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        <title type="volume" n="vol-12">Predigten 1954–1967</title>
        <title type="formal">Vorwort</title>
        <title type="content">Vorwort</title>
        <title type="citation_line_1">Vorwort, Dezember 1962</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/12045 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1954–1967, hrsg. v. Stoevesandt, Hinrich (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2003, S. 283a–286.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1954–1967</title>
          <title type="text">Vorwort: Vorwort</title>
          <editor>Stoevesandt, Hinrich</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2003</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 283a-286</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe I.12, Predigten 1954-1967, Gebete</title>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Karl Barth: Vorwort, in: ders., Gebete, München 1963, S. 5–9 </bibl>
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      <head type="header">VORWORT</head>
    <p rend="center">[zu: <hi rend="italic">Gebete</hi>]</p>
   
        <p>Daß unter meinem Namen noch einmal ein Gebetbüchlein erscheinen werde, hätte ich mir in früheren Jahrzehnten meines Lebens gewiß nicht träumen lassen. Ich hatte nämlich schon in meiner Jugend eine Abneigung gegen alle kultische Feierlichkeit. Und von mir ist noch vor wenig Jahren von dem bekannten, mir sehr sympathischen Führer der <orgName ref="kbga-actors-8796">Alpirsbacher Bewegung</orgName> gesagt worden, daß ich von Liturgie gar nichts verstehe.<note xml:id="n01">
                        <p>Diese angebliche Äußerung von Dr. <persName ref="kbga-actors-2636">Friedrich Buchholz</persName> (1900–1967), dem Präses der Kirchlichen Arbeit in Alpirsbach, ist nicht authentisch. Herr Pfarrer i. R. <persName ref="kbga-actors-574">Helmut Goes</persName> berichtet dem Herausgeber, er, <persName ref="kbga-actors-574">Goes</persName>, habe <persName ref="kbga-actors-2636">Buchholz</persName> einmal auf diesen Satz <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> angesprochen, und <persName ref="kbga-actors-2636">Buchholz</persName> habe bestritten, sich je in diesem Sinne geäußert zu haben.</p>
                        <p>Es bleibt offen, wie <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> dazu kam, <persName ref="kbga-actors-2636">Buchholz</persName> diese Äußerung zuzuschreiben. Ob ihm jemand etwas Unzutreffendes oder Mißverstandenes zugetragen hat? Denkbar wäre auch, daß <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName> — in ungenauer Erinnerung? oder in pointierter Hervorkehrung eines Gedankens, den er zwischen den Zeilen gelesen zu haben meinte? — <bibl corresp="kbga-bibls-1612">Bezug nimmt auf <persName ref="kbga-actors-2636">Buchholz</persName>’ <hi rend="italic">Dank und Wunsch aus Alpirsbach</hi> in: <hi rend="italic">Antwort. Karl Barth zum siebzigsten Geburtstag am 10. Mai 1956</hi>, Zollikon Zürich
          1956, S. 22–26.</bibl> Dort heißt es u. a. : «Sie selbst werden nur indirekt vom alpirsbachischen Tun erfahren haben und sich jetzt ein wenig verwundert fragen, was wir Ihnen zu danken haben, dessen Mund und Feder so kritische Bemerkungen zu allem gottesdienstlichen Tun, zu aller Liturgie (wie man heute so leicht verengend und so beängstigend feierlich gerne sagt) entströmt sind» (S. 22). «Wir können uns für unsere Entscheidungen und unser Handeln nicht auf einige Ihrer Sätze oder Schriften berufen, um damit vor andern theologisch gerechtfertigt dazustehen. Wir können nur, immer aufs neue dankbar, eine Verwandtschaft konstatieren …» (S. 22f.). «Es war wohl ein Mißverständnis, wenn im Verfolg Ihrer Kritik mancher im Bereiche des Gottesdienstes alles laufen ließ, wie es eben lief — Sie begannen hingegen, einen Beitrag zur gottesdienstlichen Form zu geben in den Gebeten nach Ihren Predigten» (S. 23).</p>
