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        <title type="volume" n="vol-05">Predigten 1914</title>
        <title type="content">Predigt: Matthäus 6,33 (IV)</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Matthäus 6,33 (IV), 17. Mai 1914</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/5024 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1914, hrsg. v. Fähler, Ursula / Fähler, Jochen (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 1999, S. 242–254.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1914</title>
          <title type="text">Predigt: Matthäus 6,33 (IV)</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Fähler, Ursula</editor>
          <editor>Fähler, Jochen</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1999</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 242-254</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe I.5, Predigten 1914, sermon 220</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
        </bibl>
        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Mt 6,33 (IV), 17. Mai 1914. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1661">KBA 1198</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1914-05-17">17. Mai 1914</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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        <head>
                        <idno>220</idno>
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                        <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>, Sonntag, den <date when="1914-05-17">17. Mai 1914</date>
                    </dateline>
          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.33">Matthäus 6,33</ref>
                            <span>
                                <idno>IV</idno>
                            </span>
              <quote>Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit,
                        so wird euch solches alles zufallen.</quote>
            </cit>
          </epigraph>
          <salute>Liebe Freunde!</salute>
        </div>
        <div type="main">
        <p>Wir sprachen vor acht Tagen von der Ordnung, die in unserem Leben entstehen muß. «Am
               ersten nach dem Reiche Gottes trachten» — so lautet diese Ordnung. Gott über Alles!
               könnten wir noch kürzer sagen. <hi rend="italic">Zuerst</hi> immer denken, was wahr, sagen,
          was auf<pb xml:id="p243" ed="pga" break="no"/>richtig [ist], tun, was das Gewissen und die Liebe uns gebietet — <hi rend="italic">dann</hi> alle übrigen Rücksichten, Bedenken und Wünsche. Das ist der königliche
               Weg, den Jesus uns mit ihm zu gehen einladet. Wenn wir diese Ordnung umkehren, wenn
               wir irgend etwas über Gott und das, was göttlich ist, stellen, offen oder im
               Geheimen, so machen wir uns notwendig selbst unglücklich. Wir erfahren dann, was es
               heißt: <q rend="block">
                            <lg>
                                <l xml:space="preserve">Sie suchen viele Künste</l>
                                <l xml:space="preserve">und kommen weiter von dem Ziel!<note xml:id="n01"><bibl corresp="kbga-songs-169" type="song"> Lied 52 (EKG 368): «Der Mond ist aufgegangen …» von <persName ref="kbga-actors-947">M. Claudius</persName> (1740–1815), Schluß der 4. Strophe.</bibl></note></l>
                            </lg>
                        </q> </p>
               <p>Denn jener einfache Weg der unbedingten Unterordnung unter Gott, den Jesus
               gegangen ist, ist der einzige Weg zu einem freien, glücklichen, wahrhaftigen Leben,
               zum ewigen Leben. Alle anderen Wege, und wenn sie anfangs noch so lockend zu sein
               scheinen, noch so natürlich und selbstverständlich, sie enden im Unfrieden, in der
               Lüge, im Tod. Ich hoffe, etwas davon sei uns am letzten Sonntag klar geworden. Es
               bleibt nun nur die Frage, ob wir jenen einen Weg, den einfachen, den einzigen Weg
               auch <hi rend="italic">gehen</hi> wollen. Und über diese Frage können wir hier in der
               Kirche nicht reden — die muß ein jeder mit sich selbst abmachen.</p>
        <p>Aber nein, eine andere Frage ist noch da, von der können und müssen wir reden. —
               Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes! Wir wollen einen Augenblick annehmen, wir
               alle hätten nach ernstem, betendem Nachdenken mit festem, reifem Willen den <hi rend="italic">Entschluß gefaßt</hi>, nach diesem Worte Jesu zu denken und zu
               handeln. O wenn es Wahrheit wäre! Wie würden wir da fest auf unseren Füßen stehen!
               Wie würden da unsere Augen leuchten von einer tiefen innerlichen Freude! Wie wären da
               unsere Herzen erfüllt von dem einen seligen Gedanken: Gott sei Dank, daß er mich
               dahin gebracht hat, daß ichs gewagt habe, nie und nimmer zurück! Wir wollen annehmen,
               es sei so. Aber wo bleibt dann all <hi rend="italic">das Andere</hi>, nach dem wir doch,
               wie wir das letzte Mal gehört, in
               <pb xml:id="p244" ed="pga"/>
                diesem Leben nun einmal auch trachten, — auch trachten <hi rend="italic">müssen</hi>?
