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      <titleStmt>
        <title type="volume" n="vol-39">Predigten 1919</title>
        <title type="content">1.Thessalonicher 5,24</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: 1.Thessalonicher 5,24, 18. April 1919</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/39020 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1919, hrsg. v. Schmidt, Hermann (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2003, S. 151.</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
        </availability>
        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/39020</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1919</title>
          <title type="text">1.Thessalonicher 5,24</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Schmidt, Hermann</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2003</date>
          <biblScope unit="page">151</biblScope>
          <!--position within a volume-->
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: 1 Thess 5,24 (Konfirmation), 18. April 1919. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1904">KBA 1447</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1919-04-18">18. April 1919</date>
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        <language ident="ger">German</language>
      </langUsage>
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          <term>sermon</term>
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      <div type="sermon">
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        <div type="opener">
          <head><idno>465</idno></head>

          <dateline>
            <hi rend="italic"><placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName></hi>, den <date when="1919-04-18">18. April
              1919</date>
          </dateline>

          <head type="event">Konfirmation</head>
          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="1.Thess.5.24">1. Thessalonicher 5,24</ref>
              <quote><hi rend="italic" resp="kb">Getreu ist, der euch ruft; er wird’s auch
                tun!</hi></quote>
            </cit>
          </epigraph>

        </div>
        <div type="main">
          <p><hi rend="italic">1.</hi> Der liebe <hi rend="italic">Gott hat euch gerufen.</hi> Schon
            in der Taufe, und das ist tröstlich, er ist größer als unser Bitten und Verstehen. Er
            wird es auch weiter tun, und das ist wieder tröstlich, er gibt es nicht auf, und es gibt
            keinen Ort und keine Gelegenheit, wo sein Rufen nicht vernehmbar wäre. Und jetzt hat er
            auch <hi rend="italic">in der Unterweisung</hi> gerufen. Nicht wahr, ihr habt <hi rend="italic">nicht nur</hi> mich gehört, sondern durch meine Worte hindurch etwas
            viel Größeres, das ich kaum aussprechen konnte. Etwas, das uns oft <hi rend="italic">bewegte</hi> wie nichts Anderes. Etwas ganz <hi rend="italic">Wichtiges</hi>, das uns
            oft tief beschämte und auch wieder große Freude machte. Etwas, das wir hätten halten
            mögen und von dem wir fühlen: daraus muß noch etwas <hi rend="italic">werden.</hi> Etwas
            wie das Angebot eines großen <hi rend="italic">Geschenks</hi>, nach dem wir jetzt neu
            greifen möchten. Das war der Ruf Gottes.</p>
          <p>Wir wollen jetzt noch einmal hören, wie das ist, wenn Gott uns ruft. <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> sagt: Gott
            ist getreu!, und er wird es auch tun! D. h.: <hi rend="italic">Es ist dem, der euch
              gerufen, Ernst.</hi> Uns ist’s vielleicht oft <hi rend="italic">nicht Ernst</hi> mit
            dem Hören. Wir waren vielleicht in der Unterweisung oft <hi rend="italic">untreu</hi> im
