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        <title type="volume" n="vol-39">Predigten 1919</title>
        <title type="content">Psalm 118,14-18</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Psalm 118,14-18, 21. Dezember 1919</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/39052 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1919, hrsg. v. Schmidt, Hermann (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2003, S. 434.</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1919</title>
          <title type="text">Psalm 118,14-18</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Schmidt, Hermann</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2003</date>
          <biblScope unit="page">434</biblScope>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Ps 118,14-18 (4. Advent), 21. Dezember 1919. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1936">KBA 1479</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1919-12-21">21. Dezember 1919</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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          <head><idno>497</idno></head>
          <dateline>
            <placeName ref="kbga-places-54"><hi rend="italic">Safenwil</hi></placeName>, Sonntag,
            den <date when="1919-12-21">21. Dezember 1919</date>
          </dateline>
          <head type="event">IV. Advent</head>
          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="Ps.118.14 Ps.118.18">Psalm 118,14-18</ref>
              <quote><hi rend="italic" resp="kb">[Der Herr ist meine Macht und mein Psalm und ist
                  mein Heil. Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: «Die Rechte
                  des Herrn behält den Sieg; die Rechte des Herrn ist erhöht; die Rechte des Herrn
                  behält den Sieg!» Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke
                  verkündigen. Der Herr züchtigt mich wohl; aber er gibt mich dem Tode nicht.]
                </hi></quote>
            </cit>
          </epigraph>
        </div>
        <div type="main">
          <p>
            <hi rend="italic">1.</hi> Ich denke, es ist wohl <hi rend="italic">kein Einziges unter
              uns</hi>, das sich getrauen würde, die eben gehörten Worte in den Mund zu nehmen und
            in seinem eigenen Namen auszusprechen. Und wenn schon Eines wäre, das das wagte, ich
            wollte es <hi rend="italic">nicht darum beneiden;</hi> denn es wäre in einer argen
            Täuschung begriffen. «Der Herr ist meine Macht und mein Psalm und mein Heil.» «Die
            Rechte des Herrn behält den Sieg.» «Ich werde nicht sterben, sondern leben», <hi rend="italic">das kann niemand</hi> in seinem eigenen Namen nachsprechen. Wenn wir die
            Worte da in der Bibel ein wenig genauer ansehen, müssen wir eigentlich sofort merken,
            daß sie <hi rend="italic">auch da nicht so gemeint</hi> sind, als wollte da Einer in
            seinem eigenen Namen von seiner persönlichen Erfahrung, von seinem persönlichen Zustand
            reden. Ja, er <hi rend="italic">redet von sich selber; meine</hi> Macht, mein Psalm,
            mein Heil!, sagt er ja und: <hi rend="italic">ich</hi> werde nicht sterben!, und doch
            eigentlich nicht von sich selber. Sondern in sich selber hat er <hi rend="italic">ein
              anderes Ich</hi>, einen anderen Menschen entdeckt, und in dessen Namen, nicht in
            seinem eigenen, sagt er so große Dinge. <hi rend="italic">Wenn wir in unserem eigenen
              Namen</hi> reden wollten, von unseren persönlichen Erfahrungen und Zuständen, dann
            müßten wir alle ehrlicherweise gerade das Gegenteil bekennen von dem, was da steht. In
              <hi rend="italic">größter Schwachheit</hi> steh’ ich da vor Gott!, müßten wir dann
            bekennen, kein Psalm ist mein Denken und Reden, sondern ein wirres <hi rend="italic">Stottern und Krächzen</hi>, das Gott keine Ehre und den Menschen keine Freude macht,
            nicht Heil, <hi rend="italic">sondern Unheil</hi> ist das ewige Schwanken da in meiner
            Seele, <hi rend="italic">wenig Glaubwürdiges</hi> finde und sehe ich da in meinem Leben
            von den Siegen Gottes, und wenn ich <hi rend="italic">etwas Sicheres weiß</hi>, so ist
            es das, daß jetzt schon meine Gesundheit, meine Glieder, meine Kräf<pb ed="pga" xml:id="p427" break="no"/>te, meine Erfolge den Todeskeim in sich tragen und daß ich
            meinem Sterbetag entgegengehe, an dem es sich unerbittlich zeigen wird, wer und was ich
            bin. Wenn wir doch <hi rend="italic">den anderen Menschen in uns</hi> entdecken würden
            und in seinem Namen ehrlich von Kraft und Sieg und Leben reden dürften!</p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><hi rend="italic">2.</hi> Und so geht es uns auch, wenn wir die
            Botschaft der Bibel von der kräftigen, erlösenden, segnenden <hi rend="italic">Gegenwart</hi> Gottes, die Botschaft vom <hi rend="italic">Heiland des Herrn</hi>,
            der zu uns Menschen gekommen ist und kommen will, auf unser <hi rend="italic">heutiges Menschheitsleben</hi> anwenden wollen.
