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        <title type="volume" n="vol-27">Predigten 1915</title>
        <title type="content">Predigt: Jesaia 53,1-3</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Jesaia 53,1-3, 7. März 1915</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/27011 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1915, hrsg. v. Schmidt, Hermann (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 1996, S. 90–100.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1915</title>
          <title type="text">Predigt: Jesaia 53,1-3</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Schmidt, Hermann</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1996</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 90-100</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe I.27, Predigten 1915, sermon 262</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Jes 53,1-3, 7. März 1915. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1703">KBA 1240</ref>. </bibl>
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                        <placeName ref="kbga-places-54">Safenwil</placeName>, Sonntag, den <date when="1915-03-07">7. März 1915</date>
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      <epigraph>
        <cit>
                            <ref type="can" subtype="bible" target="Jes.53.1 Jes.53.3">Jesaja 53,1–3</ref>
          <quote>Wer glaubte der Kunde, die uns wurde? Und wem ward der Arm des Herrn offenhart?<note xml:id="n01">In <ref type="can" subtype="bible" target="Jes.53.1">V. 1</ref> hat <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> den Text der Lutherbibel wieder in losem Anschluß an <persName ref="kbga-actors-5728">E. Kautzsch</persName> (vgl. oben <ref type="pub" target="../volume/27/p079#fn_n01">S. 79f., Anm. 1</ref>) abgeändert. Über das Wort «Kunde» (nach Kautzsch: «was uns verkündigt ward») hat er nachträglich geschrieben: «(Predigt)» (nach <persName ref="kbga-actors-261">Luther</persName>).</note> — Er schoß ja vor uns auf wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.</quote>
                        </cit>
      </epigraph>
          <salute>Liebe Freunde!</salute>
        </div>
        <div type="main">
        <p>Und das soll nun der Knecht Gottes sein, der uns das Leben bringt, der Mann, der da am Kreuz der Schande, angeheftet zwischen zwei Übeltätern, seine letzten Atemzüge tut? Das soll die Wahrheit sein, diese bleiche, scheue Gestalt, die wir da, halb verborgen und unkenntlich, durch unser Leben und durch die Welt huschen sehen, die wir gar nicht anders kennen als im Leiden, in der Niederlage, in der Verachtung und Unterdrückung? Mit dieser Frage schlossen wir unsere Passionsbetrachtung am letzten Sonntag. Wir wollen auch heute nichts tun, als diese Frage noch viel ernster, wuchtiger und umfassender zu uns reden lassen. In unserem Text läßt der Prophet und Dichter die <term ref="kbga-terms-109">Heiden</term> und ihre Könige in eben diese überraschte, zweifelnde Frage ausbrechen: Wer sollte auch der Kunde glauben, daß diese Gestalt der Schwachheit und des Jammers Gottes Knecht sein soll? Wem sollte es offenbar geworden sein, daß hier wirklich der Arm des Herrn ist, von dem Taten und Erfolg zu erwarten wären? Ja, wer glaubt das? Und wem soll das offenbar sein? Wir stellen uns neben die Heiden, die der Prophet so reden läßt. Ihre Frage ist unsere Frage. Den Sinn der Passion erleben wir in dieser Frage.</p>
        <p><hi rend="italic">«Er schoß ja vor uns auf wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste</hi> <pb xml:id="p091" ed="pga"/>
