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        <title type="volume" n="vol-39">Predigten 1919</title>
        <title type="content">Matthäus 9,1-8</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Matthäus 9,1-8, 26. Januar 1919</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/39008 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1919, hrsg. v. Schmidt, Hermann (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2003, S. 48.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1919</title>
          <title type="text">Matthäus 9,1-8</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Schmidt, Hermann</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2003</date>
          <biblScope unit="page">48</biblScope>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Mt 9,1-8, 26. Januar 1919. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1892">KBA 1435</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1919-01-26">26. Januar 1919</date>
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          <head><idno>453</idno></head>
          <dateline>
            <placeName ref="kbga-places-54"><hi rend="italic">Safenwil</hi></placeName>, Sonntag,
            den <date when="1919-01-26">26. Januar 1919</date>
          </dateline>

          <epigraph>
            <cit>
              <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.9.1 Mt.9.8">Matthäus 9,1-8</ref>
              <quote><hi rend="italic" resp="kb">[Jesus trat in das Schiff und fuhr wieder herüber
                  und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen,
                  der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem
                  Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe,
                  etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott.
                  Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so Arges in euren
                  Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu
                  sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht
                  habe, auf Erden die Sünden zu vergeben (sprach er zu dem Gichtbrüchigen): Stehe
                  auf, hebe dein Bett auf und gehe heim! Und er stand auf und ging heim. Da das Volk
                  das sah, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben
                  hat.]</hi></quote>
            </cit>
          </epigraph>

        </div>
        <div type="main">
          <p><hi rend="italic">1.</hi> Das ist eine gewaltige Geschichte. Ihr Anfang ist das
            durchdringende <hi rend="sans-serif">Auge des Heilands,</hi> der die Menschen
            anblickt und etwas Gutes in ihnen findet. «Er sah ihren Glauben.» Er <hi rend="italic">sah nicht</hi> auf das, was ihnen allenfalls fehlte: sie waren vielleicht nicht sehr
              <hi rend="italic">andächtig</hi> und ehrerbietig, man merkte ihnen vielleicht wenig an
            von einer erlebten <hi rend="italic">Bekehrung</hi>, sie hatten vielleicht wenig <hi rend="italic">Frommes</hi> an sich, vielleicht überhaupt wenig <hi rend="italic">Feines</hi>, Rücksichtsvolles und Liebenswürdiges. Das sind keine geringen Dinge,
            wollte Gott, wir hätten etwas davon, aber Jesus fragte jetzt nicht danach. Er sah über
            alle diese Mängel hinweg und sah nur auf den <hi rend="sans-serif">rüstigen
              Eifer,</hi> mit dem sie ihren Kranken dahertrugen, daß er ihn heile. Im
            Markusevangelium lesen wir, daß sie sogar das Dach abgedeckt haben, um zu ihm zu
            gelangen, der Menge des Volkes wegen. Dieses energische Wesen, mit dem sie zu ihm kamen,
              <hi rend="italic">gefiel Jesus.</hi> Er sah, wie gut sie, die vielleicht für die
            schönste religiöse Theorie wenig Verständnis hatten, es begriffen hatten: da geschieht
            etwas, und da kann auch für unseren Kranken etwas geschehen. Darin sah er ihren <hi rend="italic">Glauben.</hi></p>
          <p>Wir haben uns alle schon oft gesagt: O wenn wir nur glauben könnten. (Denn wir wissen:
            wenn wir glauben könnten, wäre uns geholfen, und es stünde Vieles anders in der Welt.)
            Wir können hier gewahr werden, <hi rend="sans-serif">auf was es beim Glauben
              ankommt</hi> und auf was nicht. Wenn wir seufzen: ich kann nicht glauben!, denken wir
            oft gerade an das, worauf <pb ed="pga" xml:id="p040"/> es <hi rend="italic">nicht</hi>
            ankommt. Ein <hi rend="italic">frommer und feiner Mensch</hi>, ein Mensch mit innerem
            Frieden und mit einem geheiligten, gesegneten Leben, das wird man nicht von heute auf
            morgen. Man kann sich <hi rend="italic">nicht vornehmen</hi>, so ein Mensch zu werden.
            Man wird es durch Gottes Gnade in einer langsamen und gar nicht so einfachen Erziehung.
