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        <title type="volume" n="vol-03">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd I 1913–1921</title>
        <title type="content">Eduard Thurneysen an Karl Barth</title>
        <title type="citation_line_1">Eduard Thurneysen an Karl Barth, 7. Dezember 1917</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/3202 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd I 1913–1921, hrsg. v. Thurneysen, Ernst (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 1973, S. 244a–246.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd I 1913–1921</title>
          <title type="text">Eduard Thurneysen an Karl Barth</title>
          <author ref="kbga-actors-403">Thurneysen, Eduard</author>
          <editor>Thurneysen, Ernst</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1973</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 244a-246</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.3, Karl Barth-Eduard Thurneysen Briefwechsel Band I 1913-1921, letter 195</title>
          <author ref="kbga-actors-403">Thurneysen, Eduard</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Thurneysen, Eduard, Eduard Thurneysen an Karl Barth, 7. Dezember 1917. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/9659">KBA 9370.225</ref>. </bibl>
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        Thurneysen
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            <date when="1917-12-07">7. Dezember 1917</date>
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          <salute>Lieber <persName ref="kbga-actors-2151">Karl</persName>,</salute>
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        <p>Ich habe an <persName ref="kbga-actors-564">Gerber</persName> unsre Absicht bekannt gegeben, am Montag auf der Oltener <orgName ref="kbga-actors-9899">[religiössozialen] Konferenz</orgName> zu demissionieren.<note xml:id="n01">Vgl. <ref type="pub" target="3110#fn_n03">Anm. 3 zum Brief vom <date when="1916-05-30">30.5.1916</date></ref>.</note> Ich habe ihm ungefähr folgendes mitgeteilt: 1. Wir haben keine Antwort bekommen auf unsre brieflich mitgeteilten Bedenken gegen eine Konferenz. Offenbar soll sie nun also an der Sitzung in <placeName ref="kbga-places-50">Olten</placeName> erfolgen. 2. Wir haben grundsätzlich nichts gegen eine Zusammenarbeit mit allen Gruppen unsres Kreises. Wir anerkennen eine gemeinsame Grundlage, freilich weniger in einem gemeinsamen innern Besitz, dessen wir uns freuen, als einer <pb xml:id="p245" ed="pga"/> gemeinsamen Not, die uns bedrängt. Ob sich daraus eine wirkliche Zusammenarbeit ergeben kann, ist uns noch offene Frage. 3. Wir vertreten mit unseren Erkenntnissen eine Stellung, von der wir wissen, daß sie andere zu scharfer Opposition reizt. Das ist ein Grund mehr zum Abgeben unserer Mandate.</p>
        <p>Ich bin dieser Tage ganz in <bibl corresp="kbga-bibls-1849"><persName ref="kbga-actors-240">Kutters</persName> «Bilderbuch»</bibl> eingetaucht, habe auch sein «Sie müssen»<note xml:id="n02">
                        <bibl corresp="kbga-bibls-3689"><persName ref="kbga-actors-240">H. Kutter</persName>, <hi rend="italic">Sie müssen! Ein offenes Wort an die christliche Gesellschaft</hi>, Zürich
                            1903; 2. Aufl.
                            Berlin
                            1904; 3. Aufl.
                            Jena
                            1910</bibl>.</note> und «<bibl corresp="kbga-bibls-2453">Wir Pfarrer</bibl>» neu gelesen und bin eigentlich doch wieder ganz übernommen von diesem starken Mann. «Wir Pfarrer» haben wir alle vielleicht doch noch zu wenig gehört. Das Büchlein wird uns auf weit hinaus beschäftigen mehr als alle Strategeme von <persName ref="kbga-actors-330">Ragaz</persName>. Ich habe beim Lesen alle Schmerzen und Schatten, aber auch alle Lichter unserer Aufgabe wieder empfunden.</p>
        <p>Ich habe weiter über <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.7">Röm. 7</ref> nachdenken müssen und kann immer mehr einen großen Triumph über allen Sündenjammer darin sehen, einen Höllensturz des Teufels und ein Siegeslachen über die Verdammnis vom Himmel herab. <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.1">Röm. 8,1</ref> ist für mich eine Abrechnung mit dem Pietisten und Verkläger in uns, wohl ein Ernstnehmen seines Ernstes, aber nur um ihn umso endgültiger zu überwinden im Ernstnehmen der göttlichen Erlösung. <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.7.25">Röm. 7,25b</ref> würde bei diesem Verständnis auch durchaus am Platze sein und <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.1 Röm.8.17">Röm. 8,1ff.</ref> den Sieg vollständig proklamieren. Das bedeutet allerdings eine Revolution, wenn diese Zentralstelle der Pietisten sich nun gerade gegen sie wendete! Damit wäre dann überhaupt das ganze gleichgewichtige Nebeneinander der psychologischen und der transzendentalen Sphäre aufgehoben. Ich mußte an den oft dargestellten Sturz der Verdammten denken, das Heulen der Herabstürzenden: «ich elender Mensch …» und das von oben hereinbrechende Licht der Gnade: «Gott aber sei Dank … so ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christus Jesus sind», als ich die Stelle einmal konsequent von deinem Verständnis aus las. Und daß dieser Höllensturz und dieser Siegesjubel in uns sich ereignet, wäre ein weiteres gewaltiges Glied in der Kette auswendiger Innerlichkeiten und inwendiger Auswendigkeiten, die du bei <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> wieder ausgegraben hast. Ich <pb xml:id="p246" ed="pga"/> denke an das, was du aus <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.6">Röm. 6</ref> und dem Anfang von <ref type="can" subtype="bible" target="Röm.7">Kapitel 7</ref> herausliesest. Ich habe überhaupt seit letztem Montag wieder neu einen großen, glücklichen Eindruck von deiner ganzen <bibl corresp="kbga-bibls-1497">Römerbriefarbeit</bibl>. Was wir zuletzt redeten von der Gefahr, das alles zu wissen und — nur zu wissen, bleibt natürlich zu Recht bestehen. Aber wird nicht, wenn einmal dieses Grundlegende wieder herausgestellt ist, gerade das den starken Antrieb bilden, um den Spaten anzusetzen und es nicht nur beim Planieren zu belassen?</p>
        <closer>
          <salute>Mit herzlichem Gruß an euch alle</salute>
          <salute>Dein</salute>
          <signed><persName ref="kbga-actors-403">Eduard</persName></signed>
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