            Wir können sie ehrlicherweise <hi rend="italic">nirgends einfach anwenden.</hi> Es wäre
            auch wieder <hi rend="italic">Täuschung</hi> und nichts als Täuschung, wenn da und dort
            eine Gruppe, eine Kirche, eine Partei, ein Kreis sich rühmen wollte: da, da bei uns ist
            sie, die Gegenwart, die Erfüllung, die Hilfe, das Leben Gottes unter den Menschen, und
            wir würden eine <hi rend="italic">Irrfahrt</hi> ohne Erfolg antreten, wenn wir diese
            Auserwählten in der Nähe oder in der Ferne suchen würden. <hi rend="italic">Die Erde ist
              heute mehr als je</hi> eine Stätte der Ohnmacht, der Verwirrung, der Mißerfolge, des
            Sterbens. <hi rend="italic">Fremd und unglaublich</hi> tönt die Adventsbotschaft: die
            Rechte des Herrn behält den Sieg! neben dem, was wir in der Zeitung lesen von dem, was
            in der Menschheit tatsächlich geschieht. Es müßte denn sein, daß in der Menschheit
            verborgen, wie in jedem einzelnen Menschen, <hi rend="italic">noch eine andere
              Menschheit</hi> lebt, <hi rend="italic">unsichtbar</hi>, ungreifbar, nirgends
            hervortretend in den Völkern, den Kirchen, den Parteien, eine <hi rend="italic">Gemeinschaft für sich</hi> hinter und über allen sichtbaren Gemeinschaften, ein <hi rend="italic">Menschheitsleben</hi>, das ungestört von allem Unrecht und Jammer des
            gewöhnlichen Menschheitslebens sein eigenes Dasein führt. Es müßte denn sein, daß diese
            andere, diese verborgene Menschheit auch heute, gerade heute <hi rend="italic">hören und
              sagen dürfte</hi>, was die Bibel uns da als Adventsbotschaft sagen will. O im Namen
            unserer Familie, unserer Gemeinde, unseres Volkes, im Namen unserer Kirche, im Namen der
            Partei oder Richtung, der wir angehören, heiße sie, wie sie wolle, <hi rend="italic">dürfen wir ehrlich nicht so reden</hi>, wie in unserem Text geredet ist. Aber wie
            wäre es, wenn wir über alles Unsrige und Eigene <hi rend="italic">hinwegsehen</hi> und
            die andere Menschheit in der Menschheit <hi rend="italic">entdecken</hi> und dann in
            ihrem Namen es <hi rend="italic">hören und selber bekennen</hi> dürften: Die Rechte des
            Herrn behält den Sieg! <!-- leerzeile --></p>
          <p rend="margin-top">
            <pb ed="pga" xml:id="p428" rend="noPipe"/>
            <hi rend="italic">3.</hi> Seht, <hi rend="italic">das ist’s ja, was wir wissen
              müssen</hi>, wenn uns die <hi rend="italic">Adventsbotschaft</hi> erreichen soll, wenn
            wir <hi rend="italic">Weihnacht</hi> feiern wollen, wenn die in Jesus gestiftete und
            erklärte <hi rend="italic">Gemeinschaft</hi> zwischen Gott und uns Menschen in Kraft
            treten soll. Wir müssen wissen, daß <hi rend="italic">ein anderer</hi>, ein unsichtbarer
            Mensch, eine andere unsichtbare Menschheit ist, ebenso <hi rend="italic">gewiß</hi>,
            nein, noch viel gewisser als das Sichtbare, das wir jetzt Mensch und Menschheit
            heißen.</p>
          <p>Das war das Große an den <hi rend="italic">Vätern und Propheten des Alten
              Testaments</hi>, von denen wir überhaupt gar nicht genug lernen können, daß sie das so
            gut wußten, daß ihr ganzes Leben so stark von diesem Unsichtbaren bestimmt war. <hi rend="italic">Sie glaubten nicht bloß</hi> an das Unsichtbare, wie wir wohl sagen, sondern ließen sich von ihm
            lenken und leiten, sie stellten sich unter seine Befehle und Ordnungen. Sie glaubten
            nicht bloß so <hi rend="italic">im Allgemeinen</hi> an allerlei unsichtbare Ordnungen
