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        <title type="volume" n="vol-27">Predigten 1915</title>
        <title type="content">Predigt: Jesaia 40,28-31</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Jesaia 40,28-31, 3. Oktober 1915</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/27042 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1915, hrsg. v. Schmidt, Hermann (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 1996, S. 410–421.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1915</title>
          <title type="text">Predigt: Jesaia 40,28-31</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Schmidt, Hermann</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1996</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 410-421</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe I.27, Predigten 1915, sermon 293</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Jes 40,28-31, 3. Oktober 1915. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1734">KBA 1271</ref>. </bibl>
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                        <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>, Sonntag, den <date when="1915-10-03">3. Oktober 1915</date>
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        <epigraph>
                        <cit>
                            <ref type="can" subtype="bible" target="Jes.40.28 Jes.40.31">Jesaja 40,28–31</ref>
                        </cit>
                    </epigraph>
          <salute>Liebe Freunde!</salute>
        </div>
        <div type="main">
        <p>Das Leben will dich <hi rend="italic">müde machen</hi>. Das ist die große Gefahr, die dir droht. Vielleicht droht sie dir nicht nur, sondern sie ist bereits zur Tatsache geworden bei dir. Viele, viele sind schon müde geworden, Unzählige sind auf dem Weg, es zu werden. Sieh um dich, was sind das für Menschen? Was sind das für Gesichter? Blick in den Spiegel, was sind das für Augen? Aus ihnen sieht nicht nur die Sorge hervor, nicht nur der Kummer, nicht nur das Leid, das man dir einst angetan, auch nicht nur die verborgene Sünde, die dich anklagt, sondern schwer und trüb die Müdigkeit.</p>
        <p>
                        <hi rend="italic">Müdigkeit?</hi> Du weißt schon, wie das ist. Wenn man nicht mehr mag <pb xml:id="p411" ed="pga"/> und kann. Wenn das Maß der Kräfte erschöpft ist. Du siehst eine Mauer vor dir und kommst nicht darüber hinweg. Daß das etwas Ernstes und Schweres ist, müde zu werden, spürst du manchmal schon, wenn du nach einem Tag anstrengender <hi rend="italic">Arbeit</hi> so recht erschöpft zur Ruhe gehst; es ist da etwas in dir, das leise klagt, wie wenn es verwundet wäre. Noch mehr spüren das die <hi rend="italic">Alten</hi>, die ein langes Leben mit viel Mühsal und Aufregung und Kummer hinter sich haben, und nun merken sie: es tut’s nicht mehr lange, die Kräfte sind verbraucht! Und doch sind das ja nur die Kräfte des Körpers. Und was müde geworden ist, sind die Arme und Beine und der arme sorgenvolle Kopf. Etwas Ernstes und Schweres müßte eigentlich noch nicht sein an dieser Müdigkeit.</p>
        <p>Aber wie, wenn du nun müde, <hi rend="italic">innerlich müde</hi> geworden bist, Tag für Tag, Jahr für Jahr deines Lebens Last zu tragen. Du hast als Vater oder Mutter für dich und deine Familie genug zu tun. Du mußt dich mit einer Krankheit schleppen. Du mußt mit Menschen verkehren, die täglich deine Geduld herausfordern. Du stehst an einem Posten in der Welt, wo du den menschlichen Unverstand oder auch die menschliche Torheit so recht zu spüren bekommst. Nicht wahr, das alles arbeitet, das sägt an Einem, das macht Einen müde, auch ohne daß man auch äußerlich gerade erschöpft ist. Das ist schon eine ganz besondere Art Müdigkeit. Die geht tiefer und greift mehr an. Die ist des Morgens wieder da, auch wenn man gut geschlafen hat. Du spürst: wenn ich ihr nachgebe, die Flügel hängen lasse, dann geht etwas Großes, Wertvolles verloren, dann kommt etwas Düsteres herein in mein Leben, etwas, was nicht sein sollte. Des Abends müde zu Bett gehen, als alter Mensch müde auf sein Leben zurückblicken, das kann etwas sehr Schönes sein unter Umständen. Aber müde sein vor Verdruß, vor Sorge, vor Schmerz, vor Enttäuschung, da ist schwerlich mehr etwas Schönes daran: das ist Bitterkeit.</p>
