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        <title type="volume" n="vol-47">Der Römerbrief 1922</title>
        <title type="content">Vorwort zur sechsten Auflage</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Vorwort zur sechsten Auflage, in: Der Römerbrief 1922, 2. Dezember 1928</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/47008 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Der Römerbrief 1922, hrsg. v. van der Kooi, Cornelis / Tolstaja, Katja (Gesamtausgabe, Abt. II), Zürich 2010, S. 40–42.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Der Römerbrief 1922</title>
          <title type="text">Vorwort zur sechsten Auflage</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>van der Kooi, Cornelis</editor>
          <editor>Tolstaja, Katja</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2010</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 40–42</biblScope>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Karl Barth: Der Römerbrief, 15. und 16. Tsd., Fünfter Abdruck der neuen Bearbeitung, München 1929 </bibl>
        <bibl xml:id="C" type="source">C (Weitere Vorlage): Barth, Karl, Der Römerbrief. Zweite Auflage in neuer Bearbeitung, 1921. Druckmanuskript<ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/91174">KBA 12375</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1928-12-02">2. Dezember 1928</date>
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        <head>Vorwort zur sechsten Auflage</head>
       
        <p>Die mehr als zweieinhalb Jahre, die seit der fünften Auflage ins Land gegangen sind, haben auch meinen gewissen Abstand von diesem Buch merklich vergrößert. Nicht, dass ich in Auslegung des <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> und der Heiligen Schrift<term type="begriffe" key="Heilige Schrift"/> überhaupt heute etwas sachlich Anderes zu sagen hätte. Der entscheidende sachliche Anstoß, den man an diesem Buche genommen hat, ist derselbe, zu dem ich mich auch heute bekennen muss. Solange nicht eingesehen ist, dass er notwendig gegeben werden muss, dass der Widerspruch dagegen also unangebracht ist, oder solange ich nicht überführt worden bin, dass ich ihn zu Unrecht gegeben habe, werde ich ihn wohl weiter geben müssen, und so mag er denn auch in der ursprünglichen Form, in der er mir einst selber zum Anstoß<term type="begriffe" key="Anstoß"/> wurde, in diesem Buche weiter sichtbar sein. Ich möchte es aber doch nicht ziehen lassen ohne das ausdrückliche Bekenntnis, dass ich, wenn ich heute wieder vor der Aufgabe <hi rend="italic">dieses</hi> Buches stünde, um dasselbe zu sagen, alles ganz anders sagen müsste, weil ich unterdessen gelernt habe, dass <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> einerseits viel mannigfaltiger, andererseits aber auch noch viel monotoner redet, als ich ihn damals habe reden lassen. Vieles wäre kürzer und vieles ausführlicher, vieles vorsichtiger und umsichtiger, vieles auch entschiedener und eindeutiger zu sagen. Viel Beiwerk, das durch meine eigene und die allgemeine damalige Lage bedingt war, wäre wegzuschneiden, und viele Zusammenhänge, die mir damals noch nicht bewusst waren, wären sichtbar zu machen. Den Vorbehalt, der durch die Tatsache gegeben ist, dass ich, seit dieses Buch geschrieben wurde, sieben Jahre älter geworden und dass unterdessen unser aller Hefte korrigiert worden sind, wird sich also der Leser von heute vor Augen halten müssen. Die in der Zeit seit der fünften Auflage begonnene Veröffentlichung meines Entwurfs zur Dogmatik<term type="begriffe" key="Dogmatik"/><note xml:id="n01"> <bibl corresp="kbga-bibls-1050"><persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic">Die christliche Dogmatik im Entwurf</hi>, Bd.1: <hi rend="italic">Die Lehre vom Worte Gottes. Prolegomena zur christlichen Dogmatik</hi>, München 1927</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-220"><ref type="pub-" target="14001">Neuausgabe</ref>, hrsg. von G. Sauter (Gesamtausgabe, Abt.II), Zürich 1982</bibl>. Zu der in zwei weiteren Bänden geplanten Fortsetzung dieses Werkes kam es nicht. Stattdessen begann <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> 1932 mit der Veröffentlichung der bis 1967 in 12 Bänden erschienenen, unvollendet gebliebenen «<bibl corresp="kbga-bibls-2">Kirchlichen Dogmatik</bibl>».