                        <hi rend="italic"> und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.»</hi> So stehen wir staunend und befremdet vor Christus, dem Leidenden. Es erschreckt uns, ihn so zu sehen. Wir meinen, wir würden ihn wohl verstehen, wenn er nicht gerade das wäre, was er ist, eben der Verurteilte und Gekreuzigte. Warum steht er nicht vor uns als der geliebte König eines getreuen Volkes? Oder als der siegreiche Feldherr unter seinen begeisterten Truppen? Warum nicht als ein kluger, gelehrter Professor, an dem alle Gebildeten in Verehrung emporschauen? Oder als ein Staatsmann, verehrt und getragen von einer starken Mehrheit? Da wollten wir auch dabei sein mit unserem Vertrauen und unserem Gehorsam. Aber nun sehen wir ihn als blutendes Opfer, anders als alle Menschen mit ihrer Macht und Klugheit und darum ausgestoßen aus ihrem Kreise, im Gegensatz zu ihrem Willen und ihren Ordnungen und darum zertreten und geschlagen von ihnen. Und das ist so rätselhaft, so unfaßbar, so wenig anziehend an ihm.</p>
        <p>Woher denn das <hi rend="italic">Leiden Christi</hi>, seine Passion, warum ist er am Kreuz, statt auf einem Thron, wo er uns so viel besser gefallen würde? Weil er nicht paßt zu Allem, was in der Welt gilt und groß ist. Weil ihm Alles, was die Menschen schaffen, erstreben, wollen und erreichen, innerlich fremd ist. Zuhause ist er nur in der verborgenen Welt des göttlichen Sehnens und Drängens der Seele, die freilich jeder Mensch kennt, die aber eben nicht gilt, sondern übertönt und zugedeckt wird von dem, was sie alle sagen und tun. Er appelliert an das Tiefste in uns und ruft uns auf zum Allerhöchsten. Er erinnert uns, daß der ewige Gott in uns wirkt und schafft, aber das ist ja eben etwas ganz Anderes als das, was <hi rend="italic">wir</hi> tun. Und darum paßt er nicht zu uns.</p>
        <p>Er sieht unsere <hi rend="italic">Religion</hi>, unser <term ref="kbga-terms-807">Christentum</term>, unsere Glaubenssätze, unsere Wohltätigkeit, unser Leben und Kirchegehen. Er verwirft es nicht, aber wir spüren es jedem seiner Worte, seiner ganzen Haltung an, daß es ihn auch nicht interessiert, daß er ganz etwas Anderes im Sinn hat als das, was wir Frömmigkeit nennen. Jenes Tiefste in uns müßte aufbrechen, jenes Allerhöchste Wahrheit sein, darauf käme es an. Haben wir nicht Recht, wenn wir ihm zürnen wegen seiner Gleichgiltigkeit gegen unser Tun, mit dem wir es doch so gut meinen?</p>
          <p>Er sieht unser Bemühen, <hi rend="italic">Ordnung</hi> in die Welt zu bringen, mit Gewalt ein einigermaßen erträgliches Zusammenleben der Menschen mög<pb xml:id="p092" ed="pga" break="no"/>lich zu machen, unser Staatsleben. Er sagt nicht ja noch nein dazu. Er ist weder ein Konservativer noch ein Revolutionär, so oft man ihn zu Beidem hat machen wollen. Er sagt bloß zu seinen Jüngern: bei euch soll es nicht so sein wie im Staatsleben, unter euch soll es kein Gesetz und kein Kommandieren geben, sondern freies, williges Dienen soll unter euch allen sein [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mk.10.43">Mk. 10,43</ref> par.]. Sollten wir nicht den Kopf schütteln über ihn, wenn er so den Staat, den man schon das herrlichste Werk des Menschen genannt hat<note xml:id="n02">Vgl. z.B. <bibl corresp="kbga-bibls-2443"><persName ref="kbga-actors-550">L. Feuerbach</persName>, <hi rend="italic">Nothwendigkeit einer Reform der Philosophie</hi> (1842), Sämtliche Werke, neu hrsg. von W. Bolin und Fr. Jodl, Bd. II, Stuttgart-Bad Cannstatt 1959<hi rend="sup">2</hi>, S. 220</bibl>: «Im Staate sondern und entfalten sich die Kräfte des Menschen, um durch diese Sonderung und ihre Wiedervereinigung ein unendliches Wesen zu constituieren; viele Menschen, viele Kräfte sind Eine Kraft. Der Staat ist der Inbegriff aller Realitäten, der Staat die Vorsehung des Menschen. … Der Staat ist erst der Mensch — der Staat der sich selbst bestimmende, sich zu sich verhaltende, der <hi rend="italic">absolute Mensch</hi>.»</note>, wenn auch nicht umstürzt, so doch tatsächlich, innerlich aufhebt durch den Blick auf eine Welt der Freiheit und der Liebe, die für ihn allein Wahrheit ist?</p>
