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        <title type="volume" n="vol-50">Unveröffentlichte Texte zur Kirchlichen Dogmatik</title>
        <title type="content">[Zusatz zur Auslegung des ersten Satzes der Barmer ­Theologischen Erklärung in KD II/1, S. 194–200]</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: [Zusatz zur Auslegung des ersten Satzes der Barmer ­Theologischen Erklärung in KD II/1, S. 194–200], kein Datum</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/50009 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Unveröffentlichte Texte zur Kirchlichen Dogmatik, hrsg. v. Stoevesandt, Hinrich / Trowitzsch, Michael (Gesamtausgabe, Abt. II), Zürich 2014, S. 570.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/50009</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Unveröffentlichte Texte zur Kirchlichen Dogmatik</title>
          <title type="text">[Zusatz zur Auslegung des ersten Satzes der Barmer ­Theologischen Erklärung in KD II/1, S. 194–200]</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Stoevesandt, Hinrich</editor>
          <editor>Trowitzsch, Michael</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2014</date>
          <biblScope unit="page">570</biblScope>
          <!--position within a volume-->
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, [II/1] §26 Exkurs im Exkurs über Barmen, kein Datum. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1138">KBA 25002</ref>. </bibl>
        <!-- we should provide more types: <bibl type="not-found-in-kba"></bibl> <bibl type="not-in-kba"></bibl>  -->
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      <div type="paper">
        <pb xml:id="p564" ed="pga" rend="noPipe"/>
        <head>II. Die kleineren Fragmente<lb/> [Zusatz zur Auslegung des ersten Satzes der Barmer ­Theologischen Erklärung<lb/> in KD
          II/1, S. 194–200]</head>
        <div type="abstract">

          <p>Wie schon das vorangehende gehörte auch dieses Fragment<note xml:id="n01"><idno type="kba-objects-identifier">KBA 25002</idno> (CD-ROM, Text Nr. 2).</note>
            ursprünglich zu <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD II/1</bibl>, § 26: «Die Erkennbarkeit
            Gottes», und zwar zur «kurzen geschichtlichen Kommentierung des ersten Satzes der
            Theologischen Erklärung der <orgName ref="kbga-actors-5393">Barmer Synode</orgName> vom <date when="1934-05-31">31. Mai
              1934</date>», die dort den zweiten Abschnitt («Die Bereitschaft des Menschen»<note xml:id="n02"><bibl corresp="kbga-bibls-2">KD II/1, S. 141–200</bibl>.</note>)
              beschließt.<note xml:id="n03"><bibl corresp="kbga-bibls-2">A.a.O., S. 194–200, Zitat
                S. 194</bibl>.</note></p>
          <p><hi rend="italic">Noch vor der eigenen Überarbeitung für den Druck hatte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> den im Dezember 1937 im Kolleg vorgetragenen
              Text dieser Kommentierung<note xml:id="n04">Auf einer der im KBA erhaltenen Exemplare
                findet sich in <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Handschrift der Hinweis: «Dies stammt aus einer Vorlesung von
                mir, im <date when="1937-12">Dez. 1937</date> hier in <placeName ref="kbga-places-5">Basel</placeName> gehalten»
                  (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 11125</idno>).</note> für
              Vervielfältigungen zur Verfügung gestellt, die – ohne Nennung des Verfassers –
              innerhalb der <orgName ref="kbga-actors-7774">Bekennenden <term ref="kbga-keywords-529">Kirche</term></orgName> in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> verbreitet wurden.<note xml:id="n05">Exemplare finden sich u. a. in: <idno type="kba-objects-identifier">KBA
                  11125</idno> und <idno type="kba-objects-identifier">KBA 11126</idno>;
                <ref type="archival">Evangelisches Zentralarchiv Berlin, Kirchenkampfarchiv, Nr. 224b; Bl. 187–191</ref>;
                <ref type="archival">Landeskirchliches Archiv Nürnberg, Abt. 2.4.13</ref> (Angaben [außer KBA] nach <bibl corresp="kbga-bibls-3285"><persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>,
                    <hi rend="italic">Texte zur Barmer Theologischen Erklärung</hi>, mit einer
                  Einleitung von Eberhard Jüngel und einem Editionsbericht hrsg. von M. Rohkrämer,
                  Zürich 1984, S. 244)</bibl>. – Auf dem Exemplar im Landeskirchlichen Archiv
                Nürnberg findet sich in einem kurzen Vorspann zum Verfasser die Angabe, es stamme
                «aus der Feder eines hochverehrten, bahnbrechenden Lehrers unserer Kirche»
                (ebd.).</note> Diese Vervielfältigungen präsentieren – bei kleinen Abweichungen
                voneinander<note xml:id="n06">Nach Rohkrämer gehen die Unterschiede wohl darauf zurück, dass an
                verschiedenen Orten weitere Abschriften erstellt wurden; vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-3285">a.a.O., S. 244f</bibl>.</note> – allesamt den
