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        <title type="volume" n="vol-50">Unveröffentlichte Texte zur Kirchlichen Dogmatik</title>
        <title type="content">[Zur katholischen Auslegung der Schöpfungsgeschichte]</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: [Zur katholischen Auslegung der Schöpfungsgeschichte], kein Datum</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/50015 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Unveröffentlichte Texte zur Kirchlichen Dogmatik, hrsg. v. Stoevesandt, Hinrich / Trowitzsch, Michael (Gesamtausgabe, Abt. II), Zürich 2014, S. 630.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Unveröffentlichte Texte zur Kirchlichen Dogmatik</title>
          <title type="text">[Zur katholischen Auslegung der Schöpfungsgeschichte]</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Stoevesandt, Hinrich</editor>
          <editor>Trowitzsch, Michael</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2014</date>
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          <!--position within a volume-->
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, [Zur katholischen Auslegung der Schöpfungsgeschichte], kein Datum. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1144">KBA 25008</ref>. </bibl>
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        <date type="creation">kein Datum</date>
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    <pb xml:id="p626" ed="pga" rend="noPipe"/>
  
    <head>II. Die kleineren Fragmente<lb/> [Zur katholischen Auslegung der Schöpfungsgeschichte]</head>
  <div type="abstract">
     <p>Dieses Fragment<note xml:id="n01"><idno type="kba-objects-identifier">KBA 25008</idno>
       (CD-ROM, Text Nr. 8).</note> eines Exkurses gehört zu § 41,1: «Schöpfung, Geschichte,
      Schöpfungsgeschichte». Die Vorlesungsmitschrift von <persName ref="kbga-actors-7758">Sophie
       Apolant</persName><note xml:id="n02">Siehe oben, <ref type="pub" target="../volume/50/p003#p003">S. 3</ref>.</note> erlaubt seine Lokalisierung bei <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD III/1, S. 98</bibl>, nach dem Ende des in Petit gesetzten Exkurses
      über den Vergleich der biblischen Schöpfungssagen mit altorientalischen Mythen.<note xml:id="n03">Gegen die Vermutung von <persName ref="kbga-actors-3664">Hans-Anton
        Drewes</persName>, der das Stück aufgrund derselben Mitschrift bereits nach dem Ende des
       ersten in Petit gesetzten Absatzes <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD III/1, S. 95</bibl>,
       verortet (Begleitheft, S. 7 [Anhang, <ref type="pub" target="../volume/50/p687#p687">S. 687</ref>]). Gegen diese Annahme spricht zunächst rein formal, dass der am Ende des
       Typoskript-Fragmentes normal gesetzte Text eindeutig auf <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD
        III/1, S. 107</bibl> verweist und die Mitschrift <persName ref="kbga-actors-7758">Sophie Apolants</persName> auf den voranstehenden
       Exkurs beinahe zwei eng beschriebene Seiten verwendet, was doch auffallend viel wäre, wenn
       diese sich nur auf einen im Druck gerade einmal eine halbe Seite umfassenden Text bezögen.
       Der Grund für eine Positionierung auf S. 95 könnte zwar in dem Satz: «‹Historisierten Mythus›
       gibt es nicht, das ist eben keiner mehr» gesehen werden (Mitschrift Apolant, S. 10), der dann
       wohl auf <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD III/1, S. 95</bibl> («Aber ein historisierter Mythus
       ist kein Mythus, sondern eine Sage») bezogen würde. Jedoch folgt in der Mitschrift Apolant der Hinweis, man müsse sich «wahrlich nicht Sorgen
       machen um die Originalität des bibl. Berichts» (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD III/1,
        S. 98</bibl>, Ende des in Petit gesetzten Textes). Außerdem verfolgt die Mitschrift auch
       sonst markante Punkte des <hi rend="italic">ganzen</hi> gedruckten Exkurses: Die Erwähnung
       von <bibl corresp="kbga-bibls-4925"><persName ref="kbga-actors-1560">W. Eichrodt</persName>,
         <hi rend="italic">Theologie des Alten Testaments</hi>, Bd. 2: <hi rend="italic">Gott und
         die Welt</hi>, Leipzig 1935, S. 56</bibl>, bereits gegenüber des Textes auf S. 9 passt zu
        <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD III/1, S. 95</bibl> (<hi rend="italic">direkt vor</hi> dem
       oben angeführten Satz zum «Historisierten Mythus»); auf der gleichen S. 9 der Mitschrift
       folgt weiter unten: «Dieses Epos bildete das Textbuch einer dramat. Liturgie bei der babylon.