               Essen und Trinken, Erwerben und Verlieren, Freude und Schmerz, Recht und Unrecht, die
               Mitmenschen mit ihrem Einfluß und ihrer Macht über uns, Streit und Friede, Krankheit,
               Leben und Sterben — was wird aus dem Allen?</p>
        <p>Wir wollen doch vor allem <hi rend="italic">aufrichtig</hi> sein und uns eingestehen, daß
               das Alles unsere Herzen bewegt und unsere Gedanken beschäftigt, auch wenn wir jenen
               Vorsatz gefaßt haben mit allem Ernst. Nur keine Heuchelei, nur nicht die Einbildung,
               als ob wir «die Welt», wie man sagt, völlig hinter uns gelassen hätten, wenn einmal
               das große Licht: Gott über Alles! in unserer Seele aufgegangen ist. Das ist
               vielleicht von allen Einbildungen die gefährlichste. Wir sind alle, und wenn es noch
               so hell geworden ist in uns, ganz voll von der «Welt», und das kann auch gar nicht
               anders sein. Die Frage: was sollen wir essen? was sollen wir trinken? [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.31">Mt. 6,31</ref>] können wir alle nicht
               totschlagen, und wenn wir noch so gern wollten. 50 Franken Gewinn oder Verlust ist
               für die Allermeisten von uns eine höchst interessante Sache, es kann auch viel
               weniger sein. Wie kann es uns stundenlang, tage- und nächtelang sogar beschäftigen,
               wenn uns jemand beleidigt hat! Wir sehnen uns alle nach ein bißchen Freude. Wir
               leiden alle unter Not und Unrecht — und es gibt so viel Not und Unrecht in der Welt.
               Wir sind alle lieber gesund als krank, wir haben alle eher Angst vor dem Sterben als
               das Gegenteil. Also die Welt ist für uns alle ganz einfach da, und wir wollen doch
               nicht behaupten, es sei anders. Auch wenn die Menschen es uns glauben werden, Gott
               glaubt es uns sicher nicht, einfach weil es nicht wahr ist.</p>
        <p>Aber <hi rend="italic">was wird nun aus alledem</hi>, aus all diesen anderen Sachen, wenn
               das Reich Gottes unseres Lebens Stern und Ziel geworden ist? Wir hörten das letzte
               Mal, unser ganzes Leben müsse da zu einer Einheit werden, es müsse Alles, das Große
               und das Kleine, das Innerliche und das Äußerliche zusammenfließen zu einem starken
               Strom, der in der gleichen Richtung braust, zu einer hellen Flamme, die aufwärts
               lodert. Zuerst nach dem Reiche Gottes trachten, alles Andere muß diesem Einen dienen!
               Aber wahrlich,
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                das ist leichter gesagt als getan. Da entsteht die ernste Frage, wie denn das
               möglich sei, da erheben sich von allen Seiten die Zweifel und Schwierigkeiten, die
               wir nicht mit einem einfachen: es muß so sein! niederschlagen können. Von der einen
               Seite der Zweifel: da kommt man zu kurz im Leben, wenn man den Gehorsam gegen Gott
               über Alles stellt. Da kommt man nicht zu seiner Sache, wie man möchte, da kann man
               nicht die Stellung einnehmen unter den Leuten, die man gern hätte, da muß man Unrecht
               leiden, da hat man keine Freude mehr. Man muß doch ein bißchen knausern, gierig sein,
               dreinschlagen u.s.w., wie alle Welt es tut, sonst bringt mans zu nichts! Von der
               anderen Seite der Zweifel: Wer zu seiner Sache sieht,<note xml:id="n02">Zu seiner