              ursprünglichen Text ohne jede Verbesserung von <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Hand und wurden bereits 1984 von
                Martin Rohkrämer ediert.<note xml:id="n07"><bibl corresp="kbga-bibls-3285">A.a.O., S. 67–87</bibl>. Der auf der
                CD-ROM nachlesbare bzw. noch erkennbare ursprüngliche Typoskripttext ohne jede
                Korrektur, Streichung oder Hinzufügung ist daher im Wesentlichen mit dem von
                  Rohkrämer in seiner Edition – ohne
                Kenntnis des hier edierten Fragments – präsentierten identisch; für dieses Fragment
                lässt sich somit recht sicher behaupten, dass alle von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> notierten Veränderungen
                des Textes erst nach dessen Vortrag im Kolleg eingetragen wurden.</note></hi></p>
          
          <p><pb xml:id="p565" ed="pga" rend="noPipe"/><hi rend="italic">Das Vorliegen dieser Vervielfältigungen erlaubt es einerseits, die
              auch hier fehlenden Anfangs- und Schlusssätze nach ihnen zu ergänzen, und andererseits
              ermöglicht es damit die exakte Bestimmung des Ortes, an dem das Fragment in dem dann
              in die KD übernommenen Text ursprünglich platziert war: <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD II/1, S. 198</bibl>, zu Beginn des zweiten Absatzes.</hi></p>
          <p><hi rend="italic">Der hier edierte Text folgt – wie auch sonst in diesem Band – dem
              Typoskript mit allen Verbesserungen durch <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> Hand. Abweichungen vom Abdruck bei
                Rohkrämer werden insoweit nicht
              ausgewiesen, als sie allein darauf beruhen, dass dort der Text auch des Fragments in
              seiner ursprünglichen, auf der CD-ROM noch erkennbaren Gestalt ediert wurde. Die
              ergänzten Anfangs- und Schlusssätze sind durch eckige Klammern kenntlich
            gemacht.</hi></p>
        </div>
        <div>
          <head>[Zusatz zur Auslegung des ersten Satzes der Barmer ­Theologischen Erklärung<lb/> in KD
            II/1, S. 194–200]</head>

          <p>[Warum kam es in jener langen Reihe ähnlicher Erfahrungen der Kirche gerade diesmal,
            gerade in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName>, zu diesem
            Widerspruch? Warum nicht schon früher, warum nicht z. B. am Ende des 18. Jahrhunderts,
            wo die der <term key="Kirche, des 18. Jahrhunderts">Kirche</term> gemachte Zumutung
            äußerlich gewiss nicht viel weniger toll war als die der Gegenwart?<note xml:id="n08"><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> dürfte hier in erster Linie an
              das Phänomen des «<hi rend="italic">Staatskirchentums</hi> oder des Caesaropapismus»
              denken, für das in seinen Augen das 18. das «klassische Jahrhundert» war (<bibl corresp="kbga-bibls-34">Prot.Theol., S. 65</bibl>). In «aller Öffentlichkeit und in
              aller Stille in größter Selbstverständlichkeit» war damals «Ereignis»: «die auf der
              ganzen Linie geübte Führung und Inanspruchnahme der Kirche durch den Staat, eine
              Führung und Inanspruchnahme, bei der der Staat selbstverständlich ausgezeichnet für
              sich selber, für die Kirche aber nur im Einklang mit seinen eigenen, aufs naivste in
              den Vordergrund gestellten Interessen sorgte» (<bibl corresp="kbga-bibls-34">a.a.O.,
                S. 68</bibl>).</note> Warum nicht anderswo, in irgend einer Kirche, die die Zeit und
            Muße hatte, sich in aller Ruhe die theologiegeschichtliche Situation einmal
            grundsätzlich klar zu machen und dann in aller Ruhe eine so weittragende Entscheidung zu
            vollziehen? Warum gerade jetzt, gerade in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName>, wo das Grundsätzliche mit dem Konkreten, der] <pb ed="A" n="349"/> Protest gegen eine alte und allgemeine mit dem gegen die gegenwärtige
            deutsche <term key="Häresie / Häretiker">Irrlehre</term>, wo der <term ref="kbga-keywords-222">Kirchenkampf</term> mit dem politischen <term ref="kbga-keywords-1745">Widerstand</term> gegen die hereinbrechende <term key="Nationalsozialismus, Tyrannei">Tyrannei</term> und <term key="Nationalsozialismus, Anarchie">Anarchie</term> in so unübersichtlicher und
            überdies in so lebensgefährlicher <pb xml:id="p566" ed="pga"/> Weise verbunden sein
              musste?<note xml:id="n09">Bei der «gegenwärtigen deutschen Irrlehre» wird <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> wohl auch 1937 noch an die von den «<orgName ref="kbga-actors-8309">Deutschen Christen</orgName>» vertretenen Lehren und
              Positionen gedacht haben, mit denen er sich ab der zweiten Jahreshälfte 1933 intensiv
              auseinandergesetzt hatte (vgl. etwa <bibl corresp="kbga-bibls-397"><persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic">Theologische
                  Existenz heute!</hi>, in: V.u.kl.A. 1930–1933, <ref type="pub" target="../volume/49/p271#p271">S. 271–363</ref>, bes.
