Heiligkeit</term>. Denn es wird auch da, oft in bester Meinung, Gott Gewalt angetan, er wird klein und eng gemacht, während er doch groß und weit ist wie der Himmel. Gottes Name wird als <term type="Sachen" key="Gott, Missbrauch seines Namens">Buchstabe</term> gebraucht, während er gebraucht sein will als Geist und Wahrheit. Wer Gottes Namen <term type="Sachen" key="Gott, Heiligung seines Namens">heiligen</term> will in seinen Worten, der kann nicht der Knecht eines Buch<pb xml:id="p247" ed="pga" break="no"/>stabens sein und noch weniger andre zu solchen Knechten machen wollen; der dringt ein in die Tiefen des Geistes des <term type="Sachen" key="Gott, Geist">Herrn</term>; der erkennt, dass, wo der Geist des Herrn ist, da ist <hi rend="italic">Freiheit</hi> [<ref type="can" subtype="bible" target="2.Kor.3.17">2.Kor. 3,17</ref>]. Die <term type="Sachen" key="Freiheit, Gegenteil von Menschenmaß">Freiheit</term> ist das Gegenteil von Menschenmaß. Wir haben Freiheit, weil unser Gott so überschwänglich reich und mannigfaltig ist. Er hat jedem von uns etwas Besonderes zu sagen, je nach seinem besondern <term type="Sachen" key="Charakter">Charakter</term>, seinen <term type="Sachen" key="Erfahrung">Erfahrungen</term> und Lebensumständen. Und darum will er vor Allem, dass jeder aufrichtig sei und sich von Niemandem, wer es auch sei, das Heft korrigieren lasse. Er ist der Gott der <term type="Sachen" key="Gott, Wahrheit">Wahrheit</term> und kann uns nur brauchen, wenn wir zuerst und zuletzt wahr sind mit uns selber. Sonst sind wir seine wahren Kinder nicht. Und so gehört die <term type="Sachen" key="Freiheit">Freiheit</term> hinzu zum Heilighalten seines <term type="Sachen" key="Gott, Heiligung seines Namens">Namens</term>. – |</p>
                <p>
                    <term type="Sachen" key="Ernsthaftigkeit">Ernsthaftigkeit</term>, <term type="Sachen" key="Freude">Freude</term>, <term type="Sachen" key="Freiheit">Freiheit</term> haben wir genannt, aber das Höchste und Größte kommt erst. – Gottes Name ist dann heilig in unsern Worten, wenn sie aus der <term type="Sachen" key="Liebe"><hi rend="italic">Liebe</hi></term> kommen. Darin ist alles Übrige enthalten. Und wenn’s am Übrigen fehlt, so kommt es daher, dass es im Grunde an der Liebe fehlt. Gott ist die Liebe [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Joh.4.16">1.Joh. 4,16</ref>], das predigt uns jedes Wort in seinem Namen, den wir nun kennengelernt haben. Und da erhebt sich nun sofort die Frage: Warum nimmst du den Namen dieses <term type="Sachen" key="Gott, Name">Gottes</term> in den Mund? Was willst du damit? Das kann die mannigfachsten Gründe haben. Bei manchen ist’s das, dass sie sich damit Ruhe schaffen möchten vor ihrem eigenen Gewissen, sie hoffen Seelenfrieden zu finden, wenn ihr Mund göttliche Worte spricht. Ja, so einfach ist das nicht. Es hat schon Mancher geredet und geredet von Gott, und es ist nicht besser geworden in seinem Innern. Dem Freiherr von Münchhausen, der sich an seinem eigenen Zopf aus dem Sumpf ziehen wollte,<note xml:id="n08">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2575"><persName ref="kbga-actors-6404">G. A. Bürger</persName>, <hi rend="italic">Wunderbare Reise zu Wasser und Lande, Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen, wie er dieselben bei der Flasche im Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt</hi>, (Erstdruck: 1786) Frankfurt/Main 1976, S. 53f.</bibl>: «Ein andres Mal wollte ich über einen Morast setzen, der mir anfänglich nicht so breit vorkam, als ich ihn fand, da ich mitten im Sprunge war. Schwebend in der Luft wendete ich daher wieder um, wo ich hergekommen war, um einen größern Anlauf zu nehmen. Gleichwohl sprang ich auch zum zweiten Male noch zu kurz und fiel nicht weit vom andern Ufer bis an den Hals in den Morast. Hier hätte ich unfehlbar umkommen müssen, wenn nicht die Stärke meines eigenen Armes mich an meinem eigenen Haarzopfe, samt dem Pferde, welches ich fest zwischen meine Knie schloß, wieder herausgezogen hätte.»