        <p>Aber es gibt eine <hi rend="italic">noch tiefere Müdigkeit</hi>, und das ist eigentlich erst die ernste, schwere Müdigkeit, die Müdigkeit, in der du herausschreien möchtest dein trostloses Elend. Im Leben braucht es <hi rend="italic">Vertrauen</hi> zu sich selbst, und nun bringst du das nicht mehr auf: du hast dich selber kennen gelernt, wie du meinst, und hast gemerkt: ich bin nicht der Mann, das durchzuführen, was ich sollte, ich bin zu klein für die Ziele, die mir vorschweben und die mir gesteckt sind, ich kann mir selber und auf mich selber nicht vertrauen.</p>
        <p>
                        <pb xml:id="p412" ed="pga" rend="noPipe"/> Zum Leben braucht es ein ruhiges <hi rend="italic">Gewissen</hi>, und nun sagt dir dein Gewissen, daß du wohl an vielen, vielen Punkten deines Lebens etwas angefangen hast, aber auch nur angefangen: du bist überall im Unvollkommenen stecken geblieben. Wie einer, der ein Haus bauen wollte, aber kam nicht weiter als dazu, ein Loch zu graben für das Fundament und ein paar Steine und Hölzer herbeizutragen, und dann ging ihm das Geld aus, und in dem Loch wuchs Gras, und die Steine wurden gestohlen, und das Holz vermoderte [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.14.28 Lk.14.30">Lk. 14,28–30</ref>], so kommst du dir vor. Die Jahre vergehen und vergehen, und dein Gewissen bleibt unruhig, und du weißt immer nur das eine: ich habe ja nirgends fertig gemacht.</p>
        <p>Zum Leben braucht es <hi rend="italic">Hoffnung</hi>, und du hast lange gehofft und gewartet auf ein großes Glück, das du dir immer wieder anders vorstelltest, aber dann war das, was da kam, doch immer nur etwas Halbes mit vielen Schattenseiten, und so ist es dir verleidet, etwas zu erwarten, und nimmst Alles, wie es kommt, und bist über Allem im Grunde sogar zu müde geworden, auf etwas nach dem Tode zu hoffen.</p>
        <p>Und zum Leben, meine Freunde, gehört ein großer, starker <hi rend="italic">Glaube</hi> an das Gute. Wir müssen daran glauben können, daß es kein leerer Wahn ist, wenn wir uns Mühe geben, das Rechte zu tun. Wir müssen daran glauben, daß Gerechtigkeit und Wahrheit nicht hohle Worte sind, sondern es schließlich gewinnen in der Welt. Wir müssen hinausschauen können über das Traurige, Schreckliche, Abscheuliche der Gegenwart in eine lichtere, bessere Zukunft für uns und unsere Kinder. Ohne diesen Glauben lohnt es sich nicht zu leben. Und nun bist du gerade in diesem Glauben müde geworden. Du redest nur noch halblaut, wenn es darauf ankäme, dich zu diesem Glauben zu bekennen. Du glaubst nur noch mit vielen Wenn und Aber und Einschränkungen. Du überzeugst niemand mehr mit deinem Glauben, nicht einmal mehr dich selbst. Im Stillen und bei großer Aufrichtigkeit mußt du dir sogar gestehen, daß du überhaupt nicht mehr glaubst. Du glaubst nicht mehr an das Gute, dafür vielleicht an den Zufall, an die Macht des Geldes, an die öffentliche Meinung, an die größten Kanonen. Die gewinnen es und nicht das Gute.</p>