            und Verhältnisse, wie es heute Manche wieder unternehmen, sondern das, wovon sie sich
            leiten ließen, war ganz klar und bestimmt der andere, der verborgene Mensch in ihnen
            selbst und die andere, die verborgene Menschheit in der Welt. Sie machten auch <hi rend="italic">keine Kunst und Wissenschaft</hi> aus diesem ihrem Verkehr mit dem
            Unsichtbaren, sondern er war ohne alle Umstände und Feierlichkeiten einfach ihr
            unmittelbares, praktisches Leben. Wir können es durch das ganze Alte Testament hin
            verfolgen, von <persName ref="kbga-actors-444">Abraham</persName> bis zu <persName ref="kbga-actors-2172">David</persName> und von <persName ref="kbga-actors-2281">Elias</persName> bis zum Prediger <persName ref="kbga-actors-2245">Salomo</persName>, wie diese
            Menschen alle so <hi rend="italic">scharf getrennt haben</hi> zwischen dem, was sie bei
            sich selbst und in der Menschheit sahen, und dem anderen Menschen, der anderen
            Menschheit, die unsichtbar dahinter verborgen ist, und wie sie es dann gewagt haben, ihr
            eigenes Leben und das ganze Menschheitsleben ganz fest <hi rend="italic">mit diesem
              Unsichtbaren zu verbinden</hi>, Alles auf dieses Andere zu beziehen und abzustellen,
            von diesem Anderen aus zu denken und - wie es in unserem Text geschieht - im Namen
            dieses Anderen zu reden. Als eine ganz <hi rend="italic">unbegreifliche Kühnheit</hi>
            müssen wir dieses Verhalten bezeichnen. Es gibt ein merkwürdiges Kapitel in der Bibel,
            ich meine das 11. Kapitel des Hebräerbriefs, da wird die ganze Geschichte des Alten
            Testaments dargestellt als eine lange Reihe von lauter Kühnheiten. Die Kühnheit der
            alttestamentlichen Menschen bestand darin, daß sie alle es wagten und unternahmen, das
            Unsichtbare <hi rend="italic">als die größere Wahrheit gelten zu lassen.</hi>
            <hi rend="italic">Wo blieb dann</hi> ihm gegenüber die Schwachheit <pb ed="pga" xml:id="p429"/> und Unvollkommenheit ihrer eigenen Natur, die menschliche <hi rend="italic">Sünde</hi> und das menschliche Leid, die ganze hoffnungslose <hi rend="italic">Verwirrung</hi> und Unsinnigkeit des Menschheitslebens? Nun, das alles
            war auch für sie sehr ernsthaft vorhanden, sie übersahen es keineswegs, und es fiel vor
            ihrem Glauben keineswegs in Nichts zusammen. Sie waren genau solche Menschen wie wir in
            derselben dunklen Welt, in der auch wir leben.|</p>
          <p>Aber sie wagten es, <hi rend="italic">darüber hinwegzusehen</hi> auf die größere
            Wahrheit des unsichtbaren Menschen, der unsichtbaren Menschheit. «Er sah nicht an seinen
            eigenen erstorbenen Leib», sagt <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> von <hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-444">Abraham</persName></hi>, «sondern er
            ward stark im Glauben und gab Gott die Ehre» [<ref type="can" subtype="bible" target="Röm.4.19 Röm.4.20">Röm. 4,19f.</ref>]. Und so konnte es von <hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-2228">Mose</persName></hi> heißen: Er sah
            nicht an die Macht des Pharao und die Torheit Israels, das rote Meer und das Heer der
            Amalekiter [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Hebr.11.27">Hebr. 11,27</ref>.<ref type="can" subtype="bible" target="Hebr.11.29">29</ref>; <ref type="can" subtype="bible" target="Ex.19.7">Ex. 17,9</ref>]. Und von <hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-2246">Samuel</persName>:</hi> er sah nicht, was vor Augen war, das Alter und die Kraft der älteren