                    </note> Vor den «Altären» der deutschen Kirchen wußte ich mich denn in <pb xml:id="p284" ed="pga"/> der Tat, wenn ich dort zu predigen hatte, immer nur ungeschickt zu bewegen. In alten Bonner Tagen habe ich mich einmal in entschlossener Eigenmächtigkeit hinter statt vor den «Altar» gestellt, durfte das aber kein zweites Mal tun. (Nun ja: heute wird ja sogar die römische Messe nicht selten von dort aus zelebriert!) Aus anderen Gründen hat mich mein Freund <persName ref="kbga-actors-87">Günther</persName><note xml:id="n02">
                        <persName ref="kbga-actors-87">Günther Dehn</persName> (1882–1970) war von 1946 bis 1953 Professor für Praktische Theologie in Bonn.</note> noch nach dem Krieg unter der Türe der dortigen Poppelsdorfer Kirche mit der strengen Zensur: «Predigt Note 1, Liturgie Note 5» entlassen müssen. Und so bin ich auch mit dem Inhalt dieses Büchleins gewissermaßen nur durch eine Hintertüre in die Gesellschaft der eigentlichen Liturgiker herein geraten.</p>
        <p>
                    <pb n="6" ed="A"/> Mir war schon seit längster Zeit nicht wohl zumute gewesen, wenn ich mich vor und nach meinen Predigten der Ordnung halber (oder auch einfach aus Bequemlichkeit?) an die da und dort üblichen Agendenbücher halten zu sollen oder zu dürfen meinte. Mich störte die sachliche Beziehungslosigkeit, aber auch das unorganische Verhältnis zwischen der (altertümlichen oder auch modernen) Fassung und Sprache dieser Gebete und der meiner Predigt. Ich suchte mir dann eine Weile dadurch zu helfen, daß ich die Darbietungen der Agende — nicht etwa (das habe ich nie riskiert!) durch extemporierte Gebete, sondern durch <pb xml:id="p285" ed="pga"/> freie Zusammenstellungen von biblischen Psalmworten ersetzte. Erst in vorgerückteren Jahren begann ich solche Texte zuerst für den Schluß, dann auch für den Anfang der Hauptaktion des Gottesdienstes im Zusammenhang mit der Vorbereitung meiner Predigt selber wörtlich festzulegen. Mit den Predigten zusammen sind sie dann einzeln und in den Sammlungen «Fürchte dich nicht!»<note xml:id="n03">
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                            <persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic">Fürchte dich nicht! Predigten aus den Jahren 1934 bis 1948</hi>, München 1949.</bibl>
                    </note> und «Den Gefangenen Befreiung»<note xml:id="n04">
                        <bibl corresp="kbga-bibls-1609">
                            <persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName>, <hi rend="italic">Den Gefangenen Befreiung. Predigten aus den Jahren 1954–59</hi>, Zollikon 1959.</bibl>
                    </note> veröffentlicht worden; und ich habe mich immer dagegen gewehrt, daß die Predigten ohne die zu ihnen gehörigen Gebete nachgedruckt würden.</p>
        <p>
                    <pb n="7" ed="A"/>Die Erwägungen, die mich dabei leiteten, waren, kurz gesagt, diese: Der Gottesdienst als Zentrum des ganzen Lebens der Gemeinde hat sich seinerseits als ein Ganzes, und zwar als ein Ganzes der Anrufung des gnädigen Gottes darzustellen. Er beginnt nach der Begrüßung der Gemeinde als des Volkes dieses Gottes mit ihrem (wie ich denke: nicht genug wichtig zu nehmenden und zu pflegenden) gemeinsamen Gesang. Er geht fort in der Aussprache ihres Dankes, ihrer Buße, ihrer besonderen Bitte um Gottes Gegenwart und Beistand in dem besonderen Tun ihrer gottesdienstlichen