        <p>Du bist müde geworden. Eine <hi rend="italic">verhängnisvolle</hi> Müdigkeit. Eine Müdigkeit zum Tode. Denn mit dem Vertrauen, dem ruhigen Gewissen, der Hoffnung, dem Glauben geht nach und nach, aber sicher das Leben <pb xml:id="p413" ed="pga"/> selbst dahin, das wirkliche Leben. Was dann noch übrig bleibt, wenn das wirkliche Leben müde geworden, stillgestanden ist, das ist Schatten und Schein, lebendiges Begrabensein. Ja, wenn diese Müdigkeit über dich gekommen ist, was ist das für eine namenlose Bitterkeit, wenn nun das Andere noch dazukommt, wenn die Arbeit und das Alter deinen Leib und Verdruß und Leid dein Gemüt müde und müder machen von Tag zu Tag. Weißt du, daß Viele, Viele diese Hölle von Müdigkeit in sich herumtragen? Weißt du, daß das die Gefahr ist, die auch dir droht? Ja, das Leben will dich müde machen.</p>
        <p>Lieber Freund! <hi rend="italic">Tröste</hi> dich nun nicht etwa damit, das werde wohl nicht so gefährlich sein. Sieh, es kann wohl sein, daß du so einen glücklichen <hi rend="italic">Charakter</hi> hast, der dich Alles von der freundlichen, heiteren Seite auffassen läßt, so daß du jetzt denkst: ich werde wohl nicht so bald müde. Es kann auch sein, daß dein <hi rend="italic">Lebensgang</hi> bis jetzt so gewesen ist, daß du von dieser Müdigkeit nichts weißt. Es gibt derer genug, unter jüngeren und älteren Leuten, die das ganze Leben gleichsam vom Geschäftsstandpunkt aus betrachten: wenn man sich anstrengt und bei der Sache ist, so wird es wohl gehen. Und du wirst wohl auch nicht unberührt sein von dem Zug jener zuversichtlichen <hi rend="italic">Weltanschauung</hi>, die unser ganzes Jahrhundert beherrscht und deren Weisheit darin besteht, man müsse an die Müdigkeit nur nicht denken, dann sei sie auch nicht da. Ja, daran ist kein Zweifel, daß man es mit diesem Trost zu etwas bringen, daß man damit gute Geschäfte machen, sich Respekt und Geltung verschaffen kann.</p>
        <p>Aber das ist eine ganz andere Frage, ob man <hi rend="italic">damit leben</hi> kann. Leben ist mehr als einen heiteren, sonnigen Charakter haben, Leben ist mehr als das zufriedene Gesicht eines Menschen, dem es im Ganzen immer gut gegangen ist. Leben ist aber auch mehr als Besitz und Geltung. Leben heißt: etwas sein, ein lebendiges Wesen sein, nämlich ein Wesen, dessen Dasein einen Sinn hat, daß es weiß: woher? und wohin?, ein Wesen, das sich seines Daseins freuen kann, wie die Kindlein und die Sterne am Himmel sich ihres Daseins freuen, ein Wesen, das nicht nur für sich lebt wie in einer Kapsel, sondern das nach allen Seiten Wahrheit, Freude, Segen ausstrahlt wie der Duft und die Farbe von den Blumen, wie das Licht und die Wärme von der Sonne. Die Frage ist nicht: kannst du verdienen? kannst du deine Familie versorgen? kannst du dich emporschwingen in der menschlichen Gesellschaft? kannst du da <pb xml:id="p414" ed="pga"/> und dort mit Befriedigung einen gewissen Erfolg erzielen? Ich zweifle gar nicht daran, daß du das kannst — ja, da wird es heißen: es geht schon, wenn man will —, aber die Frage ist: kannst du leben? Und da ist nun die Gefahr der Müdigkeit einfach da und hat es vielleicht längst über dich gewonnen, wie sie es tatsächlich über Unzählige gewonnen hat. Du merkst es vielleicht noch nicht, du kannst dich noch eine Weile trösten: o, es wird schon gehen!, wie ein vom Baume abgelöstes Blatt auch noch eine Weile im Winde schaukeln und gaukeln kann, aber du bist längst kein lebendiges Wesen mehr: dein Dasein hat keinen Sinn, es ist keine Freude in dir, es geht auch nichts Gutes aus von dir. Sieh, die Müdigkeit <hi rend="italic">muß es ja gewinnen über dich</hi>, und früher oder später wirst du es dir auch eingestehen müssen, daß es so ist.</p>
          <p>Oder ist es nicht so? Sind nicht die Verhältnisse so, daß z.B. die Arbeit, von der man sagt, daß sie das Leben süß mache<note xml:id="n01">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2474">
                                <persName ref="kbga-actors-5809">G. W. Burmann</persName>, <hi rend="italic">Kleine Lieder für kleine Jünglinge</hi>, Berlin/Königsberg 1777, S. 81</bibl>: «Arbeit»: 
            <q rend="poem">
                                <lg>
              <l>Arbeit macht das Leben süß,</l>