            Söhne des <persName ref="kbga-actors-9712">Isai</persName> [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="1.Sam.16.7">1.Sam. 16,7</ref>]. Und von <hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-208">Jeremia</persName> und
              <persName ref="kbga-actors-2193">Hiob</persName>:</hi> sie [?] sahen nicht an ihr von Gott zerstörtes Lebensglück, den Jammer, in
            dem sie als von Gott gezeichnete innerlich und äußerlich dastehen mußten [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Hiob.1.21"><persName ref="kbga-actors-2193">Hiob</persName> 1,21</ref>; <ref type="can" subtype="bible" target="Jer.20.7 Jer.20.13">Jer. 20,7-13</ref>]. Und vom <hi rend="italic">Prediger <persName ref="kbga-actors-2245">Salomo</persName>:</hi> er sah
            nicht an den täuschenden Glanz seines vornehmen und gebildeten Lebens [<ref type="can" subtype="bible" target="Pred.1.16 Pred.1.17">Pred. 1,16f.</ref>; <ref type="can" subtype="bible" target="Pred.2.1 Pred.2.11">2,1-11</ref>]. Und von so vielen <hi rend="italic">Propheten und Psalmsängern:</hi> sie sahen nicht an die Gottlosigkeit ihres Volkes
            und der Heiden, den Mangel an Schönheit und Gestalt des Gottesknechts [<ref type="can" subtype="bible" target="Jes.53.2">Jes. 53,2</ref>]. Darin lag ihre <hi rend="italic">Kühnheit
              und ihr Wagnis, daß sie nicht ansahen</hi> den Menschen und die Menschheit, wie sie
            vor Augen sind, weder im Guten noch auch im Bösen, sie ließen sich weder durch sein
            Böses <hi rend="italic">Furcht</hi> noch durch sein Gutes <hi rend="italic">Respekt</hi>
            einflößen. Sie ließen sich, wenn sie sich selbst und die Menschen anschauten, <hi rend="italic">nicht aufhalten</hi>, nicht irre machen, nicht ablenken durch
            Nebensachen. Sie schauten hindurch bis <hi rend="italic">auf den Grund.</hi> Sie
            schauten den <hi rend="italic">Grund des Menschen in Gott</hi>, das ist ja der andere,
            der unsichtbare Mensch, die unsichtbare Menschheit: der in Gott gegründete Mensch. Sie
            schauten, wie der Mensch <hi rend="italic">nichts ist vor Gott</hi> und Alles durch
            Gott, wie Gott ihn aufrichtet und stürzt. Sie schauten, wie an ihm, an ihm allein sich
              <hi rend="italic">Alles entscheidet</hi>, wie er, er allein <hi rend="italic">die
              Macht</hi> ist im Leben und in der Geschichte. Sie schauten, wie ohne Gott <hi rend="italic">alles eitel ist</hi>, alles ganz eitel [<ref type="can" subtype="bible" target="Pred.1.2">Pred. 1,2</ref> u. ö.]. Sie schauten, wie durch Gott <hi rend="italic">das
              Leid</hi> der Menschen <pb ed="pga" xml:id="p430"/> ebenso gewendet, wie ihre Freude
            in Leid gewendet, die <hi rend="italic">Herrlichkeiten</hi> der Geschichte zunichte
            gemacht und ihre schrecklichste Tiefe in Herrlichkeit verwandelt, <hi rend="italic">Sünde vergeben</hi> und Gerechtigkeit mit Schande bedeckt werden kann. Sie schauten
            die <hi rend="italic">Gebundenheit der Menschen an Gott</hi>, die <hi rend="italic">Wege</hi>, die er sie gehen läßt, das <hi rend="italic">Schicksal</hi>, das er ihnen
            bereitet, <hi rend="italic">seine</hi> Gnade und <hi rend="italic">sein</hi> Gericht als
            das Bewegende und Entscheidende im Menschenleben und in der Weltgeschichte. |</p>
          <p>Darum <hi rend="italic">warteten sie nicht umsonst</hi> auf den Heiland, auf die volle
            Gegenwart Gottes, auf die Erscheinung seiner Größe und Kraft. Darum <hi rend="italic">lebten sie</hi> in dieser Gegenwart, darum <hi rend="italic">zeugten sie</hi> von
            seiner Herrlichkeit und befanden sich doch in keiner Täuschung und Überhebung, denn sie
            redeten ja nie von sich selbst, nie von dem, was vor Augen ist, sondern immer von dem
