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        <title type="volume" n="vol-01">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
        <title type="formal">Brief Nr. 80</title>
        <title type="content">Rudolf Bultmann an Karl Barth</title>
        <title type="citation_line_1">Rudolf Bultmann an Karl Barth, 25. Oktober 1931</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/1082 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966, hrsg. v. Jaspert, Bernd (Gesamtausgabe, Abt. V), Zürich 1994, S. 132–134.</title>
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      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Karl Barth – Rudolf Bultmann. Briefwechsel 1911–1966</title>
          <title type="text">Brief Nr. 80: Rudolf Bultmann an Karl Barth</title>
          <author ref="kbga-actors-512">Bultmann, Rudolf</author>
          <editor>Jaspert, Bernd</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">1994</date>
          <biblScope unit="page">Pp. 132-134</biblScope>
          <!--position within a volume-->
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        <!-- The first digital edition (data from xml and database) -->
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          <title type="edition">Princeton Barth Project edition</title>
          <title type="text">electronic edition of Karl Barth, Gesamtausgabe V.1, Karl Barth Rudolf Bultmann Briefwechsel 1911-1966, letter 80</title>
          <author ref="kbga-actors-512">Bultmann, Rudolf</author>
          <editor>James R. Adair, Jr.</editor>
          <editor>Timothy J. Finney</editor>
          <editor>Christian Kelm</editor>
          <pubPlace>Princeton</pubPlace>
          <publisher>Alexander Street Press</publisher>
          <date type="publication">2001</date>
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Bultmann, Rudolf, Rudolf Bultmann an Karl Barth, 25. Oktober 1931. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/19517">KBA 9125.268</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1931-10-25">25. Oktober 1931</date>
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        <head>80</head>
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          Bultmann
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          <salute>Lieber Herr <persName ref="kbga-actors-2151">Barth</persName>!</salute>
        </opener>
        <p>Endlich komme ich dazu, auf Ihren Brief vom <date when="1931-06-20">20. Juni</date> zu antworten. Ich
          möchte dabei den ersten Punkt heute auf sich beruhen lassen. Zu der Konkordatsfrage denke
          ich mich noch einmal öffentlich zu äußern<note xml:id="n01">Eine gedruckte öffentliche
            Äußerung liegt nicht vor; vgl. jedoch <ref type="pub" target="1128">Anh. 17</ref>.</note>, was dann zugleich eine Antwort auf Ihren Brief bedeuten wird. Daß
          mir Mißverständnisse in meinen gegen Sie erhobenen Vorwürfen — z. T. ohne meine Schuld wie
          in der Frage des Berichtes von <persName ref="kbga-actors-364">Fr. W. Schmidt</persName>,
          dessen Brief ich Ihnen zurücksende — passiert sind, bedaure ich herzlich und bin für die
          Aufklärung dankbar.</p>
        <p>Wichtiger ist mir heute der zweite Punkt. Es tut mir natürlich leid, wenn Marburger Studenten sich Ihnen gegenüber
          väterlich-polizeilich <pb xml:id="p133" ed="pga"/> betragen haben; mehr noch, daß Sie das
          so tragisch nehmen. Ist das wirklich <hi rend="italic">Marburger</hi> Stil und nicht vielmehr überhaupt der Stil eines gewissen studentischen Stadiums?
