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        <title type="volume" n="vol-05">Predigten 1914</title>
        <title type="content">Predigt: Hebräer 4,9-10</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Hebräer 4,9-10, 22. November 1914</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/5052 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1914, hrsg. v. Fähler, Ursula / Fähler, Jochen (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 1999, S. 576–587.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1914</title>
          <title type="text">Predigt: Hebräer 4,9-10</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Fähler, Ursula</editor>
          <editor>Fähler, Jochen</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1999</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 576-587</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe I.5, Predigten 1914, sermon 247</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Hebr 4,9-10, 22. November 1914. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1687">KBA 1225</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1914-11-22">22. November 1914</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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                        <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>, <placeName ref="kbga-places-243">Kölliken</placeName>, Sonntag, den <date when="1914-11-22">22. November
                  1914</date><note xml:id="n01">Als Lieder, die in dem Gottesdienst gesungen wurden, sind auf dem
                  <ref corresp="A">Mskr.</ref> notiert: <bibl corresp="kbga-songs-105" type="song">Nr. 324
                     (EKG 331): «Wer weiß, wie nahe mir mein Ende!» von <persName ref="kbga-actors-5858">Ä. J. Gräfin von
                  Schwarzburg-Rudolstadt</persName> (1637–1706), Strophen 1–3</bibl>; <bibl corresp="kbga-songs-89" type="song">
                  Nr. 344 (EKG 330): «Jesus, meine Zuversicht …» (Berlin 1653), Strophen 1,2,7.</bibl>
                        </note>
                    </dateline>
          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="Hebr.4.9 Hebr.4.10">Hebräer 4,9–10</ref>
              <quote>Es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes. Denn wer zu seiner Ruhe
                     gekommen ist, der ruhet auch von seinen Werken, gleichwie Gott von seinen. So
                     lasset uns nun Fleiß tun, einzukommen zu dieser Ruhe.</quote>
            </cit>
          </epigraph>
          <salute>Liebe Freunde!</salute>
        </div>
        <div type="main">
        <p>Heute wollen wir vom <hi rend="italic">Sterben</hi> reden. — Ein <hi rend="italic">trauriger</hi> Gegenstand!, denken jetzt vielleicht Manche von euch und Manche
               vielleicht: o wäre ich heute nicht in die Kirche gekommen, wenn ich nun davon hören
               soll! Warum von dem reden, was so düster ist, so schwere Gedanken macht und was ja
               doch einmal kommt, wenn es sein muß? Aber seht, das ists ja gerade, weshalb wir davon
               reden müssen. Warum soll es denn etwas Trauriges sein, ans Sterben zu denken und
               [davon] zu reden? Wenn es so ist,
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                dann sind wir böse dran. Dann ist wohl unser ganzes Leben heimlich etwas Trauriges?
               Denn nicht wahr, das Sterben gehört doch zum Leben, ob wirs nun wollen oder nicht.
               Unaufhaltsam gehen wir dem Tode entgegen. Wir sind Sterbende, indem wir leben.
