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      <titleStmt>
        <title type="volume" n="vol-39">Predigten 1919</title>
        <title type="content">Psalm 118,19-26</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Psalm 118,19-26, 25. Dezember 1919</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/39053 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1919, hrsg. v. Schmidt, Hermann (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2003, S. 443.</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/39053</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1919</title>
          <title type="text">Psalm 118,19-26</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Schmidt, Hermann</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2003</date>
          <biblScope unit="page">443</biblScope>
          <!--position within a volume-->
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Ps 118,19-26 (Weihnacht), 25. Dezember 1919. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1937">KBA 1480</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1919-12-25">25. Dezember 1919</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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          <term>sermon</term>
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          <head><idno>498</idno></head>
          <dateline>
            <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>, den <date when="1919-12-25">25. Dezember 1919</date>
          </dateline>
          <head type="event">Weihnacht</head>
          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="Ps.118.19 Ps.118.26">Psalm 118,19-26</ref>
              <quote><hi rend="italic" resp="kb">[Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, daß ich
                  dahin eingehe und dem Herrn danke. Das ist das Tor des Herrn; die Gerechten werden
                  dahin eingehen. Ich danke dir, daß du mich demütigst und hilfst mir. Der Stein,
                  den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom Herrn
                  geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der Herr
                  macht; lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. O Herr, hilf! o Herr, laß
                  wohl gelingen! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Wir segnen euch, die
                  ihr vom Hause des Herrn seid.] 
                </hi></quote>
            </cit>
          </epigraph>

        </div>
        <div type="main">
          <p>
            <hi rend="italic">1.</hi> Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit! Ist das nicht uns
            allen aus dem Herzen geredet? <hi rend="italic">Vor verschlossenen Toren</hi>, die sich
            auftun sollten, stehen wir ja alle. <hi rend="sans-serif">Der Eine</hi>
            <hi rend="italic">vor einem schwarzen Fleck</hi>, der in sein Gewissen eingebrannt ist
            und von dem er weiß, daß er ihn von sich aus auf keinen Fall wegbringen wird. Der Andere
              <hi rend="italic">vor einem Menschen</hi>, mit dem er ganz und gar nicht ins Reine
            kommen kann, wie oft er es auch schon versuchte. Der Andere <hi rend="italic">vor einem
              Unvermögen</hi> seines Charakters, seiner Naturanlage, die er nicht ändern kann. Der
            Andere <hi rend="italic">vor einem Weh</hi>, das er in seiner Seele trägt und das sich
            nicht will vergessen lassen. Der Andere vor widrigen <hi rend="italic">Verhältnissen</hi>, die sich seiner Arbeit, seiner geistigen Entwicklung, seiner
            Lebensfreude in den Weg stellen und die sich nun einmal nicht wegräumen lassen. Der
            Andere vielleicht auch einfach und doch gar nicht einfach <hi rend="italic">vor einem
              körperlichen Leiden</hi>, das ihn Tag und Nacht begleitet und durch das sich der
            früher oder später drohende Tod ihm ankündigt. Und stehen wir <hi rend="sans-serif">nicht alle,</hi> wenn wir auf das nun bald verflossene Jahr
            zurückblicken, <hi rend="italic">vor den bangen, finsteren Rätseln</hi>, die uns die
            Zukunft unseres Volkes und der anderen Völker aufgibt, <hi rend="italic">vor dem dumpfen
