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        <title type="volume" n="vol-39">Predigten 1919</title>
        <title type="content">Lukas 24,2-3</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Lukas 24,2-3, 20. April 1919</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/39021 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1919, hrsg. v. Schmidt, Hermann (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2003, S. 164.</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1919</title>
          <title type="text">Lukas 24,2-3</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Schmidt, Hermann</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2003</date>
          <biblScope unit="page">164</biblScope>
          <!--position within a volume-->
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Lk 24,2-3 (Ostern), 20. April 1919. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1905">KBA 1448</ref>. </bibl>
        <!-- we should provide more types: <bibl type="not-found-in-kba"></bibl> <bibl type="not-in-kba"></bibl>  -->
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        <date type="creation" when="1919-04-20">20. April 1919</date>
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        <language ident="ger">German</language>
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          <head><idno>466</idno></head>
          <dateline>
            <placeName ref="kbga-places-54"><hi rend="italic">Safenwil</hi></placeName>, Sonntag, den <date when="1919-04-20">20. April 1919</date>
          </dateline>

          <head type="event"><hi rend="italic">Ostern</hi><lb/>
            <hi rend="italic">Auferstehung</hi><note xml:id="n01"><persName ref="kbga-actors-607">Otto Herpel</persName>, der Initiator der
              <orgName ref="kbga-actors-9864">Tambacher Konferenz</orgName> (vgl. oben <ref type="pub" target="../volume/39/pr009#pr009">S. IX</ref>), hatte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> um Mitarbeit an der von ihm und
              <persName ref="kbga-actors-452">E. Arnold</persName> herausgegebenen, vierzehntäglich erscheinenden Zeitschrift «Der christliche
              Demokrat» gebeten (<bibl corresp="kbga-bibls-931">Bw. Th. I, <ref target="../volume/03/p336#fn_n01">S. 336 mit Anm.1</ref></bibl>). Unter der Überschrift <bibl corresp="kbga-bibls-5420">«Auferstehung»
              veröffentlichte <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> die Osterpredigt von 1919 in der inzwischen umbenannten
              Zeitschrift «Das neue Werk. Der Christ im Volksstaat», Jg.2 (1920/1921), Nr.1 vom
                <date when="1920-04-11">11.4.1920</date>, S. 1-7</bibl>. Bei der Anfertigung der
              Reinschrift für den Druck unterwarf <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> seinen <ref corresp="A">Manuskripttext</ref> zahlreichen
              Veränderungen. Daß diese umfangreicher sind als in anderen Fällen, mag mit dem
              zeitlichen Abstand zwischen beiden Texten zusammenhängen, vielleicht auch mit
              besonderer Aufmerksamkeit Barths auf seine deutsche Leserschaft. Wir folgen der
              Druckfassung, weisen aber die Abweichungen vom Manuskript vollständig nach. Reine
              Erweiterungen sind in ˹  ˺ gesetzt, sonstige Veränderungen sind in einem ersten, durch
              Buchstaben gekennzeichneten Apparat festgehalten. Die Seitenzahlen der Zeitschrift
              werden zwischen | | mitgeführt. Vernachlässigt sind Unterstreichungen im
              Manuskript.</note></head>
          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.24.2 Lk.24.3">Lukas 24,2-3</ref><note n="a" type="textcritical">Der Predigttext ist im <ref corresp="A">Mskr.</ref> nicht
                ausgeschrieben.</note>
              <quote>
                <hi rend="italic" resp="kb">[Sie fanden aber den Stein abgewälzt von dem Grabe und
                  gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesu nicht.]</hi></quote>
            </cit>
          </epigraph>

        </div>
        <div type="main">
          <p rend="margin-top">Die<note n="b" type="textcritical">Vor dem Abschnitt im <ref corresp="A">Mskr.</ref>: «<hi rend="italic">1.</hi>»</note> Bibel redet offen, ehrlich und deutlich von Gott. Sie
            kann jedenfalls nichts dafür, wenn wir uns von Gott unklare, widerspruchsvolle Begriffe
            machen. An ihr liegt’s nicht, wenn Gott in unseren Gedanken und darum dann auch in
            unserem Leben in einen gewissen Nebel von Unbestimmtheit<note n="c" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «in einen gewissen unbestimmten Nebel».</note> gehüllt ist, so daß man nie
            ganz sicher weiß: gilt’s eigentlich oder gilt’s nicht? Sie ist nicht Schuld daran, wenn
            wir von Gott nur so geheimnisvoll zu flüstern wagen, obwohl<note n="d" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «wagen, wenn wir nicht recht wissen wohin mit ihm,
              obwohl».</note> wir gerne an ihn glauben würden<note n="e" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>:
              «wir eigentlich an ihn glauben».</note>; wenn wir uns fast genieren, mit<note n="f" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «ihn ernst zu nehmen und mit».</note> ihm zu rechnen als
            mit einer Tatsache, obwohl wir es doch so gerne<note n="g" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>:
              «Tatsache von ganz besonderer Art, obwohl wir es eigentlich gern».</note> möchten;
            wenn, <pb ed="pga" xml:id="p153"/> unser Reden von ihm fast immer ein so hohles,
            erkenntnisarmes Dröhnen ist, obwohl wir es doch so gut und ernst meinen. Die Bibel
            schenkt uns klaren Wein ein darüber, wie <hi rend="italic">sie</hi> es<note n="h" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «was sie».</note> meint, wenn sie von Gott redet. Wir haben