               Irgendwo, früher oder später, wartet auf uns ein Ende. Und das Ende heißt: ein weißes
               Totenbett, ein Sarg, ein Grab. Du hast es bei Anderen schon oft gesehen, wie das ist,
               einmal wird es dann auch bei dir so sein. Wenn das etwas Trauriges, Düsteres,
               Schreckliches ist, dann ist es freilich schlimm. Denn das ist nun so, ob wir daran
               denken oder nicht. Dann ist wohl überhaupt auf dem Untergrund unseres Lebens eine
               große Traurigkeit verborgen, die wir nie ganz loswerden — die Traurigkeit darüber,
               daß dieses Ende einmal auf uns wartet. Und in unser Arbeiten und Schaffen, in unser
               Lachen und Singen hinein mischt sich heimlich der Giftgedanke: Alles hört einmal auf,
               und dann mußt du sterben. Wir unterdrücken ihn, und er ist doch da. Wir bringen ihn
               zum Schweigen, und er stört uns doch beständig. Er ist der Fremdling in unserem Blut,
               der uns, ob wirs wollen oder nicht, nicht zur Ruhe kommen läßt. Ob wir wohl gut tun,
               uns nun vorzunehmen, nicht mehr daran zu denken? Ob damit etwas besser wird?</p>
        <p>Die Zeitungen berichten uns alle Tage von dem plötzlichen Sterben von Tausenden und
               Abertausenden. Durch den Krieg ist der Tod auf einmal eine wichtige Sache für
               Millionen geworden. In endlosen Reihen liegen sie bereits da draußen unter fremdem
               Rasen gebettet, und endlose Reihen müssen ihnen noch folgen. Eine Kugel kam geflogen,
               gilt sie mir oder gilt sie dir?<note xml:id="n02">
                            <bibl corresp="kbga-songs-207" type="song">Anfang der 2. Strophe aus dem Lied
                  «Ich hatt’ einen Kameraden» von <persName ref="kbga-actors-814">L. Uhland</persName> (1787–1862)</bibl>.</note> Wie
               wollen wir uns eigentlich dazu stellen? Das Lied vom Sterben ertönt jetzt so
               eindringlich durch die Welt, daß wir es fast hören müssen, und unwillkürlich
               antwortet ihm eine Stimme tief aus unserem eigenen Inneren, auch wenn wir fern sind
               von Krieg und Kriegsgefahr: <milestone xml:id="m37" unit="page"/>
              
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                            <lg>
                                <l xml:space="preserve"><pb rend="noPipe" xml:id="p578" ed="pga"/> wer weiß, wie nahe mir mein Ende,</l>
                                <l xml:space="preserve">hin geht die Zeit, her kommt der Tod,</l>
                                <l xml:space="preserve">ach wie geschwinde, wie behende,</l>
                                <l xml:space="preserve">kann kommen meine Todesnot!<note xml:id="n03">Vgl. <ref type="pub" target="#fn_n01">Anm. 1, S. 576.</ref></note></l>
                            </lg>
                        </q> Das ist doch schlimm, wenn wir darauf nur immer nichts Anderes zu antworten
               wissen als: das ist traurig, laßt uns nicht mehr daran denken! Das ist ja im Grunde
               eine Feigheit, und aus einer Feigheit kann schwerlich etwas Gutes entstehen. Und die
               Feigheit entsteht aus einer Unwahrheit: wir wollen uns nicht eingestehen, was nun
               doch einmal so ist. Die Lüge aber hat noch immer das Leben verdorben. Wir
               verschleiern und verhüllen etwas, aber wir täuschen niemand als uns selber. Die
               Unruhe bleibt, und die Traurigkeit unserer Seele, die vor dem Sterben zittert, wird
               größer und größer. Warum wollen wir eigentlich nicht mutig sein und der Wahrheit die
               Ehre geben?</p>
        <p>Das Sterben etwas Trauriges?! Ja, für den <hi rend="italic">gedankenlosen</hi> Menschen.
               Für den, der gewohnt ist, nicht über das Nächstliegendste hinauszusehen und zu
               sinnen. Die Gedanken, das innere Leben sind es, die den Menschen reich machen, die
               ihm Halt geben. Alles Andere, was uns beschäftigen und erfreuen kann, ist eigentlich
               nur Zubehör des Lebens, ist nur der äußere Apparat, nicht das Leben selbst. Der lebt
               wirklich, dem die Quelle des inneren Lebens fließt, der etwas weiß von dem Leuchten
               der Gedanken. Wo das fehlt, da muß freilich der Tod etwas Schreckliches sein.
               Gleichgültig und träge floß das Leben dahin, eine einzige lange Dämmerung, ohne einen
               tiefen Grund, ohne ein großes Ereignis, ohne eine wertvolle Erkenntnis. Und nun kommt
               in dies Leben etwas so Ungeheures hinein: das Ende, das völlige Ende. Die Uhr ist
               abgelaufen. Still steht der murmelnde Bach. Heraus heißts auf einmal, aus allem
               Gewohnten, heraus — und was nun? wohin? Arme Menschen sind wir, wenn wir so leer sind
               und der Tod als das erste Große über uns hereinbricht. Dann sind wir ihm freilich
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                nicht gewachsen, dann können wir freilich nichts tun als vor ihm Angst haben schon
               im Voraus.</p>
        <p>Etwas Trauriges ist das Sterben auch für alle <hi rend="italic">kurzsichtigen</hi>
               Menschen. Das sind die, die sich zwar Gedanken machen über das Leben, aber es sind
               Gedanken ohne Flügel: sie vermögen nicht in die Höhe zu steigen, und es sind Gedanken
               ohne Schwerkraft: sie vermögen nicht in die Tiefe zu dringen. Und nun sinnen sie wohl
               auch über den Tod nach, aber sie sehen immer nur seine irdische, menschliche,
               natürliche Seite: sie umsorgen die Leiden, die dem Tode vorangehen können, und den
               bitteren Todeskampf, sie seufzen beim Gedanken an Alles, was sie zurücklassen müssen,
               sie werden tief wehmütig, wenn sie sich sagen, wie schnell man sie nach den ersten
               Zeiten der Trauer wird vergessen, wie leicht man es bald ohne sie wird machen können.