       Neujahrsfeier» (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD III/1, S. 96</bibl>); auf S. 10 der
       Mitschrift schließlich heißt es, nicht weit vom Übergang zum Inhalt des hier edierten
       Fragments: «Nur mit dem Mittel der Divination + Dichtung konnte das konzipiert werden, als
       Sage» (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD III/1, S. 98</bibl>: «Hier ist der Begriff der
       Praehistorie, […] der reinen Sage erfüllt. […] Es ist der selber geschichtliche Ursprung der
       wirklichen Geschichte, der hier den Gegenstand der Divination und der Dichtung
       bildet».).</note> <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> geht hier auf die Responsio der <foreign xml:lang="lat">Commissio de re Biblica: De
      charactere historico trium priorum capitum Geneseos</foreign> <hi rend="italic">vom <date when="1909-06-30">30. Juni 1909</date></hi><note xml:id="n04"><bibl corresp="kbga-bibls-4927">AAS 1 (1909), S. 567–569</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH
        3512–3519</bibl> (im Folgenden angeführt nach <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH</bibl>).</note>
      <hi rend="italic">ein.</hi></p>
     <p><pb xml:id="p627" ed="pga" rend="noPipe"/>
      <hi rend="italic">Der Inhalt des Fragments wurde nicht wieder aufgegriffen; der am Ende des
       Fragments und auch in der Vorlesungsmitschrift erkennbare Übergang vom Exkurs zu den
       Ausführungen über die «erste biblische Schöpfungsgeschichte» (<bibl corresp="kbga-bibls-2">KD
        III/1, S. 107</bibl>), wurde offensichtlich erheblich umgestaltet und erweitert.</hi></p>
  </div>
  
    <div>
     <head>[Zur katholischen Auslegung der Schöpfungsgeschichte<note xml:id="n05">In Angleichung an
       die von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> gewählte Überschrift von § 41,1 –
       und weil im Text des Exkurses nirgends «Schöpfungsbericht», sondern nur
       «Schöpfungsgeschichte» verwendet wird – wurde, anders als sonst, zu diesem Fragment die im
       Begleitheft, S. 7 (Anhang, <ref type="pub" target="../volume/50/p687#p687">S. 687</ref>),
       gewählte Überschrift von den Hrsg. abgeändert.</note>]</head>
<div>
      <div type="excursus">
     <p>Einheit des Menschengeschlechts). Nach diesen Aufstellungen der drei ersten Fragepunkte
      sollte man zunächst meinen, dass den katholischen <term key="Exegese, katholische">Exegeten</term> zwar die (nicht besonders erwähnte) Quellenscheidung stillschweigend
      erlaubt, dass ihnen aber vom Sagencharakter der <term key="Schöpfungsgeschichte">Schöpfungsgeschichte</term> und von ihrer Beziehung zu anderweitiger <term key="Mythologie">Mythologie</term> zu reden strikte verboten sei. Indem ausdrücklich auf den «<foreign xml:lang="lat">traditionalis sensus</foreign>» der Kirche Bezug genommen,<note xml:id="n06">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH 3513</bibl>.</note> indem ebenso ausdrücklich vom
       «<foreign xml:lang="lat">sensus literalis historicus</foreign>»,<note xml:id="n07">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH 3512.3514</bibl>.</note> von der «<foreign xml:lang="lat">historica veritas</foreign>» geredet,<note xml:id="n08">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH 3513</bibl>.</note> indem die Annahme einer Berührung zwischen biblischer Geschichte und
      orientalischer Überlieferung jedenfalls nur negativ erwähnt wird,<note xml:id="n09">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">ebd</bibl>.</note> möchte man eine andere als diese strikte
      Auslegung für ausgeschlossen halten. Aber hatte man, indem man sich zugleich auf die fast (!)