              Druck</hi>, der heute auf dem ganzen Geistesleben liegt, vor den bitteren <hi rend="italic">Enttäuschungen</hi>, die das Kriegsende und der Friedensschluß<note xml:id="n01">Vgl. oben <ref target="../volume/39/p186#fn_n02" type="pub">S. 186, Anm.2</ref>.</note> allen denen gebracht hat, die auf die
            Anzeichen einer neuen Geburt der Menschheit hofften, <hi rend="italic">vor dem großen
              Mangel</hi> an Klarheiten, Kräften, Führern, <pb ed="pga" xml:id="p436"/> stehen wir
            nicht alle vor der mehr als je offenbaren <hi rend="italic">Ohnmacht</hi>,
            Zerrissenheit, Verweltlichung und babylonischen Sprachverwirrung gerade unseres
            sogenannten Christentums? Und <hi rend="italic">wir wissen es ja</hi>, jeder Einzelne
            mit seiner Not und Verlegenheit und wir alle mit denen, die uns gemeinsam sind, es ist
              <hi rend="italic">nicht nur etwas</hi>, nicht nur dies und das, nicht nur ein
            zufälliges Übel, an dem wir leiden, sondern es sind die Tore der <hi rend="italic">Gerechtigkeit</hi>, die Tore des wahren, sinnreichen <hi rend="italic">Lebens</hi>,
            die Tore <hi rend="italic">Gottes</hi>, die uns verschlossen sind. Es ist für jeden
            Einzelnen und so auch für uns alle das <hi rend="italic">Ganze</hi>, das in Frage steht,
            es ist der <hi rend="italic">Abgrund</hi>, vor dem eigentlich Jeder steht, auch wenn er
            nur das, was ihn persönlich quält, aufrichtig ins Auge faßt, <hi rend="italic">der</hi>
            Abgrund, über den keine Brücke von Fortschritt und Entwicklung hinüberführt, der
            Abgrund, der uns vom <hi rend="italic">Himmel</hi> trennt.</p>
          <p>Denn <hi rend="italic">den Himmel tragen wir im Herzen</hi>, ob wir ihn auch oft
            vergessen haben. Könnten wir den Himmel aus unserem Herzen reißen, wir könnten ruhiger,
            zufriedener, harmonischer, glücklicher sein, wir könnten uns leichter mit unseren Nöten
            abfinden. Weil wir den Himmel im Herzen tragen, darum fehlt uns immer Alles, wenn uns
            etwas fehlt, darum brennen uns unsere Nöte so stark, jeden an dem Punkt, wo es ihn
            gerade trifft. <hi rend="italic">Nicht irgend ein Türlein</hi> zu Glück, Tugend, Frieden
            und Beruhigung, sondern die Tore der Gerechtigkeit sind uns verschlossen. Und durch das
              <hi rend="italic">Auftun der Tore der Gerechtigkeit allein</hi> kann uns geholfen
            werden. Und <hi rend="italic">nun ist’s heute Weihnacht.</hi> Und wir alle mit unseren
            einzelnen und gemeinsamen Nöten sollen es <hi rend="italic">hören dürfen:</hi> Euch ist
            heute der Heiland geboren [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.11">Lk. 2,11</ref>]! Und wir alle sollen <hi rend="italic">antworten dürfen:</hi> Tut mir
            auf! Tut mir auf, <hi rend="italic">nicht nur</hi> da und dort, daß es mir etwas
            leichter ums Herz wird, daß ich ein wenig besser und froher werde, daß ich ein wenig
            beruhigter in die Zukunft sehe, daß wir auf der Erde wieder ein paar Schritte vorwärts
            kommen, sondern: Tut mir auf die Tore der <hi rend="italic">Gerechtigkeit</hi>, tut mir
            auf die Tore der <hi rend="italic">Wahrheit</hi>, die ich immer vermisse, immer suche
            und doch nicht erst suchen würde, wenn ich sie nicht schon gefunden hätte<note xml:id="n02">Vgl. oben <ref target="../volume/39/p321#fn_n13" type="pub">S. 321, Anm.13</ref>.</note>, die Tore des <hi rend="italic">Lebens</hi>, dessen Ordnungen ich in mir geschrieben trage und dem ich doch so ferne
            bin, die Tore des <hi rend="italic">Himmels</hi>, den wir verloren und doch nicht
            vergessen haben, die Tore <hi rend="italic">Gottes</hi>, ohne den die Welt zur <pb ed="pga" xml:id="p437"/> Hölle würde und dessen wir doch noch in der Hölle gedenken
            müssen.</p>
          <p><hi rend="italic">Tut mir auf</hi> die Tore der Gerechtigkeit! Ich sage noch einmal:
            Ist das nicht uns allen <hi rend="italic">aus dem Herzen</hi> geredet!? Und ist es nicht
            etwas <hi rend="italic">Wunderbares</hi>, daß der heutige Tag, die Botschaft von
            Christus, uns daran erinnert, daß es <hi rend="italic">keine Vermessenheit</hi> ist,