              <l>Macht es nie zur Last;</l>
              <l>Der nur hat Bekümmerniß,</l>
              <l>Der die Arbeit haßt.</l>
                                </lg>
                            </q>
          </note>, in Wirklichkeit die allermeisten Menschen früher oder später müde und nur müde macht: die Arbeit eines Fabrikarbeiters, sagen wir einmal, oder die Arbeit einer Hausmutter in engen Verhältnissen mit vielen Kindern oder die Arbeit eines kleinen Bauern. Müssen nicht zahllose Menschen beständig über ihre Kraft arbeiten, und muß sich da nicht bei ihnen außer der körperlichen Erschöpfung früher oder später auch jener Überdruß, jene Verbitterung, zuletzt auch jene Hoffnungslosigkeit einstellen, unter deren Herrschaft das Leben eben aufhört, wirkliches Leben zu sein? Muß ein Mensch, der vielleicht jahrelang, jahrzehntelang von einer <hi rend="italic">Krankheit</hi> geplagt ist, ein Mensch, der vielleicht von der Tuberkulose<note xml:id="n02">Im Aargau starben 1911-1913 durchschnittlich 20 von 10000 Menschen pro Jahr an Tuberkulose (<bibl corresp="kbga-bibls-2475"><persName ref="kbga-actors-3850">F. Ganguillet</persName>, Die Verbreitung der Tuberkulose in der Schweiz, in: <hi rend="italic">Die Tuberkulose und ihre Bekämpfung in der Schweiz</hi>. Sammlung von Aufsätzen, hrsg. von der Schweizerischen Zentralkommission zur Bekämpfung der Tuberkulose, Bern 
            1917, S. 11</bibl>). Eine statistische Übersicht über die Zusammenhänge von Berufsart und Tuberkulose-Sterblichkeit für die Jahre 1889-1900 bietet <bibl corresp="kbga-bibls-2476">
                                <persName ref="kbga-actors-3880">W. Kürsteiner</persName>, <hi rend="italic">Tuberkulose und Beruf</hi>, in: a.a.O., S. 144–171.</bibl>
               </note> gepackt ist, muß er nicht notwendig ein müder Mensch werden, ein Mensch, der die Flügel hängen läßt, der endgiltig unter einem schwar<pb xml:id="p415" ed="pga" break="no"/>zen Schatten steht, der auf die Fragen: woher? und wohin? keine Antwort mehr weiß, geschweige denn, daß er noch etwas wüßte von der Freude, die in uns sein und die wir auf Andere ausstrahlen müßten. Versetze dich an seine Stelle, wenn du’s kannst, und frage dich: muß er nicht? Oder müssen Einen die <hi rend="italic">Menschen</hi> nicht müde machen? Du versuchst es, recht mit ihnen zu sein. Du hast vielleicht einmal sogar die Freudigkeit und Begeisterung gehabt, ihnen helfen zu wollen, hattest gute Gedanken, und es fehlte dir auch nicht an persönlicher Liebe und Opferwilligkeit. Du hast Mißverständnisse und Undank dafür geerntet. Da zogst du dich innerlich etwas zurück und dachtest: ich tue jetzt nichts Besonderes mehr, nur noch meine nächste, tägliche Pflicht. Da machtest du die Erfahrung, daß man dich erst recht nicht in Ruhe ließ, dich mit Neid und Bosheit verfolgte und deinen Frieden störte. Nun bist du vielleicht schon angelangt bei der jämmerlichen Weisheit: Tue recht und scheue niemand!<note xml:id="n03">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-215">
                                <persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, Tue Recht und scheue niemand! (Keine Abhandlung, aber sonst zum Nachdenken) (1911), in: V.u.kl.A. 1909-1914, <ref type="pub-" target="../volume/22/p288#p288">S. 288–292</ref>.</bibl>
               </note>, d.h. du kümmerst dich im Ganzen überhaupt nicht mehr um die Leute. Und wie lange wird es noch gehen, so wirst du mit den Wölfen heulen, wirst genau so sein, wie die Leute alle auch sind. Mußte es dir nicht so gehen? Muß man nicht müde werden? Muß man nicht die Erfahrung machen, daß man mit den Leuten gar nicht recht sein kann, so wie sie einmal sind und so, wie man selber ist? Ja, wie man <hi rend="italic">selber</hi> ist. Ich weiß es nicht, aber vielleicht hast du doch auch schon mit dir selber in allem Ernst die Erfahrung gemacht, daß der Trost: es geht schon! ein