        <p>Er sieht unseren Drang nach <hi rend="italic">Erkenntnis</hi> und Bildung. Er hat die Gelehrsamkeit und Weisheit seiner Zeit gesehen. Er tadelt sie nicht und verwirft sie nicht. Er ist kein Finsterling. Gerade die tiefsten Denker sind von jeher unter seinen Freunden und Nachfolgern gewesen. Aber was wir Erkenntnis und Bildung nennen, ist auch nicht das, was ihm eigentlich gilt; er hat seine Jünger nicht angewiesen zu studieren, sondern er hat seinem Vater gedankt dafür, daß er gerade den Unmündigen geoffenbart, was er den Weisen und Verständigen verborgen habe [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.11.25">Mt. 11,25</ref>]. Er weiß eine Erkenntnis, die über aller Bildung, allem Wissen steht, und dort weist er uns hin. Sollte uns das nicht verdrießlich stimmen gegen ihn, uns, die wir gleichsam über das Tor zum Himmel die Worte geschrieben haben: Bildung macht frei!<note xml:id="n03">So der Wahlspruch, unter dem der Buchhändler <persName ref="kbga-actors-5838">Joseph Meyer</persName>, der Begründer des Gothaischen, später Leipziger «Bibliographischen Instituts» zahlreiche Unternehmungen ins Leben rief (<bibl corresp="kbga-bibls-2429">Büchmann, S. 316</bibl>).</note>?</p>
        <p>Und wiederum sieht er, wie wir uns mühen um <hi rend="italic">Fortschritt</hi> und Wohlstand, wie wichtig uns die Fragen des Verdienens und Emporkommens sind, den Einzelnen und ganzen Dörfern und Landesgegenden. Er widerspricht uns nicht. Er sagt uns nicht, wir sollten nicht arbeiten und verdienen und uns anstrengen. Aber er hat freilich auch keine <pb xml:id="p093" ed="pga"/> Loblieder gesungen auf Handel und Industrie und Eisenbahn und Alles, was dazu gehört. Er hält nur unbedingt daran fest, daß Gott und der Mammon zweierlei sind [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.24">Mt. 6,24</ref> par.]. Er blickt unbeweglich hin auf eine Welt, in der auf keinen Fall gerechnet wird. Er stellt unserem ganzen wackeren und begreiflichen Streben nach Einkommen und Wohlstand unerbittlich die Frage entgegen: was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.16.26">Mt. 16,26</ref> par.]! Sollten wir nicht böse werden auf den, der uns bei unserem Beruf, den wir nun doch einmal nötig haben, nie zu rechter Ruhe und Befriedigung kommen läßt?</p>
        <p>Und er sieht uns, seine Jünger, oder die wir meinen seine Jünger zu sein, sieht, wie es uns allen im Grunde um <hi rend="italic">uns selbst</hi> zu tun ist, um unser Wohlsein, unsere Zufriedenheit, unsere kleinen Freudelein, unsere Ehre, schließlich auch noch darum, in den Himmel zu kommen. Er tut es uns nicht durch<note xml:id="n04">= streicht es uns nicht durch, verdirbt es uns nicht.</note>, er will nicht, daß wir es böse haben, er ist kein Freudenverderber, er sieht auch mit Güte und Verständnis unseren Eifer, tugendhaft und selig zu werden. Aber er unterstützt uns auch nicht in diesem ganzen Bestreben. Er stellt ihm eine ganz andere Form des Lebens gegenüber, wo man gar nicht mehr fragt: was wird aus mir?, weil man nur noch nach Gott fragt. Er sagt uns warnend und verheißend: wer sein Leben behalten will, der wird es verlieren, wer es aber verliert um meinetwillen, in meiner Nachfolge, der wird es gewinnen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mk.8.35">Mk. 8,35</ref> par.]. Sollte uns das nicht empören, wie gleichgiltig er ist gegen das, was uns am meisten am Herzen liegt, wie er unser ganzes Leben in eine andere, ganz unerhörte, unnatürliche Richtung drängen will?</p>