            volle Freiheit, es anders zu meinen<note n="i" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «dabei etwas
              Anderes zu meinen».</note> ˹, <hi rend="italic">auch</hi> gut und ernst, aber anders
            als die Bibel˺. Aber wenn wir bei diesen unseren anderen Meinungen in Verwirrung und auf
            allerlei Sandbänke von Unbefriedigung geraten, wollen<note n="j" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «und auf allerlei Unbefriedigendes kommen, so wollen».</note> wir uns
            wenigstens in Erinnerung rufen, daß in dem Bilde, das uns die Bibel von Gott gibt, diese
            Verwirrung, dieses Unbefriedigende nicht<note n="k" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «daß in
              der Meinung, die die Bibel von Gott hat, keine Verwirrung und nichts
              Unbefriedigendes».</note> vorhanden ist. Wir haben bei dieser Erinnerung noch
              einmal<note n="l" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Wir haben ja auch dann noch».</note>
            volle Freiheit, trotzdem bei unseren Meinungen zu bleiben. Aber wir tun das dann auf
            unsere eigene Verantwortung und müssen die Folgen<note n="m" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>:
              «auf unsere eigene Rechnung und Gefahr. Und wir müssen dann auch die Folgen».</note>,
            die das für unser Leben hat, selbst tragen. Denn es hat Folgen für unser Leben, wenn wir
            mit Gott nicht aus noch ein<note n="n" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «ein noch aus».</note>
            wissen ˹in unseren Gedanken˺. Und es hat ebenfalls Folgen für unser Leben, wenn wir eine
            klare, deutliche Erkenntnis Gottes<note n="o" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Erkenntnis von
              Gott».</note> bekommen.<note n="p" type="textcritical">Im <ref corresp="A">Mskr.</ref> folgt der Satz:
              «Solche klare, deutliche Erkenntnis könnten wir aber bekommen.»</note> </p>
          <p> <pb ed="B" n="2"/> «Sie<note n="q" type="textcritical">Vor dem Abschnitt im <ref corresp="A">Mskr.</ref>: «<hi rend="italic">2.</hi>».</note> fanden den Stein abgewälzt von dem Grabe und gingen hinein und
            fanden den Leib des Herrn Jesu nicht.» <hi rend="italic">Das</hi> ist offen,
              ehrlich<note n="r" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Das nenne ich offen und
              ehrlich».</note> ˹und deutlich˺ geredet von Gott. «Da müssen
             die Hüter alle vom Grabe hinweg;
            flugs in das römische Reich hinein gegriffen, daß sich nicht einer mehr da durfte sehen
            lassen. Also kann Gott ˹auch˺ wohl heutigen Tages noch tun, wenn man ihm nur vertraute.
            Dünkt es dich unmöglich, schadet nicht; nein, der<note n="s" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>:
              «denn der».</note> Glaube muß gleich ein trunkener Gedanke sein, den die Welt
            verachtet, als würde nimmer nichts draus. Aber laß dich nur nicht anfechten, so sollst
            du sehen und erfahren, daß <pb ed="pga" xml:id="p154"/> ein solcher Gedanke, ob er
            gleich närrisch scheint, den größten Trost mit sich bringen soll». Das sind Worte aus
            einer Osterpredigt von <persName ref="kbga-actors-261">Martin Luther</persName>.<note xml:id="n02">
              <bibl corresp="kbga-bibls-3549"><hi rend="italic">Predigt über Mk.16,1-8</hi> (1530), WA 32,49,5-11</bibl>.</note> Mag
              man<note n="t" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Man mag darüber».</note> den Kopf
            schütteln, das muß man ihm lassen, daß er das offene, ehrliche Reden der Bibel gehört
            und verstanden<note n="u" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «gehört und sich darüber
              gefreut».</note> hat. Darum ist er <persName ref="kbga-actors-261">Luther</persName><note n="v" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «ein
              <persName ref="kbga-actors-261">Luther</persName>».</note> gewesen. Es hat eben Folgen gehabt für sein Leben ˹und für die Welt˺,
            daß er den Begriff, den die Bibel von Gott hat, ˹wenigstens teilweise˺ gefaßt und sich
            zu eigen gemacht hat.</p>
          <p>Die Bibel behauptet durchaus nicht, daß Gott und <anchor type="note" xml:id="fn-w"/>die
            göttlichen Taten ohnehin bekannte oder ohne weiteres verständliche Dinge seien. Sie sagt
            nirgends, daß der Glaube jedermanns Ding sei [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="2.Thess.3.2">2.Thess. 3,2</ref>]. Ja, die Welt des Sichtbaren und des Unsichtbaren ist
            ein Ganzes, ein einziges unteilbares Gewebe.<note target="fn-w" n="w" xml:id="nw" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «die göttlichen Taten zu dem gehören, was uns ohnehin
              bekannt und verständlich ist. Sie sagt nicht, daß es leicht und bei einigem Nachdenken
              selbstverständlich sei, an Gott zu glauben. Sie macht aus Gott nicht einen Faden im
              Gewebe des gewöhnlichen Menschenlebens, wie wir es immer so gerne möchten.»</note>
            ˹Aber in diesem Gewebe ist Zeddel nicht Einschlag und Einschlag nicht Zeddel.<note xml:id="n03"> Zeddel und Einschlag = Kette und Einschuß: die beiden Fadensysteme, die
              im Webstuhl zusammengefügt werden.</note> Zeit ist nicht Ewigkeit und Ewigkeit ist nicht Zeit.˺ So weißt und die Bibel<note n="x" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Sie weist vielmehr».</note> ganz unmißverständlich darauf
            hin, daß Gott zu unseren Anschauungen von Natur und Geschichte<note n="y" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «von der Natur und vom Menschenleben».</note> nicht passe.