               Das ist ja alles ganz wahr, das wartet auf uns, und wir tun gut, es im Voraus zu
               überdenken, daß es so sein wird. Aber was für arme Menschen sind wir, wenn wir über
               diese Dinge nicht hinauszusehen vermögen! Es ist nicht damit getan, daß wir sinnen
               und studieren. Viele Menschen studieren nur zu viel. Es müssen große Gedanken sein,
               die uns bewegen. Und ob es große Gedanken sind, das bewährt sich gegenüber dem Tode.
               Wer immer nur über seine eigenen Schmerzlein und Freudlein studiert hat, der kann ja
               nicht anders, er muß vor dem Sterben Angst haben.</p>
        <p>Und traurig ist der Gedanke an den Tod auch für alle <hi rend="italic">kleinen</hi>
               Menschen. Ich meine jetzt damit die, die nicht nur von kleinen Gedanken und Gefühlen,
               sondern auch von einem kleinen Wesen erfüllt sind. Klein ist die Trägheit und die
               Eitelkeit, klein ist das Geschwätz und der Zank, klein ist der Hochmut und der Geiz,
               klein ist die Lüge und die Leidenschaft. Klein ist unser natürliches Wesen, solange
               wir uns selber noch nicht erzogen haben. Klein ist alles das an uns, was wir mit den
               Tieren gemeinsam haben, worin wir mit dem Tiger oder mit dem Affen auf einer Stufe
               bleiben. Wo kleines Wesen ist, da ist Furcht vor dem Tod. Es kann nicht anders sein,
               denn der Tod ist gewaltig groß. Vor ihm erscheint alles Kleine erbärmlich klein. Er
               nimmt uns
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                gerade alles das weg, woran wir uns natürlicherweise klammern: das liebe warme Leben
               läßt er erlöschen in grausamer, starrer Kälte, das liebe brauchbare Geld bleibt
               zurück und hilft uns so wenig mehr, als ob es Kieselsteine wären, was hilft Freude,
               Ansehen und Einfluß und was wir sonst so wichtig nehmen und um was wir sonst eifern
               mögen, wenns zum Sterben geht? Der Tod gebietet allen diesen Trieben Halt, indem er
               ihnen den Stoff und die Nahrung und den Atem nimmt. Der Tod setzt dem Tierischen in
               uns ein Ziel. Und wenn das nun unser Alles ist? Und wenn wir nun kleine Menschen
               sind? Dann haben wir freilich Anlaß, uns vor dem Sterben zu fürchten, dann ists
               wirklich etwas Trauriges, an das wir lieber nicht denken, das wir mit Recht auf die
               Seite schieben, solange wir können.</p>
        <p>Gedankenlosen, kurzsichtigen, kleinen Menschen ist der Gedanke ans Sterben ein
               trauriger Gedanke. Aber was sind denn das für Menschen? Das sind die Menschen, <hi rend="italic">denen Gott fehlt</hi>. Alles das, was ihnen fehlt: inneres Leben und
               große Gedanken, Würde und Freiheit — das alles ist doch Gott, das alles fließt aus
               ihm in tausend lebendigen Bächen. Sein ist die Herrlichkeit und die Kraft. Die
               Herrlichkeit, denn in ihm ist der Reichtum alles Wahren, Großen und Guten, aus dem
               wir in unserer Armut auch reich werden können, immer aufs neue. Und er ist die Kraft,
               denn er will und wirkt das Gute. Er befiehlt, so geschieht es, er gebietet, so steht
               es da [<ref type="can" subtype="bible" target="Ps.33.9">Ps. 33,9</ref>]. Wer
               gedankenlos, kurzsichtig, klein ist, dem fehlt nicht irgend etwas, dem fehlt Gott,
               dem fehlt die Quelle des Lebens [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Ps.36.10">Ps. 36,10</ref>]. Ihm mangelt es an Orientierung und Überblick
               über sein Dasein. Unbedeutende Dinge sind ihm unendlich wichtig, und unendlich
               wichtige sind ihm unbedeutend. Fremd steht er gewissen Erlebnissen gegenüber, er weiß
               nichts damit anzufangen, wie Felsblöcke aus der Urzeit liegen sie auf seinem Weg. Er
               erlebt eine große Freude oder ein ebenso großes Unglück, er begegnet einem
               hervorragenden Menschen, oder es wird ihm eine besonders schwere Aufgabe gestellt.