            Aufnehmen, und vom Danach-<hi rend="italic">Tun</hi> wollen wir nicht reden. Wir wollen
            uns sagen, daß das nur auf <hi rend="italic">unserer Seite</hi> so ist. Gott war’s und
            ist’s immer Ernst. Er ist treu, und er tut’s auch. Ich erinnere euch an das, was ihr
            alle gehört habt, an das <hi rend="italic">Leiden Jesu.</hi> Wer das gehört hat, der
            kann nicht denken, es sei Gott nicht ernst. Gott <hi rend="italic">hat eine</hi>
            <hi rend="italic">Absicht, einen Gedanken</hi> bei seinem Rufen. Er ruft nicht <hi rend="italic">ins Leere</hi>, nicht zum Zeitvertreib, zu unserer Unterhaltung. «<hi rend="italic">Die Kirche</hi> ist ein gefährlicher Ort»<note xml:id="n01"><persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> spielt auf einen der Leitsätze an, die er im
              Konfirmanden-Unterricht 1918-1919 diktiert hatte. «Die Kirche ist ein schöner, aber
              auch ein gefährlicher Ort …» (<bibl corresp="kbga-bibls-1641">KU 1909-1921,
                <ref type="pub-" target="../volume/18/p263#p263">S. 263</ref></bibl>).</note>, weil wir da von den höchsten Dingen reden und hören und
            leicht meinen: Das gilt nicht so, wie es gemeint ist, das ist nur in der Kirche so
            gesagt. Heute [möchte ich] noch einmal sagen: es ist <hi rend="italic">gerade so</hi>
            gemeint, wie ihr es gehört habt! Gott hat einen <hi rend="italic">Plan</hi> mit der Welt
              <pb ed="pga" xml:id="p148"/> und so auch mit euch. Gott hat von jedem einen besonderen
              <hi rend="italic">Gedanken</hi>, der wahr werden soll. Und das soll nun euer [?] <hi rend="italic">Leben</hi> sein. In seiner Arbeit, in seinem Kampf sollt [ihr] ihm <hi rend="italic">helfen</hi>, jedes auf seine Weise. Und dabei wartet viel Freude und
            Hilfe [?] auf euch. Das ist <hi rend="italic">fein und freundlich</hi>,
               das denken zu dürfen: Gott denkt
            immer auch an mich bei seinen großen Gedanken, nichts will er ohne mich machen, und
            Alles, was mich angeht, geht ihn auch an. Das muß uns aber auch <hi rend="italic">sehr
              aufmerksam</hi> machen, daß wir an den Gedanken Gottes nicht vorbeileben, seinen Plan
            nicht stören, sondern ausführen lassen. Gott <hi rend="italic">will ihn ausführen,</hi>
            es ist ihm wahrhaftig ernst. Er hat seine Absicht auch mit uns <hi rend="italic">aus
              ganzem Herzen</hi> gefaßt. Was er tut, tut er recht und ganz. Es ist nicht so, als ob
            er uns heute riefe, um morgen wieder <hi rend="italic">etwas Anderes</hi> von uns zu
            denken. Nicht denken: übers Jahr, wenn ich zwanzig bin, fort von <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>, ist das <hi rend="italic">nicht mehr wahr</hi>, was ich jetzt von Gottes Meinung mit mir gehört.
            Es ist heute und gestern wahr und morgen und in Ewigkeit. Gott <hi rend="italic">ist
              nicht wankelmütig.</hi> Wenn er uns ruft, so will er uns <hi rend="italic">ganz
              haben</hi>, uns Alles geben, Alles an uns ausführen, was er mit uns im Sinn hat. Und
            wenn wir ihn hören, dürfen wir Alles nehmen, wie <hi rend="italic">wenn wir es schon
              hätten</hi>, auch wenn es viel zu groß für uns wäre, einfach weil wir es von Gott
            gehört haben. Mit Gott kann man <hi rend="italic">zum Voraus rechnen</hi> für sein
            ganzes Leben. Wenn es dann nicht kommt, wie es soll, so ist der <hi rend="italic">Fehler
              nicht auf seiner Seite</hi>, und immer dürfen wir in solchem Falle darauf
            zurückkommen, daß <hi rend="italic">er seine Absicht mit uns hat</hi> und nicht aufgibt.