            Manche Menschen <hi rend="italic">behalten</hi> bis an ihr Lebensende etwas
            Ungeschicktes, Rohes [?] in ihrem Wesen, etwas, das jedenfalls nach außen keinen frommen
            Eindruck macht. Es kommt aber für den Glauben gerade nicht darauf an, sondern darauf,
            daß <hi rend="italic">das Auge des Heilands</hi>, der uns auch [?] ansieht, etwas von
            dem bei uns findet, was er bei jenen Männern gefunden. Wir wollen froh sein, daß er auch
            bei uns über das Mangelnde <hi rend="italic">hinwegsehen</hi> will. Wenn er nur Eines
            bei uns findet, nämlich <hi rend="italic">diesen Mut</hi>, uns von unseren gewöhnlichen
            Gedanken hinüberzuschwingen zu dem Gedanken: es gibt eine Hilfe, ich brauche sie, ich
            muß sie haben. Das ist die 
            <hi rend="italic">Wendung</hi> des Geistes [?], die der Heiland als ein <hi rend="italic">Schreien zu Gott</hi> annimmt und darum als Glauben. Sie kann in ganz
              <hi rend="italic">unreligiösen</hi> und unfeinen Menschen stattfinden. Sie fällt
            solchen oft merkwürdig viel <hi rend="italic">leichter</hi> als den frommen und feinen.
              ­-<note xml:id="n01">Markierung durch senkrechten Blaustiftstrich.</note> Denn die
            Welt hat oft mehr als die Kinder Gottes <hi rend="italic">Verständnis</hi> dafür, daß
            Gott <hi rend="italic">lebendig</hi> ist und keine Theorie, daß bei Gott etwas
            geschieht, das auch bei uns <hi rend="italic">geschehen</hi> muß und wird, daß Gott von
            uns gar nicht eifrig, nicht energisch [genug] <hi rend="italic">gesucht</hi> werden kann
            [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.16.8">Lk. 16,8</ref>]. Es gibt ein solches
            verborgenes <hi rend="italic">Schreien nach Gott in den Weltleuten</hi>, das ihnen, ohne
            daß sie wissen, woher es kommt, in ihrem Leben gute Kräfte bringt, das sie vor den
            Kindern Gottes in entschiedenen Vorsprung setzt. - <note xml:id="n02">Markierung durch
              senkrechten Blaustiftstrich.</note>Aber wer wir auch seien: wenn es <hi rend="sans-serif">nur da ist</hi> in uns, dieses <hi rend="italic">Verborgene:</hi> diese <hi rend="italic">Erkenntnis</hi> des lebendigen Gottes,
            dieser <hi rend="italic">Hunger und Durst</hi> nach Taten von ihm, dieses <hi rend="italic">Suchen</hi> nach ihm. Ist es da, dann ist’s <hi rend="italic">gut.</hi>
            Darauf kommt es <hi rend="italic">an.</hi> Das ist <hi rend="italic">Glaube.</hi> Und
            das Auge des Heilands <hi rend="italic">sieht</hi> den Glauben.</p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><hi rend="italic">2.</hi> Die Geschichte fährt damit fort, daß Jesus
            zu dem Gichtbrüchigen sagt: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! -
            Jene Männer und der Gichtbrüchige selbst waren es gewohnt, wie wir es <pb ed="pga" xml:id="p041"/> gewohnt sind, zu hören, daß uns Menschen unter gewissen Bedingungen
            unsere Sünden vergeben werden sollen. Daß sie uns vergeben <hi rend="italic">sind</hi>,
            ohne Umstände und Bedingungen, fertige Tatsache, <hi rend="sans-serif">das war
              ihnen und das ist uns etwas Neues.</hi> Wir sehen ihn gleichsam in eine verborgene
            Tiefe <hi rend="italic">hinuntergreifen</hi> und eine Wahrheit herausholen und ins Licht
            stellen, die bis dahin als Wahrheit nicht bekannt war. Man könnte auch sagen: er <hi rend="italic">enthüllt</hi> jetzt auf der Erde, was er vom Himmel mitgebracht hat. Es
            ist nichts Natürliches, <hi rend="italic">nichts Selbstverständliches</hi>, gerade das
            zu einem Menschen zu sagen. Es ist <hi rend="italic">nicht sowieso</hi> wahr, es spricht
            zunächst Alles dagegen. Wenn wir es nur so <hi rend="italic">nachsagen</hi> wollten,
            zueinander oder zu uns selbst, so wäre es wahrscheinlich nicht wahr. Dort konnte es
            gesagt werden. Wo <hi rend="italic">Jesus den Glauben sieht</hi>, da kann diese neue
            Stimme ertönen und gehört werden. Da wird etwas ganz Neues, scheinbar Unmögliches
            möglich auf der Erde. <hi rend="italic">Die Gegenwart des Heilands und der Glaube jener
              Männer</hi> schufen miteinander den Boden und die Luft und den Sonnenschein, bei denen