törichter und unnützer Trost ist. Du hast gemerkt, was das Gewissen eigentlich für eine feine, unerbittliche Sache ist, und daß du ihm eben, so wie du bist, gar nicht genug tun kannst. Daß für seine eigentlichen und tiefsten Forderungen in deinem Leben gar kein Raum ist. Daß du immer nur bis zu einem gewissen Grade aufrichtig, treu, liebevoll, geduldig sein kannst, bis zu der Grenze nämlich, wo deine Gewohnheiten, deine Umgebung, deine Stellung im Geschäft oder sonst unter den Leuten, die Rücksicht auf dein Interesse, oft auch der Unverstand und die Verkehrtheit derer, mit denen du zu tun hast, dir einfach verbieten weiterzugehen. Ja, du mußt müde werden, du mußt anhalten und aufhören dort, wo dein Gewissen dir sagen würde: jetzt fängt es eben erst an! Ja, du mußt!, und wohl dir, wenn du dich wenigstens nicht darüber täuschest, daß du mußt!</p>
          <p>
                        <pb xml:id="p416" ed="pga" rend="noPipe"/> Und sagt uns nicht der gegenwärtige <hi rend="italic">Krieg</hi> mit allem, was er für uns und Andere mit sich bringt, daß wir auch im Tiefsten und Wichtigsten: in jenem Glauben an das Gute und seinen Sieg, einfach müde werden müssen? Ja, was sagt er uns denn anders, als daß in unserer Menschenwelt das Gute keinen Platz hat oder höchstens in einem Hinterstüblein, wo es nichts zu sagen hat? Statt uns immer wieder zu empören über die Greuel des Krieges und die, die daran schuld sein sollen, was für uns Schweizer wahrlich eine leichte und wohlfeile Sache ist, würden wir uns lieber klar machen, daß wir gar keinen Grund haben, in unserer Welt etwas Anderes zu erwarten. <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> mußte einen Platz an der Sonne haben.<note xml:id="n04">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/27/p177#fn_n05">S. 177, Anm. 5</ref>.</note> <placeName ref="kbga-places-18">England</placeName> mußte sich wehren um seine Weltherrschaft. <placeName ref="kbga-places-380">Österreich</placeName> mußte sich dem Vordringen Rußlands widersetzen, und <placeName ref="kbga-places-297">Rußland</placeName> mußte vordringen. Deutschland mußte die belgische Neutralität verletzen<note xml:id="n05">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/27/p198#fn_n04">S. 198, Anm. 4</ref>.</note>, und <placeName ref="kbga-places-35">Italien</placeName> mußte zugreifen, als es die Zeit dafür gekommen hielt<note xml:id="n06">Siehe oben <ref type="pub" target="../volume/27/p205#fn_n04">S. 205, Anm. 4</ref> und <ref type="pub" target="../volume/27/p233#fn_n07">S. 233f., Anm. 7</ref>.</note>. Usw. Schließlich mußten auch wir Schweizer unsere Grenzen besetzen mit Maschinengewehren und Stacheldrähten für alle Fälle. Ein allgemeines Müssen auf allen Seiten und mit starken, wichtigen und wahren Gründen von allen Seiten. Ja, was heißt denn das, wenn wir es nüchtern betrachten? Das heißt: daß das Unrecht in der Welt gelten muß, daß wir im Glauben an das Gute gar nicht anders als müde werden können. Ja, es ist ein leerer Wahn, predigt uns der Krieg, daß man in der Welt, in der wir uns befinden, das Rechte tun könne. Gerechtigkeit und Wahrheit sind jetzt hohle Worte. Hinausschauen auf eine bessere Zukunft kann man nicht auf der Grundlage, auf der wir stehen, ohne ein sonderbarer Phantast zu sein. Wir müssen müde werden, gerade in diesem Tiefsten und Wichtigsten, wir können im besten Fall nur noch mit Wenn und Aber an das Gute glauben. Sieh, es kann wohl sein, daß du das alles noch <hi rend="italic">nicht gemerkt</hi> hast oder nur ganz wenig davon, daß du noch ganz getrost denkst: es geht schon! Aber glaube nur das nicht, daß du darum dem entrinnen könnest, was du nicht gemerkt hast. Einmal ereilt es dich doch. Die Müdigkeit ist eine Notwendigkeit. Die Müdigkeit muß es auch über dich gewinnen. Du magst es soweit bringen, als du willst, aber leben, eigentlich leben als lebendiges Wesen, <pb xml:id="p417" ed="pga"/> gerade das kannst du nicht. Das Leben macht müde. Macht uns alle müde. Das wird sich so oder so auch an dir bewahrheiten.</p>