                  Sache sehen = sich um seinen Besitz, um dessen Erhaltung und Vermehrung,
                  kümmern.</note> wer leben und etwas gelten und ein bißchen sich freuen will, der
               kann leider das Reich Gottes nicht als das Erste und Höchste auffassen, der muß
               darauf verzichten, ganz so rein und wahr und gerecht zu sein, wie er gerne wollte und
               wie es ja wohl auch im Grunde recht wäre. Was geschieht, wenn diese Zweifel recht
               haben? Dann gibt es ohne Zweifel einen Rückfall in jene Art, von der wir eben
               loskommen wollten. Dann sind wir auf einmal wieder mitten drin, alles Mögliche, Geld
               und Vergnügen, unsere Angst und unsere Wünsche, die Rücksicht auf die Leute und auf
               unser eigenes Behagen über die Rücksicht auf Gott zu stellen — mit allen bösen
               Folgen, die das nach sich zieht. Vielleicht auch mitten in der heuchlerischen Art,
               ein bißchen das und ein bißchen das zu erstreben, ein bißchen den menschlichen und
               ein bißchen den göttlichen Bedürfnissen des Lebens nachzugeben, so nebeneinander und
               abwechslungsweise — und haben wiederum die bösen Folgen der Heuchelei zu tragen. O
               diese «Welt», o diese «anderen» Bedürfnisse und Interessen, Wünsche und Befürchtungen
               neben dem einen großen Ziel unseres Lebens! Was soll aus ihnen werden? Wie sollen sie
               zu ihrem Recht kommen? Und wie kann das Reich Gottes wirklich und aufrichtig neben
               ihnen unser höchstes Ziel und Streben sein?</p>
       
        <p>
                        <pb rend="noPipe" xml:id="p246" ed="pga"/> Jesus gibt uns darauf eine Antwort, die wir gut beachten müssen, wenn wir überhaupt
               seine Aufforderung: Trachtet nach dem Reiche Gottes, verstehen wollen. «<hi rend="italic">Solches alles wird euch zufallen</hi>», sagt er. Alles Andere, was
               ihr braucht, werdet ihr dazu bekommen, geschenkt dazu bekommen, wenn ihr am ersten
               nach dem Reiche Gottes trachtet. All dieses Andere, was euch beschäftigt und bewegt,
               findet eine Lösung, eine Antwort, kommt zu seinem Ziel, wenn ihr <hi rend="italic">vor</hi> allem Anderen Gott gehorsam seid. Es wird Alles ganz von selbst da sein,
               in Ordnung da sein, wenn ihr den ersten großen Schritt getan habt, ganz
               selbstverständlich Gott über Alles zu stellen. Wie kindlich! denken wir vielleicht.
               Soll das nun die Antwort sein auf unsere schwere Frage, ob es denn möglich ist, ein
               Mensch Gottes zu sein mitten in der Welt?! Ja, das ist kindlich, das mag Manchem
               sogar närrisch erscheinen, weil es so ganz gegen den natürlichen, oberflächlichen
               Schein geht. Aber es heißt ja auch, daß, wenn wir nicht werden wie die Kinder, wir
               nicht ins Reich Gottes eingehen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.18.3">Mt. 18,3</ref>] und auch nicht danach trachten können. Wenn wir
               einmal Kinder geworden sind, wie Jesus es meinte, dann sehen wirs anders an. Wir
               lassen uns dann gern Narren nennen. Wir wissen, daß wir doch recht haben. Wir wissen:
               ja, gerade so ist es: es fällt einem Alles zu, es wird einem Alles geschenkt, es
               kommt Alles in Ordnung, wenn wir das Eine gelernt haben.</p>
        <p>Wir wollen einen Augenblick darüber nachdenken. Solches alles wird euch zufallen!