            die feine himmlische Pflanze der Sündenvergebung auf der Erde gedeihen kann. Es <hi rend="italic">fehlt nicht</hi> an der Gegenwart des Heilands, er will bei uns sein
            alle Tage [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.28.20">Mt. 28,20</ref>]. Wir müssen
            ihm aber, und <hi rend="italic">da fehlt</hi> es, <hi rend="italic">helfen</hi>, und
            zwar nicht ein Jedes für sich, - jene Männer haben ja auch nicht für sich, sondern für
            ihren Gichtbrüchigen geglaubt, müssen helfen: die 
            <hi rend="italic">Gesunden</hi> für die Kranken, die <hi rend="italic">Eltern</hi> für
            die Kinder, die, die über ihre <hi rend="italic">Zeit verfügen</hi> können, für die
            Vielbeschäftigten, die, die mehr <hi rend="italic">abseits vom Leben</hi> stehen, für
            die Geschäftsleute, für die Arbeiter, für die Politiker, müssen helfen, die Luft
            schaffen, in der auch bei uns wieder gesagt werden kann: deine Sünden sind dir vergeben.
            Das ist <hi rend="italic">das Nötigste heutzutage</hi>, daß es wieder Luft gibt in den
            Häusern, in den Kirchen und Schulen, in den Gemeinden, in den Völkern, in der dies Neue
            ausgesprochen und gehört werden kann. </p>
          <p><hi rend="sans-serif">Was ist das, Sündenvergebung?</hi> Seht, das ist Freiheit,
              <hi rend="italic">Freiheit von den Banden</hi>, mit denen die Menschheit gefesselt ist
            an den Untergrund des Bösen, auf dem wir alle von Haus aus stehen. <hi rend="sans-serif">Ohne diese Freiheit</hi> können wir die Nöte des Lebens, die
            inneren und äußeren, kleinen und großen, <hi rend="italic">nicht loswerden.</hi> Durch
            diese Freiheit wird’s möglich, daß uns <hi rend="italic">geholfen</hi> wird. Vielleicht
            ging die Krankheit jenes Mannes auf eine <hi rend="italic">persönliche Verfehlung</hi>
            zurück. Es steht nichts davon da. Es kann geradesogut sein, daß sein Leib durch ein
            übermäßig <hi rend="italic">hartes Leben</hi> ver<pb ed="pga" xml:id="p042" break="no"/>wahrlost war, wozu ihn die Not oder die Dienstbarkeit gezwungen hatte. Es kann auch
            sein, daß er leiden mußte, was seine <hi rend="italic">Eltern oder Verwandten</hi>
            verschuldet hatten. Wir Menschen müssen eben solidarisch füreinander einstehen und
            haften in der Not, und es büßt darum mancher mehr für fremde als für eigene Fehler. Aber
            ob’s eine eigene Sünde ist oder Sünde Anderer, Sünde der menschlichen Gesellschaft, es
            ist immer <hi rend="italic">eine Schuld</hi>, die unsere Nöte verursacht. In dieser
            Schuld sind wir <hi rend="italic">gefangen.</hi> Sie zieht nach sich, was sie nach sich
            ziehen muß. Sie <hi rend="italic">bestimmt</hi> unser Leben, solange wir nicht davon
            gelöst sind. Wir müssen Alles <hi rend="italic">im Lichte des Bösen</hi> ansehen, das
            wir getan oder das wir erfahren haben. Und selbst wenn wir nicht daran denken, wirkt es
            in unserem Leben, hat es beständig <hi rend="italic">seine Folgen.</hi> Die Schuld zieht
            immer neue Schuld nach sich, und ein Übel ruft dem anderen. Man kann es schon an den <hi rend="italic">Kindern</hi> beobachten, wie sie oft blindlings eine Torheit an die
            andere reihen und dann auch eine Strafe um die andere notwendig machen. Wir bewegen uns
            hoffnungslos <hi rend="italic">im Kreis herum;</hi> denn selbst wenn wir mit einer
            eigenen Sünde fertig sind, sind immer noch die der anderen da, auf die wir keinen
            Einfluß haben, wohl aber sie auf uns. <hi rend="sans-serif">Sündenvergebung</hi>
            ist ein Durchschneiden dieser Bande. Du sollst <hi rend="italic">kein Sünder</hi> mehr
            sein! Was du gefehlt hast und was andere an dir gefehlt haben, soll dich <hi rend="italic">nicht mehr</hi> bestimmen und schädigen. Seine Wirksamkeit ist <hi rend="italic">zu Ende.</hi> Es fängt ein neues <hi rend="italic">Leben</hi> an für
            dich außerhalb jenes bösen Kreises. Du sollst <hi rend="italic">frei</hi> sein, frei für
            das Gute. Fürchte die Vergangenheit nicht mehr, <hi rend="italic">freue dich</hi> auf
            die Zukunft! Sei getrost!  