          Sie würden sich doch sehr täuschen, wenn Sie meinten, daß mir Entsprechendes von Seiten
          Ihrer Schüler noch nicht passiert ist. Ich versuchte das humoristisch zu nehmen. Von
          meinen Freunden <persName ref="kbga-actors-362">Schlier</persName> und <persName ref="kbga-actors-234">Krüger</persName> haben Sie offenbar eine falsche Vorstellung. Ich
          freue mich zwar sehr darauf, mit Ihnen wieder im Gespräch zusammen zu sein; aber wenn Sie
          es wirklich ablehnen sollten, sich dabei gegebenen Falls auch mit <persName ref="kbga-actors-362">Schlier</persName> und <persName ref="kbga-actors-234">Krüger</persName> zusammen zu setzen, so müßte ich mich freilich mit diesen solidarisch
          erklären. Ich hoffe freilich, daß dieser Fall nicht eintritt. — <persName ref="kbga-actors-231">Eva Kraffts</persName> Frage, ob Sie in meiner Arbeit eine
          legitime «Fortsetzung» Ihrer Arbeit sehen, mag in der Form «albern» gewesen sein. Aber
          sehen Sie denn nicht, daß dahinter die sie und viele Andere bewegende Frage steckt, die
          Sie selbst eben in <orgName ref="kbga-actors-6169">Zw.d.Z.</orgName> an <persName ref="kbga-actors-171">Heim</persName> gerichtet
            haben<note xml:id="n02"><bibl corresp="kbga-bibls-1177">
                            <hi rend="italic">Karl Barth an Karl Heim</hi> [Brief, <ref type="pub-" target="35021">27.4.1931</ref>], in: ZdZ, Jg. 9
                  (1931), S. 451–453. Dort S. 451</bibl>: «Was wird bei alledem [scil. bei den theologischen
            Verständigungsschwierigkeiten zwischen <persName ref="kbga-actors-171">Heim</persName>
            und Barth] aus den zwischen <placeName ref="kbga-places-61">Tübingen</placeName> und
              <placeName ref="kbga-places-10">Bonn</placeName> unruhiger als je hin und her
            eilenden, denkenden und redenden theologischen Knaben und Mädchen? Was für ein Zeichen
            richten wir da eigentlich auf?»</note>; wie sollen diese jungen Leute sich zwischen
          Ihnen, mir und Anderen zurechtfinden? — Übrigens möchte ich um der Ehre von <persName ref="kbga-actors-231">Eva Krafft</persName> willen bemerken, daß sie mir <hi rend="italic">nie</hi> Äußerungen von Ihnen mitgeteilt oder von ihrer Korrespondenz mit Ihnen erzählt
          hat. Jene Äußerung, auf die ich in meinem Brief an Sie Bezug nahm, habe ich von einer
          Freundin <persName ref="kbga-actors-231">E. Kraffts</persName> erfahren.</p>
        <p>Daß für Sie das Bedürfnis der Auseinandersetzung mit meiner Arbeit nicht besteht, ist mir
          natürlich bedauerlich. Wir meinten uns freilich nicht zu wichtig zu nehmen, wenn wir Sie
          im vorigen Jahre um Ihr Kommen baten; denn wir Marburger empfanden jedenfalls das Bedürfnis, uns mit Ihnen auseinander zu
          setzen um unserer selbst willen. Ob es wirklich so steht, wie Sie meinen, daß wir nur eine
          Gestalt des alten Neuprotestantismus sind, das möchten wir eben wissen. Vorläufig kann ich
          es nicht glauben. Daß ich mit <persName ref="kbga-actors-388">v. Soden</persName> die
          <orgName ref="kbga-actors-7470">Theol. Rundschau</orgName> herausgebe, dürfte doch wohl nicht als Symptom dafür bezeichnet werden,
          und ich verstehe wirklich nicht, wie das eine Absage an Sie implizieren soll. Diejenigen
          Liberalen, die sich bei <persName ref="kbga-actors-388">v. Soden</persName> über den
          Einfluß der dialektischen Theologie in der <orgName ref="kbga-actors-7470">Rundschau</orgName> beschweren, fassen es jeden<pb xml:id="p134" ed="pga" break="no"/>falls nicht so auf. Ich meinerseits habe meine
          Gemeinschaft mit <persName ref="kbga-actors-388">v. Soden</persName> in der Herausgabe der
          <orgName ref="kbga-actors-7470">Rundschau</orgName> so wenig als ein Bekenntnis zu seiner Theologie aufgefaßt wie Sie vermutlich
          Ihre Verbindung mit <persName ref="kbga-actors-4">Althaus</persName> und <persName ref="kbga-actors-171">Heim</persName> in den «Forschungen zur Geschichte und Lehre des
            Protestantismus»<note xml:id="n03">Seit <date when="1927">1927</date> von <persName ref="kbga-actors-4">Paul Althaus</persName>, <persName ref="kbga-actors-2151">Karl Barth</persName> und <persName ref="kbga-actors-171">Karl Heim</persName> im <orgName ref="kbga-actors-631">Chr. Kaiser Verlag</orgName>, München, herausgegeben.</note> als ein Bekenntnis zur
          Theologie dieser Kollegen.</p>
        <p>Jedenfalls: was Ihnen so sicher ist, daß Ihr und mein Ansatz in principio
          grundverschieden sind, ist es mir nicht. Ich meinerseits glaube zu sehen, daß Sie Fragen,
          die mit Ihrem Ansatz gegeben sind und an deren Austrag mir liegt, künstlich niederhalten.