        <p>Ja, die Müdigkeit ist eine Notwendigkeit. Solange man nämlich <hi rend="italic">Gott</hi> nicht in Betracht zieht. Dieses traurige: Du mußt müde werden! gilt für dich, solange nämlich, als du nicht mit Gott rechnen kannst. Weißt du nicht? hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt. Er gibt den Müden Kraft und Stärke genug den Unvermögenden. Sieh, um das zu fassen, mußt du dir vor Allem klar machen, daß Gott in deinem Leben etwas Anderes, <hi rend="italic">etwas Neues</hi> bedeutet, etwas, woran du wirklich und im Ernst noch gar nicht gedacht hast. Du mußt <hi rend="italic">nicht</hi> denken, der liebe Gott sei so <hi rend="italic">ein großer Mann</hi>, der unendlich viel von dir zu verlangen hat, daß du fleißig sein und zu deiner Sache sehen und obendrein auch noch mit den Safenwilern auskommen müssest, daß du nach dem Guten streben und Selbstvertrauen haben müssest, daß du schließlich auch noch allerlei Großes glauben müssest. Ach, das alles kommt ja auch von Gott, aber das ist doch nicht die Hauptsache, er selbst ist doch etwas viel, viel Größeres und Schöneres. Sieh, wenn er nur so ein großer Befehlshaber und Schulmeister über uns wäre, der tausend schwere Dinge von uns haben will, dann wäre er ja doch gerade nichts Neues, nichts Anderes in deinem Leben, sondern etwas sehr Altbekanntes, nämlich dein Gewissen in dir oder die Sehnsucht in dir nach einem vollkommeneren Leben oder die Unruhe, die dich hinwegtreiben will über alle die traurigen Mauern, die dich umgeben. Was hättest du von Gott, wenn er nur das wäre? Du stündest dann gleich wieder an der Stelle, wo wir vorhin standen, und müßtest dem großen Befehlshaber und Schulmeister bald antworten: Ich kann nicht mehr! Ich komme nicht weiter! Ich bin müde! Vielleicht weißt du in der Tat zu Gott nicht viel Anderes zu sagen als das, weil du noch nicht gemerkt hast, daß Gott etwas Neues ist, nämlich <hi rend="italic">Kraft</hi>.</p>
        <p>Kraft ist das Gegenteil von Müdigkeit, nicht wahr? Kraft ist, wenn man kann. Stell dir’s einmal deutlich vor Augen in deiner inneren und äußeren Müdigkeit: es gibt eine Kraft über Alles, es gibt einen, der kann. Das ist Gott: er wird nicht müde noch man. Er ist das Leben, <hi rend="italic">das</hi> Leben, das wir uns immer nur so vorstellen können. <hi rend="italic">Er</hi> lebt wirklich, er hält den Anfang und das Ende in seiner Hand. Sein Leben hat einen Sinn, er ist durch und durch sinnvoll. In ihm ist ganze Wahrheit und <pb xml:id="p418" ed="pga"/> ganze Gerechtigkeit. Er ist das Gute, aber nicht nur als Gedanke, sondern das Gute als Sieg. In ihm ist auch Freude, volle, bleibende, strahlende Freude, jedes Blümlein und jeder klare Bach redet von der Freude, die Gott hat. Ja, er ist ein ewiger Gott. Ich sage: stell dir das deutlich vor Augen: Gott <hi rend="italic">ist</hi>, die höchste Lebenskraft <hi rend="italic">ist</hi>, ist <hi rend="italic">da!</hi>
                    </p>
        <p>Aber nun fragst du: was hilft mir das, wenn <hi rend="italic">ich doch müde</hi>, lebensmüde bin? So frage ich dich auch etwas: Weißt du, warum du müde bist, müde sein mußt, warum wir alle müde sind bis ins Innerste und nicht leben können, wie wir wohl möchten? Es müßte <hi rend="italic">eigentlich</hi> nicht so sein. Wir müßten so wenig müde sein als Gott selber. Was da alles an uns arbeitet und sägt und uns müde macht: enge Verhältnisse und Krankheitsmacht und das Mißtrauen der Menschen unter einander und der schwache Wille in dir und die Konkurrenz und der Haß der Völker, das alles hat nicht Gott gemacht. Und wenn es auf Gott ankäme, meine Freunde, wenn <hi rend="italic">wir</hi> es auf Gott ankommen lassen würden, was könnte dann anderes