               Aber bei dem allen merkt und erfährt er nichts, er hat keinen Segen davon, er ist dem
               allen nicht gewachsen, dem einen so wenig wie
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                dem anderen. Vor Allem ist er dem Sterben nicht gewachsen, dem ungeheuersten
               Erlebnis, das unser aller wartet. Wie ein steinerner Klotz wartet der Tod auf ihn. Er
               kann ihn nicht umgehen, ihm nicht ausweichen, und doch versteht er ihn nicht, [er]
               ist ihm fremd und ungeheuerlich, er gehört nicht zu seinem Leben, sondern liegt
               gleichsam draußen als etwas Unnatürliches, als etwas, was nicht sein sollte, gegen
               das er sich mit aller Kraft sträuben möchte. Und darum fürchtet er den Tod. Wir
               fürchten ja immer das, was uns fremd ist, was wir nicht verstehen. Es kann nicht
               anders sein, wenn uns Gott fehlt, wenn wir die Quelle nicht kennen, aus der das Leben
               kommt, und die Fähigkeit zu leben.</p>
        <p>Denn <hi rend="italic">was heißt eigentlich Leben?</hi> Leben heißt doch eben nicht nur da
               sein, seine Tage zubringen einen um den anderen, seine guten und schlimmen
               Erfahrungen machen mit mehr oder weniger Glück und Verstand. Gegen diese
               Lebensauffassung sträubt sich das Tiefste und Beste, was in uns ist. Sondern leben
               heißt ein Meister sein. Leben heißt orientiert sein, heißt, sein Dasein überblicken
               und etwas daraus zu machen wissen. Leben heißt sein Dasein zu einem Ganzen gestalten,
               daß da nichts Fremdes und Unnatürliches und Feindseliges übrigbleibt, sondern daß
               Alles verstanden und verarbeitet wird zu einem Gewinn, zu einem Segen. Wo ein
               Erlebnis noch so als ein Felsblock daliegt auf unserem Weg, ohne daß wir wissen, was
               wir damit machen sollen, da soll es uns ein Zeichen sein, daß wir noch nicht völlig
               wissen, was Leben ist. Wo noch etwas so gleichsam draußen liegt, noch nicht zu uns
               gehört, da muß es hereingenommen, da muß es unser Besitz werden, wenn unser Leben
               wahrhaft Leben sein soll.</p>
        <p>Und damit das alles sei, damit wir leben können, dazu müssen wir <hi rend="italic">Gott
                  haben</hi>. Gott haben heißt einen Meister haben. Und darum dann auch ein Meister
               sein. Denn wer in Gottes Schule oder Werkstatt steht, der ist schon als Lehrling
               Meister. Will sagen: er kann etwas, er kann leben. Er tappt nicht ins Ungefähre, er
               erschrickt nicht und strauchelt nicht, sondern er versteht und begreift, er weiß, was
               hinter den Dingen ist, so seltsam sie auf den ersten Blick anmuten mögen. Er weiß das
               Hohe, Freudige,
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                Schöne daraus zu nehmen und sich zur Bereicherung, zum Segen werden zu lassen. Wer
               Gott hat, der hat den Schlüssel zum Leben und seinen Rätseln und Geheimnissen. Nach
               und nach, aber sicher und klar müssen sie alle sich ihm auftun. Immer weniger bleibt
               ihm liegen von solchen Blöcken, mit denen man nichts anzufangen weiß, immer weniger
               bleibt draußen, immer weniger erscheint fremd und unnatürlich. Immer mehr wird
               verarbeitet, hereingenommen, wird ein Teil des Ganzen, ein Teil unseres Lebens, das
               dazugehört und nicht fehlen darf. Meine Freunde, wenn wir Gott haben, der die
               Herrlichkeit und die Kraft ist, wenn wir die Quelle des Lebens kennen, dann lernen