          <p>Seht, so steht Jesus abseits von Allem, was wir tun und was unter uns gilt, an Allem geht er vorüber und weist uns darüber hinaus hin auf die göttliche Welt, stürzt uns aus der Ruhe in die Unruhe, aus der Sicherheit in die Unsicherheit. Und darum paßt er nicht in die Welt, in die Menschenwelt. Ja, wenn die Menschen das Tiefste, das Göttliche in ihnen würden reden und wirken lassen, wenn sie das alles zur Geltung kommen ließen, was ihnen ja «eigentlich» ganz gut bekannt ist, dann würde Christus zu uns passen. Denn er bringt und offenbart ja nichts Anderes als das, was eben göttlich-menschlich ist. Diese obere Welt ist <pb xml:id="p094" ed="pga"/> seine Welt. Aber diese obere Welt haben wir ja eben verschüttet und verloren. Und wie ein böser Kritiker und Tadler, wie ein Umstürzer und Zerstörer kommt uns jetzt Christus vor, wenn er uns an alles das erinnert, was wir «eigentlich» ganz gut selbst wissen, was «eigentlich» zu unserem Frieden dienen würde [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.19.42">Lk. 19,42</ref>]. Dagegen lehnt sich unser ganzes Wesen auf. Gar nicht übel haben gebildete <term ref="kbga-terms-109">Heiden</term> in den ersten Jahrhunderten von den <term ref="kbga-terms-807">Christen</term> gesagt, sie seien «Feinde des Menschengeschlechtes»<note xml:id="n05">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-2445">
                                <persName ref="kbga-actors-4496">P. C. Tacitus</persName>, <hi rend="italic">Annales</hi> (<foreign xml:lang="lat">Ab excessu divi Augusti</foreign>) 15,44,4</bibl>: «<foreign xml:lang="lat">Igitur primum correpti [scil. Chrestiani] qui fatebantur, deinde indicio eorum multitudo ingens haud proinde in crimine incendii quam odio humani generis convicti sunt.</foreign>»</note> — die Christen, die so harmlose, stille Leutlein waren und nicht im entferntesten an Krieg und Revolution dachten. Aber jene Römer empfanden ganz richtig die Umkehrung aller Werte<note xml:id="n06">Zu dieser Anspielung auf eine bekannte Wendung von <bibl corresp="kbga-bibls-2441">
                                <persName ref="kbga-actors-301">Fr. Nietzsche</persName> vgl. z.B. <hi rend="italic">Zur Genealogie der Moral</hi>, Werke. Kritische Gesamtausgabe, hrsg. von G. Colli und M. Montinari, Abt. VI/2, Berlin 1968, S. 426f.</bibl>: «… ich verweise …auf ein Werk, das ich vorbereite: <hi rend="italic">Der Wille zur Macht. Versuch einer Umwerthung aller Werthe</hi>.»</note>, die Veränderung aller Maßstäbe, die in der Botschaft dieser stillen Leutlein enthalten war. Sie spürten, wie da alles bisher Große und Wichtige auf einmal bedeutungslos wurde und dagegen das Nichtige, Verborgene leuchtend und wichtig. Und darum mußten sie sie furchten und hassen. Und dieses völlig Umkehrende, Verändernde in Christus spüren wir auch, müssen es spüren. Von jeher haben es die Menschen gespürt. Und eben darum mußte Christus leiden, leidet er noch immer. Darum empfanden die <term ref="kbga-terms-783">Juden</term> das dringende Bedürfnis, diesen gefährlichen Störefried aus der Welt zu räumen. O wenn er zu ihnen gekommen wäre als ein noch eifrigerer Gesetzesmann, als ein noch gelehrterer Schriftgelehrter als sie, als ein gewaltiger Parteiführer oder vielleicht sogar als ein brutaler Kriegsmann und Tyrann — sie hätten ihn nicht ans Kreuz geschlagen, sie hätten ihn verstanden, sie hätten ihn auf den Händen getragen, er wäre dann einer der Ihrigen gewesen. Nun aber war er von dem allem nichts, sondern verkündigte über allem Menschlichen das Reich Gottes, und da empfanden sie nichts als: das ist <hi rend="italic">nicht</hi>, was <hi rend="italic">wir</hi> sind, das ist <hi rend="italic">nicht</hi>, was <hi rend="italic">wir</hi> wollen — und darum mußte er leiden. Muß leiden bis heute. Muß sich zurückstoßen und zum Schweigen bringen lassen. Muß es sich gefallen lassen, daß man über ihn den Kopf schüttelt und ihn für einen Narren hält. Muß es geschehen lassen, daß man sich <pb xml:id="p095" ed="pga"/> nicht um ihn kümmert oder daß man den scheinbaren Glauben an ihn mißbraucht zu Gedanken und Taten, die ihm innerlichst fremd sind. Und steht so vor uns als ein Reis und eine Wurzel in dürrem Erdreich, ohne Gestalt noch Schöne, wenig verlockend, wenig anziehend, wenig vertrauenerweckend.</p>