in uns sein als Vertrauen, gutes Gewissen, Hoffnung, Glaube? Ja, wir könnten einfach mit Gott sein auf der Erde, wie er selber ist. Aber wir lassen es nicht auf Gott ankommen, wir haben gerade dieses Mit-Gott-Leben verloren. Gott ist uns nicht ferne gerückt — das tut er nicht —, aber wir ihm, und die Folgen davon haben wir zu tragen. Wir machen es ohne ihn, und darum konnte in unserem Leben, in unserer Welt alles das so emporkommen und ins Kraut schießen wie Unkraut auf fettem Boden oder sich verwirren wie der Garnknäuel in der Hand eines übermütigen Kindes, ja, das alles, was uns einengt, bedrückt, hemmt, müde macht. Weil wir es ohne Gott machen, sind Gegenkräfte am Werk, darum liegen Berge vor uns auf allen unseren Wegen, darum spüren wir etwas Unheimliches, das uns überall und überall entgegenarbeitet. Darum müssen wir müde werden. Das kann nicht anders sein. Wo die Lebenskraft Gottes nicht ist, da herrschen die Todeskräfte, da wird der Mensch ein armer, müder Mensch. Sieh, die Welt und auch dein Leben ist ganz voll von solchen Todeskräften. Gott will sie nicht, Gott ist kein Gott, der lähmt und bedrückt, aber wenn du Gott nicht willst, dann sind sie da und gelten, und deine Müdigkeit ist notwendig, du wirst ihr nicht entrinnen. Die Knaben werden müde, und die Jünglinge fallen.</p>
        <p>Aber die auf den Herrn harren, kriegen <hi rend="italic">neue Kraft!</hi> Das ist nun die andere Seite. Die Müdigkeit ist keine Notwendigkeit, es muß nicht sein, <pb xml:id="p419" ed="pga"/> daß du müde wirst, wenn du es auf Gott ankommen lässest. Der Gott, der selber die Kraft ist, gibt auch Kraft. Sieh, es gibt etwas Anderes für dich, wie schlimm auch dein Zustand sei. Es gibt etwas Anderes für uns, wie dunkel und aussichtslos es auch in der Welt aussehen mag. Die Müdigkeit muß es gar nicht gewinnen. Wir können leben. Die Welt kann das werden, wozu Gott sie geschaffen.</p>
        <p>
                        <hi rend="italic">Ohne Gott</hi> geht es freilich nicht. Wir können nicht ohne Gott göttlich leben wollen. Wir brauchen ihn selber dazu, denn er fehlt uns und nichts Anderes. — Wir können nicht als das, was wir sind, besser, glücklicher, lebendiger werden, wir müssen anders werden, und das heißt: wir müssen es merken, daß wir zu Gott gehören. — Wir können nicht verlangen, daß die Menschen von sich aus sich verändern zum Besseren, und wenn wir sie noch so scharf und klar hinweisen auf das, was ihnen fehlt; sie können das nicht verstehen: wir müssen ihnen Gott bringen und zeigen, und um das zu können, müssen wir ihn selber erst ganz anders kennen und haben. — Wir können nicht in Krankheit und Leid tapfer sein aus eigener Macht, denn die Macht des Übels wird sehr schnell größer als unsere Macht, wir müssen aber den Größeren sehen, von dem keine Macht uns scheiden kann. — Wir können nicht in die Welt hinaus rufen: wie entsetzlich ist euer Morden ohne Ende! was für ein Wahnsinn ist euer Tun!, wir können nicht behaupten: durch unseren felsenfesten Glauben an das Bessere wollen wir dieses Verbrechen überwinden, solange wir einen solchen felsenfesten Glauben nicht haben, solange wir selber noch auf der alten, gottlosen Grundlage der Selbstsucht und Unaufrichtigkeit stehen, auf der der Krieg unvermeidlich ist. Sondern an der neuen Grundlage in uns selbst müssen wir arbeiten, sie müssen wir gewinnen und fest machen, auf der dann der Friede wachsen kann. Die neue Grundlage ist Gott, die Lebenskraft. Ohne ihn können wir nichts tun [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Joh.15.5">Joh. 15,5</ref>].</p>