              <ref type="pub" target="../volume/49/p320#p320">S. 320–330</ref></bibl>). Zur Kirchenwahl im <date when="1933-07">Juli 1933</date> und darüber hinaus waren diese massiv
              durch den Parteiapparat der <orgName ref="kbga-actors-8272">Nationalsozialisten</orgName> unterstützt worden; schon dies und
              erst Recht im weiteren Verlauf des Kirchenkampfes ergriffene Maßregelungen
              bekenntniskirchlicher Pfarrer wie etwa die über 750 Verhängungen von «Schutzhaft»
              allein 1937 (vgl. die Übersicht in: <bibl corresp="kbga-bibls-659"><hi rend="italic">Fürbitte. Die Listen der Bekennenden Kirche 1935–1944</hi>, im Auftrag der
                Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte bearb. von G.
                Grünzinger / F. Walter, Göttingen 1996, S. 222</bibl>) zeigen, wie sehr im
              Einzelfall kirchlicher und politischer Widerstand ineinander übergingen.</note> Es
            wäre uneinsichtig, die Wirkungen mit den Ursachen zu verwechseln und dieses Rätsel damit
            erklären zu wollen, dass die Schuld oder das Verdienst an dieser Sache die einer <anchor type="note" xml:id="fn-10"/>bestimmten theologischen<note n="10" target="fn-10" type="textcritical" xml:id="n10">Tskr.: «bestimmte theologische»; die von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> bei der Umformulierung des Satzteiles
              (ursprünglich: «auf eine bestimmte theologische Richtung zu schieben wäre») übersehene
              Korrektur auch dieser beiden Worte wurde von den Hrsg. nachgetragen.</note> Richtung
            gewesen wären, die sich in jenen Jahren und dann im Besonderen in <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName><note xml:id="n11">Zur Vorgeschichte und
              Geschichte der ersten Reichsbekenntnissynode der <orgName ref="kbga-actors-7774">Bekennenden Kirche</orgName>, die vom <date to="1934-05-31" from="1934-05-29">29. bis 31. Mai</date> in <placeName ref="kbga-places-162">(Wuppertal-)Barmen</placeName> tagte, und der dort
              verabschiedeten Barmer Theologischen <term ref="kbga-keywords-126">Erklärung</term>,
              die im Wesentlichen auf <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> zurückgeht,
              vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-4932"><hi rend="italic">Bekenntnissynode der Deutschen
                  Evangelischen Kirche. Barmen 1934. Vorträge und Entschließungen</hi>, im Auftrage
                des Bruderrats der Bekenntnissynode hrsg. von K. Immer, Wuppertal-Barmen
              1934</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-3283">C.