            keine Überspanntheit, keine Phantasie, kein Übermut, auch nicht für den unglücklichsten
            und schlechtesten Menschen, auch nicht für die Menschen einer so dunklen, verworrenen
            Zeit wie der unsrigen, wenn wir <hi rend="italic">mitseufzen</hi>, mitflehen, mitrufen:
            Ja, tut mir auf!</p>
          <q rend="block">
            <lg>
              <l><hi rend="italic">Brich an</hi>, du schönes Morgenlicht,</l>
              <l>Das ist der alte Morgen nicht,</l>
              <l>Der <hi rend="italic">täglich</hi> wiederkehret.</l>
              <l>Es ist ein Leuchten aus der <hi rend="italic">Fern</hi>,</l>
              <l>Es ist ein Schimmer, ist ein <hi rend="italic">Stern</hi>,</l>
              <l>Von dem ich längst gehöret!<note xml:id="n03"><bibl type="song" corresp="kbga-songs-327">Strophe 1 des Liedes GERS (1952) 129; RG (1998) 410 von
                    <persName ref="kbga-actors-2107">M. von Schenkendorf</persName></bibl>.</note></l>
            </lg></q>
          <p><hi rend="italic">O Herr, hilf!</hi> o Herr, laß wohl gelingen! Gelobt sei, der da
            kommt im Namen des Herrn!</p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><hi rend="italic">2.</hi> Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, daß
            ich da hineingehe und dem Herrn danke! Und damit wir uns nicht lange fragen, wie es denn
            möglich werden soll, daß wir nun <hi rend="italic">gleich zu danken</hi> haben, wo wir
            doch voll Fragen, Sorgen und Zweifel sind, wollen wir gleich weiterlesen: <hi rend="italic">«Ich danke dir, daß du mich demütigst und hilfst mir.»</hi> Seht, da
            kommen wir auf den merkwürdigen <hi rend="italic">Zusammenhang</hi> zwischen der
            Weihnachtsgeschichte und unserer Demütigung und dem Danken für die Demütigung, weil uns
            gerade durch die Demütigung geholfen ist. Wenn wir diesen Zusammenhang <hi rend="italic">erfassen</hi>, so recht in ihn <hi rend="italic">hineingehen</hi>, dann wird uns <hi rend="italic">aufgetan.</hi></p>
          <p><hi rend="italic">Ja, es ist wahr</hi>, wir <hi rend="italic">sind voll</hi> Fragen,
            Sorgen und Zweifel. Und daß wir’s sind, das ist ja eben <hi rend="italic">unser
              Draußenstehen</hi> vor den geschlossenen Toren der Gerechtigkeit. Aber ich sage euch,
            gerade das ist auch <hi rend="italic">unser Hineingehen.</hi> Und <hi rend="italic">selig sind nicht die</hi>, die nichts zu fragen haben, nicht die Unbesorgten und
            Zweifellosen, sondern <hi rend="italic">selig sind, die</hi> drau<pb ed="pga" xml:id="p438" break="no"/>ßen stehen und wissen, daß sie draußen stehen, die suchend,
            bittend und anklopfend draußen stehen, denn sie werden hineinkommen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.7.7">Mt. 7,7</ref> par.]. Christus ist nicht
            umsonst <hi rend="italic">im Stall zu <placeName ref="kbga-places-385">Bethlehem</placeName> geboren</hi>, denn sie hatten sonst
            keinen Raum in der Herberge [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.7">Lk. 2,7</ref>], die große Welt war ihm zu klein, außerhalb ihrer Herrlichkeit mußte
            er stehen, um sie aus ihrem Elend zu erlösen. Und <hi rend="italic">so ist er zu
              seinen</hi> Lebzeiten nie der Freund der Sicheren und Gesättigten gewesen, nie der
            Freund derer, denen es immer gut geht, weil sie immer gut gelebt haben, nie der Freund
            derer, die sich ihres Glaubens und ihrer Seligkeit rühmen konnten, sondern der Heiland
            der Verlorenen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.19.10">Lk. 19,10</ref>],
            der Arzt der Kranken [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mk.2.17">Mk. 2,17</ref> par.], der Zöllner und Sünder Geselle [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.11.19">Mt. 11,19</ref> par.]. <hi rend="italic">Und so ist sein Weg zur
              Auferstehung</hi> nicht ein Weg triumphierenden Fortschritts gewesen, nicht ein Weg
            der Überwindung aller Widerstände, nicht ein Weg der immer größeren Erfolge, sondern ein
            Weg in die Einsamkeit, in die Schmach, in den Tod hinein und durch den Tod zum Leben!
