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        <title type="volume" n="vol-03">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd I 1913–1921</title>
        <title type="content">Karl Barth an Eduard Thurneysen</title>
        <title type="citation_line_1">Karl Barth an Eduard Thurneysen, 27. August 1915</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/3060 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd I 1913–1921, hrsg. v. Thurneysen, Ernst (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 1973, S. 75–77.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd I 1913–1921</title>
          <title type="text">Karl Barth an Eduard Thurneysen</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Thurneysen, Ernst</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1973</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 75-77</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.3, Karl Barth-Eduard Thurneysen Briefwechsel Band I 1913-1921, letter 57</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Karl Barth an Eduard Thurneysen, 27. August 1915. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/8901">KBA 9270.44</ref>. </bibl>
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        Barth
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            <date when="1915-08-27">27. August 1915</date>
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          <salute>Lieber Freund!</salute>
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        <p>Soeben wieder eine «eschatologische Hymne» (so nennt mein geistreicher Bruder <persName ref="kbga-actors-23">Heiner</persName> meine Predigten) beendigt (für den Kosakenspieß späterhin, vorläufig für den Sonntag) über <persName ref="kbga-actors-2228">Mose</persName> in der <ref type="pub" target="27036">Amalekiterschlacht</ref> [<ref type="can" subtype="bible" target="Ex.17.8 Ex.17.15">Ex 17,8–15</ref>] mit Aufschlüssen über Teilerfolge und Totalerfolge, Tun und Nicht-Tun, Glaube und Hoffnung, Pfarrer und andere Propheten. Ich habe stark das Bedürfnis, jetzt dann auch einmal Ferien zu machen und nicht immer mein eigenes Horn zu hören, aber vorläufig muß ich doch die Ankunft unserer Nr. II und dann jedenfalls auch noch den Bettag abwarten. Ich gehe dann diesmal nach <placeName ref="kbga-places-9">Bern</placeName>. Gerne hätte ich am <date when="1915-09-06">6.</date> <persName ref="kbga-actors-674">Ludwig</persName><note xml:id="n01"><seg type="bio"><persName ref="kbga-actors-674">Gottfried Ludwig</persName> (1889–1970), Pfarrer in Biel, treuer Freund <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> und <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysens</persName></seg>.</note> gehört, aber das wird nun kaum zu machen <pb xml:id="p076" ed="pga"/> sein. […] Das <orgName ref="kbga-actors-8246">Kränzli</orgName> letzten Montag war wie immer. M. las eine heimelig-muffig-feingeäderte Predigt vor über «Heimsuchungen», worauf <persName ref="kbga-actors-529">Dietschi</persName> und ich diesmal sehr einmütig nach mehr prophetischer Tragik verlangten. Es wurde uns erwidert, das «Thema» könne in einer andern Predigt auch einmal angeschlagen werden, diesmal habe es sich aber schlechterdings um «Heimsuchungen» als solche gehandelt. Dann Café complet mit Umständen und anschließend daran Verdauungsgänglein auf dem Friedhof und Lobgesänge in der Kirche. Was wird deine <persName ref="kbga-actors-1285">Braut</persName> für Augen und Ohren machen, wenn sie diesen Zauber zum ersten Mal erlebt! […] Dem Präsidenten des <orgName ref="kbga-actors-9909">Arbeitervereins</orgName> habe ich gestern Abend deinen Brief unter Kommentar überreicht. Siehst du die Sache nicht etwas zu kompliziert? Es handelt sich doch um nichts Anderes als darum, nach unserer besseren Einsicht dem Volk seine eigene Sache klar zu machen und ans Herz zu legen, natürlich unter Erleuchtung der tieferen Voraussetzungen und der höheren Konsequenzen. Das können doch gerade <hi rend="italic">wir</hi> prinzipiell und praktisch so gut wie bei den <orgName ref="kbga-actors-8613">Blaukreuzvereinen</orgName>, im Gegenteil leichter, weil es im Sozialismus um das Radikalere geht. Große «Kenntnisse» der sozialen Bewegung braucht es dazu wirklich nicht. Was ich weiß, weißt du sicher auch und hast von <placeName ref="kbga-places-66">Zürich</placeName> her praktisch sogar Vorsprung vor mir. […] Du mußt für eine Weile den «<orgName ref="kbga-actors-6494">Freien Aargauer</orgName>» abonnieren und lesen, die Flammenworte in den Leitartikeln und die flotten Schimpfereien und Stänkereien im lokalen Teil. Dann kommst du in den Erdgeruch der Sache schon hinein. Aber vorläufig hast du also bis zum März Ruhe und sollst überhaupt zu nichts gepreßt werden, was dir nicht paßt. Du ersparst dir durch deine Vorsicht meine Anfangserfahrungen in diesen Kreisen. Ich kam ihnen zuerst viel zu akademisch, sogar mit <persName ref="kbga-actors-81">Cohen</persName>,<note xml:id="n02"><seg type="bio"><persName ref="kbga-actors-81">Hermann Cohen</persName> (1842–1918), Prof. der Philosophie in <placeName ref="kbga-places-41">Marburg</placeName>. <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> hörte dort seine Vorlesungen</seg>.</note> dann geriet ich in wüste Demagogie hinein und bin nun mit Mühe beschäftigt, einen, den meinen, sachlichen und doch unmittelbaren Ton zu finden. <persName ref="kbga-actors-240">Kutters</persName> Altersweisheit kommt dir da wirklich zu statten. Es hat aber auch etwas für sich, getrost ein paarmal hereinzufallen und dann selber den Weg aufs Trockene zu suchen.</p>
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        <p>An den «<orgName ref="kbga-actors-4867">Neuen Wegen</orgName>» nehme ich auch nicht viel Geschmack. Der Holzweg zeichnet sich leider in immer deutlicheren Umrissen ab. […] Die neue Nummer hat ein kleinkrämerisches Gepräge, ich bin gar nicht erbaut. Warum schreibst du nichts hinein? […]</p>
        <p>Schau, schau, nun drückt sich <persName ref="kbga-actors-329">Rade</persName> auf <ref type="kba-objects-id" target="8899">diese Weise</ref> um eine Begegnung mit mir oder uns, obwohl er wußte, daß ich sie wünschte, obwohl er einen langen <ref type="kba-objects-id" target="8873">Brief</ref> von mir noch immer nicht beantwortet hat. Was soll jetzt das? Es ist nun das dritte Mal dies Jahr, daß er einer Aussprache einfach aus dem Weg geht. Er war drei Wochen in <placeName ref="kbga-places-248">Laupen</placeName> [bei <persName ref="kbga-actors-27">Peter</persName>]. Nun bin ich vorläufig fertig mit ihm. […]</p>
        <closer>
          <salute>Mit herzlichem Gruß dir und deiner <persName ref="kbga-actors-1285">Herzallerliebsten</persName> unbekannterweise</salute>
          <salute>dein</salute>
          <signed><persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName> samt <persName ref="kbga-actors-26">Nelly</persName> und <persName ref="kbga-actors-5802">Fränzeli</persName></signed>
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