                  Nicolaisen, <hi rend="italic">Der Weg nach Barmen. Die
                  Entstehungsgeschichte der Theologischen Erklärung von 1934</hi>, Neukirchen-Vluyn
                1985</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-4935">M. Heimbucher / R. Weth (Hrsg.), <hi rend="italic">Die Barmer
                  Theologische Erklärung. Einführung und Dokumentation</hi>, mit einem Geleitwort
                von W. Huber, Neukirchen-Vluyn 2009</bibl><hi rend="sup">7</hi>; <bibl corresp="kbga-bibls-176">Kl. Scholder, <hi rend="italic">Die Kirchen und das Dritte
                  Reich</hi>, Bd. 2: <hi rend="italic">Das Jahr der Ernüchterung 1934. Barmen und
                  Rom</hi>, Berlin 1985, S. 171–203</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-3284"><persName ref="kbga-actors-19">Chr. Barth</persName>, <hi rend="italic">Bekenntnis im Werden. Neue Quellen zur Entstehung der Barmer Erklärung</hi>,
                Neukirchen-Vluyn 1979</bibl>.</note> durchzusetzen gewusst habe. Es heißt der
            Theologie zu viel Ehre antun, wenn man meint, dass eine Wendung wie die, die in dem
            ersten Satz von <term ref="kbga-keywords-126">Barmen</term><note xml:id="n12">Den
              Wortlaut der ersten Barmer These hatte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> an den Beginn seiner Ausführungen gestellt (<bibl corresp="kbga-bibls-2">KD II/1, S. 194</bibl>).</note> schließlich doch nur ihren
            Exponenten gefunden hat, an irgend einem Schreibtisch ausgedacht und dann ganzen
            Kirchenkörpern sozusagen suggeriert werden könnte. Und es wäre noch uneinsichtiger, den
            (in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> sehr bescheiden
            vertretenen) <term ref="kbga-keywords-155">Calvinismus</term> für eine Sache haftbar <pb xml:id="p567" ed="pga"/> zu machen, in der man notorisch der calvinistischen wie der
            lutherischen <term key="Luthertum">Tradition</term> gegenüber gerade einen <hi rend="italic">neuen</hi> Weg zu gehen sich veranlasst sah. |</p>
          <p>Will man die Genesis von Barmen verstehen,
            so tut man gut, zunächst überhaupt nicht auf die bekennende <term ref="kbga-keywords-529">Kirche</term> zu sehen. Die theologischen Voraussetzungen,
            unter denen diese im Lauf des Winters 1933/34 entstanden ist und unter denen sie noch in
              <placeName ref="kbga-places-162">Barmen</placeName> beraten und beschlossen hat, waren
            notorisch so verworren und widerspruchsvoll wie nur möglich. Sie waren damals denen der
              <orgName ref="kbga-actors-8309">Deutschen <term ref="kbga-keywords-223">Christen</term></orgName> vielfach zum Verwechseln ähnlich.<note xml:id="n13">Vgl.
                <bibl corresp="kbga-bibls-1186"><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>,
                  <hi rend="italic">Theologische Existenz heute!</hi> (<ref type="pub" target="#fn_n09">Anm. 9</ref>),
              <ref type="pub" target="../volume/49/p341#p341">S. 341–351</ref></bibl>.</note> Kam sie im <date when="1934-05">Mai 1934</date> trotzdem zu dieser Stellungnahme und
            musste und konnte sie in den folgenden Jahren gegenüber einem umfassend gegen sie
            geführten Feldzug bei dieser Stellungnahme verharren, so ist die Ursache dieses
            Geschehens menschlich gesehen zunächst einfach diese: dass die Gestalt des Gegners,
            nämlich der natürlichen <term ref="kbga-keywords-65">Theologie</term>, mit der sie es zu
            tun hatte, eine ganz andere war als die, mit der es die Kirche bisher zu tun gehabt
            hatte. Es war schlicht gesagt der <term key="Totalitarismus">Totalitarismus</term> der
            neudeutschen Politik und <term key="Nationalsozialismus">Weltanschauung</term>, der die
            Kirche, ohne dass sie es zunächst wusste und wollte, zu <pb ed="A" n="350"/> jener
            Reinigung nötigte. Die Mächte, die der Kirche bis dahin als Träger des Anspruchs der
            natürlichen Theologie entgegengetreten waren, waren Geistesmächte gewesen, die das
            freilich auch ihnen eigene Streben nach dem Monopol vorsichtig zu verhüllen wussten und
            jedenfalls nur auf dem Weg des Sieges des freien Gedankens durchzusetzen versuchten. Die
            Kirche konnte ihnen Raum geben in der Meinung, sich ihnen damit nicht auszuliefern, sich
            ihnen gegenüber ebenfalls in Freiheit vorzubehalten. Das wurde jetzt anders. Die Macht,
            mit der sie es 1933 zu tun bekam, verfügte zwar auch über ein «Gedankengut»; es war
            aber, und gerade das bildete merkwürdigerweise seine Stärke, ein Gedankengut von
            geradezu troglodytischer Ungeistigkeit. Es bestand das Ei des <persName ref="kbga-actors-6522">Kolumbus</persName><note xml:id="n14">Als «Ei des Kolumbus»
              bezeichnet man redensartlich die überraschend einfache Lösung einer schwierig
              erscheinenden Frage; zum anekdotischen Hintergrund um den historischen <persName ref="kbga-actors-6522">Kolumbus</persName> und zu vermutlich älteren Quellen vgl.