      einmütige Meinung der heiligen <term key="Kirchenväter">Väter</term> berief,<note xml:id="n10">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">ebd.</bibl>: «<foreign xml:lang="lat">unanimi fere
        sanctorum Patrum</foreign>».</note> nicht daran zu denken, dass unter den Vätern, die hier
      recht besonderer Meinung waren, nicht nur <persName ref="kbga-actors-2548">Clemens von
       Alexandrien</persName> und <persName ref="kbga-actors-308">Origenes</persName>, sondern doch
      auch <persName ref="kbga-actors-2791">Basilius der Große</persName>, <persName ref="kbga-actors-1009">Gregor von Nyssa</persName> und vor allem <persName ref="kbga-actors-14">Augustin</persName> waren? Man hat faktisch den Begriff der «Erzählung
      wirklicher Geschichte» vorsichtig doch nur dahin interpretiert, dass eine solche «der
      objektiven Realität und der historischen Wahrheit» <hi rend="italic">entsprechen</hi>
       (<foreign xml:lang="lat">respondere</foreign>) müsse;<note xml:id="n11">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">ebd</bibl>.</note> man hat faktisch doch nur die Ansicht verworfen,
      laut derer eine solche Entsprechung nicht stattfinde, laut derer die Genesistexte «<foreign xml:lang="lat"><hi rend="italic">fundamento</hi> objectivae realitatis <hi rend="italic">destituta</hi></foreign>» seien.<note xml:id="n12"><bibl corresp="kbga-bibls-25">Ebd.</bibl> (i. Orig. keine Hervorhebungen).</note> Wollte und konnte <pb xml:id="p628" ed="pga"/> man nun wirklich alle und jede Behauptung des Sagencharakters dieser Texte für
      ausgeschlossen erklären? Die Frage verstärkt sich, wenn man die in weiteren fünf Punkten
      gebotene Fortsetzung liest. Nun hört man nämlich – von einem naiven Verständnis des
      Vorhergehenden her gewiss nicht ohne Erstaunen –, es sei da, wo die <term key="Kirchenväter">Väter</term> und Kirchenlehrer in ihrer <term key="Exegese">Exegese</term> verschiedener
      Meinung gewesen seien, auch heute erlaubt, «<foreign xml:lang="lat">salvo ecclesiae iudicio
       servataque fidei analogia</foreign>» <hi rend="italic">die</hi> Meinung aufzunehmen und zu
      vertreten, «<foreign xml:lang="lat">quam quisque prudenter probaverit</foreign>».<note xml:id="n13"><bibl corresp="kbga-bibls-25">DH 3515</bibl>.</note> Ferner: Nicht alle und jede
      Worte und Sätze dieses Textes seien «<foreign xml:lang="lat">sensu proprio</foreign>» zu
      verstehen, insbesondere diejenigen nicht, welche offenkundig metaphorisch und anthropomorph
      gemeint seien, und auch nicht die, in denen die Vernunft <pb ed="A" n="107"/> (<foreign xml:lang="lat">ratio</foreign>) den Ausleger hindere, den «<foreign xml:lang="lat">sensus
       proprius</foreign>» anzunehmen, oder wo eine Notwendigkeit (<foreign xml:lang="lat">necessitas</foreign>) ihn geradezu zwinge, diesen fallen zu lassen.<note xml:id="n14">Vgl.