            Was wir in Natur und Geschichte anzuschauen vermögen, das ist eine Welt für sich,
            eigenen Rechtes in ihren Ordnungen und Verhältnissen, unwiderruflich und unvermeidlich
            beschränkt und belastet durch den Tod.<note n="z" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Was wir da
              so anschauen, das ist allerdings eine Welt für sich mit bestimmten Ordnungen und
              Verhältnissen und Gewohnheiten. Dazu gehört vor Allem das Böse und der Tod.»</note>
            Gott aber schickt sich - nach dem, was uns die Bibel über ihn mitteilt, - nicht in diese
            unsere Welt. ˹Sie ist Zeit, nicht Ewigkeit.˺ Sie hat ihre Grenzen. <anchor type="note" xml:id="fn-aa"/>Die Gesetze der Natur und der Geschichte können nicht mehr, als <pb ed="pga" xml:id="p155"/> eben die Grenzen der Welt, die wir anschauen, bezeichnen. Was
            aber Grenzen hat, das hat auch ein Jenseits. Ein Jenseits, das wir nicht anzuschauen
            vermögen, das aber nichtsdestoweniger ein notwendiger Teil des Ganzen ist, nicht als
            Zeddel, aber als Einschlag im Gewebe. Es gibt kein Diesseits ohne Jenseits, wie es kein
            Gewebe gibt, das nur Zeddel wäre. Diesseits ohne Jenseits, Zeit ohne Ewigkeit ist
            höchste Zweifelhaftigkeit, Fraglichkeit, ist das Sterbliche, das Verwesliche, das
            Vergängliche. Eben darum ist Ewigkeit ein Neues, ein ganz Anderes, das in die Zeit
            hinein kommen muß. Dieser letzte Einschlag in die Zeit ist der Inhalt der Bibel. Eine
            andere, eine neue, eine obere Welt mit neuen, anderen Ordnungen und Verhältnissen, eine
            Welt, in der der Tod nicht mehr ist, tritt ein in <pb ed="B" n="3"/> unsere Welt, um sie in sich zu
            verschlingen, damit das Ganze werde. Wenn wir in der Bibel von Gott
             und göttlichen Taten lesen, muß uns
            immer das in den Ohren tönen: eine andere Welt! Das Wort «Gott» ist in der Bibel nie
            anders gemeint.</p>
          <p>Wenn Gott etwas sagt oder tut, dann wird damit so oder so in der alten Welt etwas
            sichtbar von der neuen.<note n="aa" target="fn-aa" type="textcritical" xml:id="naa"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Sie ist mitsamt ihren Ordnungen durchaus nicht ewig. Sie ist, von Gott aus betrachtet, etwas höchst Fragliches,
              Zweifelhaftes. Jenseits ihrer Grenze ist eine andere Welt mit anderen Ordnungen,
              Verhältnissen und Gewohnheiten. In dieser anderen Welt kommt jedenfalls das Böse und
              der Tod nicht vor. Wenn wir in der Bibel das Wort ‹Gott› lesen, muß uns immer das in
              die Ohren kommen: eine andere Welt - denn in der Bibel ist dieses Wort jedenfalls
              immer so gemeint. Und wenn uns nun die Bibel von Gott erzählt, so ist der Sinn immer
              der, daß von dieser anderen Welt etwas sichtbar wird in unserer Welt.»</note> Zeit ist
            nicht Ewigkeit und Ewigkeit ist nicht Zeit.˺ So weist uns die Bibelzitat
            
            Es
            kommt gleichsam zu einem Durchbruch aus der Ewigkeit in die Zeit<note n="ab" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Zeitlichkeit».</note> , aus dem Jenseits ins
              Diesseits<note n="ac" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «ins Diesseits hinein».</note> .
            «Flugs in das römische Reich hinein gegriffen», wie <persName ref="kbga-actors-261">Luther</persName> gesagt hat. <hi rend="italic">Wunder</hi> ist alles, was von Gott kommt, weil es so wie so zu unserer
            Anschauungswelt nicht paßt.<note n="ad" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Die Taten Gottes
              sind also alles Wunder, von unserem Standpunkt aus betrachtet, weil sie zu unseren
              Anschauungen nicht passen.»</note> Nur daß wir uns ­nicht ˹so sehr˺ darüber wundern
            sollten, weil es, als von Gott kommend, zu unserer Welt nicht passen <hi rend="italic">kann</hi><note n="ae" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «weil sie als Taten Gottes nicht zu
              unseren Anschauungen passen können».</note> . Gott ist eben nie ein anderer<note n="af" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «ist nach der Meinung der Bibel nie etwas
              Anderes».</note> als der <hi rend="italic">Schöpfer</hi>, als der er auf der ersten
            Seite der Bibel<note n="ag" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «als eben der Schöpfer, als der
              er schon auf den ersten Seiten dieses Buches».</note> beschrieben ist. Wo <pb ed="pga" xml:id="p156"/> nichts ist, da läßt er <hi rend="italic">etwas</hi><note n="ah" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «immer wieder etwas».</note> ˹, wo nur <hi rend="italic">Tod</hi> ist, da läßt er <hi rend="italic">Leben</hi>˺ werden. Das Alte wandelt er in
            ein Neues, in ein ganz Anderes,<note n="ai" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Und das Alte
              verwandelt er unaufhörlich [?] in ein Neues, in ein ganz Anderes. Seine Güte ist alle
              Morgen neu!»</note> ˹ohne es zu zerstören, aber indem er es in einen ganz neuen
            Zusammenhang versetzt.˺ Mitten in unserer Welt läßt er da und dort<note n="aj" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «läßt er durch innere und manchmal auch durch äußere
              Ereignisse».</note> ein Stücklein von seiner ewigen Welt erscheinen, zur Erinnerung an
            das, was er ist, ­und<note n="ak" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «und gleichsam».</note>
              zum<note xml:id="n04">Im Druck irrtümlich «vom»; korr. nach <ref corresp="A">Mskr.</ref></note> Vorgeschmack
            dessen, was er im Sinne hat. Immer geschieht es dem Tode<note n="al" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «geschieht’s dem Bösen und dem Tod».</note> zum Trotz, immer ist’s etwas
            Wunderbares für unsere Begriffe. Immer wieder zeigt Gott, daß er sich in unsere Welt
            nicht schickt ˹, daß das Jenseits das Diesseits nicht in Ruhe lassen kann˺. Seine Güte
            ist alle Morgen <hi rend="italic">neu</hi> [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Klagel.3.22 Klagel.3.23">Klagel. 3,22f.</ref>].<note n="am" type="textcritical">Das Bibelzitat steht
              im <ref corresp="A">Mskr.</ref> weiter oben, s. Anm. ai.</note> Das Ziel aber ist eine gänzliche<note n="an" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «große».</note> Neuschöpfung und Verwandlung dieser unserer
            jetzigen Welt. Das Fragliche, Zweifelhafte, das unserem jetzigen Dasein<note n="ao" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «und Zweifelhafte, das dem jetzigen Menschenleben».</note>
            anhaftet, ist dann aufgehoben und beseitigt. Unsere Anschauung wird dann den Dingen auf
            den Grund gehen und nicht mehr so beschränkt sein wie jetzt. ˹Der Erdenrest<note xml:id="n05">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-1624"><persName ref="kbga-actors-136">J. W. von Goethe</persName>, <hi rend="italic">Faust II</hi>, V. 11954f.