                <bibl corresp="kbga-bibls-826">Röhrich II, S. 356</bibl>.</note>, durch dessen
            Entdeckung diese Macht zur Macht wurde, sehr schlicht in der von all ihren Vorgängern
            versäumten Erkenntnis, dass man sofort und grundsätzlich nicht nur etwas, sondern das
            Ganze und also Alles und Jedes wollen müsse, dass man mit den Mitteln des über das
            öffentliche und private Leben der Nation verhängten Belagerungszustandes tatsächlich
            Alles und Jedes erreichen könne und dass man nur unsentimental genug sein müsse, sich
            ihrer zu bedienen, um tatsächlich Alles und Jedes zu erreichen. Nicht der neue deutsche
              <term key="Mythus, neuer deutscher">Mythus</term><note xml:id="n15">Wohl eine
              Anspielung auf <bibl corresp="kbga-bibls-182"><persName ref="kbga-actors-345">A.
                  Rosenberg</persName>, <hi rend="italic">Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Eine
                  Wertung der seelisch-geistigen Gestaltungskämpfe unserer Zeit</hi>, München
                1930</bibl>.</note> war das eigentlich Neue der Situation von 1933, sondern dies:
            dass er der Kirche auf dem Wege der Diktatur und des Belagerungszustandes als ihr
            künftiger alleiniger Herr zugemutet wurde. |</p>
          <p><pb xml:id="p568" ed="pga" rend="noPipe"/>Die Kirche hatte auf einmal nur noch die Wahl, entweder sich selbst als Kirche ganz
            aufzugeben oder aber Kirche zu bleiben, dann aber als solche zu kämpfen, zu bekennen, zu
            leiden. Das Tier zeigte auf einmal seine Krallen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Dan.7.19">Dan. 7,19</ref>]. Das war es, was es im 18. und 19. Jahrhundert
            nicht getan hatte und was es vorläufig auch in der übrigen Welt nicht <anchor type="note" xml:id="fn-16"/>tun zu<note n="16" target="fn-16" type="textcritical" xml:id="n16">In der Vervielfältigung (<idno type="kba-objects-identifier">KBA
                11125</idno>) steht irrtümlich «zu tun zu»; in der <bibl corresp="kbga-bibls-3285">Rohkrämer-Edition (<ref type="pub" target="#fn_n07">Anm. 7</ref>)</bibl> geändert in: «zu tun».</note> wollen scheint. Es
            tat es aber in der erwecklichsten Weise im neuen <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> von 1933. Wäre das nicht geschehen, so wäre es nach
            menschlichem Ermessen niemals zu dem in der Barmer <term ref="kbga-keywords-126">Erklärung</term> sichtbar gewordenen Durchbruch gekommen. Es war im Sommer 1933 auf
            Seiten der Kirche alles bereit zu einer Wiederholung des so oft geschehenen Spieles: zur
            friedlichen Aufnahme nun eben auch des deutschen Mythus als der zurzeit maßgebenden
            Gestalt der natürlichen <term key="Theologie, natürliche, in Gestalt des deutschen Mythus">Theologie</term>, zu
            deren Zuordnung zu einem im <pb ed="A" n="351"/> Übrigen unangetasteten biblischen <term ref="kbga-keywords-59">Evangelium</term> und reformatorischen <term ref="kbga-keywords-146">Bekenntnis</term>. So meinten und wollten es ursprünglich die
              <orgName ref="kbga-actors-8309">Deutschen <term ref="kbga-keywords-223">Christen</term></orgName>, mit ihnen aber auch die überwältigende Mehrheit der
            anderen Christen in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName>. Dass es
            diesmal nicht zu diesem Spiel kam, lag zunächst schlicht daran, dass die Vertreter des
            deutschen <term key="Mythus, neuer deutscher">Mythus</term>, getragen von der Dynamik
            der hereinbrechenden politischen <term key="Nationalsozialismus, Tyrannei">Tyrannei</term> und <term key="Nationalsozialismus, Anarchie">Anarchie</term>,
            alsbald zum Bewusstsein kamen und zu erkennen gaben, dass sie gar nicht daran dachten,
            sich mit der üblichen Mitherrschaft der natürlichen <term ref="kbga-keywords-65">Theologie</term> in der Kirche zufrieden zu geben. Sie strebten offen nach dem
            Ganzen, und sie taten es, unterstützt von allen Mitteln der öffentlichen Macht, indem
            sie Gebrauch machten von dem schlechthin eindrucksvollen Argument nicht der geistigen,
