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        <title type="volume" n="vol-01">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
        <title type="formal">Anhang Nr. 5</title>
        <title type="content">Rudolf Schlunck an Karl Barth</title>
        <title type="citation_line_1">Rudolf Schlunck an Karl Barth, 21. Juni 1925 – 22. Juni 1925</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/1115 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966, hrsg. v. Jaspert, Bernd (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 1994, S. 218–219.</title>
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        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
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        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
          <title type="text">Anhang Nr. 5: Rudolf Schlunck an Karl Barth</title>
          <author ref="kbga-actors-363">Schlunck, Rudolf</author>
          <editor>Jaspert, Bernd</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1994</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 218-219</biblScope>
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.1, Karl Barth Rudolf Bultmann Briefwechsel 1911-1966, anhang letter 5</title>
          <author ref="kbga-actors-363">Schlunck, Rudolf</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Schlunck, Rudolf, Rudolf Schlunck an Karl Barth, 21. Juni 1925 – 22. Juni 1925. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/13334">KBA 9325.250</ref>. </bibl>
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        <head>Anhang 5</head>
        <div type="abstract">
          <p>
            [Aus einem Brief von
            <hi rend="smallCaps">Pfarrer <persName ref="kbga-actors-363">Rudolf Schlunck</persName>,</hi>
            <!-- DONE date @type=creation hinzugefügt -->
            <placeName ref="kbga-places-72">Melsungen</placeName>, (<date type="creation" from="1925-06-21" to="1925-06-22"/>21./22.6.1925) an
            <hi rend="smallCaps">
                            <persName ref="kbga-actors-2151">K. Barth</persName></hi>
            (<ref type="kba-objects-id" target="13334">Orig. im Karl Barth-Archiv</ref>):]
          </p>
        </div>
        <div>
          <p>Du sprachst von <persName ref="kbga-actors-240">Kutters</persName> Ruf nach der
              <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName>. Das hat mich innerlich weiter
            beschäftigt. Was Dir irgend einer sagte, Du dürfest auf keinen Fall die Position
            aufgeben, ist gewiß nicht richtig, weil Deine Position nicht auf Göttingen ruht, sondern auf dem Wort, da hat
              <persName ref="kbga-actors-240">Kutter</persName> recht. Ihm wäre nur
            entgegenzuhalten, daß Du in <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName> auf
            Deiner Schweizer Kanzel gestanden hast und
            stehst. Die Position auf dem Wort darfst Du nicht aufgeben, die in <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName> wohl. Der Katheder ist die Fortsetzung der
            Kanzel, ihre Konzentration auf einen bestimmten Zweck. Das Katheder kann für Dich
            zeitweilig sein, die Kanzel nicht. So hast Dus ja auch angesehen.</p>
          <p>Ob Du nun jetzt den Katheder aufgibst, ist natürlich eine Frage der persönlichen
            Führung durch Gott, die Du letzten Endes allein entscheiden kannst und zwar ohne die
            Wünsche mitspielen zu lassen. Es kann sehr wohl sein, daß Dich Gott vom exponierten
            Außenposten auf den Mutterboden zurückversetzen will, daß Du daraus neue Kraft saugst
            und Dich für den Generalkampf stärkst und sammelst. Auch wohl möglich, daß Du Deine bei
            dieser kühnen Sendung gewonnenen Erkenntnisse mit der Schweizer Kanzel in Ausgleich bringen sollst und also zu nächst wieder in
            die <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> gewiesen wärest. Dieser geistige
            Ausgleich würde dann, wenn er gelingt, den engen Konnex der durch Dein weiter greifendes
            Zeugnis Gewonnenen mit Deiner Mutterkirche herbeiführen und das begonnene ökumenische
            Gespräch von dort aus fortsetzen.</p>
          <p>Aufgeben darfst Du den geschaffenen Kreis nicht und das würde ja durch Deine
            Rückversetzung in die <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> nicht bedingt
            sein. Nur käme es in diesem Falle darauf an, ob Du das Zutrauen hättest, daß der
            gestreute Same sich in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> zu einer
            gewissen Selbständigkeit entwickelte. Genug Rufe würden Dir zu teil werden, um hier und
            da in <placeName ref="kbga-places-151">Deutschland</placeName> helfend einzugreifen.</p>
          <p>Wenn <persName ref="kbga-actors-240">Kutter</persName> den prinzipiellen Vorrang der
            Kanzel vor dem Katheder behauptet, so hat er recht. Aber diese Anschauung ist nicht
            herrschend, sondern das Gegenteil. Indem Du zur Kanzel zurückkehrtest, <pb xml:id="p219" ed="pga"/> würdest Du weithin ihr Erstgeburtsrecht bezeugen. Und das wäre angesichts
            der Beschaffenheit der Katheder gut. Du würdest die Augen aller für Deinen Kampf
            Bewegten auf die Kanzel und ihre Ehre lenken und damit der «Wissenschaft» die verdiente
            Lektion geben.</p>
          <p>Was tut Dir diese «Wissenschaft»? Rechts und Links befehden Dich. Wenn Du sie in
              <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName> auf eine leere Stelle stoßen
            lässest, läuft sich ihr Stoß aus und Du kannst sie von der <placeName ref="kbga-places-58">Schweiz</placeName> her packen. Es ist möglich, daß Du auf diesem
            Wege zu einer anderen Professur kommst, die nichts mehr von der Unklarheit Deiner
            heutigen Professur an sich hat und nicht mehr der geheimen Unterhöhlung durch die
            Fachleute ausgesetzt ist. Glaube mir, die Herren werden nicht ruhen in dem Sinne, wie
            sie Dich stürzen und die Schlappschwänze in <placeName ref="kbga-places-8">Berlin</placeName>, genannt Minister, lassen Dich in der höflichsten Form in Stich.
            In dieser Lage auf einen Ruf nach anderswo warten, dazu würde ich nicht raten, wenn
            nicht wider Erwarten Dir doch eine ganz bestimmte Aussicht gemacht würde. Andernfalls
            aber könnte die Entwicklung darauf hinauslaufen, was ich wünschte, daß eine freie
            theologische Fakultät geboren würde, hier oder dort, nicht in <placeName ref="kbga-places-289">Preußen</placeName> oder doch vielleicht gerade in <placeName ref="kbga-places-289">Preußen</placeName>. Da könntest Du Deine Dogmatik schreiben,
            die das <foreign xml:lang="lat">munus regium</foreign> nicht als Abschnitt 3 des § so und so, sondern als gestaltendes
            Prinzip behandelte und aufstellte.</p>
          <p>Dornenlos wird dieser Weg nicht sein, aber Du bleibst der freie Steuermann Deines
            Schiffes. Dornenlos wird das Bleiben und Warten in <placeName ref="kbga-places-27">Göttingen</placeName> auch nicht sein, aber die Erquickung wäre viel geringer.</p>
          <closer>
            <salute rendition="left">Nun hast Du meine Gedanken. Dazu noch einen herzlichen Gruß
              von <lb/></salute>
            <signed rendition="right">Deinem <persName ref="kbga-actors-363">Rd.</persName>
            </signed>
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