              (5. Akt, Bergschluchten)</bibl>: <q rend="block">
                <lg>
                  <l>Uns bleibt ein Erdenrest</l>
                  <l>Zu tragen peinlich …</l>
                </lg></q></note> wird dann fallen.˺ Gott wird dann<note n="ap" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Gott aber wird».</note> Alles in Allem sein [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.15.28">1.Kor. 15,28</ref>]. <anchor type="note" xml:id="fn-aq"/>Dieses «dann» ist aber kein Augenblick <hi rend="italic">unserer</hi>
            Zeit, sondern der erste Augenblick der Zeit <hi rend="italic">Gottes.</hi><note n="aq" target="fn-aq" type="textcritical" xml:id="naq"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «So meint es die Bibel, wenn
              sie von Gott redet, vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung des Johannes.»</note>
          </p>
          <p>Man kann sich an diesem Bilde Gottes, das kein Bild ist<note n="ar" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «das uns da geboten wird».</note>, stoßen. Man kann aber gerade so gut dazu
            kommen, sich zu sagen, daß es eigentlich viel vernünftiger, natürlicher,
            zusammenhängender ist als˺, <pb ed="pga" xml:id="p157"/> die Bilder<note n="as" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «als die Meinungen».</note> , die wir uns sonst ˹und
            selbst˺ von Gott machen. Es beruht auf der einfachen Einsicht, daß Gott eben - Gott ist.
            Es ist freilich ein großes, kühnes Wagnis, das einzusehen, daß Gott Gott ist. ˹Eben
            dieses Wagnis ist nicht jedermanns Ding.˺ Ist es aber einmal gewagt, so ist es doch<note n="at" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «auch».</note> wieder etwas Einfaches.</p>
          <p>Es hat wohl jeder Mensch Zeiten, wo er sich stößt an den Wundergeschichten<note n="au" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «den sogenannten Wundergeschichten».</note> der Bibel und
              besonders<note n="av" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «speziell».</note> an der
            Ostergeschichte von der Auferstehung Jesu von den Toten. ˹Es muß auch immer etwas in
             uns übrig bleiben, das sich daran
            stößt.˺ Es wäre gar nicht gut, wenn wir uns nicht stoßen würden daran; denn das wäre <pb ed="B" n="4"/>
            nicht ein Zeichen von Glauben, sondern nur ein Zeichen davon, <anchor type="note" xml:id="fn-aw"/>daß wir noch nicht gemerkt, um was es sich beim Glauben handelt. Der
            Zweifel ist der bessere Weg zur Erkenntnis Gottes als das blinde, sichere, begeisterte
            Annehmen. Ja, ein solches Annehmen ist überhaupt kein Weg. Die Jünger Jesu haben auch
            gezweifelt [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.24.11">Lk. 24,11</ref> u. ö.]. Vom
            Zweifel aus kommt man vorwärts durch die Überlegung<note n="aw" target="fn-aw" type="textcritical" xml:id="naw"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «daß wir noch nichts gemerkt haben von dem
              Gegensatz, in dem Gott zu unserem jetzigen Wesen steht. Man kann dann aber von diesem
              Zweifel aus auch weiterkommen und gewahr werden».</note>, daß Alles, was wir überhaupt
            von Gott wissen, fassen und erfahren können, ein Stücklein Wundergeschichte ist. ˹Von da
            aus fragt man sich dann unwillkürlich, warum wir so wenig von Gott wissen und erfahren,
            obwohl wir doch mitten in Gottes Schöpfung leben, begreift, daß es Unterschiede gibt im
            Verhältnis der Zeit zur Ewigkeit: <hi rend="italic">Offenbarungszeit</hi> und
            gewöhnliche Zeiten wie die unsrige, begreift, daß die Schöpfung - die seufzende Kreatur
            und wir mit ihr [<ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.19 Röm.8.23">Röm. 8,19-23</ref>] - auf
              <hi rend="italic">Erlösung</hi> wartet.˺ Von da aus kann man dazu kommen, froh zu
            werden über<note n="ax" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Dann wird man froh über
              alle».</note> die sogenannten Wundergeschichten in der Bibel und vor allem über ˹ihren
            Mittelpunkt,˺ die Ostergeschichte, weil sie eine so besonders deutliche Mitteilung
              ist<note n="ay" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «über die Ostergeschichten, weil sie so
              bes. deutliche Mitteilungen sind».</note> über Gottes Wesen und Gedanken<note n="az" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Art und Gedanken».</note> und Absichten, und läßt sie sich
            nicht mehr ˹ganz˺ nehmen, auch wenn <pb ed="pga" xml:id="p158"/> einem immer wieder
            Zweifel dagegen aufsteigen. Man <hi rend="italic">freut</hi> sich dann geradezu<note n="ba" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «gerade».</note> über dieses offene, ehrliche Reden
            von dem Stein, der abgewälzt war vom Grabe, und von dem Leib des Herrn Jesu, der dort
            nicht mehr gefunden wurde, weil Gott ihn nicht im Tode ließ, sondern mit einem neuen
            ˹Leib und˺ Leben, dem ˹Leib und˺ Leben ˹der erlösten Schöpfung,˺ der ewigen Welt
            ausgestattet und überkleidet hatte. ˹Zeit war eben geworden wie Ewigkeit, zur
            Verkündigung an das, was <hi rend="italic">ist</hi> am Ende aller Zeiten.˺ Tod, wo ist
            dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg [<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.15.55">1.Kor. 15,55</ref>]? Wenn Gott Gott ist, kann es dann <hi rend="italic">anders</hi> sein?<note n="bb" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «mußte es ja
              einfach so sein.»</note>
          </p>
          <p>Ich meine das nicht so<note n="bc" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «<hi rend="italic">3.</hi> Ich meine das nun aber nicht etwa so».</note> , als ob es so etwas wie