            Und <hi rend="italic">so fängt Gottes Gegenwart</hi> und Gnade immer in der Tiefe an, wo
            wir zu finden sind, da, wo nur noch Fragen, Sorgen und Zweifel uns übrig bleiben. Da
            allein kann das «Ehre sei Gott in der Höhe» [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.14">Lk. 2,14</ref>] von Menschenohren vernommen und von Menschenlippen
            aufgenommen werden. Da, da allein ist Hilfe, Wendung, Errettung.</p>
          <p><hi rend="italic">Wir möchten wohl alle</hi> immer wieder <hi rend="sans-serif">fragen,</hi> warum es denn so sein muß und ob es nicht auch anders sein könnte. <hi rend="italic">Könnte er sich denn</hi> unser nicht annehmen, wenn wir in Glanz und
            Sicherheit und Frieden aufgerichtet vor
            ihm da stünden? Ja seht, das könnte er freilich, wenn wir nur im Glanz und in der
            Sicherheit und im Frieden <hi rend="italic">nach ihm fragen würden.</hi>
            <hi rend="italic">Im Fragen</hi> nach Gott ist die Gemeinschaft mit ihm, und so kann er
            auch der <hi rend="italic">Gott der Glücklichen</hi>, der Gesunden, der Braven, der
            Zufriedenen sein, wenn sie nach ihm fragen wollen, und so ist Gottes Gnade auch <hi rend="italic">über den sonnigen Zeiten</hi> und Seiten unseres Lebens und des
            Menschheitslebens, wenn auch da wirklich nach ihm gefragt wird. Aber das Fragen nach
            Gott ist ja bereits <hi rend="sans-serif">Demut,</hi> ein Heruntersteigen von der
            Höhe, ein Sich-Beugen der Aufrecht-Stehenden. Wo nach Gott gefragt wird, da <hi rend="italic">verliert</hi> die Herrlichkeit des Menschen, und wenn sie noch so groß
            wäre, ihren eigenen Glanz, da ist <hi rend="italic">keine Freude</hi> mehr möglich ohne
            einen tiefsten, letzten Schmerz, <hi rend="italic">keine Tugend</hi> ohne Sünde und
            Erkenntnis der Sünde, <hi rend="italic">kein Glaube</hi> ohne das <pb ed="pga" xml:id="p439"/> Bewußtsein der Ferne von Gott, <hi rend="italic">keine Ruhe</hi> ohne
            eine letzte Unruhe. Da ist es klar und wird es immer wieder klar, daß <hi rend="italic">der Mensch nichts</hi> ist vor Gott. Und gerade <hi rend="italic">aus diesem
              Nichts</hi>, aus dieser letzten <hi rend="italic">Tiefe</hi>, aus dieser <hi rend="italic">Demut</hi> heraus kommt es dann zur Gemeinschaft mit Gott, und nur in
            der Demut <hi rend="italic">bleibt</hi> es dabei. In der <hi rend="italic">Demut</hi>
            müssen sich also die Guten mit den Bösen, die leichten mit den beschwerten Herzen, die
            Glücklichen mit den Unglücklichen, die Zufriedenen mit den Unzufriedenen <hi rend="italic">finden und begegnen und einigen</hi>, und es kommt zuletzt nicht so sehr
            darauf an, ob wir mehr zu diesen oder mehr zu jenen gehören.</p>
          <p><hi rend="italic">Das aber muß uns ganz klar sein</hi>, daß unsere Sicherheit, unsere
            Gerechtigkeit, unsere Ruhe, unser Christentum sogar, sowie sie beginnen wollen zu
            leuchten im eigenen Glanz, sowie wir dabei unsere eigenen Herren sein, unser eigenes
            Geschäft besorgen wollen, uns <hi rend="italic">von Gott scheiden.</hi> Ohne die Frage
            nach Gott selber wird auch das Göttlichste in unserem Leben <hi rend="italic">ungöttlich</hi>, das höchste Recht zum <hi rend="italic">höchsten Unrecht</hi><note xml:id="n04">Vgl. das lateinische, von <bibl corresp="kbga-bibls-1783"><persName ref="kbga-actors-1525">Cicero</persName> in <hi rend="italic">De officiis</hi>, I,10,33</bibl> zitierte Sprichwort: «<foreign xml:lang="lat">Summum ius summa iniuria</foreign>».</note>, die größte Weisheit zur
            größten Torheit. Da entsteht dann jene <hi rend="italic">Tugendhaftigkeit</hi>, die auf