          Aber ich will es heute nur durch einen Hinweis auf <persName ref="kbga-actors-403">Thurneysens</persName> Vortrag über Christus und seine Zukunft<note xml:id="n04">
                        <bibl corresp="kbga-bibls-1180">
                            <persName ref="kbga-actors-403">E. Thurneysen</persName>, <hi rend="italic">Christus und
                  seine Zukunft. Ein Beitrag zur Eschatologie</hi>, in: ZdZ, Jg. 9 (1931), S. 187–211.</bibl>
                    </note> andeuten. Wenn Th. meint, daß der Begriff Zukunft durch Jesus Christus umgestaltet
          und daß das Kontinuum der Zeit durch ihn zerbrochen werde, so mag das richtig sein. Wenn
          er dabei aber Zukunft und Zeit (in höchst unglücklichem Anschluß an <persName ref="kbga-actors-171">Heim</persName>) nur vom Begriff der Nahezeit aus versteht und
          wenn er als den christlichen Begriff von Zeit und Zukunft nichts Anderes herausstellen
          kann, als was eine philosophische Analyse der Geschichtlichkeit auch aufzuweisen vermag,
          so behaupte ich, daß hier ein Problem liegt, das er nicht sieht, aber von seiner Frage aus
          sehen müßte. Es geht doch nicht an, die philosophische Arbeit so zu ignorieren, daß man
          sich dann selbst darüber täuscht, daß man etwas Philosophisches gesagt hat, wo man etwas
          Theologisches zu sagen meinte. — Ob <hi rend="italic">ich</hi> es richtig mache, ist eine ganz
          andere Frage; aber daß Sie in Ihrer Arbeit einen Fragenkomplex ersticken, der sich schon
          einmal Luft machen wird, ist mir keine Frage. Daß Sie <persName ref="kbga-actors-238">Gerh. Kuhlmann</persName> gegenüber im Recht sind, ist mir keine Frage, aber auch, daß
          Sie auf seine Ausführungen in «<foreign xml:lang="lat">Theologia naturalis</foreign> bei <persName ref="kbga-actors-320">Philon</persName> und <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName>» S. 123ff.<note xml:id="n05">
                        <bibl corresp="kbga-bibls-1181">
                            <persName ref="kbga-actors-238">G. Kuhlmann</persName>, <hi rend="italic">Theologia naturalis bei Philon und bei Paulus. Eine Studie zur Grundlegung der
                  paulinischen Anthropologie</hi> (Neutestamentliche
                  Forschungen I/7), Gütersloh
                1930. Dort S. 123–130 ein polemischer Abschnitt unter der Überschrift «<hi rend="italic">Menschengeist
            und Heiliger Geist bei Karl Barth</hi>». Voraus geht S. 117–123 eine Polemik gegen <persName ref="kbga-actors-512">Bultmann</persName>.</bibl>
                    </note> antworten müssen.</p>
        <closer>
          <salute>Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus</salute>
          <salute>Ihr</salute>
          <signed>
            <persName ref="kbga-actors-512">Rudolf Bultmann</persName>
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