               sagt Jesus. «Solches alles», das heißt Alles, was wir nötig haben, was wir uns
               wünschen. Wir wollen mit dem Nächstliegendsten anfangen. Jesus nennt es selber in der
               Bergpredigt: <hi rend="italic">Was sollen wir essen? was sollen wir trinken?</hi> [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.31">Mt. 6,31</ref>]. Die große
               Erwerbsfrage. Wie leicht tritt sie an die erste Stelle in unserem Leben, an die
               Stelle, die die Frage nach Gott einnehmen sollte, besonders heutzutage, wo der Erwerb
               für Unzählige in allen Ständen so schwierig geworden ist! Und darum ist das Leben
               Unzähliger innerlich so leer und gedrückt geworden, so mutlos, kalt und lieblos, weil
               das Wort «Verdienen» ihnen das höchste Wort geworden ist. Wir haben ja schon oft
               davon geredet. Aber
               <pb xml:id="p247" ed="pga"/>
                wie soll es anders werden? Wie können wir frei bleiben oder frei werden von der
               furchtbaren Gefahr, Gott und dem Mammon zugleich dienen zu wollen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.24">Mt. 6,24</ref>] und dabei für Zeit und
               Ewigkeit verloren zu gehen? Jesus sagt es uns: trachtet am ersten nach dem Reiche
               Gottes, so wird euch solches alles zufallen! Werdet Gottes gehorsame Kinder, so
               werdet ihr zu essen und zu trinken haben. Schon im Alten Testament hören wir übrigens
               gelegentlich solche Töne: «Die den Herrn suchen, haben keinen Mangel an irgend einem
               Gut», sagt der Psalmsänger einmal [<ref type="can" subtype="bible" target="Ps.34.11">Ps. 34,11</ref>], und ein andermal: «Ich bin jung gewesen und alt geworden und
               habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen oder seinen Samen nach Brot gehen»
                  [<ref type="can" subtype="bible" target="Ps.37.25">Ps. 37,25</ref>]. Wunderbar:
               das Trachten nach Gottes Reich und Gerechtigkeit ist kein Hindernis für unser übriges
               Leben, wie wir in unseren Zweifeln oft meinen, im Gegenteil: da wird einem geholfen,
               da wird einem Alles geschenkt!</p>
        <p>Wie sollen wir das verstehen? Seht, Gott will ganz zweifellos, daß ein Jeder von uns
               das zu seinem Leben Nötige bekommen soll. Sonst hätte er uns nicht geschaffen mit
               diesen unabweisbaren Bedürfnissen, sonst hätte er die Welt nicht so schön und reich
               gemacht. Die Erde hat nicht nur Raum für Alle, sondern auch Brot für Alle. Wenn nun
               Menschen hungern müssen, wenn Viele ihr tägliches Brot nur unter jämmerlichen,
               niederdrückenden Verhältnissen verdienen können, wenn Viele ihr Leben in Kummer und
               Sorge zubringen müssen wegen der Frage: wie komme ich zu meiner Sache?, wenn über so
               Viele ein grauer Schleier von Mißmut und Unzufriedenheit ausgebreitet ist um des
               leidigen Geldes willen, das man zum Leben nun einmal braucht — woher kommt es?
               Wahrhaftig nicht von Gott, er gibt uns genug Fähigkeiten und Gelegenheiten, zu
               unserer Sache zu kommen. An uns Menschen fehlt es, bei uns ist entweder so oder so
               etwas nicht in Ordnung und muß anders werden. Und es wird anders, wir müssen nicht
               mehr hungern, nicht mehr in unerträglichen Verhältnissen leben, nicht mehr kümmern
               und sorgen, nicht mehr unzufrieden und grämlich sein, — wenn wir nach dem Reiche
               Gottes trachten.
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                Denn dieses Trachten hat unmittelbare Folgen für unser Leben. Entweder wir sehen
               ein: ich habe mich unnütz gesorgt und aufgeregt, ich habe den Gedanken ans Verdienen
               zu wichtig genommen und darüber Größeres vernachlässigt. Für wie Viele wäre es eine
               Erlösung, wenn sie sich nach Jesu Rat die Lilien auf dem Felde und die Vögel unter
               dem Himmel zum Vorbild nehmen könnten [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.26 Mt.6.29">Mt. 6,26–29</ref>], denn ihre Sorgen sind
               selbstfabrizierte Gespenster. Wenn wir nach dem Reiche Gottes trachten, sind sie
               verscheucht, diese Sorgengespenster. Wieder bei Anderen hat dieses Trachten nach dem