            einen Zwang gäbe, die<note n="bd" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «als ob es gleichsam einen
              Zwang gäbe, diese».</note> Ostergeschichte ˹und die anderen Wundergeschichten, die ja
            nur ihre Strahlen sind,˺ als wirklich und wahr zu glauben<note n="be" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «als wörtlich wahr anzunehmen».</note> , als ob es ein
            Zeichen hervorragender Gottesgemeinschaft, ein besonderes Verdienst wäre, das zu
              tun<note n="bf" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «oder als ob es ein bes. Verdienst, ein
              Zeichen hervorragender Gläubigkeit wäre, wenn man das tut».</note> , oder als ob man
            ˹auch nur˺ ein ˹Fünklein von˺ Mißtrauen haben dürfte gegen Menschen, die diesen
            Mitteilungen der Bibel stutzig, fragend<note n="bg" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «die
              diesem Bericht der Bibel von Gottes Taten noch stutzig und zweifelnd und
              fragend».</note> oder sogar offen ablehnend ˹und mißbilligend˺ gegenüberstehen und
            dagegen protestieren<note n="bh" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «und nicht Ja dazu sagen
              können».</note> . ˹Nun ja, in der Tat, wir protestieren! Es ist in uns allen, es war
            auch in <persName ref="kbga-actors-261">Luther</persName> etwas, was protestierte, und es ist nichts als in der Ordnung, wenn das
            da und dort laut herauskommt.˺ Nur in voller<note n="bi" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>:
              «völliger».</note> Freiheit ˹und im vollen 
              Bewußtsein des Protestes, der dagegen im Menschen steckt,˺ kann<note n="bj" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «kann und darf».</note> man dazu kommen, von dieser
            Geschichte zu ˹denken und gar zu˺ sagen, sie sei<note n="bk" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>:
              «sie ist».</note> wahr. Und wenn man dazu kommt, so ist’s kein Verdienst, sondern<note n="bl" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «sondern nur».</note> eine weitere Klarheit ˹in der
            Erkenntnis˺, die <pb ed="pga" xml:id="p159"/> einem geschenkt wird, <anchor type="note" xml:id="fn-bm"/>mit der man sich aber vor solchen Protestierenden ge<pb ed="A" n="2" rend="noBreak"/>rade <hi rend="italic">nicht</hi> absondern und scheiden wird. Der Unglaube solcher eifriger
            Meinungen verdient gewöhnlich mehr Vertrauen, ist hoffnungsvoller und fruchtbarer als
            der Glaube der eifrigen Jasager, weil jene gewöhnlich besser einsehen, um was es sich
            eigentlich handelt, als diese.<note n="bm" target="fn-bm" type="textcritical" xml:id="nbm"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Und was jenes Mißtrauen betrifft, das sich bes. eifrige Christen
              gern gegen andere erlauben, so ist zu sagen, daß sehr oft der Glaube solcher, die
              vorläufig Nein sagen zu dieser Geschichte, viel mehr Vertrauen verdient gerade wegen
              seiner Aufrichtigkeit als der Glaube solcher, die überlaut Ja dazu sagen.»</note> Ich
            muß das laut aussprechen, gerade weil ich für meine Person doch Ja<note n="bn" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «auch Ja dazu».</note> sage. Ich möchte damit nicht den
            geringsten Druck ausüben auf Andere, weil ich aus Erfahrung weiß, daß einem das nicht im
            mindesten hilft, wenn man mit den<note n="bo" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>:
              «diesen».</note> Wundergeschichten gedrückt wird. Dieser Zwang, dieses vermeintliche
            Verdienst, dieses Mißtrauen sind<note n="bp" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Dieser Zwang
              und … und … ist».</note> ganz einfach Götzendienst und Unglaube. Denn wer wirklich
            glaubt, der glaubt ja nicht an die Wundergeschichten, auch nicht an die Ostergeschichte,
            sondern an<note n="bq" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Unglaube, denn wer überhaupt glaubt,
              der weiß, daß man nicht an Geschichten glauben kann, und wenn es biblische Geschichten
              wären, sondern nur an».</note> den lebendigen Gott selbst ˹, der glaubt nicht an einen
            Glauben, sondern an Gottes ohne alles Verdienst erziehende Gnade, der glaubt nicht <hi rend="italic">gegen</hi> die Zweifler und Protestler, sondern zweifelnd und
            protestierend <hi rend="italic">mit</hi> ihnen. «Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem
            Unglauben!» [<ref type="can" subtype="bible" target="Mk.9.24">Mk. 9,24</ref>]˺. Der Ehre
            Gottes, auf die es allein ankommt, dienen wir ja doch nicht mit unseren Ansichten,
            sondern mit der Treue, mit der Aufrichtigkeit, mit der Sachlichkeit, die allenfalls
            hinter unseren schlechteren oder besseren Ansichten steht.<note n="br" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Alles Übrige sind Ansichten, in denen der Eine vielleicht
              weiter, der Andere vielleicht weniger weit ist, die aber vor Gott, der die Herzen
              kennt, nicht in Betracht kommen.»</note>
          </p>
          <p>Nur das möchte ich sagen, daß es jedenfalls doch möglich ist<note n="bs" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «daß es jedenfalls durchaus nichts so Unmögliches, nichts
              so Absurdes ist, wie man heutzutage leicht denkt».</note>, diese Ostergeschichte von
            der Auferstehung<note n="bt" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Auferweckung».</note> Jesu und
            vom leeren <pb ed="pga" xml:id="p160"/> Grab ruhig ˹und wörtlich so˺ anzunehmen, wie sie
            dasteht. ˹Als letzter Ausblick ist auch das möglich.˺ Mir scheint das von Jahr zu Jahr
              einfacher<note n="bu" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «viel einfacher».</note> , als wenn