            hölzernen Stelzen [?] durchs Leben schreitet, ohne Tadel, aber auch ohne Segen und
            Wirksamkeit. Da entsteht dann jene <hi rend="italic">Frömmigkeit</hi>, die keinen
            anderen, gewissen Grund hat als des eigenen Herzens Härtigkeit und keinen anderen
            Erfolg, als daß jedermann davor davonläuft. Da entsteht dann jene <hi rend="italic">Bildung</hi>, die sich anmaßt, Alles zu wissen, weil sie gerade das Eine nicht wissen
            will. Da entsteht dann jene pausbäckige <hi rend="italic">Harmonie</hi> mit dem
            Unendlichen, bei der es zuletzt in der Seele des Menschen so trostlos langweilig
            aussieht wie in einem wohlaufgeräumten Schulzimmer. Und über dem allem steht
            geschrieben: Was Hände bauten, können Hände stürzen<note xml:id="n05"><bibl corresp="kbga-bibls-846"><persName ref="kbga-actors-764">Fr. von
                Schiller</persName>, <hi rend="italic">Wilhelm Tell</hi>, V.387f. (1. Aufzug,
                3. Szene)</bibl>: <q rend="block">
                <lg>
                  <l>Was Hände bauten, können Hände stürzen.</l>
                  <l>Das Haus der Freiheit hat uns Gott gegründet.</l>
                </lg></q></note>. Denn alle diese voreiligen Friedensschlüsse <hi rend="italic">bewähren sich ja doch nicht</hi>, «nach
            dem Gesetz der Gerechtigkeit haben sie getrachtet und haben es nicht erreicht», wie
            <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> gesagt [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.9.31">Röm. 9,31</ref>].
            Sondern <hi rend="italic">gerade die Zeiten</hi>, die am eifrigsten den Menschen mit
            seinem Glanz in den Mittelpunkt stellen, müssen auf der anderen Seite am <pb ed="pga" xml:id="p440"/> bittersten Klage führen über die überhand nehmende Arbeitsunlust,
            Unfreudigkeit, Respektlosigkeit, Undankbarkeit, und wie alle diese Untugenden heißen.
            Gerade die <hi rend="italic">Schattenbilder</hi> von eigener Gerechtigkeit, Ruhe und
            Sicherheit, an denen wir uns ergötzen, bilden zusammen die Finsternis der Welt, unter
            der wir zu seufzen haben.</p>
          <p>Und <hi rend="italic">darum müssen wir danken dafür</hi>, daß wir von Gott gedemütigt
            werden. Wenn die <hi rend="italic">Fragen</hi>, die Sorgen, die Zweifel aufwachen, wie
            es das Kennzeichen unserer heutigen Zeit ist, können die stolzen <hi rend="italic">Tempel</hi>, die wir uns erbaut und in denen wir Gott zu vergessen begannen,
            zusammenbrechen; wenn der Mensch sich seiner <hi rend="italic">Grenzen</hi> wieder
            bewußt, des <hi rend="italic">Abgrunds</hi> zu seinen Füßen wieder gewahr wird, wenn
            er’s wieder sieht, wie er eigentlich dem <hi rend="italic">Nichts gegenüber</hi>steht,
            wenn nicht Gott ihn hält, und wenn dann das alles nicht nur sein <hi rend="italic">Schicksal ist</hi>, das er seufzend oder stumpfsinnig hinnimmt, sondern seine <hi rend="italic">Erkenntnis</hi>, daß es so sein muß, wenn er also nicht nur <hi rend="italic">gedemütigt</hi> ist, wie wir heute eigentlich alle gedemütigt sind, wenn
            wir ehrlich sind, sondern wenn er Gott <hi rend="italic">dankt dafür</hi>, daß er ihn
            gedemütigt, sein Spielzeug ihm zerbrochen hat, dann wird <hi rend="italic">Christus
              geboren.</hi> Dann können wir <hi rend="italic">weiterfahren:</hi> Was Hände bauten,
            können Hände stürzen, das Haus der Freiheit hat uns Gott gegründet; dann <hi rend="italic">geht es</hi> der wahren Gerechtigkeit, dem wahren Frieden, dem wahren