          </p>
          <p> Wir fühlen doch alle, daß das etwas Neues ist, <hi rend="sans-serif">etwas Gewaltiges,</hi> etwas Himmlisches, auf der Erde bisher
            Unerhörtes, das zu sagen und zu vernehmen. Es ist uns doch allen <hi rend="italic">so
              natürlich</hi>, so selbstverständlich, daß das Böse da ist und daß wir darunter leiden
            müssen. Und nun <hi rend="italic">dieser Spruch:</hi> Deine Sünden [sind dir vergeben]!
            Das Böse soll für dich nicht mehr da sein, sein soll nicht mehr gedacht, von ihm soll
            nicht mehr geredet werden, und du sollst auch nicht mehr darunter leiden müssen. Es
            braucht wirklich schon <hi rend="italic">die neue Luft</hi> des Heilands und des
            Glaubens, damit das wahr sein kann. Jesus hat es denn auch wirklich als etwas
            Himmlisches und nicht als etwas Gewöhnliches vertreten. Er hat <hi rend="italic">nicht
              gesagt: Ich</hi> vergebe dir deine Sünden!, als ob es sein eigener Einfall, Weisheit
            und Kraft wäre, sondern: Deine Sünden sind dir vergeben!, <hi rend="italic">wie</hi>
            <hi rend="italic">eine Nachricht</hi> von etwas, das sich im Him<pb ed="pga" xml:id="p043" break="no"/>mel ereignet hat. Von Gott aus ist etwas geschehen für
            diesen Menschen. Nur im Namen und im Dienst <hi rend="italic">Gottes</hi> kann es
            ausgesprochen werden. Sünde ist ja ein Aufruhr der Menschheit gegen Gott. Nur <hi rend="italic">Gott selbst</hi> kann den verletzten Frieden wieder herstellen und das
            Gericht, das dem Aufruhr folgen muß, aufhalten. Das muß <hi rend="italic">Gott
              selbst</hi> sagen: Vergebung der Sünden!</p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><hi rend="italic">3.</hi> Und gerade daran haben nun die
            Schriftgelehrten <hi rend="sans-serif">Anstoß genommen</hi>, daß Jesus etwas
            aussprach, was nur Gott selbst sagen kann. Sie wußten nichts Anderes daraus zu machen
            als: <hi rend="italic">er lästert Gott.</hi> Es schien ihnen der ungeheuerste Frevel und
            Übermut, daß ein Mensch so etwas wagte. Wir wollen nicht zu hart über sie urteilen, wir
            könnten sonst uns selbst treffen. Der <hi rend="italic">Heiland hat es aber schwer</hi>,
            mit seiner reinen und vollen Botschaft von Gott und von seiner Gnade in dieser Welt bei
            uns Menschen anzukommen und durchzudringen. Aber auch <hi rend="italic">wir
              Menschen</hi> haben es zunächst wirklich schwer, das Göttliche, Vollkommene,
            Himmlische zu vernehmen, wie es gemeint ist, und uns nicht zum vornherein entrüstet und
            kopfschüttelnd davon abzuwenden. Ich höre in unserer Gemeinde öfters sagen, man sollte
            über das Göttliche <hi rend="italic">nicht so grübeln</hi>, sondern Gottes Wort einfach
            annehmen, wie es dasteht. Ja, das ist schon recht und wahr. Aber geradeso, wie es
            dasteht und wie wir sind, ist es für uns <hi rend="italic">gar nichts so Einfaches</hi>,
            sondern etwas Gewaltiges, für das wir uns das Verständnis nicht ergrübeln, aber mit
            aufrichtigem Ernst erringen [?] müssen. Es ist <hi rend="italic">etwas Großes, ein
              einfältiger Mensch</hi> zu werden, der Gottes Wort einfältig annimmt. Es meint