        <p>Oder ist’s etwa nicht so? Sieh dich um! Was bedeutet Christus <hi rend="italic">in deinem Leben?</hi> Wieviel hat er zu sagen neben all dem Anderen, was dich interessiert und bewegt? Sieh da, der gewaltige Teil deines Lebens, der da heißt rechnen und sorgen und etwas gelten und dich hervortun und deinen Regungen folgen, lieben, die dich lieben [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.5.46">Mt. 5,46</ref> par.], und hassen, die dich hassen, und nachtragen und vergelten und, sieh da, das kleine Ecklein, wo du so nebenbei Christus auch noch so ein wenig gelten lässest und seine Welt, die Welt, die da heißt Vertrauen und Beherrschung des Willens und Barmherzigkeit und Demut und überwindende Liebe. Und wenn’s nun zum Zusammenstoß kommt zwischen beiden Welten in dir, wenn’s nun heißt: Entweder — oder?, wie oft behält dann Christus recht in dir, wie oft deine Leidenschaft, deine Klugheit, dein Kassenbuch, deine Menschenfurcht? Ja, wie oft? Sieh da, das Leiden Christi mitten drin in deinem Leben: er war der Allerverachtetste und Unwerteste, du kannst ihn nicht brauchen, dich nicht um ihn kümmern. Oder wer von uns wagt es, aufzustehen und zu sagen: bei mir ist es aber anders?</p>
          <p>Und nun sieh <hi rend="italic">in die Welt hinaus!</hi> Was spielt da Christus, sein Geist und seine Wahrheit für eine Rolle? Wo hat er seinen Platz bei den heutigen Gedanken und Taten der Menschen? Ich las diese Woche einen Aufsatz eines der angesehensten Professoren von <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> über das, was das deutsche Volk beim Kriegsausbruch innerlich erlebt habe. Darin kommt der Satz vor, das sei etwas vom Wunderbarsten gewesen in jenen Tagen, wie da auf einmal dem «Schwarm von Verächtern, Schwachsinnigen, Schwärmern, Besserwissern, Schwätzern, Unlenkbaren, Lumpen, Strebern und Schurken» durch die Wucht der Tatsachen der Mund geschlossen worden sei.<note xml:id="n07">Trotz intensiven Suchens und freundlicher Mithilfe mehrerer Experten wurde der Aufsatz nicht gefunden. Die Fehlmeldung wird verständlich angesichts der Feststellung von <persName ref="kbga-actors-5850">R. Rürup</persName>: «Bis Ende 1915 sind 8076 selbständige Veröffentlichungen in deutscher Sprache erschienen, die der Kriegsliteratur zugerechnet werden können» (ders., <bibl corresp="kbga-bibls-2442"><hi rend="italic">Die Ideologisierung des Krieges: Die «Ideen von 1914»</hi>, in: <hi rend="italic">Deutschland und der Erste Weltkrieg</hi>, Ringvorlesung an der Technischen Hochschule Darmstadt im Wintersemester 1984/85, hrsg. von H. Böhme und F. Kallenberg, Darmstadt 1987, S. 121–141, Zitat S. 124</bibl>).</note> Das Wort «Schwärmer» in dieser <pb xml:id="p096" ed="pga"/> schlimmen Aufzählung machte mich gleich stutzig, und richtig fand ich dann auch darunter die Erklärung, daß damit die gemeint seien, die noch in dem «Nebel von Völkerverbrüderung und ewigem Frieden» befangen wären. Also gottlob, meint dieser Mann, daß auch diesen Schwärmern nebst den übrigen Schwachsinnigen und Schurken durch den Krieg der Mund geschlossen sei. Seht ihr da das Leiden Christi in der Welt? Sie kreuzigten ihn und zwei Übeltäter mit ihm, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.23.33">Lk. 23,33</ref>]. Ja, den Mund geschlossen hat man ihm nun und ihn zu den Toren und Verbrechern gestoßen, weil er eben wirklich zum Krieg nicht paßt und nie passen wird. Er ist jetzt der Allerverachtetste und Unwerteste. Und nicht nur in Worten. Das Stück von einer höheren Gerechtigkeit, dem die Völker scheinbar Raum gegeben hatten durch internationale Verträge und Abmachungen, hat sich eben als ein schöner Schein erwiesen. Völkerrecht? Zornig oder höhnisch lacht man heute über das Wort. Not kennt kein Gebot!