        <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH 3516</bibl>.</note> Ferner: Unter Voraussetzung der
      Anerkennung des wörtlichen und historischen Textsinnes gebe es an einigen Stellen auch eine
      legitime, von den <term key="Kirchenväter">Vätern</term> und von der Kirche selbst geübte
      Interpretation allegorischen und prophetischen Charakters.<note xml:id="n15">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH 3517</bibl>.</note> Ferner: Es sei <ref type="can" subtype="bible" target="Gen.1">Gen. 1</ref> nicht die Absicht des biblischen Schriftstellers
      gewesen, eine vollständige und genaue Beschreibung der Schöpfung «<foreign xml:lang="lat">scientifico more</foreign>» zu geben, vielmehr die, seinem Volke «<foreign xml:lang="lat">popularem notitiam</foreign>» davon zu vermitteln, «<foreign xml:lang="lat">prout communis
       sermo per ea ferebat tempora, sensibus et captui hominum accomodatam</foreign>», so dass die
      Auslegung nicht regelrecht und durchwegs (<foreign xml:lang="lat">adamussim
       semperque</foreign>) auf die Herausarbeitung wissenschaftlich exakter Begriffe ausgehen
       könne.<note xml:id="n16">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH 3518</bibl>.</note> Es wird
      den Exegeten endlich und zuletzt insbesondere freigestellt, ob sie unter dem Begriff des
      «Tages» <ref type="can" subtype="bible" target="Gen.1">Gen. 1</ref> «<foreign xml:lang="lat">sensu proprio</foreign>» einen «natürlichen Tag» oder «<foreign xml:lang="lat">sensu
       improprio</foreign>» einen unbestimmten Zeitraum im Allgemeinen verstehen wollten.<note xml:id="n17">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH 3519</bibl>.</note> Es ist deutlich, dass
      man gerade bei dieser letzten Bestimmung nicht nur die recht besondere Meinung jener heiligen
       <term key="Kirchenväter">Väter</term>, insbesondere des <persName ref="kbga-actors-14">Augustin</persName>, schonen wollte, nach der die sechs Tage keine zeitliche, sondern nur
      eine logische Bedeutung hätten, sondern auch der bekannten Auskunft neuerer Apologeten Raum zu
      lassen gedachte, wonach unter diesen sechs Tagen (in mehr oder weniger einleuchtender
      Beziehung zu den Periodenlehren der modernen <term key="Geologie">Geologie</term> und <term key="Paläontologie">Paläontologie</term>) irgendwelche ungeheure Zeiträume zu verstehen
      wären. Man möchte aber doch auch abgesehen von dieser besonderen Frage dafür halten, dass, von
      allen diesen Konzessionen her gesehen, die scheinbar strengeren allgemeinen Bestimmungen am
      Anfang dieses Dokumentes ein recht weitmaschiges Netz bilden, durch das sich auch eine sehr
      radikale <term key="Exegese">Exegese</term> kaum wesentlich behindert fühlen kann. Was heißt
       «<foreign xml:lang="lat">sensus literalis historicus</foreign>», wenn er nun doch praktisch
      überall auch «<foreign xml:lang="lat">sensu <pb xml:id="p629" ed="pga"/> improprio</foreign>»
      verstanden werden kann und teilweise – «<foreign xml:lang="lat">ratione et necessitate
       dictante</foreign>»<note xml:id="n18">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH 3516</bibl>: «[…]
        <foreign xml:lang="lat">et sensum proprium vel ratio tenere prohibeat vel neccessitas cogat
        dimittere</foreign>».</note> – geradezu verstanden werden muss? Wo ist die Grenze dessen,
      was von diesem dringenden Ratschlag der Vernunft oder gar von jenem Druck einer Notwen<pb ed="A" n="108" break="no"/>digkeit erreicht wird? Was ist der Unterschied zwischen der
      verbotenen Meinung, der biblische Schriftsteller habe in freier Komposition «<foreign xml:lang="lat">ad animorum instructionem et aedificationem</foreign>» teils historisch, teils