               Reiche Gottes ganz von selbst den Erfolg, daß sie fleißiger arbeiten, ordentlicher
               haushalten, mäßiger leben. O ja, wer einmal Gott von ganzem Herzen liebgewonnen hat,
               der sieht von selbst ein, daß er auch noch manches tun und lassen könnte, um mit dem
               Seinigen besser vorwärts zu kommen. Schlamperei und Unordnung und Genußsucht, die
               hören ganz von selbst auf, wo man Gott gehorsam ist, und damit wird dann die Quelle
               von unendlich vielem Nichtauskommen und Sorgen verstopft.</p>
        <p>Aber Hunger und drückende Verhältnisse und Unzufriedenheit können auch andere Gründe
               haben als bloß unnütze Gedanken oder Faulheit und Liederlichkeit. Es gibt heutzutage
               Millionen Menschen, die unter der Frage: was sollen wir essen? was sollen wir
               trinken? seufzen, bitter seufzen, und denen gegenüber es eine Grausamkeit wäre, nur
               zu sagen: sorgt euch doch nicht so! oder: seid nicht so faul und braucht nicht so
               viel! Es ist sicher, daß auch heute noch Unzählige diese Ratschläge nötig haben —
               aber ebenso sicher ist es, daß es töricht und schändlich ist, wenn so viele Christen
               gegenüber der Not der Gegenwart nichts Anderes zu sagen wissen als das. Die Ursache
               des größten Teiles der Not, der Sorge, der Unzufriedenheit, von der so viele unter
               uns bedrückt werden, liegt viel tiefer, als daß sie mit solchen Ermahnungen
               verscheucht werden könnten. Unser gesamtes Erwerbsleben ist im Laufe der letzten
               Jahrhunderte auf eine ungesunde Bahn gekommen, die große Mehrzahl der Menschen kann
               heute nicht mehr froh und frei für ihren Bedarf arbeiten, wie es in früheren
               Geschichts<pb xml:id="p249" ed="pga" break="no"/>perioden bis zu einem gewissen Grade der Fall war. Sie stehen unter einer
               ungeheueren Knechtschaft, sie alle, die Reichen und die Armen, die Herren, die Bauern
               und die Arbeiter. Das Geld, das ihnen dienen sollte, ist in Wirklichkeit ihr Meister
               geworden, und es ist ein grausamer Meister. Wie ein greulicher Drache lauert überall
               und überall der Drache des Kapitals. Er will nicht den Frieden, nicht das Glück,
               nicht die Freiheit der Menschen, er will nicht einmal, daß sie leben und satt werden,
               das Alles kümmert ihn gar nicht, er will nur seine Zinsen, seinen Profit, der
               niemandem zugute kommt oder doch nur ganz Wenigen, während der übergroßen Mehrzahl
               der Menschen nur das Nötigste übrigbleibt und infolgedessen eben die Sorge, die
               Unzufriedenheit, die ewige Unruhe. Überall, überall in der Stadt und auf dem Land, in
               der Villa und in der Arbeiterwohnung, in der Seele derer, die scheinbar Alles haben,
               was das Leben schön macht, und in der Seele dessen, der aus der Hand in den Mund
               leben muß, stoßen wir auf die verderblichen Folgen dieser ungeheueren Knechtschaft,
               unter der unser Zeitalter seufzt. Sie ist die sicherste Tatsache für jeden, der nur
               ein wenig die Augen auftun kann.</p>
        <p>Was sollen wir dazu sagen? Wollen wir müde die Achseln zucken und denken: da ist doch
               nichts zu ändern? Aber warum denn? Wollen wir denn nicht glauben an die gewaltige
               Kraft, die wir haben könnten, wenn wir wirklich nach dem Reiche Gottes trachten? … so
               wird euch solches alles zufallen! verheißt uns Jesus. Alles soll in Ordnung kommen,
               wenn wir Gott lieb haben. Wir haben ja gesehen, wie wahr das ist, was dieses Trachten
               nach dem Reiche Gottes für einen Erfolg hat, für eine Erlösungsmacht gegenüber den
               unnützen Sorgen, gegenüber der Faulheit und Liederlichkeit. Warum wollen wir denn
               nicht glauben, daß es auch Erfolg, daß es eine Erlösungskraft hat auch gegenüber der
               Geldknechtschaft, in die die heutige Menschheit hineingeraten ist? Was braucht es
               denn von unserer Seite zu diesem Erfolg? Es braucht dazu die große lebendige
               Hoffnung, daß die Macht der Gerechtigkeit schließlich größer sein <hi rend="italic">muß</hi> als die Mächte der Selbstsucht, von denen heute noch hoch und niedrig