            Ich möchte, daß ihr <hi rend="italic">mit dieser Einsicht</hi> die Unterweisung verlaßt:
            daß es <hi rend="italic">Gott ernst ist</hi> mit euch, nicht weil ihr so ernste Buben
            und Mädchen seid, sondern weil er <hi rend="italic">Gott ist.</hi> Weil Gott gar <hi rend="italic">nicht anders kann</hi> als treu sein und tun, was er gesagt hat.</p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><hi rend="italic">2.</hi>
            <hi rend="italic">Er wird’s auch tun!</hi> Das gibt einem eine große Festigkeit und
            Hoffnung und Ruhe, wenn man das packt [?]. Aber nun haben wir gehört: Wenn wir <hi rend="italic">an Gott</hi> denken, müssen wir sofort auch <hi rend="italic">an uns
              selbst</hi> denken. Gott tut <hi rend="italic">nichts ganz ohne</hi> die Menschen. Er
            will uns <hi rend="italic">dabei</hi> haben. Gott möchte viel mehr tun, aber dann sind
            wir so oft nicht dabei, und es kann nicht geschehen. Wenn wir hören: <hi rend="italic">er</hi> wird’s tun, dann müssen wir sofort denken: also kann und will ich jetzt auch
            etwas tun. Wenn wir hören: Es ist Gott <hi rend="italic">ernst</hi> mit uns!, müssen wir
            gleich fortfahren: und nun soll’s mir <hi rend="italic">auch ernst</hi> werden! <hi rend="italic">Dazu ist Gottes Sohn ein Mensch</hi>
            <pb ed="pga" xml:id="p149"/>
            <hi rend="italic">geworden,</hi> damit wir verstehen sollen, daß das Göttliche und das
            Menschliche von nun an <hi rend="italic">zusammengehen</hi> sollen auf der Erde. Wir
            dürfen uns also nicht damit begnügen, daß wir <hi rend="italic">das nun packen</hi> [?]
            wollen: der liebe Gott macht’s gut [mit] mir!, sondern wir [müssen uns]<note xml:id="n02">Textausfall durch Beschädigung des Manuskriptblattes.</note> selber <hi rend="italic">davon packen lassen:</hi> Gott macht’s! Das ist die <hi rend="italic">Gnade Gottes</hi>, die wir haben im Heiland, daß wir uns Gott jetzt nicht mehr
            vorstellen als einen großen Mann, der 
            weit weg von uns etwas macht ohne uns, das uns dann auf die Köpfe regnet, wie es eben
            trifft, sondern daß uns dieses: Gott macht’s! als eine Kraft ins Herz und in alle
            Glieder fährt, daß wir’s auch machen. Gott sagt <hi rend="italic">nicht:</hi> ich will
              <hi rend="italic">noch ein wenig warten</hi>, ich will diesen jungen Menschen laufen
            und zappeln lassen, bis er fünfzig oder sechzig Jahre alt ist und zur Vernunft kommt.
            Sondern heute schon ruft er dich und hat dich gestern schon gerufen und will schon in
            deiner Jugendzeit an dir wahr machen, was er von dir denkt. Also wollen wir auch nicht
            warten, vernünftig zu werden. Gott <hi rend="italic">ist aufrichtig</hi>, er sagt uns
            ganz genau und ohne Hintergedanken, wie es in seinem Herzen aussieht. Also müssen wir in
            Gottes Namen auch aufrichtig werden und ihn in alle unsere Sachen, auch die
            verborgensten, hineinsehen lassen. Gott sagt nicht <hi rend="italic">heute ja und morgen
              nein</hi>, sondern er bleibt bei seiner Meinung, also dürfen wir ihn nicht zu einem
            wankelmütigen Ja-und-Nein-Gott machen, dürfen nicht heute ein ernstes
            Konfirmationsgesicht machen und morgen wieder das gewöhnliche langweilige, trotzige
            Werktagsgesicht, sondern heute und morgen ein Gesicht, das zu seinem lieben Gesicht, mit
            dem er uns ansieht, paßt. Wir dürfen m. a. W. <hi rend="sans-serif">nicht nur
              genießen wollen, einen treuen Gott zu haben,</hi> der über uns wacht, sondern wir
            müssen uns zu ihm stellen und ihm recht geben und mit ihm auf der Wache sein. Wenn wir
            es <hi rend="italic">anders ansehen</hi>, wenn wir denken könnten: das kann oder will
            ich nicht!, so wäre ja der <hi rend="italic">Heiland umsonst</hi> gestorben, von dem