               wir auch den Tod, das Sterben verstehen, dann wird auch der Tod zu einem Teil unseres
               Lebens, der nicht mehr fremd und beängstigend da draußen liegt, sondern den wir
               hineingenommen haben, der zu uns gehört. Er ist uns dann nichts Schreckliches mehr,
               und der Gedanke an ihn macht uns nicht trauriger als der Gedanke an irgend ein
               anderes Erlebnis, das hinter uns oder vor uns liegt.</p>
        <p>Denn wenn wir erwacht sind und die Erfahrung gemacht haben, daß wir Gottes Kinder
               sind, wenn wir Gottes Freunde geworden sind, dann ist uns vor Allem das Eine ganz
               sicher: <hi rend="italic">Gott stirbt nicht!</hi> Wer ihn gesehen hat, der hat den
               gesehen, der Unsterblichkeit hat [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="1.Tim.6.16">1.Tim. 6,16</ref>]. Die Natur ist ein großes Sterben. Der
               Herbst, der Winter, in den wir jetzt eingetreten sind, redet uns vom Sterben und von
               nichts als vom Sterben. Jede Pflanze, jedes Tierlein, aber nicht nur sie, die
               Gestirne des Himmels, die Sonne so gut wie unsere Erde, sie haben ihr Dasein eine
               Zeit lang, und danach ist es aus mit ihnen. Um wieviel mehr das Menschenleben, unser
               kleines Dasein zwischen Geburt und Tod. Es ist uns gesetzt, einmal zu sterben [vgl.
                  <ref type="can" subtype="bible" target="Hebr.9.27">Hebr. 9,27</ref>]. Unser
               körperliches Leben wartet darauf, ob wir ihm einen geistigen Inhalt geben, dann
               verlöscht es wie Alles in der Welt. Gott stirbt nicht. Alles Ding währt seine Zeit,
               Gottes Lieb in Ewigkeit.<note xml:id="n04">Refrain von <bibl corresp="kbga-songs-20" type="song">
                                Lied 3 (EKG <idno>232</idno>): «Sollt ich meinem Gott nicht singen?» von <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName> (1607–1676)</bibl>.</note>
               <q rend="block">
                            <lg>
                                <l xml:space="preserve"> <pb rend="noPipe" xml:id="p583" ed="pga"/>Und ob Alles in ewigem Wechsel kreist,</l>
                                <l xml:space="preserve">Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.<note xml:id="n05">Aus <bibl corresp="kbga-bibls-1574"><persName ref="kbga-actors-764">Fr. von Schillers</persName> Gedicht «Die Worte des Glaubens» (1797)</bibl>.</note></l>
                            </lg>
                        </q> Wie könnte die Wahrheit vergehen, und wie könnte die Gerechtigkeit und die Liebe
               sterben? Sie sind der Inhalt der Welt, während alles Andere sich wandelt und vergeht
               in geheimnisvollem, endlosem Wanderzug. Gottes Herrlichkeit und Kraft steht über
               Leben und Sterben. Gott sieht den Tod kommen und gehen, er berührt ihn nicht, Gott
               steht über ihm.</p>
        <p>Und nun geht von Gott aus <hi rend="italic">Unsterblichkeit hinein in die Welt</hi>. Er
               behält sein unvergängliches Wesen nicht für sich. Er ist nicht geizig mit dem, was
               ihn auszeichnet vor Allem, was da ist. Sondern er läßt seine Liebe hineinleuchten in
               den Strom des Vergänglichen und läßt seinen ruhigen Geist ausgehen und immer wieder
               ausgehen, ob er nicht Seelen finde, die nach ihm begehren und ihn aufnehmen. Und wo
               dann seine Liebe einen Widerschein findet und sein Geist eine Heimat, da kehrt Gott
               selber ein, und da heißt es nun mitten in der Vergänglichkeit: Gott stirbt nicht.