            man sie nur deutet, als wenn<note n="bv" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «als wenn man sie
              umdeutet in einen bloßen Gedanken oder in ein bloßes inneres Erlebnis, das die Jünger
              gemacht haben sollen - niemand weiß warum und wieso? - oder als wenn».</note> man an
            den Ostern über den Frühling ˹oder über die Revolution˺ predigt, die uns ja allerdings
            auch etwas zu sagen haben<note n="bw" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «der … … hat».</note>
            von den Taten Gottes, aber doch nur dann, wenn wir irgend vorher<note n="bx" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «irgend woher».</note> einen starken, deutlichen Begriff
            davon haben, wer und was Gott ist.</p>
          <p>Man sagt oft, daß es uns Menschen der heutigen welterfahrenen Zeit besonders schwer
            falle, das wirklich<note n="by" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Dieser starke, deutliche
              Begriff von Gott steckt aber gerade in der Ostergeschichte, wenn man sie wörtlich
              nimmt. Es mag ja freilich uns Menschen der heutigen Zeit bes. schwer fallen, das
              wörtlich».</note> so anzunehmen, daß Gott einen Toten zu neuem Leben erweckte, sein
            Grab öffnete und ihn sichtbar und leiblich unter den Lebenden erscheinen ließ<note n="bz" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «erweckte, so daß er sein Grab verließ und sichtbar
              und leiblich - wenn auch in einer anderen höheren Leiblichkeit - seinen Freunden
              wieder erscheinen konnte».</note> . Denn wir haben heute mehr als frühere Geschlechter
            einen starken Sinn für den Zusammenhang, für die eiserne und ausnahmslose<note n="ca" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «wir haben heutzutage eine bes. lebhafte Vorstellung von
              der eisernen, ausnahmslosen».</note> Notwendigkeit, die in unserer jetzigen
               Welt<note n="cb" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Welt des Bösen und des Todes».</note> regiert. <anchor type="note" xml:id="fn-cc"/>Dieser Sinn für die Welt könnte uns aber den Sinn für Gott ebenso gut
            öffnen wie verschließen. Wer so genau unterrichtet ist über die schrankenlose Herrschaft
            des Todes, wie wir es dank der neueren Natur- und Geschichtsforschung sind, der müßte
            eigentlich mit der Zeit dazu kommen, die ebenso schrankenlose Herrschaft des Lebens, um
            deren Aufrichtung es sich in der Bibel handelt, ebenso begreiflich zu finden. Kann die
            eine mehr sein <pb ed="pga" xml:id="p161"/> als ein Gleichnis der anderen? <hi rend="italic">Müssen</hi> wir notwendig <pb ed="B" n="6"/> im Gleichnis stehen bleiben? <hi rend="italic">Muß</hi> uns das Gleichnis ein Hindernis werden, zur Sache
            voranzudringen? Beweist uns nur, daß es in dem, was wir Natur und Geschichte nennen,
            keine Ausnahme, keine Sprünge gibt! Um so<note n="cc" target="fn-cc" type="textcritical" xml:id="ncc"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Aber eigentlich haben wir darin einen Vorzug, und wir wollen der
              Naturforschung und Geschichtsforschung, die uns diese Notwendigkeit anschaulich
              machen, nur recht dankbar sein dafür. Wir verstehen das Wesen dieser jetzigen Welt
              besser, als es frühere Geschlechter verstanden. Wir schauen klarer. Je mehr man uns
              beweist, daß es in dem, was wir jetzt Natur und Geschichte nennen, keine Ausnahme
              gibt, desto besser».</note> verstehen wir, daß Gott sich in diese Welt nicht schickt.
            Und das ist’s ja eben, was die Bibel auch behauptet.<anchor type="note" xml:id="fn-cd"/>Ist die Welt Welt, so ist Gott Gott. Hat die Welt ihre Eigenart, so hat Gott die
              seinige<note n="cd" target="fn-cd" type="textcritical" xml:id="ncd"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Aber wenn
              nun die Welt ihre Eigenart hat, so hat Gott seine Eigenart. Ist die Welt Welt, so ist
              Gott Gott.»</note> Den Gesetzen der Natur und der Geschichte entsprechen die Gesetze
            des Himmelreiches.<note n="ce" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Hat die Natur ihre Gesetze
              und die Geschichte ihre Gesetze, so hat das Himmelreich die seinigen.»</note> Hängt
            hier Alles ausnahmslos zusammen, so ist auch dort ein lückenloser, grenzenloser
            Zusammenhang. Heißt’s hier<note n="cf" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «auf dieser
              Seite».</note> unerbittlich: Tod!, so heißt’s dort<note n="cg" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «auf der anderen Seite».</note> ebenso unerbittlich: Leben! <anchor type="note" xml:id="fn-ch"/> Warum ist uns die Erforschung und Gestaltung und
            Verschönerung der leiblichen Seite des Daseins so wichtig geworden? Warum ist gerade
            innerhalb der Christenheit der Sozialismus aufgekommen? Weil uns dieses unerbittliche:
            Leben! sehr wohl bewußt ist, weil uns bewußt ist, daß es kein Leben gibt ohne
            Leiblichkeit. Woher andrerseits die verbissene Begeisterung, mit der wir den Tod als das
            oberste Gesetz alles leiblichen Lebens verkündigen und glauben? Warum ist der
            Materialismus gerade innerhalb der Christenheit möglich geworden? Weil wir uns der
            Begrenztheit, der Diesseitigkeit alles dessen, was wir <pb ed="pga" xml:id="p162"/> als
            Leben und Leiblichkeit kennen, bewußt sind und es nicht lassen können, gerade <hi rend="italic">nach der Grenze</hi>, nach dem hin zu blicken, was wir bei unserer
            stürmischen Frage nach dem Leben eigentlich meinen. Wir widersprechen uns und
            widersprechen uns doch nicht. Wir <hi rend="italic">meinen</hi> eben das <hi rend="italic">ewige</hi> Leben. Wir müßten nur besser wissen, was wir tun, wir