            <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> ein andermal gesagt hat, daß er aus zwei Menschen einen neuen gemacht habe [<ref type="can" subtype="bible" target="Eph.2.15">Eph. 2,15</ref>]. Mit diesem einen <hi rend="italic">neuen Menschen</hi> muß es also Ernst werden, wie es Gott ernst ist mit
            uns. Sonst würden wir <hi rend="italic">Gott wieder im Stich lassen</hi> bei seiner
            Arbeit und dürften uns nicht wundern, wenn er auch an uns nicht fertig bringt, was er im
            Sinn hat. Und das wollen wir doch nicht.</p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><pb ed="pga" xml:id="p150" rend="noPipe"/>
            <hi rend="italic">3.</hi> Nun könntet ihr mich freilich fragen: Ja, werden wir denn auch
              <hi rend="italic">immer ein Gefühl davon haben,</hi> daß wir so mit Gott verbunden
            sind durch den Heiland, daß wir bei ihm Ruhe und von ihm Kraft haben? Werden wir immer
            dazu diese <hi rend="italic">Freude und den Mut empfinden</hi> in uns, den man in diesem
            Bund mit Gott doch haben sollte? Darauf möchte ich euch antworten: Ihr werdet es <hi rend="italic">nicht immer</hi> so fühlen und empfinden wie vielleicht in diesen
            letzten Wochen. Ihr werdet <hi rend="italic">nicht immer</hi> diesen lebhaften Eindruck
            vom Göttlichen haben wie etwa heute. Es werden <hi rend="italic">Zeiten der Armut</hi>
            und der Leere kommen für euch wie für uns alle. Aber dann sollt ihr <hi rend="italic">nicht erschrecken</hi> und irre werden. Seht, das ist’s gerade: Nicht darauf kommt’s
            an, daß man’s fühlt und empfindet, sondern daß man’s <hi rend="italic">erkennt</hi> und
            dann tief <hi rend="italic">im Herzen</hi>
            
            <hi rend="italic">hat</hi>, ob man’s nun fühlt oder nicht. Gott ist getreu, und Gott
            wird es tun, auch wenn die Empfindungen auf- und abgehen. <hi rend="italic">Achtet nicht
              zu viel</hi> darauf, nehmt sie nicht allzu wichtig. Wir sind und bleiben mit Gott
            verbunden, solange wir <hi rend="italic">wachsen in der Erkenntnis</hi>, und was wir
            dazu tun können, das wißt ihr: dazu redet Gott immer wieder mit uns durch sein Wort, und
            dazu müssen wir ihn hören und verstehen.</p>
          <p>Ihr könntet mich aber noch etwas fragen: Werden wir denn nicht <hi rend="italic">Fehler
              begehen, Torheiten und Sünden,</hi> werden wir nicht unwissentlich und leider auch oft
            wissentlich auf falsche Wege geraten und dadurch abkommen von Gottes Gedanken und von
            dem, was er an uns tun will? Darauf antworte ich auch wieder: Ja, <hi rend="italic">das
              werdet ihr!</hi>, ganz sicher sogar, so gut wie wir alle. Wißt ihr noch <persName ref="kbga-actors-1814">Petrus</persName>? Ehe
            der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen [<ref type="can" subtype="bible" target="Mk.14.30">Mk. 14,30</ref> par.]! Und damit werdet auch ihr Gott <hi rend="italic">sein Werk schwer machen.</hi> Aber das möchte ich dazu sagen: Gottes Werk an euch
            wird <hi rend="italic">nicht verhindert</hi> werden, solange euer Herz auch in solcher
            Lage <hi rend="italic">offen bleibt.</hi> Nun <hi rend="italic">nur dabei bleiben:</hi>
            so bin ich nun, und so steht’s nun mit mir! Nur <hi rend="italic">nie fest und
              sicher</hi> werden auf so einem krummen Weg! Nur immer die <hi rend="italic">Freiheit
              behalten</hi>, sich selber zu beschuldigen und zu verurteilen! Nur immer wenigstens
              <hi rend="italic">den Willen</hi> rein behalten, auch wenn wir ins Böse hineingeraten
            sind und fast keinen Ausweg wissen. Solange ein Mensch sich selber <hi rend="italic">verurteilt</hi>, verurteilt ihn Gott nicht. Solange ein Mensch das Bessere <hi rend="italic">wenigstens will</hi>, will auch Gott immer noch das Bessere mit ihm.