</note> wird es schwerlich gelungen sein, und wer <pb xml:id="p248" ed="pga"/> nur von seiner eigenen <term type="Sachen" key="Sehnsucht">Sehnsucht</term> zehrt, wird nicht satt werden. Aber nun versuch es einmal, von Gott zu reden, ohne an dich zu denken, suche ihn den Andern zu bringen, zu zeigen, lebendig zu machen. Sieh, damit heiligst du seinen <term type="Sachen" key="Gott, Heiligung seines Namens">Namen</term>, denn das entspricht seiner eigenen Art: lieben, helfen, sich öffnen. So handelt Gott an uns. So sollen wir von ihm reden. – |</p>
                <p>Andre gibt’s, die reden von ihm, weil sie selbst in der Welt kein <term type="Sachen" key="Glück">Glück</term> gehabt und weil sie’s nun auch den Andern versauern möchten. Das gibt dann jenes unfreudige <term type="Sachen" key="Christentum, unfreudiges">Christentum</term>, von dem wir sprachen. Solche Menschen mögen oft in tiefem Ernst von Gott reden. Aber ist ihr Ernst auch <hi rend="italic">heiliger</hi> Ernst? Heiligen sie den Namen Gottes? Reden sie so von ihm, wie es seiner Art entspricht, oder wird er unter ihren Händen, in ihrem Munde ein finsterer, unfreundlicher Tyrann? Seht, wenn uns Gott heilig ist, dann reden wir so von ihm, dass wir Freude um uns verbreiten. Gott ist die Liebe [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Joh.4.16">1.Joh. 4,16</ref>], und die Liebe denkt nicht zuerst ans Verleiden, sondern ans <term type="Sachen" key="Liebe, denkt ans Schenken">Schenken</term>. So auch wir, wenn wir seinen <term type="Sachen" key="Gott, Name">Namen</term> in den Mund nehmen. – |</p>
                <p>Und wieder Andre sind, die reden von Gott, aber sie tun es aus einer versteckten, aber gründlichen <term type="Sachen" key="Eitelkeit">Eitelkeit</term>. Es tut der <term type="Sachen" key="Selbstliebe">Selbstliebe</term> so wohl, es hebt die Person so prächtig heraus, wenn man zu andern Leuten von dem reden darf, was das Höchste ist im Leben. Es liegt etwas so Angenehmes in dem Gefühl, sich selbst mit Gott auf die eine Seite zu stellen und die ganze übrige Welt auf die andre. Aber eine Heiligung des Namens Gottes ist das Reden nicht, das aus diesem Gefühl kommt. Es kann sehr schön und sehr <term type="Sachen" key="Frömmigkeit">fromm</term> sein, aber es ist nicht das, was Gott braucht. Denn wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.13.1">1.Kor. 13,1</ref>]. Es sind vielmehr die Geister des Messens und Abwägens und Richtens der Andern, die aus diesem Gefühl kommen. Gottes <term type="Sachen" key="Gott, Geist">Geist</term> ist ein anderer. Wo <hi rend="italic">er</hi> wirklich ist, da vergisst man seine eigene Person, da denkt man nur daran: wie kann ich den Andern etwas sein, da ist man ganz von selber frei und unbefangen, da braucht man den Namen <term type="Sachen" key="Gott, Name">Gottes</term>, wie er gebraucht sein will, nicht um ein selbstgefälliges Spiel damit zu treiben, sondern um den Andern damit ein <term type="Sachen" key="Evangelium">Evangelium</term>, eine frohe, helfende, erlösende Botschaft zu bringen.</p>
                <p>Was sollen wir jetzt noch besonders davon reden, dass Gottes Name nicht nur in unsern Worten, sondern in unserm <term type="Sachen" key="Leben"><hi rend="italic">Leben</hi></term> geheiligt <pb xml:id="p249" ed="pga"/>