            Mancher, er sei’s, und ist’s gar nicht. Wenn wir daran nicht denken, kann es uns
            geschehen, wie es den  Schriftgelehrten
            geschehen ist, daß wir den Heiland zu einem Gotteslästerer machen. Gerade <hi rend="sans-serif">wenn man vom Göttlichen schon etwas weiß,</hi> wenn man in ein
            gewisses Verhältnis zu Gott gekommen ist, wenn man sich in dieser Welt einen gewissen
            Besitz von göttlicher Erkenntnis und Gnade gesichert hat, kann man mit dem Worte Gottes,
            wie es dasteht, große <hi rend="italic">Überraschungen</hi> erleben. Denn Gottes Wort
            redet nun einmal nicht von dieser Welt, sondern von einer kommenden, neuen Welt. Wenn
            man auf solche Überraschungen <hi rend="italic">nicht gefaßt</hi> ist, sondern sich
            allzu sicher fühlt, kann’s geschehen, daß man sich auf einmal bei großer Frömmigkeit im
            Kriege mit Gott befindet und immer tiefer hineinkommt, wenn man <pb ed="pga" xml:id="p044"/> nicht bereit ist, umzulernen und wie ein Schulkind von vorne
            anzufangen. So ging’s den Schriftgelehrten. <hi rend="italic">Sie eiferten</hi> auch für
            Gott und sein Wort, aber sie eiferten mit Unverstand daran vorbei [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.10.2">Röm. 10,2</ref>], als er sich ihnen von einer neuen,
            ungewohnten Seite zeigte. Sie <hi rend="italic">hofften wirklich</hi> auch auf Vergebung
            der Sünden durch Gott, aber sie dachten sich <hi rend="italic">Gott in großer
              Himmelsferne</hi>, so hoch und so erhaben und majestätisch und weit weg von der bösen
            Menschheit, daß sie zu der Annahme kamen, daß jetzt und hier auf der Erde jedenfalls
            keine Sünde vergeben werde. Sie sahen auch <hi rend="italic">das Böse</hi> in ihnen
            selbst und in den Anderen und in der Welt als so gewaltig an, daß jedenfalls jetzt und
            hier nichts dagegen aufkommen könne. Sie konnten sich eine <hi rend="italic">eigentliche
              Freiheit vom Bösen nicht denken</hi> bis zum jüngsten Tag, und unterdessen urteilten
            sie hart über die, die größere Sünder waren als sie selber. Darum wußten sie auch von
            der Not des Lebens nichts Anderes, als daß das wohl zu unserer <hi rend="italic">Bestrafung und Prüfung</hi> so sein müsse. Heilig und unnahbar sahen sie Gott der
            sündigen Welt <hi rend="italic">gegenüberstehen.</hi> Ich denke, das sind alles
            Gedanken, die uns doch nicht so ferne liegen. |</p>
          <p>Und gerade durch diese frommen und ernsten Gedanken machte nun das Wort des Heilands
              <hi rend="sans-serif">einen großen Riß.</hi> Vergebung der Sünden <hi rend="italic">jetzt und hier</hi> auf der Erde! Ein gegenwärtiges <hi rend="italic">Ende</hi> des Bösen und ein gegenwärtiger <hi rend="italic">Anfang</hi> des Guten!
            Nicht etwas Fernes, sondern etwas Nahes! Nicht etwas Zukünftiges, sondern etwas
            Augenblickliches! Nicht etwas Ungewisses, sondern etwas Sicheres: deine Sünden sind dir
            vergeben, fertige Tatsache! Was war dann <hi rend="italic">das Gesetz</hi>, mit dem sie
            den Menschen mühsam Anleitung gaben, am jüngsten Tag Vergebung der Sünden zu erlangen?