            Einen, Unsichtbaren, das sie <hi rend="italic">schauten</hi>, von dem unsichtbaren, in
            Gott gegründeten Menschen, den sie <hi rend="italic">wußten.</hi> Darum konnte am Ende
            des Alten Testaments <hi rend="italic">das Neue Testament anfangen.</hi> Darum konnte es
            nach der Adventszeit <hi rend="italic">Weihnachtszeit werden.</hi> Denn was ist das <hi rend="italic">Neue Testament</hi> anderes als die <hi rend="italic">Erfüllung</hi>,
            die sofort da ist, wo es mit der Verheißung wirklich Ernst wird? Was ist die <hi rend="italic">Weihnachtszeit</hi> anderes als die <hi rend="italic">gegenwärtige Gotteszeit</hi>, Gnadenzeit,
            Freudenzeit, Siegeszeit für Alles, was Odem hat, die anbricht, sobald es nur erst
            Adventszeit, Zeit des Glaubens, der Kühnheit, des Schauens geworden ist unter den
            Menschen? Wer ist <hi rend="sans-serif">Christus,</hi> das Kind in <placeName ref="kbga-places-385">Bethlehem</placeName>,
            anderes als <hi rend="italic">der andere</hi>, der unsichtbare Mensch, der in Gott, in
            Gott allein <hi rend="italic">gegründete</hi> Mensch, auf den die Väter hoffend
              sahen<note xml:id="n01">Aus <bibl type="song" corresp="kbga-songs-326">Strophe 5 des Liedes Nr.100 «Dies ist der Tag, den Gott
              gemacht» von <persName ref="kbga-actors-1000">Chr. F. Gellert</persName> (RG [1998] 408; EG 42)</bibl>.</note>, den sie <hi rend="italic">wußten?</hi> «<persName ref="kbga-actors-444">Abraham</persName> <hi rend="italic">freute sich</hi>, da er meinen Tag sah» [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.8.56">Joh. 8,56</ref>], er und die Anderen alle. <hi rend="italic">Im Dunkel</hi> von Menschentagen wie den unsrigen, aber <hi rend="italic">im Licht</hi> des Christustages, des Weihnachtstages sind auch die Worte
            unseres Textes geredet: Der Herr ist meine Macht [und mein Psalm und mein Heil]. Ja, wie
            wollte der Psalmsänger das <hi rend="italic">von sich selbst</hi> sagen? und wie <hi rend="italic">von der Menschheit</hi>, die man sieht, wie sie wandelt in Finsternis
            und Schatten des Todes [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.1.79">Lk. 1,79</ref>]?
            Und <hi rend="italic">doch sagt er’s</hi> ja von sich selber und <hi rend="italic">doch</hi> von der Menschheit, aber von dem <hi rend="italic">neuen Ich</hi>, von dem
            neuen, dem <hi rend="italic">anderen Menschen</hi>, der in die Welt gegeben ist, weil
            Gott die Welt lieb <pb ed="pga" xml:id="p431"/> hat [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Joh.3.16">Joh. 3,16</ref>]. Er <hi rend="italic">schaut</hi> diesen
            neuen Menschen. Er <hi rend="italic">weiß</hi> den Christus. Darum scheut <hi rend="italic">er sich nicht</hi>, so zu reden. Er glaubt, darum <hi rend="italic">redet er auch</hi> [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Ps.116.10">Ps. 116,10</ref>].</p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><hi rend="italic">4.</hi> Liebe Freunde! <hi rend="italic">Warum
              sollten wir nicht wissen?</hi> Warum sollten wir nur die Wahl haben, entweder
            trübsinnig das Leben und uns selbst anzusehen, <hi rend="italic">wie wir sind</hi>, oder
            dann mehr oder weniger phantastisch zu reden und zu träumen viel [?] von <hi rend="italic">künftigen</hi> besseren Tagen? Gibt es <hi rend="italic">kein
              Drittes?</hi>
            <hi rend="italic">Ist das der Mensch</hi>, den wir erblicken, wenn wir uns selbst mit
            unseren Tugenden und Fehlern, in unserer Größe und in unserer Zerrissenheit anstarren?