               Unvergleichlich machtvoll ist der ewige Gott in Jesus Christus in die vergängliche
               Welt hineingetreten, unvergleichlich kräftig hat da seine Liebe und sein Geist Einlaß
               begehrt, und wo man ihn gehört und ihm aufgetan hat, da ist es geschehen, daß dem
               Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht wurden
               [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="2.Tim.1.10">2.Tim. 1,10</ref>]. Wer an
               ihn glaubt, der lebt, ob er gleich stürbe [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.11.25">Joh. 11,25</ref>]. Er lebt, weil Gott lebt. Und weil Gott nicht
               stirbt, so kann dann auch Gottes Kind nicht sterben.</p>
        <p>Meine Freunde, <hi rend="italic">Erben der Unsterblichkeit</hi> Gottes — denkt, was
               das sagen will. Wir sollen über dem Tod stehen, wie Gott darüber steht. Von sicherer
               Warte aus sollen wir hinaussehen in den ewigen Wandel der Welt als solche, die eine
               Heimat haben. Inmitten der Jahrtausende, der unendlichen Welträume, in denen nichts
               Bleibendes ist, sollen wir uns geborgen fühlen, geborgen in Ewigkeit. Wir sollen den
               Tod kommen, aber auch wieder gehen
               <pb xml:id="p584" ed="pga"/>
                sehen. Ja, was ist uns dann der Tod, wenn Gott seinen Bund mit uns geschlossen, wenn
               wir ihn aufgenommen haben? Wenn er unser Meister geworden ist und wir selber begonnen
               haben, Meister zu werden über das Leben? Das ist jetzt vor allem Andern sicher, der
               Tod hat für uns dann <hi rend="italic">keinen Schrecken mehr</hi>. Er hört auf, etwas so
               außerordentlich Wichtiges zu sein, denn wir wissen, vor Gott kann er auf die eine
               oder andere Weise nichts Anderes sein als ein Übergang. Wir spüren: das eigentliche
               Leben, das in uns, was wahrhaft Leben zu heißen verdient, das wird von ihm nicht
               berührt. Wir fürchten uns nicht mehr, denn das eigentlich Lebendige in uns, das
               wirklich Wertvolle und Große in unserem Dasein, das kann durch den Tod nicht
               getroffen werden. Was da endigt und zerfällt, das ist nur eine Form. Die Form aber
               mag zerfallen, was hats dann für Not? Und so ist dieses Zerfallen und Endigen
               eigentlich ein Schein, ein Schatten. Je lebendiger wir werden am inwendigen Menschen,
               als Kinder Gottes, desto gelassener werden wir dem Sterben gegenüber. Wir wollen uns
               nicht zu rasch einbilden, wir seien so weit — so wie wir jetzt sind, muß uns das
               Sterben etwas furchtbar Ernstes sein — aber es hat Menschen gegeben, die so weit
               kamen, daß sie des Todes lachen konnten: Tod, wo ist dein Stachel [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.15.55">1.Kor. 15,55</ref>]! Trutz, Tod, komm her,
               ich fürcht dich nicht!<note xml:id="n06">Vgl. Anm. 7 zu Predigt 208 vom <date when="1914-03-01">1. März 1914</date>, <ref type="pub" target="5012#fn_n07">S. 114</ref>.</note> Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.15.57">1.Kor. 15,57</ref>]. Das waren solche Menschen, die Gottes so
               sicher geworden waren, daß sie über das Sterben denken konnten, wie Gott darüber
               denkt, daß sie es auffassen konnten als ein kleines Hindernis auf unserem Weg, das
               aber eigentlich als Hindernis gar nicht in Betracht kommt, als eine natürliche
               Angelegenheit, wo es gar nichts zu fürchten gibt, eine Schwelle, die man leichten
               Schrittes überschreitet, wie man von einem Zimmer ins andere geht. Das mag uns sehr
               merkwürdig vorkommen, solange uns Gott noch fehlt. Und es ist doch nicht anders: von
               Gott aus kommen wir zu dieser Gelassenheit. Was ist denn Sterben für den, der das
               Leben gefunden? Was ist denn der Tod für den, der im Ewigen lebt? </p>