<note xml:id="n08">So <persName ref="kbga-actors-902">Th. von Bethmann Hollweg</persName> am 4.8.1914 vor dem Deutschen Reichstag zur Begründung des deutschen Einmarschs in <placeName ref="kbga-places-167">Belgien</placeName> (<bibl corresp="kbga-bibls-3359">CW, Jg. 28 [1914], Sp. 814</bibl>); vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2034"><hi rend="italic">Predigten 1914</hi>, <ref type="pub" target="5048#p532">S. 532f.</ref></bibl>
               </note> Man wehrt sich, wie man kann! Christus muß schweigen, wenn Krieg ist. Aufs Spiel gesetzt und teilweise bereits in den Boden gestampft ist auch Alles, was die christliche Mission in langer, heißer, selbstloser Arbeit zustandegebracht hatte an neuem, höherem Leben in der Heidenwelt. Was gilt doch die Mission, wenn es sich um die Macht und um den Vorteil handelt? Christus muß schweigen. Freilich nicht erst seit dem Krieg. Die Welt war ja dieselbe wie jetzt und die Menschen dieselben. Daß Christus in dieser Welt des Geldes und des Ehrgeizes und der Zügellosigkeit Gewalt leide, das war eigentlich schon vor dem Krieg, im sogenannten Frieden, kein Geheimnis. Er hat die Seufzer und Klagen derer, die Unrecht litten, all derer, die litten unter der Ungöttlichkeit unserer Ordnungen und Verhältnisse, längst gehört, und er litt mit ihnen. Wir sahen es nur nicht. Jetzt müssen wir es sehen. Jetzt hat uns der Krieg die Augen geöffnet dafür, <hi rend="italic">wie</hi> verstoßen und verachtet Christus eigentlich ist in unserer Mitte.</p>
        <p>Und nun sieh auch hin auf die Stätten, wo er doch, meint man, leben <pb xml:id="p097" ed="pga"/> und herrschen und triumphieren sollte, auf die christlichen <hi rend="italic">Kirchen und Gemeinschaften</hi>. Geht es ihm etwa hier besser? Wir wollen noch gar nicht davon reden, daß wir Christen in der Welt da draußen einen Damm bilden sollten gegen die Schmach, die Christus auf alle Weise angetan wird. Haben wir uns nur auch den Glauben gewahrt an ihn, den Blick in die Gotteswelt, die er uns eröffnet hat, ist unser Christentum wenigstens innerlich ein Hort und eine Freistatt seines Sinnes und seiner Art geblieben, wo doch die wahren Propheten Gottes zu allen Zeiten, auch wenn sie die Welt nicht ändern konnten, doch eine andere Gesinnung gepflegt und hochgehalten haben als Samen für eine bessere Zukunft? Und nun müssen wir uns gestehen, daß unser Christentum gerade das alles, seine Salzkraft und Leuchtkraft, von der Jesus geredet [<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.5.13 Mt.5.14">Mt. 5,13f.</ref>], nahezu völlig verloren hat. Statt daß es der Zeit und der Welt vorangeschritten wäre als Gottes Fahnenträger, ist es müde und feig mit der Welt und mit der Zeit gegangen. Es hat Alles, was die Welt tat, gutgeheißen, im Frieden und jetzt im Krieg, und hat sich damit begnügt, gegen einige Äußerlichkeiten einen wirkungslosen Einspruch zu erheben. Wir sehen es jetzt miteifern, mithassen, mitkämpfen, jetzt, wo es mehr als je leben müßte in der Welt des Christus, von dem es seinen Namen hat. Und unterdessen wird das, was Christus jetzt sagen würde, als unpraktisch, unzeitgemäß und gefährlich in den Winkel gestellt; und wird es doch einmal laut, so sind die Christen selbst am allererstauntesten und verlangen, darüber doch ja nichts mehr hören zu müssen. So geht es Christus bei uns Christen. Er muß auch bei uns schweigen; wir ertragen ihn nicht und können ihn darum auch nicht in die arme Welt hinaustragen als den Befreier und Erlöser; wir sind nicht