            Heil, und was wir nur an höchsten Gütern nennen mögen, entgegen. Dann wird uns <hi rend="italic">geholfen.</hi> Ich möchte noch mitteilen, wie <hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-261">M. Luther</persName></hi> diesen Spruch: Ich danke
            dir, daß du mich demütigest und hilfst mir! ausgelegt hat. «So ist nun dieser Vers
            fröhlich», sagt er, «und singet mit aller Lust daher: Bist du nicht ein wunderlicher,
            lieblicher Gott, der du uns so wunderlich und freundlich regierest? Du erhöhest uns,
            wenn du uns <hi rend="italic">erniedrigest.</hi> Du machst uns gerecht, wenn du uns <hi rend="italic">zu Sündern</hi> machst. Du führest uns gen Himmel, wenn du uns in die
              <hi rend="italic">Hölle</hi> stößest. Du gibst uns Sieg, wenn du uns <hi rend="italic">unterliegen</hi> lässest. Du machst uns lebendig, wenn wir <hi rend="italic">getötet</hi> werden. Du tröstest uns, wenn wir <hi rend="italic">trauern</hi> müssen.
            Du machst uns fröhlich, wenn du uns <hi rend="italic">heulen</hi> lässest. Du machst uns
            stark, wenn wir <hi rend="italic">leiden.</hi> Du machst uns weise, wenn du uns zu <hi rend="italic">Narren</hi> machst. Du machst uns reich, wenn du uns <hi rend="italic">Armut</hi> zuschickst. Du machst uns zu Herren, wenn du uns <hi rend="italic">dienen</hi> lässest. Alle diese Wunder sind in diesen kurzen Worten begriffen: Ich
            danke dir, daß du mich demütigest und hilfst mir.»<note xml:id="n06"><bibl corresp="kbga-bibls-5450"><persName ref="kbga-actors-261">M. Luther</persName>, <hi rend="italic">Das schöne Confitemini, an der zal der CXVIII psalm</hi> (1530), WA 31/I, 171,13-26</bibl>: «So ist nu diser vers frölich und singet mit aller
              lust daher: Bistu nicht ein wunderlicher, lieblicher gott, der du uns so wunderlich
              und so freundlich regierest, Du erhöhest uns, wenn du uns niedrigest, Du machst uns
              gerecht, wenn du uns zu sündern machst, Du fürest uns gen himel, wenn du uns jnn die
              helle stössest, Du gibst uns sieg, wenn du uns unterligen lessest, Du machst uns
              lebendig, wenn du uns tödten lessest, Du tröstet uns, wenn du uns trauren lessest, Du
              machst uns frölich, wenn du uns heulen lessest, Du machst uns singen, wenn du uns
              weinen lessest, Du machst uns starck, wenn wir leiden, Du machst uns weise, wenn du
              uns zu narren machst, Du machst uns reich, wenn du uns armut zuschickest, Du machst
              uns herren, wenn du uns dienen lessest, Und der gleichen unzeligen wunder mehr, die
              alle jnn diesem vers begriffen sind und jnn der Christenheit auff ein hauffen gerhümet
              werden, mit diesen kurtzen worten: ‹Ich dancke dir, das du mich demütigest, aber
              hilffest mir auch widderumb›.»</note>
             Wir könnten alle diese <pb ed="pga" xml:id="p441"/> Wunder auch zusammenfassen in die Worte unseres bekannten
            Adventslieds:</p>
          <q rend="block">
            <lg>
              <l><hi rend="italic">Als mir das Reich genommen</hi>,</l>
              <l>Da Fried und Freude lacht,</l>
              <l><hi rend="italic">Da</hi> bist du, mein Heil, kommen</l>
              <l>Und hast mich froh gemacht!<note xml:id="n07">Aus <bibl type="song" corresp="kbga-songs-64">Strophe 3 des Liedes 90 «Wie soll ich dich empfangen»
                    von <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName> (RG [1998] 367; EG 11)</bibl>.</note></l>
            </lg></q>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><hi rend="italic">3.</hi> Wenn wir’s doch <hi rend="italic">verstehen
              und annehmen</hi> wollten, daß dieser Vers vom Zusammenhang von Demütigung, Dank und