        <p>
               <pb rend="noPipe" xml:id="p585" ed="pga"/> Aber Gelassenheit ist doch <hi rend="italic">nicht das höchste und letzte Wort</hi> dem
               Sterben gegenüber. Wir hören von der Todesverachtung der alten Römer oder der
               modernen Japaner, wir bewundern sie, aber wir trauen ihr doch den rechten Wert und
               die rechte Tiefe nicht zu. Wir beobachten auch unter uns häufig eine gewisse
               Gleichgültigkeit gegen den Tod, die mit Lebensüberdruß und Todesangst eigentlich mehr
               Ähnlichkeit [hat] als mit der feinen majestätischen Art, in der Gott über dem Tode
               steht. Wenn wir uns von Gott erlösen lassen, so führt er uns weiter als bloß dahin,
               daß uns das Sterben gleichgültig wird. Verachtet denn Gott den Tod?, müssen wir
               fragen. Man verachtet einen Feind, der Tod ist aber <hi rend="italic">kein Feind
                  Gottes</hi>. Der Tod wie das Leben sind doch gleicherweise in Gottes Hand, ja, sie
               sind ihm gleich liebe Kinder, beide mit ihrem besonderen Beruf. Tiefsinnig erzählt
               uns die Bibel, wie Gott nach vollbrachter Schöpfung ruhte von allen seinen Werken
                  [<ref type="can" subtype="bible" target="Gen.2.2">Gen. 2,2</ref>]. Beides gehört
               zu Gott: seine Schöpfung, das ist das Leben, das Entstehen und Bewegen und Dasein
               aller Dinge, seine Ruhe, das ist das Vergehen, das Sterben, der Tod. Gottes Schaffen
               muß sich vollenden in der Ruhe, und diese Ruhe ist doch kein Ende, sondern ewig der
               Anfang neuen Schaffens. So muß alles Leben sich vollenden im Tod, und doch ist der
               Tod nicht das Ende, sondern die Verheißung neuen Lebens. So steht Gott wahrhaftig
               über Tod und Leben. Er braucht in Ewigkeit beide. Wir stehen hier an der äußersten
               Grenze dessen, was unser Verstand noch denken kann, ohne in Phantasien
               hineinzugeraten. Aber soviel dürfen wir vielleicht doch noch sagen: Was wir als zwei
               verschiedene, aufeinanderfolgende Vorgänge betrachten: das Leben und das Sterben, das
               sind vor Gott nur zwei verschiedene Seiten seines einen gewaltigen Gotteswillens:
               indem Gott ruht von seinen Werken, ist er in mächtigster Tätigkeit, und all sein
               Schaffen, alles Drängen, alles Ringen ist ewige Ruh in Gott dem Herrn.<note xml:id="n07">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-1535">
                                <persName ref="kbga-actors-136">J. W. von Goethe</persName>, «<hi rend="italic">Zahme Xenien</hi> VI»
                 (Vers 1766–1773)</bibl>: <q rend="block">
                                <lg>
                                    <l xml:space="preserve">Wenn im Unendlichen dasselbe</l>
                                    <l xml:space="preserve">Sich wiederholend ewig fließt,</l>
                                    <l xml:space="preserve">Das tausendfältige Gewölbe</l>
                                    <l xml:space="preserve">Sich kräftig in einander schließt,</l>
                                    <l xml:space="preserve">Strömt Lebenslust aus allen Dingen,</l>
                                    <l xml:space="preserve">Dem kleinsten wie dem größten Stern,</l>
                                    <l xml:space="preserve">Und alles Drängen, alles Ringen</l>
                                    <l xml:space="preserve">Ist ewige Ruh in Gott dem Herrn.</l>
                                </lg>
                            </q>
                        </note> Er, der Ewige, umfaßt sie mit einem Blick, und in Ewig<pb xml:id="p586" ed="pga" break="no"/>keit wirkt er Beides: im Leben den Tod und im Tode das Leben. Das Kreuz Christi
               zeigt uns Gottes Gedanken jedem Kinde faßbar: da hat das reinste, beste Leben endigen
               müssen im Tod, damit aus dem Tode das Leben hervorgehe.</p>