              <hi rend="italic">Ist das die Menschheit</hi>, die wir erblicken, wenn wir in die
            Zeitung hineinstarren? Warum sollten wir nicht <hi rend="italic">neben die
              alttestamentlichen Menschen treten</hi> und mit ihnen aus bloß Sehenden zu Schauenden
            werden? Ja, zu Leuten, die es lernen wollen, <hi rend="italic">hindurchzuschauen</hi>
            durch den Spiegel und durch die Zeitung, <hi rend="italic">auf den Grund zu
            schauen</hi>, zu schauen den in Gott gegründeten Menschen, <hi rend="italic">Christus,
              gestern und heute derselbe</hi> und in Ewigkeit [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Hebr.13.8">Hebr. 13,8</ref>]? Wir wollen doch nicht etwa meinen, es sei <hi rend="italic">damals leichter gewesen als heute.</hi> Es <hi rend="italic">braucht
              immer Kühnheit</hi> dazu, das Unsichtbare ernster zu nehmen als das Sichtbare, nicht
            nur in Gedanken, sondern mit dem Gehorsam des Lebens. Es war immer <hi rend="italic">ein
              Schritt</hi>, ein Ereignis, eine Geschichte im Leben des Menschen und der Menschheit,
            wenn Christus entdeckt wurde, der Mensch von oben, der uns in die Gemeinschaft Gottes
            bringt. Zum Sehen wird man geboren, hat <persName ref="kbga-actors-136">Goethe</persName> gesagt, <hi rend="italic">zum Schauen
              aber bestellt</hi><note xml:id="n02"><bibl corresp="kbga-bibls-1624"><hi rend="italic">Faust II</hi>, V.11288f. (5. Akt, Tiefe Nacht)</bibl>: <q rend="block">
                <lg>
                  <l>Zum Sehen geboren,</l>
                  <l>Zum Schauen bestellt …</l>
                </lg></q></note>, ausgesondert 
              [<ref type="can" subtype="bible" target="Jer.1.5">Jer. 1,5</ref>], von neuem geboren, wie es
            in der Bibel heißt [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.3.3">Joh. 3,3</ref>.<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.3.5">5</ref>]. Die
              <hi rend="italic">Gerechten</hi>, d. h. die ins Unsichtbare schauen, <hi rend="italic">sie kommen in Hütten,</hi> wörtlich in Zelten zu leben, wie wir in unserem Text
            lesen; d. h. sie werden zunächst zu Menschen, <hi rend="italic">die unterwegs sind</hi>,
            die keine Heimat haben, die von Zufriedenheit und Ruhe, von Sicherheit und Erfolg
            nichts, aber auch gar nichts wissen. Wenn wir sehen wollen, wie das ist, brauchen wir
            bloß das <hi rend="italic">Leben <persName ref="kbga-actors-444">Abrahams</persName></hi> oder <persName ref="kbga-actors-208">Jeremias</persName> anzusehen oder das Buch des
            Predigers <persName ref="kbga-actors-2245">Salomo</persName> zu lesen oder noch einmal Hebräer 11. <hi rend="italic">Immer un<pb ed="pga" xml:id="p432" break="no"/>terwegs</hi>, heißt es da, immer erschüttert und
            beunruhigt, immer Alles und Alles in Frage gestellt. <hi rend="italic">Nicht in den
              wohlverwahrten Häusern</hi>, sondern in den Hütten, in den Zelten der Gerechten singt
            man mit Freuden vom Sieg.|</p>
          <p>Weiter: es gehört zu diesem Schauen immer auch das <hi rend="italic">gewisse
              Gezüchtigtwerden,</hi> von dem unser Text auch redet. <hi rend="italic">Weh mir, ich
              vergehe!</hi>, hat <persName ref="kbga-actors-2204">Jesaja</persName> ausgerufen, denn ich habe den König, den Herrn <persName ref="kbga-actors-8713">Zebaoth</persName>
            gesehen mit meinen Augen [<ref type="can" subtype="bible" target="Jes.6.5">Jes. 6,5</ref>]!
            Und <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> hat geradezu von <hi rend="italic">einem Sterben</hi> geredet, das über uns
            kommt, wenn wir auf den Tod Christi getauft werden [<ref type="can" subtype="bible" target="Röm.6.3 Röm.6.9">Röm. 6,3-9</ref>]. Es ist eben eine <hi rend="italic">Strafe,
              ein Verderben</hi>, das über den sichtbaren Menschen kommt, wenn der unsichtbare von
            Tag zu Tag wächst [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="2.Kor.4.16">2.Kor. 4,16</ref>].
            Jener muß sich dann <hi rend="italic">schämen, klein werden</hi>, sich zurückziehen.