            Hilfe wirklich ein <hi rend="italic">fröhlicher Vers</hi> ist, daß Christus wirklich <hi rend="italic">im Stall</hi> und nicht anderswo geboren ist, daß unser Heil kommt, wenn
            uns das Reich <hi rend="italic">genommen</hi>, da Fried und Freude lacht, daß wir <hi rend="italic">hinter</hi> der engen Pforte dieser bitteren Erkenntnis wirklich den
            ganzen Jubel der himmlischen Heerscharen hören würden!<note xml:id="n08">Hier hat
                <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> 16 <ref corresp="A">Mskr.</ref>-Zeilen gestrichen: eine
              erste Auslegung von <ref type="can" subtype="bible" target="Ps.118.22 Ps.118.23">V.22f.</ref>, die <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> dann
              durch die hier folgende kürzere ersetzte, mit deren Einsatz er zunächst jedoch auch
              nicht zufrieden war (s. <ref type="pub" target="#fn_n09">Anm.9</ref>).</note></p>
          <p>Wir wollen aus unserem Text noch ein paar Anweisungen nehmen zu solch weihnachtlichem
            Verständnis.</p>
          <p><hi rend="italic">Der Stein, den die Bauleute verworfen haben</hi>[, ist zum Eckstein
              geworden.]<note xml:id="n09">Hier hat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> 2 <ref corresp="A">Mskr.</ref>-Zeilen gestrichen.</note> Das ist die Hauptsache an der
            Weihnacht, daß wir durch die Niedrigkeit, in der der Heiland auch zu uns kommt, <hi rend="italic">hindurchschauen</hi>
            <pb ed="pga" xml:id="p442"/> in seine Herrlichkeit, daß wir die Demut, die er von uns
            verlangt, <hi rend="italic">nicht ablehnen</hi> als etwas Unnützes und Gefährliches. Wir
            wollen nicht ungeschickte, sondern geschickte Bauleute sein, die es begreifen, daß <hi rend="italic">die Demut uns trägt</hi>, wenn wir es ertragen, demütig zu werden. Sie
            ist eine <hi rend="italic">weltbewegende Kraft</hi> für die, die es mit ihr wagen
            wollen.</p>
          <p><hi rend="italic">Das ist von dem Herrn geschehen und ein Wunder vor unseren
              Augen.</hi> Es ist <hi rend="italic">kein Kunststück</hi>, kein schwieriges Werk, das
            von uns verlangt wird, sondern daß wir uns einfach und natürlich stellen zu <hi rend="italic">dem, was Gott tut.</hi> Gerade die <hi rend="italic">dunklen Punkte</hi>
            unseres Lebens können uns zu göttlichen Lichtstrahlen werden, gerade die <hi rend="italic">dumpfe Stille der heutigen Zeit</hi> zu einem lauten, erlösenden
            Heilandsruf, <hi rend="italic">gerade der Tod</hi> zum Leben. <hi rend="italic">Nicht
              wir</hi> sind’s, die diese Verwandlung zu vollziehen haben. <hi rend="italic">Nur die
              Augen</hi> müssen wir haben für das Wunder, das auch vor unseren Augen geschehen
            will.</p>
          <p><hi rend="italic">Dies ist der Tag, den der Herr macht</hi>[; lasset uns freuen und
            fröhlich darinnen sein.] Es ist <hi rend="italic">ein neuer Tag</hi>, der da anbricht,
            wo Gott den Demütigen helfen kann, <hi rend="italic">der Tag des Neuen Testaments</hi>,
            den doch schon <persName ref="kbga-actors-444">Abraham</persName> und <persName ref="kbga-actors-2228">Mose</persName> sahen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Joh.8.56">Joh. 8,56</ref>] und den auch wir noch sehen dürfen. Der <hi rend="italic">Tag, der gestern schon war</hi> und morgen noch sein wird, der Tag, der
              <hi rend="italic">weder der Sonne</hi> noch des Mondes bedarf und dem <hi rend="italic">keine Nacht</hi> folgt [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Apk21.23 Apk.21.25">Apk. 21,23-25</ref>], der Tag, dessen wir uns freuen
            dürfen <hi rend="italic">mit der neuen Freude</hi>
            der Gedemütigten, Betrübten und