            Was waren dann die <hi rend="italic">Opfer und Zeremonien des Tempels</hi>, mit denen
            die Priester das Volk von Zeit zu Zeit vorläufig mit dem heiligen Gott versöhnten? Was
            wurde dann aus <hi rend="italic">ihrer Theorie</hi> von dem hohen, fernen Gott, den man
            in ewigem «Streben»<note xml:id="n03">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-1624"><persName ref="kbga-actors-136">J. W. von
                Goethe</persName>, <hi rend="italic">Faust II</hi>, V. 11935f. (5. Akt, Bergschluchten)</bibl>:
                <q rend="block">
                <lg>
                  <l>Wer immer strebend sich bemüht,</l>
                  <l>Den können wir erlösen.</l>
                </lg></q></note>, als «unendliche Aufgabe»<note xml:id="n04">Erinnerung an <persName ref="kbga-actors-81">H. Cohen</persName>,
              der die «Wahrheit» im «Grundgedanken des <hi rend="italic">kritischen Idealismus</hi>»
              in der «<hi rend="italic">Unterscheidung</hi> der <hi rend="italic">Idee</hi>, als der
              unendlichen <hi rend="italic">Aufgabe</hi> für allen sittlichen Zweck des
              Menschengeschlechtes … von aller <hi rend="italic">Wirklichkeit</hi> der <hi rend="italic">Natur</hi> und aller <hi rend="italic">geschichtlichen Erfahrung</hi>»
              sieht (<bibl corresp="kbga-bibls-5425"><hi rend="italic">Vom ewigen Frieden</hi> [1914], in: Werke, Bd.16,
              Hildesheim/Zürich/New York 1997, S. 314</bibl>).</note> suchen muß? Was wurde dann <hi rend="italic">aus</hi>
            
            <hi rend="italic">ihnen selbst</hi>, die <pb ed="pga" xml:id="p045"/> sich soviel Mühe
            gaben, wenigstens etwas gerechter zu sein als die übrigen Sünder? Mußten sie dann nicht
            von ihrer stolzen Höhe heruntersteigen und tiefer zu stehen kommen als der erste Beste,
            der auf diese neue, verblüffende, fehlerhafte, frevelhafte Weise Sündenvergebung erlangt
            hatte? Das konnten sie nicht annehmen, dafür hatten sie kein anderes Wort als
            Gotteslästerung. Ja, es ist <hi rend="sans-serif">ein blutiger Jammer,</hi> daß
            sie kein anderes Wort dafür hatten, daß sie Jesus so gar nicht verstanden, sie, die ihn
            aus der Bibel so gut hätten verstehen müssen. Es ist schrecklich, was solch blinder
            Eifer für Gott schon <hi rend="italic">angerichtet</hi> hat in der Welt, wieviel <hi rend="italic">Mißtrauen gegen Gott</hi> gerade die auf dem Gewissen haben, die mit
            Gott in einem engen, herzlichen Verhältnis stehen, nur weil sie zu fest waren in ihrer
            Sache, nur weil sie das Göttliche unter allen Umständen auf ihre eigene Weise vertreten
            wollten. Aber wir wollen <hi rend="italic">keine Steine werfen</hi> auf die Pharisäer
            und Schriftgelehrten, weil ihre Art uns nur zu bekannt und verwandt ist. Es ist und
            bleibt uns etwas <hi rend="italic">Unbegreifliches</hi>, Anstößiges, daß Gott redet und
            daß es <hi rend="italic">dann wahr ist</hi>, daß in der Luft des Heilands und des
            Glaubens Sünden vergeben werden und daß sie dann <hi rend="italic">vergeben
            sind.</hi></p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><hi rend="italic">4.</hi> Das hat ihnen Jesus nun <hi rend="sans-serif">zeigen müssen.</hi> Ob sie es gesehen haben, wissen wir nicht.