        <p>Aber <hi rend="italic">mit Gott</hi> geht es. Wenn wir ihn sehen, so sehen wir den Sieg. Wenn wir neben ihn treten, so stehen wir bei dem, vor dem die Berge von Schwierigkeiten vergehen, vor dem der verworrene Knäuel unseres Lebens sich auflöst, vor dem die Todeskräfte ihr Gift verlieren. Wenn wir ihn an der Hand ergreifen, dann strömt Stärke auf uns herüber, Stärke zum Überwinden. Du darfst zu ihm sagen: gib mir von deinem Leben, so gibt er es dir. Du darfst zu ihm sagen: ich bin dein Kind, so fängst du an, ein anderer Mensch zu werden, und das Glück und die <pb xml:id="p420" ed="pga"/> Besserung und das Leben kommen von selber. Du darfst zu ihm sagen: mach, daß ich nichts mehr sei als dein Werkzeug, dann leuchtest du unter den Menschen und kannst ihnen wohltun und hast kein Mißtrauen mehr gegen sie. Du darfst auf dem Krankenbett oder in den Sorgen der Haushaltung zu ihm sagen: dein Wille geschehe [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.10">Mt. 6,10</ref> par.], so wirst du sein Kämpfer und kannst in seinem Dienst keiner bösen Macht unterliegen. Du darfst, wenn du die Zeitung liesest, und dein Herz empört sich über das Schreckliche, das in der Welt geschieht, zu ihm sagen: schenke mir deinen Frieden, der höher ist als alle Vernunft! [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Phil.4.7">Phil. 4,7</ref>], so hast du etwas Großes, Entscheidendes getan für den Weltfrieden, der einmal kommen muß. Sieh, so mit Gott reden, das heißt «auf den Herrn <hi rend="italic">harren</hi>». Harren bedeutet warten. Wir warten darauf, daß Gott etwas Neues entstehen lasse. Wir müssen aber wirklich und im Ernst darauf warten, sonst kann es nicht entstehen. Wenn du so redest mit Gott, dann entsteht es fortzu<note xml:id="n07">= fort und fort.</note>. Glaube nur nicht, daß das tausend Jahre gehen müsse, bis es wahr wird. Nein, das kann sofort und jetzt wahr werden. Du weißt doch schon jetzt, daß du manchmal der Müdigkeit Trotz bieten konntest. Es ist auch in deinem Leben schon etwas aufgeleuchtet von der Lebenskraft Gottes. Du hast es wenigstens zu Zeiten schon erfahren, wie man durchkommt — und nicht nur so durchkommt, sondern überwindet, wenn man es auf ihn ankommen läßt. Warum nur zu Zeiten? Warum sollte Gott deine Müdigkeit nicht ganz von dir nehmen? Harre des Herrn, sieh einmal zu, was Gott an dir und mit dir tun wird, wenn du es noch viel mehr auf ihn ankommen lässest. Du mußt viel mehr von ihm erwarten, dann kriegst du auch viel mehr neue Kraft von ihm. Du mußt nicht müde werden. Das ist eine Lüge. Das ist Menschenwahrheit. Gottes Wahrheit ist es, daß du stark sein darfst. Laß die Gotteswahrheit gelten, laß Gott gelten, dann hört die Menschenwahrheit auf. Dann kannst du heute noch aus dem Heer der Müden zu denen übertreten, die auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, wandeln und nicht müde werden.</p>
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          <div type="closer">
          <salute>Amen.</salute>
        </div>
      <div type="songs">
          <head>Lieder:</head>
          <listBibl type="songs">
            <bibl corresp="kbga-songs-123" type="song">Nr. 251: «Wenn Christus, der Herr, zum Menschen sich neigt» von <persName ref="kbga-actors-8791">Nikolaus Kaiser</persName> (1734–1808), Strophen 1.3.5</bibl>
            
            <bibl corresp="kbga-songs-124" type="song"><pb xml:id="p421" ed="pga" rend="noPipe"/> Nr. 267: «Warum sollt ich mich denn grämen» von <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName>, Strophen 6.9.10 (= GERS [1952] 278,7.10.11; EG 370,7.11.12)</bibl>
          <!--<item><ref type="pub" subtype="bib1-ein1933" target="b0251">Nr. 251</ref>: «Wenn Christus, der Herr, zum Menschen sich neigt» von Nikolaus
Kaiser (1734–1808), Strophen 1.3.5</item>
          <pb xml:id="p421" ed="pga"/>
          <item><ref type="pub" subtype="bib1-ein1933" target="b0267">Nr. 267</ref>: «Warum sollt ich mich denn grämen» von P. Gerhardt, Strophen 6.9.10
(<bibl><title level="m">GERS [1952]</title> 278, 7.10.11</bibl>; <bibl><title level="m">EG</title> 370, 7.11.12</bibl>)</item>-->
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