            sondern der ganz gewöhnlichen physischen Gewalt.<note xml:id="n17">Schon 1933 hatte
                <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> geschrieben: «Und wenn man den
              theologischen Gegnern, diesen ‹vaterlandslosen Gesellen›, ‹diesen saubern Seelsorgern›
              unter Namensnennung in Aussicht stellt, sie würden in zwei Jahren (nach geschehener
              Befreiung des Saargebiets) ‹nicht nur eine Tracht Prügel› (ich weiß nicht, welches
              Wort hier im Sinne des Verfassers zu betonen ist) in Empfang nehmen müssen, so ist das
              fabelhaft neu und könnte leicht geradezu lebensgefährlich werden» (<bibl corresp="kbga-bibls-1186"><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>, <hi rend="italic">Theologische Existenz heute!</hi> [<ref type="pub" target="#fn_n09">Anm. 9</ref>], <ref type="pub" target="../volume/49/p329#p329">S. 329f.</ref></bibl>).</note>
            Die Logik der Sache nahm diesmal jedenfalls von dieser Seite ihren <hi rend="italic">Lauf</hi>. Das totalitäre «allein» in dem anfänglich angemeldeten «auch» wurde
            alsbald nur zu greifbar. Die eintretende «Verwüstung» der <term key="Kirche, Verwüstung">Kirche</term><note xml:id="n18">Im letzten Satz der Präambel der Barmer Theologischen
              Erklärung heißt es: «Wir bekennen uns angesichts der die Kirche verwüstenden und damit
              auch die Einheit der <orgName ref="kbga-actors-8262">Deutschen Evangelischen Kirche</orgName> sprengenden Irrtümer der <orgName ref="kbga-actors-8309">Deutschen Christen</orgName> und der gegenwärtigen
              Reichskirchenregierung zu folgenden evangelischen Wahrheiten» (<bibl corresp="kbga-bibls-4935">Heimbucher / Weth [<ref type="pub" target="#fn_n11">Anm. 11</ref>], S. 36</bibl>).</note> [vgl.
              <ref type="can" subtype="bible" target="Dan.9.27">Dan. 9,27</ref>; <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.24.15">Mt. 24,15</ref>] war diesmal nicht wohl zu
            übersehen. Umso weniger, als die neue Gestalt der natürlichen <term key="Theologie, natürliche, in Gestalt des deutschen Mythus">Theologie</term>, indem
            sie sich selbst dem <term ref="kbga-keywords-59">Evangelium</term> gegenüber absolut
            setzte, zugleich auch mit allen ihren Vorgängern aufräumte, <pb xml:id="p569" ed="pga"/> der Kirche also auch den Rückzug auf frühere Entwicklungsstadien unmöglich machte. Was
            galt jetzt noch die <term ref="kbga-keywords-819">Vernunft</term> des 18. Jahrhunderts?
            Was der Geist und die Freiheit des <term ref="kbga-keywords-1379">Idealismus</term>? Was
            die Aisthesis der <term ref="kbga-keywords-415">Romantik</term>? Und was die vornehme
            Gründlichkeit der <term key="Wissenschaft, des 19. Jahrhunderts">Wissenschaft</term> des
            19. Jahrhunderts? Mochten sie alle ihre Zeit gehabt und ihren Dienst getan haben, sie
            alle waren <anchor type="note" xml:id="fn-19"/>erledigt, sie alle standen<note n="19" target="fn-19" type="textcritical" xml:id="n19"> Vervielfältigung (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 11125</idno>) / <bibl corresp="kbga-bibls-3285">Rohkrämer-Edition (<ref type="pub" target="#fn_n07">Anm. 7</ref>)</bibl>: «erledigt und standen alle».</note> jetzt nicht
            mehr zur Wahl. Zur Wahl stand nur noch die barbarische Schreckgestalt des neuen Gottes,
            der jene alle überholt und verschlungen hatte – oder eben der Gott, von dem die Kirche
            nach wie vor in ihrer Bibel lesen konnte, dass er sich als der <anchor type="note" xml:id="fn-20"/>lebendige Herr<note n="20" target="fn-20" type="textcritical" xml:id="n20">Vervielfältigung (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 11125</idno>) /
                <bibl corresp="kbga-bibls-3285">Rohkrämer-Edition (<ref type="pub" target="#fn_n07">Anm. 7</ref>)</bibl>: «allmächtige
              Gott».</note> bezeugt hatte, und von dem sie aus den Bekenntnissen der <term ref="kbga-keywords-187">Väter</term> wissen konnte, dass sie eigentlich seine und <pb ed="A" n="352"/> nur seine Kirche sei. |</p>