            Man kann sehen, ohne zu sehen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Jer.5.21">Jer. 5,21</ref>]. Aber gezeigt hat er es ihnen. Er hat sie <hi rend="sans-serif">gefragt,</hi> was leichter sei, zu sagen: Deine Sünden [sind
            dir vergeben!] oder zum Gichtbrüchigen: Steh auf und wandle! <hi rend="italic">Von ihren
              Gedanken aus</hi> mußten sie denken: <hi rend="italic">Es ist schwerer</hi>, die
            Vergebung zu verkündigen!, man darf es gar nicht, so schwer ist es. Aber im äußersten
            Notfall <hi rend="italic">doch auch lieber</hi> das als das andere, denn ob die
            Vergebung bei Gott im Himmel geschieht, ob sie am jüngsten Tag wahr ist, <hi rend="italic">das weiß nur Gott</hi>, das kann niemand kontrollieren. Ob aber das
            Andere wahr ist: Steh auf und wandle!, das muß sich sofort vor aller Augen <hi rend="italic">zeigen.</hi> Es ist doch noch schwerer, das Letztere zu sagen. Aber das
            durften sie nicht aussprechen. Sie hätten ja dabei <hi rend="italic">verraten</hi>, daß
            sie im Grunde der Macht Gottes überhaupt nicht recht trauten. Sie ahnten sehr wohl, daß
            das Wort: Steh auf und wand<pb ed="pga" xml:id="p046" break="no"/>le! in ihrem Munde <hi rend="italic">ein bloßes Wort</hi> bleiben würde, ohne Erfolg, ohne Kraft, ohne
            Wirkung. So wäre also das andere, das Wort von der Vergebung in ihrem Munde <hi rend="italic">erst recht ein bloßes Wort</hi>, auf dessen Wahrheit sie sich nicht
            allzusehr verließen. So hatten sie also <hi rend="italic">darum einen so heiligen
              Respekt vor Gott</hi> und vor dem Bösen, weil sie an Gott glaubten und doch nicht
            recht glaubten. So war also ihr ganzes enges, herzliches Verhältnis zu Gott ein <hi rend="italic">Haus, das über einer</hi>
            
            <hi rend="italic">Höhle steht</hi> und jeden Augenblick einfallen kann. <anchor type="note" xml:id="fn-5"/>Wenn Gott Gott ist, dann [ist] es doch viel das
              Gewaltigere<note xml:id="n06">= das viel Gewaltigere.</note>, Vergebung der Sünden zu
            verkündigen, denn die Krankheit ist ja nur eine von den Folgen der Sünde, dann muß man
            aber auch das andere Wort sagen können, das die Folge, die Krankheit beseitigt. Wenn
            Gott Gott ist! Wenn es nicht nur aufs Sagen [?], sondern auf die Wahrheit ankommt. Aber
            wer steht so zu Gott, daß er es darauf ankommen lassen kann!<note n="5" target="fn-5" xml:id="n5">Von <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> in eckige Klammern
              gesetzt.</note> Es war eine böse Frage. Sie schwiegen darauf wohlweislich. Wir hätten
            wohl auch schweigen müssen.</p>
          <p>Und dann <hi rend="sans-serif">hat ihnen Jesus gezeigt,</hi> wie es ist, wenn
            Gott Gott ist, wenn man es darauf ankommen lassen kann. Er hat <hi rend="italic">das
              Wort gesprochen</hi>, das sie für das Schwerere ansehen mußten: Steh auf und wandle!,
            und so geschah es. Für ihn war das das <hi rend="italic">Leichtere</hi>, das Tüpflein
            aufs I: Wenn es keine <hi rend="italic">Schuld</hi> mehr gibt, gibt es auch kein Leid
            mehr; wenn die böse <hi rend="italic">Trennung</hi> der Menschen von Gott aufgehoben
            ist, ist auch die Not zu Ende, die Krankheit und auch viel Anderes, Großes und Kleines.
            Ihnen war es damit gezeigt, daß des Menschen Sohn <hi rend="italic">Macht hat auf der
              Erde.</hi> Es gibt ein Wort, das nicht nur Wort, sondern <hi rend="italic">Kraft</hi>
            ist, Kraft, die Schuld durchzustreichen, und Kraft, die Tränen abzuwischen. Es gibt
            dieses kräftige Wort nicht nur im Himmel, sondern <hi rend="italic">auf der Erde.</hi>
            Nicht erst am jüngsten Tage, sondern <hi rend="italic">heute.</hi> Nicht erst im
            Jenseits, sondern im <hi rend="italic">Diesseits.</hi> Nicht nur im Inneren, sondern
            auch im <hi rend="italic">Äußeren.</hi> Es gibt ein volles, wirksames Wort des <hi rend="italic">Erlösers.</hi> M. Luther hat in seiner deutlichen Weise dazu bemerkt:
            «kein Pfaff hat das können sehen, daß Vergebung der Sünde sei eine Macht!»<note xml:id="n07"><bibl corresp="kbga-bibls-2037"><hi rend="italic">Predigt über
                  Mt.9,1-8</hi> (1533), WA 52,500,5f</bibl>.</note> Wo Jesus Glau<pb ed="pga" xml:id="p047" break="no"/>ben fand, da <hi rend="italic">wurde</hi> sie eine Macht,
            denn da wurde es Ernst mit Gott. Das ist eben der Unterschied zwischen Jesus und allem
            menschlichen Religionswesen.</p>
          <!-- leerzeile -->
          <p rend="margin-top"><hi rend="italic">5.</hi> Und nun heißt es zum Schluß, daß <hi rend="sans-serif">das Volk sich wunderte und Gott pries, der solche Macht den
              Menschen gegeben.</hi> Sie sahen eben Gott auf einmal in einem <hi rend="italic">neuen
              Licht</hi>, nicht im Licht von Worten, sondern im Licht von <hi rend="italic">Tatsachen</hi>, von Ereignissen. Sie sahen die <hi rend="italic">neue Welt</hi> der
            Vergebung und Erlösung hereinbrechen in die alte Welt von Schuld und Not. Sie sahen das
            auf einmal <hi rend="italic">wahr werden</hi>, wovon die Schriftgelehrten immer nur zu
            reden wußten. Sie sahen den <hi rend="italic">Himmel aufgehen</hi> und mit der Erde sich
            verbinden. Sie sahen das starre <hi rend="italic">Eis schmelzen</hi> und in endlosen,
            beweglichen Wellen dem Meer zueilen. Sie merkten, daß dem <hi rend="italic">ganzen
              Menschengeschlecht Heil</hi> widerfuhr, daß es an einen neuen Ort versetzt sei. Sie
            sahen <hi rend="italic">Gottes Herrlichkeit</hi> und einen Abglanz davon für alle
            Zukunft auf den Menschen. 