Versammlung durch den Mund des als Leiter der Aktion dienenden Gemeindegliedes. Er steigt auf zur Predigt, in der die Anrufung in Auslegung und Anwendung eines (besser kurzen als langen!) Schriftwortes zur Anrede und Verkündigung wird. Er gestaltet sich von da aus absteigend zum Schlußgebet, in welchem die Aussage der Predigt (nun wieder in direkter Anrufung Gottes) straff zusammenzufassen ist, in welchem sich aber der Gottesdienst vor allem als möglichst ausgebreitete Fürbitte (wird sie nicht zu oft vernachlässigt?) nach außen, nach allen anderen Menschen, nach der übrigen Kirche und Welt hin zu öffnen hat. Im zweiten gemeinsamen Gesang <pb n="8" ed="A"/> macht sich die Versammlung dieses Schlußgebet zu eigen. Sie wird mit der Erteilung des Segens durch das dienende Gemeindeglied: «Der Herr segne euch …!» [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Num.6.24 Num.6.26">Num. 6,24–26</ref>] (nicht uns!) entlassen. (Auf denselben Linien würde sich, wenn es nach mir ginge, auch das Tauf- und das Abendmahlsformular zu bewegen haben.) Wobei die Würze in allen <pb xml:id="p286" ed="pga"/> Stücken an aller geistlichen und theologischen Gesprächigkeit vorbei auch in der Kürze zu bestehen hat!</p>
        <p>Die im Blick auf diesen Zusammenhang formulierten Gebete findet man in diesem Büchlein gesammelt. Die dem «Kirchenjahr» folgende Einteilung, in der sie hier erscheinen, und die beigegebenen Titel stammen nicht von mir; ich kann sie aber gerne gut heißen. Allzu zeitbedingte Elemente, besonders der Fürbitte (in der Kriegszeit ist da öfters der unsere Grenzen bewachenden <orgName ref="kbga-actors-8712">schweizerischen Armee</orgName> — es ist seinerzeit aber auch des eben gewählten <persName ref="kbga-actors-1677">Papstes Johannes XXIII.</persName> ausdrücklich gedacht worden) konnten hier in Wegfall kommen.</p>
        <p>Daß meine zur Aufklärung der Sachlage vorhin skizzierte Auffassung vom Wesen und Gang des Gottesdienstes allgemeinen Beifall finden werde, kann ich nicht erwarten. Es mag aber sein — und das ist wohl die Meinung der <pb n="9" ed="A"/> Freunde, die sich um die Sammlung und Veröffentlichung dieser Gebete bemüht haben<note xml:id="n05">Die Anregung, Gebete <persName ref="kbga-actors-2151">Barths</persName> in einem separaten Bändchen zu veröffentlichen, wurde zuerst von Prof. D. <persName ref="kbga-actors-1913">Karl Gerhard Steck</persName> dem <orgName ref="kbga-actors-631">Chr. Kaiser Verlag</orgName> vorgetragen und von diesem aufgegriffen. Cand. theol. <persName ref="kbga-actors-1972">Uvo Andreas Wolf</persName> nahm sich, unterstützt von <persName ref="kbga-actors-223">Charlotte von Kirschbaum</persName> und vom Verlag, der Durchführung des Planes an. An der Gestaltung der Gebetsüberschriften wirkte zudem Prof. D. <persName ref="kbga-actors-1620">Helmut Gollwitzer</persName> mit. In dem Bändchen selbst ist kein Name eines Herausgebers oder Bearbeiters genannt.</note> —, daß sie sich auch ohne die Voraussetzung meiner vielleicht allzu reformierten «liturgischen» Konzeption als dienlich erweisen können. Meine Vorstellung dabei ist nicht einfach die, daß sie von den Gemeinden bzw. von ihren Predigern so, wie sie dastehen, übernommen werden sollten, wohl aber die, sie möchten von Dem und Jenem als Anregung zu einer energischen Besinnung darüber gelesen werden: ob er das Beten in und mit der zum Gottesdienst versammelten Gemeinde nicht ganz anders als heute üblich zum Gegenstand seiner eigenen besonders sorgfältigen Aufmerksamkeit und Arbeit machen sollte? Darüber hinaus können und mögen sie da und dort auch zu privatem Gebrauch willkommen sein.</p>
       
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