            Verwirrten, mit der <hi rend="italic">Freude aus der Angst</hi> und Not und Tiefe
            heraus, mit der Freude, die den Seufzern und <hi rend="italic">den Tränen nicht
              wehren</hi> kann und die <hi rend="italic">doch Freude</hi>, Freude ist in ihrem
            tiefsten Grund, Freude, wie <hi rend="italic">kein anderer Tag</hi> sie uns bereiten
            kann.</p>
          <p><hi rend="italic">O Herr, hilf! o Herr, laß wohl gelingen!</hi> Das ist das <hi rend="italic">Hosiannah</hi><note xml:id="n10">Das hebräische hôšîʿāh naʾ (= hilf
              doch) wird <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.17.22">Lk. 17,22</ref>.<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.17.26">26</ref>.<ref type="can" subtype="bible" target="Mk.11.10">Mk. 11,10</ref> par. nicht übersetzt, sondern mit
                <foreign xml:lang="el-GR">ὠσαννά</foreign> wiedergegeben.</note>,
            unter dem der König der Demut einst seinen Einzug hielt. Es kann seitdem <hi rend="italic">nicht mehr verstummen</hi>, weder im Himmel noch auf Erden. Es ist das
              <hi rend="italic">Seufzen derer</hi>, die draußen stehen, und zugleich der <hi rend="italic">Jubel derer</hi>, die hineingehen. Es ist die <hi rend="italic">Bangigkeit</hi>, die uns alle erfüllt, wenn wir sehen, wie groß unsere Demütigung
            ist, und <hi rend="italic">der Dank</hi> derer, die erkennen, daß uns durch Demütigung
            geholfen wird. Wir hätten dieses Lied nicht erdacht, wir können aber darin <hi rend="italic">einstimmen</hi> und den Erfolg eines <pb ed="pga" xml:id="p443"/>
            Lebens, das auf dieses Lied gegründet wird, <hi rend="italic">dem anheim stellen</hi>,
            der es uns heute auf die Lippen legt. Wir sind dann <hi rend="italic">seine
              Gefährten</hi> auf dem Weg durch die Tiefe in die Höhe.</p>
          <p><hi rend="italic">Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!</hi> Das muß immer
            wieder unser Schluß sein, weil es unser Anfang ist, daß wir <hi rend="italic">jetzt und
              hier</hi> im Dunkel und Schatten des Todes sitzen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.1.79">Lk. 1,79</ref>], daß aber <hi rend="italic">unser
              Licht kommt</hi> und die Herrlichkeit des Herrn aufgeht über uns [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Jes.60.1">Jes. 60,1</ref>]. <hi rend="italic">Nur nie uns
              wundern</hi>, nur nie müde und ärgerlich werden, nur nie die Hände sinken lassen, wenn
            es noch nicht geschehen ist. Nur <hi rend="italic">nie aufhören, den zu loben</hi>, der
            kommt, um im Namen Gottes, seines Vaters, Alles neu zu machen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Apk.21.5">Apk. 21,5</ref>]. <hi rend="italic">Lobt ihn mit
              schwerem Herzen</hi>, lobt ihn mit beladenem Gewissen, lobt ihn mit angstvoller Seele,
              <hi rend="italic">aber lobt ihn</hi>, denn er ist die große Freude, die allem Volk
            widerfahren soll [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.2.10">Lk. 2,10</ref>].</p>
          <!-- leerzeile -->
        </div>
        <div type="songs">
          <head>Lieder:</head>
          <listBibl type="songs">
            <bibl corresp="kbga-songs-7" type="song"> Nr. 97 «Fröhlich soll mein Herze springen» von
              <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName>, Strophen 1.3.4 (RG [1998] 400,1.3.5; EG 36,1.3.5)</bibl>
            <bibl corresp="kbga-songs-326" type="song">Nr. 100 «Dies ist der Tag, den Gott gemacht»
              von <persName ref="kbga-actors-1000">Chr. F. Gellert</persName>, Strophen 1-5 (RG [1998] 408,1-5; EG 42,1-5)</bibl>
          </listBibl>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