          </p>
          <p> Ich brauche euch wohl nicht darauf aufmerksam zu machen, wie diese
            gewaltige Geschichte in ihrem stürmischen Lauf uns alle <hi rend="sans-serif">hinter sich zurückläßt.</hi> Wir kommen nicht nach. Vergebung der Sünden! Erlösung
            vom Übel! Es wird Ernst mit Gott! Nicht wahr, diese Botschaft des Heilands ist uns jetzt
              <hi rend="italic">noch zu viel</hi>, geht uns zu weit. Irgendwo unterwegs bleiben wir
            zögernd stecken. <hi rend="italic">Es ist ein Jammer</hi>, daß es so ist, daß wir den
            Schriftgelehrten <hi rend="italic">näher</hi> stehen als dem Gichtbrüchigen und den
            Männern, die ihn zu Jesus brachten, daß uns diese gewaltige Geschichte auch wieder zum
            großen Teil zu einem bloßen Wort geworden ist. Aber es muß jetzt so sein. Wir leben
            noch [?] lange nicht in der Luft, in der eine solche Geschichte geschehen kann.<note xml:id="n08">Zwischen den Zeilen sind mit Bleistift hier die Stichworte eingefügt:
              «Darum wenig Vergebung u. Erlösung [?]».</note> Gott muß uns wieder <hi rend="italic">anrühren</hi>, damit wir von selbst in solche Geschichten <hi rend="italic">hineinkommen.</hi>
            <hi rend="sans-serif">Vorläufig</hi> wollen wir, müssen wir uns darum [?]
            begnügen, die Botschaft des Neuen Testaments immer und immer uns <hi rend="italic">vor
              Augen</hi> zu halten und <hi rend="italic">von weitem</hi> [?] davon [?] zu leben. Wie
            Luther in einem anderen schönen Wort gesagt hat: <hi rend="italic">«Wir können nicht
              mehr denn predigen, nicht weiter heben und tragen, müssen’s predigen und so lange
              treiben, bis daß Gott auch komme, gebe uns seine Gnade</hi>
            <pb ed="pga" xml:id="p048"/>
            <hi rend="italic">dazu, daß der Worte wenig werden und das Leben vorgehe und
              wachse.»</hi><note xml:id="n09"><bibl corresp="kbga-bibls-3127"><hi rend="italic">Predigt über Mt. 9,1-8</hi> (1524), WA 15, 697, 25-28</bibl>.</note></p>
          <!-- leerzeile -->
        </div>
        <div type="songs">
          <head>Lieder:</head>
          <listBibl type="songs">
            <bibl corresp="kbga-songs-153" type="song"> Nr. 187 «Wort aus Gottes Munde» von
              <persName ref="kbga-actors-5711">H. C. Hecker</persName>, Strophen 1-3<note xml:id="n10">Die Angabe über die letzte der gesungenen Strophen ist nicht eindeutig zu entziffern.</note> (GERS [1952] 263,1-3 mit
              Textabweichungen)</bibl>
            <bibl corresp="kbga-songs-48" type="song">Nr. 237 «Wie schön leucht’t uns der
              Morgenstern» von <persName ref="kbga-actors-4872">Ph. Nicolai</persName>, Strophen 4 und 5 (RG [1998] 653; EG 70; jeweils mit
              Textabweichungen)</bibl>
          </listBibl>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