            modernen Menschen. Der Ausblick auf die leibliche Auferstehung liegt uns näher, als wir
            meinen.</p>
          <p>Wissen, was wir tun, ist freilich eine große Sache. Das heißt <hi rend="italic">Gott</hi> erkennen, und das ist nie leicht, sondern immer ein Wagnis. Es sei denn,
            daß jemand von neuem geboren werde [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.3.3">Joh. 3,3</ref>]! Wagen wir uns nicht zu schnell vor - in Gedanken! Aber ob wir uns
            schnell oder langsam vorwagen: indem wir anfangen, Gott zu erkennen, kommen wir auf
            einen Weg, der uns weit führt. Der Ausblick mindestens wird sehr weit. Es entsteht auf
            diesem Weg unvermeidlich ein Übergewicht des Rechtes Gottes
              gegenüber dem noch so
            wohlverstandenen Rechte der Welt, des Neuen gegenüber dem Alten, des Zukünftigen
            gegenüber dem Jetzigen, des Ewigen gegenüber dem Zeitlichen.<note n="ch" target="fn-ch" type="textcritical" xml:id="nch"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Ich meine, gerade unsere Zeit bekommt dafür
              wieder ein Verständnis, gerade unsere Zeit hat wieder einen Hunger und Durst nach dem
              Ganzen, auf beiden Seiten. Es wird sich nun nur fragen, auf welcher Seite wir stehen;
              und auf die Seite Gottes zu treten, das fällt uns nicht leichter als früheren Zeiten,
              das wird immer das gleiche große Wagnis sein. Aber warum sollen wir uns immer auf die
              Seite der Welt, wie wir sie jetzt haben und anschauen, stellen, gegen Gott? Es spricht
              doch in uns allen und in der ganzen jetzigen Lage etwas dafür, daß es etwas Größeres,
              Stärkeres, Wahreres gibt als diese unsere jetzige Welt. Wir könnten es ebenso gut
              wagen, Gott einmal Recht zu geben. Haben wir es aber einmal gewagt, haben wir einmal
              die Übermacht des Gottesreiches über das Weltreich erkannt, dann befinden wir uns auf
              einem Wege, der uns weiter führt, als wir denken. Das ist ja das Wesen dieser großen
              Entscheidung, die in uns selbst einmal fallen muß, daß wir von da an unaufhaltsam Gott
              recht geben müssen, dem Neuen gegenüber dem Alten, dem Zukünftigen gegenüber dem
              Jetzigen, dem Ewigen gegenüber dem Zeitlichen.»</note> Auf diesem Wege begegnet uns
            früher oder später auch einmal die Ostergeschichte und wird uns dann nicht mehr absolut
            unbegreiflich sein.<note n="ci" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «werden wir dann früher oder
              später auch einmal der Ostergeschichte begegnen, und sie wird uns dann vielleicht
              nicht mehr so absolut unbegreiflich sein.»</note> Von einer Ausnahme in der Natur
            werden wir dann wahrscheinlich nicht reden, aber vielleicht von einer Regel der
            Schöpfung, der Gotteswelt. Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen
              [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.20.38">Lk. 20,38</ref>]!<note n="cj" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Wir werden dann nicht sagen: das war eine Ausnahme in der
              Natur, sondern wir werden sagen: es war die Regel, das Gesetz der Gottesnatur, die da
              erschienen ist. In Gott ist kein Tod. Ein toter Christus, das ist das Unmögliche, das
              Unnatürliche, das Unfaßbare, der lebendige Christus, das ist die Ordnung, das hat Sinn
              und Verstand.»</note> Der lebendige Christus, leiblich auferstanden - ein Märlein,
            wenn wir’s zunächst ansehen<note n="ck" type="textcritical">Msrk.: «von uns aus gesehen
              ein Märlein».</note> , so haben es ja die Jünger zuerst auch genannt<note n="cl" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «so haben’s auch die Jünger zuerst genannt, als man es
              ihnen erzählte».</note> [<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.24.11">Lk. 24,11</ref>]
              <pb ed="B" n="7"/> - aber Wahrheit, Sinn und Verstand, wenn wir weiter schauen, wenn uns Gott daraus
              anschaut<note n="cm" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «- von Gott aus betrachtet die
              Wahrheit! Und wir können es lernen, solche Dinge von Gott aus zu betrachten.»</note>
            .</p>
          <p><pb ed="pga" xml:id="p163" rend="noPipe"/> Gott der Schöpfer! Das ist’s!<note n="cn" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «<hi rend="italic">4.</hi> Aber das alles möchte ich nur
              zur Aufklärung sagen, zur Zerstreuung von Mißverständnissen, damit wir alle recht frei
              uns freuen können über das, was der Ostertag uns zu sagen hat. Aber die Hauptsache ist
              ja auch am heutigen Tag nicht die Ostergeschichte, sondern mit oder ohne
              Ostergeschichte die Erkenntnis, daß Gott ein Schöpfer ist,»</note> Nicht nur die
            Natur, wie wir sie begreifen, nicht nur das Gute, das wir zu fassen und zu tun vermögen,
            nicht nur der wohlbekannte Menschengeist in uns, sondern der Schöpfer eines neuen
              Wesens.<note n="co" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «nicht nur der Natur, …, nicht nur des
              Guten, wie wir es …, nicht wie der wohlbekannte Menschengeist … Wesens. So tritt er
              hinein in unser Leben und in die Weltverhältnisse, wenn wir ihn hineintreten
              lassen.»</note> So ist er in Jesus Christus<note n="cp" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «er
              uns gerade in Christus»</note> erschienen, nicht erst in der Ostergeschichte, sie war
            nur das Tüpflein aufs I, sondern in jedem Wort, in jeder Tat seines Lebens ˹; auch die
            Bergpredigt ist voll leiblicher Auferstehung˺. So will Gott<note n="cq" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «er».</note> auch heute und unter uns Gott sein und werden.