          <p>Das war das Neue der deutschen Situation von 1933, dass die Kirche – nicht durch
            theologische Belehrung, sondern durch harten Druck von außen in diese Wahl gestellt
            wurde. Sie verlor den bisher innegehaltenen Boden unter den Füßen. Es war – indem ihr
            die neueste Kombinationsmöglichkeit nun doch zu abschreckend gegenübertrat – der Boden
            des bisher geübten Kombinierens überhaupt und als solcher. Sie konnte nur stürzen ins
            Bodenlose oder eben Stand fassen auf dem seit längster Zeit nur noch dem Namen nach
            bekannten Boden eines grundsätzlich mit keiner natürlichen <term ref="kbga-keywords-65">Theologie</term> kombinierten <term ref="kbga-keywords-59">Evangeliums</term> und
              <term ref="kbga-keywords-146">Bekenntnisses</term>. So ist es gerade in dieser Zeit
            gerade in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> zu der im Blick auf
            eine lange Geschichte und im Blick auf die ganze übrige Kirche so überraschenden
              Wendung<note xml:id="n21">Vervielfältigung (<idno type="kba-objects-identifier">KBA
                11125</idno>) / <bibl corresp="kbga-bibls-3285">Rohkrämer-Edition (<ref type="pub" target="#fn_n07">Anm. 7</ref>)</bibl>:
              «Ergebnis» (in der Rohkrämer-Edition, nicht aber in der Vervielfältigung, entsprechend
              vorher im Satz: «dem» statt «der»).</note>, so ist es zu «Barmen <term ref="kbga-keywords-126">I»</term> gekommen. Dass die Kirche in dieser Sache auf einmal
            die Sprache fand, das verdankt sie, so beschämend das ist, – dem «<persName ref="kbga-actors-185">Führer</persName>»<note xml:id="n22">In der <orgName ref="kbga-actors-8272">NSDAP</orgName> übliche, seit 1934 auch offizielle
              Bezeichnung <persName ref="kbga-actors-185">Adolf Hitlers</persName>; vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-126">C. Schmitz-Berning, <hi rend="italic">Vokabular des
                  Nationalsozialismus</hi>, Berlin / New York 2000, S. 240–245</bibl>.</note>. Alle
            theologische Besinnung kam notorisch erst hinterher. Es ist an sich ganz richtig, wenn
            man gesagt hat, dass Viele, vielleicht die Meisten derer, die an der <orgName ref="kbga-actors-5393">Barmer <term key="Bekenntnissynode, Reichsbekenntnissynode Barmen 1934">Synode</term></orgName> diesem Satz
            zugestimmt haben, seine Tragweite zunächst durchaus nicht zu überblicken vermochten und
            dessen wohl auch später nicht fähig geworden sind. Die Aufstellung und der Beschluss
            dieses Satzes war mehr ein instinktiver Notschrei als irgendetwas Anderes. Aber als
            Notschrei war er echt und notwendig. Es war am Tage, dass der Kirche, wenn überhaupt,
            dann nicht anders zu helfen sei als durch das eine Wort Gottes, das <term key="Jesus Christus, das eine Wort Gottes">Jesus Christus</term> heißt, und durch die
            Sammlung ihrer <term ref="kbga-keywords-252">Verkündigung</term> ganz allein um dieses
            Wort. Und nun <pb xml:id="p570" ed="pga"/> sorgte die neue Gestalt der natürlichen <term key="Theologie, natürliche, in Gestalt des deutschen Mythus">Theologie</term> auch in
            den Jahren seither, sie sorgt bis auf diesen Tag dafür, dass es klar bleiben musste
            jenseits aller theologischen Einzelerkenntnis: dass der Kirche anders als so tatsächlich
            nicht zu helfen ist.</p>
          <p>Die Kirchen der übrigen Welt können sich diesem Geschehen gegenüber<note xml:id="n23">In der <bibl corresp="kbga-bibls-3285">Rohkrämer-Edition</bibl> in eckigen Klammern
              ergänzt (in der Vervielfältigung [<idno type="kba-objects-identifier">KBA
              11125</idno>] aber vorhanden).</note> natürlich auf den Standpunkt stellen, dass sie
            sich nun eben nicht in dieser Not, d. h. nicht dieser Gestalt der natürlichen Theologie
            gegenüber befänden, und also auch nicht zu diesem Notschrei gedrängt, nicht zu diesem
              <term ref="kbga-keywords-146">[Bekenntnis</term> befähigt und berufen seien. Aber es
            müsste doch eigentlich auch ihnen zu denken geben: also das Tier, also die natürliche