</note> bedeutet für dieses Buch insofern eine Entlastung, als eine <pb ed="pga" xml:id="p041"/> ernsthafte Kritik seines Inhalts sich nun mindestens <hi rend="italic">auch</hi> an jene <hi rend="italic">zweite</hi> umfassende Arbeit mit der in ihr angestrebten größeren Breite und Präzision wird halten müssen. <hi rend="italic">Weiter</hi>fragende Leser werden also, wenn sie nach der Lektüre dieses Buches noch immer Zutrauen zu mir haben, von jener und von der übrigen anderweitigen Fortsetzung des hier Begonnenen auch Kenntnis nehmen müssen. In <placeName ref="kbga-places-275">Neuendettelsau</placeName><term type="begriffe" key="Neuendettelsau"/> «darf man von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> sagen, daß er schon leise anfängt, ein Mann von gestern zu werden» («Freimund» vom
        <date when="1928-11-08">8. November 1928</date>).<note xml:id="n02"> Aus dem Artikel <bibl corresp="kbga-bibls-3502"><hi rend="italic">Die Berechtigung der Arbeit des lutherischen Gotteskastens (Nach einer Ansprache bei der Obmännerversammlung, am 31. Okt. 1928, von Rektor <persName ref="kbga-actors-9652">D. Lauerer</persName></hi><hi rend="italic">, Neuendettelsau)</hi>, in: Freimund. Kirchlich-Politisches Wochenblatt (Neuendettelsau), Jg. 74 (1928), S. 358</bibl>: «Vielleicht darf man von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> sagen, daß er schon leise anfängt, ein Mann von gestern zu werden. Aber für einen Dienst inmitten der großen Verdienste, die er zweifellos hat, müssen wir in unserem Zusammenhang danken [...]. Der Dienst Barths, von dem wir jetzt reden, besteht darin, daß er allen, die Augen haben, zu sehen, es mit großer Deutlichkeit gezeigt hat, daß es im Gegensatz von Luthertum und Calvinismus sich nicht um Kleinigkeiten und Einzelheiten handelt».</note> Sicher, sicher! Die Toten reiten schnell<note xml:id="n03"><bibl corresp="kbga-bibls-3503">Aus der Ballade «Lenore» von <persName ref="kbga-actors-6404">Gottfried August Bürger</persName> (1748–1794), Strophe 24</bibl>: 
    <q rend="block">
        <lg>
            <l>Wie flogen rechts, wie flogen links</l> 
            <l>Gebirge, Bäum’ und Hecken!</l> 
            <l>Wie flogen links und rechts und links</l> 
            <l>Die Dörfer, Städt’ und Flecken! –</l> 
            <l>«Graut Liebchen auch? – der Mond scheint hell!</l> 
            <l>Hurrah! die Todten reiten schnell!</l> 
            <l>Graut Liebchen auch vor Todten?» –</l> 
            <l>«Ach! laß sie ruh’n, die Todten!» –</l>
        </lg>
    </q>Vgl. – mit ähnlichem Wortlaut – die Strophen 17, 20 und 27.</note> und die erfolgreichen (vgl. <ref type="pub" target="../volume/47/p035#p035">Vorwort zur fünften Auflage</ref>) Theologen<term type="begriffe" key="Theologe"/> noch schneller. Wie hätte ich dieses Buch schreiben können, wenn ich darauf nicht theoretisch und praktisch einigermaßen vorbereitet gewesen wäre, <hi rend="italic">bevor</hi> ich ein «Mann von heute» wurde? Habe ich dazu die «Zeit» und die «Geschichte» so gering geachtet, wie man es mir wenigstens vorgeworfen <pb ed="pga" xml:id="p042"/>  hat<note xml:id="n04"> Vgl. z. B. <bibl corresp="kbga-bibls-1448"><persName ref="kbga-actors-4">P. Althaus</persName>, <hi rend="italic">Theologie und Geschichte. Zur Auseinandersetzung mit der dialektischen Theologie</hi>, in: ZSTh, Jg. 1 (1923/24), S. 741–786</bibl>. Der erste Unterteil dort ist überschrieben: «Die Entwertung der Geschichte».</note>, dass ich gekränkt sein dürfte, wenn man mir nun ankündigt, dass auch mein Tag einen Abend haben und einmal ein gestern gewesener Tag sein werde? Dessen ungeachtet bin ich dankbar, den Raum noch zu haben, mich immer wieder ein wenig verbessern und erklären zu können und also alle Gutwilligen, auch wenn sie mich vielleicht mit Recht für unverbesserlich halten sollten, bitten zu dürfen, wenigstens noch keine Nekrologe<term type="begriffe" key="Nekrolog"/> zu schreiben, bis meinerseits eben wirklich ausgeredet und das <foreign xml:lang="lat">sub specie Aeterni</foreign><note xml:id="n05"> Siehe unten <ref type="pub" target="../volume/47/p416#fn_n62">S. 416, Anm. 62</ref>.</note> längst vorhandene «Gestern» auch in der Zeit einwandfrei offenbar geworden sein wird.</p>
        <closer>
        <dateline rend="left"><hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-44">Münster i. W.</placeName></hi>, am <date when="1928-11">1. Advent 1928</date></dateline>
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