seine tapferen, unentwegten Propheten und können darum auch nichts tun für ihn. Die Gotteswelt, die er uns nahegebracht hat, ist auch in unseren Landeskirchen und freien Gemeinschaften innerlich ein fremdes Ding, und darum ist die andere Welt, eben die da draußen, so wie sie ist, und wir gehören mitsamt unserem Christentum zu ihr und nicht zu Christus. Er ist auch bei uns wahrhaftig der Allerverachtetste und Unwerteste, der, den wir gar nicht ernst nehmen und der leiden muß bei uns, wie er vor 2000 Jahren bei den Frommen von <placeName ref="kbga-places-37">Jerusalem</placeName> hat leiden müssen.</p>
        <p>So, und nun soll dieser leidende Christus, den wir so gar nicht brauchen können, wirklich der Knecht Gottes und unser Heiland sein? Nun <pb xml:id="p098" ed="pga"/> soll uns dieser Mann voller Schmerzen und Krankheit das letzte Wort zu sagen haben über das, was uns und der Welt not tut? Nun sollen wir auf seine Stimme hören, die uns einladet: Folge mir nach! [<ref type="can" subtype="bible" target="Mk.2.14">Mk. 2,14</ref> par.] und die uns verheißt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben [<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.14.6">Joh. 14,6</ref>]? Ja, da ist’s doch begreiflich, wenn wir fragen wie jene <term ref="kbga-terms-109">Heiden</term> in alter Zeit: <hi rend="italic">Wer glaubt dieser Predigt? und wem wird hier der Arm des Herrn offenbar?</hi> Wer soll das fassen, daß hier das Leben ist? Hier, wo unsere Augen nur Unfaßbares, Unmöglichkeiten und darum Leiden und Niederlagen zu sehen vermögen. Hier, wo so gar nichts uns hinzieht, wenn wir unserem gewöhnlichen Trieb folgen. Hier, wo wir auch unser Angesicht verbergen möchten, weil das, was wir sehen, so grenzenlos unangenehm und doch gar nicht anders möglich ist, weil wir eben sind, was wir sind.</p>
          <p>Das ist durchaus begreiflich, daß viele, sehr viele Menschen von diesem Christus, der bis auf den heutigen Tag der gekreuzigte Christus ist, nichts wissen wollen. Das kann man keinem Menschen übelnehmen, wenn er gegen diese Gestalt ein großes Mißtrauen hat. Wir können gar nicht anders urteilen, wenn wir ihn mit den Augen der Welt ansehen, mit den Maßstäben der Welt messen. Wie sollten wir einem vertrauen und nachfolgen, der am Schönsten, Besten und Notwendigsten, was wir im Leben kennen, gleichsam achtlos vorübergeht und nur auf eine vollkommene Welt hinblickt, von der wir nirgends etwas wahrzunehmen vermögen oder die uns höchstens als eine schöne Hoffnung erscheint? Wie sollten wir an einem solchen Fremdling in unserem Leben Gefallen haben, der uns nirgends zur Ruhe und Zufriedenheit kommen läßt, der uns nicht zur Andacht und zu schönen Gefühlen verhilft, der uns nicht regieren und Krieg führen hilft, der uns keine neuen Erkenntnisse bringt, der uns weder Verdienst noch Einkommen verschafft — was sollen wir mit dem? Ein berühmter Palästinareisender hat seinen ganzen Groll gegen Jesus zusammengefaßt in der Anklage, er habe ja nicht einmal etwas getan zur Verbesserung der traurig verlotterten Wege und Straßen in <placeName ref="kbga-places-780">Galiläa</placeName>.<note xml:id="n09">
                            <bibl corresp="kbga-bibls-1550">
                                <persName ref="kbga-actors-706">Fr. Naumann</persName>, <hi rend="italic">Asia</hi>, Berlin-Schöneberg 1899, S. 114</bibl>.</note> Und das soll der Heiland sein für alle Welt? Mit solchen Augen gesehen, mit solchen Maßstäben gemessen, muß Christus für nichts geachtet werden.</p>
        <p>