              <term key="Theologie, natürliche, das Tier">Theologie</term>, mit der sie sich überall
            und von altersher so freundlich arrangiert haben, hat solche Krallen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Dan.7.19">Dan. 7,19</ref>] und hat die Möglichkeit,
            sie in solcher Weise zu zeigen und zu brauchen! Also nach <persName ref="kbga-actors-1114">Leibniz</persName> und <persName ref="kbga-actors-216">Kant</persName>, nach <persName ref="kbga-actors-167">Hegel</persName> und <persName ref="kbga-actors-360">Schleiermacher</persName> kann dann auch einmal auch das an die
            Reihe kommen! Also so ernst kann es auf einmal werden mit dem im «auch» verborgenen
            «allein»! Und wenn dann die Kirche in <term key="Kirche, in Not">Not</term> kommt – und
            dann kommt sie in Not! –, dann kann sie nur noch wählen zwischen dem Greuel der <term key="Kirche, Verwüstung">Verwüstung</term> [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Dan.9.27">Dan. 9,27</ref>; <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.24.15">Mt. 24,15</ref>] und dem Notschrei, mit dem sie sich zu Jesus Christus bekennt als zu
            dem einen Wort <term key="Jesus Christus, das eine Wort Gottes">Gottes</term>, mit dem
            sie dann aber auch alle natürliche <term ref="kbga-keywords-65">Theologie</term> von
            sich wirft. Was hat das für die anderen Kirchen zu bedeuten? Konnte und wird die Sache
            nur in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> auf beiden Seiten so
            ernst werden? Oder hat heute in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName>
            sowohl die natürliche Theologie in Gestalt des totalitären <term key="Theologie, natürliche, in Gestalt des deutschen Mythus">Mythus</term> als auch
            die Kirche mit ihrem <term ref="kbga-keywords-146">Bekenntnis</term> zu Jesus Christus
            ganz allein allgemeingültig ihr ursprüngliches, ihr eigentliches Gesicht gezeigt?
            Müssten angesichts dessen, was in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> geschieht, nicht auch die anderen Kirchen ganz neu verstehen
            lernen, was es heißt, sich mit der natürlichen <term ref="kbga-keywords-65">Theologie</term> einzulassen, und was es andererseits heißt, sich als christliche
            Kirche zum <term ref="kbga-keywords-59">Evangelium</term> zu bekennen?</p>
          <p>Und nun haben wir ja die ganze Sache erst unter dem menschlich-geschichtlichen Aspekt
            betrachtet. Dieser Aspekt ist aber nicht entscheidend.]<note xml:id="n24">Hier endet das
              bei der Endredaktion eliminierte Fragment. Die folgenden Sätze hat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>, um den durch die Kürzung entstandenen
              Hiatus im Textzusammenhang zu überbrücken, umformuliert. In der Vervielfältigung
                (<idno type="kba-objects-identifier">KBA 11125</idno>) / <bibl corresp="kbga-bibls-3285">Rohkrämer-Edition (<ref type="pub" target="#fn_n07">Anm. 7</ref>)</bibl> lauteten sie: «In
              Wirklichkeit war es natürlich nicht der neue Totalitarismus und der
              Belagerungszustand, die die Kirche in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> zur bekennenden, von der natürlichen Theologie sich
              befreienden Kirche gemacht haben. Dass ihr, als ihr <hi rend="italic">nichts
                Anderes</hi> übrig blieb, […].» <p>In <bibl corresp="kbga-bibls-2">KD II/1,
                  S. 198</bibl>, heißt es dann: «Es war nicht der neue politische Totalitarismus und
                es waren nicht die Methoden des Belagerungszustandes, die dieses Ereignis
                herbeigeführt haben. Und es wäre geradezu primitiv, wenn man den ‹Calvinismus› oder
                gar die Tätigkeit dieses oder jenes Theologieprofessors als die in dieser Sache
                wirksame Macht der Errettung (bzw. der Verführung!) namhaft machen wollte. Dass der
                Kirche, als ihr <hi rend="italic">nichts Anderes</hi> übrig blieb
            […].»</p></note></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