               beherrscht sind. Und es
               <pb xml:id="p250" ed="pga"/>
                braucht dazu den großen, starken Willen, den natürlichen Widerstand dieser Mächte zu
               brechen, den Willen, etwas Besseres an ihre Stelle zu setzen. In uns allen, in den
               Tausenden und Millionen der leidenden Menschheit, in allen Klassen und Ständen muß
               diese Hoffnung, dieser Wille wach werden. Wenn das geschieht, dann ist die Erlösung
               da, dann werden wir es auch in diesem Stück erfahren: … es wird euch solches alles
               zufallen! es wird Alles in Ordnung kommen, was jetzt durch unsere Schuld in Unordnung
               geraten ist. Ist denn das so etwas Unmögliches? Alles ist möglich dem, der da glaubt
                  [<ref type="can" subtype="bible" target="Mk.9.23">Mk. 9,23</ref>]. Wenn wir am
               ersten nach dem Reiche Gottes trachten, wenn uns Gott wirklich über Alles geht, seht,
               dann haben wir jene Hoffnung, jenen Willen. Wenn wir sie noch nicht haben, dann fehlt
               es uns eben noch an jenem Tiefsten, Innerlichsten, wir haben in unserer Seele noch
               nicht ganz Ernst gemacht mit Gott. Was unsere Zeit, was die heutige Menschheit vor
               Allem braucht, das sind Menschen, die mit Gott auf der ganzen Linie ganzen Ernst
               machen. Wenn wir das einmal tun werden, dann bringt uns die Frage: was werden wir
               essen? was werden wir trinken? keinen Zweifel und keine Störungen mehr.</p>
        <p>Aber da sind noch andere Fragen, die uns stören und zweifelhaft machen können in der
               Losung: Gott über Alles! Da ist das natürliche Verlangen nach <hi rend="italic">Lebensfreude</hi>, das in uns allen lebt. Wir wünschen uns zwischen der Arbeit
               etwas, was uns zerstreut und Erholung gibt, der eine so und der andere anders, jeder
               nach seinem Charakter. Der jüngere Mensch vor Allem verlangt danach, auch einmal
               lustig zu sein. Zweifellos, daß das eine ungeheuere Gefahr für uns bedeutet, dieses
               Verlangen. Da rückt so leicht das Reich Gottes von der ersten wieder an die zweite
               Stelle in unserem inneren Leben. Da kommt es so leicht, sogar bei eifrigen Christen,
               in christlichen Vereinen z. B., zu der kleinen Heuchelei, daß man meint, Gott über
               Alles zu setzen, und in Wirklichkeit sich amüsiert, wie alle Welt auch, nur
               vielleicht auf eine besondere Weise. Da wird dann das Leben zu einem oberflächlich
               tändelnden Spiel, zu einer ewigen Jagd nach neuen Abwechslungen, und <hi rend="italic">wie</hi> oft
               <pb xml:id="p251" ed="pga"/>
                endet es noch schlimmer! Wir wissen alle Beispiele genug davon. Aber wie soll es
               anders werden? Wie können wir uns unseres Lebens freuen und doch frei bleiben von der
               Gefahr, die in der Lebensfreude schlummert? Wiederum antwortet uns Jesus: trachtet am
               ersten nach dem Reiche Gottes, so wird euch solches alles zufallen! Werdet Gottes
               gehorsame Kinder, dann werdet ihr echte, wirkliche Freude erleben. Wir können es.
               Denn auch die Freude ist ursprünglich aus Gott. Gott hat alles das geschaffen, was
               uns zur Freude rufen kann: die Jugend, die Natur, die Kameradschaft, Alles, was
               heiter und sonnig ist und stark macht. Wir dürfen genießen, o ja.</p>
        <p>Wiederum sind es wir Menschen, die uns das Genießen selber verderben, die wir die
               Lebensfreude uns selbst zu einer Gefahr gemacht haben. Unser gegenwärtiges
               Menschengeschlecht hat sich auch in dieser Hinsicht besonders weit entfernt von dem,
               was natürlich und vernünftig wäre. Tut eure Zeitung auf und seht, wie massenhaft das
               ganze Vergnügungswesen heutzutage geworden ist, wie krampfhaft die Sucht, immer Neues
               zu suchen und anzubieten, wie furchtbar oberflächlich und töricht ein großer, der
               größte Teil dieser Vergnügungen. Das hängt aufs engste mit jenem Grundübel unserer
               Zeit zusammen: es wird eben auch aus der menschlichen Genußsucht aufs mannigfaltigste
               Profit geschlagen, und darum muß sie immer aufs neue gekitzelt und geweckt werden.