                        <pb xml:id="p099" ed="pga" rend="noPipe"/> Aber nun ist etwas <hi rend="italic">Wunderbares</hi> einfach <hi rend="italic">Tatsache:</hi> Gerade von dieser Erniedrigung Christi ist von jeher eine Kraft ausgegangen, die den Menschen neue Augen und neue Maßstäbe gegeben hat. Gottes Welt, die verborgene, überlegene, wird gerade dann mächtig und einflußvoll, wenn sie so ganz verworfen ist von den Menschen. Verwerflich und schrecklich steht dann auf einmal ihre eigene Art vor ihnen und leuchtend der, den sie verworfen haben. Die heilige Unzufriedenheit überfällt sie gegenüber all dem, was sie getan und geleistet, die Sehnsucht erwacht wieder in ihnen nach dem Ganzen, dem Vollkommenen jenseits all der erbärmlichen menschlichen Machenschaften, zu Boden fällt ihr Hochmut und ihr Trotz, und mit Freuden greifen sie nun, nun gerade nach dem Leben, das ihnen da der Unterdrückte und Zurückgestellte anbietet. In schmerzlicher Reue erkennen sie auf einmal: also das sind wir — und das ist Gott, und in Demut und Dankbarkeit greifen sie nach der Hand des Vaters und glauben, was sie vorher nicht glaubten. Das Kreuz Christi hat die Herzen seiner Jünger und nach ihnen Tausende besiegt und gewonnen, weil sie dort auf einmal sich selbst und Gott erkannten. Erfahren wir nicht jetzt wieder Ähnliches? Wann haben wir Christus so deutlich und lebendig gesehen wie jetzt, wo sein Kreuz in der Welt wieder offen dasteht, wo er mißachtet wird und leidet vor unser aller Augen? Spüren wir nicht die Kraft, die auch jetzt gerade von diesem Leiden ausgeht? Wie groß und göttlich er ist gerade in den tausend Wunden, aus denen er jetzt blutet? Wie in dem Schrecklichen, das jetzt in der Welt vorgeht, in dieser tiefen Schmach, die jetzt auf Christus liegt, etwas mit zwingender Gewalt uns ergreifen, uns zu anderen Einsichten, zu einem anderen Gewissen, zu einem anderen, neuen Willen führen will, gerade zu jener Welt Gottes, deren Unmöglichkeit und Untergang wir mitzuerleben meinten?!</p>
        <p>Diese Kraft, die gerade vom Leiden des Gottesknechtes, an dem wir uns stoßen, ausgeht, ist Tatsache. Und sie ist die Antwort auf die Zweifelsfragen: Wer glaubt solcher Kunde? Was sollen wir mit diesem? Aber wer hört diese Antwort?, könnten wir jetzt weiterfragen. Wer bleibt stecken in der großen allgemeinen Täuschung, die den Gekreuzigten mißachtet, weil er der Gekreuzigte ist? Und wer dringt hindurch durch das Ärgernis und empfängt die Kraft, die erlösend gerade aus dem, was für unsere Augen dunkel ist, leuchtet? Wer erkennt im Kreuz die Größe seiner Schuld und die Größe der Liebe Gottes? Eins von beiden wird <pb xml:id="p100" ed="pga"/> es zu wählen gelten: Glauben oder Unglauben. Herr, hilf unserem Unglauben [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mk.9.24">Mk. 9,24</ref>].</p>
        </div>
        <div type="closer">
          <salute>Amen.</salute>
        </div>
        <div type="songs">
          <head>Lieder:</head>
          <listBibl type="songs">
            <bibl corresp="kbga-songs-132" type="song">Nr. 327: «Kommt, Brüder, laßt uns gehen» von <persName ref="kbga-actors-797">G. Tersteegen</persName>, Strophen 1.2.4 (= GERS [1952] 325,1.2.4 «Kommt, Kinder, laßt uns gehen»; EG 393,1.2.6)</bibl>
            <bibl corresp="kbga-songs-77" type="song">Nr. 124: «Marter Jesu, wer kann dein vergessen» von <persName ref="kbga-actors-2142">Chr. R. von Zinzendorf</persName>, Strophen 1.3.4 (= GERS [1952] 155,1.3.4)</bibl>
          <!--<item><ref type="pub" subtype="bib1-ein1935" target="b0327">Nr. 327</ref>: «Kommt, Brüder, laßt und gehen» von G. Tersteegen, Strophen 1.2.4
(<bibl><title level="m">GERS [1952]</title> 325</bibl>, 1.2.4 «Kommt, Kinder, laßt uns gehen»; <bibl><title level="m">EG</title> 393, 1.2.6</bibl>)</item>
          <item><ref type="pub" subtype="bib1-ein1922" target="b0124">Nr. 124</ref>: «Marter Jesu, wer kann dein vergessen» von Chr. R. von Zinzendorf,
Strophen 1.0.4 (<bibl><title level="m">GERS [1952]</title> 155, 1.3.4</bibl>)</item>-->
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