            Erst jetzt, wenn dieses andere Ich mit uns zu reden beginnt, wird uns ja <hi rend="italic">unsere Sünde</hi> klar, und wie klein und erbärmlich wird uns daneben
              <hi rend="italic">unser Wissen und Können</hi>, unsere Moral und unsere Bildung, vor
            allem unser bißchen Christentum. Es kommt Alles, Alles an uns nun wie in eine
            zersetzende, auflösende <hi rend="italic">Säure</hi>, <hi rend="italic">nichts</hi> kann
            bestehen, <hi rend="italic">nichts</hi> mehr hält uns, an <hi rend="italic">nichts</hi>
            mehr können wir glauben als eben an den unsichtbaren Menschen, der aus Gott geboren ist,
            an Christus, der allein uns gemacht ist von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und
            zur Heiligung und zur Erlösung [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.1.30">1.Kor. 1,30</ref>]. Also <hi rend="italic">so ist es immer gewesen</hi>, und indem
            wir das alles auf uns nehmen, tun wir <hi rend="italic">nichts Schwereres</hi>, als die
            Menschen immer getan haben, wenn es aus dem Alten hinüberging ins Neue Testament, aus
            der Adventszeit in die Weihnachtszeit. Der Weg ist immer <hi rend="italic">schmal</hi>
            und die Pforte ist immer <hi rend="italic">eng</hi> gewesen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.7.14">Mt. 7,14</ref>].</p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><hi rend="italic">5.</hi> Es fragt sich doch nur, ob uns nicht
            eigentlich <hi rend="italic">Alles darauf hinweist</hi>, Alles darauf hindrängt, gerade
            diesen schmalen Weg und diese enge Pforte zu betreten. Ist’s uns am Ende nicht auch [?]
              <hi rend="italic">leichter und natürlicher</hi>, neben die Väter des alten Bundes zu
            treten und mit ihnen <hi rend="italic">kühn</hi> zu sein,
            mit ihnen in <hi rend="italic">Zelten</hi> zu leben, mit ihnen <hi rend="italic">gezüchtigt</hi> zu werden, als das
            zu sein, was wir jetzt sind? Was soll die scheue <hi rend="italic">Vorsicht</hi>, mit
            der wir es jetzt vermeiden, den Schritt ins Unsichtbare zu tun, die <hi rend="italic">bequeme Ruhe</hi>, in der wir es vermeiden, die Wanderung nach der unsichtbaren
            Heimat aufzunehmen, das ungestörte <hi rend="italic">In-den-Tag-hinein-Leben</hi>, in
            dem wir der Züchtigung Gottes auszuweichen mei<pb ed="pga" xml:id="p433" break="no"/>nen? <hi rend="italic">Gelingt es uns etwa?</hi> Sind wir nicht alle gelegentlich
            kühn, ohne es zu wollen, sind wir nicht alle im Grunde unruhig und heimatlos? Müssen wir
            nicht alle Strafe leiden? Können wir es etwa <hi rend="italic">verhindern, daß Christus
              lebt</hi> und daß wir die Wirkungen zu spüren bekommen? Und möchten wir nicht alle
            neben die Männer des alten Bundes treten dürfen <hi rend="italic">auch in dem, was sie
              dann sagen</hi> dürfen, nicht in ihrem eigenen Namen, sondern im Namen des Christus,
            der verborgen hinter ihnen stand? Wie gerne möchten wir, daß es in unserem Leben hieße:
              <hi rend="italic">meine Macht, mein Psalm, mein Heil!</hi> Wie dünn ist die Wand, die
            uns trennt von dem, was wir möchten, von den drei Wörtlein «Der Herr ist» meine Macht[,
            mein Psalm, mein Heil!] Wie gerne sähen wir es in der Welt mit ihren Kriegen und
            Revolutionen verwirklicht: <hi rend="italic">Die Rechte des Herren behält den Sieg</hi>
            [; die Rechte des Herrn ist erhöht, die Rechte des Herrn behält den Sieg!] M<persName ref="kbga-actors-2228">ose </persName>und
            <persName ref="kbga-actors-2204">Jesaja</persName> und <persName ref="kbga-actors-208">Jeremia</persName>, L<persName ref="kbga-actors-261">uther </persName>und C<persName ref="kbga-actors-77">alvin </persName>haben es gesehen. Sollen wir blind sein, daß wir
            es nicht sehen können? Wie gerne möchten wir es in die lange Todesnacht unseres Daseins,
            in das Dasein der ganzen seufzenden Kreatur [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.22">Röm. 8,22</ref>] hineinstellen: <hi rend="italic">Ich werde nicht sterben</hi>[, sondern leben und des Herrn Werke