            Wenn man das einmal gemerkt hat, dann weiß man, warum man <hi rend="italic">beten</hi>
            muß, denn diese innere Freiheit muß Gott selbst alle Tage neu in uns schaffen.</p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><pb ed="pga" xml:id="p151" rend="noPipe"/>
            <hi rend="italic">4.</hi>
            <hi rend="italic">So ist’s, wenn Gott uns gerufen hat.</hi> Er stellt sich zu seinem
            Wort und macht es wahr. Gott sprach: es werde Licht, und es ward Licht! [<ref type="can" subtype="bible" target="Gen.1.3">Gen. 1,3</ref>]. Wenn ein Mensch Gott findet, dann fängt
            damit etwas an, das nun einfach <hi rend="italic">fortgeht</hi> seinem Ziel entgegen. Es
            wird da etwas geboren, das <hi rend="italic">nicht sterben</hi> kann. Es kommt etwas in
            Bewegung, das nicht <hi rend="italic">mehr stillstehen</hi> wird. <hi rend="italic">Freut euch</hi> darüber, daß ihr Gottes Stimme gehört habt und hören werdet, wenn ihr
            fernerhin hören wollt. <hi rend="italic">An ihm liegt’s</hi> sicher nicht, wenn nicht
            Alles, Alles wahr wird. Denn der in euch <hi rend="italic">angefangen</hi> hat das gute
            Werk, der wird es auch vollenden bis auf den Tag Jesu Christi [<ref type="can" subtype="bible" target="Phil.1.6">Phil. 1,6</ref>].<note xml:id="n03">Ans Ende des
              Predigtmanuskripts hat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> geschrieben:
              «Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-5419"><hi rend="italic"><persName ref="kbga-actors-48">J. Chr. Blumhardt</persName></hi>,
                Hausandachten II S. 301</bibl>!» Er verweist damit auf die Auslegung von <ref type="can" subtype="bible" target="1.Thess.5.24">1. Thess. 5,24</ref> in: <bibl corresp="kbga-bibls-5419">J. Chr. Blumhardt, <hi rend="italic">Hausandachten für
                  alle Tage des Kirchenjahres</hi>, 2. Teil: Betrachtungen nach neutestamentlichen
                Texten (Gesammelte Werke, 1. Bd., 2. Teil), Karlsruhe 1886, S. 301f.</bibl>, die ihm
              wichtige Anregungen bot.</note>
           
          </p>
          <!-- leerzeile -->
        </div>
        <div type="songs">

          <head> Lieder:</head>
          <listBibl type="songs">
            <bibl corresp="kbga-songs-222" type="song"> Nr. 4 «Ich singe dir mit Herz und Mund» von
              <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName>, Strophen 1.2.11–13 (RG [1998] 723,1.2.11–13; EG 324,1.2.11–13)</bibl>
            <bibl corresp="kbga-songs-112" type="song">Nr. 23 «O Höchster, deine Gütigkeit», Ps. 36,
              Zürich 1886 nach älteren Übertragungen, Strophen 1.3 (RG [1998] 27,1.3) </bibl>
            <bibl corresp="kbga-songs-48" type="song">Nr. 237 «Wie schön leucht’t uns der
              Morgenstern» von <persName ref="kbga-actors-4872">Ph. Nicolai</persName>, Strophen 6. 7 (RG [1998] 653,6.7; EG 70,6.7; jeweils mit
              Textabweichungen)</bibl>
          </listBibl>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
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