               Wie schwer uns das schadet, brauche ich nicht zu beschreiben. Das brauchen wir gerade
               noch, wir nervösen Menschen von heutzutage, daß auch unsere Erholung noch zu einer
               solchen Hetze von allen möglichen Anregungen und Aufregungen werde, wie es
               tatsächlich weithin der Fall ist. Wie kommen wir los von dieser selbstgeschaffenen
               Gefahr? Moral predigen hat da gar keinen Wert, das hat man oft genug getan, und immer
               wieder mit dem gleichen Erfolg. Von der Vergnügungssucht unserer Zeit wird nur der
               frei, die echte, tiefe Lebensfreude findet nur der, der nach dem Reiche Gottes
               trachtet. … so wird euch solches alles zufallen — auch die Freude, auch das
               Vergnügen. Jawohl, wir sollen und dürfen uns freuen. Aber wenn wir Gott haben, Gott
               gehorsam sind,
               <pb xml:id="p252" ed="pga"/>
                dann ist es uns von vornherein unmöglich, den Taumel mitzumachen, der für so Viele
               Freude heißt. Dann lehnen wir von vornherein gewisse Oberflächlichkeiten und
               Torheiten ab. Wir kennen dann Größeres, Besseres. Wir werden dann von selbst auf die
               Freuden geraten, die edel sind, rein und fördernd, auf die Freuden, die uns stark und
               besser machen, auf die Freuden, die bleiben, auch wenn sie vorüber sind. Wir werden
               dann finden, daß die echte Freude nicht etwas ist, was wir außer uns suchen müssen,
               wenn wir auch dankbar sind für Alles, was Natur und Menschen uns bieten können. Wir
               werden die tiefste Freude entdecken, die in uns ist und mit uns geht, auch wenn der
               Himmel wieder trüb geworden ist. Trachtet nach dem Reiche Gottes! Dann wird euch die
               Freude sicher nicht zu einer Gefahr, dann könnt ihr dankbar genießen, was diese
               schöne Welt uns bietet, dann könnt ihr getrost einmal vergnügt sein neben dem grauen
               Alltag, habt keine Angst, ihr dürft. Das ist das Wunderbare: wer nach Gott trachtet,
               der <hi rend="italic">darf,</hi> es tut ihm nichts, er vermeidet von vornherein, was nicht
               recht ist. Er versteht die schwere Kunst, fröhlich zu sein. Jesus sagt uns nicht: tut
               dieses und laßt jenes! Er hält uns keine Moralpredigt über erlaubte und unerlaubte,
               nützliche und gefährliche Vergnügungen. Jesus sagt einfach: trachtet nach dem Reiche
               Gottes, so wird Alles in Ordnung sein!</p>
        <p>Wir könnten auch die Frage nennen, wie wir <hi rend="italic">unter unseren Mitmenschen
                  etwas sein und gelten</hi> können. Sie beschäftigt uns alle. Sie lenkt Manche von
               uns vom geraden, königlichen Wege ab. Es meint Mancher von uns, er wäre nicht mehr,
               was er ist unter den Anderen, er komme in Anfechtungen und Unannehmlichkeiten hinein,
               wenn er diesen königlichen Weg gehe. Und wurde dann so abhängig, so unfrei, so
               charakterlos. O wie schade, wie verkehrt richten wir doch oft unser Leben ein, gerade
               wenn wir am klügsten zu sein meinen! Du möchtest gern etwas sein unter den Anderen,
               einen guten Ruf haben, geliebt und gelobt werden. Schön, warum nicht? Auch dieses
               Verlangen kommt ursprünglich von Gott. Gott hat uns ja in der Tat unsere Mitmenschen
               gegeben zu Beispielen, zu Wächtern und Führern, auf die wir sehen, auf
               <pb xml:id="p253" ed="pga"/>
                deren Rat wir hören sollen. Aber seht, da haben wir wieder etwas verdreht, wir
               Menschen. Statt auf die anderen Menschen zu sehen und zu hören, machen wir uns selbst
               zu ihren Sklaven. Statt von jedem das zu lernen, was das Beste an ihm ist, und dann
               frei und stolz unseren eigenen Weg zu gehen, drücken wir uns vor Allem, achten vor
               allem darauf, nirgends anzustoßen, und gehen dann schließlich auf der großen
               Heerstraße, auf der Tausende schlendern, aber nicht zu einem guten Ziel. Wie solls
               anders werden mit uns? Wie können wir in ein rechtes, erfreuliches Verhältnis kommen
               zu den Anderen und doch frei bleiben von der Charakterlosigkeit, von der schwachen,