        <p>So dürfen wir dem Sterben mit mehr als Gelassenheit entgegensehen. Das Leben und
               Sterben Jesu, in dem uns Gottes Absichten so deutlich entgegentreten, sagt uns nicht
               nur: es macht nichts!, sondern: der <hi rend="italic">Tod ist verschlungen in den
                  Sieg</hi> [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.15.55">1.Kor. 15,55</ref>]. <hi rend="italic">Es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes, und wer zu
                  seiner Ruhe gekommen ist, der ruhet auch von seinen Werken, gleichwie Gott von den
                  seinen</hi>. Wie zwei Brüder, die einatmen und ausatmen, wie Wurzel und Stamm, so
               gehören diese beiden zusammen: ein tätiges Leben im Dienste Gottes und die Ruhe in
               ihm. Sind wir Gottes sicher und gewiß geworden in freudigem Gehorsam und Vertrauen,
               hat unser Leben ewigen Inhalt bekommen, so empfinden wir doch schmerzlich die Lücke,
               die da immer bleiben wird zwischen uns und Gott. Wir empfinden sie in der Unruhe, von
               der unser menschliches Dasein innerlich und äußerlich erfüllt ist. Wir empfinden sie
               in der mancherlei Qual des Lebens, die keinem erspart bleibt. Wir empfinden sie vor
               Allem in der Schwachheit des Guten in uns, die uns zeitlebens stecken bleiben läßt in
               so mancher Halbheit, in so schweren Ungerechtigkeiten, in so bitteren Irrtümern. Gott
               antwortet uns darauf, indem er uns sterben läßt. Ein Stücklein nur vom Willen Gottes
               ist geschehen in unserem Leben, ein Stücklein Ewigkeit nur hat sich darin
               niedergelassen. Dann sagt uns Gott: es ist genug, und die Erde geht zur Erde, der
               Staub zum Staube, das unsterbliche Teil aber an uns zu dem, dem es gehört und von dem
               es gekommen ist. Es geht zur Ruhe in Gott. Nicht zur Untätigkeit. Sterben heißt nicht
               tot werden. Sterben heißt zurückkehren zu Gott, um da neue Kraft zu werden.
               <pb xml:id="p587" ed="pga"/>
                Sterben ist die Verheißung neuen Lebens. Aus der Unruhe in den Frieden. Aus der Qual
               in die Freude. Aus der Schwachheit in die Vollkommenheit. Aus der Halbheit ins volle
               Leben. Aus der Ungerechtigkeit dieser Welt in die stille, selige Ewigkeit. Sterben
               ist der Anfang davon. Nur der Anfang. Ihr wißt, wieviel man phantasiert über dies
               neue Leben. Ich möchte kein Wort zu viel sagen. Ich sage nur das, was wir wissen
               können: daß Sterben Ruhe in Gott ist und daß es keine Ruhe in Gott gibt, die nicht
               den Anfang neuen Lebens in sich bärge. Wir warten alle einer Auferstehung. O wenn wir
               doch nur <hi rend="italic">das</hi> wüßten! Aber das sicher und klar!</p>
        <p>
                        <hi rend="italic">So lasset uns nun Fleiß tun, einzukommen zu dieser Ruhe</hi>. Ja, meine
               Freunde, der Fleiß, den Gott von uns fordert, ist ein einfaches Stillehalten. Wir
               haben von den zweierlei Menschen geredet: von denen, denen Gott fremd ist und die
               sich darum vor dem Sterben fürchten müssen, und von denen, die Gottes Freunde sind
               und die darum dem Sterben entgegensehen als dem Eingang zu seiner Ruhe, als der
               Rückkehr zu ihrem ewigen Ursprung. Wir möchten zu den letzteren gehören. Wir können
               es und dürfen es. Aber wir müssen dazu Gott ganz anders gelten lassen in unserem
               Leben als bis dahin. An unserer falschen Stellung zum Tode mögen wir erkennen,
               wieviel uns noch fehlt. Wir wollen anfangen damit, stille zu halten, wenn Gott uns
               zeigen will, was Leben heißt. Dann sind wir <hi rend="italic">unterwegs</hi> dahin, wo uns
               das Sterben zur Freude wird.</p>
        </div>
        <div type="closer">
          <salute>Amen.</salute>
        </div>
    </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