              <anchor type="note" xml:id="fn-cr"/>Alles Große, das sich uns heute im Geist
            ankündigt, jedes wirkliche Vorwärts, jeder wirkliche Trost, jede ernsthafte Hilfe und
            Sicherheit, die uns werden, - sie sind neues Wesen, sie sind nicht das Resultat einer
            Entwicklung, sondern das Resultat einer Schöpfung, einer Osterauferstehung. Sie wollen
            auch nicht Geist bleiben, sie fragen nach Körpern. Sie kamen und kommen und werden
              kommen,<note n="cr" target="fn-cr" type="textcritical" xml:id="ncr"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Nicht das
              Resultat einer Entwicklung ist das Göttliche im Menschenleben. Denn es kann sich
              nichts entwickeln, was nicht zuerst etwas ist, wohl aber zeigt es sich immer wieder im
              Menschenleben, daß da etwas ist, das sich nicht entwickelt hat, sondern das ist, weil
              es geschaffen, von Gott geschaffen ist durch Auferweckung von den Toten, durch sein
              Machtwort: es werde Licht [<ref type="can" subtype="bible" target="Gen.1.3">Gen.
                1,3</ref>]! Der Römerbrief des <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> hat sich nicht entwickelt, der Glaube <persName ref="kbga-actors-261">Luthers</persName>
              hat sich nicht entwickelt, der Schrei nach Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit, der
              durch das Chaos der heutigen Zeit hindurchgeht, hat sich nicht entwickelt. Und so ist
              auch jedes wirkliche Vorwärts!, das in unserem persönlichen Leben auftaucht, jeder
              wirkliche Trost, jede wirkliche Sicherheit, jede wirkliche Kraft, die wir haben, nicht
              etwas, das nur so gekommen ist, weil es mußte, sondern das alles kam und kommt und
              wird kommen,».</note> weil Gott spricht und trägt alle Dinge durch sein kräftiges<note n="cs" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «mit seinem kräftigen».</note> Wort [<ref type="can" subtype="bible" target="Hebr.1.3">Hebr. 1,3</ref>]. ˹Das Ende der Wege Gottes aber ist die
              Leiblichkeit.<note xml:id="n06">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2009"><persName ref="kbga-actors-306">Fr. Chr. Oetinger</persName>, <hi rend="italic">Biblisches
                und Emblematisches Wörterbuch, dem Tellerischen Wörterbuch und Anderer falschen
                Schrifterklärungen entgegengesetzt</hi>, o. O. 1776, S. 407</bibl>: «Leiblichkeit ist das
              Ende des Werkes Gottes, wie aus der Stadt GOttes klar erhellet Offenb. 20.»</note>˺ </p>
          <p><pb ed="pga" xml:id="p164" rend="noPipe"/> Wir wollen uns in Freiheit darin üben und
            daran gewöhnen, von Gott das Größere, von der Welt das Kleinere zu denken.<note n="ct" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Das ist’s, was wir heute hören müssen. Wir sollen von Gott
              immer das Große und nicht das Kleine denken.»</note> Wir wollen uns mit Ohren, Herz
            und Mund<note n="cu" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Wir sollen uns mit den Ohren und mit
              dem Herzen und mit dem Leben».</note> einlassen auf das Neue, das Gott<note n="cv" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Gott selbst».</note> im Wesen ist ˹, es ist uns neu, aber
            nicht ferne˺. Wir wollen die Augen öffnen für die lebendige Bewegung der kommenden Welt,
            deren Ordnungen wir doch schon kennen, deren Kräfte uns doch schon spürbar sind.<note n="cw" type="textcritical"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Wir sollen uns hineinziehen lassen in die lebendige
              Bewegung der anderen Welt, deren Ordnungen und Kräfte uns doch beständig spürbar
              sind.»</note>
            <anchor type="note" xml:id="fn-cx"/>Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen [<ref type="can" subtype="bible" target="Mk.1.15">Mk. 1,15</ref> par.]. Entscheidende
            Schritte von Gott aus sind geschehen. Sie rufen nach Entscheidungen, nach neuem Mut und
            Verständnis auf unserer Seite. Sie rufen nach unserer Erkenntnis, nach unserem
            Bekenntnis, daß das Alte vergangen ist [<ref type="can" subtype="bible" target="2.Kor.5.17">2.Kor. 5,17</ref>]. Denn der Christus stirbt hinfort nicht mehr
            [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.6.9">Röm. 6,9</ref>].<note n="cx" target="fn-cx" type="textcritical" xml:id="ncx"><ref corresp="A">Mskr.</ref>: «Gott hat den entscheidenden
              Schritt gewagt zu uns hin, hinein in die Welt, in der das Böse und der Tod
              unumstritten regierte. Das Reich Gottes ist im Gang, es ist nahe herbeigekommen. Nun
              müssen wir es auch wagen, unsrerseits uns zu entscheiden. Denn nachdem Christus
              auferstanden ist, haben wir nun das Wort. An uns ist’s, Gott nun verstehen zu wollen
              und die rechte Antwort zu geben: Das Alte ist vergangen, siehe, es ist Alles neu
              geworden!»</note><note xml:id="n07">Die Predigt wurde von <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barths</persName> Bruder <persName ref="kbga-actors-23">Heinrich</persName>
              kritisiert: «… er … nennt meine Auferstehungspredigt … ‹eine nicht gerade glaubwürdige
              Verkündigung von diesem Ereignis›, was ich ihm nur bestätigen konnte.» (<bibl corresp="kbga-bibls-931">Bw. Th. I,
              <ref type="pub" target="../volume/03/p404#p404">S. 404</ref></bibl>).</note></p>
          <!-- leerzeile -->
        </div>
        <div type="songs">
          <head>Lieder:</head>
          <listBibl type="songs">
            <bibl corresp="kbga-songs-26" type="song"> Nr. 132 «Jesus lebt, mit ihm auch ich» von
              <persName ref="kbga-actors-1000">Chr. F. Gellert</persName>, Strophen 1-3 (RG [1998] 482,1.2.-; EG 115,1-3)</bibl>
            <bibl corresp="kbga-songs-67" type="song">Nr. 9 «Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut» von
              <persName ref="kbga-actors-1404">J. J. Schütz</persName>, Strophen 1-3 (RG [1998] 240,1-3; EG 326,1-3)</bibl>
          </listBibl>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