               trägen Abhängigkeit? Ja, da kann man wohl auch sagen: sei zu stolz, um ein solches
               Herdentier zu sein! Wage es, deinen eigenen Weg zu gehen! Aber was es eigentlich dazu
               braucht, das liegt doch tiefer. Was es braucht zur rechten Freude mit den Menschen
               und zu der rechten Freiheit von ihnen, das ist wiederum, daß wir Gott einmal ganz
               gehorsam werden. Wer mit Gott eins ist, der wird freilich nicht jedermanns Freund
               sein, aber er für sich bekommt die große Fähigkeit, jedermann als seinen Freund
               anzusehen und zu behandeln, bei jedem nach dem zu spähen, was etwa an ihm zu lernen
               wäre, und bei jedem danach, worin er ihm etwa helfen könnte. Es gibt Menschen, die
               das können, und das ist eins der wichtigsten Stücke der großen Kunst zu leben. Man
               kommt aber nicht anders dazu, als wenn man in sich die große Freude, die große
               Einheit hat, die man nur in der Gemeinschaft mit Gott findet. Wenn man so recht
               friedlich und freundlich gesinnt ist gegen Alle, dann hat man auch die rechte
               Freiheit ihnen gegenüber. Die friedlichsten Menschen sind auch immer die
               selbständigsten gewesen. Wohl uns, wenn wir das Beides am rechten Ort suchen. Wenn
               wir nach dem Reiche Gottes trachten, dann fällt es uns von selbst zu.</p>
        <p>Das und so unendlich viel Anderes. Wir können heute unmöglich all die Lebensprobleme
               beschreiben, die da ihre Lösung finden würden, wenn wir jenen großen Vorsatz gefaßt
               hätten. Bloß andeuten wollte ich es in einigen wichtigen Punkten: es würde Alles, <hi rend="italic">Alles</hi> in unserem Leben in Ordnung kommen, im
               <pb xml:id="p254" ed="pga"/>
                Großen wie im Kleinen, wenn jene Voraussetzung erfüllt wäre, wenn wir mit Gott Ernst
               machen würden, statt ihn so halb und halb als einen Schein zu betrachten. Wir dürfen
               uns darauf verlassen: es stimmt auch in den übrigen Punkten. Wir können den Versuch
               wagen, wo wir wollen, wir werden überall die gleiche Erfahrung machen: es fällt uns
               Alles zu, wir finden Alles, was wir nötig haben, wenn …</p>
        <p>O dieses «wenn»! Wenn dieses Wörtlein «wenn» nicht wäre! Erscheint euch wieder
               Manches unglaublich, schwer möglich von dem, was ich gesagt habe? Vertraut ihr nicht
               darauf, daß wirklich Alles in unserem Leben, <hi rend="italic">Alles</hi> gut sein würde,
               wenn wir nach Gottes Reich trachten würden? Ja zweifelt nur! Ja schüttelt nur den
               Kopf! ich zweifle auch! mir kommt es auch unglaublich vor — aber nicht, weil ich der
               Verheißung Gottes nicht traue, nicht, weil ich die Hoffnung, die auf dem Gehorsam
               gegen ihn sich gründet, für unsicher halte. O nein, der Glaube, wo er ist, <hi rend="italic">kann</hi> Berge versetzen 
               [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mk.11.23">Mk. 11,23</ref>], und er tut es. 
               Aber das <hi rend="italic">wenn</hi>, aber die Voraussetzung, die wir da immer gemacht haben, das völlige,
               radikale Ernstmachen mit Gott, zu dem wir kommen sollten! Ja, da kann man wohl
               zweifeln und den Kopf schütteln — über uns selbst. Laßt uns Gott bitten, daß er uns
               über diese einzige Ursache aller Zweifel einmal hinweghelfe, daß er jenes «wenn» in
               ein «denn» verwandle. Wie kommen wir dazu? Nun müßten wir unsere Predigten über
               diesen wundervollen Text von vorne anfangen. Trachtet am ersten nach dem Reiche
               Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen! Gott öffne
               uns die Augen für das Eine, in dem Alles beschlossen [ist] fürs Leben und fürs
               Sterben. Und für den Einen, Jesus Christus, der uns zu dem Einen hinführt. Wie sollte
               uns Gott in ihm nicht alles schenken [<ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.32">Röm. 8,32</ref>]?</p>
      </div>
      <div type="closer">
          <salute>Amen.</salute>
      </div>
    </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