            verkündigen]. Ein Freiheitskämpfer des alten G<placeName ref="kbga-places-67">enf,</placeName> P<persName ref="kbga-actors-10437">hilibert Berthelier<note xml:id="n03">Nachdem Herzog <persName ref="kbga-actors-10438">Karl III. von Savoyen</persName> im April 1519 <placeName ref="kbga-places-67">Genf</placeName> besetzt hatte und
              Bischof <persName ref="kbga-actors-10439">Johann von Savoyen</persName> am <date when="1519-08-19">19.8.1519</date> nach <placeName ref="kbga-places-67">Genf</placeName> zurückgekehrt war, wurde <persName ref="kbga-actors-10437">Philibert
              Berthelier</persName> d. ä. am <date when="1519-08-23">23.8.1519</date> hingerichtet. Seine Inschrift: «<foreign xml:lang="lat">Non moriar sed vivo et
              narrabo opera Domini</foreign>». Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-1900"><persName ref="kbga-actors-4077">Fr. W. Kampschulte</persName>, <hi rend="italic">Johann Calvin. Seine
                Kirche und sein Staat in Genf</hi>, 2 Bde., Leipzig 1869/1899, Bd. I, S. 51f</bibl>. <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>
              hatte kurz zuvor beide Bände Kampschultes gelesen (<bibl corresp="kbga-bibls-931">Bw. Th. I, <ref type="pub" target="../volume/03/p357#p357">S. 357</ref></bibl>).</note>,</persName> ein
            weltlich gesinnter Politiker und Lebemensch, hat eine Stunde vor seiner Hinrichtung
            diese Worte an die Wand seines Kerkers geschrieben. Wie kam er nur dazu? Wie war es nur
            möglich? Sollten wir wirklich nicht dazu kommen, diese Worte in großen Buchstaben auch
            an die Wand unseres Kerkers zu schreiben? <hi rend="italic">Der Herr züchtigt mich</hi>
            [wohl, aber er gibt mich dem Tode nicht]. Ja wirklich: wir sind dem Tode gegeben.
            Christus aber lebt; sollte es kein Durchbrechen, kein Entdecken, kein Kleinwerden geben
            für uns: Ihr sollt auch leben [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.14.19">Joh. 14,19</ref>]!</p>
          <p>Seht doch, wie das Unsichtbare, der schmale Weg und die enge Pforte <hi rend="italic">uns ruft</hi>, wie es Advent und Weihnacht <hi rend="italic">werden will</hi>, wie
            der in <pb ed="pga" xml:id="p434"/> Gott gegründete Mensch, die neue Menschheit,
            Christus <hi rend="italic">erscheinen will!</hi> Ist’s denn ein <hi rend="italic">Fremder</hi>, der uns ruft?, können wir zaudern, ob wir ihm folgen wollen? Stehen wir
            nicht schon auf dem Seil, auf dem er uns herüberziehen will? Ist’s nicht <hi rend="italic">unsere eigene Stimme</hi>, die Stimme, die Gott unseren
               Herzen und den Herzen aller Menschen
            gegeben hat, die ihm längst schon geantwortet hat:</p>
          <q rend="block">
            <lg>
              <l>Das ewge Licht geht da herein,</l>
              <l>Gibt der Welt ein neuen Schein;</l>
              <l>Es leucht wohl mitten in der Nacht</l>
              <l>Und uns des Lichtes Kinder macht.<note xml:id="n04"><bibl type="song" corresp="kbga-songs-5">Strophe 4 von <persName ref="kbga-actors-261">Luthers</persName> Weihnachtslied «Gelobet seist du,
                    Jesu Christ» (RG [1998] 392; EG 23; das Lied fehlt in GERS
                  [1891])</bibl>.</note></l>
            </lg></q>
          <!-- leerzeile -->
        </div>
        <div type="songs">
          <head>Lieder:</head>
          <listBibl type="songs">
            <bibl corresp="kbga-songs-51" type="song"> Nr. 214 «Aus tiefer Not schrei ich zu dir» von
              <persName ref="kbga-actors-261">M. Luther</persName>, Strophen 1.4.5 (RG [1998] 83,1.4.5; EG 299,1.4.5; jeweils mit geringen
              Textabweichungen)</bibl>
            <bibl corresp="kbga-songs-131" type="song">Nr. 85 «Macht hoch die Tür» von <persName ref="kbga-actors-1415">G. Weissel</persName>,
              Strophen 1.5 (RG [1998] 363,1.5; EG 1,1.5; jeweils mit geringen
              Textabweichungen)</bibl>
          </listBibl>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