      selbst gestaltend geredet,<note xml:id="n19"><bibl corresp="kbga-bibls-25">DH
       3513</bibl>.</note> und der erlaubten Meinung, er habe nicht in wissenschaftlicher Exaktheit,
      sondern in der populären Sprache seiner Zeit unter Berücksichtigung der menschlichen
      Fassungskraft geredet?<note xml:id="n20">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH
       3518</bibl>.</note> Hat die Bibelkommision nun eigentlich mehr und etwas Anderes verboten als
      eine solche Exegese, laut derer die <term key="Schöpfungsgeschichte">Schöpfungsgeschichte</term> als solche gegenstandslos wäre, laut derer sie sich in keinem
      Sinn auf Geschichte als objektive Realität beziehen würde, laut derer sie als leere Fabel
      unter anderen leeren Fabeln in der Luft stehen würde, laut derer sie auch zu jenem «<foreign xml:lang="lat">fundamentum christianae religionis</foreign>»<note xml:id="n21">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-25">DH 3514</bibl>.</note> in keinerlei Beziehung stünde? Liest man das
      Dokument von hinten nach vorne, so möchte man annehmen, dass es mehr und etwas Anderes
      tatsächlich nicht verbieten wollte. Aber man soll es wohl nach wie vor auch von vorne nach
      hinten lesen und sich von dorther in aller Freiheit, die man sich auf Grund der letzten fünf
      Punkte nehmen möchte, auch bedroht oder doch gewarnt wissen. So bietet dieses hermeneutische
      Reglement selber exegetische Probleme von nicht geringem Ausmaß, zu deren Lösung man wohl auch
      die Hypothese von zwei ihm zu Grunde liegenden Quellen<note xml:id="n22">Anspielung auf die
       Zwei-Quellen-Theorie zur Entstehung der synoptischen Evangelien.</note> – einer
      spanisch-italienischen und einer deutschen vermutlich – heranziehen möchte. Wir haben uns mit
      oder ohne diese Hypothese damit abzufinden, dass das römisch-katholische <term key="Kirchenregiment, römisch-katholisches">Kirchenregiment</term> gerade solche vieldeutige
      Verlautbarungen nun einmal überaus liebt, und wollen froh sein, dass wir uns nicht den Kopf
      darüber zu zerbrechen brauchen, was es hier letztlich und eigentlich, ohne Hörner und
       Zähne<note xml:id="n23">Anspielung auf <persName ref="kbga-actors-261">Luthers</persName>
       Verweigerung eines Widerrufs vor dem Kaiser auf dem Wormser Reichstag 1521: Einleitend
       formulierte Luther, er wolle, da eine schlichte Antwort verlangt sei, eine solche ohne Hörner
       und Zähne geben (<bibl corresp="kbga-bibls-1980">WA 7, 838,2f.</bibl>: «<foreign xml:lang="lat">Quando ergo S. Maiestas vestra dominationesque vestrae simplex responsum petunt, dabo illud
        neque cornutum neque dentatum in hunc modum</foreign> […].»).</note> gemeint und gewollt
      haben möchte.</p>
       </div>
     <div>
     <p rend="margin-top"><pb xml:id="p630" ed="pga" rend="noPipe"/>
      Wir versuchen zunächst einen Überblick über den Gehalt des <hi rend="italic">ersten Schöpfungsberichtes</hi>
      <ref type="can" subtype="bible" target="Gen.1.1 Gen.2.4">Gen. 1,1–2,4a</ref>.</p>
     <p>1. Nach ihm bildet den schlechthinigen <hi rend="italic">Anfang</hi>, d. h. die unbedingte
      Voraussetzung der in der Genesis und in der angeschlossenen übrigen <term ref="kbga-keywords-568">alttestamentlichen</term> Darstellung zu beschreibenden Geschichte
      die Tat des Gottes Israels als des einen und
      allein wahren Gottes, in der dieser der Welt als dem Raume und dem Menschen als dem Träger
      dieser Geschichte allererst Sein und Wesen gab. Diese erste und grundlegende Tat dieses
      Gottes</p>
     </div>
     </div>
    </div>
   </div>
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