                    <term type="Sachen" key="Gott, Heiligung seines Namens">werden</term> soll. Als ob das Eine möglich wäre ohne das Andre! Als ob man von Gott würdig reden könnte, ohne seiner würdig zu <hi rend="italic">sein</hi>. <term type="Sachen" key="Ernsthaftigkeit">Ernsthaftigkeit</term>, <term type="Sachen" key="Freude">Freude</term>, <term type="Sachen" key="Freiheit">Freiheit</term>, <term type="Sachen" key="Liebe">Liebe</term> – das sind die Dinge, die nicht nur in unsern Worten liegen müssen, sondern in unsern Herzen und in unserm Tun, wenn Gottes Name bei uns heilig sein soll. Liegen sie nicht in unserm Herzen, so liegen sie sicher auch nicht in unsern Worten.</p>
                <p>Und nun können wir zum Schluss noch etwas Näheres sagen über das merkwürdige Wort «heilig» und «heiligen». Es haben auch die <term type="Sachen" key="Juden / Judentum">Juden</term> zur Zeit Jesu gebetet: Dein Name werde geheiligt! Aber es hatte einen tief verschiedenen Sinn, ob sie es beteten oder ob Jesus es tat. Wenn sie es taten, dann bedeutete es so viel als: man muss <term type="Sachen" key="Respekt">Respekt</term> haben, man muss feierlich und gewichtig werden, man muss Umstände und <term type="Sachen" key="Zeremonien">Zeremonien</term> machen, wenn man das Wort «Gott» ausspricht. Sogar für das Schreiben des Wortes hatten sie allerlei Heimlichkeiten erfunden, um nur ja eine <term type="Sachen" key="Gott, Entheiligung seines Namens">Entheiligung</term> zu verhindern. Und so denken es sich wohl auch noch manche <term type="Sachen" key="Christen">Christen</term>, als ob das die Heiligkeit des Namens <term type="Sachen" key="Gott, Heiligkeit seines Namens">Gottes</term> sei, dass er nur mit besondern Betonungen und in besonderer Feierlichkeit von uns gebraucht werde. – |</p>
                <p>Der Sinn Jesu ist ganz ein anderer. Ihm kommt Alles an auf den Geist und die Meinung, in der wir von Gott reden. Ihm kommt es überhaupt auf den Geist und die Meinung an, die in uns leben. Es gibt einen Geist und eine Meinung, die heiligen <term type="Sachen" key="Gott, Heiligung">Gott</term>, weil sie seiner würdig sind, und einen andern Geist und eine andre Meinung, die entheiligen <term type="Sachen" key="Gott, Entheiligung">ihn</term>, weil sie ihn zur Lüge machen. Was wir nötig haben, um vor Gott zu bestehen, das sind nicht die heiligen Worte, sondern das ist der heilige <term type="Sachen" key="Heiliger Geist">Geist</term>, der Geist der Zucht und der Kraft und der Selbstlosigkeit [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="2.Tim.1.7">2.Tim. 1,7</ref>], der von Gott redet, ohne dass ein Wort über unsre Lippen kommt, der von Gott redet, während wir an der Arbeit sind oder bei Tische sitzen, während wir unsre häuslichen Pflichten tun oder während wir mit guten Freunden zusammen sind. Wenn wir diesen Geist haben, sind wir Gottes Kinder und seiner würdig [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.14">Röm. 8,14</ref>]. Dann ist sein Name heilig bei uns. Denn dieser <term type="Sachen" key="Heiliger Geist">Geist</term> ist <hi rend="italic">sein</hi> Geist. Aber eben weil es sein Geist ist, müssen wir bei ihm selbst darum bitten und suchen. Und unser Suchen kann nicht vergeblich sein: er hat uns Jesus gegeben und gezeigt, damit er uns heilig <term type="Sachen" key="Heiligung">macht</term>, wie es den Söhnen des himmlischen Vaters zukommt. <hi rend="italic">Er</hi> muss uns <pb xml:id="p250" ed="pga"/> anleiten, zu suchen und zu finden, worum wir bitten: Dein Name werde geheiligt! Dein guter Geist der <term type="Sachen" key="Ernsthaftigkeit">Ernsthaftigkeit</term>, der <term type="Sachen" key="Freude">Freude</term>, der <term type="Sachen" key="Freiheit">Freiheit</term>, der <term type="Sachen" key="Liebe">Liebe</term>, er erfülle unsre Herzen und reinige unsre Lippen!</p>
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                <salute>Amen.</salute>
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